Wespentaille

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Erzherzogin Maria Antonia von Österreich, spätere Königin Marie Antoinette von Frankreich, ca. 1768
Yvette Guilbert, ca. 1890
Deformierung des Brustkastens durch übermäßiges Schnüren der Taille mit Korsetts (Abb. von 1892)[1]

Mit Wespentaille wird in der Mode eine besonders schmale, betonte Taille bezeichnet (so wie auch die Taille einer Wespe, besonders der Mitglieder der Insekten-Unterordnung der Taillenwespen). Besonders in der Damenmode wird die Wespentaille von Zeit zu Zeit als anzustrebendes Ideal festgelegt. Die Verschmälerung der Taille erfolgt vor allem durch Korsetts, aber auch durch Gürtel, elastische Miederwaren, Korseletts, Corsagen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die vermutlich älteste Erwähnung der Wespentaille findet sich beim Bibliothekar der Fatimiden Asch-Schabuschti (oder Sabusti, gestorben 1008) in dessen Buch über Klöster im islamischen Bereich. Dort wird folgendes Gedicht dem Kalifen Al-Ma'mun zugeschrieben. Es bezieht sich auf christliche Mädchen des Hofstaates, die einen sogenannten Christengürtel trugen (siehe Dhimma), der wohl für die Taille verantwortlich war. Es lautet (zitiert nach der Übersetzung von H. Preißler):

Wie Gazellen, wie goldene Dinare, lieblich in weißen Gewändern sind sie.
Palmsonntag hat sie zu uns geführt mit ihren schönen Gürteln
Lange Locken haben sie, Schwalbenschwänzen gleichen sie.
Zarte Taillen haben sie, Wespen gleichen sie.

Besonders ausgeprägt waren die weiblichen Wespentaillen in Zeiten der Verwendung enger Korsetts mit starker Schnürung. Dies war vor allen im späten 17. und 18. Jahrhundert, zwischen ca. 1840 und 1910, und nach dem Zweiten Weltkrieg in den späten 1940er- und 1950er-Jahren (New Look) der Fall. Um eine noch extremere Wespentaille zu erreichen, lassen sich manche Frauen sogar auch heute noch die unteren Rippenpaare chirurgisch entfernen.[2][3]

Medizinische Folgen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Folge einer engen Einschnürung können Kurzatmigkeit oder Ohnmachtsanfälle sein. Nach längerer Gewöhnung treten diese Probleme jedoch meistens nicht mehr auf. Bei zu enger Schnürung über längere Zeit können die inneren Organe geschädigt werden. Auch eine von Natur aus besonders schlanke, ungeschnürte Taille wird gelegentlich als Wespentaille bezeichnet, obwohl in der Realität kein Taillenumfang vorkommt, der so schmal ist wie das historische Ideal.

Olga de Meyer Caracciolo, 1902

In der Medizin ist die „Wespentaille“ bei der Ratte hinweisend für eine Infektion mit Clostridium botulinum, dem Erreger des Botulismus.

Polistes gallicus mit Wespentaille.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bernhard Langkabel: Der Mensch und seine Rassen. Dietz, Stuttgart 1892, S. 15f.
  2. Sarah Peters: Sophia Wollersheim – So gefährlich ist es, sich vier Rippen entfernen zu lassen, in: www.express.de, 4. Juli 2017, gesehen am 13. Juni 2018
  3. Jane M. Ussher: Women’s health: contemporary international perspectives. Wiley-Blackwell, 2000, S. 17