Weyer (Villmar)

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Weyer
Marktflecken Villmar
Koordinaten: 50° 22′ 3″ N, 8° 13′ 26″ O
Höhe: 178 (170–298) m ü. NHN
Fläche: 6,39 km²[1]
Einwohner: 1245 (30. Jun. 2020)[2]
Bevölkerungsdichte: 195 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Postleitzahl: 65606
Vorwahl: 06483

Weyer ist ein Ortsteil der Gemeinde Villmar im mittelhessischen Landkreis Limburg-Weilburg.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weyer liegt im Tal des Laubusbach des östlichen Hintertaunus, am Südostrand des Limburger Beckens. Der Ort liegt rund drei Kilometer südöstlich von Villmar und rund elf Kilometer östlich der Kreisstadt Limburg an der Lahn.

Die Gemarkung grenzt im Norden an die des Zentralorts Villmar, im Osten an Münster und im Südosten in einem Punkt an Eisenbach (beides Ortsteile von Selters), im Süden und Südwesten an Oberbrechen und im Westen über eine kurze Strecke an Niederbrechen (beides Gemeinde Brechen).

Der Ort selbst liegt im Tal des von Norden nach Südosten fließenden Laubusbachs, das sich an dieser Stelle durch das Einmünden eines weiteren aus Osten herankommenden Bachtales weitet. Der Ortskern hat den Aufbau eines Haufendorfs. Insbesondere im 20. Jahrhundert entstanden jedoch Neubaugebiete, insbesondere in Richtung Südwesten und Nordosten. Der Bach befindet sich im Ortskern auf rund 190 Metern Höhe. Oberhalb des Talhangs steigt das Gelände nach Westen nur leicht an, während die östliche Hälfte der Gemarkung und das Gebiet nördlich des Orts von stärkeren Höhenunterschieden geprägt sind. Der höchste Punkt mit 298 Metern befindet sich an der östlichen Gemarkungsgrenze. Die Gemarkung ist hauptsächlich von landwirtschaftlich genutzter Fläche bedeckt. Im Osten und Südosten ist die Gemarkung von einem Waldgebiet umschlossen. Außerdem prägt ein stillgelegter Basaltsteinbruch am Hahnberg nördlich des Orts die Landschaft.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche in Weyer

Eine Steinkiste in der Weyerer Gemarkung lässt sich auf 1200 bis 1000 v. Chr. datieren. Erstmals urkundlich genannt wurde der Ort im Jahr 790 n. Chr.

Spätestens ab dem 16. Jahrhundert wurden nahe Weyer Edelmetalle abgebaut, insbesondere Silber, darüber hinaus Blei.

Die Reformation wurde um 1550 eingeführt. Bis heute ist der Ort mehrheitlich evangelisch. Zudem existierte eine vergleichsweise große Jüdische Gemeinde, deren Mitglieder im Jahr 1940 verschleppt und ermordet wurden. Ein letzter überlebender Jude der Gemeinde, Jakob Simon, besuchte nach dem Zweiten Weltkrieg mehrfach Weyer und starb 2003 in Brasilien. Der jüdische Friedhof auf den Höhen von Weyer wird heute wieder gepflegt.

Am 31. Dezember 1971 schloss sich der Ort im Rahmen der Gebietsreform in Hessen der Gemeinde Villmar an.[3] Im gleichen Jahr wurde die Grund- und Hauptschule im Ort aufgelöst.

Territorialgeschichte und Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgende Liste zeigt im Überblick die Territorien, in denen Weyer lag, bzw. die Verwaltungseinheiten, denen es unterstand:[1][4]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weyer: Einwohnerzahlen von 1834 bis 2020
Jahr  Einwohner
1834
  
805
1840
  
905
1846
  
908
1852
  
880
1858
  
905
1864
  
990
1871
  
972
1875
  
941
1885
  
909
1895
  
853
1905
  
787
1910
  
746
1925
  
742
1939
  
703
1946
  
1.083
1950
  
1.067
1956
  
908
1961
  
893
1967
  
879
1970
  
931
1980
  
?
1990
  
?
2000
  
?
2011
  
1.290
2012
  
1.259
2015
  
1.159
2020
  
1.245
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: [1]; nach 1970 Gemeinde Villmar (Webarchiv,[2]); Zensus 2011[5]

Religionszugehörigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Quelle: Historisches Ortslexikon[1]

1885: 878 evangelische, 13 katholische und 18 jüdische Einwohner
1961: 744 evangelische und 138 katholische Einwohner

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kammerrat-Schmidtsches Anwesen in der Ortsmitte

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Weyer ist ein Jüdischer Friedhof erhalten.

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf Ortsebene bestehen ein Akkordeonverein, der Evangelischer Kirchenchor, die Frauenhilfe, die Freiwillige Feuerwehr (gegründet 1933, seit 7. Juni 1980 mit Jugendfeuerwehr und seit 29. April 2006 mit der Kinderfeuerwehr „Firekids“), der Landfrauenverein, der „MGV Eintracht“, die Natur- und Heimatfreunde, ein Obst- und Gartenbauverein, der Reitverein Oberbrechen/Weyer, der RSV Weyer, der Schützenverein „Falke“ und eine VdK-Ortsgruppe.

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Freiwillige Feuerwehr Weyer, gegr. 1933 (seit 7. Juni 1980 mit Jugendfeuerwehr und seit 29. April 2006 mit Kinderfeuerwehr), sorgt für den abwehrenden Brandschutz und die allgemeine Hilfe.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Weyer – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Weyer, Landkreis Limburg-Weilburg. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 23. März 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  2. a b Zahlen – Daten – Fakten, Einwohnerzahlen in Kürze. In: Internetauftritt. Marktflecken Villmar, abgerufen am 2. Februar 2020.
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 373.
  4. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Land Hessen. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  5. Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt;