Wichern-Schule

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Wichern-Schule
Wichern Schule Hamburg Haupteingang 2005.jpg
Haupteingang der Wichern-Schule am Horner Weg (2005)
Schulform Privatschule, Grundschule, Stadtteilschule, Gymnasium
Gründung 1874
Adresse

Horner Weg 164

Ort Hamburg
Land Hamburg
Staat Deutschland
Koordinaten 53° 33′ 18″ N, 10° 4′ 11″ OKoordinaten: 53° 33′ 18″ N, 10° 4′ 11″ O
Träger Stiftung des Rauhen Hauses, Nordkirche
Schüler rund 1600
Lehrkräfte rund 130
Leitung Verena Schröter
Website www.wichern-schule.de

Die Wichern-Schule wurde 1874 von Johann Hinrich Wichern gegründet und ist die älteste evangelische Privatschule in der Hansestadt Hamburg.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wichern-Schule hat ihren geschichtlichen Ursprung im Jahre 1833, als der Namensgeber Johann Hinrich Wichern das Rauhe Haus ins Leben rief. Aus dieser Einrichtung heraus gründete Wichern im Jahre 1874 seine eigene Schule, die zunächst den Namen „Paulinum“ trug. In den Weihnachtstagen dekorierte er seine Einrichtungen mit dem von ihm erfundenen Adventskranz.

Die Wichern-Schule erhielt ihren heutigen Namen 1927, als sie auch staatlich als kirchliche, evangelische Privatschule anerkannt wurde. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Wichern-Schule 1939 durch die Nationalsozialisten zwangsverstaatlicht. Im Verlauf der kriegsbedingten Bombardierung von Hamburg wurden die Schulgebäude 1943 schwer beschädigt und geschlossen. Erst vierzehn Jahre später konnte die Wichern-Schule 1957 neu eingeweiht werden.

Heute bestehen unter dem Dach der Wichern-Schule eine Grundschule, eine Stadtteilschule (Reformschule) und ein Gymnasium mit insgesamt rund 1500 Schülern. Die Schule wird als staatlich anerkannte, evangelische Privatschule von der Stiftung des Rauhen Hauses und der Nordkirche getragen.

Schulische Besonderheiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das „Paulinum“ ist der Grundstein für ein integratives Schulmodell, das bis heute besteht: Kinder und Jugendliche aus den Wohneinrichtungen des Rauhen Hauses und Schüler aus Hamburg und dem Hamburger Umland werden an dieser evangelischen Privatschule gemeinsam unterrichtet. Das alte Schulgebäude „Paulinum“ wurde wieder aufgebaut und erweitert und dient in heutiger Zeit der Unterbringung der gymnasialen Oberstufe und der Oberstufenbibliothek.

Die Wichern-Schule ist auf dem Gelände des Rauhen Hauses mit einem Altenheim, verschiedenen diakonischen Einrichtungen, der Verwaltung der Stiftung, der evangelischen Fachhochschule für Sozialpädagogik, Jugend-Betreuungswohnungen und dem restaurierten Rauhen Haus verbunden. Schüler absolvieren neben einem Berufspraktikum auch ein diakonisches Praktikum, beispielsweise in einem Asylbewerberheim, Krankenhaus, Kindergarten, Altenheim oder einer Wohneinrichtung für Behinderte. Für den Besuch der Schule ist es nicht erforderlich, dass die Familie der evangelischen Kirche angehört. Lediglich die Teilnahme an schulischen Andachten und Gottesdiensten wird erwartet. Für Bedürftige besteht die Möglichkeit, das Schulgeld auf Antrag zu reduzieren.

Im Schuljahr 2007/2008 richtete die Haupt- und Realschule dreizügig die fünfte Klasse als Reformschule ein. Im Gymnasium wurde im gleichen Jahr die erste Laptop-Klasse eingerichtet. Bei diesem Pilotprojekt wurden die Schülerinnen und Schüler einer 7. Klasse mit persönlichen Laptops ausgestattet. Konzeptionell wurde der Unterricht in dieser Klasse verstärkt auf Projekte und individualisiertes Lernen ausgerichtet. Die positiven Erfahrungen mit diesem vier Jahre laufenden Pilotprojekt führten dazu, dass im Gymnasium der Wichern-Schule seit dem Schuljahr 2014/2015 alle Schülerinnen und Schüler der 7. Klassen mit einem persönlichen Tablet-Computer arbeiten. Die Gymnasialschüler haben die Möglichkeit, aus einem breiten Kursangebot zu wählen, zum Beispiel gibt es Leistungskurse in Musik und Informatik. Im Rahmen der im August 2009 gestarteten Profiloberstufe gibt es sechs Profile („Gerechtigkeit als menschliche Herausforderung“, „System Erde-Mensch“, „Mensch-Natur-Forschung“, „Kommunikation und Gestaltung“, „Kultur und Geschichte“ und „Bewegte Welt“). Als Sprachen werden Altgriechisch, Englisch, Französisch, Latein, Japanisch, Russisch, Spanisch und zeitweilig auch Hebräisch angeboten.

Seit Mitte 2008 haben Schüler in „Schülerfirmen“ die Möglichkeit, Wissen praktisch zu erwerben und anzuwenden. Sie lernen, wie Unternehmen funktionieren und werden mit Steuern und Gesetzen konfrontiert.