Westerwaldkreis

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Wappen Deutschlandkarte

Koordinaten: 50° 33′ N, 7° 52′ O

Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Verwaltungssitz: Montabaur
Fläche: 989,05 km2
Einwohner: 203.831 (31. Dez. 2021)[1]
Bevölkerungsdichte: 206 Einwohner je km2
Kfz-Kennzeichen: WW
Kreisschlüssel: 07 1 43
Kreisgliederung: 192 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Peter-Altmeier-Platz 1
56410 Montabaur
Website: westerwaldkreis.de
Landrat: Achim Schwickert (CDU)
Lage des Westerwaldkreises in Rheinland-Pfalz
NiederlandeBelgienFrankreichLuxemburgBaden-WürttembergHessenNordrhein-WestfalenSaarlandFrankenthal (Pfalz)KaiserslauternKoblenzLandau in der PfalzLandau in der PfalzLudwigshafen am RheinMainzPirmasensSpeyerTrierWormsZweibrückenLandkreis AhrweilerLandkreis Altenkirchen (Westerwald)Landkreis Alzey-WormsLandkreis Bad DürkheimLandkreis Bad KreuznachLandkreis Bernkastel-WittlichLandkreis BirkenfeldLandkreis Cochem-ZellDonnersbergkreisEifelkreis Bitburg-PrümLandkreis GermersheimLandkreis KaiserslauternLandkreis KuselLandkreis Mainz-BingenLandkreis Mayen-KoblenzNeustadt an der WeinstraßeLandkreis NeuwiedRhein-Hunsrück-KreisRhein-Lahn-KreisRhein-Pfalz-KreisLandkreis Südliche WeinstraßeLandkreis SüdwestpfalzLandkreis Trier-SaarburgLandkreis VulkaneifelWesterwaldkreisKarte
Über dieses Bild

Der Westerwaldkreis ist eine Gebietskörperschaft mit 203.831 Einwohnern (31. Dezember 2021) im nördlichen Rheinland-Pfalz. Sitz der Kreisverwaltung und zugleich bevölkerungsreichste Kommune ist die Stadt Montabaur. Der Landkreis entstand im Jahr 1974 im Rahmen der rheinland-pfälzischen Gebiets- und Verwaltungsreform aus den gleichzeitig aufgelösten Landkreisen Unterwesterwaldkreis (mit Sitz in Montabaur) und Oberwesterwaldkreis (mit Sitz in Westerburg).

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Fläche des Westerwaldkreises wurde im Jahr 2014 laut Kreisverwaltung des Westerwaldkreises mit 988,97[2] bzw. gemäß Statistischem Landesamt Rheinland-Pfalz mit 988,98 Quadratkilometern[3] berechnet. Die Nord-Süd-Ausdehnung beträgt 44 und die West-Ost-Ausdehnung 40 Kilometer. Die höchste Erhebung ist die Fuchskaute mit 657 m ü. NN, der niedrigste Punkt mit 150 m befindet sich im Gelbachtal unterhalb von Dies, einem Ortsteil von Gackenbach.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Westerwaldkreis befindet sich im nördlichen Rheinland-Pfalz, am Dreiländereck mit Hessen und Nordrhein-Westfalen. Der Landkreis erstreckt sich über den Westerwald nordöstlich von Koblenz. Größere Flüsse sind die Nister, die Wied und die Sayn, die jedoch schon wenige Kilometer nach der Quelle das Kreisgebiet verlassen.

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Westerwald hat trotz seiner relativ geringen Höhe ein für Mittelgebirge typisches Reizklima.[4] Die durchschnittliche Jahrestemperatur liegt zwischen 6,5 und 8,5 Grad Celsius. Durchschnittlich beträgt der jährliche Niederschlag zwischen 780 und 1300 Millimeter. Rund 40 Prozent des Landkreises sind bewaldet.[2]

Nachbarkreise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Westerwaldkreis grenzt im Uhrzeigersinn im Nordosten beginnend an den Kreis Siegen-Wittgenstein (in Nordrhein-Westfalen), an den Lahn-Dill-Kreis und den Landkreis Limburg-Weilburg (beide in Hessen) sowie an den Rhein-Lahn-Kreis, an die kreisfreie Stadt Koblenz und an die Landkreise Mayen-Koblenz, Neuwied und Altenkirchen (Westerwald) (alle in Rheinland-Pfalz).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das heutige Kreisgebiet war vor 1800 in zahlreiche Herrschaftsgebiete aufgeteilt, wovon das Kurfürstentum Trier und das Fürstentum Nassau-Oranien die größten Anteile hatte. Danach kam das Gebiet ab 1806/1815 an das Herzogtum Nassau und 1866 wurde es von Preußen annektiert. Danach entstanden die drei Landkreise Unterwesterwaldkreis (Sitz in Montabaur), Oberwesterwaldkreis (Sitz in Bad Marienberg) und Westerburg. 1932 wurde der nördliche Teil des Landkreises Westerburg mit der Stadt Westerburg dem Oberwesterwaldkreis angegliedert, dessen Kreissitz von Bad Marienberg nach Westerburg verlegt wurde. Der südliche Teil des Landkreises Westerburg kam an den Unterwesterwaldkreis. Die Kreise gehörten zum Regierungsbezirk Wiesbaden der Provinz Hessen-Nassau. Am 30. August 1946 kamen beide Landkreise zu Rheinland-Pfalz und gehörten dort zunächst zum Regierungsbezirk Montabaur. Nach dessen Auflösung 1968 wurden beide Kreise dem Regierungsbezirk Koblenz zugeordnet. 1970 wechselten Marienhausen aus dem Unterwesterwaldkreis in den Landkreis Neuwied und Berod bei Hachenburg aus dem Oberwesterwaldkreis in den Landkreis Altenkirchen. Im Rahmen der Kreisreform wurden beide Kreise zum 16. März 1974 zum Landkreis Westerwald, der am 1. August 1974 seinen heutigen Namen erhielt, vereinigt (mit Ausnahme von Arzbach, welches heute zum Rhein-Lahn-Kreis gehört, und Stromberg, heute Stadtteil von Bendorf im Landkreis Mayen-Koblenz).[5]

Einwohnerstatistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungspyramide für den Westerwaldkreis (Datenquelle: Zensus 2011[6].)
  • 1975: 165.800[7]
  • 1980: 167.700[8]
  • 1990: 178.100[9]
  • 2000: 201.800[10]
  • 2010: 198.580
  • 2018: 201.597
  • 31. Dezember 2021: 203.831[1]

Die Bewohner werden im Allgemeinen als Westerwälder bezeichnet, die Einheimischen bezeichnen sich selbst als Wäller bzw. Basaltköppe,[11] da sie als dickköpfig gelten und in einer sehr basaltreichen Region leben. Per 31. Dezember 2021 zählte der Westerwaldkreis 203.831 Einwohner.[1] Die Bevölkerungsdichte bezifferte sich am Stichtag auf 206 Einwohner pro Quadratkilometer. Ende 2013 gab es im Landkreis mehr Frauen (50,5 Prozent) als Männer (49,5 Prozent).[3] Der Altenquotient übertrifft mit 32,5 Prozent den Jugendquotienten (32,1 Prozent) marginal.

Der Ausländeranteil (gemeldete Einwohner ohne deutsche Staatsangehörigkeit) belief sich am 31. Dezember 2013 auf 6,2 Prozent (12.263 Personen).[3] Zu den am stärksten vertretenen Nationalitäten zählen vornehmlich türkisch, polnisch, italienisch, kosovarisch, russisch, bulgarisch, bosnisch und herzegowinisch, rumänisch, niederländisch und kroatisch.

Im Juni 2021 verzeichnete der Landkreis eine Arbeitslosenquote von 3,1 Prozent (3.612 registrierte Personen).[12]

Konfessionsstatistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Katholiken bilden im Westerwaldkreis eine Mehrheit. Laut der Volkszählung 2011 waren im Jahr 2011 48,7 % römisch-katholisch, 28,4 % der Einwohner evangelisch und 22,9 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder machten keine Angabe.[13] Die Zahl der Protestanten und Katholiken ist seitdem gesunken. Ende September 2021 hatten 41,4 % der Einwohner die katholische Konfession und 24,7 % die evangelische. 33,9 % gehörten entweder einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder waren konfessionslos.[14]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sitzverteilung im Kreistag des Westerwaldkreises 2019
       
Insgesamt 50 Sitze
Das Kreishaus in Montabaur ist Sitz der Kreisverwaltung des Westerwaldkreises.

Politisch ist der Westerwaldkreis konservativ ausgerichtet. Das zeigt sich auch in der dominierenden Position der CDU, die mit Abstand stärkste Kraft ist und nach erfolgreicher Wiederwahl 2017 weiterhin den Landrat stellt. Bei der Kreistagswahl 2019 hat die CDU, wie die SPD, deutliche Verluste erfahren. Gewinner der Wahl sind die erstmals angetretene AfD, sowie Grüne und FDP, was dem allgemeinen Landestrend bei den Kommunalwahlen in Rheinland-Pfalz entspricht.

Kreistag[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kreistag des Westerwaldkreises besteht aus 50 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählten ehrenamtlichen Kreistagsmitgliedern und dem Landrat als Vorsitzendem. Nach der letzten Kreistagswahl am 26. Mai 2019 ergibt sich folgende Sitzverteilung:[15]

Jahr SPD CDU AfD FDP Grüne Linke FWG1 NPD Gesamt
2019 10 18 4 3 7 2 6 50
2014 14 22 2 4 2 6 50
2009 15 21 4 3 1 5 1 50
2004 14 26 2 3 5 50
1999 18 24 2 2 4 50
1 Freie Wählergruppe Westerwald (FWG) e. V.

Aufgrund der Besonderheiten des rheinland-pfälzischen Wahlsystems bei den Kommunalwahlen (personalisierte Verhältniswahl) sind die in der Grafik dargestellten prozentualen Stimmanteile als „gewichtete Ergebnisse“ ausgewiesen, die das Wahlverhalten nur rechnerisch wiedergeben können.[16]

Landrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem 11. Oktober 2009 hat Achim Schwickert (CDU) die Funktion des Landrates inne, bei der Landratswahl am 7. Mai 2017 wurde er mit einem Stimmenanteil von 88,87 Prozent für weitere acht Jahre im Amt bestätigt.[17] Der Landrat ist zudem Behördenleiter und Vorsitzender des Kreisvorstandes, Vorsitzender des Kreistages und Außenvertreter des Landkreises. Als Vertreter des Landrates zählen die Mitglieder des Kreisvorstandes Kurt Schüler (erster Kreistagsabgeordneter) sowie Ulrich Keßler und Thomas Roth (beide Kreistagsabgeordnete).

Ehemalige Landräte

Kreisverwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kreisverwaltung des Westerwaldkreises besteht aus drei Dezernaten und neun Abteilungen (davon eine als Eigenbetrieb).[2] Den Abteilungen sind zahlreiche Referate und Fachbereiche untergeordnet.

Wappen und Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Westerwaldkreis führt ein Siegel, ein Wappen sowie eine Hiss- und Bannerflagge.

Wappen des Westerwaldkreises
Blasonierung: „In Silber ein grüner Schrägbalken; unten wachsend sieben silbern berandete, sechseckige schwarze Basaltsäulen von unterschiedlicher Höhe, oben eine zylindrische, altdeutsche blaue Kanne mit silbernen Riffeln und drei ovalen silbernen Medaillons.“
Wappenbegründung: Die sieben Basaltsäulen stehen für die sieben Verbandsgemeinden, in denen Basalt und Quarz vorkommt, während die Kanne mit den drei Medaillons die drei Verbandsgemeinden des sogenannten Kannenbäckerlandes symbolisiert, in denen das Töpferhandwerk und die keramische Industrie beheimatet sind. Der grüne Schrägbalken symbolisiert den Erholungswert des Kreises mit seinen Wäldern und Wiesen.

Das Wappen wurde per 2. Februar 1976 genehmigt.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemessen am nominalen Bruttoinlandsprodukt zählt der Westerwaldkreis zu den wirtschaftsstärksten Landkreisen in Rheinland-Pfalz.[18] 2010 wurden im Landkreis nominal 5,4 Milliarden Euro erwirtschaftet – dies stellt die höchste Quote in allen rheinland-pfälzischen Landkreisen dar. Die Stadt Montabaur und die Verbandsgemeinde Wallmerod weisen jeweils die höchste Pro-Kopf-Kaufkraft im Landkreis auf und liegen mit ihren Werten über dem Bundesdurchschnitt.[19]

2012 pendelten rund 29.000 Menschen über den Westerwaldkreis hinaus zur Arbeit, während rund 17.000 Menschen in den Landkreis zu ihrem Arbeitsplatz einpendelten. Der Großteil jener Arbeitnehmer, die das Kreisgebiet verließen, fuhr vornehmlich nach Koblenz, in den hessischen Landkreis Limburg-Weilburg und in den Landkreis Altenkirchen (Westerwald). Die Einpendler stammen insbesondere aus den Landkreisen Altenkirchen, Neuwied und dem Rhein-Lahn-Kreis.

Im sogenannten „Zukunftsatlas“ 2016 belegte der Westerwaldkreis Platz 215 von 402 Landkreisen, Kommunalverbänden und kreisfreien Städten in Deutschland und zählt damit zu den Regionen mit „ausgeglichenem Chancen-Risiko-Mix“ für die Zukunft.[20] In der Ausgabe von 2019 lag er auf Platz 217 von 401.[21]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schienenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein ICE 3 passiert ohne Halt den Bahnhof Montabaur.

Die verkehrsferne Gegend des Westerwaldes wurde erst Ende des 19. Jahrhunderts von Bahnlinien erschlossen, die – bis auf eine Kleinbahn – von der Preußischen Staatsbahn erbaut wurden. Seit 2002 ist der Westerwald durch den Bahnhof Montabaur an der Schnellfahrstrecke Köln–Rhein/Main mit vereinzelten Halten an das nationale und internationale Fernverkehrsnetz angeschlossen. Der ICE verbindet im Südosten den Bahnhof Limburg Süd, den Frankfurter Flughafen-Fernbahnhof und den Frankfurter Hauptbahnhof. In entgegengesetzter Richtung verbindet der ICE den Bahnhof Siegburg/Bonn, den Kölner Hauptbahnhof sowie den Bahnhof Köln Messe/Deutz, das Ruhrgebiet und Brüssel.

Im Jahr 1884 wurde die Unterwesterwaldbahn von Limburg über Montabaur nach Altenkirchen eröffnet, von der in Siershahn eine Linie nach Engers am Rhein abzweigte, die in Grenzau einen Abzweig nach Höhr-Grenzhausen erhielt, der erst 1911 bis Hillscheid verlängert wurde. Die zweite Strecke von Limburg nach Altenkirchen über Hadamar–Westerburg wurde nur zwei Jahre später – 1886 – in Betrieb genommen.

Von Herborn im Lahn-Dill-Kreis führte ab 1906 eine Nebenbahn bis Rennerod und erreichte 1907 Westerburg. In ihr mündete ebenfalls die 1911 eröffnete Bahnstrecke Erbach–Fehl-Ritzhausen ein, die von der Oberwesterwaldbahn Altenkirchen–Westerburg–Limburg abzweigte.

Die östliche Nord-Süd-Strecke wurde 1910 mit der westlichen Parallelstrecke durch die Bahnlinie Westerburg–Montabaur verbunden.

Eine weitere Querverbindung war bereits 1901 durch die Schmalspurstrecke der Kleinbahn-AG Selters-Hachenburg geschaffen worden.

Die Stadt Höhr-Grenzhausen erhielt 1907 – nebst einer Verlängerung im Jahre 1910 – durch die Coblenzer Straßenbahn-Gesellschaft eine elektrische Überlandlinie nach Vallendar am Rhein; diese wurde 1941 durch einen Oberleitungsbus ersetzt.

Von dem Eisenbahnnetz, das ab 1911 – also ohne die 25 Kilometer Neubaustrecke – etwa 185 Kilometer umfasste, werden heute nur noch 66 Kilometer von Personenzügen befahren. Dieser Verkehr wurde Ende 2004 von der Vectus Verkehrsgesellschaft übernommen. Der Verkehrsvertrag mit der ehemaligen Vectus Verkehrsgesellschaft endete zum Fahrplanwechsel im Dezember 2014. Ab Dezember 2014 übernahm die Hessische Landesbahn, Betriebsbereich Dreiländerbahn, die Verkehrsleistungen auf der RB 29 („Unterwesterwaldbahn“) und auf der RB 90 („Westerwald-Sieg-Bahn“), die zum Fahrplanwechsel 2015 ab Au (Sieg) über Wissen und Betzdorf nach Siegen verlängert wurde. Der Bahnhof Au (Sieg) ist ein wichtiger Umsteigebahnhof für Reisende aus dem Oberwesterwald in Richtung Bonn, Köln und Aachen, hier endet die aus Düren kommende Linie S12 der S-Bahn Köln (Düren – Horrem – Köln – Siegburg/Bonn – Herchen – Au(Sieg)), der „Rhein-Sieg-Express“ (RE 9) verkehrt ab Au (Sieg) nach Siegen sowie in entgegengesetzter Richtung zum Bahnhof Siegburg/Bonn, nach Köln, Düren und Aachen.

Seit dem 1. Januar 2017 wendet der Westerwaldkreis für Bus- und Bahnfahrscheine den Tarif des Verkehrsverbundes Rhein-Mosel (VRM) an.[22]

Einstellungen des Personenverkehrs:

  • 1950: Herschbach – Hachenburg 19 km (Meterspur)
  • 1959: Herborn – Rehe – Rennerod 6 km (Westerwaldquerbahn)
  • 1960: Selters – Herschbach 5 km (Meterspur)
  • 1971: Fehl-Ritzhausen – Bad Marienberg – Erbach 12 km
  • 1972: Grenzau – Höhr-Grenzhausen – Hillscheid 7 km
  • 1981: Rennerod – Fehl-Ritzhausen – Westerburg 17 km (Westerwaldquerbahn)
  • 1981: Montabaur – Wallmerod – Westerburg 26 km (Westerwaldquerbahn)
  • 1984: Siershahn – Selters – Altenkirchen 40 km (davon 12 km im Westerwaldkreis) (Holzbachtalbahn)
  • 1989: Engers – Grenzau – Siershahn 28 km (davon 15 km im Westerwaldkreis) (Brexbachtalbahn)

Fernstraßen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch das Kreisgebiet führen die Bundesautobahnen 3 (Köln–Frankfurt am Main) und die 48 (Koblenz–Montabaur). Ferner wird das Kreisgebiet von mehreren Bundesstraßen erschlossen, darunter die B 8, die B 49, die B 54, die B 255, die B 413 und die B 414.

Anfang des 21. Jahrhunderts wurden Anstrengungen unternommen, den Westerwaldkreis besser an das Autobahnnetz anzubinden. Die unter dem Namen „Westerwaldautobahn“ diskutierte Strecke hätte die A 48 bei Dernbach mit der A 45 bei Freudenberg verbunden und damit insbesondere die Verkehrssituation in der Verbandsgemeinde Hachenburg und im Landkreis Altenkirchen (Westerwald) erheblich verbessert. Dennoch wurde die „Westerwaldautobahn“ aufgrund erheblichen Protestes nicht realisiert.[23]

Administrative Gliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karte: Gemeinden des Westerwaldkreises

Der Westerwaldkreis umfasst zehn Verbandsgemeinden mit 192 Ortsgemeinden. Die größte Kommune ist die Stadt Montabaur mit 14.391 Einwohnern, die kleinste Ortsgemeinde ist Heuzert mit 114 Einwohnern.

Verbandsgemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verbandsgemeinde Einwohner
(31. Dezember 2021)[24]
Bad Marienberg (Westerwald) 19.324
Hachenburg 24.348
Höhr-Grenzhausen 13.552
Montabaur 40.821
Ransbach-Baumbach 15.295
Rennerod 16.858
Selters (Westerwald) 16.312
Wallmerod 14.698
Westerburg 22.855
Wirges 19.768

Ortsgemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Verwaltungssitze der Verbandsgemeinden sind mit einem Stern (*) markiert.

Ortsgemeinde Einwohner
(31. Dezember 2021)[24]
Verbandsgemeinde
Bad Marienberg (Westerwald), Stadt * 6.137 Bad Marienberg (Westerwald)
Bölsberg 216 Bad Marienberg (Westerwald)
Dreisbach 541 Bad Marienberg (Westerwald)
Fehl-Ritzhausen 753 Bad Marienberg (Westerwald)
Großseifen 612 Bad Marienberg (Westerwald)
Hahn bei Marienberg 450 Bad Marienberg (Westerwald)
Hardt 465 Bad Marienberg (Westerwald)
Hof 1.200 Bad Marienberg (Westerwald)
Kirburg 579 Bad Marienberg (Westerwald)
Langenbach bei Kirburg 1.062 Bad Marienberg (Westerwald)
Lautzenbrücken 448 Bad Marienberg (Westerwald)
Mörlen 521 Bad Marienberg (Westerwald)
Neunkhausen 1.019 Bad Marienberg (Westerwald)
Nisterau 820 Bad Marienberg (Westerwald)
Nistertal 1.177 Bad Marienberg (Westerwald)
Norken 940 Bad Marienberg (Westerwald)
Stockhausen-Illfurth 420 Bad Marienberg (Westerwald)
Unnau 1.964 Bad Marienberg (Westerwald)
Alpenrod 1.599 Hachenburg
Astert 245 Hachenburg
Atzelgift 622 Hachenburg
Borod 497 Hachenburg
Dreifelden 254 Hachenburg
Gehlert 609 Hachenburg
Giesenhausen 325 Hachenburg
Hachenburg, Stadt * 6.175 Hachenburg
Hattert 1.754 Hachenburg
Heimborn 273 Hachenburg
Heuzert 114 Hachenburg
Höchstenbach 700 Hachenburg
Kroppach 691 Hachenburg
Kundert 246 Hachenburg
Limbach 404 Hachenburg
Linden 140 Hachenburg
Lochum 322 Hachenburg
Luckenbach 667 Hachenburg
Marzhausen 263 Hachenburg
Merkelbach 413 Hachenburg
Mörsbach 414 Hachenburg
Mudenbach 725 Hachenburg
Mündersbach 780 Hachenburg
Müschenbach 966 Hachenburg
Nister 1.050 Hachenburg
Roßbach 820 Hachenburg
Steinebach an der Wied 829 Hachenburg
Stein-Wingert 224 Hachenburg
Streithausen 498 Hachenburg
Wahlrod 870 Hachenburg
Welkenbach 142 Hachenburg
Wied 475 Hachenburg
Winkelbach 242 Hachenburg
Hilgert 1.514 Höhr-Grenzhausen
Hillscheid 2.430 Höhr-Grenzhausen
Höhr-Grenzhausen, Stadt * 9.368 Höhr-Grenzhausen
Kammerforst 240 Höhr-Grenzhausen
Boden 609 Montabaur
Daubach 477 Montabaur
Eitelborn 2.443 Montabaur
Gackenbach 538 Montabaur
Girod 1.206 Montabaur
Görgeshausen 890 Montabaur
Großholbach 985 Montabaur
Heilberscheid 643 Montabaur
Heiligenroth 1.407 Montabaur
Holler 1.000 Montabaur
Horbach 690 Montabaur
Hübingen 524 Montabaur
Kadenbach 1.330 Montabaur
Montabaur, Stadt * 14.391 Montabaur
Nentershausen 2.062 Montabaur
Neuhäusel 2.044 Montabaur
Niederelbert 1.716 Montabaur
Niedererbach 1.027 Montabaur
Nomborn 714 Montabaur
Oberelbert 1.163 Montabaur
Ruppach-Goldhausen 1.245 Montabaur
Simmern 1.511 Montabaur
Stahlhofen 741 Montabaur
Untershausen 501 Montabaur
Welschneudorf 964 Montabaur
Alsbach 642 Ransbach-Baumbach
Breitenau 705 Ransbach-Baumbach
Caan 697 Ransbach-Baumbach
Deesen 719 Ransbach-Baumbach
Hundsdorf 436 Ransbach-Baumbach
Nauort 2.272 Ransbach-Baumbach
Oberhaid 377 Ransbach-Baumbach
Ransbach-Baumbach, Stadt * 7.959 Ransbach-Baumbach
Sessenbach 512 Ransbach-Baumbach
Wirscheid 343 Ransbach-Baumbach
Wittgert 633 Ransbach-Baumbach
Bretthausen 203 Rennerod
Elsoff (Westerwald) 937 Rennerod
Hellenhahn-Schellenberg 1.244 Rennerod
Homberg (Westerwald) 181 Rennerod
Hüblingen 307 Rennerod
Irmtraut 769 Rennerod
Liebenscheid 828 Rennerod
Neunkirchen (Westerwald) 535 Rennerod
Neustadt/Westerwald 570 Rennerod
Niederroßbach 670 Rennerod
Nister-Möhrendorf 288 Rennerod
Oberrod 617 Rennerod
Oberroßbach 355 Rennerod
Rehe 972 Rennerod
Rennerod, Stadt * 4.435 Rennerod
Salzburg 216 Rennerod
Seck 1.161 Rennerod
Stein-Neukirch 441 Rennerod
Waigandshain 214 Rennerod
Waldmühlen 324 Rennerod
Westernohe 919 Rennerod
Willingen (Westerwald) 272 Rennerod
Zehnhausen bei Rennerod 400 Rennerod
Ellenhausen 311 Selters (Westerwald)
Ewighausen 228 Selters (Westerwald)
Freilingen 679 Selters (Westerwald)
Freirachdorf 694 Selters (Westerwald)
Goddert 444 Selters (Westerwald)
Hartenfels 771 Selters (Westerwald)
Herschbach 2.879 Selters (Westerwald)
Krümmel 299 Selters (Westerwald)
Marienrachdorf 997 Selters (Westerwald)
Maroth 235 Selters (Westerwald)
Maxsain 1.061 Selters (Westerwald)
Nordhofen 535 Selters (Westerwald)
Quirnbach 483 Selters (Westerwald)
Rückeroth 483 Selters (Westerwald)
Schenkelberg 653 Selters (Westerwald)
Selters (Westerwald), Stadt * 2.876 Selters (Westerwald)
Sessenhausen 866 Selters (Westerwald)
Steinen 238 Selters (Westerwald)
Vielbach 514 Selters (Westerwald)
Weidenhahn 578 Selters (Westerwald)
Wölferlingen 488 Selters (Westerwald)
Arnshöfen 169 Wallmerod
Berod bei Wallmerod 538 Wallmerod
Bilkheim 477 Wallmerod
Dreikirchen 1.031 Wallmerod
Elbingen 333 Wallmerod
Ettinghausen 336 Wallmerod
Hahn am See 391 Wallmerod
Herschbach (Oberwesterwald) 911 Wallmerod
Hundsangen 2.004 Wallmerod
Kuhnhöfen 156 Wallmerod
Mähren 213 Wallmerod
Meudt 1.918 Wallmerod
Molsberg 464 Wallmerod
Niederahr 816 Wallmerod
Oberahr 564 Wallmerod
Obererbach 497 Wallmerod
Salz 878 Wallmerod
Steinefrenz 794 Wallmerod
Wallmerod * 1.457 Wallmerod
Weroth 563 Wallmerod
Zehnhausen bei Wallmerod 188 Wallmerod
Ailertchen 630 Westerburg
Bellingen 622 Westerburg
Berzhahn 487 Westerburg
Brandscheid 470 Westerburg
Enspel 276 Westerburg
Gemünden 980 Westerburg
Girkenroth 605 Westerburg
Guckheim 965 Westerburg
Halbs 365 Westerburg
Härtlingen 377 Westerburg
Hergenroth 442 Westerburg
Höhn 3.066 Westerburg
Kaden 565 Westerburg
Kölbingen 987 Westerburg
Langenhahn 1.388 Westerburg
Pottum 1.022 Westerburg
Rotenhain 484 Westerburg
Rothenbach 908 Westerburg
Stahlhofen am Wiesensee 371 Westerburg
Stockum-Püschen 630 Westerburg
Weltersburg 327 Westerburg
Westerburg, Stadt * 5.749 Westerburg
Willmenrod 633 Westerburg
Winnen 506 Westerburg
Bannberscheid 671 Wirges
Dernbach (Westerwald) 2.486 Wirges
Ebernhahn 1.222 Wirges
Helferskirchen 1.198 Wirges
Leuterod 847 Wirges
Mogendorf 1.342 Wirges
Moschheim 750 Wirges
Niedersayn 174 Wirges
Ötzingen 1.371 Wirges
Siershahn 2.911 Wirges
Staudt 1.271 Wirges
Wirges, Stadt * 5.525 Wirges

Für Listen zu dem Begriff „Gebietsveränderungen“ siehe Gebietsreformen in Rheinland-Pfalz.

Kfz-Kennzeichen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. August 1974 wurde dem Landkreis das seit dem 1. Juli 1956 für den Unterwesterwaldkreis gültige Unterscheidungszeichen MT zugewiesen. Es wurde von dessen Kreisstadt Montabaur hergeleitet. 1979 wurde das heutige Unterscheidungszeichen WW eingeführt, das bis heute als einziges Kennzeichen ausgegeben wird.

Die Kreisverwaltung des Westerwaldkreises lehnt die Wiedereinführung der Alt-Kennzeichen MT (Montabaur bzw. Unterwesterwaldkreis) und WEB (Westerburg bzw. Oberwesterwaldkreis) vehement ab, da der Landrat „das WW-Kennzeichen als starkes Zeichen der Identifikation mit der ganzen Region“ sehe.[25] Eine Wiedereinführung würde, so Landrat Schwickert, „die alten Gräben zwischen dem ehemaligen Oberwesterwaldkreis (WEB) und dem früheren Unterwesterwaldkreis (MT) wieder aufreißen“.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Portal: Westerwald – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Westerwald

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2021, Kreise, Gemeinden, Verbandsgemeinden (Hilfe dazu).
  2. a b c Westerwald: Land – Leute – Ideen. Kreisbroschüre Auflage 2014. (PDF; 1,68 MB) Kreisverwaltung des Westerwaldkreises, abgerufen am 21. April 2015.
  3. a b c Mein Kreis, meine kreisfreie Stadt – Westerwaldkreis. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz, abgerufen am 21. April 2015.
  4. Westerwald. In: wald-rlp.de. Ministerium für Wirtschaft, Klimaschutz, Energie und Landesplanung Rheinland-Pfalz, abgerufen am 21. April 2015.
  5. Amtliches Gemeindeverzeichnis (= Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz [Hrsg.]: Statistische Bände. Band 407). Bad Ems Februar 2016, S. 156 (PDF; 2,8 MB).
  6. Datenbank Zensus 2011, Westerwaldkreis, Alter + Geschlecht
  7. Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1977
  8. Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1981
  9. Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1992
  10. Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 2002
  11. Der Westerwald – Heimat für Durchreisende. Norddeutscher Rundfunk (NDR), abgerufen am 19. April 2015.
  12. Westerwaldkreis. In: statistik.arbeitsagentur.de. Bundesagentur für Arbeit, abgerufen am 19. Juli 2021.
  13. Landkreis Westerwaldkreis Religion, Zensus 2011
  14. Landkreis Westerwald Gemeindestatistik, abgerufen am 1. Oktober 2021
  15. Der Landeswahlleiter RLP: Westerwaldkreis. Endgültiges Ergebnis der Kreistagswahl 2019. Abgerufen am 10. August 2019.
  16. Erläuterung des Landeswahlleiters zum „Gewichteten Ergebnis“
  17. Kreisverwaltung des Westerwaldkreises: Landratswahl 2017. im Westerwaldkreis. Abgerufen am 10. August 2019.
  18. Dr. Birgit Hübbers: Rheinland-Pfalz regional: Westerwaldkreis. (PDF; 213 kB) Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz, abgerufen am 19. April 2015.
  19. Statistik für den Westerwaldkreis: In Montabaur ist die Kaufkraft am höchsten. Rhein-Zeitung, 17. Oktober 2013, abgerufen am 21. April 2015.
  20. Zukunftsatlas 2016. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 2. Oktober 2017; abgerufen am 23. März 2018.
  21. PROGNOS Zukunftsatlas. Handelsblatt, abgerufen am 10. Dezember 2019.
  22. Westerwaldkreis tritt Gemeinschaftstarif bei. Kreistag trifft wichtige Entscheidung. In: westerwaldkreis.de. Kreisverwaltung des Westerwaldkreises, 14. Juli 2016, abgerufen am 16. Juli 2016.
  23. Naturschutz in Rheinland-Pfalz. (Nicht mehr online verfügbar.) NABU – Naturschutzbund Deutschland e. V., archiviert vom Original am 13. Dezember 2014; abgerufen am 23. April 2015.
  24. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2021, Kreise, Gemeinden, Verbandsgemeinden (Hilfe dazu).
  25. Kreis lehnt Alt-Kennzeichen MT und WEB ab. Rhein-Zeitung, 23. August 2012, abgerufen am 9. April 2015.