Wielewo (Barciany)

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Wielewo
Wielewo führt kein Wappen
Wielewo (Polen)
Wielewo
Wielewo
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Ermland-Masuren
Powiat: Kętrzyn
Gmina: Barciany
Geographische Lage: 54° 18′ N, 21° 17′ OKoordinaten: 54° 17′ 40″ N, 21° 17′ 2″ O
Einwohner: 59 (31. Dez. 2010[1])
Telefonvorwahl: (+48) 89
Kfz-Kennzeichen: NKE
Wirtschaft und Verkehr
Straße: Aptynty → Wielewo
Schienenweg: seit 2000 kein Bahnanschluss mehr
Nächster int. Flughafen: Danzig
Kaliningrad



Das Gutshaus
Gutshaus und Teich (2009)

Wielewo (deutsch Willkamm) ist ein Dorf in Polen in der Woiwodschaft Ermland-Masuren. Das Dorf ist Teil des Schulzenamtes (sołectwo) Aptynty in der Gemeinde Barciany und gehört zum Powiat Kętrzyński.

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wielewo liegt im Norden Polens, etwa vier Kilometer südlich der Staatsgrenze zum russischen Oblast Kaliningrad im historischen Ostpreußen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rittergut Willkamm um 1860, Sammlung Alexander Duncker

Der Ursprung des heutigen Wielewo liegt vermutlich in einer Schenkung an Hinrik Brunsert aus der pruzzischen Familie von Bronsart. Dieser erhielt 12 Hufe des späteren Rittergutes Willkam geschenkt.[2] Nach anderen Quellen[3] erfolgte die Lokalisation 1409 nach Kulmer Recht. 1474 erhielt der Söldner Niclas von Rautter das Gut vom Deutschen Orden verliehen. Dessen Nachfolger lebten bis 1945 in Willkam.[2] Im Jahr 1785 gab es im Ort zehn Wohngebäude,[3] 1933 lebten 587, 1939 515 Menschen in Willkamm.[4] 1945, am Ende des Zweiten Weltkrieges, marschierte die Rote Armee in die Gegend ein. Als Folge des Krieges wurde Willkam als Wielewo Teil der Volksrepublik Polen. 1970 lebten im Ort 156 Menschen welchen in Kinosaal mit 45 Plätzen zur Verfügung stand. 1973 wurde das Dorf Teil des Schulzenamtes Momajny in der Gemeinde Skandawa, ab 1977 Gemeinde Barciany.[3]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Dorf befindet sich der 1797 errichtete Landsitz der Familie von Rautter. Das Gebäude ist einstöckig und heute dem Verfall ausgesetzt. Die Fenster waren sehr tief und reichten fast bis auf den Boden. In der Mitte der Gartenseite befindet sich ein runder Vorbau. 1925 wurden nach Plänen des Baumeisters Gemmel aus Gerdauen die Flügel angebaut. Nach dem Zweiten Weltkrieg war hier zuerst Militär untergebracht, später wurde das Gebäude von einer landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (Państwowe Gospodarstwo Rolne, PGR) genutzt.[2]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf Wielewo liegt an keiner größeren Straße. Über eine Nebenstraße kann in östlicher Richtung nach etwa einem Kilometer die Woiwodschaftsstraße 591 (droga wojewózdka 591) erreicht werden.

Der Ort verfügt über keinen eigenen Bahnanschluss. Der nächste Bahnhof befindet sich 16 Kilometer südlich in Korsze (Korschen), wo es Direktverbindungen nach Olsztyn und Posen gibt. Sowohl östlich als auch westlich des Ortes verlaufen Bahngleise, welche heute kaum genutzt werden. Ursprünglich bildeten sie eine Verbindung zwischen Gerdauen (Железнодорожный) im Norden und Korsze im Süden.

Der nächstgelegene internationale Flughafen ist der Flughafen Kaliningrad, der sich etwa 80 Kilometer nordwestlich auf russischem Hoheitsgebiet befindet. Der nächste internationale Flughafen auf polnischem Staatsgebiet ist der etwa 185 Kilometer westlich befindliche Lech-Wałęsa-Flughafen Danzig.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Tadeusz Swat: Dzieje Wsi. In: Aniela Bałanda u. a.: Kętrzyn. Z dziejów miasta i okolic. Pojezierze, Olsztyn 1978, S. 237 (Seria monografii miast Warmii i Mazur).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wielewo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Główny Urząd Statystyczny, Portret miejscowości statystycznych w gminie Barciany (powiat kętrzyński, województwo warmińsko-mazurskie) w 2010 r. Online (xls-Datei)
  2. a b c ostpreussen.net, Das Gut in Willkamm, 18. November 2004
  3. a b c Tadeusz Swat: Dzieje Wsi in Kętrzyn: Z dziejów miasta i okolic, Olsztyn 1978, S. 237
  4. Michael Rademacher, Landkreis Gerdauen (russ. Schelesnodoroschnyj) auf verwaltungsgeschichte.de, abgerufen am 27. November 2009