Westliche Hakennasennatter

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Westliche Hakennasennatter
Westliche Hakennasennatter (Heterodon nasicus)

Westliche Hakennasennatter (Heterodon nasicus)

Systematik
Unterordnung: Schlangen (Serpentes)
Überfamilie: Nattern- und Vipernartige (Colubroidea)
Familie: Nattern (Colubridae)
Unterfamilie: Dipsadinae
Gattung: Heterodon
Art: Westliche Hakennasennatter
Wissenschaftlicher Name
Heterodon nasicus
Baird and Girard, 1852

Die Westliche Hakennasennatter (Heterodon nasicus) hat ihr Verbreitungsgebiet in Nordamerika und im Norden Mexikos. Sie gehört innerhalb der Nattern zur Unterfamilie der ungleichzähnigen Nattern (Xenodontinae). Die beiden früheren Unterarten H. n. kennerlyi und H. n. gloydi werden inzwischen als eigenständige Arten Heterodon gloydi und Heterodon kennerlyi geführt.[1] Hakennasennattern erreichen im Regelfall eine Körperlänge von 45–60 cm, maximal 90 cm. Es liegt ein ausgeprägter Sexualdimorphismus vor; die Weibchen sind größer und wesentlich schwerer als die männlichen Tiere. Beide erreichen ein Alter von 15 bis 18 Jahren in Gefangenschaft. Ihre Paarungszeit liegt im Frühjahr zwischen März und Mai.

Schädel der Westlichen Hakennasennatter mit opistoglyphen Giftzähnen

Heterodon nasicus verfügt über hinten gefurchte (opistoglyphe) Giftzähne im hinteren Teil des Oberkiefers. In der Regel geht von dieser Schlange jedoch keine Gefahr für den Menschen aus; ihr Gift, welches ein Speichelgift ist, muss über längere Zeit einmassiert werden. Die Giftwirkung ist bei gesunden, erwachsenen Menschen vernachlässigbar, bei Allergikern ist jedoch Vorsicht angebracht. Insgesamt werden Menschen nur äußerst selten gebissen. Es wird vermutet, dass das Gift von Heterodon eine neurotoxische Wirkung bei Amphibien entfaltet. Die vergrößerten Zähne dienen wahrscheinlich dem "Aufstechen" von Kröten oder Fröschen, die sich zur Verteidigung oft aufblasen. Sie stellen die Hauptbeute von Heterodon dar und der Fressvorgang wird dadurch stark vereinfacht.

Hakennasennattern verfügen über ein beeindruckendes Verteidigungsverhalten. Fühlt sich Heterodon nasicus bedroht, spreizt sie zunächst den Hals, der zum Zustoßen s-förmig gebogen wird. Dank des Musters auf ihrem Körper ähnelt Heterodon nasicus hierbei der Westlichen Zwergklapperschlange (Sistrurus miliarus streckeri), die im gleichen Verbreitungsgebiet vorkommt (Bates'sche Mimikry). Außerdem werden Scheinangriffe mit geschlossenem Maul durchgeführt. Zeigt sich ein Angreifer davon unbeeindruckt, dreht sich Heterodon nasicus auf den Rücken und lässt über ihr Scutum anale eine faulig riechende, milchig weiße Flüssigkeit austreten. Zudem kann sie durch absichtliche Ruptur von kleineren Blutgefäßen aus dem Mund bluten. Durch dieses Totstellen verwirrt Heterodon nasicus Raubtiere und stellt sich selbst als ungenießbar dar.

Die Westliche Hakennasennatter ist tagaktiv. Ihren Namen hat sie von ihrem haken- bzw. schnauzenförmig modifiziertem Scutum rostrale, das sie beim Graben unterstützt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Heterodon nasicus in The Reptile Database

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Westliche Hakennasennatter – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien