Wettergott

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Wettergott aus Zincirli mit Blitzbündel und Axt, im späthethitischen Stil

In vielen Kulturen, beispielsweise in Mesopotamien, Syrien, Anatolien und Altamerika, wurde ein Wettergott verehrt.

Quetzalcoatl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Azteken verehrten Quetzalcoatl als Schöpfer alles Lebens und Herrscher über die wichtigen Regenwinde. Auch andere Kulturen kannten Windgötter, etwa Äolus im alten Griechenland.[1]

Thor[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der germanische Thor, Zeus in Griechenland und der japanische Gott Raijin wurden mit Blitz und Donner in Verbindung gebracht.[1]

Ra[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch die Sonne wurde in vielen Kulturen verehrt. Im Ägypten des Altertums fuhr Ra täglich in der Sonnenbarke über den Himmel, und im Inkareich stellt man sich den Sonnengott Inti als goldene Scheibe mit menschlichem Antlitz vor.[1]

Iškur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Sumerern nannte man den Wettergott Iškur. Im Süden Mesopotamiens traten seine zerstörerischen Fähigkeiten wie Sturm, Hochwasser und Dürre in den Vordergrund. Das lag vor allem daran, dass er im Süden, wo nicht Regenfeldbau, sondern Bewässerungsfeldbau vorherrschte, Iškur nicht als Regenspender „benötigte“.

Ba'al[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im ugaritisch-phönizischen Raum wurde Ba'al als Fruchtbarkeits- und Wettergott verehrt. Er wurde mit Helm und zwei Stierhörnern dargestellt.

Hadad[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der semitische Wettergott Hadad wird schon im dritten Jahrtausend v. Chr. im nordsyrischen Raum verehrt. Sein Heiligtum stand in Aleppo. In Mesopotamien wurde er um die Stadt Qarqar als Segensspender verehrt. Hadad/Adad ist in der akkadischen Mythologie Sohn des An und Gatte der Ninhursanga. Adads Symboltier war der Stier, sein Attribut ein Blitz – entweder in einer Hand oder allein.

Taru[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Hattiern hieß der Wettergott Taru.

Tarḫunna[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch bei den Hethitern stand der Wettergott Tarḫunna an der Spitze des Pantheons. Bei den Luwiern wurde er Tarḫunz genannt. Der Name erscheint bei den Lykiern als Trqqis, der mit dem griechischen Zeus gleichgesetzt wurde.

Iupiter Dolichenus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Römerzeit fand der syrische Wettergott als Iupiter Dolichenus durch das römische Militär Verbreitung bis nach Mitteleuropa. Ein bronzene Votivplatte stammt aus Heddernheim.

Teššup[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Hurritern hieß der Wettergott Teššup und stand an der Spitze des Pantheons. Bei den westlichen Hurritern war er mit Ḫepat verheiratet und sein Sohn war Šarruma, die Tochter Allanzu. Teššups wichtigster Kultort war Aleppo. Dort war der Höhepunkt seines Kultes im zweiten Jahrtausend v. Chr.; im ersten Jahrtausend v. Chr. hingegen lässt sich eine Verehrung kaum mehr nachweisen.

Teišeba[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Reich von Urartu (Ostanatolien) hieß der Wettergott Teišeba.

Tinia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Etruskern wurde der Hauptgott Tinia (Tins) auch als Wetter- und Vegetationsgott angerufen.

Christentum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In von christlicher Kultur geprägten Regionen wird – eher augenzwinkernd – der Apostel Simon Petrus als verantwortlich für das Wetter angesehen und in diesem Zusammenhang auch als „Wettergott“ bezeichnet. Diese Zuschreibung rührt vermutlich daher, dass er in mittelalterlichen Darstellungen zuständig ist für das Öffnen und Schließen der Himmelspforte. Petrus hat die Himmelsschleusen geöffnet, so wird Regenwetter bisweilen im Volksmund bildhaft umschrieben.

Auch als kulturgeschichtlicher Nachfolger des römischen Gottes Janus steht Petrus in enger Verbindung mit Wettererscheinungen.[2]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Julie Lloyd: Wetter. Von der Klimageschichte zur Wetterprognose. Parragon, Bath (UK) o. J., S. 157.
  2. Heiligenlexikon.de: [1]