Westendorf (Landkreis Ostallgäu)
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Koordinaten: | 47° 56′ N, 10° 43′ O | |
| Bundesland: | Bayern | |
| Regierungsbezirk: | Schwaben | |
| Landkreis: | Ostallgäu | |
| Verwaltungsgemeinschaft: | Westendorf | |
| Höhe: | 688 m ü. NHN | |
| Fläche: | 11,93 km² | |
| Einwohner: | 1966 (31. Dez. 2025)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 165 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 87679 | |
| Vorwahl: | 08344 | |
| Kfz-Kennzeichen: | OAL, FÜS, MOD | |
| Gemeindeschlüssel: | 09 7 77 182 | |
| Gemeindegliederung: | 3 Gemeindeteile | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: |
Kaltentaler Str. 1 87679 Westendorf | |
| Website: | gemeinde-westendorf.de | |
| Erster Bürgermeister: | Fritz Obermaier (Vereinigte Wgr./Überp.Wgr.Dös.) | |
| Lage der Gemeinde Westendorf im Landkreis Ostallgäu | ||



Westendorf ist eine Gemeinde im schwäbischen Landkreis Ostallgäu.
Geografie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die aus den Orten Dösingen und Westendorf bestehende Gemeinde Westendorf liegt am Rand des Allgäus, rund elf Kilometer östlich von Kaufbeuren, im nördlichen Teil des Landkreises Ostallgäu.
Es gibt drei Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[2][3]
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bis zur Gemeindegründung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Gründung des Orts wird etwa ins 8. Jahrhundert datiert.[4] Als die Pfarrkirche St. Michael 1849/50 durch einen Neubau ersetzt wurde, fand man Fragmente eines bronzenen, vergoldeten Sporenpaars (1. Hälfte 8. Jh.), die wahrscheinlich aus dem Grab des adeligen Kirchenstifters stammen,[5] sowie Reste karolingischer Chorschranken aus Kalkstein mit Flechtwerkornamentik (um 825–875).[6][7] Beim Anbau einer Sakristei an die Kirche 1981 wurden Gräber gefunden, die wohl aus karolingisch-ottonischer Zeit stammen.[4]
Westendorf gehörte ab 1571[4] zur Freien Reichsstadt Kaufbeuren. Seit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 gehört der Ort zum Kurfürstentum Bayern. Im Jahr 1818 wurde die Gemeinde durch das Gemeindeedikt im Königreich Bayern gegründet.
Eingemeindungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Mai 1978 die Gemeinde Dösingen eingegliedert.[8]
Einwohnerentwicklung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Bevölkerungsentwicklung | ||||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Jahr | 1961[8] | 1970[8] | 1987 | 1991 | 1995 | 2000 | 2005 | 2010 | 2015 | 2020 | ||||
| Einwohner | 946 | 1038 | 1389 | 1496 | 1640 | 1774 | 1857 | 1816 | 1853 | 1846 | ||||
Westendorf wuchs von 1988 bis 2008 um 387 Einwohner bzw. ca. 27 %. Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 1425 auf 1816 um 391 Einwohner bzw. um 27,4 %.
Politik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bürgermeister
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Erster Bürgermeister ist seit 1. Mai 2014 Fritz Obermaier[9] (Vereinigte Wählergruppe Westendorf/Überparteiliche Wählergruppe).
Gemeinderat
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Gemeinderatswahl 2020 erbrachte folgende Stimmenanteile und Sitzverteilung:[10]
- Vereinigte Wählergruppe Westendorf: 58,23 % (7 Sitze)
- Überparteiliche Wählervereinigung Dösingen: 41,77 % (5 Sitze)
Wappen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Blasonierung: „In Gold ein mit drei goldenen Ballen belegter schwarzer Schrägbalken, beseitet von je einem sechsstrahligen roten Stern.“[11] | |
Bau- und Bodendenkmäler
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Wirtschaft und Infrastruktur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Es gab im Jahr 2020 nach der amtlichen Statistik im Bereich Handel und Verkehr 61 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 319 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 790. Im verarbeitenden Gewerbe gab es zwei, im Bauhauptgewerbe vier Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 2016 20 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 642 ha, davon waren 420 ha Dauergrünfläche.
Bildung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 2021):
- eine Kindertageseinrichtung mit 67 Plätzen und 64 betreuten Kindern, darunter 11 unter 3 Jahren
- eine Volksschule mit 15 Lehrkräften, 12 Klassen und 282 Schülerinnen und Schülern
Sport
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der TSV Westendorf ist durch seine erfolgreichen Ringer überregional bekannt.
Söhne und Töchter
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Chrysostomus Blasius Schmid (1883–1962), Missionsbenediktiner, 2. Erzabt von St. Ottilien 1930–1957
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Einwohnerzahlen – Stand: 31. Dezember 2025. (PDF; 4,1 MB) Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke in Bayern. In: statistik.bayern.de. Bayerisches Landesamt für Statistik, Mai 2026, abgerufen am 21. Mai 2026 (Hilfe dazu).
- ↑ Gemeinde Westendorf in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 17. August 2019.
- ↑ Gemeinde Westendorf, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 21. Dezember 2021.
- 1 2 3 Anton Dürr: Westendorf. In: Aegidius Kolb OSB, Ewald Kohler im Auftrag des Landkreises Ostallgäu (Hrsg.): Ostallgäu – einst und jetzt. Band 2. Allgäuer Zeitungsverlag, Kempten 1984, ISBN 3-88006-103-3, S. 1273–1275.
- ↑ Joachim Werner: Bruchstücke eines bronzenen, vergoldeten Sporenpaares. In: Suevia sacra. Frühe Kunst in Schwaben. Ausstellung (...). 3. Auflage. Augsburg 1973, DNB 730519813, S. 79, Kat. 31 mit Abb. 16 und Taf. IV (nach S. 82) (Aufbewahrungsort: Augsburg, Römisches Museum).
- ↑ Katrin Roth-Rubi: Flechtwerkskulptur. In: Historisches Lexikon Bayerns. Bayerische Staatsbibliothek, 5. März 2021 (mit Abbildungen): „2. Viertel 9. Jh. bzw. 2.–3. Viertel 9. Jh.“
- ↑ Von der älteren Forschung wurden diese Fragmente etwa ein halbes Jahrhundert früher datiert: um 800. – Joachim Werner: Reste karolingischer Chorschranken. In: Suevia sacra. Frühe Kunst in Schwaben. Ausstellung (...). 3. Auflage. Augsburg 1973, DNB 730519813, S. 79, Kat. 32 Abb. 19 (Aufbewahrungsort: Augsburg, Römisches Museum).
- 1 2 3 Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart / Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 779 (Statistische Bibliothek des Bundes und der Länder [PDF; 41,1 MB]).
- ↑ Der Gemeinderat (Legislaturperiode 2020–2026). Gemeinde Westendorf, abgerufen am 29. September 2021.
- ↑ Wahl des Gemeinderats – Kommunalwahlen 2020 in der Gemeinde Westendorf – Gesamtergebnis. Abgerufen am 13. Januar 2021.
- ↑ Wappen von Westendorf in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte

