Weschdi Raschidow

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Weschdi Raschidow

Weschdi Letif Raschidow (auch Vesdi Letif Raschidov geschrieben, bulgarisch Вежди Летиф Рашидов; * 14. Dezember 1951 in Dimitrowgrad, Bulgarien) ist ein türkischstämmiger[1] Bildhauer und Politiker der GERB-Partei in Bulgarien. Er gilt als einer der bekanntesten Kritiker des ebenfalls türkischstämmigen Ahmed Dogan, dem Vorsitzenden der Bewegung für Rechte und Freiheiten. Raschidow ist Mitglied des Salon d’Automne in Paris.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weschdi Raschidow wurde 1951 in Stadt Dimitrowgrad, in Südwestbulgarien geboren. Seine Mutter war eine bekannte Folkloresängerin für bulgarische und türkische Folklore-Lieder, sein Vater war Bergbauingenieur. 1953 zog seine Familie nach Chaskowo. Dort besuchte Raschidow die Grundschule. Als er in der vierten Klasse war, verstarb seine Mutter bei einem Autounfall. Die folgenden Jahre bis zur 7. Klasse verbrachte er im Waisenhaus in Studen Kaldenez[2].

Nach dem Abschluss der siebten Klasse bewarb er sich am Kunstgymnasium in Sofia, scheiterte jedoch bei den Aufnahmeprüfungen. Sein Vater schickte ihn dann zur Ausbildung an die Berufsschule für Bergbauelektrotechnik in Madan. Nach einem Jahr bewarb er sich erneut am Kunstgymnasium in Sofia und bestand dieses Mal die Aufnahmeprüfungen. 1978 absolvierte er die Kunsthochschule in Sofia.

2002 wurde Raschidow mit dem höchsten bulgarischen Verdienstorden Orden „Stara Planina“[3] ausgezeichnet.

Weschdi Raschidow hatte über 40 selbständige Ausstellungen in Bulgarien und im Ausland. Einigen seiner Werke wurden Auszeichnungen verliehen, darunter sind der Preis des Bulgarischen Nationalen Radios, der Preis des Festivals des bulgarischen Films.

2010 wurde er Ehrenbürger von Dimitrowgrad[4].

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Obwohl Weschdi Raschidow ein Türke ist, gehört er zu den bekanntesten Kritikern der von der türkischen Minderheit in Bulgarien dominierten Partei Bewegung für Rechte und Freiheiten (BRF) und ihres Vorsitzender Ahmed Dogan. Raschidow kritisiert vor allem die Konzentration von politischer und wirtschaftlicher Macht in den Händen ihres Vorsitzenden und die weit verbreitete Korruption in der oberen Ebene der Parteiführung. Weiterhin kritisiert er die Diskrepanz zwischen dem Reichtum der Parteiführung und die Armut ihrer Parteibasis.

Bei den Parlamentswahlen 2009 führte er die Liste für Verhältniswahl und Mehrheitswahl der Partei GERB in der BRF-Hochburg Kardschali gegen Ahmed Dogan und dessen Partei Bewegung für Rechte und Freiheiten an[5]. Dabei verlor er im direkten Duell mit Ahmed Dogan in der Mehrheitswahlliste, wurde dennoch über die Verhältniswahlliste ins Parlament gewählt.

Nach der bulgarischen Parlamentswahl 2009, die von der Partei GERB gewonnen wurde, wurde Weschdi Raschidow am 27. Juli als Kulturminister in der Regierung von Bojko Borissow vereidigt.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die neue bulgarische Regierung, Interview mit Alexander Andreev auf www.dw-world.de, vom 28. Juli 2009
  2. Interview mit Weschdi Raschidow (bulg.)
  3. Weschdi Raschidow – mit dem Orden Stara Planina
  4. Вежди Рашидов става "почетен гражданин" на Димитровград
  5. www.gerb.bg

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Weschdi Raschidow – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
VorgängerAmtNachfolger
Stefan DanailowKulturminister von Bulgarien
27. Juli 2009–13. März 2013
Wladimir Penew