Who’s on First?

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Who’s on First? (dt.: „Wer steht auf der ersten [Base]?“ / „Who steht auf der ersten [Base]?“) ist ein berühmter Baseball-Sketch des US-amerikanischen Komikerpaares Abbott und Costello aus dem Jahr 1938. Der Sketch wurde vom Time-Magazin im Jahr 1999 als bester Sketch des 20. Jahrhunderts ausgezeichnet.

Inhalt[Bearbeiten]

In dem etwa sechsminütigen Sketch spielt Bud Abbott Dexter Broadhurt, den Manager des fiktiven Klubs St. Louis Wolves, der dem Erdnussverkäufer Sebastion Dinwiddle (Lou Costello) die Namen der Spieler erklären will. Der Witz besteht darin, dass die Spitznamen der Spieler („Who“, „What“, „I Don’t Know“ / „Wer“, „Was“, „Keine Ahnung“) allesamt als ausweichende Antworten interpretiert werden können.

Im Laufe des Sketches fragt Dinwiddle unter anderem, „who/wer“ denn auf der ersten Base stehe. Darauf antwortet Broadhurt verwundert, dass (ein Spieler namens) „Who/Wer“ tatsächlich auf der ersten Base stehe. Dinwiddle aber kommt sich veralbert vor, da er die Antwort als Rückfrage (Wer?) versteht. Als er wiederholt auf seine Fragen die „Antwort“ „Who/Wer“ bekommt, wird er immer ungeduldiger und wütender. Dieser Running Gag wird bei allen anderen Feldspielern (Baseleute, Outfielder, Werfer und Fänger) fortgesetzt, die ebenfalls missverständliche Namen haben. Als die Konfusion ihren Höhepunkt erreicht, schreit Dinwiddle „I Don’t Give a Damn“ („Mir doch scheiß egal“), worauf Broadhurt sanft antwortet, das sei der Name des Shortstops.

Namen des Baseball-Teams[Bearbeiten]

  • Erste Base: Who („Wer“)
  • Zweite Base: What („Was“)
  • Dritte Base: I Don’t Know („Keine Ahnung“)
  • Left Field: Why („Warum“)
  • Center Field: Because („Darum“)
  • Pitcher (Werfer): Tomorrow („Morgen“)
  • Catcher (Fänger): Today („Heute“)
  • Shortstop: I Don’t Give a Damn („Mir doch scheißegal“) bzw. „I Don't Care“ in der Version des Films One Night in the Tropics

Der Name des Rightfielders wird nicht genannt. Außerdem geht Costello im Laufe des Sketches davon aus, dass der Name des First Basemans "Naturally" sei, was jedoch nur ein weiteres Missverständnis seinerseits ist.

Die Wortspiele sind nur schwer ins Deutsche zu übertragen, da im Englischen das Pronomen „Who“ sowohl für „Wer“ als auch umgangssprachlich statt „Whom“ für „Wem“ und „Wen“ benutzt werden kann. Außerdem klingen im Englischen „Whose“ und „Who's“ (für „Who is“) ganz ähnlich, die im Deutschen jeweils in das unähnliche „Wessen“ bzw. „Wer ist“ übersetzt werden.

Bedeutung[Bearbeiten]

„Who’s on First?“ erreichte unter Baseball-Fans Kultstatus und ging als geflügeltes Wort in die amerikanische Alltagssprache ein, wenn sich z. B. herausstellt, dass eine vorangegangene Unterhaltung voller Missverständnisse war und man aneinander vorbeigeredet hatte.

Ehrungen[Bearbeiten]

1999 wurde „Who’s on First?“ vom Time-Magazin vor Der Papagei ist tot von Monty Python und Rope Tricks von Will Rogers als bester Sketch des 20. Jahrhunderts ausgezeichnet und für „perfekt inszenierte absurde Konfusion“ gelobt.[1] Ein Video vom Sketch ist bis heute fortlaufend in der Baseball Hall of Fame zu sehen. 2003 wurde eine Radioaufnahme durch die Library of Congress mit dem Verweis „all time best of recorded comedy“ archiviert.

„Who’s on First?“ wurde 1978 als Brettspiel veröffentlicht, wobei der Rightfielder auf den Namen „Nobody“ („Niemand“) getauft wurde. Ziel des Spieles ist es, in möglichst kurzer Zeit alle Spielernamen der gegnerischen Teams herauszufinden.

Andere Versionen[Bearbeiten]

Der Sketch wird oft im oscargekrönten Film Rain Man von Dustin Hoffman zitiert, der den Autisten Raymond Babbitt porträtiert. Jedes Mal, wenn Babbitt von seiner Umwelt überfordert ist, rezitiert er den Sketch als Defensivmechanismus. Im Gegensatz zu seinem Bruder Charlie (Tom Cruise) entgeht Raymond der Witz der Wortspiele, und dem Zuschauer wird vermittelt, dass der Autist Verbalhumor schlichtweg nicht erkennen kann.

Ein Filmzitat findet sich auch in Rush Hour 3 als Chris Tucker in einer Kampfschule den Meister und seinen Assistenten nach dem Namen fragt

Der Sketch wurde in über 30 Sprachen übersetzt.[2] Hommagen und Parodien umfassen unter anderem eine Version von Johnny Carson, der den Sketch politisch persiflierte und Wortspiele mit dem chinesischen Staatschef Hu Yaobang („Who“), Palästinenserführer Yassir Arafat („Yes, Sir“) und US-Innenminister James G. Watt („What“) produzierte. Zur Präsidentschaft von Hu Jintao in der Volksrepublik China entstand hieraus ein fiktiver Dialog zwischen George W. Bush und Condoleezza Rice mit demselben Wortspiel ("Hu is the new leader of China?").

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. The Best Of The Century, TIME Magazine, 1999.
  2. Eintrag auf baseball-almanac.com