Wertkauf

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Wertkauf Verwaltungsgesellschaft mbH[1]

Logo
Rechtsform GmbH
Gründung 1958
Auflösung 1997
Auflösungsgrund Verkauf an Wal-Mart
Sitz Karlsruhe
Leitung Hugo Mann (bis 1989)
Johannes Mann (ab 1989)
Mitarbeiterzahl ca. 6.000
Umsatz 1,5 Mrd. €
Branche Einzelhandel

Wertkauf war ein deutscher Einzelhandelskonzern, der bis zur Übernahme durch die US-Supermarktkette Walmart 21 Märkte hatte. Die Hauptverwaltung des Konzerns war in Karlsruhe.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das letzte Wertkauf-Logo auf Griffen von Einkaufswagen

Die erste Filiale öffnete im Jahr 1958 in Karlsruhe. Auf einer Verkaufsfläche von etwa 3.500 m² wurden allerdings anfangs keine Lebensmittel angeboten. Bereits vor Mitte der 1960er-Jahre war der Laden ein Voll-Sortimenter. 1966 wurde in Freiburg im Breisgau ein Wertkauf-Center mit 3.500 m² eröffnet. Das neue Karlsruher Einkaufszentrum aus Mitte des Jahrzehnts wurde am 26. August 1969 bei einem der schlimmsten Großbrände in der Geschichte der Stadt fast völlig zerstört. Danach wurde es an gleicher Stelle neu und leicht vergrößert wieder aufgebaut.

Acht Jahre später wurde das zweite Verkaufshaus in Freiburg eröffnet dessen Fläche 6.000 m² betrug. Im Jahre 1968 errichtete das Unternehmen das zu diesem Zeitpunkt größte europäische SB-Warenhaus im Münchner Euro-Industriepark mit einer Verkaufsfläche von 13.500 m². Zu den Neuerungen zählte die Lagerhaltung in Hochregalen direkt in den Märkten; auch während der Öffnungszeiten wurden die Waren per Gabelstapler umgeschlagen.[2]

Das alte Wertkauf-Logo der 1970er Jahre

Bis zuletzt erwirtschaftete die Kette mit ca. 6.000 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von bis zu 1,5 Milliarden Euro.[3]

Eigentümer war Hugo Mann (und seine Frau Rosmarie, geb. Porst), der auch die Möbelkette Mann Mobilia gegründet hatte, aus der sich später Wertkauf entwickelt und dann abgespalten wurde.

Verkauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1997 wurden die Wertkauf-Märkte an die amerikanische Handelskette Walmart verkauft. Nach wirtschaftlichem Misserfolg wurde 2006 das gesamte Deutschlandgeschäft von Walmart an die Metro Group weiterverkauft, die ehemaligen Wertkauf-Center werden unter der Marke real weitergeführt und aufgrund der aktuell laufenden Zerschlagung reals (Stand: August 2021) an andere Mitbewerber verkauft oder geschlossen.

Rückwirkend zum 1. Juli 2005 wurde auch die Möbelkette Mann Mobilia in Mannheim, Karlsruhe, Wiesbaden, Dreieich, Ludwigsburg, Freiburg und Eschborn von der österreichischen XXXLutz-Gruppe mit Sitz in Wels übernommen. Im Zuge der Übernahme wurde die Hauptverwaltung in Karlsruhe aufgelöst.

Ehemalige Standorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bremen, Duckwitzstraße 55 (dort später Einkaufspark Duckwitz[4] mit real, zukünftig Marktkauf[5][6])
  • Darmstadt, Eschollbrücker Straße (dort später real, zukünftig Marktkauf[5][7])
  • Dortmund-Oespel, Wulfshofstraße (im Einkaufszentrum und Gewerbegebiet „Indupark“ mit real, zukünftig Kaufland[5])
  • Dreieich-Sprendlingen (Kreis Offenbach), Robert-Bosch-Straße (dort später real)
  • Freiburg, Gundelfinger Straße (dort später real)
  • Heidenau (bei Dresden), Hauptstraße 1–3 (dort später real)
  • Gießen, Gottlieb-Daimler-Straße (dort später real, seit Oktober 2021 Kaufland)
  • Groß-Gerau, Mainzer Straße (dort später real)
  • Ingelheim, Nahe-Ring (dort später real)
  • Karlsruhe, Durlacher Allee (dort später Durlach Center mit real, zukünftig Kaufland[5])
  • Maintal-Dörnigheim (bei Frankfurt), Wingertstraße 39–43 (dort später real, Schließung zum 30. September 2021[5])
  • Mainz-Weisenau, Weberstraße (als real 2015 geschlossen, als Edeka Scheck-In Center 2016 wiedereröffnet)
  • Mannheim, Spreewaldallee (dort später EKZ Kurpfalz-Zentrum mit real, zukünftig Globus[5])
  • München, Euro-Industriepark (dort später V-Markt)
  • Oststeinbek (bei Hamburg), Willinghusener Weg (dort später real)
  • Raunheim, Flörsheimer Straße (dort später real, heute E center Haller)
  • Sulzbach, Main-Taunus-Zentrum
  • Siegen, Eiserfelder Straße (dort später real, zukünftig Globus[5])
  • Wetzlar, Südstadt, Hörnsheimer Eck (dort später real, Schließung zum 31. Januar 2022[5])
  • Wiesbaden, Äppelallee 69 (dort später real)
  • Wiesbaden, Mainzer Straße 110 (dort später real, Schließung zum 31. Januar 2022[5])
  • Würzburg, Nürnberger Straße (Eröffnung am 30. September 1976[8], dort später real[5])

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. DPMAregister | Marken - Registerauskunft. Abgerufen am 16. August 2021.
  2. Wie Mann Millionen macht, Die Zeit, 23. Juli 1971
  3. Karsten Langer, Christian Keun, manager magazin: Hugo Mann: Wie Wal-Mart vorgeführt wurde. Abgerufen am 16. August 2021.
  4. Einkaufspark Duckwitz Bremen
  5. a b c d e f g h i j Standortabgaben. In: real-markt.de. 11. Mai 2021, abgerufen am 16. August 2021.
  6. Florian Schwiegershausen: In Habenhausen und der Duckwitzstraße: Aus Real wird Marktkauf - WESER-KURIER. 2. Juni 2021, abgerufen am 16. August 2021.
  7. Echo Zeitungen GmbH: Real in Darmstadt wird Marktkauf. 6. August 2021, abgerufen am 16. August 2021.
  8. Gerald Langer, Reinhart Lutz: Aus einer Betriebserkundung der Klasse 11b im Rahmen des Erdkundeunterrichts. In: Josef Brecht (Hrsg.): Friedrich-Koenig-Gymnasium Würzburg. Jahresbericht 1976/77. Würzburg 1977, S. 54–56.