Werner Schinko

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Werner Schinko (2009)
Wandbild von Werner Schinko in Sietow

Werner Schinko (* 4. Oktober 1929 in Wurzelsdorf (Kořenov, Tschechoslowakei); † 5. Juli 2016 in Röbel/Müritz[1]) war ein deutscher Maler und Grafiker. In der DDR gehörte er zu den bedeutendsten Buchillustratoren.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Sohn eines Schneiders besuchte ab 1935 die Volksschule im böhmischen Wurzelsdorf. An der Staatsfachschule für Schmuckindustrie in Gablonz an der Neiße nahm er 1943 eine Lehre als Glasmaler auf. Im April 1945 wurde er zum Volkssturm eingezogen, kam jedoch nie zum Einsatz. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde er, wie die meisten Sudetendeutschen, aus der Tschechoslowakei ausgewiesen. 1946 wurde er nach Röbel/Müritz umgesiedelt und arbeitete zunächst als Hilfsarbeiter in einer Drechslerwerkstatt.

Werner Schinko studierte von 1950 bis 1955 an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee, wo Werner Klemke, Ernst Rudolf Vogenauer und Ernst Jadzewski zu seinen Lehrern gehörten. Als Diplomarbeit fertigte er eine Folge von Holzschnitten zu Fritz Reuters Verserzählung Kein Hüsung. 1955 kehrte er nach Röbel zurück und war von da an dort als freischaffender Grafiker tätig.

Seine Diplomarbeit brachte ihm die Mitgliedschaft im Verband Bildender Künstler der DDR ein. Er wurde Buchillustrator für den Hinstorff-Verlag und bearbeitete zwischen 1959 und 1989 mehr als einhundert Buchtitel, darunter 30 Bände mit niederdeutscher Literatur und zahlreiche Kinderbücher. 1962 übernahm Werner Schinko die Titelgestaltung der Zeitschrift Die Unterstufe und gestaltete bis 1996 über 300 Titelbilder der Zeitschrift.

Zwischen 1958 und 1987 war er auf den Kunstausstellungen der DDR (4. bis 10.) vertreten. Nach der Wende nahm er an mehreren Studienveranstaltungen in der Künstlerkolonie Worpswede teil. 1996 stellte er im Palais Rameau in Lille und in der Alten Börse in Amsterdam aus.

Die Fritz Reuter Gesellschaft, deren Ehrenbrief Werner Schinko erhielt, stellte 1997 bei der Auswertung ihrer Stasi-Akten (Feindobjekt „Zentrum“) fest, dass die Stasi 1988 vergeblich versucht hatte, Schinko gegen die Reuter-Gesellschaft „operativ zu nutzen“. Im Jahr 2004, zu Schinkos 75. Geburtstag, dankte die Gesellschaft ihm ausdrücklich für „seine aufrechte und klare Haltung gegenüber dem Ministerium für Staatssicherheit der DDR“. In ihrem Mitteilungsblatt war zu lesen: „Den Versuch des Ministeriums, ihn als Informanten ’zur Aufklärung von Verflechtungsbeziehungen zur Feindobjektakte Zentrum’ (gemeint ist die FRG) zu gewinnen, ließ er scheitern.“ In den Stasi-Unterlagen zur Fritz Reuter Gesellschaft sei dokumentiert: „Der Kontakt zur Person Sch. [Schinko] Röbel konnte nicht positiv gestaltet werden. Sch. [Schinko] lehnt eine Zusammenarbeit ab.“[2]

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wandbild in Röbel

Buchillustrationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schinko illustrierte unter anderem:

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Werner Schinko: „Bilder des Nordens“. Mit 240 Abbildungen und Texten von Raimund Hoffmann und Werner Schinko. Ed. Morizaner, Waren 2011, ISBN 978-3-941803-03-9.
  • Werner Schinko: „Mecklenburg ist meine Heimat geworden“. Der Maler und Grafiker Werner Schinko lebt seit mehr als 60 Jahren in Röbel an der Müritz. In: Nordkurier. 27. April 2009, S. 25.

Ausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • "Gezeichnetes Leben - Malerei und Grafik von Werner Schinko", anlässlich seines 80. Geburtstages im Jahr 2009 im "Schleswig-Holstein-Haus" in Schwerin und anschließend in der Kunstsammlung Neubrandenburg

Briefe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 93 Briefe und Karten Werner Schinko an Hans-Joachim Griephan 8. März 1986 bis 17. November 2007 [3]
  • 35 Briefe und Karten Hans-Joachim Griephan an Werner Schinko 19. Februar 1986 bis 17. Februar 1992[4]
  • Werner Schinko an Helmut de Voss 11. April 1986 und Oktober 1992[5]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Werner Schinko – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Werner Schinko ist tot. Norddeutscher Rundfunk, 6. Juli 2016, abgerufen am 6. Juli 2016.
  2. Mitteilungen der Fritz Reuter Gesellschaft, Neubrandenburg, November 2004, Nr. 62, S. 7.
  3. Fritz Reuter Literaturarchiv Berlin
  4. Fritz Reuter Literaturarchiv Berlin
  5. Fritz Reuter Literaturarchiv Berlin