Wernrode

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Wernrode
Stadt und Landgemeinde Bleicherode
Wappen von Wernrode
Koordinaten: 51° 24′ N, 10° 44′ OKoordinaten: 51° 24′ 7″ N, 10° 44′ 14″ O
Höhe: 270 m ü. NN
Fläche: 5,24 km²
Einwohner: 220 (14. Jul. 2022)
Bevölkerungsdichte: 42 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Februar 1974
Eingemeindet nach: Wolkramshausen
Postleitzahl: 99752
Vorwahl: 036334
Karte
Lage des Ortsteils Wernrode in der Landgemeinde Stadt Bleicherode
Wernrode mit Renaissance Schloss und Berg Feuerkuppe
Blick auf den Zengenberg
Blick vom Schloss auf die Kirche Wernrode und die Friedenseiche
Schloss Wernrode
Schild am Eingang des Spielplatzes
Spielplatz Wernrode „Kleine Uhu´s“ hinter dem Dorfgemeinschaftshaus
150-jährige Friedenseiche mit dem Sühnekreuz

Wernrode ist seit 1. Januar 2019 ein Ortsteil der Landgemeinde Stadt Bleicherode im Landkreis Nordhausen. Diese ist mit über 10.000 Einwohnern die größte Landgemeinde im Freistaat Thüringen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsteil Wernrode liegt zwischen Harz und Hainleite südlich des Tals der Wipper bei Wolkramshausen und Kleinfurra. Er befindet sich zwischen der Stadt Bleicherode mit den Bleicheröder Bergen und der Stadt Sondershausen mit der Windleite am nördlichen Bergrücken der Hainleite unterhalb der Feuerkuppe nahe der Burg Straußberg. Durch das Dorf fließt der Wernröder Bach, der bei Kleinfurra in die Wipper mündet.

Nachbarorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bleicherode 17 km
Nohra 6 km
Wolkramshausen 3 km Kleinfurra 4 km
Rüxleben 3 km
Burgruine Zengenberg 2 km
Wallburg Wöbelsburg 3 km
Hainrode 4 km
Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Sondershausen 12 km
Großfurra 6 km
Hopperode Wüstung 1 km
Burgruine Kirchberg 1 km
Kleinberndten 7 km
Immenrode 6 km Straußberg 2 km

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wernrode zählt zu den frühgenannten Orten der Südharz-Region und lag im Wippergau.

Frühgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf den zu Wernrode gehörenden Flurstücken dem Rauchenberg und dem Sargberg sind erste Besiedlungen in der Spätbronze- und Früheisenzeit belegt. Die Keramikfunde legen eine Besiedlung in der jüngsten Urnenfelderzeit (Ha B3) um 880 – 800 v. Chr. sowie einen Siedlungsschwerpunkt in der späten Hallstattzeit (Ha D) um 620 – 450 v. Chr. bis frühen Latènezeit (LA) um 450 – 250 v. Chr. nahe.

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für 802 bis 817 weist Wolfgang Kahl in seinem Buch die urkundliche Ersterwähnung von Wernroda nach.[1] In Wernroda befand sich ein hochmittelalterlicher Herrensitz, der heute als Hochmotte im Schlosspark erkennbar ist. Der Grunddurchmesser der Hochmotte ist etwa 22 m, die Höhe 1,5 m und der obere Durchmesser 9 m. Im Süden ist ein flacher Graben von 18 m Breite zur Sicherung dieser Anlage zu erkennen.

Auf dem östlichen Teil des Zengenberges, einem Berg am Nordrand der Hainleite westlich von Wernrode, befand sich ab dem 11. Jahrhundert die Zengenburg, zur Sicherung des Ortes und von Wolkramshausen. Außerdem kontrollierte und sicherte man mit der Befestigung den Handelsweg über die Hainleite. Die Hochfläche der Burg ist noch durch einen zwei Meter breiten Wall mit Graben zu erkennen.

Südwestlich des Dorfes befindet sich die Ruine der Alten Burg und der Alten Kirche auf der im 12. und 13. Jahrhundert die Grafen von Kirchberg lebten.[2]

Im Dorf gibt es ein Schloss (unter Denkmalschutz) aus dem 12. Jahrhundert, einer früheren Wasserburg.

Am 31. August 1271 wurden Reinhardus, Lippoldus, Wernerus et Condradus de Werenrad in der Walkenrieder Urkunde Nr. 409 genannt.

Am 27. Januar 1278 wurde Ritter Alexander de Werenrode, als einer von fünf Zeugen, für eine Aussage von Heinrich Graf von Honstein in einer Walkenrieder Urkunde Nr. 448 aufgelistet.

Am 20. März 1282 wurden der Ritter Alexander de Werinrode und Gosmarus de Kirchberg als Zeugen einer Überlassungsurkunde (Walkenrieder Urkunde Nr. 467) von Heinrich II, Graf von Honstein an das Kloster Walkenried benannt.

Am 2. Februar 1287 wurden die Gebrüder Friedrich und Heinrich de Werenrode als Zeugen einer Leihurkunde (Walkenrieder Urkunde Nr. 497) des Grafen Gozmarus de Kirchberg an das Kloster Walkenried aufgeführt.

Neun Urkunden (Nr. 689f., 692ff., 700, 702f. und 718) des Klosters Walkenried dokumentieren in den Jahren 1296/97 den Fall, bei dem der Adlige Alexander von Wernrode Abt Hermann von Walkenried für die Tötung seines Sohnes durch einen Walkenrieder Konversen vor dem Gericht des Grafen von Honstein zur Verantwortung zog. Das Gericht verurteilte Abt und Konvent zur Zahlung einer Buße für den Totschlag. Im Sommer des Jahres 1296 legte der Abt Revision ein. Das sächsische Landfriedensgericht reinigte den Abt von dem Vorwurf, an dem Totschlag mitschuldig zu sein. Die päpstliche Kurie Papst Bonifatius VIII. beauftragte im März und April 1297 den Dekan von Heiligenstadt, den Streit zwischen dem Kloster Walkenried und Alexander von Wernrode zu schlichten. Der vom Mainzer Erzbischof mit der Angelegenheit betraute Kantor der Heiligenstädter Kirche führte einen Vergleich zwischen den Streitparteien herbei.[3]

Die kleine Saalkirche wurde Anfang des 14. Jahrhunderts aus Bruchsteinen gebaut.

Frühe Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die evangelische Glaube wurde am 27. März 1556 auf einer Synode in Walkenried für die Grafschaft Hohnstein eingeführt. Damit galt die Augsburgische Konfession als Glaubensnorm für die Untertanen.

1573 wurden zwei Herren von Schiedung auf Burg und Gut genannt.[4] Seit 1603 wohnte in dem umgebauten Renaissanceschloss die evangelische Familie von Jagemann. Johann von Jagemann war Braunschweigischer Kanzler.[5] Ab 1661 lebten dort die Familie von Hagen und seit 1720 die Familie von Bila.

19. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dorfkirche

Um 1800 wurde das Schloss erweitert und ab 1855 bewohnte es die Familie von Klatte. Im 19. Jahrhundert wechselten mehrere Besitzer. Neben dem Schloss und einem Gutshaus gibt es teilweise erhaltene, auch renovierte Wirtschaftsgebäude (ebenfalls unter Denkmalschutz) mit umliegenden Ställen und Scheunen. Das Dorf hat bis dahin einen typischen Gutsdorfcharakter, mit einem Försterhaus neben der Kirche, einer Schmiede, einer Mühle, Obstplantagen und 13 kleinen Häusern (Katen). Gottfried Gaßmann pachtete 1836 den Freihof und kaufte diesen 1842.

Am 17. August 1869 eröffnete die Bahnstrecke Wolkramshausen–Erfurt mit den Bahnhöfen Kleinfurra und Wolkramshausen.

Die Wernröder Friedenseiche wurde nach dem Deutsch-Französischen Krieg 1871 auf dem Domplatz des preußischen Gutbezirkes des Ortes durch Einwohner gepflanzt. Die Eiche verkörpert den Willen der Bürger nach Frieden, denn Kriege bringen nur Leid, Not, Elend und Verderben. Sie ist seit 1988 ein Naturdenkmal.

20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Anfang des 20. Jahrhunderts wurde das Schloss nochmals umgebaut und erweitert.

Eine durch die Kalibohrgesellschaft Robertshall niedergebrachte Tiefbohrung im Jahr 1900 südlich von Wernrode erreichte bei 689,7 Metern ein 67,5 Meter mächtiges Steinsalzlager.

1905 begann der Kalibergbau im benachbarten Ludwigshall und Immenrode-Straußberg und endete 1925. Eine 1,6 km lange Drahtseilschwebebahn, an der Loren befördert wurden, lag zwischen beiden Orten von 1908 bis 1956.[6]

1913 erfolgte der Anschluss des Dorfes an das öffentliche Stromnetz.

Nach der Wirtschaftskrise 1929 wurden 1930 12 Siedler und Kleinbauern „aufgesiedelt“.

Ein Kriegerdenkmal wurde 1934 auf dem Kirchhof errichtet zur Erinnerung an die neun Gefallenen und Vermissten des Ersten Weltkrieges.

In Wolkramshausen (Ludwigshall und Immenrode) entstand 1935 eine Heeresmunitionsanstalt „Muna“, bei der 1939 2000 Personen beschäftigt waren. Eine Explosion unter Tage tötete am 29. Juli 1942 145 Menschen,[7] darunter einen Einwohner von Wernrode, Hermann Krelle, geb. 21. Juni 1887. Er starb, wie viele Opfer, an einem Lungenriss. Alfred Heine konnte sich aus 678 Meter Tiefe selbst retten.

Von 1942 bis 1945 befand sich an der Straße zwischen Kleinfurra und Straußberg, südlichen am Rasenweg (heute ein Teil der Putenmastanlage), ein Barackenkomplex mit Unterkünften und unterkellerter Küchenbaracke – ein Zwangsarbeiterlager mit 450 Franzosen, Belgiern, Flamen sowie russischen Kriegsgefangenen für die Heeresmunitionsanstalt.[8]

Im Zweiten Weltkrieg musste die kleine Gemeinde 18 Kriegsgefallene beklagen. Ab dem 11. April 1945 bezogen amerikanische Soldaten des V. US-Korps/ 2. US-Infanteriedivision die Schule als Quartier. Mit dem Besatzungswechsel der Siegermächte ab dem 3. Juli 1945 nutzen sowjetische Soldaten die Schule als Nachtquartier.

Im Herbst 1945 wurden Arbeitskräfte der Schachtbaufirma Gebhardt & Koenig (G&K) mit Ortskenntnis im Kalibergwerk Ludwigshall dienstverpflichtet. Aus Wernrode waren es der Fördermaschinist Hermann Probst, die Hauer Paul Koch und Oskar Karthäuser, sowie Horst Gust. Unter Aufsicht eines russischen Kommandanten, mussten die Einwohner von Wernrode die übrige Kriegsmunition aus der Heeresmunitionsanstalt Ludwigshall in das Kirchtal transportieren. Die Räumung war erst 1950 beendet. Die Detonationen der Sprengung erschütterten die Häuser des Dorfes und richteten Schäden an. Die Munition wurde, durch die heftigen Sprengungen, kilometerweit im Kirchtal verteilt. Durch Selbstentzündung kam es zu Waldbränden: 1949 am Mittelberg, 1952 und 1957 an der Alten Burg, sowie 1955 im Kirchtal.

Der Augenzeuge, die Kino-Wochenschau in der sowjetischen Besatzungszone (SBZ), berichtete im Jahr 1953 der Ausgabe 23 in einem schwarz-weiß DEFA-Dokumentarfilm mit der Titelnummer 6 „Genossenschaftsbauern treiben Sport, Wernrode/Harz“.[9]

Ab 1964 begann die Hauswasserversorgung des Dorfes. Bis zu dieser Zeit hatte jedes Grundstück einen pumpenbetriebenen Brunnen.

Am Sprengplatz im Kirchtal arbeiteten 1965 mehrere Einwohner. Überalterte Munition der NVA sowie alte Fliegerbomben wurden vernichtet. Heute befindet sich dort die Firma Tauber Delaborierung GmbH.

Wernrode war seit 1974 ein Ortsteil der Gemeinde Wolkramshausen und wurde am 1. Januar 2019 in die Stadt Bleicherode eingemeindet.

Zwischen dem Schloss und der Kirche befindet sich ein großes, markantes Sühnekreuz auf einer Rasenfläche der Friedenseiche. Das Steinkreuz stand bis 1925 vor dem Grundstück Nr. 8 an der Straße zum Straußberg. Dann wurde es, beim Brückenbau, als Baumaterial verwendet. Eberhard Knappe aus Wernrode hatte es 1975, etwa 1300 m östlich des Ortes, aus 0,75 m Tiefe geborgen und sichergestellt.[10]

Der Ortsname Wernrode wurde im deutschen Kriminalfilm Polizeiruf 110: In Maske und Kostüm (Episode 53) aus dem Jahr 1978 verwendet. Als Drehort der Bahnhofszenen diente die Station in Drei Annen Hohne.

Das Gutshaus wurde seit 1949 bis 1989 als Konsum, Kindertagesstätte, Büro des Bürgermeisters, als Arztpraxis und als KinderferienlagerGladys Marín“ der Handelsorganisation HO genutzt.

21. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2015 ist die Ortschaft an das Erdgasnetz angeschlossen.

Zum Kindertag am 1. Juni 2020 wurde der Spielplatz „kleine Uhu´s“ Wernrode, hinter dem Dorfgemeinschaftshaus, fertiggestellt.

Ein Internet Breitbandnetz bis VDSL2 100.000 kbit/s steht seit November 2022 und eine Basisstation für den Mobilfunkstandard LTE+ (4G) sowie 5G seit September 2023 zur Verfügung.

Ortsbürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebäude der Alten Schule (bis 1968) ist heute das Büro des Ortschaftsbürgermeisters und Dorfgemeinschaftshaus.
Jahr Liste der Ortsbürgermeister
1737 Nicolaus Koch
1810 G. Koch[11]
1839–1856 Georg Koch, mit Ortsteil Hopperode. Er erhielt das Allgemeine Ehrenzeichen vom König Friedrich Wilhelm IV.[12]
1877–1914 Karl Gaßmann
1928–1933 Otto Schneider
1933–1935 Erich Schattke
1936–1945 Herr Riemann
1945–1953 Otto Schneider († 1954)
1953–1956 Fritz Fischer
1956 Karl Sandmann
1956–1962 Klaus Balzer
1962 Willy Beyer (zwischenzeitlich)
1962–1972 Günter Schirmer (geb. 9. Juli 1933; gest. 1. September 2017 in Wernrode)
1972–1989 Adalbert Thiel (Bürgermeister von Wolkramshausen mit Ortsteil Wernrode) (geb. 30. Juli 1934; gest. 2. November 2016 in Braunsbedra)
1989–1994 Bernd Gaßmann (Bürgermeister von Wolkramshausen mit Ortsteil Wernrode)
1994–2016 Wolfgang Morgenstern (Bürgermeister von Wolkramshausen mit Ortsteil Wernrode)
2016–2019 Daniel Braun (Bürgermeister von Wolkramshausen mit Ortsteil Wernrode)
2019–heute Heiko Karthäuser (Ortschaftsbürgermeister)

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der schwarz eingerahmte Wappenschild mit halbkreisförmig abgerundeter Spitze, auch als Spanischer Schild bezeichnet, die einem U ähnelt, ermöglicht eine besonders gute Raumaufteilung bei der Gestaltung.

Ortswappen Wernrode
Ortswappen Wernrode

In dunkelgrünen Großbuchstaben, auf hellgelben Hintergrund, schwarz eingerahmt, erscheint der Ortsname WERNRODE.

Die hellgrüne Farbe, im mittleren Teil, symbolisiert die Wälder der umliegenden Hainleite. Durch eine weiße wellenförmige Linie abgegrenzt ist der untere Teil orange eingefärbt. Die Farbe Orange steht für die Fröhlichkeit, die Kreativität und das Miteinander der Einwohner. Die zwei gekreuzten schwarzen Beile symbolisieren Macht und Würde. Diese deuten auf die Entstehung des Ortes als Rodungssiedlung um das Jahr 800 hin. Ein silbergrauer stehender Uhu, in einer leicht nach heraldisch rechtsgekehrter Haltung, mit spitzen Ohren seitlich abgespreizt, befindet sich im Zentrum. Als Könige der Nacht bezeichnet, steht der Uhu als Symbol für Weisheit, Schutz und Treue. Die grünen Eichenzweige bedecken den rundförmigen Wappenboden und symbolisieren die Wernröder Friedenseiche von 1871 für den Willen der Bürger nach Frieden.

Die Einwohner von Wernrode erhielten von den Nachbarorten den Spitznamen Uhus.[13]

Hexadezimaler Farbcode Farbe und Verwendung
#667B2C dunkelgrüne Großbuchstaben Ortsname WERNRODE
#FDD805 hellgelber Hintergrund des Schriftzuges
#86B207 hellgrün, oberer Teilbereich
#FEB405 orange, unterer Teilbereich
#D3D3D3 silbergrauer Uhu
#FFFFFF weiße wellenförmige Linie
#000000 schwarze Beile und Rahmen

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kinder des Ortes besuchen die Kita „Märchenland“ in Wolkramshausen, die Kindertagesstätte „Wipperpiraten“ in Kleinfurra oder die Kita „Zwergenstübchen“ in Nohra. Mit dem Bus fahren die Grundschüler zur Staatlichen Grundschule nach Nohra, die Haupt- und Realschüler zur Staatlichen Regelschule „Hainleite“ nach Wolkramshausen und die Gymnasiasten zum Staatlichen Gymnasium „Friedrich-Schiller“ nach Bleicherode.

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Förderverein des Feuerwehrwesens Wernrode e. V.
  • Jagdgenossenschaft Wolkramshausen/Wernrode
  • Wernröder Männerchor bis 1968 unter der Leitung von Werner Schroeter

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hochmotte – künstlich angelegter Erdhügel im Schlosspark

Traditionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Januar/ Februar[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Dorfgemeinschaftshaus findet zu Faschingszeit eine Veranstaltung mit Programm des Wollersleber Carneval Clubs e.V. statt. Viele Wernröder und auswärtige Gäste verkleiden sich mit sehr ausgefallenen und fantasievollen Kostümen, in ausgelassener Stimmung bei Tanz mit DJ und Karnevalsprogramm.

April[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Kohlenschlagen, seit 1940 erwähnt am Karfreitag, werden alle teilnehmenden Männer in zwei Mannschaften aufgeteilt. Diese ziehen mit Gesang und Schlacht rufen „Gut Holz“ und „Gut Schlag“ durch Wald und Flur. Am Ende wird die Siegermannschaft und anschließend der Kohlenmeister im Weitschlag-Einzelwettbewerb ermittelt.

Zum Osterfeuer am Schafstall zum Karsamstag übernimmt der Feuerwehrverein die Absicherung sowie die Versorgung der Gäste.

August/ September[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2008 findet das Eichenfest in Wernrode Ende August/ Anfang September an der Wernröder Friedenseiche statt. Am Freitag wird die Friedenseiche mit Lichterketten geschmückt. Wernröder und Gäste versammeln sich am Samstag Nachmittag zum Gottesdienst unter der Dorfeiche.

Oktober[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Kirmes wird am Donnerstag der Saal des Dorfgemeinschaftshauses und der Kirmeswagen geschmückt. Am Freitagabend findet die Männerkirmes bei Gesang der Burschenlieder statt. Am Samstagmorgen in aller Frühe treffen sie die Männer des Dorfes an der Wernröder Mühle zum wickeln des Erbesbären mit Ebsenstroh. Danach beginnt der Umzug durch das Dorf. Am Nachmittag feiern die Kinder die Kinderkirmes. Am Abend treffen sich die Erwachsenen und Gäste, aus den umliegenden Ortschaften, im Dorfgemeinschaftshaus zum Kirmestanz. Um 23 Uhr beginnt die Kirmespredigt mit Grabrede.

Zu Halloween am 31. Oktober treffen sich die als Gespenster verkleiden Kinder am Nachmittag im Dorfgemeinschaftshaus. Wenn es dunkel wird, laufen die Kleinen durch das Dorf von Haus zu Haus und fordern die Bewohner auf, mit dem Spruch „Süßes, sonst gibt’s Saures“, ihnen Süßigkeiten zu geben, weil sie ihnen sonst Streiche spielen.

November[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Volkstrauertag, der zwei Sonntage vor dem ersten Adventssonntag begangen wird, erfolgt eine Kranzniederlegung am Kriegerdenkmal.

Am Geburtstag von Martin Luther, dem 10. November, versammeln sich die Kinder des Dorfes mit selbst gebastelten Lampions am Feuerwehrhaus, neben dem Dorfgemeinschaftshaus zum Martinisingen. Sie ziehen, das Lied „Ich geh’ mit meiner Laterne“ singend, durch das Dorf.

Dezember[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Anglühen am 1. Advent treffen sich seit 2010 die Dorfbewohner am Pavillon neben dem Schafstall oder an der Friedenseiche, um mit Glühwein, Kinderpunsch und Thüringer Rostbratwurst gemeinsam die Adventszeit zu beginnen.

Seit 2008 wird das Friedenslicht zum Weihnachtsfest in Nordhausen an die Jugendfeuerwehren des Landkreises durch den Landrat und des Bergrettungsdienstes übergeben. Die Feuerwehr Wernrode bringt das Friedenslicht zur Kirche Wernrode, wo es über die Weihnachtszeit leuchtet.

Zum Weihnachtsgottesdienst, in der festlich geschmückten Kirche, begrüßen die Jäger und der Uhugraph die Gäste im Kirchhof mit Glühwein aus dem großen Kesseltopf und Kinderpusch. Anschließend bringen die Kinder das Friedenslicht in die Kirche, begleitet durch Trompetenklänge aus dem Glockenturm. Die Jüngsten erzählen die Weihnachtsgeschichte im Krippenspiel. Vom Gemeindekirchenrat werden besinnliche Worte gesprochen und zum Abschluss singen alle das Lied „Stille Nacht, heilige Nacht“, bevor die Bescherung in den heimischen Stuben stattfindet. Einige entzünden am Friedenslicht ihre Kerzen, um den Weihnachtsfrieden in jedes Haus zu bringen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anna Magdalena Francke, geb. von Wurmb (1670–1734)

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Jahr Einwohner Anmerkung
1648 Ende des Dreißigjährigen Krieges war die Grafschaft Hohnstein von Schweden besetzt
1649 preußische Landesregierung für die Grafschaft Hohenstein bis 1714
1714 Teil der preußischen Provinz Sachsen
1790 150 27 Häuser
1808 186 nach dem dritten Napoleonischer Krieg
1812 141 29 Häuser
1837 194 28 Häuser, 38 Ställe, 1 Wassermühle
1871 224 33 Häuser, 51 Familien, 109 männlich, 115 weiblich, 135 ortsgebürtige, Volkszählung vom 1. Dezember 1871, Gründung Deutsches Kaiserreich
1905 276 Volkszählung vom 1. Dezember 1905
1907 316 Kalibergbau Ludwigshall und Immenrode-Straußberg
1929 345 Gasthof und Fleischerei: Heinrich Müller, Bäckerei: Karl Hinze, Gemischtwaren: Karl Junge, Schmiede: Karl Brückner, Stellmacherei: Hermann Kalberlah, Zimmerei: Karl Koch
1933 345 9 Kriegsgefallene im 1. Weltkrieg, 1930 Aufsiedlung des Gutes an 12 Siedler und Kleinbauern
1935 345 Einwohnerbuch Kreis Grafschaft Hohenstein, Vorbereitungen für eine Munitionsanstalt der stillgelegten Schachtanlage Ludwigshall
1945 518 18 Kriegsgefallene im 2. Weltkrieg, Flucht und Umsiedlung, starker Zuwachs der Einwohnerzahl
1984 256 neue Einfamilienhäuser: 1950 Rasenweg, 1951 Mittelweg, 1978 Wettau
1995 283 neue Einfamilienhäuser: 1987 Rasenweg, 1993/4 Mittelweg, Teichstraße, 1994 bis 2000 neue Wohnsiedlung Wettau und Am Waldrand mit 24 Häusern
2021 220 neue Einfamilienhäuser: 2018 Wettau, 2019 Wernröder Hauptstraße (früher Mittelweg), 2020 Am Waldrand, 2021 Wernröder Hauptstraße (Freihof)
2022 220 neue Einfamilienhäuser: 2022 Zur Alten Schmiede, 220 Einwohner (109 männlich und 111 weiblich)

Alte Flurnamen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diese alten Flurnamen wurden von Bewohnern geprägt und im örtlichen Sprachgebrauch weitergegeben. Die Flurstücke befinden sich nördlich unterhalb des Berges.

Berg der Hainleite Flurnamen von Wernrode[21]
Sargberg Die hinterste Hufe, Hopperoder Garten, Hopperoder Wald, Hinter Hopperode, Unter Hopperode
Feuerkuppe Die mittlerste Hufe, Feuerkuppenfleck, Die vorderste Hufe
Gemeindeberg Schlufterfleck, In den Bothreisern, Rosinenköpfchen, Am Vogelherd, Der mittelster Strang, Das Bachfeld, Weinberg, Aderholds Plan, Am Waldrand, Rasenweg, Wettau, Am Schlammgraben, In der Misten
Rauchenberg Klappenfeld, Bettelmannsfleck, Krautfleck, Junkersteich
Kirchberg Kirchtal, Helbefleck
Zengenberg Kanters Handtuch, Gänseloch, drei Buchen, die Kölle, Hainröder Trift, Hetzebiel
Teilberg Breiter Rasen (Panzerwiese)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dolle, Josef; Baumann, Walter (Hrsg.): Urkundenbuch des Klosters Walkenried. Bd. 1: Von den Anfängen bis 1300. Hannover 2002. ISBN 3-7752-6010-2
  • Werner Schroeter und Eva Schroeter: Chronik von Wernrode (niedergeschrieben 1955–1969, fortgesetzt 1995, unveröffentlicht)
  • Ulrich Mallis: Die Gesamtgeschichte des Schachtes „Ludwigshall“ Wolkramshausen mit der Sprengstoffkatastrophe im Jahre 1942 mit 145 Todesopfern. Nordhausen, Verlag Steffen Iffland, 2020. ISBN 978-3-939357-40-7

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Wernrode – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Wernrode – Reiseführer

Blick vom Ort Wernrode (Landkreis Nordhausen, Thüringen) auf den Wurmberg (links, mit 971,2 m ü. NHN der zweithöchste Berg des Mittelgebirges Harz und der höchste Berg Niedersachsens) und den Brocken (rechts, 1141,2 m ü. NHN der höchste Berg im Mittelgebirge Harz, in Sachsen-Anhalt und in ganz Norddeutschland)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wolfgang Kahl: Ersterwähnung Thüringer Städte und Dörfer. Ein Handbuch. Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza, 2010, ISBN 978-3-86777-202-0, S. 311.
  2. Michael Köhler: Thüringer Burgen und befestigte vor- und frühgeschichtliche Wohnplätze. Jenzig-Verlag, 2001, ISBN 3-910141-43-9, S. 273 und 279.
  3. Publikationen Prof. em. Dr. Dr. hc. Karl Kroeschell 313. Eine Totschlagsühne vor 700 Jahren. hrsg. v. CHR. REINLE u. ST. ESDERS (2007) S. 121–139. Abgerufen am 18. Juli 2021.
  4. Die adeliche Familie von Schiedungen, Der deutsche Herold 1874, S. 43. Abgerufen am 30. Januar 2022.
  5. Johann von Jagemann, Braunschweigischer Kanzler. Abgerufen am 18. Juli 2021.
  6. Bilder und Beschreibung der ehemaligen Kali-Schachtanlage Wolkramshausen (Ludwigshall und Immenrode). Abgerufen am 28. Mai 2021.
  7. Frank Baranowski: Heeresmuna Wolkramshausen (Schächte Ludwigshall und Immenrode). Abgerufen am 28. Mai 2021.
  8. Geoproxy Thüringen, historische Luftbilder von Wernrode im Jahr 1944. Abgerufen am 18. April 2021.
  9. Progress: DEFA-Wochenschau „Der Augenzeuge“ 1953/23. Abgerufen am 20. Februar 2024.
  10. Jost Häffner: Das Sühnekreuz von Wernrode. Abgerufen am 18. Januar 2022.
  11. Le Moniteur Westphalien vom 9. November 1810, S. 665. Abgerufen am 7. März 2022.
  12. Amtsblatt der königlichen Regierung zu Erfurt Jahrgang 1856, S. 139, siehe auch Königlich Preußischer Staats-Anzeiger Seite 853 vom 11. Mai 1856. Abgerufen am 28. Januar 2022.
  13. Spitzname der Einwohner. Abgerufen am 6. Januar 2022.
  14. Deutsche Biographie, Anna Magdalena Francke. Abgerufen am 27. Februar 2023.
  15. Digitale Sammlungen Franckesche Stiftung, Anna Magdalena Francke. Abgerufen am 27. Februar 2023.
  16. Alwin Gerhard Werner Schroeter, Ortschronist und Lehrer in der Grundschule Wernrode. Abgerufen am 6. Januar 2023.
  17. Autorengruppe unter Leitung von Hans-Jürgen Grönke. Klaus-Jörg Barthel: Nordhäuser Persönlichkeiten aus elf Jahrhunderten, Verlag Horb am Neckar: Geiger, 2009, ISBN 978-3-86595-336-0, S. 293
  18. Wijnand Janssens, Künstler und Maler. Abgerufen am 23. Februar 2023.
  19. Wijnand Janssens gestorben. Abgerufen am 23. Februar 2023.
  20. Eva Gerda Schroeter, Grundschullehrerin und Ehrenbürgerin der Gemeinde Wolkramshausen. Abgerufen am 21. Februar 2024.
  21. Flurkarten Gemarkung: Wernrode. Abgerufen am 30. November 2021.