Westerwaldkreis

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Westerwaldkreises Deutschlandkarte, Position des Westerwaldkreises hervorgehoben

Koordinaten: 50° 33′ N, 7° 52′ O

Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Verwaltungssitz: Montabaur
Fläche: 988,95 km2
Einwohner: 202.830 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 205 Einwohner je km2
Kfz-Kennzeichen: WW
Kreisschlüssel: 07 1 43
Kreisgliederung: 192 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Peter-Altmeier-Platz 1
56410 Montabaur
Website: westerwaldkreis.de
Landrat: Achim Schwickert (CDU)
Lage des Westerwaldkreises in Rheinland-Pfalz
NiederlandeBelgienFrankreichLuxemburgBaden-WürttembergHessenNordrhein-WestfalenSaarlandFrankenthal (Pfalz)KaiserslauternKoblenzLandau in der PfalzLandau in der PfalzLudwigshafen am RheinMainzPirmasensSpeyerTrierWormsZweibrückenLandkreis AhrweilerLandkreis Altenkirchen (Westerwald)Landkreis Alzey-WormsLandkreis Bad DürkheimLandkreis Bad KreuznachLandkreis Bernkastel-WittlichLandkreis BirkenfeldLandkreis Cochem-ZellDonnersbergkreisEifelkreis Bitburg-PrümLandkreis GermersheimLandkreis KaiserslauternLandkreis KuselLandkreis Mainz-BingenLandkreis Mayen-KoblenzNeustadt an der WeinstraßeLandkreis NeuwiedRhein-Hunsrück-KreisRhein-Lahn-KreisRhein-Pfalz-KreisLandkreis Südliche WeinstraßeLandkreis SüdwestpfalzLandkreis Trier-SaarburgLandkreis VulkaneifelWesterwaldkreisKarte
Über dieses Bild

Der Westerwaldkreis ist eine Gebietskörperschaft mit 202.830 Einwohnern (31. Dezember 2020) im nördlichen Rheinland-Pfalz. Sitz der Kreisverwaltung und zugleich bevölkerungsreichste Kommune ist die Stadt Montabaur. Der Landkreis entstand im Jahr 1974 im Rahmen der rheinland-pfälzischen Gebiets- und Verwaltungsreform aus den gleichzeitig aufgelösten Landkreisen Unterwesterwaldkreis (mit Sitz in Montabaur) und Oberwesterwaldkreis (mit Sitz in Westerburg).

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Fläche des Westerwaldkreises wurde im Jahr 2014 laut Kreisverwaltung des Westerwaldkreises mit 988,97[2] bzw. gemäß Statistischem Landesamt Rheinland-Pfalz mit 988,98 Quadratkilometern[3] berechnet. Die Nord-Süd-Ausdehnung beträgt 44 und die West-Ost-Ausdehnung 40 Kilometer. Die höchste Erhebung ist die Fuchskaute mit 657 m ü. NN, der niedrigste Punkt mit 150 m befindet sich im Gelbachtal unterhalb von Dies, einem Ortsteil von Gackenbach.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Westerwaldkreis befindet sich im nördlichen Rheinland-Pfalz, unweit des Dreiländerecks mit Hessen und Nordrhein-Westfalen. Der Landkreis erstreckt sich über den Westerwald nordöstlich von Koblenz. Er ist relativ dünn besiedelt. Größere Flüsse sind die Nister, die Wied und die Sayn, die jedoch schon wenige Kilometer nach der Quelle das Kreisgebiet verlassen.

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Westerwald hat trotz seiner relativ geringen Höhe ein für Mittelgebirge typisches Reizklima.[4] Die durchschnittliche Jahrestemperatur liegt zwischen 6,5 und 8,5 Grad Celsius. Durchschnittlich beträgt der jährliche Niederschlag zwischen 780 und 1300 Millimeter. Rund 40 Prozent des Landkreises sind bewaldet.[2]

Nachbarkreise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Westerwaldkreis grenzt im Uhrzeigersinn im Nordosten beginnend an den Kreis Siegen-Wittgenstein (in Nordrhein-Westfalen), an den Lahn-Dill-Kreis und den Landkreis Limburg-Weilburg (beide in Hessen) sowie an den Rhein-Lahn-Kreis, an die kreisfreie Stadt Koblenz und an die Landkreise Mayen-Koblenz, Neuwied und Altenkirchen (Westerwald) (alle in Rheinland-Pfalz).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das heutige Kreisgebiet war vor 1800 in zahlreiche Herrschaftsgebiete aufgeteilt, wovon das Kurfürstentum Trier und das Fürstentum Nassau-Oranien die größten Anteile hatte. Danach kam das Gebiet ab 1806/1815 an das Herzogtum Nassau und 1866 wurde es von Preußen annektiert. Danach entstanden die drei Landkreise Unterwesterwaldkreis (Sitz in Montabaur), Oberwesterwaldkreis (Sitz in Bad Marienberg) und Westerburg. 1932 wurde der nördliche Teil des Landkreises Westerburg mit der Stadt Westerburg dem Oberwesterwaldkreis angegliedert, dessen Kreissitz von Bad Marienberg nach Westerburg verlegt wurde. Der südliche Teil des Landkreises Westerburg kam an den Unterwesterwaldkreis. Die Kreise gehörten zum Regierungsbezirk Wiesbaden der Provinz Hessen-Nassau. Am 30. August 1946 kamen beide Landkreise zu Rheinland-Pfalz und gehörten dort zunächst zum Regierungsbezirk Montabaur. Nach dessen Auflösung 1968 wurden beide Kreise dem Regierungsbezirk Koblenz zugeordnet. 1970 wechselten Marienhausen aus dem Unterwesterwaldkreis in den Landkreis Neuwied und Berod bei Hachenburg aus dem Oberwesterwaldkreis in den Landkreis Altenkirchen. Im Rahmen der Kreisreform wurden beide Kreise zum 16. März 1974 zum Landkreis Westerwald, der am 1. August 1974 seinen heutigen Namen erhielt, vereinigt (mit Ausnahme von Arzbach, welches heute zum Rhein-Lahn-Kreis gehört, und Stromberg, heute Stadtteil von Bendorf im Landkreis Mayen-Koblenz).[5]

Einwohner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungspyramide für den Westerwaldkreis (Datenquelle: Zensus 2011[6].)
  • 1975: 165.800[7]
  • 1980: 167.700[8]
  • 1990: 178.100[9]
  • 2000: 201.800[10]
  • 2010: 198.580
  • 2018: 201.597
  • 31. Dezember 2020: 202.830[1]

Die Bewohner werden im Allgemeinen als Westerwälder bezeichnet, die Einheimischen bezeichnen sich selbst als Wäller bzw. Basaltköppe,[11] da sie als dickköpfig gelten und in einer sehr basaltreichen Region leben. Per 31. Dezember 2020 zählte der Westerwaldkreis 202.830 Einwohner.[1] Die Bevölkerungsdichte bezifferte sich am Stichtag auf 205 Einwohner pro Quadratkilometer. Ende 2013 gab es im Landkreis mehr Frauen (50,5 Prozent) als Männer (49,5 Prozent).[3] Der Altenquotient übertrifft mit 32,5 Prozent den Jugendquotienten (32,1 Prozent) marginal.

Der Ausländeranteil (gemeldete Einwohner ohne deutsche Staatsangehörigkeit) belief sich am 31. Dezember 2013 auf 6,2 Prozent (12.263 Personen).[3] Zu den am stärksten vertretenen Nationalitäten zählen vornehmlich türkisch, polnisch, italienisch, kosovarisch, russisch, bulgarisch, bosnisch und herzegowinisch, rumänisch, niederländisch und kroatisch.

Im Juni 2021 verzeichnete der Landkreis eine Arbeitslosenquote von 3,1 Prozent (3.612 registrierte Personen).[12]

Konfessionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Katholiken bilden im Westerwaldkreis eine Mehrheit. Laut der Volkszählung 2011 waren im Jahr 2011 48,7 Prozent römisch-katholisch, 28,4 Prozent der Einwohner evangelisch und 22,9 Prozent waren konfessionslos, gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder machten keine Angabe.[13] Die Zahl der Protestanten und Katholiken ist seitdem gesunken. Ende Juni 2021 hatten 41,6 Prozent der Einwohner die katholische Konfession und 24,8 Prozent die evangelische. 33,6 Prozent gehörten entweder einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder waren konfessionslos.[14]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sitzverteilung im Kreistag des Westerwaldkreises 2019
       
Insgesamt 50 Sitze
Das Kreishaus in Montabaur ist Sitz der Kreisverwaltung des Westerwaldkreises.

Politisch ist der Westerwaldkreis konservativ ausgerichtet. Das zeigt sich auch in der dominierenden Position der CDU, die mit Abstand stärkste Kraft ist und nach erfolgreicher Wiederwahl 2017 weiterhin den Landrat stellt. Bei der Kreistagswahl 2019 hat die CDU, wie die SPD, deutliche Verluste erfahren. Gewinner der Wahl sind die erstmals angetretene AfD, sowie Grüne und FDP, was dem allgemeinen Landestrend bei den Kommunalwahlen in Rheinland-Pfalz entspricht.

Kreistag[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kreistag des Westerwaldkreises besteht aus 50 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählten ehrenamtlichen Kreistagsmitgliedern und dem Landrat als Vorsitzendem. Nach der letzten Kreistagswahl am 26. Mai 2019 ergibt sich folgende Sitzverteilung:[15]

Jahr SPD CDU AfD FDP Grüne Linke FWG1 NPD Gesamt
2019 10 18 4 3 7 2 6 50
2014 14 22 2 4 2 6 50
2009 15 21 4 3 1 5 1 50
2004 14 26 2 3 5 50
1999 18 24 2 2 4 50
1 Freie Wählergruppe Westerwald (FWG) e. V.

Aufgrund der Besonderheiten des rheinland-pfälzischen Wahlsystems bei den Kommunalwahlen (personalisierte Verhältniswahl) sind die in der Grafik dargestellten prozentualen Stimmanteile als „gewichtete Ergebnisse“ ausgewiesen, die das Wahlverhalten nur rechnerisch wiedergeben können.[16]

Landrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem 11. Oktober 2009 hat Achim Schwickert (CDU) die Funktion des Landrates inne, bei der Landratswahl am 7. Mai 2017 wurde er mit einem Stimmenanteil von 88,87 Prozent für weitere acht Jahre im Amt bestätigt.[17] Der Landrat ist zudem Behördenleiter und Vorsitzender des Kreisvorstandes, Vorsitzender des Kreistages und Außenvertreter des Landkreises. Als Vertreter des Landrates zählen die Mitglieder des Kreisvorstandes Kurt Schüler (erster Kreistagsabgeordneter) sowie Ulrich Keßler und Thomas Roth (beide Kreistagsabgeordnete).

Ehemalige Landräte

Kreisverwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kreisverwaltung des Westerwaldkreises besteht aus drei Dezernaten und neun Abteilungen (davon eine als Eigenbetrieb).[2] Den Abteilungen sind zahlreiche Referate und Fachbereiche untergeordnet.

Wappen und Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Westerwaldkreis führt ein Siegel, ein Wappen sowie eine Hiss- und Bannerflagge.

Wappen des Westerwaldkreises
Blasonierung: „In Silber ein grüner Schrägbalken; unten wachsend sieben silbern berandete, sechseckige schwarze Basaltsäulen von unterschiedlicher Höhe, oben eine zylindrische, altdeutsche blaue Kanne mit silbernen Riffeln und drei ovalen silbernen Medaillons.“
Wappenbegründung: Die sieben Basaltsäulen stehen für die sieben Verbandsgemeinden, in denen Basalt und Quarz vorkommt, während die Kanne mit den drei Medaillons die drei Verbandsgemeinden des sogenannten Kannenbäckerlandes symbolisiert, in denen das Töpferhandwerk und die keramische Industrie beheimatet sind. Der grüne Schrägbalken symbolisiert den Erholungswert des Kreises mit seinen Wäldern und Wiesen.

Das Wappen wurde per 2. Februar 1976 genehmigt.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemessen am nominalen Bruttoinlandsprodukt zählt der Westerwaldkreis zu den wirtschaftsstärksten Landkreisen in Rheinland-Pfalz.[18] 2010 wurden im Landkreis nominal 5,4 Milliarden Euro erwirtschaftet – dies stellt die höchste Quote in allen rheinland-pfälzischen Landkreisen dar. Die Stadt Montabaur und die Verbandsgemeinde Wallmerod weisen jeweils die höchste Pro-Kopf-Kaufkraft im Landkreis auf und liegen mit ihren Werten über dem Bundesdurchschnitt.[19]

2012 pendelten rund 29.000 Menschen über den Westerwaldkreis hinaus zur Arbeit, während rund 17.000 Menschen in den Landkreis zu ihrem Arbeitsplatz einpendelten. Der Großteil jener Arbeitnehmer, die das Kreisgebiet verließen, fuhr vornehmlich nach Koblenz, in den hessischen Landkreis Limburg-Weilburg und in den Landkreis Altenkirchen (Westerwald). Die Einpendler stammen insbesondere aus den Landkreisen Altenkirchen, Neuwied und dem Rhein-Lahn-Kreis.

Im sogenannten „Zukunftsatlas“ 2016 belegte der Westerwaldkreis Platz 215 von 402 Landkreisen, Kommunalverbänden und kreisfreien Städten in Deutschland und zählt damit zu den Regionen mit „ausgeglichenem Chancen-Risiko-Mix“ für die Zukunft.[20] In der Ausgabe von 2019 lag er auf Platz 217 von 401.[21]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schienenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein ICE 3 passiert ohne Halt den Bahnhof Montabaur.

Die verkehrsferne Gegend des Westerwaldes wurde erst Ende des 19. Jahrhunderts von Bahnlinien erschlossen, die – bis auf eine Kleinbahn – von der Preußischen Staatsbahn erbaut wurden. Seit 2002 ist der Westerwald durch den Bahnhof Montabaur an der Schnellfahrstrecke Köln–Rhein/Main mit vereinzelten Halten an das nationale und internationale Fernverkehrsnetz angeschlossen. Der ICE verbindet im Südosten den Bahnhof Limburg Süd, den Frankfurter Flughafen-Fernbahnhof und den Frankfurter Hauptbahnhof. In entgegengesetzter Richtung verbindet der ICE den Bahnhof Siegburg/Bonn, den Kölner Hauptbahnhof sowie den Bahnhof Köln Messe/Deutz, das Ruhrgebiet und Brüssel.

Im Jahr 1884 wurde die Unterwesterwaldbahn von Limburg über Montabaur nach Altenkirchen eröffnet, von der in Siershahn eine Linie nach Engers am Rhein abzweigte, die in Grenzau einen Abzweig nach Höhr-Grenzhausen erhielt, der erst 1911 bis Hillscheid verlängert wurde. Die zweite Strecke von Limburg nach Altenkirchen über Hadamar–Westerburg wurde nur zwei Jahre später – 1886 – in Betrieb genommen.

Von Herborn im Lahn-Dill-Kreis führte ab 1906 eine Nebenbahn bis Rennerod und erreichte 1907 Westerburg. In ihr mündete ebenfalls die 1911 eröffnete Bahnstrecke Erbach–Fehl-Ritzhausen ein, die von der Oberwesterwaldbahn Altenkirchen–Westerburg–Limburg abzweigte.

Die östliche Nord-Süd-Strecke wurde 1910 mit der westlichen Parallelstrecke durch die Bahnlinie Westerburg–Montabaur verbunden.

Eine weitere Querverbindung war bereits 1901 durch die Schmalspurstrecke der Kleinbahn-AG Selters-Hachenburg geschaffen worden.

Die Stadt Höhr-Grenzhausen erhielt 1907 – nebst einer Verlängerung im Jahre 1910 – durch die Coblenzer Straßenbahn-Gesellschaft eine elektrische Überlandlinie nach Vallendar am Rhein; diese wurde 1941 durch einen Oberleitungsbus ersetzt.

Von dem Eisenbahnnetz, das ab 1911 – also ohne die 25 Kilometer Neubaustrecke – etwa 185 Kilometer umfasste, werden heute nur noch 66 Kilometer von Personenzügen befahren. Dieser Verkehr wurde Ende 2004 von der Vectus Verkehrsgesellschaft übernommen. Der Verkehrsvertrag mit der ehemaligen Vectus Verkehrsgesellschaft endete zum Fahrplanwechsel im Dezember 2014. Ab Dezember 2014 übernahm die Hessische Landesbahn, Betriebsbereich Dreiländerbahn, die Verkehrsleistungen auf der RB 29 („Unterwesterwaldbahn“) und auf der RB 90 („Westerwald-Sieg-Bahn“), die zum Fahrplanwechsel 2015 ab Au (Sieg) über Wissen und Betzdorf nach Siegen verlängert wurde. Der Bahnhof Au (Sieg) ist ein wichtiger Umsteigebahnhof für Reisende aus dem Oberwesterwald in Richtung Bonn, Köln und Aachen, hier endet die aus Düren kommende Linie S12 der S-Bahn Köln (Düren – Horrem – Köln – Siegburg/Bonn – Herchen – Au(Sieg)), der „Rhein-Sieg-Express“ (RE 9) verkehrt ab Au (Sieg) nach Siegen sowie in entgegengesetzter Richtung zum Bahnhof Siegburg/Bonn, nach Köln, Düren und Aachen.

Seit dem 1. Januar 2017 wendet der Westerwaldkreis für Bus- und Bahnfahrscheine den Tarif des Verkehrsverbundes Rhein-Mosel (VRM) an.[22]

Einstellungen des Personenverkehrs:

  • 1950: Herschbach – Hachenburg 19 km (Meterspur)
  • 1959: Herborn – Rehe – Rennerod 6 km (Westerwaldquerbahn)
  • 1960: Selters – Herschbach 5 km (Meterspur)
  • 1971: Fehl-Ritzhausen – Bad Marienberg – Erbach 12 km
  • 1972: Grenzau – Höhr-Grenzhausen – Hillscheid 7 km
  • 1981: Rennerod – Fehl-Ritzhausen – Westerburg 17 km (Westerwaldquerbahn)
  • 1981: Montabaur – Wallmerod – Westerburg 26 km (Westerwaldquerbahn)
  • 1984: Siershahn – Selters – Altenkirchen 40 km (davon 12 km im Westerwaldkreis) (Holzbachtalbahn)
  • 1989: Engers – Grenzau – Siershahn 28 km (davon 15 km im Westerwaldkreis) (Brexbachtalbahn)

Fernstraßen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch das Kreisgebiet führen die Bundesautobahnen 3 (Köln–Frankfurt am Main) und die 48 (Koblenz–Montabaur). Ferner wird das Kreisgebiet von mehreren Bundesstraßen erschlossen, darunter die B 8, die B 49, die B 54, die B 255, die B 413 und die B 414.

Anfang des 21. Jahrhunderts wurden Anstrengungen unternommen, den Westerwaldkreis besser an das Autobahnnetz anzubinden. Die unter dem Namen „Westerwaldautobahn“ diskutierte Strecke hätte die A 48 bei Dernbach mit der A 45 bei Freudenberg verbunden und damit insbesondere die Verkehrssituation in der Verbandsgemeinde Hachenburg und im Landkreis Altenkirchen (Westerwald) erheblich verbessert. Dennoch wurde die „Westerwaldautobahn“ aufgrund erheblichen Protestes nicht realisiert.[23]

Administrative Gliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Westerwaldkreis umfasst zehn Verbandsgemeinden mit 192 Ortsgemeinden. Die größte Kommune ist die Stadt Montabaur mit 14.213 Einwohnern, die kleinste Ortsgemeinde ist Heuzert mit 117 Einwohnern.

Karte: Gemeinden des Westerwaldkreises

Verbandsgemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verbandsgemeinde Einwohner
(31. Dezember 2020)[24]
Bad Marienberg (Westerwald) 19.334
Hachenburg 24.362
Höhr-Grenzhausen 13.476
Montabaur 40.524
Ransbach-Baumbach 15.143
Rennerod 16.736
Selters (Westerwald) 16.165
Wallmerod 14.619
Westerburg 22.820
Wirges 19.651

Ortsgemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Verwaltungssitze der Verbandsgemeinden sind mit einem Stern (*) markiert.

Ortsgemeinde Einwohner
(31. Dezember 2020)[24]
Verbandsgemeinde
Bad Marienberg (Westerwald), Stadt * 6.103 Bad Marienberg (Westerwald)
Bölsberg 222 Bad Marienberg (Westerwald)
Dreisbach 547 Bad Marienberg (Westerwald)
Fehl-Ritzhausen 764 Bad Marienberg (Westerwald)
Großseifen 633 Bad Marienberg (Westerwald)
Hahn bei Marienberg 473 Bad Marienberg (Westerwald)
Hardt 466 Bad Marienberg (Westerwald)
Hof 1.185 Bad Marienberg (Westerwald)
Kirburg 584 Bad Marienberg (Westerwald)
Langenbach bei Kirburg 1.083 Bad Marienberg (Westerwald)
Lautzenbrücken 450 Bad Marienberg (Westerwald)
Mörlen 516 Bad Marienberg (Westerwald)
Neunkhausen 1.016 Bad Marienberg (Westerwald)
Nisterau 823 Bad Marienberg (Westerwald)
Nistertal 1.174 Bad Marienberg (Westerwald)
Norken 933 Bad Marienberg (Westerwald)
Stockhausen-Illfurth 437 Bad Marienberg (Westerwald)
Unnau 1.925 Bad Marienberg (Westerwald)
Alpenrod 1.596 Hachenburg
Astert 233 Hachenburg
Atzelgift 608 Hachenburg
Borod 497 Hachenburg
Dreifelden 262 Hachenburg
Gehlert 621 Hachenburg
Giesenhausen 321 Hachenburg
Hachenburg, Stadt * 6.175 Hachenburg
Hattert 1.766 Hachenburg
Heimborn 261 Hachenburg
Heuzert 117 Hachenburg
Höchstenbach 691 Hachenburg
Kroppach 705 Hachenburg
Kundert 256 Hachenburg
Limbach 412 Hachenburg
Linden 139 Hachenburg
Lochum 320 Hachenburg
Luckenbach 657 Hachenburg
Marzhausen 262 Hachenburg
Merkelbach 413 Hachenburg
Mörsbach 426 Hachenburg
Mudenbach 721 Hachenburg
Mündersbach 791 Hachenburg
Müschenbach 970 Hachenburg
Nister 1.044 Hachenburg
Roßbach 827 Hachenburg
Steinebach an der Wied 822 Hachenburg
Stein-Wingert 237 Hachenburg
Streithausen 496 Hachenburg
Wahlrod 856 Hachenburg
Welkenbach 142 Hachenburg
Wied 479 Hachenburg
Winkelbach 239 Hachenburg
Hilgert 1.510 Höhr-Grenzhausen
Hillscheid 2.421 Höhr-Grenzhausen
Höhr-Grenzhausen, Stadt * 9.303 Höhr-Grenzhausen
Kammerforst 242 Höhr-Grenzhausen
Boden 597 Montabaur
Daubach 472 Montabaur
Eitelborn 2.463 Montabaur
Gackenbach 538 Montabaur
Girod 1.207 Montabaur
Görgeshausen 890 Montabaur
Großholbach 992 Montabaur
Heilberscheid 655 Montabaur
Heiligenroth 1.408 Montabaur
Holler 976 Montabaur
Horbach 693 Montabaur
Hübingen 518 Montabaur
Kadenbach 1.319 Montabaur
Montabaur, Stadt * 14.213 Montabaur
Nentershausen 2.020 Montabaur
Neuhäusel 2.028 Montabaur
Niederelbert 1.711 Montabaur
Niedererbach 1.013 Montabaur
Nomborn 732 Montabaur
Oberelbert 1.158 Montabaur
Ruppach-Goldhausen 1.242 Montabaur
Simmern 1.491 Montabaur
Stahlhofen 738 Montabaur
Untershausen 492 Montabaur
Welschneudorf 958 Montabaur
Alsbach 641 Ransbach-Baumbach
Breitenau 708 Ransbach-Baumbach
Caan 694 Ransbach-Baumbach
Deesen 708 Ransbach-Baumbach
Hundsdorf 434 Ransbach-Baumbach
Nauort 2.224 Ransbach-Baumbach
Oberhaid 380 Ransbach-Baumbach
Ransbach-Baumbach, Stadt * 7.860 Ransbach-Baumbach
Sessenbach 507 Ransbach-Baumbach
Wirscheid 341 Ransbach-Baumbach
Wittgert 646 Ransbach-Baumbach
Bretthausen 199 Rennerod
Elsoff (Westerwald) 902 Rennerod
Hellenhahn-Schellenberg 1.234 Rennerod
Homberg (Westerwald) 173 Rennerod
Hüblingen 310 Rennerod
Irmtraut 765 Rennerod
Liebenscheid 830 Rennerod
Neunkirchen (Westerwald) 536 Rennerod
Neustadt/Westerwald 585 Rennerod
Niederroßbach 667 Rennerod
Nister-Möhrendorf 292 Rennerod
Oberrod 624 Rennerod
Oberroßbach 349 Rennerod
Rehe 978 Rennerod
Rennerod, Stadt * 4.374 Rennerod
Salzburg 220 Rennerod
Seck 1.148 Rennerod
Stein-Neukirch 422 Rennerod
Waigandshain 218 Rennerod
Waldmühlen 323 Rennerod
Westernohe 930 Rennerod
Willingen (Westerwald) 282 Rennerod
Zehnhausen bei Rennerod 375 Rennerod
Ellenhausen 300 Selters (Westerwald)
Ewighausen 226 Selters (Westerwald)
Freilingen 674 Selters (Westerwald)
Freirachdorf 655 Selters (Westerwald)
Goddert 426 Selters (Westerwald)
Hartenfels 769 Selters (Westerwald)
Herschbach 2.844 Selters (Westerwald)
Krümmel 313 Selters (Westerwald)
Marienrachdorf 974 Selters (Westerwald)
Maroth 245 Selters (Westerwald)
Maxsain 1.052 Selters (Westerwald)
Nordhofen 534 Selters (Westerwald)
Quirnbach 475 Selters (Westerwald)
Rückeroth 492 Selters (Westerwald)
Schenkelberg 666 Selters (Westerwald)
Selters (Westerwald), Stadt * 2.819 Selters (Westerwald)
Sessenhausen 866 Selters (Westerwald)
Steinen 251 Selters (Westerwald)
Vielbach 525 Selters (Westerwald)
Weidenhahn 572 Selters (Westerwald)
Wölferlingen 487 Selters (Westerwald)
Arnshöfen 147 Wallmerod
Berod bei Wallmerod 540 Wallmerod
Bilkheim 473 Wallmerod
Dreikirchen 1.014 Wallmerod
Elbingen 322 Wallmerod
Ettinghausen 334 Wallmerod
Hahn am See 385 Wallmerod
Herschbach (Oberwesterwald) 912 Wallmerod
Hundsangen 2.046 Wallmerod
Kuhnhöfen 166 Wallmerod
Mähren 207 Wallmerod
Meudt 1.930 Wallmerod
Molsberg 456 Wallmerod
Niederahr 817 Wallmerod
Oberahr 542 Wallmerod
Obererbach 493 Wallmerod
Salz 846 Wallmerod
Steinefrenz 803 Wallmerod
Wallmerod * 1.417 Wallmerod
Weroth 582 Wallmerod
Zehnhausen bei Wallmerod 187 Wallmerod
Ailertchen 627 Westerburg
Bellingen 618 Westerburg
Berzhahn 486 Westerburg
Brandscheid 470 Westerburg
Enspel 276 Westerburg
Gemünden 974 Westerburg
Girkenroth 596 Westerburg
Guckheim 957 Westerburg
Halbs 363 Westerburg
Härtlingen 372 Westerburg
Hergenroth 435 Westerburg
Höhn 3.040 Westerburg
Kaden 580 Westerburg
Kölbingen 996 Westerburg
Langenhahn 1.389 Westerburg
Pottum 1.046 Westerburg
Rotenhain 507 Westerburg
Rothenbach 897 Westerburg
Stahlhofen am Wiesensee 363 Westerburg
Stockum-Püschen 625 Westerburg
Weltersburg 310 Westerburg
Westerburg, Stadt * 5.739 Westerburg
Willmenrod 647 Westerburg
Winnen 507 Westerburg
Bannberscheid 653 Wirges
Dernbach (Westerwald) 2.470 Wirges
Ebernhahn 1.245 Wirges
Helferskirchen 1.203 Wirges
Leuterod 852 Wirges
Mogendorf 1.344 Wirges
Moschheim 735 Wirges
Niedersayn 168 Wirges
Ötzingen 1.398 Wirges
Siershahn 2.852 Wirges
Staudt 1.257 Wirges
Wirges, Stadt * 5.474 Wirges

Für Listen zu dem Begriff „Gebietsveränderungen“ siehe Gebietsreformen in Rheinland-Pfalz.

Kfz-Kennzeichen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. August 1974 wurde dem Landkreis das seit dem 1. Juli 1956 für den Unterwesterwaldkreis gültige Unterscheidungszeichen MT zugewiesen. Es wurde von dessen Kreisstadt Montabaur hergeleitet. 1979 wurde das heutige Unterscheidungszeichen WW eingeführt, das bis heute als einziges Kennzeichen ausgegeben wird.

Die Kreisverwaltung des Westerwaldkreises lehnt die Wiedereinführung der Alt-Kennzeichen MT (Montabaur bzw. Unterwesterwaldkreis) und WEB (Westerburg bzw. Oberwesterwaldkreis) vehement ab, da der Landrat „das WW-Kennzeichen als starkes Zeichen der Identifikation mit der ganzen Region“ sehe.[25] Eine Wiedereinführung würde, so Landrat Schwickert, „die alten Gräben zwischen dem ehemaligen Oberwesterwaldkreis (WEB) und dem früheren Unterwesterwaldkreis (MT) wieder aufreißen“.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Portal: Westerwald – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Westerwald

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2020, Kreise, Gemeinden, Verbandsgemeinden (Hilfe dazu).
  2. a b c Westerwald: Land – Leute – Ideen. Kreisbroschüre Auflage 2014. (PDF; 1,68 MB) Kreisverwaltung des Westerwaldkreises, abgerufen am 21. April 2015.
  3. a b c Mein Kreis, meine kreisfreie Stadt – Westerwaldkreis. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz, abgerufen am 21. April 2015.
  4. Westerwald. In: wald-rlp.de. Ministerium für Wirtschaft, Klimaschutz, Energie und Landesplanung Rheinland-Pfalz, abgerufen am 21. April 2015.
  5. Amtliches Gemeindeverzeichnis (= Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz [Hrsg.]: Statistische Bände. Band 407). Bad Ems Februar 2016, S. 156 (PDF; 2,8 MB).
  6. https://ergebnisse2011.zensus2022.de/datenbank/online/ Datenbank Zensus 2011, Westerwaldkreis, Alter + Geschlecht]
  7. Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1977
  8. Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1981
  9. Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1992
  10. Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 2002
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  12. Westerwaldkreis. In: statistik.arbeitsagentur.de. Bundesagentur für Arbeit, abgerufen am 19. Juli 2021.
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  14. Landkreis Westerwald Gemeindestatistik, abgerufen am 2. Juli 2021
  15. Der Landeswahlleiter RLP: Westerwaldkreis. Endgültiges Ergebnis der Kreistagswahl 2019. Abgerufen am 10. August 2019.
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  17. Kreisverwaltung des Westerwaldkreises: Landratswahl 2017. im Westerwaldkreis. Abgerufen am 10. August 2019.
  18. Dr. Birgit Hübbers: Rheinland-Pfalz regional: Westerwaldkreis. (PDF; 213 kB) Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz, abgerufen am 19. April 2015.
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  20. Zukunftsatlas 2016. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 2. Oktober 2017; abgerufen am 23. März 2018.
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  22. Westerwaldkreis tritt Gemeinschaftstarif bei. Kreistag trifft wichtige Entscheidung. In: westerwaldkreis.de. Kreisverwaltung des Westerwaldkreises, 14. Juli 2016, abgerufen am 16. Juli 2016.
  23. Naturschutz in Rheinland-Pfalz. (Nicht mehr online verfügbar.) NABU – Naturschutzbund Deutschland e. V., archiviert vom Original am 13. Dezember 2014; abgerufen am 23. April 2015.
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  25. Kreis lehnt Alt-Kennzeichen MT und WEB ab. Rhein-Zeitung, 23. August 2012, abgerufen am 9. April 2015.