Westerwaldkreis

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Westerwaldkreises Deutschlandkarte, Position des Westerwaldkreises hervorgehoben

Koordinaten: 50° 33′ N, 7° 52′ O

Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Verwaltungssitz: Montabaur
Fläche: 988,95 km2
Einwohner: 201.904 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 204 Einwohner je km2
Kfz-Kennzeichen: WW
Kreisschlüssel: 07 1 43
Kreisgliederung: 192 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Peter-Altmeier-Platz 1
56410 Montabaur
Website: www.westerwaldkreis.de
Landrat: Achim Schwickert (CDU)
Lage des Westerwaldkreises in Rheinland-Pfalz
NiederlandeBelgienFrankreichLuxemburgBaden-WürttembergHessenNordrhein-WestfalenSaarlandFrankenthal (Pfalz)KaiserslauternKoblenzLandau in der PfalzLandau in der PfalzLudwigshafen am RheinMainzPirmasensSpeyerTrierWormsZweibrückenLandkreis AhrweilerLandkreis Altenkirchen (Westerwald)Landkreis Alzey-WormsLandkreis Bad DürkheimLandkreis Bad KreuznachLandkreis Bernkastel-WittlichLandkreis BirkenfeldLandkreis Cochem-ZellDonnersbergkreisEifelkreis Bitburg-PrümLandkreis GermersheimLandkreis KaiserslauternLandkreis KuselLandkreis Mainz-BingenLandkreis Mayen-KoblenzNeustadt an der WeinstraßeLandkreis NeuwiedRhein-Hunsrück-KreisRhein-Lahn-KreisRhein-Pfalz-KreisLandkreis Südliche WeinstraßeLandkreis SüdwestpfalzLandkreis Trier-SaarburgLandkreis VulkaneifelWesterwaldkreisKarte
Über dieses Bild

Der Westerwaldkreis ist eine Gebietskörperschaft im nördlichen Rheinland-Pfalz und liegt zwischen Köln/Bonn und der Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main. Sitz der Kreisverwaltung und zugleich bevölkerungsreichste Kommune ist die Stadt Montabaur. Der Landkreis entstand im Jahr 1974 im Rahmen der rheinland-pfälzischen Gebiets- und Verwaltungsreform aus den gleichzeitig aufgelösten Landkreisen Unterwesterwaldkreis (mit Sitz in Montabaur) und Oberwesterwaldkreis (mit Sitz in Westerburg).

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Fläche des Westerwaldkreises wurde im Jahr 2014 laut Kreisverwaltung des Westerwaldkreises mit 988,97[2] bzw. gemäß Statistischem Landesamt Rheinland-Pfalz mit 988,98 Quadratkilometern[3] berechnet. Die Nord-Süd-Ausdehnung beträgt 44 und die West-Ost-Ausdehnung 40 Kilometer. Die höchste Erhebung ist die Fuchskaute mit 657 m ü. NN, der niedrigste Punkt mit 150 m befindet sich im Gelbachtal unterhalb von Dies, einem Ortsteil von Gackenbach.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Westerwaldkreis befindet sich im nördlichen Rheinland-Pfalz, unweit des Dreiländerecks mit Hessen und Nordrhein-Westfalen. Der Landkreis erstreckt sich über den Westerwald nordöstlich von Koblenz. Er ist relativ dünn besiedelt. Größere Flüsse sind die Nister, die Wied und die Sayn, die jedoch schon wenige Kilometer nach der Quelle das Kreisgebiet verlassen.

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Westerwald hat trotz seiner relativ geringen Höhe ein für Mittelgebirge typisches Reizklima.[4] Die durchschnittliche Jahrestemperatur liegt zwischen 6,5 und 8,5 Grad Celsius. Durchschnittlich beträgt der jährliche Niederschlag zwischen 780 und 1300 Millimeter. Rund 40 Prozent des Landkreises sind bewaldet.[2]

Nachbarkreise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Westerwaldkreis grenzt im Uhrzeigersinn im Nordosten beginnend an den Kreis Siegen-Wittgenstein (in Nordrhein-Westfalen), an den Lahn-Dill-Kreis und den Landkreis Limburg-Weilburg (beide in Hessen) sowie an den Rhein-Lahn-Kreis, an die kreisfreie Stadt Koblenz und an die Landkreise Mayen-Koblenz, Neuwied und Altenkirchen (Westerwald) (alle in Rheinland-Pfalz).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das heutige Kreisgebiet war vor 1800 in zahlreiche Herrschaftsgebiete aufgeteilt, wovon das Kurfürstentum Trier und das Fürstentum Nassau-Oranien die größten Anteile hatte. Danach kam das Gebiet ab 1806/1815 an das Herzogtum Nassau und 1866 wurde es von Preußen annektiert. Danach entstanden die drei Landkreise Unterwesterwaldkreis (Sitz in Montabaur), Oberwesterwaldkreis (Sitz in Bad Marienberg) und Westerburg. 1932 wurde der nördliche Teil des Landkreises Westerburg mit der Stadt Westerburg dem Oberwesterwaldkreis angegliedert, dessen Kreissitz von Bad Marienberg nach Westerburg verlegt wurde. Der südliche Teil des Landkreises Westerburg kam an den Unterwesterwaldkreis. Die Kreise gehörten zum Regierungsbezirk Wiesbaden der Provinz Hessen-Nassau. Am 30. August 1946 kamen beide Landkreise zu Rheinland-Pfalz und gehörten dort zunächst zum Regierungsbezirk Montabaur. Nach dessen Auflösung 1968 wurden beide Kreise dem Regierungsbezirk Koblenz zugeordnet. 1970 wechselten Marienhausen aus dem Unterwesterwaldkreis in den Landkreis Neuwied und Berod bei Hachenburg aus dem Oberwesterwaldkreis in den Landkreis Altenkirchen. Im Rahmen der Kreisreform wurden beide Kreise zum 16. März 1974 zum Landkreis Westerwald, der am 1. August 1974 seinen heutigen Namen erhielt, vereinigt (mit Ausnahme von Arzbach, welches heute zum Rhein-Lahn-Kreis gehört, und Stromberg, heute Stadtteil von Bendorf im Landkreis Mayen-Koblenz).[5]

Einwohnerstatistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner Quelle
1975 165.800 [6]
1980 167.700 [7]
1990 178.100 [8]
2000 201.800 [9]
2010 198.580
2018 201.597

Die Bewohner werden im Allgemeinen als Westerwälder bezeichnet, die Einheimischen bezeichnen sich selbst als Wäller bzw. Basaltköppe,[10] da sie als dickköpfig gelten und in einer sehr basaltreichen Region leben. Per 31. Dezember 2019 zählte der Westerwaldkreis 201.904 Einwohner.[1] Die Bevölkerungsdichte bezifferte sich am Stichtag auf 204 Einwohner pro Quadratkilometer. Ende 2013 gab es im Landkreis mehr Frauen (50,5 Prozent) als Männer (49,5 Prozent).[3] Der Altenquotient übertrifft mit 32,5 Prozent den Jugendquotienten (32,1 Prozent) leicht.

Der Ausländeranteil (gemeldete Einwohner ohne deutsche Staatsangehörigkeit) belief sich am 31. Dezember 2013 auf 6,2 Prozent (12.263 Personen).[3] Zu den am stärksten vertretenen Nationalitäten zählen vornehmlich türkisch, polnisch, italienisch, kosovarisch, russisch, bulgarisch, bosnisch und herzegowinisch, rumänisch, niederländisch und kroatisch.

Im März 2015 verzeichnete der Landkreis eine Arbeitslosenquote von 4,2 Prozent (4651 Personen).[11]

Konfessionsstatistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laut der Volkszählung 2011 waren im Jahr 2011 28,4 % der Einwohner evangelisch, 48,7 % mehrheitlich römisch-katholisch und 22,9 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Religionsgemeinschaft an oder machten keine Angabe.[12] Die Zahl der Protestanten und Katholiken ist seitdem gesunken. Derzeit (Stand 30. Oktober 2020) sind von den Einwohnern (mit Hauptwohnung) 25,2 % evangelisch, 42,4 % römisch-katholisch und 32,4 % gehören einer anderen Religionsgemeinschaft an oder sind konfessionslos.[13]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sitzverteilung im
Kreistag des Westerwaldkreises 2019
       
Insgesamt 50 Sitze
Das Kreishaus in Montabaur ist Sitz der Kreisverwaltung

Politisch ist der Westerwaldkreis konservativ ausgerichtet. Das zeigt sich auch in der dominierenden Position der CDU, die mit Abstand stärkste Kraft ist und nach erfolgreicher Wiederwahl 2017 weiterhin den Landrat stellt. Bei der Kreistagswahl 2019 musste sie aber, wie auch die SPD, deutliche Verluste hinnehmen. Gewinner der Wahl sind die erstmals angetretene AfD, sowie Grüne und FDP, was dem allgemeinen Landestrend bei den Kommunalwahlen in Rheinland-Pfalz entspricht.

Kreistag[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kreistag des Westerwaldkreises besteht aus 50 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählten ehrenamtlichen Kreistagsmitgliedern und dem Landrat als Vorsitzendem. Nach der letzten Kreistagswahl am 26. Mai 2019 ergibt sich folgende Sitzverteilung:[14]

Jahr SPD CDU AfD FDP Grüne Linke FWG NPD Gesamt
2019 10 18 4 3 7 2 6 50
2014 14 22 2 4 2 6 50
2009 15 21 4 3 1 5 1 50
2004 14 26 2 3 5 50
1999 18 24 2 2 4 50
  • Freie Wählergruppe Westerwald (FWG) e. V.

Aufgrund der Besonderheiten des rheinland-pfälzischen Wahlsystems bei den Kommunalwahlen (personalisierte Verhältniswahl) sind die in der Grafik dargestellten prozentualen Stimmanteile als „gewichtete Ergebnisse“ ausgewiesen, die das Wahlverhalten nur rechnerisch wiedergeben können.[15]

Landrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem 11. Oktober 2009 hat Achim Schwickert (CDU) die Funktion des Landrates inne, bei der Landratswahl am 7. Mai 2017 wurde er mit einem Stimmenanteil von 88,87 % für weitere acht Jahre im Amt bestätigt.[16] Der Landrat ist zudem Behördenleiter und Vorsitzender des Kreisvorstandes, Vorsitzender des Kreistages und Außenvertreter des Kreises. Als Vertreter des Landrates zählen die Mitglieder des Kreisvorstandes Kurt Schüler (erster Kreistagsabgeordneter) sowie Ulrich Keßler und Thomas Roth (beide Kreistagsabgeordnete).

Ehemalige Landräte

Kreisverwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kreisverwaltung des Westerwaldkreises besteht aus drei Dezernaten und neun Abteilungen (davon eine als Eigenbetrieb).[2] Den Abteilungen sind zahlreiche Referate und Fachbereiche untergeordnet.

Wappen und Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Westerwaldkreis führt ein Wappen sowie eine Hiss- und Bannerflagge.

Wappen des Westerwaldkreises
Blasonierung: „In Silber ein grüner Schrägbalken; unten wachsend sieben silbern berandete, sechseckige schwarze Basaltsäulen von unterschiedlicher Höhe, oben eine zylindrische, altdeutsche blaue Kanne mit silbernen Riffeln und drei ovalen silbernen Medaillons.“
Wappenbegründung: Die sieben Basaltsäulen stehen für die sieben Verbandsgemeinden, in denen Basalt und Quarz vorkommt, während die Kanne mit den drei Medaillons die drei Verbandsgemeinden des sogenannten Kannenbäckerlandes symbolisiert, in denen das Töpferhandwerk und die keramische Industrie beheimatet sind. Der grüne Schrägbalken symbolisiert den Erholungswert des Kreises mit seinen Wäldern und Wiesen.

Das Wappen wurde per 2. Februar 1976 genehmigt.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemessen am nominalen Bruttoinlandsprodukt zählt der Westerwaldkreis zu den wirtschaftsstärksten Landkreisen in Rheinland-Pfalz.[17] 2010 wurden im Landkreis nominal 5,4 Milliarden Euro erwirtschaftet – dies stellt die höchste Quote in allen rheinland-pfälzischen Landkreisen dar. Die Stadt Montabaur und die Verbandsgemeinde Wallmerod weisen jeweils die höchste Pro-Kopf-Kaufkraft im Landkreis auf und liegen mit ihren Werten über dem Bundesdurchschnitt.[18]

2012 pendelten rund 29.000 Menschen über den Westerwaldkreis hinaus zur Arbeit, während rund 17.000 Menschen in den Landkreis zu ihrem Arbeitsplatz einpendelten. Der Großteil jener Arbeitnehmer, die das Kreisgebiet verließen, fuhr vornehmlich nach Koblenz, in den hessischen Landkreis Limburg-Weilburg und in den Landkreis Altenkirchen (Westerwald). Die Einpendler stammen insbesondere aus den Landkreisen Altenkirchen, Neuwied und dem Rhein-Lahn-Kreis.

Im Zukunftsatlas 2016 belegte der Westerwaldkreis Platz 215 von 402 Landkreisen, Kommunalverbänden und kreisfreien Städten in Deutschland und zählt damit zu den Regionen mit „ausgeglichenem Chancen-Risiko Mix“ für die Zukunft.[19] In der Ausgabe von 2019 lag er auf Platz 217 von 401.[20]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schienenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein ICE 3 passiert ohne Halt den Bahnhof Montabaur.

Die verkehrsferne Gegend des Westerwaldes wurde erst Ende des 19. Jahrhunderts von Bahnlinien erschlossen, die – bis auf eine Kleinbahn – von der Preußischen Staatsbahn erbaut wurden. Seit 2002 ist der Westerwald durch den Bahnhof Montabaur an der Schnellfahrstrecke Köln–Rhein/Main mit vereinzelten Halten an das nationale und internationale Fernverkehrsnetz angeschlossen. Der ICE verbindet im Südosten den Bahnhof Limburg Süd, den Frankfurter Flughafen-Fernbahnhof und den Frankfurter Hauptbahnhof. In entgegengesetzter Richtung verbindet der ICE den Bahnhof Siegburg/Bonn, den Kölner Hauptbahnhof sowie den Bahnhof Köln Messe/Deutz, das Ruhrgebiet und Brüssel.

Im Jahr 1884 wurde die Unterwesterwaldbahn von Limburg über Montabaur nach Altenkirchen eröffnet, von der in Siershahn eine Linie nach Engers am Rhein abzweigte, die in Grenzau einen Abzweig nach Höhr-Grenzhausen erhielt, der erst 1911 bis Hillscheid verlängert wurde. Die zweite Strecke von Limburg nach Altenkirchen über Hadamar–Westerburg wurde nur zwei Jahre später – 1886 – in Betrieb genommen.

Von Herborn im Lahn-Dill-Kreis führte ab 1906 eine Nebenbahn bis Rennerod und erreichte 1907 Westerburg. In ihr mündete ebenfalls die 1911 eröffnete Bahnstrecke Erbach–Fehl-Ritzhausen ein, die von der Oberwesterwaldbahn Altenkirchen–Westerburg–Limburg abzweigte.

Die östliche Nord-Süd-Strecke wurde 1910 mit der westlichen Parallelstrecke durch die Bahnlinie Westerburg–Montabaur verbunden.

Eine weitere Querverbindung war bereits 1901 durch die Schmalspurstrecke der Kleinbahn-AG Selters-Hachenburg geschaffen worden.

Die Stadt Höhr-Grenzhausen erhielt 1907 – nebst einer Verlängerung im Jahre 1910 – durch die Coblenzer Straßenbahn-Gesellschaft eine elektrische Überlandlinie nach Vallendar am Rhein; diese wurde 1941 durch einen Oberleitungsbus ersetzt.

Von dem Eisenbahnnetz, das ab 1911 – also ohne die 25 km Neubaustrecke – etwa 185 km umfasste, werden heute nur noch 66 km von Personenzügen befahren. Dieser Verkehr wurde Ende 2004 von der Vectus Verkehrsgesellschaft übernommen. Der Verkehrsvertrag mit der ehemaligen Verkehrsgesellschaft Vectus endete zum Fahrplanwechsel im Dezember 2014. Ab Dezember 2014 übernahm die Hessische Landesbahn, Betriebsbereich Dreiländerbahn, die Verkehrsleistungen auf der RB 29 (Unterwesterwaldbahn) und auf der RB 90 (Westerwald-Sieg-Bahn), welche zum Fahrplanwechsel 2015 ab Au (Sieg) über Wissen und Betzdorf nach Siegen verlängert wurde. Der Bahnhof Au an der Sieg ist ein wichtiger Umsteigebahnhof für Reisende aus dem Oberwesterwald in Richtung Bonn, Köln und Aachen, hier endet die aus Düren kommende Linie S12 der S-Bahn Köln (Düren – Horrem – Köln – Siegburg/Bonn – Herchen – Au(Sieg)), der Rhein-Sieg-Express (RE 9) verkehrt ab Au (Sieg) nach Siegen sowie in entgegengesetzter Richtung zum Bahnhof Siegburg/Bonn, nach Köln, Düren und Aachen.

Seit dem 1. Januar 2017 wendet der Westerwaldkreis für Bus- und Bahnfahrscheine den Tarif des Verkehrsverbund Rhein-Mosel (VRM) an.[21]

Einstellungen des Personenverkehrs:

  • 1950: Herschbach – Hachenburg 19 km (Meterspur)
  • 1959: Herborn – Rehe – Rennerod 6 km (Westerwaldquerbahn)
  • 1960: Selters – Herschbach 5 km (Meterspur)
  • 1971: Fehl-Ritzhausen – Bad Marienberg – Erbach 12 km
  • 1972: Grenzau – Höhr-Grenzhausen – Hillscheid 7 km
  • 1981: Rennerod – Fehl-Ritzhausen – Westerburg 17 km (Westerwaldquerbahn)
  • 1981: Montabaur – Wallmerod – Westerburg 26 km (Westerwaldquerbahn)
  • 1984: Siershahn – Selters – Altenkirchen 40 km (davon 12 km im Westerwaldkreis) (Holzbachtalbahn)
  • 1989: Engers – Grenzau – Siershahn 28 km (davon 15 km im Westerwaldkreis) (Brexbachtalbahn)

Fernstraßen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch das Kreisgebiet führen die Bundesautobahnen 3 (KölnFrankfurt am Main) und die 48 (Koblenz–Montabaur). Ferner wird das Kreisgebiet von mehreren Bundesstraßen erschlossen, darunter die B 8, die B 49, die B 54, die B 255, die B 413 und die B 414.

Anfang des 21. Jahrhunderts wurden Anstrengungen unternommen, den Westerwaldkreis besser an das Autobahnnetz anzubinden. Die unter dem Namen „Westerwaldautobahn“ diskutierte Strecke hätte die A 48 bei Dernbach mit der A 45 bei Freudenberg verbunden und damit insbesondere die Verkehrssituation in der Verbandsgemeinde Hachenburg und im Landkreis Altenkirchen erheblich verbessert. Dennoch wurde die Westerwaldautobahn aufgrund erheblichen Protestes nicht realisiert.[22]

Administrative Gliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Westerwaldkreis umfasst zehn Verbandsgemeinden mit 192 Ortsgemeinden. Die größte Kommune ist die Stadt Montabaur mit 13.998 Einwohnern, die kleinste Ortsgemeinde ist Heuzert mit 118 Einwohnern.

Karte: Gemeinden des Westerwaldkreises

Verbandsgemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verbandsgemeinde Einwohner
(31. Dezember 2019)[23]
Bad Marienberg (Westerwald) 19.358
Hachenburg 24.285
Höhr-Grenzhausen 13.433
Montabaur 40.130
Ransbach-Baumbach 15.024
Rennerod 16.745
Selters (Westerwald) 16.150
Wallmerod 14.587
Westerburg 22.670
Wirges 19.522

Ortsgemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Verwaltungssitze der Verbandsgemeinden sind mit einem Stern (*) markiert.

Ortsgemeinde Einwohner
(31. Dezember 2019)[23]
Verbandsgemeinde
Bad Marienberg (Westerwald), Stadt * 6.098 Bad Marienberg (Westerwald)
Bölsberg 217 Bad Marienberg (Westerwald)
Dreisbach 570 Bad Marienberg (Westerwald)
Fehl-Ritzhausen 766 Bad Marienberg (Westerwald)
Großseifen 634 Bad Marienberg (Westerwald)
Hahn bei Marienberg 477 Bad Marienberg (Westerwald)
Hardt 456 Bad Marienberg (Westerwald)
Hof 1.196 Bad Marienberg (Westerwald)
Kirburg 580 Bad Marienberg (Westerwald)
Langenbach bei Kirburg 1.080 Bad Marienberg (Westerwald)
Lautzenbrücken 432 Bad Marienberg (Westerwald)
Mörlen 527 Bad Marienberg (Westerwald)
Neunkhausen 1.021 Bad Marienberg (Westerwald)
Nisterau 821 Bad Marienberg (Westerwald)
Nistertal 1.192 Bad Marienberg (Westerwald)
Norken 946 Bad Marienberg (Westerwald)
Stockhausen-Illfurth 444 Bad Marienberg (Westerwald)
Unnau 1.901 Bad Marienberg (Westerwald)
Alpenrod 1.579 Hachenburg
Astert 224 Hachenburg
Atzelgift 607 Hachenburg
Borod 506 Hachenburg
Dreifelden 250 Hachenburg
Gehlert 614 Hachenburg
Giesenhausen 322 Hachenburg
Hachenburg, Stadt * 6.122 Hachenburg
Hattert 1.748 Hachenburg
Heimborn 259 Hachenburg
Heuzert 118 Hachenburg
Höchstenbach 697 Hachenburg
Kroppach 689 Hachenburg
Kundert 253 Hachenburg
Limbach 416 Hachenburg
Linden 143 Hachenburg
Lochum 321 Hachenburg
Luckenbach 656 Hachenburg
Marzhausen 254 Hachenburg
Merkelbach 419 Hachenburg
Mörsbach 434 Hachenburg
Mudenbach 713 Hachenburg
Mündersbach 770 Hachenburg
Müschenbach 990 Hachenburg
Nister 1.050 Hachenburg
Roßbach 826 Hachenburg
Steinebach an der Wied 836 Hachenburg
Stein-Wingert 238 Hachenburg
Streithausen 501 Hachenburg
Wahlrod 867 Hachenburg
Welkenbach 142 Hachenburg
Wied 486 Hachenburg
Winkelbach 235 Hachenburg
Hilgert 1.507 Höhr-Grenzhausen
Hillscheid 2.426 Höhr-Grenzhausen
Höhr-Grenzhausen, Stadt * 9.261 Höhr-Grenzhausen
Kammerforst 239 Höhr-Grenzhausen
Boden 584 Montabaur
Daubach 462 Montabaur
Eitelborn 2.440 Montabaur
Gackenbach 534 Montabaur
Girod 1.173 Montabaur
Görgeshausen 873 Montabaur
Großholbach 965 Montabaur
Heilberscheid 655 Montabaur
Heiligenroth 1.390 Montabaur
Holler 1.006 Montabaur
Horbach 658 Montabaur
Hübingen 530 Montabaur
Kadenbach 1.327 Montabaur
Montabaur, Stadt * 13.998 Montabaur
Nentershausen 1.997 Montabaur
Neuhäusel 2.034 Montabaur
Niederelbert 1.700 Montabaur
Niedererbach 1.023 Montabaur
Nomborn 719 Montabaur
Oberelbert 1.164 Montabaur
Ruppach-Goldhausen 1.257 Montabaur
Simmern 1.474 Montabaur
Stahlhofen 732 Montabaur
Untershausen 487 Montabaur
Welschneudorf 948 Montabaur
Alsbach 636 Ransbach-Baumbach
Breitenau 704 Ransbach-Baumbach
Caan 705 Ransbach-Baumbach
Deesen 668 Ransbach-Baumbach
Hundsdorf 435 Ransbach-Baumbach
Nauort 2.209 Ransbach-Baumbach
Oberhaid 389 Ransbach-Baumbach
Ransbach-Baumbach, Stadt * 7.783 Ransbach-Baumbach
Sessenbach 503 Ransbach-Baumbach
Wirscheid 329 Ransbach-Baumbach
Wittgert 663 Ransbach-Baumbach
Bretthausen 200 Rennerod
Elsoff (Westerwald) 910 Rennerod
Hellenhahn-Schellenberg 1.217 Rennerod
Homberg (Westerwald) 176 Rennerod
Hüblingen 295 Rennerod
Irmtraut 767 Rennerod
Liebenscheid 834 Rennerod
Neunkirchen (Westerwald) 544 Rennerod
Neustadt/Westerwald 577 Rennerod
Niederroßbach 686 Rennerod
Nister-Möhrendorf 298 Rennerod
Oberrod 651 Rennerod
Oberroßbach 351 Rennerod
Rehe 964 Rennerod
Rennerod, Stadt * 4.398 Rennerod
Salzburg 221 Rennerod
Seck 1.150 Rennerod
Stein-Neukirch 408 Rennerod
Waigandshain 198 Rennerod
Waldmühlen 336 Rennerod
Westernohe 909 Rennerod
Willingen (Westerwald) 271 Rennerod
Zehnhausen bei Rennerod 384 Rennerod
Ellenhausen 285 Selters (Westerwald)
Ewighausen 233 Selters (Westerwald)
Freilingen 669 Selters (Westerwald)
Freirachdorf 626 Selters (Westerwald)
Goddert 452 Selters (Westerwald)
Hartenfels 774 Selters (Westerwald)
Herschbach 2.800 Selters (Westerwald)
Krümmel 319 Selters (Westerwald)
Marienrachdorf 984 Selters (Westerwald)
Maroth 255 Selters (Westerwald)
Maxsain 1.060 Selters (Westerwald)
Nordhofen 532 Selters (Westerwald)
Quirnbach 484 Selters (Westerwald)
Rückeroth 487 Selters (Westerwald)
Schenkelberg 642 Selters (Westerwald)
Selters (Westerwald), Stadt * 2.814 Selters (Westerwald)
Sessenhausen 893 Selters (Westerwald)
Steinen 241 Selters (Westerwald)
Vielbach 541 Selters (Westerwald)
Weidenhahn 571 Selters (Westerwald)
Wölferlingen 488 Selters (Westerwald)
Arnshöfen 147 Wallmerod
Berod bei Wallmerod 542 Wallmerod
Bilkheim 482 Wallmerod
Dreikirchen 1.014 Wallmerod
Elbingen 324 Wallmerod
Ettinghausen 327 Wallmerod
Hahn am See 393 Wallmerod
Herschbach (Oberwesterwald) 893 Wallmerod
Hundsangen 2.056 Wallmerod
Kuhnhöfen 165 Wallmerod
Mähren 206 Wallmerod
Meudt 1.895 Wallmerod
Molsberg 460 Wallmerod
Niederahr 817 Wallmerod
Oberahr 537 Wallmerod
Obererbach 489 Wallmerod
Salz 835 Wallmerod
Steinefrenz 796 Wallmerod
Wallmerod * 1.438 Wallmerod
Weroth 586 Wallmerod
Zehnhausen bei Wallmerod 185 Wallmerod
Ailertchen 594 Westerburg
Bellingen 600 Westerburg
Berzhahn 494 Westerburg
Brandscheid 476 Westerburg
Enspel 267 Westerburg
Gemünden 984 Westerburg
Girkenroth 600 Westerburg
Guckheim 939 Westerburg
Halbs 355 Westerburg
Härtlingen 375 Westerburg
Hergenroth 421 Westerburg
Höhn 3.018 Westerburg
Kaden 581 Westerburg
Kölbingen 1.009 Westerburg
Langenhahn 1.394 Westerburg
Pottum 1.056 Westerburg
Rotenhain 519 Westerburg
Rothenbach 907 Westerburg
Stahlhofen am Wiesensee 334 Westerburg
Stockum-Püschen 639 Westerburg
Weltersburg 310 Westerburg
Westerburg, Stadt * 5.657 Westerburg
Willmenrod 656 Westerburg
Winnen 485 Westerburg
Bannberscheid 656 Wirges
Dernbach (Westerwald) 2.473 Wirges
Ebernhahn 1.252 Wirges
Helferskirchen 1.208 Wirges
Leuterod 838 Wirges
Mogendorf 1.286 Wirges
Moschheim 718 Wirges
Niedersayn 161 Wirges
Ötzingen 1.381 Wirges
Siershahn 2.887 Wirges
Staudt 1.242 Wirges
Wirges, Stadt * 5.420 Wirges

Für Listen zu dem Begriff „Gebietsveränderungen“ siehe Gebietsreformen in Rheinland-Pfalz.

Kfz-Kennzeichen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. August 1974 wurde dem Landkreis das seit dem 1. Juli 1956 für den Unterwesterwaldkreis gültige Unterscheidungszeichen MT zugewiesen. Es wurde von dessen Kreisstadt Montabaur hergeleitet. 1976 wurde das heutige Unterscheidungszeichen WW eingeführt, das bis heute als einziges Kennzeichen ausgegeben wird.

Die Kreisverwaltung des Westerwaldkreises lehnt die Wiedereinführung der Alt-Kennzeichen MT (Montabaur bzw. Unterwesterwaldkreis) und WEB (Westerburg bzw. Oberwesterwaldkreis) vehement ab, da der Landrat „das WW-Kennzeichen als starkes Zeichen der Identifikation mit der ganzen Region“ sehe.[24] Eine Wiedereinführung würde, so Landrat Schwickert, „die alten Gräben zwischen dem ehemaligen Oberwesterwaldkreis (WEB) und dem früheren Unterwesterwaldkreis (MT) wieder aufreißen“.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Portal: Westerwald – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Westerwald

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2019, Kreise, Gemeinden, Verbandsgemeinden (Hilfe dazu).
  2. a b c Westerwald: Land – Leute – Ideen. Kreisbroschüre Auflage 2014. (PDF; 1,68 MB) Kreisverwaltung des Westerwaldkreises, abgerufen am 21. April 2015.
  3. a b c Mein Kreis, meine kreisfreie Stadt – Westerwaldkreis. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz, abgerufen am 21. April 2015.
  4. Westerwald. Ministerium für Wirtschaft, Klimaschutz, Energie und Landesplanung Rheinland-Pfalz, abgerufen am 21. April 2015.
  5. Amtliches Gemeindeverzeichnis (= Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz [Hrsg.]: Statistische Bände. Band 407). Bad Ems Februar 2016, S. 156 (PDF; 2,8 MB).
  6. Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1977
  7. Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1981
  8. Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1992
  9. Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 2002
  10. Der Westerwald – Heimat für Durchreisende. Norddeutscher Rundfunk (NDR), abgerufen am 19. April 2015.
  11. Berichtsmonat März 2015 – Westerwaldkreis. Zentraler Statistik-Service der Bundesagentur für Arbeit, abgerufen am 19. April 2015.
  12. Landkreis Westerwaldkreis Religion, Zensus 2011
  13. Landkreis Westerwald Gemeindestatistik, abgerufen am 14. November 2020
  14. Der Landeswahlleiter RLP: Westerwaldkreis. Endgültiges Ergebnis der Kreistagswahl 2019. Abgerufen am 10. August 2019.
  15. Erläuterung des Landeswahlleiters zum „Gewichteten Ergebnis“
  16. Kreisverwaltung des Westerwaldkreises: Landratswahl 2017. im Westerwaldkreis. Abgerufen am 10. August 2019.
  17. Dr. Birgit Hübbers: Rheinland-Pfalz regional: Westerwaldkreis. (PDF; 213 kB) Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz, abgerufen am 19. April 2015.
  18. Statistik für den Westerwaldkreis: In Montabaur ist die Kaufkraft am höchsten. Rhein-Zeitung, 17. Oktober 2013, abgerufen am 21. April 2015.
  19. Zukunftsatlas 2016. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 2. Oktober 2017; abgerufen am 23. März 2018.
  20. PROGNOS Zukunftsatlas. Handelsblatt, abgerufen am 10. Dezember 2019.
  21. Westerwaldkreis tritt Gemeinschaftstarif bei. Kreistag trifft wichtige Entscheidung. In: westerwaldkreis.de. Kreisverwaltung des Westerwaldkreises, 14. Juli 2016, abgerufen am 16. Juli 2016.
  22. Naturschutz in Rheinland-Pfalz. (Nicht mehr online verfügbar.) NABU – Naturschutzbund Deutschland e. V., archiviert vom Original am 13. Dezember 2014; abgerufen am 23. April 2015.
  23. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2019, Kreise, Gemeinden, Verbandsgemeinden (Hilfe dazu).
  24. Kreis lehnt Alt-Kennzeichen MT und WEB ab. Rhein-Zeitung, 23. August 2012, abgerufen am 9. April 2015.