Weyer (Oberösterreich)

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Weyer
Wappen Österreichkarte
Wappen von Weyer
Weyer (Oberösterreich) (Österreich)
Weyer (Oberösterreich)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Oberösterreich
Politischer Bezirk: Steyr-Land
Kfz-Kennzeichen: SE
Fläche: 223,76 km²
Koordinaten: 47° 51′ N, 14° 40′ OKoordinaten: 47° 51′ 1″ N, 14° 39′ 31″ O
Höhe: 399 m ü. A.
Einwohner: 4.278 (1. Jän. 2017)
Postleitzahlen: 3335, 4464, 8934
Vorwahl: +43 7355, 7357, 3631
Gemeindekennziffer: 4 15 22
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Marktplatz 8
3335, 4464, 8934 Weyer
Website: www.weyer.ooe.gv.at
Politik
Bürgermeister: Gerhard Raimund Klaffner (SPÖ)
Gemeinderat: (2015)
(31 Mitglieder)
9
6
5
5
Insgesamt 25 Sitze
Lage der Marktgemeinde Weyer im Bezirk Steyr-Land
AdlwangAschach an der SteyrBad HallDietachGaflenzGarstenGroßramingLaussaLosensteinMaria NeustiftPfarrkirchenReichramingRohr im KremstalSchiedlbergSierningSteyrSt. Ulrich bei SteyrTernbergWaldneukirchenWeyerWolfernOberösterreichLage der Gemeinde Weyer (Oberösterreich) im Bezirk Steyr-Land (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Weyer ist eine Marktgemeinde mit 4278 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2017) in Oberösterreich im Bezirk Steyr-Land im Traunviertel. Seit 1. Jänner 2014 gehört die Gemeinde zum Gerichtsbezirk Steyr. Der 1897 von Weyer-Markt abgespaltene ländliche Teil Weyer-Land wurde per 1. Jänner 2007 wieder mit Weyer-Markt zu einer einzigen Gemeinde vereint.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 21,4 km, von West nach Ost 22,6 km. Die Fläche der Gemeinde beträgt 223 km². Weyer-Markt war 4 km² groß und Weyer-Land 219 km².

Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsteile der Gemeinde waren bis 2007 Obsweyer und Weyer, wobei fast die gesamte Bevölkerung im Ortsteil Weyer konzentriert war. Per 1. Jänner 2007 kamen die Ortsteile des eingemeindeten Weyer-Land hinzu: Anger, Au, Frenz, Kleinreifling, Küpfern, Mühlein, Nach der Enns, Oberlaussa, Pichl, Rapoldeck, Unterlaussa und Weißwasser.

Das Gemeindegebiet umfasst folgende drei Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2015[1]):

Die Gemeinde besteht aus den sechs Katastralgemeinden Anger, Kleinreifling, Laussa, Nach der Enns, Pichl und Weyer.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Norden grenzt Weyer an die ebenfalls zum Bezirk Steyr-Land gehörenden Gemeinden Gaflenz, Großraming und Reichraming. Im Osten grenzt Weyer an Hollenstein an der Ybbs im Bezirk Amstetten in Niederösterreich. Die südlichen Nachbarn sind Altenmarkt bei Sankt Gallen und St. Gallen im Bezirk Liezen in der Steiermark. Im Westen grenzt Weyer an Rosenau am Hengstpaß im Bezirk Kirchdorf an der Krems.

Gaflenz
Reichraming

Rosenau am Hengstpaß
(Bez. Kirchdorf/Krems)
Nachbargemeinden Hollenstein an der Ybbs
(Bez. Amstetten, )
St. Gallen
(Bez. Liezen, Stmk.)
Altenmarkt bei Sankt Gallen
(Bez. Liezen, Stmk.)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ursprünglich im Ostteil des Herzogtum Bayern liegend, gehörte der Ort seit dem 12. Jahrhundert zum Herzogtum Österreich. Seit 1490 wird er dem Fürstentum Österreich ob der Enns zugerechnet. Während der Napoleonischen Kriege war der Ort mehrfach besetzt.

1897 strebte die Landbevölkerung Weyers eine Abtrennung vom Zentrum der Gemeinde an, da sie eine Benachteiligung durch die Eisenindustrie befürchtete. Der überwiegende, 219 Quadratkilometer große Teil der Gemeinde war fortan als Weyer-Land eine selbstständige Gemeinde. Weyer selbst bestand nun nur noch aus dem vier Quadratkilometer großen Ortszentrum und hieß fortan zur Unterscheidung Weyer-Markt.

Einwohnerentwicklung
Quelle: Statistik Austria[2][3]
Weyer
Jahr -Markt -Land
1869 4.313
1880 4.459
1890 4.713
1900 1.793 3.178
1910 2.027 3.314
1923 2.065 3.503
1934 2.212 3.113
1939 2.146 3.024
1951 2.512 3.481
1961 2.367 3.094
1971 2.518 2.569
1981 2.503 2.262
1991 2.324 2.397
2001 2.354 2.362
2005 2.264 2.326
2007 4.590
(Gebietsstand 2007)
2009 4.378
2010 4.322
2012 4.230
2014 4.163

Seit 1918 gehört der Ort zum Bundesland Oberösterreich. Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich am 13. März 1938 gehörte der Ort zum Gau Oberdonau. Ab 1941 wurden Kriegsgefangene in einem Barackenlager untergebracht und für Bauarbeiten entlang der Enns eingesetzt. Von Juli 1943 bis 29. August 1944 bestand im Gemeindegebiet von Weyer (damals: Weyer-Land) das Lager Diepoldsau, ein Außenlager des KZ Mauthausen bzw. ein Nebenlager des Lagers Großraming. Etwa 130 Häftlinge wurden hier beim Bau des Enns-Staudammes eingesetzt. 1945 erfolgte die Wiederherstellung Oberösterreichs. Am 8. Juni 1966 kam es bei der Kastenreith-Brücke zu einem Unfall bei dem mehrere Arbeiter zu Tode kamen.[4]

Im November 2005 fand eine Befragung der Einwohner von Weyer-Markt und Weyer-Land über eine Zusammenlegung der beiden Gemeinden statt, wobei 87 % Zustimmung erreicht werden konnten. Dass 13 % gegen eine Zusammenlegung gestimmt haben, ist durch befürchtete Benachteiligungen zu erklären. So konnte im Ortsteil Kleinreifling nur 57 % Zustimmung erreicht werden, da eine Schließung der dort befindlichen Volksschule befürchtet wird. Die Zusammenlegung der beiden Gemeinden, die von den Politikern beider Gemeinden tatkräftig unterstützt und vorbereitet wurde, wurde mit 1. Jänner 2007 rechtswirksam. Die beiden Bürgermeister traten von ihren Ämtern zurück und übergaben die Gemeindeführung an den Regierungskommissär Johann Singer. Neuwahlen wurden für den 15. April 2007 ausgeschrieben.[5][6]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof Weyer liegt an einem Teil der Rudolfsbahn.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Marktgemeinde Weyer führt als Gemeindewappen die Wappen der ehemaligen Gemeinden Weyer-Markt und Weyer-Land nebeneinander angeordnet.

Wappen AT Weyer.png

Weyer-Markt (links): Zweimal halbgespalten und geteilt; oben 1: in Grün ein silberner, rot bewehrter, flammenspeiender, aufgerichteter Panther; 2: in Rot ein silberner Balken; 3: in Blau eine goldene, zugekehrte, gesichtete Mondsichel, in der Höhlung begleitet von einem goldenen Stern. Unten ein natürlicher (grünfarbiger) Teich, darin drei silberne, linkshin schwimmende Fische, begrenzt von einer vom linken Schildrand ausgehenden, grünen Wiese, darauf ein aus dem Wasser kommender, naturfarbener (brauner), widersehender Biber mit rot ausgeschlagener Zunge sowie ein in den blauen Himmel ragender und an die Teilungslinie stoßender, grüner Laubbaum; im Hintergrund grüne Hügel und (braunes) Schilfrohr.

Das Marktwappen wurde 1564 von Kaiser Ferdinand I. verliehen. Der obere Teil zeigt die Elemente des vereinigten Kloster- und Konventswappens des Stiftes Garsten, zu dem Weyer ursprünglich gehörte. Der untere Teil bezieht sich auf eine Sage zum Namen und zur Entstehung des Ortes: Demnach befand sich einst an der Stelle des Marktes ein vom Gaflenzbach gebildeter, fischreicher Weiher. Der eine Talsperre gegen die Enns bildende Damm wurde von Bibern durchwühlt und schließlich vom Bach durchbrochen, wodurch der Talgrund trocken gelegt wurde.[7]

Weyer-Land (rechts): In Rot ein silberner, schräglinker Wellenbalken, belegt mit einem schwarzen Flößerhaken; oben und unten aus dem Wellenbalken hervorgehend je ein silberner, nach außen zuckender Blitz.

Das 1970 verliehene Wappen symbolisiert mit dem Wellenbalken die auf mehr als 20 km Länge durch das Gemeindegebiet fließende Enns und die damit verbundene frühere und heutige Nutzung. Der Flößerhaken steht für die einst bedeutende Flößerei und die Blitze als Symbole der Elektrizität für die beiden in der Gemeinde gelegenen Wasserkraftwerke Weyer und Schönau.[8]

Die Gemeindefarben sind Weiß-Grün.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 3. Mai 2007 wurde Gerhard Klaffner (SPÖ) zum Bürgermeister der wiedervereinten Gemeinde gewählt.

Bei den Gemeinderatswahlen 2009 wurde Adolf Brunnthaler zum Vizebürgermeister der Ortsgemeinde gewählt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrkirche Weyer
Pfarrkirche Kleinreifling
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Weyer (Oberösterreich)

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Seewiesenfest: Wird seit 1991 vom Kulturverein FRIKULUM (Unabhängige Initiative für Friede, Kultur & Umwelt) veranstaltet und findet im Ortsteil Kleinreifling statt. Die Kooperation mit dem Radiosender FM4 brachte u. a. Deichkind und Wir sind Helden als Gäste.[12]
  • Der Powerman: Ein internationaler Duathlon findet jährlich gemeinsam mit den Orten Großraming und seit 2009 auch mit Maria Neustift statt. Er ist einer der sportlichen Höhepunkte im Ennstal und wird auch von Duathlon-Profisportlern besucht.
  • Turnerball: Jeweils am 5. Jänner in der großen Turnhalle.
  • Marktfest: Findet jeweils am 1. Wochenende im Juli am Weyrer Marktplatz statt.
  • Christbaumsetzen: Findet jährlich Mitte Dezember in Kastenreith beim Ennsmuseum statt. Dabei wird ein Christbaum gesegnet und die Mitglieder des Tauchsportvereines Eisenwurzen schwimmen mit diesem, durch Fackeln beleuchtet, die Enns hinunter.
  • Weyrer Ortslauf

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Weyer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Bevölkerung am 1. Jänner 2016 nach Ortschaften
  2. Bevölkerungsentwicklung Wever Markt 1869 - 2015 (PDF; 35 kB). Statistik Austria. Abgerufen am 27. Juli 2015.
  3. Bevölkerungsentwicklung Wever Land 1869 - 2015 (PDF; 35 kB). Statistik Austria. Abgerufen am 27. Juli 2015.
  4. Die außergewöhnliche Rettung des Roman Spring derstandard.at, abgerufen am 17. Juni 2016
  5. Bericht des ORF Oberösterreich aus dem Jahr 2005 über die Zusammenlegungspläne
  6. Bericht des Neuen Volksblatts aus dem Dezember 2006 über die unmittelbar bevorstehende Zusammenlegung der Gemeinden
  7. Land Oberösterreich: Wappen der Gemeinde Weyer-Markt
  8. Herbert Erich Baumert: Die Wappen der Städte, Märkte und Gemeinden Oberösterreichs (3. Nachtrag). In: Oberösterreichische Heimatblätter, Heft 1/2, 1973, S. 20 (PDF)
  9. Rudolf Lehr: Oberösterreichische Landeschronik, Verlag Christian Brandstätter 2004 S. 129 ISBN 3-85498-331-X
  10. Bergbaumuseum Knappenhaus Unterlaussa
  11. Artikel des Bundesdenkmalamts (BDA) zum Schiffmeisterhaus in Küpfern bei Weyer, Mai 2007
  12. frikulum.at – Seewiesenfest aufgerufen am 23. November 2012