Wettenberg

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Wettenberg
Wettenberg
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Wettenberg hervorgehoben

Koordinaten: 50° 38′ N, 8° 39′ O

Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Gießen
Landkreis: Gießen
Höhe: 230 m ü. NHN
Fläche: 42,96 km2
Einwohner: 12.578 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 293 Einwohner je km2
Postleitzahl: 35435
Vorwahlen: 0641 (Krofdorf-Gleiberg, Launsbach), 06406 (Wißmar)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: GI
Gemeindeschlüssel: 06 5 31 018
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Sorguesplatz 2
35435 Wettenberg
Website: www.wettenberg.de
Bürgermeister: Thomas Brunner (SPD)
Lage der Gemeinde Wettenberg im Landkreis Gießen
NiederdorfeldenBiebertalWettenbergLollarStaufenberg (Hessen)Allendorf (Lumda)Rabenau (Hessen)Heuchelheim an der LahnGießenBuseckGrünberg (Hessen)FernwaldLinden (Hessen)LanggönsPohlheimReiskirchenLichHungenLaubachWetteraukreisVogelsbergkreisLandkreis Limburg-WeilburgLandkreis Limburg-WeilburgLandkreis Marburg-BiedenkopfLahn-Dill-KreisKarte
Über dieses Bild

Wettenberg ist eine Gemeinde im Landkreis Gießen in Hessen. Sie besteht aus den drei Ortsteilen Krofdorf-Gleiberg, Wißmar und Launsbach.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wettenberg liegt unmittelbar am nördlichen Stadtrand von Gießen auf einer Höhe von 158 bis 362 Metern im Landstrich Gleiberger Land. Naturräumlich liegt die Gemeinde an der nordwestlichen Nahtstelle der Gießener Lahntalsenke zum Krofdorfer Forst im Osten des Krofdorf-Königsberger Forstes, der Teil des Gladenbacher Berglandes ist.

Wettenberg ist ebenso wie die Nachbargemeinde Biebertal ein beliebter suburbaner Wohnstandort am Südhang des Dünsbergs in unmittelbarer Nähe zum Oberzentrum Gießen. Durch das ausgedehnte Waldgebiet des Krofdorfer Forstes sowie die Burg Gleiberg ist Wettenberg auch ein wichtiges Erholungsgebiet und Ausflugsziel für die Stadtregion Gießen.

Von nördlichen bis nordwestlichen Richtungen aus fließen die bei Einzugsgebieten von je um 10 km² nicht sehr wasserreichen Lahn-Nebenflüsse Fohnbach (12,0 km), Gleibach (7,7 km) und Wissmarbach (6,2 km) durch das Gemeindegebiet.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wettenberg grenzt im Norden an die Gemeinde Lohra (Landkreis Marburg-Biedenkopf), im Nordosten an die Stadt Lollar, im Südosten an die Stadt Gießen, im Süden an die Gemeinde Heuchelheim, sowie im Westen an die Gemeinde Biebertal (alle im Landkreis Gießen). Wettenberg bildet mit den Nachbarkommunen Biebertal und Heuchelheim sowie Lahnau die Kooperation Gleiberger Land.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wettenberg besteht aus den Ortsteilen Krofdorf-Gleiberg, Wißmar und Launsbach. Für diese Ortsteile wurden keine Ortsbezirke errichtet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oldtimer-Festival Golden Oldies in Wettenberg, Ortsteil Krofdorf-Gleiberg, 2009

Die drei Gemeinden Krofdorf-Gleiberg, Wißmar und Launsbach wurden 1977 in die neu gegründete Großstadt Lahn eingegliedert und bildeten darin den Stadtbezirk Wettenberg (benannt nach einem bewaldeten Bergrücken, der etwa in der Mitte zwischen den drei Ortschaften liegt). Nach Auflösung der Stadt Lahn wurde aus dem Stadtbezirk am 1. August 1979 unter dem Namen Wettenberg eine selbständige Gemeinde.

Einwohnerstatistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wettenberg Bevölkerung am 30. Juni: Einwohnerzahlen von 2011 bis 2020
Jahr  Einwohner
2011
  
12.205
2012
  
12.236
2013
  
12.207
2014
  
12.166
2015
  
12.125
2016
  
12.355
2017
  
12.401
2018
  
12.483
2019
  
12.572
2020
  
12.635
Quellen: https://statistik.hessen.de/sites/statistik.hessen.de/files/Bevoelkerung_Gemeinden_2011-2020_30062020_18092020.xlsx

Konfessionsstatistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laut dem Zensus 2011 waren 53,0 % (6.448) der Einwohner evangelisch, 16,8 % römisch-katholisch und 30,2 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder machten keine Angabe.[2] Die Zahl der Protestanten ist seitdem gesunken. Ende 2020 hatte Wettenberg 12.578 Einwohner, davon 46,5 % (5.850) Protestanten.[3]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 14. März 2021 lieferte folgendes Ergebnis,[4] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[5][6][7][8]

Sitzverteilung in der Gemeindevertretung 2021
     
Insgesamt 37 Sitze
Parteien und Wählergemeinschaften 2021 2016 2011 2006 2001
% Sitze % Sitze % Sitze % Sitze % Sitze
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 36,2 13 45,6 17 50,4 19 54,4 20 52,4 19
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 24,5 9 22,9 9 22,9 8 25,8 10 29,1 11
Grüne Bündnis 90/Die Grünen 17,8 7 11,1 4 14,1 5 7,6 3 8,8 3
FW Freie Wähler Wettenberg 17,5 7 16,6 6 10,9 4 8,6 3 9,7 4
FDP Freie Demokratische Partei 4,0 1 3,8 1 1,7 1 3,5 1
Gesamt 100,0 37 100,0 37 100,0 37 100,0 37 100,0 37
Ungültige Stimmen in % 2,8 4,4 3,0 2,5 1,8
Wahlbeteiligung in % 58,9 56,0 51,0 50,7 56,7

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem Jahr 1993 werden in Hessen die Bürgermeister für sechs Jahre direkt gewählt.[9]

Bei der Bürgermeisterwahl am 7. Juni 2009 setzte sich Thomas Brunner (SPD) bei einer Wahlbeteiligung von 60,1 % mit 71 % der Stimmen gegen Carsten Zörb (CDU) durch. Brunner, der zuvor 16 Jahre lang in der Verwaltung als Hauptamtsleiter tätig war, hat am 1. Februar 2010 die Nachfolge von Gerhardt Schmidt angetreten. Bei der Direktwahl am 14. Juni 2015 wurde Thomas Brunner (SPD) mit 68 % – gegen Timo Röder (CDU) mit 32 % – im ersten Wahlgang im Amt bestätigt. Die Wahlbeteiligung lag bei 44,9 %.[9]

Der von 1986 bis 2010 amtierende Bürgermeister Gerhardt Schmidt (SPD) wurde am 7. September 2003 im ersten Wahlgang mit 89,0 % der Stimmen für eine vierte Amtsperiode bestätigt. Die Wahlbeteiligung betrug 48,6 %, es trat kein Gegenkandidat zur Wahl an. Schmidt löste 1986 den damaligen ersten Bürgermeister der Gemeinde Wettenberg Günter Feußner ab, der als Kreisbeigeordneter zum Landkreis Gießen gewechselt war.[9]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde am 20. März 1981 durch das Hessische Ministerium des Innern genehmigt.

Blasonierung: „In einem blauen Schild, dessen goldenes Schildhaupt durch Zinnenschnitt abgeteilt ist, zwei wegschauende rotbewehrte goldene Löwenköpfe über einem aufrechten, von zwei schrägen goldenen Eichenblättern gekreuzten goldenen Lindenblatt.“[10]

Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Flagge wurde am 18. März 1982 durch das Hessische Ministerium des Innern genehmigt.

Die Flagge der Gemeinde Wettenberg zeigt die Farben Blau - Gelb - Rot, in der oberen Hälfte mit dem Gemeindewappen belegt.[11]

Partnergemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wettenberg unterhält folgende Gemeindepartnerschaften:[12]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kulturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch Liste der Stolpersteine in Wettenberg

Naturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regelmäßige Veranstaltungen und Vereinsleben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jedes Jahr am letzten Juliwochenende findet das überregional bekannte Oldiesfestival Golden Oldies statt, auf dem die fünfziger, sechziger und siebziger Jahre musikalisch, modisch und kulturell wieder aufleben. Weiterhin finden in den Wettenberger Ortsteilen noch lokale und regional bekannte Feste, wie Krämermarkt und Märchentag in Wißmar (Christi Himmelfahrt), Historischer Markt in Krofdorf-Gleiberg, Kirmes in Wißmar statt.

Überregional bekannt sind auch die jährlich stattfindenden klassischen Winterkonzerte, die unter dem Namen Wettenberger Winterkonzerte sich einen Namen unter den Kennern für klassische Musik gemacht haben. Traditionell wird kein Eintritt zu den Konzerten erhoben, Spenden werden jedoch im Anschluss an das Konzert erbeten. Die Verwendung der Spenden wird jeweils für eine Konzertsaison im Voraus festgelegt und öffentlich bekanntgegeben.

Des Weiteren zählt Wettenberg zu einer Karnevalshochburg. Launsbach und Krofdorf-Gleiberg veranstalten jedes Jahr eine jeweils eigene Fremdensitzung mit Prinzenpaar und traditionellem Elferrat. In Wißmar hingegen findet nur alle zwei Jahre eine Fremdensitzung statt, die für ihre Ausgefallenheit bekannt und beliebt ist, da die Sitzung nach Motto gestaltet wird und der Elferrat nach Motto auf der Bühne sitzt. Jedes Jahr findet am Rosenmontag ein Rosenmontagsball statt, der vom Turn- und Sportverein Krofdorf-Gleiberg veranstaltet wird. Am Faschingsdienstag findet der traditionelle Faschingsumzug in Krofdorf-Gleiberg statt, an dem sich alle drei Ortsteile beteiligen.

Das rege Leben der über 80 in Wettenberg eingetragenen Vereine kommt nicht nur durch deren Mitwirken an den o. g. Veranstaltungen zum Ausdruck, sondern wird z. B. auch in enger Zusammenarbeit von Kommune, Schulen und Vereinen bei Projekten wie dem Holz+Technikmuseum, der Beteiligung an überregionalen Wettbewerben (s. u.), der "Bildungsinitiative" u. ä. dokumentiert. Darüber hinaus bieten die Vereine selbst ein umfangreiches Spektrum an öffentlichen Veranstaltungen an – von Kunst- und Kleintierausstellungen, über sportliche und naturkundliche Veranstaltungen, geführte Wanderungen, Konzerte, Vorträge und Feste.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wettenberg verfügt über eine eigene Autobahnanschlussstelle an der Bundesautobahn 480 Wetzlar-Reiskirchen. Die Anschlussstelle Wettenberg verbindet direkt mit der B 429 Gießener Ring.

Naherholung und Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Verbund mit den Gemeinden des Gleiberger Landes ist Wettenberg um die Entwicklung eines sanften Tourismus bemüht. Beliebte Ziele auch zur Naherholung sind das Freibad Gleiberger Land, der Wißmarer und die Launsbacher Seen sowie die Wanderwege im Krofdorfer Forst. An Sehenswürdigkeiten springt zunächst die Burg Gleiberg ins Auge, aber auch das Holz+Technikmuseum, die alten Kirchen und die Heimatmuseen in den drei Ortsteilen sind sehenswert.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gesamtschule Gleiberger Land

Die Gesamtschule Gleiberger Land (bis Juli 2007: Wettenbergschule) ist die Mittelstufenschule am Ort für alle Schüler aus Wettenberg und Heuchelheim. Seit August 2007 auch für Schüler aus Biebertal, Heuchelheim und Hohenahr. Nach der Grundschule reicht die Gesamtschule Gleiberger Land bis zur zehnten Klasse und führt die Schüler weiter, sei es zur gymnasialen Oberstufe Richtung Abitur und Studium, sei es zur weiterführenden beruflichen Schule oder zur Lehrstelle in einem Betrieb. In allen drei Ortsteilen besteht eine Grundschule.

Auszeichnungen der Wettenberger Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Wettenberg nimmt regelmäßig an Wettbewerben zu verschiedenen Themen teil, insbesondere im Bereich Umwelt/Natur und Nachhaltigkeit. Beispielsweise wurde Wettenberg 2007 als "Naturschutzkommune" von der Deutschen Umwelthilfe ausgezeichnet und im Jahr zuvor als "Klimaschutzkommune". 2009 wird Wettenberg "Bundeshauptstadt im Klimaschutz". Im Oktober 2010 wird Wettenberg erneut mit dem 2. Platz im Wettbewerb „Bundeshauptstadt im Klimaschutz 2010“ ausgezeichnet. Im Wettbewerb „Unser Dorf“ erreichte Launsbach 2011 den 2. Platz und 2014 den 3. Platz.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Wettenberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hessisches Statistisches Landesamt: Bevölkerungsstand am 31.12.2019 (Landkreise und kreisfreie Städte sowie Gemeinden, Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011)  (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Wettenberg Religion, Zensus 2011
  3. Wettenberger Gemeinden vereint, abgerufen am 1. Januar 2021
  4. Ergebnis der Gemeindewahl am 14. März 2021. In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen im April 2021.
  5. Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016. In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen im April 2016.
  6. Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011. In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, archiviert vom Original; abgerufen im April 2011.
  7. Ergebnis der Gemeindewahl am 26. März 2006. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, archiviert vom Original; abgerufen im April 2006.
  8. Ergebnis der Gemeindewahl am 18. März 2001. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, archiviert vom Original; abgerufen im April 2001.
  9. a b c Bürgermeister-Direktwahlen in Wettenberg. In: Statistik.Hessen. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen im Januar 2021.
  10. Genehmigung eines Wappens der Gemeinde Wettenberg, Landkreis Gießen vom 20. März 1981. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1981 Nr. 14, S. 838, Punkt 499 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 8,0 MB]).
  11. Genehmigung einer Flagge der Gemeinde Wettenberg, Landkreis Gießen vom 18. März 1982. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1982 Nr. 14, S. 718, Punkt 395 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 7,0 MB]).
  12. Rat der Gemeinden und Regionen Europas: Partnerschaften von Wettenberg
  13. Gießener Anzeiger vom 28. April 2015: Wettenberg verpartnert sich mit Grigny