Wetzlarer Neue Zeitung

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Wetzlarer Neue Zeitung
Beschreibung deutsche Tageszeitung
Verlag Wetzlardruck GmbH
Erstausgabe 1. Januar 1946
Erscheinungsweise täglich
Verkaufte Auflage
(IVW 2/2017, Mo–So)
21.842 Exemplare
Chefredakteur Uwe Röndigs
Herausgeber Johann Eifinger †
Weblink www.mittelhessen.de

Die Wetzlarer Neue Zeitung (WNZ) ist die Hauptausgabe der Zeitungsgruppe Lahn-Dill. Die verkaufte Auflage der Hauptausgabe beträgt 21.842 Exemplare, ein Minus von 31,5 Prozent seit 1998.[1] Mit den vier weiteren Ausgaben der Zeitungsgruppe wird eine Gesamtauflage von 57.086 Exemplaren erreicht.[2] Die Wetzlarer Zentralredaktion beliefert außerdem die Dill-Zeitung mit ihrem Mantel. Es ist das wichtigste lokale Presseorgan mit quasi-monopolartiger Stellung im Lahn-Dill-Kreis und darüber hinaus.

Die Wetzlarer Neue Zeitung und ihre Lokalausgaben beliefern auch das Nachrichtenportal www.mittelhessen.de, das monatlich über 500.000 Seitenbesuche zählt und damit zu den erfolgreichsten hessischen Nachrichtenseiten gehört.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wetzlarer Zeitungstradition lässt sich bis ins Jahr 1872 zurückverfolgen, als Ferdinand Schnitzler das Wetzlarer Kreisblatt herausgab. Diese Zeitung wurde 1873 in Wetzlarer Kreis- und Anzeigenblatt umbenannt, später in Wetzlarer Anzeiger. Die Zeitung erschien bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs unter dem Herausgeber Carl Theodor Ferdinand Schnitzler, dem Sohn des Gründers.

Bereits 1945 gelang es Johann Eifinger als politisch unbelastetem Redakteur zusammen mit Josef Hüsch von der Amerikanischen Besatzungsmacht eine Lizenz zur Herausgabe der Wetzlarer Neuen Zeitung zu erlangen. Am 1. Januar 1946 erschien unter der Zulassung Nr. 38 W der Nachrichtenkontrolle der Militärregierung die erste WNZ. Die Zeitung erschien dreimal wöchentlich im Rotationsdruck in einer Auflage von 20.000 Stück, gedruckt wurde in der Wetzlarer Weißadlergasse. Aufgrund der Papierknappheit waren auch Zeitungen damals Mangelware, der Umfang wurde an den Papiervorrat angepasst. Seit 1948 erscheint die Zeitung täglich. Der Mitherausgeber Josef Hüsch schied 1950 aus dem Verlag aus. 1952 fusionierte der Verlag mit der Verlegerfamilie Schnitzler und zog bald danach an den Karl-Kellner-Ring. Im Jahr 1970 wurde aus der Wetzlarer Verlagsdruckerei die noch heute bestehende Wetzlardruck GmbH. Im Jahr 1975 wurde der Grundstein für das Pressehaus am Hörnsheimer Eck im Süden Wetzlars gelegt, in dem seit dem 2. November 1976 alle Zeitungen gedruckt werden. Johann Eifinger starb am 29. Juni 1979. Der Verlag ist heute im Besitz der beiden Erben der Familien Eifinger und Schnitzler.

Das Erscheinungsgebiet der Zeitung wurde erst auf den Dillkreis, später auf den Oberlahnkreis und den Kreis Marburg-Biedenkopf ausgedehnt. Heute erscheinen sechs Lokalausgaben für mittelhessische Teilregionen. Diese haben eigenständige Lokalredaktionen, der redaktionelle Mantel wird aus Wetzlar geliefert.

Seit August 2011 ist Uwe Röndigs Chefredakteur der Wetzlarer Neuen Zeitung. Er folgte auf Alois Kösters, der zur Magdeburger Volksstimme wechselte.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die örtliche CDU und deren Vorsitzender Hans-Jürgen Irmer behaupteten, dass eine Benachteiligung der CDU in der Berichterstattung bei Veranstaltungen und durch das Ignorieren von Pressemitteilungen stattfinde. Irmer hatte in diesem Zusammenhang der Zeitung „Zensur“ vorgeworfen. Das Amtsgericht Wetzlar erließ am 8. Dezember 2000 auf Initiative der WNZ eine einstweilige Verfügung gegen den CDU-Politiker. Diese verbietet ihm die Bezeichnung der WNZ „als eine Zeitung, die ungerechtfertigte Zensur vornehme oder ihr unterliege“. Sollte Irmer dem zuwiderhandeln, müsste er bis zu 500.000 Mark Ordnungsgeld zahlen. Der „Fall Irmer“ sorgte bundesweit für Schlagzeilen.[3] Bemerkenswert ist dazu, dass Irmer als Herausgeber des Anzeigenblatts Wetzlar Kurier ein direkter Konkurrent der Tageszeitung WNZ beim Anzeigengeschäft ist.[3]

Auflage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hauptausgabe der Wetzlarer Neue Zeitung hat in den vergangenen Jahren erheblich an Auflage eingebüßt. Die verkaufte Auflage ist seit 1998 um 31,5 Prozent gesunken.[4] Sie beträgt gegenwärtig 21.842 Exemplare.[5] Das entspricht einem Rückgang von 10.063 Stück. Der Anteil der Abonnements an der verkauften Auflage liegt bei 93,9 Prozent.

Entwicklung der verkauften Auflage[6]


Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Welsch, Eva-Juliane: Die hessischen Lizenzträger und ihre Zeitungen. Hrsg.: Universität Dortmund. 2013 (handle.net – Dissertation).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. laut IVW, zweites Quartal 2017, Mo–So (Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu)
  2. laut IVW, zweites Quartal 2017, Mo–So (Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu)
  3. a b Pressefreiheit in Mittelhessen. In: Die Zeit, Nr. 1/2001
  4. laut IVW, (Details auf ivw.eu)
  5. laut IVW, zweites Quartal 2017, Mo–So (Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu)
  6. laut IVW, jeweils viertes Quartal (Details auf ivw.eu)