Wetteraukreis

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Wetteraukreises Deutschlandkarte, Position des Wetteraukreises hervorgehobenKoordinaten: 50° 20′ N, 8° 45′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Verwaltungssitz: Friedberg (Hessen)
Fläche: 1.101,71 km²
Einwohner: 297.369 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 270 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: FB, BÜD
Kreisschlüssel: 06 4 40
Kreisgliederung: 25 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Europaplatz
61169 Friedberg (Hessen)
Webpräsenz: www.wetteraukreis.de
Landrat: Joachim Arnold (SPD)
Lage des Wetteraukreises in Hessen
Kassel Landkreis Kassel Werra-Meißner-Kreis Schwalm-Eder-Kreis Landkreis Waldeck-Frankenberg Landkreis Hersfeld-Rotenburg Landkreis Fulda Vogelsbergkreis Landkreis Marburg-Biedenkopf Lahn-Dill-Kreis Landkreis Limburg-Weilburg Landkreis Gießen Main-Kinzig-Kreis Wetteraukreis Rheingau-Taunus-Kreis Hochtaunuskreis Wiesbaden Main-Taunus-Kreis Kreis Groß-Gerau Frankfurt am Main Offenbach am Main Landkreis Offenbach Darmstadt Landkreis Darmstadt-Dieburg Kreis Bergstraße Kreis Bergstraße Odenwaldkreis Baden-Württemberg Rheinland-Pfalz Bayern Nordrhein-Westfalen Niedersachsen ThüringenKarte
Über dieses Bild

Der Wetteraukreis ist ein 1972 entstandener Landkreis im Regierungsbezirk Darmstadt in Hessen. Die Kreisstadt ist Friedberg (Hessen).

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Namensgebend für den Kreis ist die nördlich von Frankfurt am Main gelegene Landschaft Wetterau. Sie ist eine der ertragreichsten Ackerlandschaften Hessens, die nach dem Fluss Wetter benannt ist. Im Westen ragen noch die Ausläufer des Taunus, östlicher Hintertaunus, in das Kreisgebiet. Hier befinden sich zahlreiche Mineral- und Thermalquellen (Bad Nauheim, Bad Vilbel, Rosbach vor der Höhe). Im Osten des Kreises führt das Ronneburger Hügelland zu den Ausläufern des Vogelsberges und des Spessarts hin.

Nachbarkreise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Wetteraukreis grenzt im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an die Landkreise Gießen, Vogelsbergkreis, Main-Kinzig-Kreis, an die kreisfreie Stadt Frankfurt am Main sowie an den Hochtaunuskreis und den Lahn-Dill-Kreis.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kreisgebiet war im Laufe der Geschichte in zahlreiche Herrschaftsgebiete zersplittert. Die wichtigsten davon waren die Landgrafen von Hessen (später beide hessischen Landesteile), die Grafen von Solms und Ysenburg, das Erzbistum Mainz und die Freie Reichsstadt Friedberg. Spätestens seit dem 19. Jahrhundert gehörte das heutige Kreisgebiet zum Großherzogtum Hessen, das die beiden Kreise Friedberg und Büdingen innerhalb der Provinz Oberhessen bildete.

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurde am 1. August 1972 ein neuer Landkreis mit dem Namen Wetteraukreis gebildet, dessen Kreisstadt die Stadt Friedberg (Hessen) wurde. Der neue Landkreis wurde zusammengesetzt aus

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner Quelle
1972 242.000 [4]
1980 251.900 [5]
1990 263.900 [5]
2000 294.260 [6]
2010 298.015 [6]
2014 297.369 [6]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kreistag[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 6. März 2016 lieferte folgendes Ergebnis,[7] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[8][9][10]

Diagrammdarstellung von Wahlergebnis und Sitzverteilung
Kreistagswahl im Wetteraukreis 2016
 %
40
30
20
10
0
30,5 %
28,0 %
12,2 %
9,0 %
7,6 %
5,7 %
3,3 %
2,2 %
0,9 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2011
 %p
 14
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-5,1 %p
-3,8 %p
+12,2 %p
-6,8 %p
+1,2 %p
+2,1 %p
+0,9 %p
-0,3 %p
-1,0 %p
Expression-Fehler: Unerwartete schließende eckige Klammer
Sitzverteilung im Kreistag 2016
         
Von 81 Sitzen entfallen auf:
Sitz der Kreisverwaltung in Friedberg
Wahlvorschläge %
2016
Sitze
2016
%
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 30,5 25 35,6 29 40,0 32 41,0 33
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 28,0 23 31,8 26 35,4 29 38,8 32
AfD Alternative für Deutschland 12,2 10
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 9,0 7 15,8 13 7,2 6 7,5 6
FWG/UWG Freie Wählergemeinschaft / Unabhängige Wählergemeinschaft Wetterau 7,6 6 6,4 5 5,8 5 4,9 4
FDP Freie Demokratische Partei 5,7 4 3,6 3 5,0 4 4,0 3
DIE LINKE. DIE LINKE. (2006: DIE LINKE. WASG) 3,3 3 2,4 2 3,0 2
NPD Nationaldemokratische Partei Deutschlands 2,2 2 2,5 2 3,6 3 3,3 3
PIRATEN Piratenpartei Deutschland 0,9 1 1,9 1
Gesamt 100,0 81 100,0 81 100,0 81 100,0[11] 81
Wahlbeteiligung in % 51,7 49,7 48,6 53,5

Landräte des Wetteraukreises[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Landrat Amtszeit
Erich Milius (SPD) 1952–1972
Arno Kuhn (SPD) 1973–1979
Helmut Münch (CDU) 1979–1983
Sigurd Beyer (CDU) 1984–1985
Herbert Rüfer (SPD) 1985–1992
Rolf Gnadl (SPD) 1992–2007
Joachim Arnold (SPD) seit 2008

Die letzte Landratswahl fand am 19. Januar 2014 statt.
Landrat Arnold wurde im ersten Wahlgang mit 59,6 Prozent im Amt bestätigt.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Wetteraukreis
Wappenbeschreibung:

„Durch einen blauen Wellenbalken geteilt; oben in Gold wachsend der schwarze, rot bewehrte Doppeladler, unten in Silber zwei rote Balken“

Wappenbegründung:

Der Reichsadler steht für das Reichsland Wetterau, das bis zum Mittelalter bestand beziehungsweise für die ehemals Freie Reichsstadt Friedberg. Die roten Balken sind das Symbol der Grafen von Isenburg-Büdingen, die das östliche Kreisgebiet beherrschten und der blaue Wellenbalken symbolisiert den Fluss Wetter und ist damit ein „redendes“ Symbol. Das Wappen wurde am 2. Juli 1975 verliehen.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die fruchtbare Ebene der Wetterau zwischen Taunus und Vogelsberg war von jeher eine wichtige Durchzugsstraße von Nord nach Süd. So hat auch die Main-Weser-Bahn als erste Eisenbahn zwischen Kassel und Frankfurt diesen Weg genommen. Sie ist 1850 von Frankfurt über Friedberg bis Butzbach und 1851 weiter nach Lang Göns eröffnet worden. Das Kreisgebiet gehörte damals zu Hessen-Darmstadt bis auf das kurhessische Bad Nauheim, das erst 1866 dazukam.

Am Rande des Vogelsberges entstand 1870 eine weitere Nord-Süd-Strecke von Gießen über Nidda–Büdingen nach Gelnhausen, die von der zunächst privaten Oberhessischen Eisenbahn-Gesellschaft erbaut und mit dieser 1876 in die Hessische Staatsbahn einbezogen wurde.

Zur Umgehung des Frankfurter Raumes erbaute die Preußische Staatsbahn eine Direktverbindung von Hanau nach Friedberg, die 1881 mit der Teilstrecke ab Heldenbergen-Windecken vollendet wurde.

Die Hessische Staatsbahn begann 1888 den Vogelsberg mit zwei Stichbahnen von Nidda nach Schotten und von Stockheim nach Gedern zu erschließen, wovon die letztgenannte 1906 bis Grebenhain-Crainfeld verlängert und so zu einer Querverbindung bis Lauterbach ausgebaut wurde.

Zum wichtigsten Bahnknoten entwickelte sich der Friedberg, welcher heute von Intercity-Zügen bedient wird. Zu den drei vorhandenen Schienenwegen von Friedberg nach Frankfurt, Gießen und Hanau kamen hinzu: 1897 die Nebenbahnen nach Hungen und Nidda, die bis Beienheim dieselbe Trasse benutzen, und 1901 die im Zuge der Bäderbahn Nauheim–Homburg–Wiesbaden errichtete Hauptbahn nach Friedrichsdorf.

Neben Nidda ist auch Stockheim ein Knotenpunkt; hier beginnt seit 1905 die Niddertalbahn nach Heldenbergen-Windecken und 1907 weiter bis Bad Vilbel an der Main-Weser-Bahn.

Schließlich vervollständigte die private Butzbach-Licher Eisenbahn AG, eine Tochter der Firma Lenz & Co GmbH, das Schienennetz durch die Bahnen, die von Butzbach ausgingen:

  • 1904: Butzbach West – Butzbach Ost – Griedel – Lich
  • 1910: Griedel – Rockenberg – Bad Nauheim
  • 1910: Butzbach Ost – Oberkleen.

Durch das Kreisgebiet führen die Bundesautobahnen 5 (Frankfurt-Kassel) und 45 (Dortmund-Aschaffenburg). Ferner erschließen mehrere Bundesstraßen und Kreisstraßen das Kreisgebiet, darunter die B 3, die B 275, die B 455, die B 457 und die B 521.

Im Wetteraukreis waren Ende 2010 etwa 225.000 Fahrzeuge zugelassen, darunter 169.000 Pkw, 8.700 Lkw und 15.000 Krafträder.

Der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) im Kreisgebiet wird durch die Verkehrsgesellschaft Oberhessen (VGO) im Rahmen des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV) betrieben.

Presse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wichtigste lokale Zeitung ist die Wetterauer Zeitung (Friedberg/Bad Nauheim), im Raum Bad Vilbel die Frankfurter Neue Presse, im Ostkreis der Kreis-Anzeiger (Nidda), im Nordwesten die Butzbacher Zeitung. Auch die Lokalausgaben der Frankfurter Rundschau werden im Wetteraukreis viel gelesen.

Städte und Gemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Butzbach Münzenberg Rockenberg Ober-Mörlen Bad Nauheim Friedberg (Hessen) Rosbach vor der Höhe Wöllstadt Karben Bad Vilbel Wölfersheim Reichelsheim (Wetterau) Niddatal Florstadt Echzell Reichelsheim (Wetterau) Nidda Hirzenhain Gedern Ranstadt Glauburg Altenstadt (Hessen) Limeshain Ortenberg (Hessen) Kefenrod Büdingen Lahn-Dill-Kreis Landkreis Gießen Vogelsbergkreis Hochtaunuskreis Frankfurt am Main Main-Kinzig-KreisMunicipalities in FB.svg
Über dieses Bild

(Einwohner am 31. Dezember 2014[12])

Städte

  1. Bad Vilbel (32.584)
  2. Bad Nauheim (31.018)
  3. Büdingen (21.061)
  4. Butzbach (24.900)
  5. Florstadt (8672)
  6. Friedberg (Hessen) (27.859)
  7. Gedern (7439)
  8. Karben (21.936)
  9. Münzenberg (5496)
  10. Nidda (16.848)
  11. Niddatal (9291)
  12. Ortenberg (8985)
  13. Reichelsheim (Wetterau) (6785)
  14. Rosbach v. d. Höhe (12.167)

Gemeinden

  1. Altenstadt (11.817)
  2. Echzell (5562)
  3. Glauburg (3015)
  4. Hirzenhain (2816)
  5. Kefenrod (2746)
  6. Limeshain (5347)
  7. Ober-Mörlen (5775)
  8. Ranstadt (4977)
  9. Rockenberg (4306)
  10. Wölfersheim (9880)
  11. Wöllstadt (6087)

Kfz-Kennzeichen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. August 1972 wurde dem Landkreis das seit dem 1. Juli 1956 für den hessischen Landkreis Friedberg gültige Unterscheidungszeichen FB zugewiesen. Es wird durchgängig bis heute ausgegeben.

Bis in die 1990er Jahre erhielten Fahrzeuge aus dem Altkreis Büdingen Kennzeichen mit den Buchstabenpaaren DA bis DZ und LA bis LZ und den Zahlen von 100 bis 999.

Seit dem 2. Januar 2013 ist zudem das Unterscheidungszeichen BÜD (Büdingen) erhältlich.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans Wolf: Die Wetterau – Geschichte, Gemeinden und Landschaften des Wetteraukreises. Petermann, Bad Nauheim 2002, ISBN 3-9808581-0-3.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wetteraukreis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 386.
  3. Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Büdingen und Friedberg vom 11. Juli 1972
  4. Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1974
  5. a b verwaltungsgeschichte.de: Wetteraukreis
  6. a b c Hessisches Statistisches Landesamt
  7. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnisse der Kreiswahlen von 2016 und 2011
  8. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnisse der Kreiswahlen von 2011 und 2006
  9. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnisse der Kreiswahlen von 2006 und 2001
  10. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnisse der Kreiswahlen von 2001 und 1997
  11. Die WAL errang 2001 keinen Sitz, aber 0,5 % der Stimmen.
  12. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).