Wiederitzsch

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Wappen von Leipzig
Wiederitzsch
Stadtteil von Leipzig
Koordinaten 51° 23′ 40″ N, 12° 22′ 25″ OKoordinaten: 51° 23′ 40″ N, 12° 22′ 25″ O.
Fläche 9,78 km²
Einwohner 8467 (31. Dez. 2014)
Bevölkerungsdichte 866 Einwohner/km²
Eingemeindung 1. Jan. 1999
Postleitzahl 04158
Vorwahl 0341
Stadtbezirk Nord
Verkehrsanbindung
Autobahn A14
Bundesstraße B2
Eisenbahn Neubaustrecke Erfurt–Leipzig/Halle
Trebnitz–Leipzig
Magdeburg–Leipzig
S-Bahn S 2 S 5 S 5X S 11
Straßenbahn 16
Bus 87, 88
Quelle: statistik.leipzig.de
Die evangelische Kirche

Wiederitzsch ist seit dem 1. Januar 1999 ein Ortsteil von Leipzig. Er gehört zum Stadtbezirk Nord.

Wiederitzsch, Leipzig, Luftbild mit Drohne an einem Wintertag.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Groß- und Kleinwiederitzsch gehörten bis 1815 zum hochstift-merseburgischen Amt Schkeuditz, das seit 1561 unter kursächsischer Hoheit stand und zwischen 1656/57 und 1738 zum Sekundogenitur-Fürstentum Sachsen-Merseburg gehörte.[1] Durch die Beschlüsse des Wiener Kongresses wurde der Westteil des Amts Schkeuditz im Jahr 1815 an Preußen abgetreten. Groß- und Kleinwiederitzsch verblieben mit dem Ostteil beim Königreich Sachsen und wurden dem Kreisamt Leipzig angegliedert. Ab 1856 gehörten die Orte zum Gerichtsamt Leipzig II und ab 1875 zur Amtshauptmannschaft Leipzig.[2]

Die Gemeinde Wiederitzsch entstand am 1. Januar 1904 durch Zusammenschluss der beiden bisher selbstständigen Landgemeinden Großwiederitzsch und Kleinwiederitzsch. Bei der Kreisreform in der DDR wurde Wiederitzsch im Jahr 1952 dem Kreis Leipzig-Land im Bezirk Leipzig zugeteilt, der 1994 zum Landkreis Leipziger Land kam. Am 1. Januar 1999 wurde Wiederitzsch in die Stadt Leipzig eingemeindet. Seitdem bildet der Ort einen zum Stadtbezirk Nord gehörigen Leipziger Ortsteil.

Städtepartnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Wiederitzsch befand sich bis März 2007 eines von acht Bundeswehrkrankenhäusern. Es war für den Wehrbezirk Ost zuständig und wurde geschlossen. An seine Stelle trat das Fachsanitätszentrum Leipzig mit Sitz in der General-Olbricht-Kaserne und zu Teilen im ehemaligen Bundeswehrkrankenhaus. Der Erwerber will das Bundeswehrkrankenhaus zusammen mit dem ehemaligen Amberger Bundeswehrkrankenhaus zu einer Fachklinik entwickeln.

Wiederitzsch hat außerdem noch eine Außenstelle des Veterinärinstitutes Sachsen und eine Grund- und Oberschule, außerdem vier Kindergärten und eine Stadtteilbibliothek sowie ein Gemeindeamt.

Kommunalblatt ist mit Beteiligung von Seehausen und Lindenthal der "Gemeindebote". Er kommt einmal im Monat in alle Haushalte des Ortes, ist kostenlos und informiert über das aktuelle Ortsgeschehen.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eisenbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wiederitzsch liegt an den Bahnstrecken Leipzig–Gröbers–Halle/Erfurt, Magdeburg–Trebnitz–Dessau–Leipzig und Magdeburg–Köthen–Halle (Saale)–Leipzig. Im Jahr 2005 wurde der Personenverkehr auf der am 1. Mai 1906 eröffneten Strecke Leipzig–Wiederitzsch–Halle(Saale) (Teil des Leipziger Güterrings) eingestellt. Der an dieser Strecke gelegene Bf Wiederitzsch ist dem Verfall preisgegeben und die Züge LeipzigHalle (Saale) verkehren seitdem auf der Bahnstrecke Leipzig-Wahren–Leipzig Hbf über Leipzig-Gohlis zum Hauptbahnhof. Die Strecke über Wiederitzsch wird nur noch durch Güterzüge und Umleiterfernzüge sowie bei Bauarbeiten benutzt. Der am 1. Januar 1908 eröffnete Bahnhof Neuwiederitzsch wurde nach Totalerneuerung und Verschiebung der Bahnsteige um 500 Meter, zwecks besserer Tramanbindung, 1996 in Bahnhof Leipzig Messe umbenannt.

Am Bahnhof Messe halten die Linien S2 (Dessau–Leipzig-Connewitz), S5 (HalleZwickau), S5X (Flughafen Leipzig/Halle–Zwickau) und S11 (Leipzig Messe–Leipzig-Stötteritz) der S-Bahn Mitteldeutschland im 30-Minuten-Takt. Zu großen Publikumsmessen halten am Messebahnhof auch die ICE und IC Hamburg–Berlin–München und die RE Leipzig–Magdeburg.

Örtlicher Nahverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Neubauabschnitt (Messegelände – Wiederitzsch) der Straßenbahnlinie 16 verbindet den Norden und die Messe mit der Leipziger Innenstadt und Lößnig. Die Fahrzeit zum Hauptbahnhof beträgt etwa 25 Minuten. Zu Messezeiten wird der 10-Minuten-Takt durch die Ergänzungslinie 16E auf einen 5-Minuten-Takt verdichtet. Bis zum Dezember 2011 verkehrte auch noch die Straßenbahnlinie 14 (Plagwitz – Eutritzsch Krankenhaus) zu wichtigen Anlässen bis zum Messegelände. Die Buslinien 87 und 88 verbinden Wiederitzsch mit Breitenfeld, Lindenthal und Wahren. Diese Buslinien verkehren im 60-Minuten-Takt je Richtung. Diese drei Linien werden von den Leipziger Verkehrsbetrieben betrieben.

Im Zug des Neubaus der Linie 16 wurde die Strecke behindertengerecht ausgebaut, sodass an allen 4 Stationen (Bf. Messe, Georg-Herwegh-Str., Wiederitzsch Mitte und Dachauer Straße) problemlos zugestiegen werden kann.

Straße[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Außerdem liegt die Anschlussstelle Leipzig-Mitte der A 14 in unmittelbarer Nähe des Stadtteils. Auch der Flughafen Leipzig-Halle und der Bahnhof Flughafen Leipzig/Halle sind nur wenige Kilometer entfernt.

Sehenswürdigkeiten und Gedenkstätten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Katholische Kirche
  • Evangelische Kirche: Die romanische Chorturmkirche wurde in spätgotischer Zeit erneuert. Im Innern befinden sich drei spätmittelalterliche Terrakotta-Reliefs, die um 1300 gegossene Heinrichsglocke und eine Ladegast-Orgel.
  • Die 1970 geweihte katholische Kirche St. Gabriel des Architekten Peter Weeck besitzt ein Spannbetonschalen-Dach und gilt als Beispiel moderner Kirchenarchitektur.[3]

Gedenkstätten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Gemeinschaftsgrab mit Gedenkstein, gewidmet von der Volkssolidarität, auf dem Friedhof an der Delitzscher Straße erinnert an sieben unbekannte sowjetische Zwangsarbeiter, die im Zweiten Weltkrieg nach Deutschland verschleppt und Opfer von Zwangsarbeit wurden.

Der Bildhauer Reinhold Carl schuf das Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges.

Ortsvorsteher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsvorsteher und damit Vorsitzender des Ortschaftsrates ist Andreas Diestel. Der Vorsitzende wird alle fünf Jahre von den Mitgliedern des Ortschaftsrates (derzeit acht Mitglieder) gewählt. Der Ortschaftsrat selbst wird von den Wählern in direkter Wahl gewählt, der Vorsitzende in indirekter Wahl. Zurzeit besteht der Ortschaftsrat aus Mitgliedern der CDU (5, ohne A. Diestel), der Linken (1) und der SPD (2).

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Lieberam, Elke und Ursula Wohlfeld: Familienbuch für die Gemeinde Wiederitzsch bei Leipzig 1554–1800. Leipzig: Deutsche Zentralstelle für Genealogie 1995 (= Schriften der Deutschen Zentralstelle für Genealogie in Leipzig 14)
  • Cornelius Gurlitt: Grosswiederitzsch. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 16. Heft: Amtshauptmannschaft Leipzig (Leipzig Land). C. C. Meinhold, Dresden 1894, S. 38.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wiederitzsch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas, Leipzig 2009, ISBN 978-3-937386-14-0;S. 84 f.
  2. Die Amtshauptmannschaft Leipzig im Gemeindeverzeichnis 1900
  3. Website "Straße der Moderne"