Werner Wirsing

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Bungalows im Olympischen Dorf (1972)
München, Maxvorstadt, Heßstraße 82 (1952–54)
Innenhof der Wohnheimsiedlung Maßmannplatz (ab 1948)

Werner Wirsing (* 4. März 1919 in Gemünden am Main; † 29. Juli 2017[1] in München[2]) war ein deutscher Architekt und Hochschullehrer.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Abitur am Wilhelmsgymnasium München[3] wurde Wirsing 1937 als 18-Jähriger zunächst zum Reichsarbeitsdienst, im Anschluss daran in die Wehrmacht einberufen. Im Zweiten Weltkrieg kämpfte er als Soldat an der Front. Nach Kriegsende nahm er 1946 an der Technischen Hochschule München ein Studium der Architektur auf, das er 1949 abschloss. Schon während des Studiums baute er sich mit Grete Wirsing eine berufliche Karriere als freischaffender Architekt auf. Von 1949 bis 1954 war er Leiter des Baubüros des Bayerischen Jugendsozialwerkes. Ab 1955 führte er ein eigenes Architekturbüro in München. Zudem war er von 1968 bis 1976 Gesellschafter der Plan GmbH, Gesellschaft für Umweltplanung.

Zu seinen bedeutendsten Bauten zählen der ab 1948 entstandene und inzwischen unter Denkmalschutz stehende Komplex der Wohnheimsiedlung Maßmannplatz in München, die Pfarrkirche Menschwerdung Christi in Nürnberg-Langwasser sowie das Studentenviertel Oberwiesenfeld, das im Zusammenhang mit dem Bau der Athletenunterkünfte für die Olympischen Sommerspiele 1972 in München entstand. Wirsing war von 1966 bis 1968 Vorsitzender des Ausschusses für das Erscheinungsbild der Olympischen Spiele 1972.

1967 folgte Wirsing einem Ruf als ordentlicher Dozent an die Hochschule für Gestaltung in Ulm, wo er bis 1970 lehrte; dort war er 1968/69 Leiter der Abteilung industrialisiertes Bauen. Von 1974 bis 1978 war er Lehrbeauftragter für Konstruktion und Raum an der Akademie der Bildenden Künste München und wechselte im Anschluss bis zu seiner Pensionierung 1984 als Lehrbeauftragter an die Fachhochschule München; 1991 erfolgte die Ernennung zum Honorarprofessor. Er war zudem als Gutachter und Preisrichter tätig.

1952 wurde er Mitglied und war von 1965 bis 1969 Vorsitzender im Deutschen Werkbund Bayern. Von 1975 bis 1979 war er Mitglied des Vorstandes der Bayerischen Architektenkammer und deren Vorsitzender des Landeswettbewerbsausschusses (1979–1981) und Vorsitzender des Ausschusses für Berufsordnung (1991–1995). Er war Mitglied der Kommission für Stadtgestaltung in München (1970–1976 und 1980–1986). Seit 1958 war Wirsing Mitglied des BDA Bayern, dessen Kreisverbandsvorsitzender (1974–1978) und Landesverbandsvorsitzender (1978–1982).

Er war von 1975 bis 1993 Mitglied der Akademie der Künste, Berlin (West), Sektion Baukunst, seit 1993 Mitglied der Akademie der Künste Berlin, Berlin, Sektion Baukunst. Von 1984 bis 1986 war Wirsing stellvertretender Direktor der Sektion Baukunst und von 1986 bis 1989 Direktor der Sektion Baukunst der Akademie der Künste, Berlin (West).[4]

Auszeichnungen und Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauten und Entwürfe (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • mit Oskar Splett: Jugendbauten unserer Zeit. Hermann Rinn, München 1953.
  • Neues Bauen in Deutschland. München 1953.
  • mit Hans Heigert: Stätten der Jugend. Ein Bericht, die Gestaltung des Bildteils besorgte Werner Wirsing. Juventa, München 1958 DNB 451901371.
  • mit Gerda Gollwitzer: Dachgärten und Dachterrassen. Callwey, München 1962 DNB 451612973
  • mit Helmut Kimmerle, Werner Wirsing: Studentenwohnheime 1960–1963. Deutsches Studentenwerk, Bonn 1963, DNB 9223668. (113 Seiten, Illustrationen, Pläne, 31 cm).
  • mit Gerda Gollwitzer: Dachflächen, bewohnt, belebt, bepflanzt. Callwey, München 1972, ISBN 3-7667-0211-4.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Werner Wirsing – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gedenkseite von Werner Wirsing. Abgerufen am 2. August 2017 (deutsch).
  2. Gottfried Knapp: Der Erfinder des Wohnwürfels ist tot. In: sueddeutsche.de. 2. August 2017, ISSN 0174-4917 (sueddeutsche.de [abgerufen am 20. August 2017]).
  3. Jahresbericht über das Wilhelms-Gymnasium in München. ZDB-ID 12448436, 1936/37
  4. Baukunst – Mitglieder: Werner Wirsing, Akademie der Künste Berlin, abgerufen am 3. August 2017
  5. http://www.nak-architekten.de/projekte/WBW_FFE_Erlangen/
  6. http://www.baunetzwissen.de/objektartikel/Brandschutz-Generalsanierung-der-Mensa-Oberwiesenfeld-in-Muenchen_4045939.html