Westheim (Marsberg)

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Westheim
Stadt Marsberg
Wappen von Westheim
Koordinaten: 51° 29′ 38″ N, 8° 54′ 26″ O
Höhe: 226 m
Fläche: 12,03 km²
Einwohner: 1680 (2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 140 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1975
Postleitzahl: 34431
Vorwahl: 02994
Golfplatz des TuS Westheim Golfclub
Golfplatz des TuS Westheim Golfclub

Westheim ist ein Dorf im Hochsauerlandkreis in Nordrhein-Westfalen, das an der Nahtstelle des Sauerlandes und des Bürener Landes liegt. Seit 1975 gehört es zur Stadt Marsberg. Der Ort hat knapp 1700 Einwohner.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Westheim liegt 6 km nordöstlich von Marsberg an der Bundesstraße 7 im Tal der Diemel.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rittergut Westheim um 1860, Sammlung Alexander Duncker

Westheim wurde 1082 in Verbindung mit den Herren von Westheim erstmals urkundlich erwähnt. Pfarrort wurde Westheim 1150 durch die Kirchengründung der Corveyer Mönche. An die Stelle der Westheimer Herren traten etwa ab Mitte des 14. Jahrhunderts die Herren von Calenberg, die bis zu ihrem Aussterben im Jahre 1813 ununterbrochen in Westheim ansässig waren. Nach mehrfachem Wechsel gelangte Westheim in den Besitz der Grafen zu Stolberg, der heutigen Familie von Twickel.

Westheim gehörte seit der Gründung zur weltlichen Herrschaft des deutschen Bistums Paderborn, ursprünglich im Herzogtum Sachsen. Ab dem 14. Jahrhundert bildete sich das Territorium Fürstbistum Paderborn (Hochstift) im Heiligen Römischen Reich, darin ab dem 16. Jahrhundert zum niederrheinisch-westfälischen Reichskreis. Westheim zählte zum Amt Wünnenberg im Unterwaldischen Distrikt. 1802/03 wurde das Hochstift vom Königreich Preußen besetzt. In napoleonischer Zeit war der Ort Teil des Königreiches Westphalen, Departement der Fulda. Seit 1815 gehörte Buke endgültig zum Königreich Preußen, ab 1871 war es Teil des Deutschen Reiches. 1945–1949 war Westheim Teil der britischen Besatzungszone, ab 1946 staatlich regiert vom Land Nordrhein-Westfalen bzw. ab 1949 auch durch die Bundesrepublik Deutschland.

Die Entwicklung Westheims war geprägt durch Seuchen, Kriegseinwirkungen und Hungersnöte. Zu nennen sind hier Soester Fehde, Pest, Dreißigjähriger Krieg und Siebenjähriger Krieg, in deren Folgen große Not entstand. Während des Dreißigjährigen Krieges ging das „Unterhaus Westheim“ der Freiherren von Calenberg und mit ihm ein Teil des Dorfes in Flammen auf. Nach einer Seuche im Jahr 1813 zählte Westheim nur noch 496 Einwohner.

Im Zweiten Weltkrieg wurde am 3. Oktober 1944 das Haus Klinke-Hartmann zerstört und über 100 Häuser stark beschädigt. Auch das Dach der evangelischen Kirche wurde zerstört. Sechs Menschen wurden getötet.

Im Zuge der Kommunalen Neugliederung, die am 1. Januar 1975 in Kraft trat, wurde Westheim, das vorher zum Kreis Büren gehörte, der Stadt Marsberg im Hochsauerlandkreis angegliedert.[2]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung:„In Gold (Gelb) ein schreitender schwarzer Hirsch; darüber im Schildhaupt vorn eine schrägrechte grüne Weizenähre und hinten ein schräglinkes grünes Eichenblatt.“

Das Wappen wurde abgeleitet vom Wappen der einflussreichen Herrscherfamilie, der Grafen zu Stolberg, welche einen Hirsch im Wappen führten. Die Weizenähre steht für die Landwirtschaft und das Eichenblatt für die waldreiche Umgebung.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kath. St. Vituskirche
Innenansicht der St. Vituskirche
  • 1150: Pfarrort
  • 1688: Bau der katholischen Pfarrkirche St. Vitus
  • 1856–1858: Bau der evangelischen Kirche
  • 1895: Neubau der katholischen Pfarrkirche

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Dartverein DC Westheim besteht seit 1990. Im Jahr 2014 stieg der Verein in die höchste Nordhessische Dartliga auf.

Im August 2004 wurde der Golfplatz des TuS Westheim Golfclub eröffnet. Der zunächst als 9-Loch-Platz angelegte Kurs wurde in der Folgezeit auf 18-Loch erweitert und bietet zusätzlich einen Pay&Play-Kurzplatz mit 6 Löchern. Im Jahr 2013 wurde der Golfbereich aus dem TuS Westheim ausgegliedert und der Golfclub Westheim e.V. betreibt die Anlage nun in Eigenregie.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Straßenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch den Bau der Straße Bredelar-Warburg, die 1831 fertiggestellt wurde bekam Westheim Anschluss ans Straßennetz. In den Jahren ab 1966 wurde die A 44 von Kassel nach Dortmund gebaut. 1972 wurde das Teilstück, welches an Westheim vorbeiführt, dem Verkehr übergeben. Westheim liegt in unmittelbarer Nähe der Auffahrt Marsberg/Diemelstadt. Die Auffahrt wurde im Dezember 2006 freigegeben.

Schienenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Haltepunkt Westheim (Westf)

Mit der Oberen Ruhrtalbahn SchwerteWarburg, die am 10. Februar 1873 in Betrieb genommen wurde,[3] bekam der Ort den eigenen Bahnhof Westheim (Westf).[4] Die Bahnstrecke wurde zum 18. Juli 1984 auf eingleisigen Betrieb umgestellt, damit wurde aus dem Bahnhof ein einfacher Haltepunkt.[5] Das östliche Stellwerk, 1909 erbaut, wurde ab 1985 von einem Eisenbahnverein genutzt[6] und als Eisenbahnmuseum eingerichtet.[7] Im Jahr 1987 zerstört ein Dachstuhlbrand[8] das giebelständige Empfangsgebäude aus dem Jahr 1872, das über einen flacheren, traufständigen Fachwerkanbau verfügte, der als Güterschuppen genutzt wurde.[9] Derzeit steht nur noch ein Unterstand zur Verfügung. Die Strecke wird derzeit (2017) stündlich von RE-Zügen des Sauerland-Expresses zwischen Hagen und Warburg (einzelne Züge bis Kassel) bedient.

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1862 wurde die Brauerei Westheim gegründet, noch heute ein wichtiger Betrieb im Ort. 1906 baute Wilhelm Holtey ein Wasserkraftwerk und versorgte ganz Westheim mit Gleichstrom.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Westheim (Marsberg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stadt Marsberg: Demographische Entwicklung 1997–2017. In: Stadt Marsberg IKEK. Abgerufen am 15. September 2018.
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 332.
  3. BetriebsstellenArchiv Westheim (Westf). In: NRWbahnarchiv. André Joost, abgerufen am 25. August 2017.
  4. Betriebsstellenverzeichnis: EWSM (PDF-Datei; 703 kB), 51° 29′ 41″ N, 8° 54′ 42″ O, 226 m
  5. Marco Rosenkranz: Die Geschichte der Eisenbahn durch Westheim. Eisenbahnfreunde Marsberg e.V., 11. April 2010, abgerufen am 30. Juni 2013.
  6. Das Stellwerk. Eisenbahnfreunde Marsberg e.V., abgerufen am 30. Juni 2013.
  7. Ein kleines neues Museum. In: Der Westen. 15. Mai 2011, abgerufen am 30. Juni 2013.
  8. Die Westheimer Geschichte. Abgerufen am 30. Juni 2013.
  9. Bilder des ehemaligen Empfangsgebäudes. (Nicht mehr online verfügbar.) Ehemals im Original; abgerufen am 12. April 2012 (Neue URL müsste westheimwestfalen.de sein, derzeit werden Bilder von dort aber nicht geladen).@1@2Vorlage:Toter Link/www.westheim.org (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven)