Werner Landgraf

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Werner Landgraf, 1991

Werner Landgraf (* 29. Juli 1959 in Mainz) ist ein deutscher Astrophysiker.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Landgraf studierte ab 1977 Physik an der Universität Siegen und betrieb erste astronomische Projekte.[1] Nach dem Vordiplom wechselte er 1979 an die Universität Göttingen und wählte die Fachrichtung Astrophysik. Seine Diplomarbeit Die Berechnung von Atmosphärenmodellen und Linienprofilen zur Analyse von Sternspektren schloss er 1983 ab;[2] dann arbeitete er bis 1988 an seiner Dissertation Nichtgravitative Kräfte beim Halleyschen Kometen.[3] (Betreuer: Hans-Heinrich Voigt)

Im Jahr 1986 erhielt Landgraf einen Lehrauftrag der Universität Siegen. Neben der Hauptvorlesung zur Astronomie und Astrophysik wurden dabei überwiegend Objekte des Sonnensystems und deren Bewegung, Relativität und Kosmologie behandelt.[4][5]

Seit 2003 lebt Landgraf in Cayenne, der Hauptstadt von Französisch-Guayana. Er ist seit Dezember 2011 mit seinem guineischen Geschäftspartner nach brasilianischem Recht verpartnert.[6]

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Landgrafs Arbeiten betreffen hauptsächlich die Verifizierung und Bestimmung von Konstanten des astronomischen Bezugssystems, der Massen der Planeten, nichtgravitativer Kräfte und die Verifizierung des Gravitationsgesetzes innerhalb des Sonnensystems. Er entwickelte und verbesserte Verfahren zur Identifizierung und Berechnung der Bahnen verschiedener Objekte des Sonnensystems. Er beschäftigte sich im Rahmen dieser Arbeit mit zahlreichen Kleinplaneten mit Schwerpunkt auf den erdnahen Kleinplaneten, ausgewählten Kometen, deren langzeitliche Dynamik[7] und mit der Beobachtung kleiner Planeten und Kometen.[8] Er entwickelte auch ein Verfahren zur Beseitigung einiger systematischer Positionsfehler heller Kometen, was eine genauere Vorausberechnung des Halley’schen Kometen für die Sondenprojekte von 1986 erlaubte.[9] Eine Rückrechnung der Bahn des Halley’schen Kometen bis 2317 v. Chr. bestätigte, dass die Griechen diesen bereits 466 v. Chr. gesichtet hatten.[10][11][12]

Liste der entdeckten Asteroiden: 7
(3683) Baumann 23. Juni 1987
(4349) Tibúrcio 5. Juni 1989
(4378) Voigt 14. Mai 1988
(7696) Liebe 10. Mai 1988
(9938) Kretlow 14. Mai 1988
(17412) Kroll 24. Mai 1988
(29148) Palzer 10. Mai 1988

Er entdeckte an der Europäischen Südsternwarte verschiedene Kleinplaneten, wie z. B. (3683) Baumann, (4378) Voigt, benannt nach Hans-Heinrich Voigt,[13] (9938) Kretlow und denjenigen mit der kleinsten Elongation bei der Entdeckung,[14] (4349) Tibúrcio.[15]

In den Jahren danach beschäftigte sich Landgraf mit kosmologischen Überlegungen. Als gegenseitig korrespondierende Aspekte und Nachwirkungen der ersten primordialen Ereignisse und ihrer sukzessiven Bewirkung von "Neuem" mit durch Altes nicht linear darstellbarem Anteil, ausgehend von einer nach innen bedingungslosen Selbstbejahung der Welt, erscheinen ihre logischen, geometrischen und physikalischen Eigenschaften, einschließlich Dimensionen und Naturkräften konkretisiert wo Ereignisse erfolgen. Bei Korrespondenz zur Beobachtung und Physik erscheint uns dies als Tendenz, alles möglichst als Nullbögen ablaufen zu lassen, wobei mit einer diskreten und varianten Wirkung oder Eigenzeit und Zeit, Abstand und Tangentialkoordinaten Paare von Dimensionen entstanden deren Beiträge im Bogenelement sich möglichst und für ihnen zuzurechnende Eigenschaften (wie, Materie unter Wirkung, Raum und Zeit) ganz aufheben. Die Dimensionen nähmen als ihre unmittelbare Eigenschaft etwa proportional zueinander zu, und im Bild einer klassischen Vorstellung entspricht dies ihrer Repräsentierung durch ihnen entsprechende ständig neuproduzierte und aufsummierte "Strahlung", also etwa der Frequenz des Weltalters, Häufigkeit eines Ereignisses pro elementarer Querschnittsfläche, und etwa gesamten Energie der Welt. [16][17]

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1987 wurde der Kleinplanet (3132) Landgraf nach ihm benannt.[18]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Siegener Universitäts-Sternwarte (PDF; 105 kB)
  2. Jahresberichte Astronomischer Institute 1983 (Göttingen)
  3. Nichtgravitative Kräfte beim Halleyschen Kometen (Diss. Göttingen 1988) (pdf)
  4. Lebenslauf
  5. Zusammenfassung: Report of IAU Commission 20 , S.196 Mitte
  6. Lebensparnterschaftsurkunde Seite 1 und 2
  7. Эфемериды малых планет 1982 … 1989 , zahlreiche MPC ’s 1979 … 1987
  8. MPC ’s 1978 … 1991
  9. ESLAB Symposium on the Exploration of Halley’s Comet. Bd. 3 , S. 289–294
  10. First Halley Sighting Is 200 Years Older
  11. On the Motion of Comet Halley. ESTEC EP/14.7/6184 (1984) : ISBN 979-1-09-034907-0 (pdf) Tab.9
  12. Komet Halley: Bahnelemente und Perihelzeiten
  13. PDF bei www.astro.uni-bonn.de (11 kB)
  14. Asteroid and Comet Surveys. IAU Symp. 161 , S. 395 unten
  15. Minor Planet Names: Alphabetical List
  16. Welt und Wirkungsprinzip (2.Aufl. 2010) : ISBN 979-1-09-034902-5, 979-10-90349-01-8 (pdf)
  17. The Action as Natural Force (2011) : ISBN 979-1-09-034910-0 (pdf)
  18. Dictionary of Minor Planet Names. Bzgl. (3132)