Wesendorf

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Wesendorf
Wesendorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Wesendorf hervorgehoben
Koordinaten: 52° 36′ N, 10° 32′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Gifhorn
Samtgemeinde: Wesendorf
Höhe: 59 m ü. NHN
Fläche: 31,23 km2
Einwohner: 5213 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 167 Einwohner je km2
Postleitzahl: 29392
Vorwahlen: 05376, 05835 (Westerholz)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: GF
Gemeindeschlüssel: 03 1 51 038
Adresse der Verbandsverwaltung: Alte Heerstraße 20
29392 Wesendorf
Webpräsenz: www.wesendorf.de
Bürgermeister: Holger Schulz (SPD)
Lage der Gemeinde Wesendorf im Landkreis Gifhorn
SchwülperVordorfDidderseAdenbüttelHillerseMeineWasbüttelRötgesbüttelLeiferdeIsenbüttelRibbesbüttelCalberlahWagenhoffMeinersenOsloßBokensdorfUmmernWesendorfMüden (Aller)SassenburgGifhornSchönewördeWahrenholzWahrenholzGroß OesingenSteinhorstHankensbüttelSprakensehlObernholzDedelstorfWeyhausenTappenbeckJembkeBarwedelBergfeldTiddischeRühenParsaugemeindefreies Gebiet GiebelParsauTülauBromeEhra-LessienWittingenLandkreis GifhornNiedersachsenWolfsburgBraunschweigLandkreis HelmstedtLandkreis PeineRegion HannoverLandkreis CelleLandkreis UelzenSachsen-AnhaltSachsen-AnhaltKarte
Über dieses Bild

Wesendorf ist eine Gemeinde im Landkreis Gifhorn in Niedersachsen.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Westrand der Kreiseinbuchtung erstreckt sich die große Gemarkung von der mit Sanden überzogenen Grundmoränenhochfläche der Ringelahs Heide und Brutlohs Heide im West nach Ost in die Niederungszone des Großen Moores und hier speziell des kleineren Hestenmoores, die sich in der Schmelzwasserabflussrinne des Isetales bildeten. Der größere West-Teil der Gemarkung besitzt ein schwaches Kleinrelief, insgesamt nach Osten abfallend von 67 auf 58 Meter NN, der kleinere Ost-Teil im Hestenmoor eine Ebenheit von 56 bis 57 Meter NN. Der Ort liegt am Ost-Rand der Brutlohs Heide mit seinem Kern in einer ganz flachen süd-exponierten Hanglage von 63 bis 65 Meter NN. Die neuen Teile ziehen sich in kaum merkbarer Neigung nach Osten bis 62 Meter, nach Süden bis 60 Meter NN herab. Die Ortschaft mit seinen Gemarkungsgrenzen liegt am südöstlichen Rand des Naturpark Südheide und hat keine auffällige Topografie.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die beiden Ortsteile der Gemeinde sind Wesendorf und Westerholz.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rechts- und Verwaltungszugehörigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde entstand erst im 16. Jahrhundert. Der Raum gehörte jedoch im 12. Jh. zum Besitz der Welfen und fiel bei der Teilung unter die Söhne Heinrichs des Löwen 1202 an Otto IV. und danach seinen Neffen Otto das Kind, der noch einmal alle welfischen Gebiete in einer Hand zusammenfasste, sie 1235 dem Kaiser auftrug und als Reichslehen Herzogtum Braunschweig-Lüneburg zurückerhielt. Die welfische Teilung von 1267 brachte diesen Raum der Lüneburger Linie zu, dem Fürstentum Lüneburg (bis 1885), danach Regierungsbezirk Lüneburg (Franz, 1955). Innerhalb dieses größeren Raumes hat die spätere Gemarkung von Wesendorf (der Ort bestand noch nicht) 1489 wahrscheinlich zur Gogräfschaft Hankensbüttel gehört, deren Name im Schatzregister von 1489 zwar nicht erscheint, aber unter deren Orten die Nachbargemeinden Betzhorn, Wahrenholz und Westerholz hinter Emmen und vor Langwedel und Lingwedel aufgeführt sind (Grieser, 1942, S. 69/70). Später war es, wie die ganze Gogräfschaft Hankensbüttel, Teil des Amtes Gifhorn bzw. 1539 bis 1549 der Sekundogenitur Gifhorn (Franz, 1955). Darin gehörte es spätestens seit dem 16. Jahrhundert zur Vogtei Wahrenholz, die außer Wesendorf – das um 1548 entstand – noch die Orte Wahrenholz, Westerholz und Betzhorn umfasste. Wahrscheinlich ist die Vogtei Wahrenholz (s. dort) jedoch älter oder geht auf ältere Vorläufer zurück.

1799 wurden die Gogräfschaft Hankensbüttel und die Vogtei Steinhorst vom großen Amt Gifhorn getrennt und verwaltungsmäßig das Amt Isenhagen geschaffen. Die Vogtei Wahrenholz – und damit auch Wesendorf verblieb aber beim Amt Gifhorn bis 1841. Am 1. Juli 1841 wurde diese Vogtei dem Amt Knesebeck zugelegt, am 1. Oktober 1852 von ihm wieder getrennt und nun dem Amt Isenhagen beigelegt, mit dem am 1. Juli 1859 auch das Amt Knesebeck vereinigt wurde. Diese Veränderungen der Zugehörigkeit betrafen auch Wesendorf. Während der Zeit des Königreiches Westphalen war es 1810 bis 1813 dem Canton Gifhorn im Departement der Aller eingegliedert. 1867 bis 1885 bildeten die Ämter Gifhorn, (vergrößerte) Isenhagen, Fallersleben und Meinersen die Kreishauptmannschaft Gifhorn, aus der bei der Einführung der preußischen Kreisverfassung am 1. April 1885 die Kreise Isenhagen und Gifhorn entstanden. Wesendorf kam als südwestlichste Gemeinde zum Kreis Isenhagen.

Die Kreisreform von 1932 vereinigte mit Wirkung vom 1. April 1933 beide Kreise zum Kreis Gifhorn. Seit der Zeit gehört Wesendorf wieder zu Gifhorn. Die Grundherrschaft lag einheitlich beim Landesherrn, übertragen an das Amt Gifhorn. 1678 war das Amt Gifhorn Grundherr für alle elf Stellen in Wesendorf (Werthmann, 1970, S. 9), ebenso bei der Ablösung 1842 für alle 16 Stellen: vier Vollhöfe, vier Kötner, ein Brinksitzer, vier Anbauer, zwei Abbauer und die Schule (Rezess).

Siedlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rund 1300 Meter südlich von Wesendorf wurden Hügelgräber der ausgehenden Stein- und beginnenden Bronzezeit gefunden.[2]

Der Ortsteil Westerholz wurde 1275 erstmals urkundlich erwähnt und im Rahmen der Gebietsreform am 1. März 1974 eingemeindet.[3] Wesendorf gehört zu den jungen „-dorf-Siedlungen“ und ist erst im 16. Jahrhundert entstanden. Es gab keine urkundliche Erwähnung.

Wesendorf ist eine Ausbau-Siedlung von Westerholz ausgehend. 1548 soll sich nach der Überlieferung der Kuhhirte Gries aus Westerholz hier im „Stuebusche“ angesiedelt haben gegen den Willen der Einwohner aus Westerholz, aber mit Genehmigung der Obrigkeit. Bald folgte ein zweiter Ansiedler namens Meyer und 1568 sind viermal Meyer, dar. einmal Vater und Sohn, und einmal Gries genannt. (Chronik), was den späteren vier Vollhöfen entspricht. Im Laufe des 16. und 17. Jh. kamen weitere vier Kötner und ein Brinksitzer hinzu. Das deckt sich mit den 1777 in der Statistik registrierten neun contributablen Feuerstellen. Werthmann (1970) berichtet jedoch schon für 1678 von elf Stellen, entweder zusätzlich zwei Hirtenhäusern oder ein Hirtenhaus und der Schule (alte Schule = Haus Nr. 11), die contributionsfrei waren.

Die Karte der Topographischen Landesaufnahme von 1779 verzeichnet insgesamt 13 Feuerstellen, nach dem Rezess von 1865 als vier Vollhöfe, vier Kötner, ein Brinksitzer, drei Anbauer und die Schule eingestuft. Die ersten vier Höfe hatten sich beiderseits eines Platzes angesetzt, die Nachsiedler beiderseits des nach Wesendorf anschließenden Weges. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wuchs das Dorf langsam weiter auf 22 Wohngebäude (1858). Die Aufteilung der großen Koppelhuden zwischen Wesendorf, Wahrenholz und Westerholz 1864/65 und die anschließende Verkopplung in Wesendorf selbst 1865/70, verbunden mit dem allgemeinen Aufschwung der Landwirtschaft in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts durch Fruchtfolgen, Kunstdünger usw. brachten eine rasche Vergrößerung des Dorfes durch Abbauer auf 40 Wohngebäude (1895), wobei der Ort nun die Form eines Haufendorfes erhalten hatte.

In den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts vergrößerte sich Wesendorf kaum noch. Erst die Abtretung von Moorflächen und Ödland am Hestenmoor an kleine Leute zur Kultivierung auf Betreiben der Hannoverschen Siedlungsgesellschaft 1924/25 bewirkte eine weitere leichte Vergrößerung des Dorfes.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wesendorf entwickelte sich als sehr kleine Ansiedlung von ca. 40–50 Einwohnern im 16. Jh. zu einem normalen Kleindorf von 80-100 Einwohnern (gemäß der Stellenzahl) im 17./18. Jh. Für 1804 sind 103 Einwohner gemeldet (Hagemann, 1951). Die erste Volkszählung von 1811 registrierte 130 Bürger. Fast die gleiche Einwohnerzahl (129) war noch 1821 vorhanden. Dann aber nahm die Bevölkerung gemäß einer Allgemeinentwicklung und begünstigt durch die Generalteilung des Großen Leu, Achterbruchs und Depensieks (1854, wobei Wesendorf für den Holzbestand auf seiner Abfindung an den Fiskus 74 Taler zahlen musste) und die Teilung der Koppelhuden zwischen Wesendorf, Wahrenholz und Westerholz 1864/65 und die Verkopplung in Wesendorf 1865/70, zu auf 179 (1848), 195 (1871) und 242 (1885). Auch in den ersten Jahrzehnten unseres Jh. wuchs sie - wenn auch langsamer - weiter. 1905 waren 264 erreicht, 1933 310 Bürger. Durch die Anlage des Flugplatzes stieg die Einwohnerzahl sprunghaft auf 1496 (1939) und ein weiterer Anstieg war nach dem Krieg den Vertriebenen (1950: 48 Prozent) auf 2039 (1950) zu danken. Abweichend von vielen anderen Kreisgemeinden hatte Wesendorf auch in den folgenden Jahren steigende Einwohnerzahlen. Der Garnisonsstandort Wesendorf (Hammerstein-Kaserne) spielt hier eine Rolle, ebenso die Ölindustrie. 1961 waren 2211 Einwohner vorhanden, am 30. Juni 1967 eine Spitze mit 2403 und am 31. März 1971 wieder 2207. Mit rund 2200 scheinen die ständig ortsanwesenden Einwohner erfasst zu sein, zu denen je nach der Belegung des Standortes weitere vorübergehende Einwohner kommen. Die Berufsstruktur wird von den nichtlandwirtschaftlichen Erwerbspersonen bestimmt. 1961 zählten 44 Prozent aller Erwerbspersonen zum Produzierenden Gewerbe, 12 Prozent zu den Wirtschaftsbereichen Handel und Verkehr und 27 Prozent - ein sehr hoher Anteil, bedingt durch den Standort zu den Sonstigen Bereichen. Fast die Hälfte (48 Prozent) dieser 772 nichtlandwirfschaftlichen Erwerbspersonen waren Auspendler, die vor allem in Gifhorn, Wolfsburg und Westerholz arbeiteten. Inzwischen hat sich die Zahl der Auspendler noch etwas erhöht auf insgesamt 431 (1970). von denen Zweifünftel in Gifhorn beschäftigt waren, 35 Prozent in Wolfsburg, je drei Prozent in Hohne, Kästorf und Triangel, je zwei Prozent in Gamsen, Wahrenholz und Hannover, der Rest verstreut in anderen umliegenden Gemeinden (Westerholz, Wagenhoff, Gr. Oesingen usw.). Gleichzeitig verfügte Wesendorf aber auch (vor allem Dank des Standortes) über 170 Einpendler (1970), so dass der Auspendler-Überschuss nur 261 betrug. Die Einpendler stammten aus allen umliegenden Dörfern und den Städten; die meisten kamen aus Wahrenholz (15 Prozent), Gifhorn (zwölf Prozent) und Hankensbüttel (elf Prozent). Zur Land- und Forstwirtschaft gehörten 1961 nur noch 17 Prozent der insgesamt 814 Erwerbspersonen. 1939 fanden bei allerdings geringerer Bevölkerung - noch Einviertel aller Erwerbspersonen darin ihren Unterhalt.

Garnison[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine völlig neue Entwicklung setzte in den 1930er Jahren ein. 1935 erwarb die Militärflugverwaltung in Wietzenbruch 950 Morgen Heidekoppeln in der Brutlohsheide westlich der Straße Wesendorf-Krümme, später rund 1400 Morgen und nutzte sie als Kommando Wesendorf. 1936 entstand die erste Baracke auf dem Flugplatz. Durch diesen Flugplatz waren nicht nur Arbeitsmöglichkeiten für Militär, sondern auch für Arbeitskräfte aller Art geboten. Damit vergrößerte sich Wesendorf kräftig. Auf einem etwa 40 Morgen großen Gelände an der Westerholzer Straße wurden 1936 im ersten Bauabschnitt 120 Wohnungen für Mannschaften und Unteroffiziere errichtet (Oppermann-Siedlung).

1939 entstanden in einem zweiten Bauabschnitt weitere etwa 100 Wohnungen für Angestellte und Unteroffiziere, während Offizierswohnungen zwei Kilometer westlich davon im Wald in der Nähe des Flugplatzes gebaut wurden. Bis 1950 hatte sich die Zahl der Wohngebäude mit 217 fast verfünffacht.

1936 begann der Bau des Fliegerhorstes Wesendorf aufgrund seiner strategisch günstigen geografischen Lage und der sehr geringen Einwohnerdichte in der Südheide. Während des Zweiten Weltkrieges nutzten die Machthaber den Fliegerhorst u. a. als Blindflugschule. Der Fliegerhorst wurde am 4. April 1945 von Consolidated B-24 der 446th Bomb Group angegriffen und dabei schwer getroffen.[4] Nach der bedingungslosen Kapitulation am 8. Mai 1945 besetzten west-alliierte Streitkräfte die Militäranlage. Die Bundeswehr nutzte die Kasernenanlagen dann ab 1956 zu Ausbildungszwecken (u.a. Grundausbildung), zunächst für die Teilstreitkraft Luftwaffe und später das Heer. 1968 erhielt der ehemalige Fliegerhorst den Namen Hammerstein-Kaserne. Das Panzergrenadierbataillon 332 war hier als letzte Garnison stationiert. Im Rahmen der Umstrukturierung der Bundeswehr entschloss sich das Bundesverteidigungsministerium im November 2004 zur Schließung der Kaserne. Bürgerproteste wegen des drohenden Verlustes von zahlreichen Arbeitsplätzen blieben (wie fast überall) erfolglos. Der Auflösungsappell des Panzergrenadierbataillons 332 erfolgte am 4. Mai 2006. Am 30. Juni 2006 holten die zuständigen Militärs und Behörden die Bundesdienstflagge feierlich ein: Wesendorf hatte als Militärstandort ausgedient. Die ehemalige Kasernenanlage wird nun als Wirtschafts- und Dienstleistungsgewerbegebiet Hammerstein-Park vermarktet und zurzeit nur teilweise genutzt.

Erster Zuzug aus dem Osten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Flüchtlinge und Vertriebenen des Zweiten Weltkrieges, die 1945 zum Teil in Baracken des ehemaligen Flugplatzes untergebracht worden waren, bewirkten eine weitere rege Bautätigkeit in Wesendorf, so dass bis 1968 die Zahl der Wohngebäude auf 406 angewachsen war, wobei sich der Ort vor allem nach Süden ausdehnte, Wachstumsspitzen an der K7 (L 286 ehemaligen) und die Wege zum Hestenmoor (Katzenberg, Krötelberg und Demoorweg) vortrieb. Der Flächennutzungsplan sieht eine Auffüllung der Baulücken zwischen diesen südlichen Ausläufern der Bebauung und der Oppermann-Siedlung an der Wittinger Straße (damals Westerholzer Straße; Schanzenfeld) vor und evtl. eine Erweiterung nach Süd-West bis zur geplanten Umgehungsstraße der L 286.

Außerdem entstanden in den vergangenen Jahren abseits vom Ort zwei Wochenendhausgebiete, das eine in der Brutlohs Heide an der B4, ca. 40 Morgen groß mit rund 70 Wochenendhäusern, das andere m. Badesee zwischen der K7 und dem heutigen Demoorweg zum Hestenmoor „vor den großen Fuhren“ mit ca. 100 Morgen Größe, zum Teil schon bebaut, beide ausgewiesen als private Unternehmen.

Entsprechend dieser Entwicklung ist das Ortsbild recht heterogen. Während das Altdorf noch vom Rot der Backsteinfachwerk- und Backsteingebäude bestimmt wird, überragt vom Grün hoher Eichen und Linden, herrschen in der Oppermann-Siedlung graue und gelbe Putzbauten vor als eingeschossige Doppelwohnhäuser, umrahmt von zweigeschossigen Mehrfamilien (vier bis acht)-Reihenhäusern. Ähnliches Aussehen zeigen die Offizierswohnungen im Wald, nur etwas größer als eineinhalb-geschossige Putzbauten erstellt. Die Hofformen im Altdorf sind recht verschieden. Noch gibt es Niedersachsenhäuser mit Vorschuer, meist aber nur bei kleinen Höfen; daneben ebenso ganz moderne ein- bis zweigeschossige Klinker- Wohngebäude sowie Dreiseithofanlagen mit modernen Wirtschaftsgebäuden und Resten von Niedersachsenhäusern. Die einstigen Koten der Abbauerstellen sind in der Regel zu reinen Wohngebäuden modernisiert durch teilweise innere Umgestaltung, Einbau großer Fenster und vorgesetzte Klinkerfassade. Die Neubaugebiete im Süd-Osten zeigen vorwiegend die eineinhalb-geschossigen verputzten und verklinkerten Eigenheime der üblichen Art, daneben relativ viele Bungalows und im Süden zweigeschossige Klinker-Wohngebäude für ehemalige Bundesbedienstete in der Form von Reihenhäusern. 1961 waren nur noch 13 Prozent Bauernhäuser und Nebenerwerbsstellen, 1968 neun Prozent landwirtschaftliche Wohngebäude. 99 der insgesamt 320 Wohngebäude von 1961 und 194 der insgesamt 406 von 1968 entstanden nach 1948.

Zweiter Zuzug aus dem Osten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit den gravierenden politischen Veränderungen in Osteuropa (1989/90) und der damit verbundenen Öffnung der Grenzen stieg die Einwohnerzahl in Wesendorf rapide an. Zuzüge von Spätaussiedlern und Deutschen aus ehemaligen Sowjetunion waren die Folge. Im Jahr 2007 werden über 5000 Bürger gezählt.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindewahl 2011[5]
Wahlbeteiligung: 49,56 %
 %
60
50
40
30
20
10
0
53,49 %
28,94 %
17,57 %
WGW

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat von Wesendorf mit 15 Ratsmitgliedern setzt sich seit der letzten Kommunalwahl am 11. September 2011 folgendermaßen zusammen:

  • SPD 8 Sitze (+2)
  • CDU 4 Sitze (–2)
  • WGW 3 Sitze (±0)

Bürgermeister und Verwaltungschef[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der ehrenamtliche Bürgermeister Siegfried Weiß (SPD) und sein Stellvertreter Ahmed El-Hawari (WGW) wurden bei der konstituierenden Gemeinderatssitzung im November 2011 jeweils im Amt bestätigt.

Die Gemeindeverwaltung leitet Holger Schulz (SPD) die als Gemeindedirektor.

Gemeindewappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Birkhuhn und Eichenlaubkranz auf blau-silbernen Hintergrund

Wappenbeschreibung: „Wappen ungleichmäßig winklig in zwei Felder geteilt. Im silbernen oberen und größeren Feld ein schwarzer Birkhahn im Linksprofil mit roter Rose, im blauen unteren und kleineren Feld je ein nach rechts und links oben geschwungenes silbernes Eichenblatt mit hängender Eichel.“

Wappenbegründung: Der Birkhahn weist auf die vorhandene Heide- und Moorlandschaft hin, deren Charaktervogel er versinnbildlicht. Zugleich symbolisiert er als Kampfvogel die überragende Bedeutung des ehemaligen Luftwaffen- und Heeresstandortes für die Entwicklung der Gemeinde Wesendorf. Die beiden Ortsteile Wesendorf und Westerholz und die in ihnen befindlichen Eichenbestände werden durch die Eichenblätter dargestellt.

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Páka; Ungarn

Auf dem Friedhof Wesendorf sind einige ungarische Soldaten, Arbeiter und Angehörige bestattet, die während des Zweiten Weltkrieges auf dem Flugplatz Wesendorf bei Bombenangriffen der Alliierten ums Leben kamen. Seit Öffnung der osteuropäischen Grenzen 1989/90 wurden Kontakte mit dem Donaustaat aufgenommen und eine Partnerschaft beschlossen. Seitdem finden beiderseitig regelmäßig Besuche statt.

Der Partnerschaftskreis der Samtgemeinde Wesendorf feierte 2011 die 25-jährige Freundschaft mit Sannerville, Cuverville und Demouville (Normandie, Frankreich)

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Miniatur-Feuerwehrmuseum,
  • Fachwerkhäuser und Bauernhöfe
  • „Altes Dorf“ mit der Kastanienallee, restauriert mit Pflastersteinen, markante Eichenbäume
  • Wesendorfer See im Revier Bültenmoor; markante Stieleichen; Erlenbruchwald; Märchenwiese
  • nördliche Grenze des Naturpark & Schutzgebiet Großes Moor
  • Kiefern- u. Heidelandschaft am „Fuchsberg“ und „Karls Ruhe“; ehemaliges Torfstichgebiet; Gagelstrauchwiese
  • Grüne Lunge & Hochzeitssee an der Parkstraße
  • Friedhofspark
  • „Kahle Heide“ und alte Schafställe bei Westerholz; prächtige Eichen und Linden

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Aufstellen des Maibaums
  • Boßelturnier der Freiwilligen Feuerwehr Wesendorf
  • Monatsbecher (Schützkompanien)
  • Osterfeuer
  • Schützenfest der Schützengesellschaft von 1792 Wesendorf e.V.
  • Sportwoche des Wesendorfer SC
  • Weihnachtsmarkt am Rathaus
  • Oktoberfest im Schützenhaus und Kulturzentrum

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Samtgemeindeverwaltung ist verantwortlicher Schulträger.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die B4 Lüneburg - Braunschweig liegt in unmittelbarer Nähe, drei Kilometer westlich der Gemeinde mit Anbindung (13 Kilometer) zur B188 (Wolfsburg - Hannover)
  • Die Kreisstraße 7 führt von der B4 (Krümmekreuzung) nach Hankensbüttel mit Anbindung zur B244 (Hankensbüttel-Helmstedt).
  • Im Rahmen des öffentlichen Personennahverkehrs fahren stündlich Omnibusse zur Kreisstadt Gifhorn mit diversen Umsteigemöglichkeiten nach Wolfsburg und Braunschweig. Eine zentrale Haltestelle besteht am Lerchenberg mit Buslinien nach Celle und Wittingen mit Anschluss zur Weiterfahrt (Omnibus od. Bahn).

Hammerstein-Park[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Nachnutzung der ehemaligen Hammerstein-Kaserne mit ihren Liegenschaften und Infrastruktur wie u.a. Werkstätten, Lagerhallen, Büroräume, Großküche und Gastronomie ist durch private Investoren eingeleitet. Die ehemalige militärische Anlage erhielt den neuen Namen Hammerstein-Park.

Der Gemeinderat Wesendorf hat Zuschüsse im Zuge der Umgestaltung/Umstrukturierung beschlossen.

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Evangelische Kirche
Katholische Kirche

Die evangelisch-lutherische Kirche St. Johannis befindet sich in der Ortsmitte. Im September 1954 erfolgte ihre Grundsteinlegung, und 1956 wurde sie eingeweiht. Sie gehört zum Kirchenkreis Gifhorn im Sprengel Lüneburg der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers.

Die katholische Kirche Mariä Himmelfahrt befindet sich an der Wiesenstraße, gegenüber dem Rathaus. Sie wurde 1951 errichtet und gehört heute zur Pfarrgemeinde Maria Königin mit Sitz in Wittingen.

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • lokale Tageszeitungen: Aller-Zeitung, Isenhagener Kreisblatt, Braunschweiger Zeitung m. Regionalnews

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Napoleon I. soll während eines Feldzuges in oder bei Wesendorf verweilt haben (siehe Alte Heerstraße)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 100 Bevölkerungsfortschreibung – Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. Overbeck, 1952
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 226.
  4. Bomberangriff auf Wesendorf
  5. http://www.sg-wesendorf.de/wahl/KW2011/GW_WES.html

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Barenscheer, F.: Wie und wann unsere Dörfer entstanden. – In: Kreiskalender für Gifhorn-Isenhagen 1951, S. 19–22.
  • Barenscheer, F.: Westfalen in der Lüneburger Heide? Von Mundart, Trachten und Namen im Kirchspiel Wahrenholz. – In: Kreiskalender für Gifhorn-Isenhagen 1952, S. 20–23.
  • Barenscheer, F.: Rund um den Ringelah. – In: Kreiskalender für Gifhorn-Isenhagen 1953, S. 35–38.
  • Barenscheer, F.: Wie alt ist unser Dorf? Echte und unechte Altersmerkmale auf siedlungskundlichem Gebiet. – In: Kreiskalender für Gifhorn-Isenhagen 1968, S. 35–37.
  • Behne, M.: Die Entwicklung der Reitervereine im Kreise Isenhagen. – In: Isenhagener Kreiskalender. 1928, S. 80–82.
  • Blanke, W.: Unser Heimatkreis in den letzten Jahren des Dreißigjährigen Krieges. – In: reiskalender. für Gifhorn-Isenhagen 1971, S. 30–34.
  • Burghard, H.: 900 Jahre Hankensbüttel-Isenhagen. Ein Festbuch zur 900-Jahr-Feier. – Wittingen (1951).
  • Chronik der Gemeinde Wesendorf (Masch.-Schr.).
  • Diekotto, H.: Die Pfarrei St. Bernward in Gifhorn. – In: Kreiskalender für Gifhorn-Isenhagen 1951, S. 60–61.
  • Hagemann, A.: Aus der Geschichte und dem Werden der Gemeinde Wesendorf. – In: Kreiskalender für Gifhorn-Isenhagen 1951, S. 94–98.
  • Hundertmark, Edeltraud, Dr., Gemeindebeschreibungen für den Landkreis Gifhorn, Gifhorn 1975 (mit statistischem Anhang – Gemeindeübersichten / Kataster- und Wirtschaftsfläche, Bevölkerung, Gebäude und Wohnungen, gewerbliche Wirtschaft, Landwirtschaft, kommunale Finanzen; zusammengestellt von Dr. Otto Wilhelm nach Unterlagen der Abteilung Statistik des Niedersächsischen Landesverwaltungsamtes, falls nicht anders angegeben)
  • Kaszemek, H.-J.: Schulplanung und Schulentwicklung im Raume Gifhorn. – In: Kreiskalender für Gifhorn-Isenhagen 1973, S. 44–47.
  • Müller, Th.: Erdstruktur und Bodenschätze. – In: Kreiskalender für Gifhorn-Isenhagen 1950, S. 97–101.
  • Nessler-Assmann, L.: Wir wandern rund um Wolfsburg, Fallersleben und Gifhorn. – Wolfsburg (1965).
  • Neukirch: Die alte Braunschweiger Heerstraße. In: Isenhagener Kreiskalender 1931, S. 53–57.
  • 0verbeck, F.: Das Große Moor bei Gifhorn im Wechsel hygrokliner und xerokliner Phasen der nordwestdeutschen Hochmoorentwicklung. – Bremen-Horn 1952 = Veröffentlichung des Niedersächsischen Amtes für Landesplanung und Statistik. Reihe A I, Bd 41.
  • Pramann, R.: Die Neubauten des evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Gifhorn in den Jahren 1945 bis 1968. – In: Kreiskalender für Gifhorn-Isenhagen 1969, S. 51–53.
  • Scherner, E. R.: Wandlungen in der Vogelwelt des Landkreises Gifhorn. – In: Kreiskalender für Gifhorn-Isenhagen 1972, S. 65–68 und 1973, S. 67–72.
  • Schmalz, K.: Fuhrmannsleben auf unseren Straßen vor 200 Jahren. – In: Kreiskalender für Gifhorn-Isenhagen 1963, S. 49–55.
  • Stutte, W.: Das „Große Moor“ – seine wirtschaftliche Entwicklung und landeskulturelle Erschließung. – In: Kreiskalender für Gifhorn-Isenhagen 1953, S. 20–24.
  • Wagner, H.: Der Altkreis Isenhagen. Ein Beitrag zur 900-Jahr-Feier der Gemeinde Hankensbüttel. In: Die Truhe. Beilage des Isenhagener Kreisblatt für die Heimatforschung und Heimatkunde. 1951, 4. S. 1.
  • Werthmann, W.: Geschichte der Gemeinde Wahrenholz. – Hermannsburg 1970.
  • Zeitz, B.: Heimatmuseum Gifhorn im Wiederaufbau. – In: Kreiskalender für Gifhorn-Isenhagen 1950. S. 46–48.
  • Zeuschner, M.: Naturdenkmale und Naturschutzgebiete im Landkreis Gifhorn. – In: Kreiskalender Gifhorn-Isenhagen 1973, S. 56–61.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wesendorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien