Westfalia Herne

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Westfalia Herne
Vereinswappen von Westfalia Herne
Voller Name Sport Club
Westfalia 04 e.V. Herne
Ort Herne, Nordrhein-Westfalen
Gegründet 13. Juni 1904
Vereinsfarben Blau-Weiß
Stadion Stadion am Schloss Strünkede
Plätze 32.000
Präsident Sascha Loch
Trainer Holger Wortmann
Homepage www.westfalia-herne.de
Liga Westfalenliga 2
2014/15 18. Platz (Oberliga Westfalen)
Heim
Auswärts

Westfalia Herne (offizieller Name: Sport Club Westfalia 04 e.V. Herne) ist ein Sportverein aus Herne. Der Verein wurde am 13. Juni 1904 gegründet und hat die Vereinsfarben Blau und Weiß. Er bietet die Sportarten Fußball, Leichtathletik und Schwimmen an.

Bekannt wurde der Verein durch seine Fußballabteilung. Die erste Mannschaft spielt seit 2015 in der sechstklassigen Westfalenliga 2. Von 1933 bis 1944 und von 1954 bis 1963 spielten die Herner erstklassig, in der Gauliga Westfalen bzw. der Oberliga West. 1959 und 1960 nahm der Verein an der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft teil. Von 1975 bis 1979 spielte die Westfalia noch in der 2. Bundesliga. Spielstätte des Vereins ist das Stadion am Schloss Strünkede.

Geschichte[Bearbeiten]

Frühe Jahre (1904 bis 1925)[Bearbeiten]

Der Verein wurde am 13. Juni 1904 von 16[1] jungen Kaufleuten, Angestellten und Schülern höherer Schulen im Rittersaal des Schloss Strünkede gegründet. Ursprünglich waren die Vereinsfarben Rot-Weiß, ehe im Jahr 1914 die heutigen Farben angenommen wurden.[2] Schon 1905 trat der Verein dem Westdeutschen Spiel-Verband bei und meldete zwei Mannschaften für die Meisterschaftsspiele. Drei Jahre später gelang mit dem Aufstieg in die A-Klasse Mark der Sprung in die höchste Spielklasse, die jedoch nach einem Jahr wieder verlassen werden musste.[3]

In den folgenden Jahren gründeten sich mit Germania Herne (gegründet 1909) und dem SV Sodingen (gegründet 1912) zwei Lokalrivalen, mit denen sich die Westfalia über viele Jahrzehnten um die örtliche Vorherrschaft streiten sollte. Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs wurde nur noch auf lokaler Ebene gespielt. Teilweise mussten die Wettbewerbe abgebrochen werden. Während der Ruhrbesetzung 1923 beschloss der Vorstand der Westfalia, den Club im Vereinsregister offiziell aufzulösen.[2] Inoffiziell existierte die Westfalia jedoch weiter, sie spielte zumeist in der zweithöchsten Spielklasse.

Die Ära Kracht und der Zweite Weltkrieg (1925 bis 1945)[Bearbeiten]

1925 übernahm der Studienrat Hermann Kracht das Präsidentenamt. Der wegen seiner nationalistischen Einstellung auch „deutsche Hermann“ genannte Vorsitzende[2] leitete eine Fusion mit Fortuna Herne zu Westfalia-Fortuna Herne ein, die 1931 wieder gelöst wurde.[1] Sportlich bogen die Herner in die Erfolgsspur ein. 1926 scheiterte die Westfalia in der Aufstiegsrunde zur erstklassigen 1. Ruhrbezirksklasse noch an Germania Bochum und den Sportfreunden Essen. Ein Jahr später hatte der SV Castrop 02 die Nase vorn.[3]

Dann stiegen die Herner 1929 und 1930 zweimal in Folge auf und waren wieder erstklassig. Dort hatte die Westfalia Pech. Punktgleich mit Germania Bochum beendete die Mannschaft die Saison 1930/31, die von der Berufsspieleraffäre um den FC Schalke 04 überschattet war. Das Entscheidungsspiel um den Gruppensieg wurde im neutralen Castrop mit 1:2 verloren, so dass die Bochumer das Endspiel um die Ruhrmeisterschaft gegen Union Gelsenkirchen erreichten.[3]

In den folgenden Spielzeiten rutschte die Westfalia ins Mittelmaß ab und wurde bei der Gründung der Gauliga Westfalen 1933 nicht berücksichtigt. Den Aufstieg dorthin sicherte sie sich schließlich ein Jahr später; damit leitete sie die erste erfolgreiche Ära der Vereinsgeschichte ein. Nach den Rängen sechs und fünf in den ersten beiden Spielzeiten wurden die Herner in der Saison 1936/37 Vizemeister hinter dem seinerzeit als beinahe unschlagbar geltenden FC Schalke 04.

Ein Jahr später wurde die Westfalia Dritter und schlug im Saisonverlauf Borussia Dortmund, die erst 1936 erstmals erstklassig geworden war, mit 8:2.[1] Paul Matzkowski wurde in dieser Saison mit 28 Treffern Torschützenkönig. Zwar gab es auch empfindliche Niederlagen wie ein 0:14 beim FC Schalke 04 in der Saison 1939/40[4], dennoch geriet die Westfalia während der gesamten Gauligaära nie in Abstiegsgefahr; sie belegt in der "ewigen Tabelle der Liga" den zweiten Platz.

Nachkriegszeit (1945 bis 1954)[Bearbeiten]

Nach dem Zweiten Weltkrieg sperrte die britische Kommandantur das Stadion und verweigerte dem Verein, sich neu zu konstituieren. Hintergrund war die nationalistische Gesinnung von Vereinspräsident Kracht. Erst nach einem Freundschaftsspiel gegen britische Soldaten kehrten die Herner in ihr Stadion zurück.[1] Die westfälischen Gauligisten von 1939 bis 1944 bildeten daraufhin die zweigleisige Landesliga Westfalen.

Gleich in der ersten Spielzeit wurde die Westfalia Vizemeister hinter dem FC Schalke 04, der auf eigenem Platz mit 3:1 geschlagen werden konnte.[5] In der folgenden Spielzeit verpassten die Herner als Vierter die Qualifikation für die neu geschaffene Oberliga West und waren wieder zweitklassig. Der Weg in die Oberliga war lang. 1948 verpasste die Mannschaft nach einer 0:5-Niederlage im Entscheidungsspiel gegen SuS Recklinghausen das Endspiel um die Westfalenmeisterschaft.[5] Ein Jahr später wurde die Westfalia in die neu geschaffene II. Division West aufgenommen, in der sie sich langsam nach oben spielte und 1952 für die eingleisige Liga qualifizierte.

1954 gelang schließlich der Durchbruch unter Trainer Rudolf Prokoph. Angeführt von Amateurnationalspieler Günter Grandt, der mit 29 Treffern Torschützenkönig wurde, gelang als Vizemeister hinter dem Duisburger SpV der Aufstieg in die Oberliga. Am letzten Spieltag mussten die Herner beim direkten Verfolger SG Wattenscheid 09 antreten, auf den die Westfalia einen Punkt Vorsprung hatte. Mit einem 2:1-Sieg am Beckmannshof, den Siegtreffer erzielte Günter Grandt, sicherten sich die Herner den Aufstieg.[2] Im Gegensatz zu anderen Ruhrgebietsvereinen wurde die Westfalia nicht von einem Bergwerk unterstützt; das Elektrounternehmen Funke & Huster stand hinter dem Verein, der wieder zum zwei Jahre zuvor aufgestiegenen Lokalrivalen SV Sodingen aufschloss. Außerhalb des Ruhrgebiets sorgte Hernes Aufstieg für Skepsis. So soll der Präsident des 1. FC Köln, Franz Kremer, gefragt haben, „was ein Nest wie Herne mit zwei Oberligisten will“.[2]

Oberliga West (1954 bis 1963)[Bearbeiten]

Helmut Benthaus

Die Westfalia tat sich in der Oberliga schwer und schaffte in der Aufstiegssaison 1954/55 den Klassenerhalt erst am letzten Spieltag durch ein 3:2 beim Duisburger SpV. Lokalrivale Sodingen leistet durch ein 2:0 gegen den Meidericher SV Schützenhilfe.[6] 1955 übernahm der gebürtige Schlesier Fritz Langner den Trainerposten in Herne und baute einheimische Talente wie Helmut Benthaus, Alfred Pyka oder Hans Tilkowski in die Mannschaft ein, die allesamt später Nationalspieler wurden. Am 28. Dezember 1958 standen die drei genannten Spieler in der Anfangsformation der DFB-Auswahl bei einem Länderspiel in Ägypten.[1]

In der Oberligasaison 1958/59 wurden die Herner überraschend Meister. Die Zeitung Der Fußball-Sport sprach von einer „handfesten Rebellion gegen die etablierten Dynastien im Westen“.[2] Für die Endrunde um die deutsche Meisterschaft musste die Westfalia zwangsweise in das Dortmunder Stadion Rote Erde umziehen, da der DFB eine Stadionkapazität von 40.000 Plätzen vorschrieb.[4] Mit zwei Siegen - 1:0 gegen Tasmania Berlin und 3:1 gegen den Hamburger SV wurden die Herner Gruppendritter. Ein Jahr später sicherte sich die Westfalia die Vizemeisterschaft und qualifizierte sich nach einem 1:0-Sieg im Entscheidungsspiel im neutralen Hannover über Kickers Offenbach erneut für die Endrunde. Dort wurden die Herner Letzter.[4]

In den frühen 1960er Jahren ging es sportlich bergab. Die Einführung der Bundesliga zeichnete sich ab; aber der Vorstand scheute sich, für das Erreichen der Bundesliga Risiken einzugehen. Laut Alfred Pyka wollte die Mannschaft in die Bundesliga, doch der Vorstand habe immer gesagt, dass „das Risiko zu groß sei“.[2] So zerfiel die erfolgreiche Mannschaft, die sich noch zwei Jahre in der oberen Tabellenhälfte hielt. Mit einem drittletzten Platz in derletzten Oberligasaison 1962/63 verspielten die Herner die Qualifikation für die Bundesliga deutlich.

Zwischen Regional- und Verbandsliga (1963 bis 1974)[Bearbeiten]

Nach einem sechsten Platz in der ersten Regionalligasaison 1963/64 rutschten die Herner in der Zweitklassigkeit schnell ins Mittelmaß ab. Jahr für Jahr musste der Verein seine Leistungsträger abgeben, um finanziell über die Runden zu kommen. Schon in der Saison 1965/66 musste die Westfalia ernsthaft um den Klassenerhalt zittern. Zwei Jahre später stieg die Westfalia dann als Vorletzter ab. Neun Jahre nach der Meisterschaft in der Oberliga West waren die Herner in der Drittklassigkeit angekommen.

Der direkte Wiederaufstieg wurde um Längen verpasst. Erst in der Saison 1969/70 sicherte sich die Westfalia mit einem Punkt Vorsprung auf den Hombrucher FV 09 die Staffelmeisterschaft. Das Endspiel um die Westfalenmeisterschaft gegen Eintracht Gelsenkirchen ging jedoch mit 1:2 verloren. Dennoch zogen die Herner in die Aufstiegsrunde zur Regionalliga West ein, in der die Mannschaft durch einen 3:0-Sieg über Sterkrade 06/07 den direkten Wiederaufstieg schaffte.

Auch nach der Rückkehr in die Zweitklassigkeit blieb den Hernern nur der Kampf um den Klassenerhalt, der dreimal erfolgreich bewältigt wurde. In der Saison 1973/74 ging es um die Qualifikation für die neu geschaffene 2. Bundesliga. Mit dem vorletzten Platz vergab die Westfalia die ohnehin nur theoretischen Chancen, da der DFB im Vorfeld entschieden hatte, dass die drei Tabellenletzten sich auch bei ausreichender Punktzahl nicht für die neue Liga qualifizieren können.[7]

Ein Vorstandsmitglied der Herner wandte sich daraufhin an einen Mineralölkaufmann aus Wanne-Eickel, ob dieser nicht mithelfen wolle, dafür zu sorgen, dass das Stadion der Westfalia wieder voll werde. Einer Legende nach soll Erhard Goldbach, der Inhaber der Tankstellenkette Goldin, nur einen Moment gezögert haben, bevor er zusagte.[2]

Die Ära Goldin (1974 bis 1979)[Bearbeiten]

Dank der finanziellen Unterstützung durch Goldbach konnte die Westfalia schon in der folgenden Saison 1974/75 den Aufstieg feiern. Angeführt von Torjäger Hans-Joachim Abel, der mit 30 Treffern Torschützenkönig wurde,[1] sicherten sich die Herner zunächst die Staffel- und dann gegen den SVA Gütersloh die Westfalenmeisterschaft. In der Aufstiegsrunde machte die Mannschaft dann mit einem 6:0 über den Spandauer SV den Aufstieg perfekt.

Nach einem Fehlstart schaffte die Mannschaft 1975/76 problemlos den Klassenerhalt. Höhepunkt war dabei ein 2:1-Sieg über Borussia Dortmund vor 27.000 Zuschauern. Doch schon in der folgenden Saison 1976/77 stagnierte das Team trotz hochkarätiger Neuzugänge wie Søren Busk oder Trainer Ivica Horvat, der 1972 mit dem FC Schalke 04 Pokalsieger geworden war, im Mittelfeld. Um das Ziel Bundesliga zu erreichen, führte Mäzen Goldbach im Sommer 1977 das Vollprofitum ein. Gleichzeitig wurde die Lizenzspielerabteilung als SC Westfalia 04 Goldin Herne ausgegliedert.[8]

Zudem rüstete die Westfalia weiter auf und verpflichtete für 300.000 Mark Klaus Scheer vom 1. FC Kaiserslautern; dennoch blieb sie im Mittelfeld der Liga stecken. Im DFB-Pokal verpassten die Herner gegen Schwarz-Weiß Essen erst im Wiederholungsspiel mit einer 0:1-Niederlage das Viertelfinale. Zur Saison 1978/79 verpflichteten sie Gerhard Prokop als Trainer, der die Mannschaft schließlich nach oben brachte. Nach einem fünften Platz zählte die Mannschaft zu den Aufstiegsfavoriten der nächsten Saison.

Am 24. Juli 1979 erfuhr die Mannschaft im Radio von einer Razzia der Zollfahndung bei Goldin. Nur durch systematische Steuerhinterziehung konnte Goldbach offenbar den sportlichen Aufschwung der Westfalia finanzieren. Goldin hatte Mineralölsteuer in Höhe von insgesamt 345 Millionen Mark hinterzogen. Als sich herausstellte, dass Goldbachs Zuwendungen in Höhe von 3,4 Millionen Mark keine Schenkung, sondern ein Darlehen war, geriet auch der Verein in finanzielle Schwierigkeiten. Gegen Zeugenaussagen gelang es der Vereinsführung, wenigstens Ausrüstung und Bälle vor der Pfändung zu schützen.[2]

Zum ersten Spieltag der Saison 1979/80 trat die Westfalia noch an; sie gewann mit 1:0 beim SC Herford, der Goldin-Schriftzug auf den Trikots war mit Paketband überklebt. Die Herner mussten nach dem Spiel jedoch ihre Lizenz zurückgeben und wurden in die Oberliga Westfalen zurückgestuft.

Oberligajahre (1979 bis 1990)[Bearbeiten]

Michael Steinbrecher

Horst Wandolek, Mitglied der Oberliga-Meistermannschaft von 1959, übernahm daraufhin den Trainerposten. Von der Profimannschaft verblieben fünf Spieler, dazu kamen viele Akteure der in der Landesliga spielenden Zweiten Mannschaft.[2] Dennoch schafften die Herner den Klassenerhalt. Anfang der 1980er Jahre rutschte die Westfalia tief in den Tabellenkeller und belegte dreimal in Folge einen Platz über dem jeweiligen ersten Abstiegsplatz. Erst 1984 fanden die Herner den Anschluss an das Mittelfeld der Tabelle und arbeiteten sich weiter nach oben.

1987 wurde die Mannschaft schon Dritter, bevor ein Jahr später die Vizemeisterschaft unter Trainer Pedro Milansincic erreicht wurde. Auf dem zweiten Platz wies die Westfalia allerdings einen Rückstand von 17 Punkten auf Meister Preußen Münster auf. Sie qualifizierte sich für die Deutsche Amateurmeisterschaft, in der sie in der ersten Runde am Bayernligisten TSV Vestenbergsgreuth scheiterte.[1]

Die erfolgreiche Mannschaft fiel daraufhin auseinander. Nach einem fünften Platz in der folgenden Spielzeit rutschten die Herner in der Saison 1989/90 in den Tabellenkeller. Als Mitfavorit gestartet, musste die vom Verletzungspech verfolgte Westfalia als Letzter am Saisonende absteigen. Erstmals in ihrer Vereinsgeschichte war sie nur noch viertklassig.

In die Landesliga und zurück (1990 bis 1999)[Bearbeiten]

Geschäftsstelle von Westfalia Herne

Nachdem der direkte Wiederaufstieg verpasst worden war, kämpften die Herner erst 1992 wieder aussichtsreich um die Rückkehr in die Oberliga. Mit einem Punkt Rückstand auf die Amateure der SG Wattenscheid 09 wurde die Westfalia Dritter. Wegen der juristischen Auseinandersetzung um den Rückzug des ASC Schöppingen aus der Oberliga hätte Platz zwei für die Herner den Aufstieg bedeutet. Bereits zwei Jahre später fanden sich die Herner jedoch auch in der Verbandsliga im Abstiegskampf wieder.

1995 übernahm der Milchbauer Jürgen Stieneke den Vereinsvorsitz. Aufgrund der schlechten Perspektive soll ihm der damalige Kassierer die Auflösung des Vereins vorgeschlagen haben.[2] Am Ende der Saison 1995/96 stieg die Westfalia in die Landesliga ab und war erstmals sechstklassig. Torhüter Bernd Giese übernahm daraufhin das Team als Trainer und führte es zwei Jahre später zurück in die Verbandsliga.

Dort lieferte sich die Mannschaft ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem SV Rotthausen um die Meisterschaft. Mit einem 5:0-Sieg beim SSV Meschede holten die Herner sich die Meisterschaft und kehrten in die Oberliga zurück. Mehr als 1.000 Westfalia-Fans begleiteten ihre Mannschaft zum entscheidenden Spiel ins Sauerland.[1]

Erneute Fahrstuhlära (1999 bis 2008)[Bearbeiten]

Die Mannschaft startete erfolgreich in die ersten Jahre nach der Rückkehr in die Oberliga und erreichte in der Aufstiegssaison 1999/2000 Platz 5 und zwei Jahre später noch einmal Platz 6. Doch schon in der Saison 2002/03 stand die Westfalia am Saisonende als Vorletzter als Absteiger in die Verbandsliga fest. Der direkte Wiederaufstieg misslang.

In der folgenden Spielzeit 2004/05 gelang den Hernern der Aufstieg in die Oberliga. Großen Anteil am Erfolg hatte Sami El-Nounou, der mit 30 Treffern Torschützenkönig der Liga wurde. Sein Sturmkollege Michael Erzen erzielte 24 Tore und half der Mannschaft dabei, den Konkurrenten SSV Hagen auf Platz 2 zu verdrängen.[1] In der Oberliga hatte die Westfalia mit dem Abstieg nichts zu tun, sie platzierte sich im gesicherten Mittelfeld.

Zum Ende der Saison 2007/08 wurde die Oberliga Westfalen aufgelöst. Die ersten vier Mannschaften stiegen in die Regionalliga auf, während die sieben folgenden Teams in die neu geschaffene NRW-Liga wechseln sollten. Nach einer verpatzten Hinrunde kämpften sich die Herner nach oben und blieben 15 Spiele in Folge ohne Niederlage. Am Ende fehlten drei Punkte auf die viertplatzierten Sportfreunde Lotte.

Gegenwart (seit 2008)[Bearbeiten]

In der NRW-Liga hielt die Mannschaft in den ersten beiden Jahren gut mit und erreichte Mittelfeldplätze. Danach ging es sportlich wieder bergab. Die Talfahrt erreichte in der Saison 2011/12 ihren Höhepunkt, als die Westfalia mit 109 Gegentoren abgeschlagen Tabellenletzter wurde. Tiefunkte der Saison waren 0:8-Niederlagen beim FC Viktoria Köln und bei Arminia Bielefeld II. Die Abschaffung der NRW-Liga zum Saisonende verhinderte den Abstieg der Westfalia.

Stattdessen spielte die Mannschaft in der wieder eingeführten Oberliga Westfalen. Aber auch dort fand sich das Team im Abstiegskampf wieder. In den ersten beiden Jahren konnte die Klasse gehalten werden; schließlich erwischte es die Herner aber in der Saison 2014/15. Nach einer 2:4-Niederlage beim ASC 09 Dortmund rutschte die Westfalia auf den letzten Tabellenplatz, während sich Konkurrent SV Zweckel durch ein 3:1 gegen den SC Roland Beckum rettete.[9]

Kader und Trainer[Bearbeiten]

Kader Saison 2013/14[Bearbeiten]

Tor Abwehr Mittelfeld Angriff
Maten Heilmann DeutschlandDeutschland
Marcel Johns DeutschlandDeutschland
Lukas Seelemeyer DeutschlandDeutschland
Kai Forin DeutschlandDeutschland
Robin Gallus DeutschlandDeutschland
Christian Kaup DeutschlandDeutschland
Tim Reimann DeutschlandDeutschland
Torben Reimann DeutschlandDeutschland
Michael Planhof DeutschlandDeutschland
Christopher Antwi-Antjej DeutschlandDeutschland
Orsan Dogan TurkeiTürkei
Lokman El-kasmi
Semit Güler
Robert Hansmann DeutschlandDeutschland
Bastian Hufnagel DeutschlandDeutschland
Christian Johns DeutschlandDeutschland
Mustafa Kaya TurkeiTürkei
Matthias Krantz DeutschlandDeutschland
Alexander Sube DeutschlandDeutschland
Mercan Türkyilmaz
Dennis Wessendorf DeutschlandDeutschland
Serdar Yigit DeutschlandDeutschland
Roman Dworniczak DeutschlandDeutschland
Daniel Eisenkopf DeutschlandDeutschland
Denis Omerbegović Bosnien und HerzegowinaBosnien und Herzegowina
Dejan Petrovic SerbienSerbien
Marc Schröter DeutschlandDeutschland

Trainerstab Saison 2014/15[Bearbeiten]

Funktion Name
Chef-Trainer DeutschlandDeutschland Holger Wortmann
Co-Trainer DeutschlandDeutschland Manuel Bölstler

Erfolge[Bearbeiten]

  • Westdeutscher Meister: 1959
  • Teilnahme an der Endrunde um die deutsche Meisterschaft: 1959, 1960
  • Westfalenmeister: 1975
  • Westfalenpokalsieger: 2006
  • Meister der Verbandsliga Westfalen 2: 1970, 1975, 1999, 2005
  • A-Jugend-Westfalenmeister: 1968[10]
  • C-Jugend-Westfalenmeister: 2006[10]

In der Ewigen Tabelle der Oberliga Westfalen belegt die Westfalia mit 887 Punkten aus 698 Spielen Platz 4.

Bekannte Spieler[Bearbeiten]

  • Hans-Joachim Abel (* 1952), Stürmer, 63 Liga-Tore für Herne (32 Tore in 29 Einsätzen in der Verbandsliga Westfalen Gruppe Südwest 1974/75, damals dritte Spielklasse; 31 Tore bei 73 Einsätzen in der 2. Bundesliga Nord 1975–1978), während der Saison 1977/78 an den VfL Bochum abgegeben
  • Helmut Benthaus (* 1935), Außenläufer, 8 A-Länderspiele und 1 B-Spiel (1958–1960); 167 Oberligaspiele (1954–1961) für Herne
  • Søren Busk (* 1953), Abwehrspieler, 105 Punktspiele und 16 Tore für Herne, wurde noch während seiner Zeit in Herne dänischer Nationalspieler; später nahm er mit der Nationalmannschaft an der EM 1984, der WM 1986 und der EM 1988 teil
  • Hans Cieslarczyk (* 1937), Außenläufer in der Saison 1963/64, Ex-Nationalspieler (für Sodingen und Dortmund)
  • Gerhard Clement (* 1938), Stürmer, 256 Oberliga- bzw. Regionalligaspiele (zwischen 1957 und 1967) mit 100 Toren für Herne
  • Lutz Gerresheim (1958–1980), Mittelfeldspieler, 20-facher A-Jugend-Nationalspieler (10 Tore), 86 Spiele in der 2. Bundesliga mit 11 Toren für Westfalia Herne, ging 1979/80 nach der Goldin-Pleite zum VfL Bochum
  • Karsten Kirschke (* 1968), von den Anhängern „Fußballgott“ gerufen, 263 Ligaeinsätze für Westfalia Herne zwischen 1990 und 2000 mit 141 Toren; Quote: 0,54 Tore pro Spiel
  • Jörg Lipinski (* 1967), der Mittelfeldspieler kam 1986 aus der eigenen Jugend und gehörte 1986–1990 dem Oberligakader an
  • Werner Lorant (* 1948), später u.a. noch bei Rot-Weiss Essen, Borussia Dortmund, Eintracht Frankfurt und FC Schalke 04; als Trainer später u.a. bei TSV 1860 München, Fenerbahçe Istanbul und Apoel Nikosia
  • Otto Luttrop (* 1939), Abwehrspieler, 93 Oberligaspiele (1959–1963) für Herne, später 1 B-Länderspiel für 1860 München
  • Paul Matzkowski (1920–2004), spielte bis 1948 bei Westfalia Herne; Mittelstürmer (1938 deutscher Rekordtorschütze mit 28 Treffern); danach (1948–1958) Schalke 04
  • Alfred Pyka (1934–2012), Abwehrspieler, 1 A- und 1 B-Länderspiel (1958), 335 Oberliga- bzw. Regionalligaspiele (1954–1968) für Herne
  • Miroslav Šola (* 1968), Stürmer in den 1990er Jahren, auch bekannt als „Bosnien-Bomber“, 17-facher A-Jugend-Nationalspieler für Bosnien-Herzegowina (6 Tore)
  • Michael Steinbrecher (* 1965), Abwehrspieler und rechte Außenbahn, in der Saison 1985/86 bei Westfalia Herne, später Moderator des ZDF-Sportstudios
  • Hans Tilkowski (* 1935), Torhüter, 39 A- und 4 B-Länderspiele, davon 18A- und 3 B-Spiele (zwischen 1957 und 1961) für Herne; WM-Teilnehmer 1962 und 1966; 219 Oberligaspiele (1955–1963) für Herne
  • Stefan Wächter (* 1978), A-Jugendspieler bei Westfalia Herne, dann Bundesligatorhüter beim KFC Uerdingen und beim HSV (aktuell bei Hansa Rostock)
  • Sönke Wortmann (* 1959), Filmregisseur, spielte in der Saison 1980/81 bei Westfalia Herne im defensiven Mittelfeld

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans Dieter Baroth: Jungens, Euch gehört der Himmel! Die Geschichte der Oberliga West 1947–1963, Klartext, Essen 1988, ISBN 3-88474-332-5.
  • Hardy Grüne: Vom Kronprinzen bis zur Bundesliga. 1890–1963, Agon Sportverlag, Kassel 1996, ISBN 3-928562-85-1.
  • Hardy Grüne: Enzyklopädie der europäischen Fußballvereine. Die Erstligamannschaften Europas seit 1885, Agon Sportverlag, Kassel 2000, ISBN 3-89784-163-0.
  • Hartmut Hering (Hrsg.): Im Land der tausend Derbys. Die Fußball-Geschichte des Ruhrgebiets, Die Werkstatt, Göttingen 2002, ISBN 3-89533-372-7.
  • Ulrich Homann (Hrsg.): Bauernköppe, Bergleute und ein Pascha. Die Geschichte der Regionalliga West 1963–1974. Band 1, Klartext, Essen 1991, ISBN 3-88474-345-7.
  • Kicker-Almanach 2004, Copress, München 2003, ISBN 3-7679-0803-4.
  • Harald Landefeld/Achim Nöllenheidt (Hrsg.): „Helmut, erzähl mich dat Tor!“ Neue Geschichten und Portraits aus der Oberliga West 1947–1963, Klartext, Essen 1993, ISBN 3-88474-043-1.
  • Achim Nöllenheidt (Hrsg.): Fohlensturm am Katzenbusch. Die Geschichte der Regionalliga West 1963–1974. Band 2, Klartext, Essen 1995, ISBN 3-88474-206-X.
  • Ralf Piorr (Hrsg.): Viel mehr als nur ein Spiel – 100 Jahre SC Westfalia 04, Frischtexte Verlag, Herne 2004, ISBN 3-933059-38-0.
  • Marcus Fiesseler: 100 Jahre Fußball in Nordrhein-Westfalen. Eine Chronik in Tabellen, Agon Sportverlag Statistics 34, Kassel 1997, ISBN 3-89784-128-2.
  • Ralf Piorr/Gerhard Schiweck (Hrsg.): 12 Ansichten – Eine Hommage an Westfalia Herne, Frischtexte Verlag, Herne 2008, 12 Postkarten im Schuber, ISBN 978-3-933059-08-6.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i Ralf Jelitto: Vereinsgeschichte. Westfalia Herne, abgerufen am 3. Mai 2015.
  2. a b c d e f g h i j k  Ralf Piorr (Hrsg.): Der Pott ist rund - Das Lexikon des Revier-Fußballs: Die Vereine. Klartext Verlag, Essen 2006, ISBN 3-89861-356-9, S. 121-124.
  3. a b c  Deutscher Sportclub für Fußball-Statistiken (Hrsg.): Fußball in Westdeutschland 1902/03 – 1932/33. 2009, S. 38, 125, 137, 191, DNB 997617357.
  4. a b c  Hardy Grüne: Vom Kronprinzen bis zur Bundesliga. 1890 bis 1963. Enzyklopädie des deutschen Ligafußballs – Band 1. AGON Sportverlag, Kassel 1996, ISBN 3-928562-85-1, S. 193, 378, 387.
  5. a b  Deutscher Sportclub für Fußball-Statistiken: Fußball in Westdeutschland 1945-1952. Hövelhof 2011, S. 10, 71.
  6.  Deutscher Sportclub für Fußball-Statistiken: Fußball in Westdeutschland 1952-1958. Hövelhof 2012, S. 97.
  7.  Hardy Grüne: Bundesliga & Co. 1963 bis heute. Enzyklopädie des deutschen Ligafußballs. Band 2, AGON Sportverlag, Kassel 1997, ISBN 3-89609-113-1, S. 81.
  8. Ralf Piorr: Goldine Zeiten. In: 11 Freunde Spezial 2. Liga, S. 98ff.
  9. Nils Heimann: „Abstieg ein ekliges Gefühl“. RevierSport, abgerufen am 20. Juni 2015.
  10. a b Westfalenmeister Vereinsmannschaften. FLVW, abgerufen am 30. August 2013.