Weserschleuse Minden

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Weserschleuse Minden
Signum an der Weserschleuse Minden

Signum an der Weserschleuse Minden

Lage
Weserschleuse Minden (Nordrhein-Westfalen)
Weserschleuse Minden
Koordinaten 52° 18′ 23″ N, 8° 55′ 13″ OKoordinaten: 52° 18′ 23″ N, 8° 55′ 13″ O
Land: DeutschlandDeutschland Deutschland / Nordrhein-Westfalen
Ort: Minden/Westf.
Gewässer: Weser / Mittellandkanal
Daten
Eigentümer: Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes
Zuständiges WSA: WSA Minden
Bauzeit: 7 Jahre
Betriebsbeginn: 18. August 2017
Schleuse
Typ: Hydraulischer Grundlauf
mit drei offenen Sparbecken
Wird gesteuert von: Fernbedienzentrale Minden
Nutzlänge: 139 m
Nutzbreite: 12,50 m
Durchschnittliche
Fallhöhe:
13,3 m
Obertor: Drempel
Untertor: Stemmtor
Sonstiges
Stand: August 2017
Die Mindener Häfen am Wasserstraßenkreuz Minden

Die Weserschleuse Minden ist eine neue Schleuse in der ostwestfälischen Stadt Minden in Nordrhein-Westfalen, die am Wasserstraßenkreuz Minden die Schachtschleuse ersetzen soll. Damit ist seit August 2017 die Verbindung von Mittellandkanal und Weser auch für Großmotorgüterschiffe passierbar und der Hafen Bremen erhält nach dem Ausbau der Mittelweser auch für diesen Binnenschiffstyp einen direkten Zugang zum Mittellandkanal. Der Neubau ist östlich parallel zu der Schachtschleuse am Nordabstieg angelegt, die alte Schachtschleuse blieb während der Bauphase in Betrieb. Die architektonische Formgebung kann die Elemente der alten Schachtschleuse nicht aufnehmen. Die Architektur der neuen Weserschleuse ist sachlicher. Türme am Unterhaupt sind nicht mehr notwendig, weil die neue Schleuse mit Stemmtoren gebaut ist. Die Weserschleuse ist seit dem 18. August 2017 für den Verkehr freigegeben.

Bau der Weserschleuse Minden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Neubauamt für den Ausbau des Mittellandkanals (NBA) setzte im Frühjahr 2008 das Planfeststellungsverfahren in Gang und schloss es im August 2009 rechtskräftig ab. Damit konnte die Baumaßnahme am 24. August 2009 mit der Beräumung des Baufelds beginnen. Die eigentlichen Bauarbeiten begannen im Frühjahr 2010, die Inbetriebnahme der Schleuse war für 2015 vorgesehen. Die geschätzten Baukosten betragen 70 Millionen Euro.[1]

Der Bauhof des Wasser- und Schifffahrtsamt Minden wurde für das Großprojekt 2008 verlegt. Der Besucherparkplatz und die Gastronomie an der Schachtschleuse wurden für die Herrichtung des Bauplatzes 2009 geschlossen. Die alten Werkshallen der ehemaligen Staatswerft und der Zuckerhut Minden, ein alter Bunker, wurden abgerissen. Im Mai 2011 wurden zwölf Grundwassermesspunkte rund um die Baustelle eingerichtet, um die Auswirkungen der Tiefbauarbeiten auf das Grundwasser zu kontrollieren.[2]

Im Jahr 2012 begann der Bodenaushub und der Neubau der vorgelagerten Straßenbrücke über der Nordeinfahrt. Der Aushub der Schleusenkammern wurde mit Schuten in eine Kiesgrube bei Petershagen verbracht.[3]

Die Betonarbeiten waren zum Jahresende 2015 abgeschlossen, die Kräne wurden abgebaut. Dann begann der Ausbau.

Im Herbst 2016 waren alle Arbeiten abgeschlossen. Noch vor Weihnachten sollte die Schleuse geflutet werden, um weitere Betriebstests in Funktion durchzuführen. Im Frühjahr 2017 sollte die Schleuse nach dreimonatigen Probebetrieb ihren Betrieb aufnehmen.[4] Am 18. August 2017 wurde die Weserschleuse nach sieben Jahren Bauzeit dem Verkehr freigegeben und in einem feierlichen Festakt eingeweiht.[5] Die Kosten betrugen rund 80 Millionen Euro[6]

Baugrube[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Baugrube für die östlich vorgelagerte neue Schleuse wurde in vier Bauabschnitten geplant: Zum ersten wurde eine Bohrpfahlwand zwischen den beiden Schleusen hergestellt. In der zweiten Phase wurde die Baugrube ausgehoben und die erste Ankerlage gesetzt. Phase 3 beinhaltet den weiteren Aushub und das Setzen der 2. Ankerlage. Abschließend in Phase 4 wurden die dritte und vierte Ankerlage gesetzt und der Endausbau hergestellt.[7]

Wasserverbrauch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beide Schleusen, sowohl die alte Schachtschleuse als auch die neue Weserschleuse, sind als Sparschleusen eingestuft, da sie bis zu 2/3 des Wassers bei der Talschleusung in Sparbehältern auffangen und dann wieder bei der nächsten Füllung der Schleusenkammer abgeben. Die alte Schachtschleuse hat dazu jeweils rechts und links vom Schleusenbecken die sogenannte Sparbecken angeordnet. Die neue Weserschleuse hat zwei Sparbecken parallel östlich des Schleusenbeckens angeordnet.[8] Trotzdem verbraucht die neue Schleuse aufgrund der größeren Schleusenkammer für die neuen großen Schiffe doppelt so viel Wasser wie die alte Schachtschleuse. Bei Fertigstellung wird mit 4000 Schleusungen pro Jahr gerechnet. Die alte Schachtschleuse bleibt in Betrieb, um das Sparpotential auszunutzen.[9]

Anbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem Ausbau der Weserschleuse für die Kapazität der Großmotorgüterschiffe ist es nun möglich, von den Häfen in Bremen über die Mittelweser und die Weserschleuse in den Mittellandkanal zu kommen. Von hier können diese Schiffe über das Ruhrgebiet zum Rhein und damit bis nach Basel gelangen. Damit eröffnen sich den Wasserstraßen im Logistikwettbewerb neue Möglichkeiten.[10]

Bildergalerie vom Bauvorhaben Weserschleuse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildergalerie der Weserschleuse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bauvorhaben Weserschleuse auf der Seite des NBA
  2. Jürgen Langenkemper: 320 Betonpfähle sichern spätere Baugrube. In: Mindener Tageblatt. 4. Mai 2011; abgerufen am 4. Mai 2011.
  3. Schleusenneubau ändert Konturen. In: Mindener Tageblatt. 4.Mai 2012, abgerufen am 6. Mai 2012.
  4. Trockenübungen an der neuen Weserschleuse. In: Mindener Tageblatt. 1. Oktober 2016, abgerufen am 8. Oktober 2016.
  5. Mindener Tageblatt: "Ein Datum, das man nicht vergisst"; Druckausgabe vom 19. August 2017
  6. Eröffnung der Weserschleuse Minden. In: WDR, abgerufen am 22. August 2017.
  7. Ausstellung im Infopoint der Schleuse, besichtigt und abgeschrieben am 20. August 2017.
  8. Ingenieurwasserbau: Referenzen: Weserschleuse Minden abgerufen am 4. Januar 2016
  9. Hans-Jürgen Amtage: Schleuse Minden: Im Frühjahr rollen die Bagger an. In: Mindener Tageblatt. 2. Januar 2010, abgerufen am 22. August 2017.
  10. Henning Wandel: Minden soll Drehscheibe für den Güterverkehr werden. In: lz.de. 20. August 2017, abgerufen am 22. August 2017.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Weserschleuse Minden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien