Westheim (Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Westheim
Westheim (Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Westheim hervorgehoben

Koordinaten: 49° 0′ N, 10° 40′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: Weißenburg-Gunzenhausen
Verwaltungs­gemeinschaft: Hahnenkamm
Höhe: 439 m ü. NHN
Fläche: 28,32 km2
Einwohner: 1169 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 41 Einwohner je km2
Postleitzahl: 91747
Vorwahlen: 09082, 09833Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: WUG, GUN
Gemeindeschlüssel: 09 5 77 179
Gemeindegliederung: 5 Gemeindeteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Ringstr. 12
91719 Heidenheim
Website: www.westheim.info
Erster Bürgermeister: Herbert Weigel (Wählergemeinschaft)
Lage der Gemeinde Westheim im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen
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Über dieses Bild
Westheim, Luftaufnahme (2016)
Hauptstraße in Westheim

Westheim ist eine Gemeinde im mittelfränkischen Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen. Der gleichnamige Hauptort ist Sitz der Gemeindeverwaltung. Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Hahnenkamm.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Westheim liegt im Westen des Landkreises Weißenburg-Gunzenhausen in der Region Westmittelfranken, rund 14 Kilometer Luftlinie südwestlich von Gunzenhausen und nahe dem Mittelgebirge Hahnenkamm, einem Höhenzug der Fränkischen Alb. Größere Orte in der Nähe sind Wassertrüdingen (6 km) und Oettingen (7 km). Der Bruckbach, ein Nebenfluss der Wörnitz, durchfließt den Ort. Weiteres Gewässer auf dem Gebiet der Gemeinde ist der Lothbach, besonders im Norden gibt es zahlreiche Gräben und kleine Bachläufe. Südwestlich befindet sich das Naturschutzgebiet Auwald bei Westheim. Im Auwald befindet sich der westlichste Punkt des Landkreises Weißenburg-Gunzenhausen. Westheim liegt direkt auf dem 49. Breitengrad.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Nachbargemeinden sind:

Wassertrüdingen Gnotzheim, Wassertrüdingen Heidenheim
Wassertrüdingen, Auhausen, Hainsfarth Nachbargemeinden Heidenheim
Hainsfarth Hainsfarth, Polsingen, Heidenheim

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es existieren 5 amtlich benannte Gemeindeteile (in Klammern ist der Ortstyp angegeben):[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Männergrab (Nr. 24) aus dem Gräberfeld von Westheim mit Franziska, Schild-Buckel und Griff, Lanzenspitze, Münze des Gotenkönigs Athalarich (526–534) und römischen Mosaiksteinchen (Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg)

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der „Mehlbuck“ wurde eines von drei frühmerowingischen Gräberfeldern innerhalb der Gemarkung Westheims entdeckt. Es gilt oft als frühester Nachweis der Franken in Mittelfranken. Das Gräberfeld stand allerdings sicher nicht in direktem Zusammenhang mit dem heutigen Ort Westheim, sondern mit einer Siedlung im Bereich des höher gelegenen Geländes über der Flussniederung, wo sich die zwei alten Römerstraßen Geilsheim-Hüssingen und Gunzenhausen-Nördlingen kreuzten. Die ursprünglich über 250 Gräber beinhalten Männer-, Frauen- und Kinderbestattungen sowie zwei Pferdebestattungen. Das Gräberfeld wurde spätestens vom Beginn des 6. Jahrhunderts (um 520–530) bis mindestens in die zweite Hälfte des 7. Jahrhunderts benutzt. Anschließend scheint der Ort wüst gefallen zu sein, bevor die Beigabensitte in Süddeutschland endet. Auffällig ist die hohe Zahl typisch fränkischer Waffen, wie Franziska und Ango, sowie die neun Münzgräber. Darunter waren drei römische Denare aus dem 3. Jahrhundert und fünf gotische Halb-Siliquen von Athalarich, Witiges und Totila, die vermutlich als Charonspfennige dienten.[3]

Weiterhin wurden am Ortsrand von Westheim die Überreste einer kleinen frühmittelalterlichen Kirche entdeckt. Sie wurde um das Jahr 600 gebaut und stellt damit zusammen mit der Sola-Basilika in Solnhofen eine der ältesten Kirchen der Region dar. Mittlerweile wurde eine Rekonstruktion der Kirche errichtet, die besichtigt werden kann. Um die Kirche befand sich einst wohl die Siedlung, zu der das Gräberfeld gehört haben dürfte. Mit der Einrichtung eines Königshofes in Westheim verlor die ältere Siedlung jedoch an Bedeutung und wurde schließlich zugunsten der Siedlung um die Kirche St. Pankratius aufgegeben.[4]

Westheim gehörte zum 1792 von Preußen erworbenen Fürstentum Ansbach, das ab 1500 zum Fränkischen Reichskreis gehörte. Mit der Rheinbundakte 1806 kam der Ort zum Königreich Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Mai 1978 wurde die Gemeinden Hüssingen und Ostheim eingegliedert.[5]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortschaft Westheim
  • 1910: 0661 Einwohner[6]
  • 1933: 0631 Einwohner
  • 1939: 0572 Einwohner[7]
  • 1961: 0625 Einwohner[5]
  • 1970: 0594 Einwohner[5]
  • 2008: 0978 Einwohner
Gemeinde Westheim (heutiges Gemeindegebiet)
  • 1961: 1339 Einwohner[5]
  • 1970: 1246 Einwohner[5]
  • 1987: 1208 Einwohner
  • 1991: 1243 Einwohner
  • 1995: 1254 Einwohner
  • 2000: 1230 Einwohner
  • 2005: 1189 Einwohner
  • 2010: 1152 Einwohner
  • 2015: 1141 Einwohner

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dem Gemeinderat gehören zwölf Mitglieder an. Sie verteilen sich wie folgt auf die einzelnen Wählergemeinschaften:[8]

Gemeinderatswahl 2014
Partei / Liste Stimmenanteil Sitze
Wählergemeinschaft Westheim 43,2 % 5
Wählergemeinschaft Hüssingen 25,1 % 3
Ostheimer Bewerber 31,7 % 4

Die Wahlbeteiligung lag bei 81,3 %.

Gemeinderatswahl 2020[9]
Partei / Liste Stimmenanteil Sitze
Wählergemeinschaft Westheim 46,8 % 6
Wählergemeinschaft Hüssingen 25,0 % 3
Ostheimer Bewerber 28,2 % 3

Die Wahlbeteiligung lag bei 79,1 %.

Bürgermeister der Gemeinde Westheim
Bürgermeister Wahljahr Stimmanteil
Herbert Weigel[10] 2020 59,7 %[11]
Helmut Schindler 2014
Günther Oberhauser vor 2015

Im Jahr 2020 wurde Herbert Weigel, ehemals 2. Bürgermeister, mit 59,7 % der Stimmen zum Bürgermeister gewählt.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Westheim führt seit dem 26. Juli 1965 ein eigenes Wappen.

Wappen von Westheim
Blasonierung: „In Schwarz ein stehender, silbern gekleideter Bauer, der in der Rechten nach unten ein silbernes Schwert, in der Linken nach oben eine silberne Fahne mit rotem Bundschuh hält.“[12]
Wappenbegründung: Der Bauer mit der Bundschuhfahne erinnert an den Bauernkrieg von 1525 und hebt die Rolle von Westheim als Zentrum des Aufstands hervor. Aus Westheim stammte ein Bauernhauptmann, der gegen die Truppen der Markgrafen kämpfte. Die Farben Silber und Schwarz weisen auf die einstige Zugehörigkeit zum Fürstentum Ansbach hin.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 548.000 Euro, davon waren umgerechnet 99.000 Euro (netto) Gewerbesteuereinnahmen.

Im Jahr 1998 gab es nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 111 und im Bereich Handel und Verkehr keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 233 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 420. Im verarbeitenden Gewerbe und im Bauhauptgewerbe gab es je einen Betrieb. Zudem bestanden im Jahr 1999 72 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1742 Hektar, davon waren 1174 Hektar Ackerfläche und 568 Hektar Dauergrünfläche.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Westheim wird von der Bundesstraße 466 von Gunzenhausen nach Nördlingen durchquert. Die Kreisstraße WUG 30 führt nach Hüssingen, eine Gemeindestraße nach Auhausen.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1999 gab es 50 Kindergartenplätze mit 51 Kindern.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Westheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tabellenblatt "Daten 2", Statistischer Bericht A1200C 202041 Einwohnerzahlen der Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke 1. Vierteljahr 2020 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Westheim in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 25. Dezember 2019.
  3. Andreas Kraus: Geschichte Frankens bis zum Ausgang des 18. Jahrhunderts. Bd. 3/1. Reihe: Handbuch der bayerischen Geschichte, Gesamtwerk in 4 Bänden: Handbuch der bayerischen Geschichte, 4 Bde. in 6 Tl.-Bdn., C. H. Beck, 3., neubearb. A. (1997). (S. 58 ff.)
  4. Frühmittelalterliche Kirche Westheim auf der Seite www.fraenkisches-seenland.de
  5. a b c d e Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 731.
  6. Gemeindeverzeichnis Deutschland 1900 – Königreich Bayern – Regierungsbezirk Mittelfranken – Bezirksamt Gunzenhausen. Auf: gemeindeverzeichnis.de
  7. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Landkreis Gunzenhausen. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  8. Bayerisches Landesamt für Statistik, abgerufen am 30. Juli 2017
  9. Ergebnisse. Abgerufen am 9. Juni 2020.
  10. Gemeinderat 2020-2026. Gemeinde Westheim, abgerufen am 21. November 2020.
  11. Bürgermeisterwahl. Abgerufen am 9. Juni 2020.
  12. Eintrag zum Wappen von Westheim (Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen) in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte