Werner Romberg

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Werner Romberg

Werner Romberg (* 16. Mai 1909 in Berlin; † 5. Februar 2003 in Heidelberg) war ein deutscher Mathematiker und Physiker.

Romberg studierte ab 1928 Mathematik und Physik in Heidelberg und München und promovierte 1933 an der Münchener Universität bei Arnold Sommerfeld (Dissertation: Zur Polarisation des Kanalstrahllichtes). In München hörte er Mathematik unter anderem bei Oskar Perron und Constantin Carathéodory. 1933 zog er es vor als im Jargon der Nationalsozialisten „Halbjude“ in die Sowjetunion zu emigrieren und war 1934 bis 1937 als theoretischer Physiker an der Universität von Dnipro (damals Dnipropetrowsk). 1938 ging er über Prag (Institut für Astrophysik) nach Norwegen, wo er in Oslo Assistent von Egil Hylleraas wurde. Er arbeitete auch kurz an der Technischen Universität Trondheim (NTH) mit Johan Holtsmark (1894–1975), der dort einen Van-de-Graaff-Generator aufbaute. Bei der deutschen Besetzung Norwegens floh er nach Schweden (Uppsala). 1941 wurde er vom Deutschen Reich ausgebürgert, 1943 wurde sein Doktorgrad aberkannt.

Nach dem Krieg war er von 1949 bis 1968 Professor an der TH Trondheim (ab 1960 als Leiter der Abteilung Angewandte Mathematik). In Norwegen baute er eine Forschungsgruppe für Numerische Analysis auf und war an der Einführung von digitalen Computern beteiligt (so an der des ersten Computers GIER am NTH). Von 1968 bis 1977 war er Inhaber des Lehrstuhls für mathematische Methoden der Naturwissenschaften und Numerik an der Universität Heidelberg. Er behielt aber seine norwegische Staatsbürgerschaft.

Romberg lieferte Beiträge zur Numerik von Differentialgleichungen und der numerischen Integration, zum Beispiel das Rombergsche Extrapolationsverfahren 1955[1] (es gab dazu aber Vorgängerarbeiten wie von Karl Kommerell und die Bauingenieure Mario Salvadori und Melvin L. Baron)[2].

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Stefanie Harrecker: Degradierte Doktoren : die Aberkennung der Doktorwürde an der Ludwig-Maximilians-Universität München während der Zeit des Nationalsozialismus, München : Utz, 2007 ISBN 978-3-8316-0691-7. Kurzbio S. 346
  • Claude Brezinski, Some pioneers of extrapolation methods, in Adhemar Bultheel, Ronald Cools (Hrsg.), The birth of numerical analysis, World Scientific 2010, S. 10 (Biographie)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Romberg, Vereinfachte Numerische Integration, Kgl.Norske Vid. Selsk. Forsk., Band 28, 1955, S. 30–36
  2. Claude Brezinski, Some pioneers of extrapolation methods, in Adhemar Bultheel, Ronald Cools (Hrsg.), The birth of numerical analysis, World Scientific 2010