Wersabe

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Wappen von Wersabe
Koordinaten: 53° 19′ 37″ N, 8° 31′ 59″ O
Höhe: 0 m ü. NHN
Fläche: 9,05 km²[1]
Einwohner: 230 (27. Nov. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 25 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1968
Eingemeindet nach: Sandstedt
Postleitzahl: 27628
Vorwahl: 04702
Wersabe (Niedersachsen)
Wersabe

Lage von Wersabe in Niedersachsen

Wersabe in der Einheitsgemeinde Hagen im Bremischen
Wersabe in der Einheitsgemeinde Hagen im Bremischen
Luftbild 2012

Wersabe (niederdeutsch Weersbe) ist eine Ortschaft in der Einheitsgemeinde Hagen im Bremischen im niedersächsischen Landkreis Cuxhaven.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die am Deich der Unterweser gelegene Ortschaft in der Osterstader Marsch befindet sich zwischen den Städten Bremerhaven und Bremen in Höhe der gegenüberliegenden Flussinsel Harriersand und der Stadt Brake. Wersabe liegt im südwestlichen Teil der Einheitsgemeinde Hagen im Bremischen.

Nachbarorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Offenwarden
Nachbargemeinden Uthlede
Wurthfleth

(Quelle:[2])

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung als „Wirsebe“ lässt sich für das Jahr 1110 nachweisen. Der Ort war der Stammsitz der Herren von Wersebe/Wersabe, die später auch die St.-Marien-Kirche gestiftet haben.[3] Zur Kirchengemeinde gehören seit Jahrhunderten auch Rechtebe und Wurthfleth. Im 18. und 19. Jahrhundert gehörte das Kirchdorf zum Amt Hagen. Während der Franzosenzeit wurde die Kommune Wersabe im Kanton Dammhagen (Département der Wesermündungen) gebildet, welche auch die Orte Offenwarden, Rechtebe, Rechtenfleth, Sandstedt, Uthlede und Wurthfleth umfasste und nach dem Sieg über Napoleon I. wieder aufgelöst wurde. 1840 erhielt Wersabe den Status einer Landgemeinde. 1876 wurde die gleichnamige Gemarkung gebildet.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum 1. Juli 1968 endete die vorherige politische Selbständigkeit von Wersabe, weil sich der Ort mit anderen Kommunen zur neuen Gemeinde Sandstedt zusammenschloss.[4]

Die Samtgemeinde Hagen entstand zum 1. Januar 1970 und umfasste mit Sandstedt zunächst 16 Gemeinden. Nach § 7 des Gesetzes zur Neugliederung der Gemeinden im Raum Bremervörde vom 13. Juni 1973 (Nds. GVBl. S. 183) wurde im Zuge der Gebietsreform in Niedersachsen, die am 1. März 1974 stattfand, die Anzahl der Gemeinden durch Eingliederungen auf 6 reduziert.[5]

Zum 1. Januar 2014 erfolgte die Auflösung der Samtgemeinde Hagen und deren Mitgliedsgemeinden sowie die Neubildung der Einheitsgemeinde Hagen im Bremischen mit seinen 16 Ortschaften.[6]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1910 1925 1933 1939 1950 1956 2017
Einwohner 357 321 294 281 463 342 230
Quelle [7] [8] [9] [1]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat und Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf kommunaler Ebene wird die Ortschaft Wersabe vom Rat der Gemeinde Hagen im Bremischen vertreten.

Ortsvorsteher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsvorsteher von Wersabe ist Söhnke Hahlbom (CDU).[10] Die Amtszeit läuft von 2016 bis 2021.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Entwurf des Kommunalwappens von Wersabe stammt von dem Heraldiker und Wappenmaler Albert de Badrihaye, der im Landkreis Cuxhaven an die 80 Wappen entworfen hat.[11]

Wappen von Wersabe
Blasonierung: „Unter blauem, mit drei silbernen Lilien belegtem Schildhaupt gespalten von Silber und Schwarz.“[11]
Wappenbegründung: Der von Silber und Schwarz gespaltene Schild ist dem Wappen des Adelsgeschlechts von Wersebe entlehnt, dessen Stammsitz in Wersabe lag und das die dortige Kirche gestiftet hat. Die Lilien sind Sinnbilder der Jungfrau Maria, der Schutzpatronin der Kirche.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Großsteingrab Wersabe (wurde im 19. Jahrhundert zerstört)
  • In Wersabe gab es eine kleine Grundschule, die eine erste und eine zweite Klasse beherbergte. Sie wurde 2008 geschlossen. Heute beherbergt das ehemalige Schulgebäude die Kindertagesstätte Wersabe.

Naturdenkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eine Eiche (seit 2. Oktober 1995)
  • Zwei Linden (seit 2. Oktober 1995)

Vereine und Verbände[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Freiwillige Feuerwehr Wersabe
  • Männergesangsverein Wersabe
  • Sportverein Offenwarden-Wersabe
  • Theaterverein Wersabe

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unternehmen

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Personen, die mit dem Ort in Verbindung stehen

  • Engelbert Johann von Bardenfleth (1667–1738), Regierungsrat, Gutsbesitzer und Oberdeichgraf, er wurde in der örtlichen St.-Marien-Kirche getauft
  • Wilfried Wolters (1891–1969), lutherischer Theologe und Landessuperintendent von Celle, wurde 1921 Pastor in Wersabe
  • Heinrich Bücker (vor 1897–nach 1958), Kunst- und Kirchenmaler sowie Restaurator, zwischen 1923 und 1926 malte er die St.-Marien-Kirche aus
  • Michael H. Kater (* 1937), kanadischer Historiker, wuchs u. a. in Wersabe auf, bis er 1953 mit seinen Eltern nach Kanada auswanderte

Sagen und Legenden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Gründung der Kirche zu Wersabe
  • Die Räuberbande im Wersabeer Moor

(Quelle:[12])

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Wersabe – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Laut Gemeinde Hagen im Bremischen am 27. November 2017
  2. Übersichtskarte Landkreis Cuxhaven. In: cuxland-gis.landkreis-cuxhaven.de. November 2016, abgerufen am 4. September 2020.
  3. Dietrich Diederichs-Gottschalk: Ortsfamilienbuch Wersabe. In: Webseite Genealogienetz. Abgerufen am 24. Februar 2018.
  4. Fritz Hörmann, Ude Meyer, Christian Morisse, Eberhard Nehring, Irmgard Seghorn, Egon Stuve, Else Syassen: Flurnamensammlung Wesermünde – Die Flurnamen des Grundsteuerkatasters von 1876. Hrsg.: Kulturstiftung der Kreissparkasse Wesermünde (= Neue Reihe der Sonderveröffentlichungen der Männer vom Morgenstern, Heimatbund an Elb- und Wesermündung e. V. Band 27). Männer vom Morgenstern Verlag, Bremerhaven 1995, ISBN 3-931771-27-X, S. 22 ([Digitalisat (Memento vom 26. Oktober 2007 im Internet Archive) ] [PDF; 431 kB; abgerufen am 23. Oktober 2019]).
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 248.
  6. Gesetz über die Neubildung der Gemeinde Hagen im Bremischen, Landkreis Cuxhaven. In: Niedersächsische Staatskanzlei (Hrsg.): Niedersächsisches Gesetz- und Verordnungsblatt (Nds. GVBl.). Nr. 10/2013. Hannover 19. Juni 2013, S. 162, S. 6 (Digitalisat [PDF; 153 kB; abgerufen am 20. Mai 2019]).
  7. Ulrich Schubert: Gemeindeverzeichnis Deutschland 1900 – Landkreis Geestemünde. Angaben vom 1. Dezember 1910. In: gemeindeverzeichnis.de. 5. Januar 2020, abgerufen am 4. September 2020.
  8. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Landkreis Wesermünde. (Siehe unter: Nr. 90; Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  9. Statistisches Bundesamt Wiesbaden (Hrsg.): Amtliches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland – Ausgabe 1957 (Bevölkerungs- und Gebietsstand 25. September 1956, für das Saarland 31. Dezember 1956). W. Kohlhammer, Stuttgart 1958, S. 193 (Digitalisat).
  10. Ortsvorsteher Wersabe. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Webseite Gemeinde Hagen im Bremischen. Archiviert vom Original am 17. Juni 2019; abgerufen am 29. April 2020.
  11. a b Landkreis Wesermünde (Hrsg.): Wappen des Landkreises Wesermünde. Grassé Offset Verlag, Bremerhaven/Wesermünde 1973, ISBN 3-9800318-0-2.
  12. Eberhard Michael Iba (Hrsg.): Hake Betken siene Duven. Das Sagenbuch von Elb- und Wesermündung (= Sonderveröffentlichungen der Männer vom Morgenstern, Heimatbund an Elb- und Wesermündung. Band 16). 3. Auflage. Männer vom Morgenstern Verlag, Bremerhaven 1999, ISBN 3-931771-16-4.