Werner Onken

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Werner Onken (* 1953) ist ein deutscher Ökonom, Autor und Herausgeber. Er stellte u. a. die 18-bändige Gesamtausgabe der Schriften des Kaufmanns und Sozialreformers Silvio Gesell (1862–1930) zusammen und gab diese heraus.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Zivildienst studierte er an der Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg und schloss sein Studium als Diplom-Ökonom ab. Seit 1982 ist er als wissenschaftlicher Mitarbeiter der Stiftung für Reform der Geld- und Bodenordnung tätig. Dort verantwortet er die Redaktion der Zeitschrift für Sozialökonomie[1], das Archiv für Geld- und Bodenreform[2] und die Organisation der Tagungsreihe Mündener Gespräche. 2008 gründete er gemeinsam mit Niko Paech die Ringvorlesung zur Postwachstumsökonomie an der Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg, die bis 2018 stattfand.[3][4]

Onken verfasste 1986 eine monetäre Interpretation von Michael Endes Roman Momo, die in der Zeitschrift Fragen der Freiheit veröffentlicht wurde. In einem Brief an Onken bestätigte Michael Ende, dass Momo das heutige Geldsystem kritisiere: „Übrigens sind Sie bis jetzt der erste, der bemerkt hat, daß die Idee des ‚alternden Geldes‘ im Hintergrund meines Buches ‚Momo‘ steht. Gerade mit diesen Gedanken Steiners und Gesells habe ich mich in den letzten Jahren intensiver beschäftigt, da ich zu der Ansicht gelangt bin, daß unsere Kulturfrage nicht gelöst werden kann, ohne daß zugleich, oder sogar vorher, die Geldfrage gelöst wird.“[5]

Archiv für Geld- und Bodenreform[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das von Werner Onken seit 1983 aufgebaute Archiv soll wissenschaftliche Forschungen über Vorschläge zur Reform des Geldwesens und des Bodenrechts einschließlich der Ressourcenproblematik ermöglichen. Im Archiv befinden sich Primär- und Sekundärliteratur zur Reform der Geld- und Bodenordnung mit mehr als 5.000 deutschsprachigen und 500 fremdsprachigen Büchern, Broschüren und Aufsätzen sowie mehr als 120 jahrgangsweise gebundene Zeitschriften, Schriftenreihen und Zeitungen. Dazu gehören Werke von Pierre-Joseph Proudhon, Gustav Landauer, Henry George, Adolf Damaschke, Franz Oppenheimer, Silvio Gesell, Rudolf Steiner und andere, die die Lösung der sozialen Fragen auf freiheitlichen Wegen anstrebten. Das Archiv für Geld- und Bodenreform befindet sich als Leihgabe der Stiftung für Reform der Geld- und Bodenordnung in der Bibliothek der Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg.[2]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die ökonomische Botschaft von Michael Endes Märchenroman „Momo“, 1986, Online-Version.
  • Modellversuche mit sozialpflichtigem Boden und Geld. Verlag für Sozialökonomie, Lütjenburg 1997, ISBN 978-3-87998-440-4 (Online als PDF).
  • Silvio Gesell und die Natürliche Wirtschaftsordnung. Verlag für Sozialökonomie, Lütjenburg 1999, ISBN 978-3-87998-439-8.
  • Geld- und bodenpolitische Grundlagen einer Agrarwende. Verlag für Sozialökonomie, Lütjenburg 2004, ISBN 978-3-87998-447-3.
  • Carl von Ossietzky und Silvio Gesell – Eine Begegnung zweier Gedankenwelten. Verlag für Sozialökonomie, Lütjenburg 2006, ISBN 3-87998-773-4.
  • Geld & Natur in Literatur, Kunst und Musik. Verlag für Sozialökonomie, Kiel 2010, ISBN 978-3-87998-460-2.
  • Silvio Gesell in der Münchener Räterepublik – Eine Woche Volksbeauftragter für das Finanzwesen im April 1919. Selbstverlag, Oldenburg 2018, ISBN 978-3-933891-31-0.
  • Marktwirtschaft ohne Kapitalismus – Von der Akkumulation und Konzentration in der Wirtschaft zu ihrer Dezentralisierung, Oldenburg 2019/2020 (online)

Herausgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rolf Engert: Silvio Gesell in München 1919 (mit einem Vorwort und einer Kurzbiografie über Rolf Engert von Werner Onken). Fachverlag für Sozialökonomie, Hann.-Münden 1986.
  • Freiwirtschaftliche Bibliothek – Katalog der Bücher, Broschüren und Zeitschriften. ohne Verlag, Varel 1986.
  • Silvio Gesell: Gesammelte Werke in 18 Bänden (mit Vorworten von Werner Onken). Verlag für Sozialökonomie, Hann.-Münden / Lütjenburg 1988 bis 1997, Registerband.
  • Gerechtes Geld – Gerechte Welt – Auswege aus Wachstumszwang und Schuldenkatastrophe, 100 Jahre Gedanken zu einer Natürlichen Wirtschaftsordnung 1891–1991. Verlag für Sozialökonomie, Lütjenburg 1992, ISBN 978-3-87998-433-6.
  • Silvio Gesell: „Reichtum und Armut gehören nicht in einen geordneten Staat“ – Werkauswahl zum 150. Geburtstag (mit einem Vorwort von Werner Onken). Verlag für Sozialökonomie, Kiel 2012, 2. Auflage, ISBN 978-3-87998-462-6.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wolfgang Uchatius: Silvio Gesell: „Geld muss rosten!“. Gespräch mit Werner Onken zum 150. Geburtstag von Silvio Gesell. In: Die Zeit 12/2012.
  2. a b Archiv für Geld- und Bodenreform im BIS – Bibliotheks- und Informationssystem, abgerufen am 3. September 2019.
  3. Vortragsreihe zur Postwachstumsökonomie, abgerufen am 3. September 2019.
  4. Oliver Richters: Analyse: Konfliktlinien und politische Ziele im wachstumskritischen Diskurs. In: Forschungsjournal Soziale Bewegungen. Band 31, Nr. 4, 2018, S. 80–84, doi:10.1515/fjsb-2018-0085.
  5. Faksimile eines Briefs Michael Endes an Werner Onken, 3. September 1986.