Weyer (Mechernich)

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Weyer
Koordinaten: 50° 32′ 16″ N, 6° 39′ 5″ O
Höhe: 421 m ü. NHN
Fläche: 11,86 km²
Einwohner: 807
Bevölkerungsdichte: 68 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1969
Postleitzahl: 53894
Vorwahl: 02484
Pfarrkirche St. Cyriacus
Pfarrkirche St. Cyriacus

Weyer ist ein Stadtteil von Mechernich im nordrhein-westfälischen Kreis Euskirchen.

Im Ort entspringt der Altebach. Sehenswert sind die Reste der Weyerer Burg und die Kakushöhle am Rand des benachbarten Ortes Dreimühlen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spuren aus der vorhistorischen Zeit finden sich in und um die Kakushöhle und z. B. in der Flur „Hovenzeley“, in der sich eisenzeitliche Grabhügel erhalten haben. In Weyer gab es vermutlich eine schon von den Kelten genutzte Fluchtburg auf dem Plateau des Kartsteins.

Rund um Weyer befinden sich Quellfassungen der aus der römischen Zeit stammenden Eifelwasserleitung, so in Urfey und das Quellgebiet „Hausener Benden“ östlich des Ortes. Auch römische Siedlungsspuren wurden in der Gemarkung entdeckt.

Aus der Frankenzeit sind Gräberfelder erhalten, eines befindet sich im direkten Umfeld der Pfarrkirche. In einer Urkunde vom 20. Oktober 871, die unter König Ludwig dem Deutschen verfasst wurde, wird Weyer zum ersten Mal erwähnt. Hierauf gründete sich das Begehen der 1125-Jahr-Feier im Jahre 1996.

Außerdem wird der Ort wieder 893 als „wiere“ im Besitzverzeichnis der Abtei Prüm genannt.[1]

Im Mittelalter und der Neuzeit bis zur Besetzung durch die französische Armee im Jahre 1794 waren auch in Weyer die Besitzverhältnisse von der Grundherrschaft bestimmt. Seit dem Beginn des Spätmittelalters hatte das Erzstift Köln die Gerichts- und Landesherrenrechte in Weyer.

Ab 1794 gehörte Weyer zum Kanton Gemünd im Arrondissement d’Aix-la-Chapelle (Aachen) des Rur-Departements. Nach der Übernahme der Rheinlande durch Preußen wurde Weyer Teil des Kreises Gemünd (nach 1829 Kreis Schleiden) im neugebildeten Regierungsbezirk Aachen der Rheinprovinz.

Am 1. Juli 1969 wurde Weyer nach Mechernich eingemeindet.[2] Der Kreis Schleiden wurde dann zum 1. Januar 1972 fast vollständig mit dem alten zum neuen Kreis Euskirchen zusammengelegt.

Pfarrkirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weyer verfügt über die katholische Pfarrkirche St. Cyriacus, die auf einer Anhöhe am Rande des Ortes liegt. Sie wurde 1187 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Um 1500 wurde die Kirche zu einer dreischiffigen Hallenkirche umgebaut.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch den Ort verläuft die Landesstraße 115.

Durch die Anschlussstelle Nettersheim ist Weyer an die A 1 angebunden.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans-Eckart Joachim, Wighart v. Koenigswald, Wilhelm Meyer: Kartstein und Katzensteine bei Mechernich in der Eifel. (=Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz (Hrsg.): Rheinische Kunststätten, Heft 435). 1. Auflage 1998. Druck und Kommissions-Verlag: Neusser Druckerei und Verlag GmbH, Neuss, ISBN 3-88094-839-9, S. 21 f und S. 25.
  • Anton Könen: 1125 Jahre Weyer (871-1996). Herausgeber: Vereinskartell Mechernich-Weyer. 1996.
  • Anton Könen: Weyer: Siedlung bei den Fischteichen. In: Jahrbuch des Kreises Euskirchen 1996. Herausgeber: Kreis Euskirchen. S. 115 ff.
  • Hans Peter Schiffer: Kirchen und Kapellen im Dekanat Mechernich. Geschichte, Bauart, Ausstattung. Kall 2003, S. 213 ff.
  • Ernst Wackenroder: Die Kunstdenkmäler des Kreises Schleiden. (=Paul Clemen [Hrsg.]: Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz, 11. Band, II. Abt.). Verlag von L. Schwann, Düsseldorf 1932, S. 447 ff.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Heinrich Beyer: Urkundenbuch zur Geschichte der, jetzt die Preussischen Regierungsbezirke Coblenz und Trier bildenden mittelrheinischen Territorien. Aus den Quellen herausgegeben von Heinrich Beyer. Erster Band: Von den ältesten Zeiten bis zum Jahre 1169. Hölscher, Coblenz 1860, S. 177.
  2. Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 100.