Wetlook

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Eine Frau in nasser Kleidung

Unter dem Begriff Wetlook versteht man das meist absichtliche Tragen nasser Kleidung und das besondere Aussehen welches hiermit einhergeht, dadurch dass sich nasse Kleidung in der Regel eng an den Körper anlegt und gegenüber dem trockenen Zustand verfärbt. Der Begriff kann auch den Vorgang des Nasswerdens in Straßenkleidung (etwa indem man vollständig angezogen schwimmen oder duschen geht) bezeichnen.

Hintergrund und Einordnung[Bearbeiten]

Wetlook wird oft als sexueller Fetisch gesehen, bei dem das Nasswerden und das Betrachten von Personen in nasser Kleidung erregend ist. Dabei spielt es nicht zwangsläufig eine Rolle, dass durch die nasse Kleidung bestimmte Körperformen betont oder diese durch das Transparentwerden z. B. weißer Kleidung sichtbar gemacht werden. Vielmehr wird der Reiz beim Wetlook als Fetisch vor allem durch das Gefühl ausgelöst etwas Ungewöhnliches und „Verbotenes“ gegen die gesellschaftlichen Normen zu tun und seine Kleidung oder die einer anderen Person durch das Nassmachen zu „ruinieren“. Dementsprechend kann es für Anhänger dieses Fetisch reizvoller sein in z. B. einer langen Jeans, einem Pullover und einer Jacke nass zu werden oder eine andere Person dabei zu beobachten, als in einer kurzen Hose und einem einfachen Hemd, auch wenn bei letzterem unter Umständen mehr nackte Haut sichtbar ist. Für die Erhöhung des sexuellen Reizes kann es darüber hinaus wichtig sein, dass die Kleidung in sich abgestimmt und vollständig ist, ergänzt durch Schuhe, Gürtel, Schmuck und gestylte Haare, so als hätte man es nicht zum Baden sondern zum gewöhnlichen Ausgehen angezogen.

Das Nasswerden und mitunter komplette Baden oder Schwimmen in normaler Kleidung kann auch als eine Teilmenge des Wet and Messy fetishism (WAM) angesehen werden. Dieser Begriff umfasst ganz allgemein alle Vorlieben, bei denen sexuelle Lust daraus abgeleitet wird, dass die eigene oder fremde Kleidung während des Tragens durch flüssige oder klebrige Substanzen beschmutzt und hierdurch „ruiniert“ wird. Mit dem Wetlook verwandt ist dementsprechend auch die Lust, etwa in andere, dreckige Flüssigkeiten, wie z. B. Schlamm, Öl, Farbe, etc., einzutauchen oder sich selbst oder eine andere Person hiermit zu beschmieren – und zwar meist ebenfalls vollständig bekleidet.

Natürlich gibt es auch Personen, denen es einfach nur Spaß macht bekleidet nass zu werden, ohne dass sexuelle Aspekte dabei eine Rolle spielen.[1][2] Viele Menschen, egal ob sie aus sexuellem Hintergrund oder schlichtem Spaß in Kleidung nass werden, empfinden dabei auch ein Gefühl von Freiheit und Offenheit.

Anhänger und Verbreitung[Bearbeiten]

Die Anhänger des Wetlooks, die sich selbst als Wetties oder Wetlooker/Innen bezeichnen, empfinden das Gefühl von nasser Kleidung auf ihrer Haut als angenehm. Hierzu zählt einerseits das Spüren der Kleidung im Wasser, z. B. bei Schwimmbewegungen, und andererseits das Gefühl außerhalb des Wassers, das durch die schwere und am Körper klebende Kleidung bei praktisch jeder Bewegung entsteht. Manche Wetlooker/Innen tragen hierbei bewusst helle Kleidung, weil diese in nassem Zustand durchsichtig wird, obwohl man immer noch bekleidet ist. Dadurch können bestimmte Körperteile sichtbar werden, was allgemein als erotisch, reizend, attraktiv und sexy empfunden werden kann und beispielsweise auch beim Wet-T-Shirt-Contest eine wesentliche Komponente ist. Andere Wetties dagegen bevorzugen dunkle Kleidung, um eben genau dies zu vermeiden. Außerdem verändert sich die Farbe der Kleidung wenn sie nass wird. So wirkt beispielsweise eine glänzende enge Jeans auf viele Menschen besonders erotisch.

Wetlook als Fetisch ist vermutlich verglichen mit anderen Fetischen in der Gesellschaft weniger stark, jedoch spürbar verbreitet. So gibt es zahlreiche Internetforen zu dieser Vorliebe und darüber hinaus etliche kommerzielle Seiten, über die Bild- und Videomaterial meist nasser bekleideter Frauen (jedoch auch Männer bzw. Paare) bezogen werden kann.

Es kann weiterhin davon ausgegangen werden, dass die meisten Wetlooker/Innen ihre Vorliebe heimlich zu Hause oder nachts ausleben, da das Baden in Kleidung in Deutschland als ungewöhnlich erscheint, in der Menge polarisiert und ggf. als sexueller Fetisch auffällt. Jedoch gibt es zahlreiche Gelegenheiten in Kleidung nass zu werden, ohne als Fetischist erkannt zu werden. Hierzu zählen etwa Schaum- und Poolpartys, die bevorzugt im Sommer in Diskotheken oder an Badestränden stattfinden und darüber hinaus ein weiterer Beleg dafür sind, dass das Nasswerden in Kleidung von der breiten Menge als sexuell reizvoll empfunden wird.

Ursprung[Bearbeiten]

Als Ursprung des Wetlooks als Fetisch wird vermutet, dass das Tragen von Straßenkleidung beim Schwimmen oder Baden als verboten, unangemessen oder unkonformistisch betrachtet werden kann. In Kulturen dagegen, wo dies allgemein akzeptiert wird oder womöglich sogar fester Bestandteil der Kultur ist, ist dieser Fetisch weniger verbreitet. Daher wird die Entstehung des Wetlook darauf zurückgeführt, dass dies verboten oder falsch ist. Diejenigen, denen der Wetlook Spaß macht, berichten nicht selten, dass sie diese Leidenschaft bereits im Kindergarten- oder Grundschulalter entdeckt hätten. Meist geschieht dies, wenn jemand selbst ein nasses Erlebnis hat, oder wenn man jemand anders beim Nasswerden beobachtet.

Diejenigen, denen der Wetlook Spaß macht, haben unterschiedliche Präferenzen, wie sie nass werden möchten: Manche bevorzugen es, langsam ins Wasser hineinzugehen, während andere lieber ins Wasser hineinspringen. Einige bevorzugen wenige Kleidung, z. B. in Ergänzung zu gewöhnlichen Badesachen, während für andere jedes zusätzliche Kleidungsstück den Reiz erhöht. Auch macht es manchen Wetlooker/Innen besonderen Spaß ihre Kleider langsam am Körper trocknen zu lassen (mitunter nur, um sie danach wieder nasszumachen), während andere sich nach dem Baden sofort umziehen.[1]

Andere Bedeutungen[Bearbeiten]

Der Begriff Wetlook kann sich auch auf nass aussehende glänzende und meist eng anliegende Kleidung beziehen, wie beispielsweise Leggings, Bodys oder Kleider. Außerdem wird der Begriff benutzt, um Frisuren zu beschreiben, die sich durch nasse oder nass wirkende glänzende Haare auszeichnen, siehe Haargel.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Robert Börstling: Wetlook paraphilia – aspects of a sexual variation (Wetlook-Paraphilie – Aspekte einer sexuellen Variation). In: Humboldt-Universität Berlin Magnus-Hirschfeld-Archiv für Sexologie. 1. Juli 2000. Abgerufen am 11. Dezember 2008.
  2. The Sun Online – Real Life: We're the splish sploshers