Werner Rings

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Werner Rings (* 19. Mai 1910 in Offenbach am Main; † 16. April 1998 in Ascona) war ein deutsch-schweizerischer Historiker, Autor und Journalist.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rings wurde als Sohn des Architekten Josef Rings (1878–1957) und dessen jüdischer Ehefrau Mathilde „Tilly“ Menkel (–1942) geboren. Er absolvierte nach dem Besuch des reformpädagogischen Landerziehungsheims Schule am Meer (von 1926 bis 1929) auf der Nordseeinsel Juist ein Studium der Philosophie, Musikwissenschaft und der Soziologie an der Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin und der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg sowie am Zeitungswissenschaftlichen Institut in Heidelberg.[1]

1933 emigrierte er nach Spanien, wo er sechs Jahre lang blieb und den dortigen Bürgerkrieg miterlebte. Dort baute er einen Informationsdienst für die Republikanische Regierung auf, u. a. mit Radiospiegeln über ausländische Hörfunksendungen. Durch den Sieg der Faschisten unter Franco musste er das Land verlassen. Von 1939 bis 1942, in den ersten Jahren des Zweiten Weltkriegs, lebte er in Frankreich bzw. in Vichy-Frankreich, bevor er 1942 vor den Nationalsozialisten in die Schweiz floh, wo er Flüchtlingsstatus erhielt. Ende der 1940er Jahre erhielt er Dauerasyl und 1959 wurde er in Brissago im Tessin eingebürgert.[2]

Nach dem Krieg war Rings bis 1965 als Autor und freier Journalist tätig, u. a. als Europakorrespondent der "Schweizer Illustrierten" mit ersten Reportagen über das Nachkriegsdeutschland. Von 1965 bis 1973 war Rings beim Schweizer Fernsehen als Autor, Regisseur und Produzent zeitgeschichtlicher Sendereihen tätig. Zugleich war er Autor zeitgeschichtlicher Erfolgsbücher, die in mehreren Auflagen und Übersetzungen erschienen sind. Sein Buch Schweiz im Krieg 1933-1945 zu einer gleichnamigen Dokumentarfilmreihe in 13 Teilen gilt als Standardwerk. Nach den Vorausstrahlungen der ersten Beiträge in 1970 begann die vollständige Wiedergabe der Dokumentarfilmreihe im Januar 1973. Werner Rings selbst sagte dazu: "Es war ein Versuch, die Schweizergeschichte der Jahre 1933 bis 1945 zu dokumentieren und zu fernsehgerechter Darstellung zu bringen."[3] Ebenso gilt Raubgold aus Deutschland – Die «Golddrehscheibe» Schweiz im Zweiten Weltkrieg als Standardwerk.

Rings war auch als Fotojournalist tätig. Er besass umfangreiches Bildmaterial zu Reportagen, die er zwischen 1946 und 1962 für die Illustriertenpresse verfasste. Darin thematisierte Rings vielfältige Entwicklungen in Technik, Kultur, Wirtschaft, Gesellschaft und Politik sowie ihre Auswirkungen auf das tägliche Leben des Einzelnen. Auch für seine Bücher und Dokumentarfilme (Advokaten des Feindes, Die Schweiz im Krieg u. a.) sammelte Rings entsprechendes Bildmaterial, darunter Aufnahmen zur Bedrohung der Schweiz, zum Nationalsozialismus, zum Zweiten Weltkrieg und zu weiteren zeitgeschichtlichen Themen.

Werke[2][Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Werner Rings: Die 5. Wand – das Fernsehen (1962).
  • Werner Rings: Advokaten des Feindes. Das Abenteuer der politischen Neutralität (1966).
  • Werner Rings: Schweiz im Krieg 1933-1945 (1974/1990).
  • Werner Rings: Kollaboration und Widerstand. Europa im Krieg 1939-1945 (1979).
  • Werner Rings: Raubgold aus Deutschland. Die «Golddrehscheibe» Schweiz im Zweiten Weltkrieg (1985) ISBN 3492039553.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Rings, Werner. In: Archiv für Zeitgeschichte, Eidgenössische Technische Hochschule Zürich. Auf: afz.ethz.ch, abgerufen am 2. April 2017.
  2. a b Rings, Werner. In: Archiv für Zeitgeschichte, Eidgenössische Technische Hochschule Zürich. Auf: afz.ethz.ch, abgerufen am 9. Juni 2017.
  3. Media Relations: SF Schweizer Fernsehen. Abgerufen am 9. Juni 2017.