Wettlauf ins All

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Sowjetischer „ASAT-Satellit“, etwa 1960er Jahre
„Man-Made-Threats“. Grafik des US-Verteidigungsministeriums 2000/2001 zeigt mögliche Bedrohungen durch Weltraumwaffen. Fast alle technischen Angaben beziehen sich auf Projekte des US-Militärs.

Als Wettlauf ins All wird die in den 1950er und 1960er Jahren zwischen den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion wettkampfartig inszenierte technische Entwicklung der Raumfahrt bezeichnet.

Im Kalten Krieg fanden die politisch-ideologischen Gegensätze der beiden konkurrierenden Systeme verbunden mit dem Wettrüsten einen weiteren Schauplatz: den Weltraum. Von den Massenmedien wurde die Bezeichnung „Wettlauf ins All“ (engl. „Space Race“) dafür erfunden.[1]

Der Beginn dieses inszenierten „Wettlaufs“ liegt – von der Öffentlichkeit weitgehend unbeachtet – in der Mitte des Jahres 1955, mit der Ankündigung von US-Präsident Eisenhower, einen erdumkreisenden Satelliten ins All zu schießen und einer folgenden gleichlautenden Absichtserklärung der Sowjetunion. Er endete genau genommen mit dem Ende des Kalten Krieges. Der Begriff wird aber in den Medien bis heute auf verschiedene, auch außerhalb dieses Zeitraums liegende, Vorgänge angewandt.

Motive[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diesen angeblichen Wettlauf trieben – vereinfacht dargestellt – zwei Motivationen an:

  • Propagandistische Motive: Beide Parteien wollten die eigene technische Überlegenheit beweisen, um die Überlegenheit des eigenen Gesellschaftssystems aufzuzeigen.
  • Militärische Motive: Schon die Aggregat-4-Rakete hatte im Zweiten Weltkrieg ihre Effektivität bewiesen. Zwar war sie militärökonomisch eine Fehlinvestition, da sie ungenau und ihre Produktion sehr teuer war. Durch ihre hohe Geschwindigkeit war sie jedoch nicht abfangbar. Mit Sputnik wurde bewiesen, dass es möglich ist, ein Objekt vom eigenen Hinterland über das des Feindes zu befördern, und dies auch rund um den Erdball. Eine Abwehr von Interkontinental-Raketen im Flug ist auch in heutiger Zeit illusorisch. Die Raumfahrtprogramme waren deshalb von vornherein eng mit den militärischen Aspekten des Kalten Krieges verzahnt.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Raketen-Know-how in beiden Lagern – Ost und West – rekrutierte sich nicht unwesentlich aus Raketen-Experten, die im Zweiten Weltkrieg auf deutscher Seite in Peenemünde am militärischen Raketenprogramm gearbeitet hatten. Mit Ende des Krieges fielen diese Fachleute, die raketentechnischen Objekte und die Unterlagen beiden Lagern sozusagen als Kriegsbeute zu. Im Rahmen der Operation Overcast und nachfolgender Programme wurden Wernher von Braun – in den 1960er Jahren Hauptorganisator des amerikanischen Mondfahrtprogramms Apollo – sowie einige seiner Mitarbeiter (Hans Fichtner, Walter Häussermann und Oscar Holderer) in die USA gebracht. Die Sowjetunion unternahm vergleichbare Anstrengungen. Die Aggregat 4 bildete dabei auf beiden Seiten die Basis für die Weiterentwicklung von Raketen, die eine Nutzlast tatsächlich ins Weltall tragen konnten.

Wernher von Braun war ein geschickter Marketing-Stratege für Raketentechnik und erreichte eine Zusammenarbeit mit Walt Disney. Im März 1955 wurde erstmals der Kurzfilm Man in Space ausgestrahlt. Darin erklärt von Braun unter anderem die allgemeine Funktionsweise von Raketen und welche Einflüsse Raumfahrer in der Lage sein müssten, auszuhalten. Mit 42 Millionen Zuschauern gilt der Film als zweiterfolgreichste TV-Sendung aller Zeiten im US-Fernsehen. Die TV-Produktion zog zwei Fortsetzungen nach sich, in denen er ebenfalls zu Wort kam.[2]

Obwohl die Weltöffentlichkeit schon längere Zeit davon ausging, dass die beiden Supermächte sich in einem Wettlauf - oder besser gesagt - Wettstreit ins All befanden, brachte erst Kennedys Rede von 25. Mai 1961 eine offizielle Bestätigung.[3]

In den ersten Jahren dominierte die Sowjetunion im Weltraum, später konnte die USA technologisch zumindest mithalten. Mit der bemannten Landung auf dem Mond konnten sie in der öffentlichen Wahrnehmung den Wettlauf sogar gewinnen. Der „Wettlauf ins All“ lässt sich allgemein betrachtet als letztes utopisches Großprojekt der Wissenschaftsgläubigkeit und des Fortschrittsoptimismus der historischen Moderne deuten.[4]

Ablauf und Aspekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sputnik 1 und „Sputnikschock“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dieser künstliche Satellit war am 4. Oktober 1957 der erste in einer Erd-Umlaufbahn. Das Ereignis führte gemeinsam mit bereits zwei gescheiterten Testläufen des Vanguard-Projekts auf US-amerikanischer Seite angeblich zu einem Schock in der westlichen Welt und befeuerte den Wettstreit um Ersterfolge in der Raumfahrt. Die US-Amerikaner setzten daraufhin eine Reihe neuer Projekte an, die unter anderem in den Start von Explorer 1 und in die Gründung der DARPA und der NASA mündeten.[5] Vor diesem Ereignis war noch keine übertriebene Hektik zu verzeichnen Ersterfolge in der Raumfahrt zu erringen; entgegen der heute hergebrachten Meinung in den Medien. Die Amerikaner ließen sich Zeit, zum Beispiel bei der Vorbereitung für den Start des Vanguard-Satelliten, der auch in diesem Herbst starten sollte.[6]

Der „Wettlauf“ der Supermächte Richtung Kosmos war schon Mitte 1955, auch für die Öffentlichkeit erkennbar, begonnen worden. Er wurde eingeläutet mit der Ankündigung von US-Präsident Eisenhower, im Rahmen des „Internationalen geophysikalischen Jahres“ – das für 1957/58 projektiert war – erdumkreisende Kleinsatelliten für, wie er sagte, wissenschaftliche Zwecke ins All zu schicken. Tags darauf zog der große Gegenspieler mit einer gleichlautenden Absichtserklärung nach. Im Westen wurde dem kaum Beachtung geschenkt. Die Sowjetunion wurde diesseits des eisernen Vorhanges abschätzig als hoffnungslos rückständig angesehen – gerade auf technischem Sektor.[6] Sputnik verhalf Rüstungsindustrien beider Seiten zu neuen Rekordgeschäften. Vergleichbar mit der angeblichen sogenannten Bomberlücke der USA gegenüber ihrem Kontrahenten wurde von der CIA eine Raketenlücke attestiert, damit der Rüstungsspirale weiter Vorschub geleistet und dieses propagandistisch unterfüttert.

In Bezug auf Westeuropa und dem Sputnikflug ist nicht von so etwas wie einem plötzlich stattgefundenem Schock auszugehen. Einige technische Details zum Satelliten waren schon zuvor in der Presse für Interessierte zu finden. Besonders die Öffentlichkeit in West-Deutschland wurde nicht durch den Satelliten geschockt, da die Sowjetarmee bereits zwölf Jahre mitten in Deutschland stand. Es wurde gemeinhin als ein weniger singuläres, spektakuläres und weit weniger bedeutsames Großereignis erachtet, gleichwohl dies - geraume Zeit später - zu kolpotieren begonnen wurde. Der Weltraum erfreute sich in den frühen 1950er Jahren schichtenübergreifender Popularität und der Wissensstand um ihn war in der Bevölkerung gering. Es wurde zum Beispiel mit der Installierung von riesigen Brennspiegeln im erdnahen Orbit, sowie permanenter Kolonisierung von Mond und Mars in naher Zukunft gerechnet. Es gab verbreitet Hoffnung auf regelmäßigen Kontakt zu außerirdischen Lebensformen. Solche „kosmischen Visionen“ wurden seit den 1920er Jahren immer mehr von zunehmend international vernetzten semiprofessionellen Weltraumenthusiasten propagiert. Der weit verbreitete Fortschrittsoptimismus war aber besonders in der BRD gedämpft und öffentlich geäußerte Zweifel an ihm gang und gebe. Der erste Satellit von Menschenhand konnte hier zumindest einen Wendepunkt markieren und der in der westlichen Welt weit verbreitete Glaube, die politische Überlegenheit eines Gesellschaftsmodells sei an dessen technischen Erfolgen abzulesen wurde verstärkt. In der deutschen Presse wurde unter anderem auch ein kollektiver Verlust von Unschuld im Zusammenhang mit den neuen technischen Entwicklungen vorhergesagt. Die Historiker John Krige und Joachim Radkau: Politiker haben zu diesem Zeitpunkt den Weltraum militärisch als unbedeutend erachtet. Sie begannen sich, in kommerzieller Hinsicht, erst in den 90ern für ihn zu interessieren, vornehmlich im Bereich Telekommunikation.

In der DDR wurde der Satellit und sein Ersterfolg durchweg positiv dargestellt und ihm schnell zu Popularität verholfen. Die Sache wurde ebenfalls stark propagandistisch genutzt und das Interesse für Raumfahrt-Themen allgemein gesteigert.

US-amerikanische Presse und Politik waren allerdings schnell im Aufschrei. Von einer „ultimativen Waffe“, von einem „missile gap“ („Raketenlücke“), „education gap“ („Bildungslücke“) und Vergleichen mit „Pearl Harbor 1941“ wurde dort sehr direkt gesprochen. Präsident Eisenhower wusste durch Spionageflüge, dass sein eigenes atomares Potenzial, auch bei den Interkontinentalraketen[7], jenes der Sowjetunion nach wie vor weit übertraf. Obwohl der UdSSR nun offenbar Raketen mit interkontinentaler Reichweite zur Verfügung standen, blieb ihm als weiterer Vorteil, die überlegene Langstreckenbomberflotte der US Air Force. Massiver Druck von Medien und Politik zwangen Eisenhower schließlich, milliardenschwere Ausgaben für Rüstung und Bildungsförderung einzuplanen. Er sagte später selbst, zwei Drittel der Mehrausgaben seien nur für die Beruhigung der Öffentlichkeit nötig. Wie repräsentative Meinungsumfragen von Gallup nahelegen, war damals aber ein Schock in der Bevölkerung nicht nachzuweisen. Nur die Hälfte der Befragten in Umfragen hatte vor dem Sputnik-Start überhaupt etwas von Satellitentechnik gehört. Die Mehrheit ging daher davon aus, dass dieser Erdtrabant für friedliche und sinnvolle Zwecke eingesetzt werde. Trotz dieser unübertriebenen Reaktionen der Bevölkerung prägte später der Eindruck von einem „Sputnik-Schock“ die Öffentliche Meinung. Dies erklärt sich dadurch, dass Forschungsinstitute und Schulen durch Druck auf den Präsidenten milliardenschwere Förderungen zu bekommen versuchten. So sahen es auch die Militärs, welche von der entfachten Aufrüstungshysterie profitieren konnten. Der geringe Wissensstand über Raumfahrt in der breiten Bevölkerung war ein Grund dafür, dass es zunächst eine reine Eliten-Panik war.[8]

Mitten im Kalten Krieg war das vielbeschworene „Golden Age of Space Travel“ mit Sputnik vorläufig am Ende und nicht am Anfang, wie oft dargestellt. Das Zeitalter der Raumfahrt hatte schon lange begonnen, nun schwanden viele Illusionen. Der unmittelbar anschließenden Normalisierung und Instrumentalisierung der Raumfahrt auch in politisch-institutioneller Hinsicht wurde mit Sputnik massiver Vorschub verschafft.[9]

Der Geschichtsprofessor Asif Azam Siddiqi beschreibt die Sputnik-Voraussetzungen so:

„Die Tatsache, dass diese Leistung von der UDSSR erbracht wurde, einem vor nur sechzehn Jahren noch total vom Krieg verwüsteten Land, macht diesen Erfolg noch beeindruckender. Im Gegensatz zu den USA begann die Sowjetunion von einer Ausgangsposition ungeheuren Nachteils. Die industrielle Infrastruktur war vernichtet worden und ihre technologischen Fähigkeiten bestenfalls überholt. (...) und sie hatte etwa 25 Millionen ihrer Bürger verloren.“[10]

Den Sputnikerfolg hatten die Russen im eigenen Lande zunächst nicht großangelegt ausgeschlachtet. Von der starken Reaktion vor allem im Westen waren sie extrem erstaunt. Chruschtschow erkannte einen möglichen Doppelnutzen durch die große Raumfahrt-Publicity: Zum einen durch Leistungen im Weltraum die Überlegenheit des sozialistischen Systems zu demonstrieren, aber auch andererseits indirekt zu zeigen, dass er eine leistungsstarke Trägerrakete im Arsenal habe, mit der er zum Beispiel auch eine Kernwaffe als Nutzlast an entfernteste Punkte auf der Erde schießen könnte. Der Staatschef wusste so gut wie nichts über den Weltraum und Raketen interessierten ihn zunächst nur, wenn sie in Form von militärischen Waffen mit nuklearen Sprengköpfen bestückt werden konnten.[11] Die späte große Medienwirksamkeit des Ersterfolges traf die sowjetische Propagandamaschinerie unvorbereitet und belegte, wie falsch sie das eigene Bild in der westlichen Wahrnehmung eingeschätzt hatte.[12] In einem New York Times-Interview erläuterte Chruschtschow, seine Reaktion auf den erfolgreichen Satelliten-Start, mit provozierend kühlen Worten: „Nein, ich habe es nicht gesehen. […] Ich gratulierte dem ganzen ingenieurtechnischen Kollektiv zu diesem hervorragenden Erfolge und legte mich ruhig schlafen.“[13]

Karl-Eduard von Schnitzler, damals Chefkommentator des DDR-Rundfunks, äußerte das Triumphgefühl über den Propagandacoup ganz offen. Nur ein Jahr nach dem blutigen Volksaufstand in Ungarn verknüpfte er den Raumfahrt-Erfolg mit militärischem Drohpotential:

„Es ist kein Bluff, keine Propaganda: Es gibt tatsächlich diesen künstlichen Mond - und es ist ein sowjetischer. Die neuen Erkenntnisse und Leistungen zeigen, was der Mensch alles kann, dass der Griff nach den Sternen keine Utopie ist. Zugleich aber sehen wir, dass diese Kenntnisse und der Stand des Wissens und Könnens im sozialistischen Lager auch dazu geeignet sind, um die Angriffslust der Heißsporne abzukühlen und die friedliche Entwicklung in den Ländern des Sozialismus zu sichern.“[6]

Im Westen konnte über die Wissenschaftler, die hinter den Sputnik-Missionen standen, nur spekuliert werden. Es wurde in Analogie zu den USA zunächst vermutet, die Sowjets beschäftigten an der Spitze ihres Raumfahrtprogrammes deportierte deutsche Raketeningenieure aus Hitlers Rüstungsschmieden. Dies war ein Irrtum. Während sich die Vereinigten Staaten bei ihren späteren Programmen Wernher von Braun und seines Teams bedienten, welches gemeinsam mit ihm und während des Krieges in der Heeresversuchsanstalt Peenemünde gearbeitet hatte, war unter strengster Geheimhaltung der Topmann auf der Gegenseite ein russischer Ingenieur, der 1940 aus Stalins Gulag entlassen worden war: Sergei Pawlowitsch Koroljow.[6] Er wurde 1945, im Range eines Obersts der Roten Armee, ins sowjetische Hauptquartier nach Berlin beordert und bekam den Auftrag, das deutsche Raketenprogramm zu studieren und in Deutschland verbliebene Mitarbeiter des Raketeningenieurs Wernher von Braun ausfindig zu machen. Mit deutschen Konstruktions-Plänen und gefangen genommenen Raketenkonstrukteuren kehrte er 1946 in die Sowjetunion zurück, wo er später mit seinen Ideen und seinem Führungsstil wesentlich die sowjetische Raumfahrt prägte. Dort wurde, anders als in den USA, ohne Zeitverzug viel deutsches Wissen in der Raketentechnologie abgeschöpft und bei den entscheidenden Schritten für die Raumfahrt genutzt.[14]

Siddiqi, der auch als Historiker für die Nasa arbeitete und Mitglied eines Gremiums ist, das den US-Kongress in Raumfahrtfragen berät, hebt gegenläufige Reaktionen zum auf politischer Ebene fehlenden Enthusiasmus hervor. Politisch gesehen herrschte zwar meist ein Gefühl der Bedrohlichkeit und des Gedemütigtseins im Westen vor, aber: „Vor allem für die jüngeren Generationen war das eine aufregende, inspirierende Zeit – der Mensch ist in den Weltraum vorgestoßen. Plötzlich explodierte das Interesse an Astronomie, Bücher, Filme und Spielsachen mit Weltraumbezug standen höher im Kurs als je zuvor.“[11]

Die philosophische Reflexion fragte zu Zeiten der späteren regelrechten Weltraum-Euphorie der 1960er-Jahre weniger nach den wissenschaftlichen oder technischen Errungenschaften, sondern verstärkt nach deren Auswirkungen auf die eigene Lebenswelt.[15]

Tiere und Pflanzen im Weltraum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Sputnik 2 bringt die Sowjetunion im November 1957 das erste Lebewesen ins All: Die Hündin Laika. Sputnik 5 startete am 19. August 1960 und trug zwei Hunde in den Weltraum: Strelka und Belka. Weitere Passagiere waren 40 Mäuse, 2 Ratten und Pflanzen. Nach 18 Erdumkreisungen in einer Bahnhöhe von etwas über 300 Kilometern und bei einer Erdumkreisung in 90 Minuten, landeten beide Hunde sicher wieder auf der Erde. Dies war der erste erfolgreiche Einsatz der Technik der weichen Landung und ein grundlegender Fortschritt. Damit war zudem bewiesen, dass Lebewesen im Orbit überleben und auch den Wiedereintritt in die Erdatmosphäre physisch verkraften konnten.

„Friedliche Nutzung“ oder „Brennpunkt des Wettrüstens“?[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

US-Präsident Dwight D. Eisenhower spricht zum Thema Raumfahrt in einer Rede, einen Monat später, vor der UNO einen wichtigen Punkt an:

„Das Hervortreten dieser neuen Welt stellt eine lebenswichtige Frage: Wird der Weltraum für friedliche Nutzung bewahrt und zum Nutzen der ganzen Menschheit entdeckt werden? Oder wird das All zu einem weiteren Brennpunkt des Wettrüstens, zu einem Gebiet gefährlichen und nutzlosen Wettstreits? Die Wahl ist dringend. Und es ist an uns, zu wählen.“[6]

Raumfahrt und Propaganda[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da die Raumfahrtprogramme beider Seiten im Kalten Krieg von ideologischer Propaganda geprägt waren, etablierten diese jeweils eigene Begriffe für ihre Raumfahrer, „Kosmonaut“ und „Astronaut“. Aus Angst um Prestigeverlust bei dieser Propaganda-Schlacht wurde bereits beim ersten Lebewesen, das vom Menschen gezielt in eine Umlaufbahn um die Erde befördert wurde, verheimlicht und gelogen. Tatsächlich war die Hündin Laika schon nach etwa fünf bis sieben Stunden Flugzeit unter anderem wegen des defekten Wärmeschutzes an Überhitzung gestorben. Der Öffentlichkeit wurde dies vorenthalten.[16]

Nuklearexplosionen auf dem Mond?[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deckblatt des Berichtes A Study of Lunar Research Flights – Vol. I

Im Projekt A119, auch bekannt als A Study of Lunar Research Flights (für Eine Studie über lunare Forschungsflüge) wurde Ende der 50er Jahre im Auftrag der United States Air Force ein geheimer Plan entwickelt, eine Nuklearbombe auf dem Mond zu zünden. Ziel war es, durch eine solche Detonation zu demonstrieren, dass die Vereinigten Staaten der Sowjetunion sowie dem Rest der Welt im Weltall technisch und militärisch überlegen seien. Es gab Hoffnungen, solch eine für alle sichtbare Machtdemonstration könnte die Moral der eigenen Bevölkerung nach dem „Sputnikschock“ wieder heben.[17] Das Projekt wurde nie durchgeführt, hauptsächlich da die Verantwortlichen einer bemannten Mondlandung eine stärkere Propaganda-Wirkung auf die US-amerikanische Öffentlichkeit zusprachen. Die Existenz des Projektes blieb bis in die Mitte der 90er Jahre völlig unbeleuchtet, bis der Autor Keay Davidson es bei Nachforschungen für seine Biografie über Carl Sagan entdeckte. Die Regierung hat eine Beteiligung an der Studie bisher nicht offiziell bestätigt.[18]

Es gab vereinzelt Pressegerüchte um ein fast zeitgleiches vergleichbares sowjetisches Programm, die aber abebbten.[19]

Anfang 1957 hatte Edward Teller („Vater der Wasserstoffbombe“ genannt) die Detonation mehrerer Bomben auf und über der Mond-Oberfläche vorgeschlagen, um die Effekte solcher Explosionen bei der dort verringerten Schwerkraft analysieren zu können.[20] Ende 1969 forderte der am Apolloprogramm beteiligte Wissenschaftler Gary Latham die Zündung einer Kleinst-Atombombe auf dem Mond, um Daten über dessen geologische Zusammensetzung zu gewinnen.[21] Das Vorhaben wurde aber verworfen, da amerikanische Astronomen planten, zu einem späteren Zeitpunkt die natürliche Hintergrundstrahlung des Mondes zu messen.[22]

Vom „Wettlauf ins All“ zum „Wettlauf zum Mond“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ersterfolg Juri Alexejewitsch Gagarins, der am 12. April 1961 der erste Mensch im Weltraum wurde, warf beim frischgewählten US-Präsidenten John F. Kennedy viele Fragen auf. Am 20. April 1961 schickte er – ohnehin schon durch den verpatzten Invasionsversuch in Kubas Schweinebucht politisch blamiert – an seinen Vize Lyndon B. Johnson die Notiz:

„Haben wir eine Chance, die Sowjets zu schlagen, indem wir ein Labor im Weltraum errichten oder durch einen Flug um den Mond oder durch eine Rakete zur Landung auf dem Mond, die einen Menschen hin- und zurückbringt?“

Johnson, gleichzeitig auch Leiter des National Aeronautics and Space Council, bejahte diese Fragen. Daraufhin verkündete der Präsident in einer Sondersitzung des Kongresses am 25. Mai öffentlich sein Vorhaben, noch vor Ende des Jahrzehnts Amerikaner auf dem Mond landen zu lassen.[6]

Im selben Jahr prophezeite Kennedy, beim Entwurf des Apollo-Programms, optimistisch: „Kein Weltraumprojekt wird bei der gesamten Menschheit mehr Eindruck hinterlassen und bedeutender für die langfristige Eroberung des Weltraums sein“.[23]

Die offene Annahme des Präsidenten der sowjetischen Herausforderung wurde von der Presse überwiegend positiv aufgenommen und wurde als eine angebrachte Reaktion angesehen. The Washington Star sah aber nicht, wie andere Zeitungen, nur Abenteuer eines sportlichen Wettkampfes um Weltraum-Ersterfolge voraus, sondern auch: „Schweiß, Arbeit und Tränen eines mittelgroßen Krieges“ und eine Aufgabe von größerer Komplexität als das Manhattan-Projekt.[24]

Kennedy sah das Raumfahrtprogramm in einer Besprechung mit NASA-Leitern und Vertretern des Bureau of the Budget (BOB) nur etwa zwei Monate nach seiner Rice-Rede emotionslos als blosses politisches Instrument: „Die Sowjetunion hat dies als ein Test der Systeme begonnen. Dies ist der Grund warum wir es machen.“ Auf die Frage Raumfahrtunternehmungen auch über Apollo hinaus zu unterstützen erwiderte er: „Wir sollten diese Art von Geldausgabe nicht machen, weil ich am Weltraum nicht interessiert bin.“[25]

Medien und Heroisierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Walentina Tereschkowa, Fußballspiel DDR-Ungarn. Walter Ulbricht Stadion, 1963.

Für die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit dieses Konkurrenzkampfes nach innen und außen war die mediale Vermittlung Voraussetzung. Ohne die Medien wäre dieser Wettstreit im All auf der Erde nicht zu verfolgen gewesen. Jede sowjetische oder amerikanische Mond-Mission rief eine Fülle an Medien-Reaktionen hervor. Dabei beschränkten sich die Medien nicht auf eine Rolle als passive Beobachter, denn die beteiligten Astronauten und Kosmonauten wurden zum Beispiel als neue „Helden“ des „Kalten Krieges“ stilisiert.[26] Aufgrund der schwierigen Abschätzbarkeit aller organischen Belastungen, denen ein Astronaut im Einsatz ausgesetzt sein würde, wurde bei der Auswahl der Kandidaten großer Wert auf körperliche Fitness und Leistungsfähigkeit gelegt. Ihre Testflüge und Trainingsprogramme machten die größten Schlagzeilen in den Medien. Vor allen die ersten Astronauten galten in der öffentlichen Wahrnehmung als die Topleute unter den Jetpiloten. Sie wurden als smarte Einzelgänger, ausgestattet mit unerschütterlichem Mut und schier übermenschlicher Physis, als so etwas wie Superhelden dargestellt. Wobei gleichzeitig in der Inszenierung ein Spagat zu blütenreinen, volkstümlichen Familienvätern gemacht wurde. Genau betrachtet waren die Raumfahrertätigkeiten aber fast ausschließlich Teamarbeit.[27] Weltraumforschung wurde zudem schon sehr frühzeitig mit der Sprache von Sportberichterstattungen vermittelt und als so etwas wie ein sportlicher „Wettlauf“ inszeniert. Ein weiteres Beispiel ist 1957 die Betitelung der erfolgreichen Sputnikmission als „Ausgleich“ in einer deutschen Zeitschrift.[28] Dabei war offensichtlich, dass mit den Verbesserungen in der Raketentechnologie auch die militärischen Möglichkeiten anwuchsen. Genauso wie es jetzt möglich war Raketen präzise in Erdumlaufbahnen zu schießen, wurde es umgekehrt möglich auch die entlegensten Winkel der Erde zu treffen.

Der Heldenkult hält bis in die heutige Zeit an. US-Präsident Barack Obama würdigte zum Beispiel den während seiner Amtszeit verstorbenen ersten Mann auf dem Mond, in einem Nachruf, als „einen der größten amerikanischen Helden – nicht nur zu seiner Zeit, sondern für alle Zeiten“. Sein damaliger Konkurrent um das Präsidentenamt Mitt Romney beschrieb den wohl bekanntesten aller Astronauten, als einen „wahren Helden“.[29]

In der Sowjetunion wurde eine vergleichbare Heldeninszenierung betrieben. Im Jahre 1959 hatte die Sowjetunion in einem geheimen Auswahlverfahren begonnen, unter drei Tausend Kampfpiloten nach idealen Kosmonauten zu suchen. Im März 1960 begann die Ausbildung der 12 ausgesiebten Kandidaten – ohne, dass diese wussten, was genau mit ihnen vorgesehen war. Der von prestigesüchtigen Politikern auf beiden Seiten der konkurrierenden Militärtitanen immer stärker ausgeübte Zeitdruck auf Forscher bei der Produktion immer neuer kosmischer Sensationen führte, etwa bei Gagarins Erfolgsflug, zu Beinahekatastrophen – aber auch zu vielen Opfern. Der Wissenschaftspublizist und langjährige NASA-Mitarbeiter Harro Zimmer:

„Der Flug von Juri Gagarin war mit erheblichen Problemen bei der Rückkehr behaftet, das Versorgungsteil trennte sich nicht sauber von der Landeeinheit ab, das hätte beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre ein großes Desaster gegeben, außerdem fing dieses ganze System an zu rotieren, Gagarin hätte also keine allzu große Chance gehabt, wenn die Automatik nicht im letzten Augenblick die Abtrennung vollzogen hätte. Die Kosmonauten in den Raumschiffen der Vostok-Serie waren ja kaum in der Lage – das war auch Absicht – selbständig zu manövrieren, sie waren letztlich genau genommen nur aufmerksame Mitreisende.“ (...) „Wenn man sich die Bilanz der ersten Jahre ansieht, stellt man fest, dass das Verhältnis von gelungenen zu misslungenen Starts außerordentlich klein war, dass also z.B. in der UdSSR mehr Raketen auf der Rampe oder in der ersten Flugphase explodierten als jemals mit ihrer Fracht den Orbit erreicht hatten.“

Zehn Monate nach Gagarin schickten die USA mit John Glenn erstmals einen Astronauten in den Weltraum. Die Sowjets erzielten im Juni 1963 mit der ersten Kosmonautin Tereschkowa, die zudem knapp 3 Tage im Orbit aushielt, wiederum einen Ersterfolg. Nach ihrer erfolgreichen Rückkehr wurde sie im gesamten Ostblock als Symbol für die Gleichberechtigung der Frau im Sozialismus herumgereicht. Die Sowjetfrau Tereschkowa hatte damit ihre propagandistische Schuldigkeit getan. Bis 1980 blieben Flüge in den Kosmos auf Seiten der UdSSR fortan wieder männlichen Kosmonauten vorbehalten.[6]

„Versportlichung“ der Raumfahrtprogramme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kennedys Rede (Sportstadion Rice Stadium) über sein Weltraumprogramm 1962
NASA-Foto: Kongress-Abgeordneter George Paul Miller (auf Heimtrainer sitzend) besucht den Direktor des Marshall Space Flight Center Wernher von Braun. Miller war 1961-73 Ausschuss-Vorsitzender für Wissenschaft/Raumfahrt. In diese Zeit fielen alle bemannten Mondlandungen.

Politik und Medien glorifizierten in den 1960ern das Ringen um kosmische Überlegenheit und allgemeine Begeisterung für den Schauplatz und seine Akteure. Damit ließen sie um die NASA eine Art Zirkusatmosphäre entstehen. Einerseits missfiel der gebildeten Elite der Vereinigten Staaten diese Aura, andererseits sprach es das Massenpublikum durchaus an. Der Fachautor und Kritiker Carl Dreher legte enttäuscht dar, dass der amerikanische Steuerzahler in der bemannten Raumfahrt eine Art von neuen Breitensport für sich entdeckt hätte. In der Astronautendarstellung häufig verwendete Vokabeln waren, bei Befürwortern und ebenso bei Gegnern des durchaus ernst zu nehmenden gleichzeitigen Aufrüsten im All, Weltraumolympiade und -spektakel. Dies verweist auf eine bisweilen sportlich unterhaltsame Komponente in der Rezeption und ermöglichte, ähnlich wie beim Begriff „Wettrüsten“ eine verharmlosende und spielerische Auseinandersetzung mit der entstandenen Weltraum-Front im „Kalten Krieg“. „Moon Race“ war eine weitere Sport-Konnotation in einer Fülle weiterer vergleichbarer in den Medien.[30]

Der Historiker Sebastian Haffner verglich die Emotionen in Russland nach dem Weltraumflug Gagarins mit jenen in Deutschland nach dem Gewinn einer Fußballweltmeisterschaft und stellte zugleich den „sportlichen“ Charakter des „Wettrennens ins All“ heraus: „Grund genug zur Freude in Rußland – derartiger Freude, die in Deutschland empfunden wurde, als die deutsche Nationalelf 1954 die Fußballweltmeisterschaft gewann. Aber dieser sportliche Erfolg sagt weder etwas über die Überlegenheit des russischen (oder deutschen) Regierungs- und Wirtschaftssystems noch über den menschheitsgeschichtlichen Wert des bemannten Raumschusses (oder des Fußballsports) aus.“[31] Durch die Metapher von einem sportlichen Wettlauf, konnte ein ganz anderes Vokabular erschlossen werden, als wenn über den Konkurrenzkampf im All als politisch-militärische Auseinandersetzung berichtet worden wäre. Dadurch wurde eine sanftere, Friedlichkeit vorspiegelnde Wortwahl möglich, welche für die mediale Inszenierung bedeutsam war.[32] Das ganze „Wettrennen ins All“ war ein Prestigeduell im Kalten Krieg, in dem viel Wert auf ein friedliches Image gelegt wurde. Beide Seiten betonten immer den friedlichen Charakter ihrer Weltraumforschung. Die Sprachwahl war, neben den stilisierbaren Protagonisten des „Wettrennens ins All“, den „Helden“, einer der Gründe für die Popularität der Raumfahrt in den 60ern. Durch diese Sprachwahl konnte ein breiteres Publikum angesprochen werden, ein hochpolitisches Thema wurde für breite Massen dadurch „lesbar“, beziehungsweise damit aufbereitet.[33][34]

Der Gebrauch einer beschönigenden Ausdrucksweise ist im politischen Sektor ein gängiges Phänomen. Nachdem die Sowjetunion mit Juri Gagarin den ersten Menschen ins All befördert hatte, war der angebliche „Wettlauf ins All“ genau genommen endgültig entschieden.[35] Nach einer Serie von Ersterfolgen der Sowjetunion wurde aber ein „Wettlauf zum Mond“ ausgerufen, den die Vereinigten Staaten „gewannen“.

Diese Großprojekte waren nicht so etwas wie Sportveranstaltungen, wie die euphemistischen Ausdrücke Wettlauf und -rennen implizierten. Aber als die Sowjetunion erstmals an den olympischen Sommerspielen im Jahr 1952 teilnahm, bekam Sport und seine Großveranstaltungen bereits eine propagandistische Funktion im „Kalten Krieg“. Es war in diesem Punkt hier kein Wettlaufen von Menschen, sondern vielmehr ein Wettfliegen von Raketen unter enormen technischem Aufwand. Dem sportlichen Wettkampf der politischen Systeme bei den Olympiaden und dem Aufstellen immer neuer sportlicher Weltrekorde auf der Erde, folgte eine bisher ungekannte Technikschlacht im All, bei der die – zugegeben auch sportliche – Leistung der Beteiligten überbetont wurde. Es ging hier sehr verstärkt um die Beherrschung von Technik und nicht des eigenen Körpers. Während für die körperliche Betätigung des Laufens grundsätzlich keine technischen Hilfsmittel nötig sind, wird in der bemannten Raumfahrt ein exorbitanter technischer und finanzieller Aufwand betrieben. Der Mensch gerät als Raumfahrer vielmehr im Gegensatz zu einem sportlichen Wettkampf zunehmend indirekt in eine körperliche Beanspruchung, bis hin zu einer Überbeanspruchung. Somit wurde der Ausweitung des „Kalten Krieges“ in das Weltall eine sportliche Dimension angedichtet, die es nur sehr indirekt gab. Diese Vorgehensweise wurde in der Presse übernommen, wie zum Beispiel das Verteilen von Punkten – in Tabellenform vergleichbar mit einem Medaillenspiegel bei Olympiaden – für Raumfahrterfolge zeigte; in Zuordnung nach dem jeweiligen politischen System.[36]

Als Ablenkungsmanöver zur Ausweitung des Wettrüstens ins All bot sich mit einer Umschreibung als „Wettlauf“/„Wettrennen“ ins All oder zum Mond eine gute Möglichkeit. Der erbittert geführte hochtechnologische Wettstreit, um die Erst-Erfolge im Weltall und später besonders auf dem Weg zum Mond, war wegen seiner einzigartigen Symbolik wohl der wichtigste „Ersatzkrieg“ in der Zeit des „Kalten Krieges“.[37] Im englischen Sprachraum gab es die Bezeichnung „Space Race“, was die Sache in Richtung einer Rennveranstaltung deuten ließ. Ein Foto vom Betreten des Mondes, welches Armstrong anfertigte, gilt bis heute als Inbegriff des amerikanischen Sieges im „Space Race“ und avancierte schnell zu einer der Medienikonen des 20. Jahrhunderts. Dieses „Space Race“ kann in erster Linie als ein Widerstreit um die Vorherrschaft von Ideologien, Bildern oder Bilddeutungen, welche die kollektiven Vorstellungswelten prägen oder prägen sollen – also immer auch als ein „Picture Race“ (Krieg der Bilder) oder ein „Clash of Icons“ (Aufeinandertreffen von Symbolen), gesehen werden.[38]

Die Rolle der Inszenierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ungarische Briefmarke: Raumsonde Lunik 2

Um das im Grunde von den USA schon verlorene „Space Race“ medial doch noch „gewinnen“ zu können, wurde dieses im folgenden „Moon Race“ großangelegt inszeniert.

Die russische Raumsonde Lunik 2 war im Jahr 1959 das erste Objekt von Menschenhand auf dem Mond. Sie erfuhr allerdings ein wesentlich geringeres Medienecho als die zehn Jahre spätere amerikanische und bemannte Mondlandung.

Der Historiker Frank Bösch legt dar, dass es unerwartete und inszenierte Ereignisse in der Medienwelt gibt. Die erste bemannte Mondlandung gehört zu den inszenierten, in dem Sinne, dass die Geschehnisse von Anfang an minutiös geplant wurden. Da umfangreiche Informationen von der NASA bereits lange vor dem Flug an Journalisten weitergegeben wurden, waren Artikel schon vor der Landung geschrieben und wurden zum Beispiel nur noch um die tatsächliche Flugdauer ergänzt. Der Doktorand am Lehrstuhl für Fachjournalistik an der Universität Gießen, Paul Berten, zum Thema erste bemannte Mondlandung:

„Apollo 11 verlief so perfekt, so nahtlos und wurde auch so geschildert und zudem, was man dazu auch hinzufügen muss, es war alles vorher schon bekannt. Es gab also sozusagen nichts überraschendes, nichts neues. Man hatte alle Bilder im Endeffekt in Simulationen schon gesehen.“(sic!)[39]

Bösch betont, dass Medien nicht nur Infos übertragen, sie bieten auch eine Lesart an. Sie betten das Geschehen oft in bereits Bekanntes ein, ziehen Parallelen zu anderen Ereignissen oder knüpfen an etablierte Vorstellungen der Konsumenten an. Dies gibt ihren Berichterstattungen einen spezifischen Sinn. Die Lesart, in den westlichen Medien, der Astronauten als „Helden“ die den Weltraum und den Mond erobern knüpft an die sogenannte Frontierstory an: „...die Frontierstory verweist auf einen eigentlich der USA inhärenten Mythos, sehr verankert in der Amerikanischen Kultur, der diese Romantisierung der ersten Pioniere in dem Wildenwesten umschreibt. im Endeffekt eine Heldengeschichte mit einem kleinen Twist, in dem eben die lebensfeindliche Umwelt eine sehr wichtige Rolle bekommt. Und es gibt so diesen zu erobernden Ort in der Frontierstory, eben diesen Westen, der erschlossen wird, durch mutige Männer.“(sic!)[39]

„Frontierism“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Wahlkampf 1960 verkündete Kennedy das Regierungsprogramm der New Frontier: Nach dem Vorbild der amerikanischen Siedler gelte es, „Neues Grenzland“ zu erobern. Es werde in seiner Präsidentschaft um die unerfüllten Hoffnungen und Träume gehen, die ungelösten Probleme von Krieg und Frieden, die ungeordneten Nischen von Ignoranz und Vorurteil sowie die unbeantworteten Fragen von Armut und Überfluss. Außerdem sollten die USA als technologisch höchst entwickelte Nation der Erde angesichts von Kaltem Krieg und Sputnikschock den Kampf um die Vorherrschaft im Weltraum aufnehmen, weshalb er die erste bemannte Mondlandung ankündige.[40]

Unter anderem in den bedeutsameren Veröffentlichungen 1893 und 1932 des US-amerikanischen Historiker Frederick Jackson Turner, stellte dieser die These auf, dass der angebliche American Exceptionalism ein Ergebnis der kontinuierlichen Interaktion von Zivilisation und Wildnis an der amerikanischen Frontier (im Sinne von Landesgrenze/Grenzland) sei. Der dauerhafte Kampf mit einer menschen- und zvilisationsfeindlichen Natur habe den USA eine Position außerhalb angeblich üblicher Regeln und Gesetze in der Geschichte der Menschheit verschafft. Die Grundvoraussetzungen, unter denen sich die amerikanische Gesellschaft entwickelte habe, seien so signifikant anders gewesen, dass sie von den Problemen und Rahmenbedingungen der Gesellschaften Europas frei gewesen waren. Turner wird seitdem mit dem Begriff Frontierism (Frontierthese) und dem auf ihn zurückgehenden Begriff Frontier Society in Verbindung gebracht. Er wird zu den bedeutendsten Historikern der USA gezählt. Die Frontierthese und der amerikanische Exzeptionalismus sind heute umstrittene oder zumindest fragwürdige Konzepte der Kulturgeschichte, haben aber allgemein die amerikanische Geschichtsschreibung im 20. Jahrhundert nachhaltig geprägt oder beeinflusst. Das angeblich aus einer US-amerikanischen Erfahrung ableitbare Konzept eines Grenzlandes zwischen „Zivilisation“ und „Wildnis“ wurde zum Beispiel auch in der Science-Fiction neu aufgegriffen, wo das Grenzland zwischen be- und unbewohnten Regionen des All als Frontier dargestellt wird. Auch in der real existierenden Raumfahrt und in dem teilweise vorhandenem Drang „Neue Welten“ zu besiedeln, wird das All weit verbreitet als neues Frontier angesehen.[41][42][43]

Die bemannte Mondlandung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kameraaufnahme: Neil Armstrong beim „Sieg im Space Race“. Meist wurden fälschlicherweise Farbfotos, die Buzz Aldrin zeigen, in den Medien verwendet.

Apollo 11 funktionierte technisch gesehen und wurde zumindest von westlichen Medien wie von der NASA beabsichtigt gedeutet. Den Stellenwert dieser Apollo-Mission für die Geschichtsschreibung legte Armstrong fest, als er seinen linken Fuß auf den Erdtrabanten setzte: „Ein kleiner Schritt für einen Menschen, ein riesiger Sprung für die Menschheit.“

Der faktische Kern, das, was tatsächlich geschah, spielt für die kulturelle Bedeutung von Ereignissen nicht die entscheidende Rolle. Bedeutsam ist, wie das Gesamtereignis gedeutet wird.[39] Die Berichterstattung zu Apollo 11 verlief global gesehen, trotz zahlreicher nationaler Besonderheiten, weitgehend einheitlich. Auf der einen Seite gelingt der NASA die Inszenierung in erstaunlichem Maße, auf der anderen Seite verlaufen die Versuche der Deutung und Sinnzuschreibung global entlang vergleichbarer Fragestellungen. Aus Ermangelung natürlicher Beobachter waren alle berichtenden Medien von der NASA abhängig. Diese stellte Informationen und die Bilder zur Verfügung und besaß zudem ein weitgehendes Monopol auf Fachwissen. Printmedien hatten dabei grundsätzlich mehr Spielraum in der Berichterstattung, insbesondere bei der Deutung und Einordnung des Geschehens, als die TV-Medien. Diese Medien ermöglichten Aufgrund globaler Verbreitung eine weltumspannende Medienshow. Ungefähr 500 Millionen Menschen sahen die ersten Schritte eines Menschen auf dem Mond live im TV, eine noch viel größere Zahl verfolgte das Ereignis in Hörfunk und Tageszeitung. Dadurch traten nationale Besonderheiten in der Berichterstattung auf, die darauf hindeuten, dass dieses Medienereignis aber nicht überall das gleiche war.[44]

Die erste bemannte Mondlandung war das erste und größte globale Medienereignis in der Menschheitsgeschichte und es wurde vom Fernsehen erzeugt. Es war eine verheißungsvolle Gleichzeitigkeit von einem Sechstel der Weltbevölkerung, welche die Geschehnisse live verfolgte. Produziert wurde ein vielerinnerter Augenblick der Gleichzeitigkeit, dem die kurzlebige Hoffnung auf eine ganz bestimmte Weltgemeinschaft innewohnte. Das Fernsehen stellte gemeinsam mit dem Hörfunk bei den Konsumenten einen Live-Moment, von Frieden und Harmonie her, den es aber nur sehr bedingt gab und zog auch mit Hoffnungen auf eine friedlichere und bessere Welt die Menschen vor die Empfangsgeräte. Die Verheißung von Gleichzeitigkeit ist allgemein nicht nur ein Merkmal von Demokratien. Auch Religionen und Diktaturen versprechen sich von der Synchronisierung menschlicher Tätigkeiten Unmittelbarkeit, kollektive Dynamik und Harmonie.[45][46] Dieses Ereignis war ein kulturelles Schlüsselereignis wie schon zuvor die Reformation (1517-1648) oder die Französische Revolution (1789). Es beruhte dabei auf spezifischen medialen Strukturen, die alle diese Vorgänge erst zu Ereignissen machten - kollektive Wahrnehmungen und Emotionen prägten. Die Speicherung im Kollektiven Gedächtnis ist in Europa im Vergleich zu diesen einschneidenden und auch viel mehr Zeitablauf in Anspruch nehmenden Ereignissen nicht minder medial und stark geprägt. Obwohl das Betreten des Mondes durch einen Menschen nur ein vergleichsweise kleiner Moment war. Welcher aber eben live miterlebbar war.

Die Einwohner der sozialistischen Volksdemokratien bekamen nicht die Möglichkeit die Sache live mit zu verfolgen. Der DDR-Rundfunk kommentierte die Rückkehr der US-Astronauten mit Anspielungen auf den Vietnamkrieg, an dem die Amerikaner ohne Kriegserklärung bereits seit Jahren beteiligt waren:

„Sie sind gelandet, die Männer mit dem Adler auf der Brust, der einen Ölzweig in den Krallen hält als Zeichen des Friedens. Und sie wurden herzlich begrüßt von Politikern und Generalen, die ansonsten Napalmbomben in den Krallen halten als Waffen des Krieges.“[6]

Der israelische Kommunikationswissenschaftler Elihu Katz, bezeichnet gemeinsam mit dem französischen Medienforscher Daniel Dayan Medienereignisse als new narrative genre und unterscheidet drei Formen der Narrativierung: Contest (z.B. Sportereignisse), Coronations (z.B. Hochzeiten oder Beerdigungen) und als Conquest (übersetzt: Eroberung) unter anderem die erste bemannte Mondlandung.[47][48]

Die bemannte Raumfahrt geriet später aufgrund ihrer immensen Kosten immer mehr in die öffentliche Kritik. Zudem sind Kritiker, wie der Physiker und Nobelpreisträger Richard Feynman der Meinung, dass die bemannte Raumfahrt noch nie einen grundlegenden wissenschaftlichen Durchbruch hervorgebracht habe.[49]

„Wettlauf zum Mars“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Kontinuität erfuhren die sportlichen Begrifflichkeiten in den geplanten Marsexpeditionen, welche in den Medien ebenfalls als Wettläufe und -rennen zum Mars ausgerufen wurden. Auch nach Ende des „Kalten Krieges“ bleibt die Sache ein Politikum. Was in Zeiten des Kalten Krieges als Wettstreit zwischen den beiden Supermächten begann, soll heute dem Selbstbewusstsein der Länder Europas und auch anderer in der ESA – zudem zum Beispiel Indien, Japan und China – dienen.[50]

Der US-amerikanische Futurologe Alvin Toffler sah eine große Zukunftsperspektive im All und im Aufbruch in den Weltraum einen Triumph des Ingenieurswesens; einen Höhepunkt des Industriezeitalters. Raumfahrt wird seiner Vorausschau nach zukünftig von kleineren Konsortien übernommen, die nicht unbedingt aus Regierungen bestehen müssen. Damit würde ein neuer Wettlauf ins All beginnen, diesmal zwischen privaten Unternehmen; etwa internationalen Paketdiensten wie UPS, DHL und Federal Express.[51]

Stationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rendezvous von Gemini 6 und 7
Russische und amerikanische Meilensteine während des „Space Race“
  • Oktober 1957 – Die Sowjetunion bringt im Oktober den ersten künstlichen Satelliten ins All: Sputnik 1. Hierbei handelte es sich um eine verschlossene Kugel mit einem Radiosender, der auch in den USA empfangen werden konnte. Der Schock war in der westlichen Welt und vor allem in den USA so groß, dass von da an vom „Sputnik-Schock“ gesprochen wurde.
  • November 1957 – Die Sowjetunion bringt das erste Lebewesen ins All: Die Hündin Laika. Eine Rückkehr war nie vorgesehen. Laika stirbt wenige Stunden nach dem Start, vermutlich an Überhitzung und Stress.
  • Februar 1958 gelingt es den USA, einen unbemannten Satelliten ins All zu schicken: Explorer 1. Anders als Sputnik ist er bereits in der Lage, wissenschaftliche Untersuchungen vorzunehmen.
  • September 1959 – Lunik 2, war eine Raumsonde der Sowjetunion und die erste Mondsonde, die gezielt auf dem Mond aufschlug. Sie ist damit das erste künstliche Objekt auf dem Mond von Menschenhand.
  • Am 12. April 1961 kann der sowjetische Fliegeroffizier Juri Gagarin an Bord des Raumschiffes Wostok 1 als erster Mensch ins Weltall vorstoßen. Nur wenige Wochen später ist der erste US-Amerikaner im All: Alan Shepard. Allerdings handelt es sich lediglich um einen ballistischen und suborbitalen Flug. Präsident Kennedy verkündet am 25. Mai 1961, dass die USA noch vor Ende des Jahrzehnts einen Menschen zum Mond schicken und wieder zurückbringen werden.
  • 1962 gelingt John Glenn als dem ersten amerikanischen Astronauten mit seinem Mercury-Raumschiff eine Mehrfach-Umkreisung der Erde. Er bleibt insgesamt fünf Stunden im All.
  • 1965 schwebt der sowjetische Kosmonaut Alexei Leonow, nur mit einer Leine gesichert, für 12 Minuten außerhalb des Raumschiffes und führt damit den ersten Außenbordeinsatz durch. Drei Monate später verlässt der Amerikaner Edward White ebenfalls sein Gemini-Raumschiff für einen 20-minütigen Weltraumausstieg.
  • 1966 gelingt der Sowjetunion die erste weiche unbemannte Mondlandung mit der Sonde Luna 9. Wenige Wochen später landen auch die Amerikaner ihre unbemannte Sonde Surveyor 1 auf der Mondoberfläche.
  • 1967 erleidet das amerikanische Mondprogramm einen dramatischen Rückschlag, als die drei Astronauten White, Chaffee und Grissom an Bord der Kommandokapsel Apollo 1 bei einem Bodentest durch einen Brand ums Leben kommen. Kurze Zeit später hat auch die Sowjetunion ein Opfer im Wettlauf ins All zu beklagen: Der Kosmonaut Wladimir Komarow stirbt, als die Landekapsel von Sojus 1 nach dem Wiedereintritt in die Atmosphäre durch Fallschirmversagen mit ca. 150 km/h zu Boden stürzt.
  • Am 24. Dezember 1968 umrunden mit Apollo 8 erstmals Menschen den Mond.
  • 1969 betritt der Amerikaner Neil Armstrong als erster Mensch den Erdtrabanten – vor den Augen von mehr als einer halben Milliarde Fernsehzuschauern, die live dabei sind. So ist die Mondlandung im Grunde das erste globale Medienereignis. Armstrongs Ausspruch „ein kleiner Schritt für einen Menschen, ein großer Sprung für die ganze Menschheit“ wurden zum geflügelten Wort. Einige Zeit später stellt die Sowjetunion ihre eigenen, unter strengster Geheimhaltung stattfindenden bemannten Mondprogramme ein. Die Sowjetunion hatte zwei separate Programme für das bemannte Umfliegen (vgl. Zond) und die bemannte Landung.

Der Wettlauf ins All wird damit in der medialen Wahrnehmung meist für beendet erklärt, auch wenn weitere Meilensteine wie die ersten Raumstationen (Saljut) und Erforschung anderer Planeten, wie zum Beispiel des Mars die Raumfahrt weiter vorantrieben.

Mediale Aufmerksamkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die amerikanische Raumfahrt erhielt in der Medienlandschaft verhältnismäßig mehr Aufmerksamkeit als die sowjetische. Beispielsweise gibt es mehrere Filme, die sich auf amerikanische Missionen beziehen (zum Beispiel Apollo 13), aber keinen über sowjetische Missionen. Während Neil Armstrongs Worte auf dem Mond weltbekannt sind, sind von sowjetischen Kosmonauten getätigte Aussprüche weitgehend unbekannt, obwohl diese eine Reihe von Rekorden aufstellten (zum Beispiel erster Mensch im All). In der medialen Rezeption wird das Wettrennen ins All von den USA durch die Mondlandung gewonnen, mit der sie als erste Menschen auf den Mond beförderten. Wie aber schon die Worte Wettlauf ins All zeigen, ist das zumindest eine vereinfachte und verkürzte Sichtweise.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Filme und Fernsehserien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kunst[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Karsten Werth: Ersatzkrieg im Weltraum: das US-Raumfahrtprogramm in der Öffentlichkeit der 1960er Jahre. Campus Verlag, 2006, ISBN 978-3-593-38039-1, S. 169–170 (Vorschau in der Google-Buchsuche).
  2. „Ich greife nach den Sternen, aber manchmal treffe ich auch London“. Wernher von Braun als Pop-Figur. In: mdr.de. MDR, abgerufen am 1. März 2017.
  3. Karsten Werth, „Ersatzkrieg im Weltraum: das US-Raumfahrtprogramm in der Öffentlichkeit der 1960er Jahre“, Campus Verlag, 2006, S.63
  4. Igor J. Polianski & Matthias Schwartz: Die Spur des Sputnik: Kulturhistorische Expeditionen ins kosmische Zeitalter, Campus Verlag, 2009, S.11
  5. 50th Anniversary of the Space Age. Webseite NASA, (Flash erforderlich).
  6. a b c d e f g h Marcus Heumann: Der Sputnik-Schock. Deutschlandfunk, 4. Oktober 2007, abgerufen am 27. Februar 2017.
  7. Karsten Werth, „Ersatzkrieg im Weltraum: Das US-Raumfahrtprogramm in der Öffentlichkeit der 1960er Jahre“, Campus Verlag, 2006, S.56
  8. Rennen ins Weltall: Der Sputnik-Schock traf vor allem Amerikas Elite - WELT. In: Welt Online. DIE WELT, abgerufen am 1. März 2017.
  9. Igor J. Polianski, Matthias Schwartz: „Die Spur des Sputnik: Kulturhistorische Expeditionen ins kosmische Zeitalter“, Campus Verlag, 2009
  10. Siddiqi, Asif A.: Challenge To Apollo: The Soviet Union and The Space Race, 1945–1974. In: archive.org. NASA, 2000, abgerufen am 1. März 2017 (englisch).
  11. a b David Rennert: Oktober 1957: Sputnik hält die Welt in Atem. In: Der Standard. 29. September 2016, abgerufen am 11. März 2017.
  12. Igor J. Polianski, Matthias Schwartz: „Die Spur des Sputnik: Kulturhistorische Expeditionen ins kosmische Zeitalter“, Campus Verlag, 2009, Einleitung (Beginn)
  13. Chruschtschow, Der Sputnik, S.7
  14. James Harford: Korolev: How One Man Masterminded the Soviet Drive to Beat America to the Moon. John Wiley & Sons, New York 1997, ISBN 0-471-14853-9
  15. Rüdiger Zill: Die Erforschung der Rückseite des Mondes durch reines Denken. Technikphilosophie zwischen Sputnik 1 und Apollo 11, in: Igor J. Polianski, Matthias Schwartz: Die Spur des Sputnik. Kulturhistorische Expeditionen ins kosmische Zeitalter, Frankfurt am Main, Campus, 2009, S. 332–349
  16. Chris Dubbs: Space Dogs: Pioneers of Space Travel. iUniverse, 2003
  17. https://www.theguardian.com/science/2000/may/14/spaceexploration.theobserver
  18. U.S. had plans to nuke the moon, cnn.com
  19. Katja Iken: Geheimprojekt "A119": Die Atombombe auf dem Mond. In: spiegel.de. 5. Dezember 2012, abgerufen am 1. März 2017.
  20. Paolo Ulivi, Lunar Exploration: Human Pioneers and Robotic Surveyors. Springer Science & Business Media, 2004, S. 19–21.
  21. https://news.google.com/newspapers?id=ZJApAAAAIBAJ&sjid=5-cDAAAAIBAJ&pg=5506,6803546&hl=de, The Sydney Morning Herald, 21. Dezember 1969.
  22. https://news.google.com/newspapers?id=ZQIOAAAAIBAJ&sjid=1nsDAAAAIBAJ&pg=5751,4416523&hl=de, St. Petersburg Times, 7. Januar 1970.
  23. Amar Ujeyl: Das Apollo-Programm. In: geo.de. Abgerufen am 1. März 2017.
  24. The Washington Star: „Destination: The Moon“, 28. Mai 1961
  25. Karsten Werth, „Ersatzkrieg im Weltraum: das US-Raumfahrtprogramm in der Öffentlichkeit der 1960er Jahre“, Campus Verlag, 2006, S.68, 12. September 1962 hielt Kennedy im Rice Stadium seine Rede, in der er der USA ankündigte, sich das Ziel zu setzen, bis zum Ende des Jahrzehnts einen Mann auf den Mond zu schicken.
  26. Werth, Ersatzkrieg im Weltraum, 14.
  27. Werth, Ersatzkrieg im Weltraum, S. 133–135, 172.
  28. Kölnische Rundschau, 6. November 1957
  29. Daniel Lingenhöhl: Mann auf dem Mond: Neil Armstrong ist tot. In: spektrum.de. Spektrum der Wissenschaft, 26. August 2012, abgerufen am 1. März 2017.
  30. Werth, Ersatzkrieg, S. 169–170
  31. Sebastian Haffner, Pionier oder Versuchskaninchen? Der Weltraum kann auch ohne Astronauten entdeckt werden. In: Die Welt, 15. April 1961.
  32. Werth, Ersatzkrieg, S. 169
  33. Werth, Ersatzkrieg, S. 168–173.
  34. Bernhard Kral, Diplomarbeit: „Astronauten und Kosmonauten als Medienhelden der 1960er Jahre in der BRD und der DDR“, Wien, 2011.
  35. „Moskau hat den Wettlauf mit den USA gewonnen.“ in: Hamburger Echo, 5. Oktober 1957.
  36. http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2014/08/02/usa-fuehrt-im-wettlauf-ins-all/
  37. Karsten Werth, Ersatzkrieg im Weltraum. Das US-Raumfahrtprogramm in der Öffentlichkeit der 1960er Jahre, (Frankfurt/Main 2006), S. 10.
  38. Sven Grampp, Akademischer Rat am Institut für Theater- und Medienwissenschaft der FAU: Wettlauf zu den Sternen, Institut für Theater, Weltpolitik, Nr. 116, 41. Jahrgang, November 2016, (PDF).
  39. a b c Jakob Epler: Was historische Ereignisse auszeichnet: Geschichtswissenschaftler untersuchten die Anatomie des Außergewöhnlichen. In: Deutschlandfunk. 6. September 2012 (deutschlandfunk.de).
  40. Horst Dippel: Geschichte der USA. 8. Auflage. C.H. Beck-Verlag, 2007, S. 114.
  41. Matthias Waechter: Die Erfindung des amerikanischen Westens. Die Geschichte der Frontier-Debatte. Rombach, Freiburg im Breisgau, 1996
  42. Frederick Jackson Turner: The Significance of the Frontier in American History (Essay, 1893) & The Significance of Sections in American History (Aufsatzsammlung, 1932)
  43. Michael W. Kidd: Turner: The Frontier In American History. In: virginia.edu. 1996, abgerufen am März 2017 (englisch).
  44. http://www.uni-giessen.de/fbz/dfgk/tme/KollegiatInnen/Paul%20Berten
  45. Lorenz Engell, Das Mondprogramm. Wie das Fernsehen das größte Ereignis aller Zeiten erzeugte, in: Friedrich Lenger, Ansgar Nünning (Hrsg.): Medienereignisse in der Moderne, Darmstadt: Wiss BG. 2008, S. 150–172 (Engell Einzelaufsatz 2008).
  46. Alexander C.T. Geppert, Till Kössler, Obsession der Gegenwart: Zeit im 20. Jahrhundert, Vandenhoeck & Ruprecht, 28.10.2015
  47. Daniel Dayan/Elihu Katz: Media Events: The Live Broadcasting of History, Cambridge, Massachusetts u.a., 1992, S. 9 und 26
  48. Frank Bösch: Europäische Medienereignisse. 3. Dezember 2010, abgerufen am 24. Februar 2017.
  49. Richard P. Feynman: What Do You Care What Other People Think?, W W Norton, 1988, paperback, 2001
  50. Patrick Illinger: Zeit für Europa, aus dem albernen Wettlauf zum Mars auszusteigen. 20. Oktober 2016, abgerufen am 25. Dezember 2016.
  51. Gerd Meißner: Das Ende der Romantik. SPIEGEL SPECIAL 3/1995. In: spiegel.de. 1. März 1995, abgerufen am 1. März 2017.