Wiener Korporationsring

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Der Wiener Korporationsring (WKR) ist ein 1952 gegründeter Zusammenschluss von Wiener Studentenverbindungen, darunter vor allem schlagende Verbindungen. Der Vorsitz turniert zwischen den beteiligten Verbindungen jährlich.

Mitgliedsverbindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Derzeit gehören dem WKR die folgenden 20 Korporationen an:[1]

Veranstaltungen des WKR[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wiener Korporations-Ball 2002

Für den Wiener Korporationsring veranstaltete der Verein „Wiener Korporations-Ring, Ballausschuss – Verein für Brauchtumspflege“[2] von 1952 bis 2012 den zuletzt umstrittenen, jährlich im Januar stattfindenden Wiener Korporations-Ball, der bis Mitte der 1990er Jahre unter Ehrenschutz des Rektors der Universität Wien stand. Eine weitere jährliche Veranstaltung war bis 2012 das Totengedenken zum 8. Mai. Sowohl der Korporationsball als auch das Totengedenken waren seit Beginn der 2000er Jahre regelmäßig von Protesten und Demonstrationen begleitet, insbesondere von den Netzwerkplattformen NOWKR (gegründet 2008), Offensive gegen Rechts und Jetzt Zeichen setzen! (beide gegründet 2011).

Im November findet traditionell der WKR-Kommers im Wiener Rathaus statt. Auch der Kommers wird für gewöhnlich von Demonstrationen begleitet, 2015 wurde erstmals von keiner Organisation zum Protest aufgerufen.

Wöchentlich mittwochs treten Mitglieder der zusammengeschlossenen Verbindungen beim so genannten Farbenbummel auf der Rampe der Universität Wien in Erscheinung. Auch gegen diese Veranstaltung wird regelmäßig demonstriert.

Weiters findet alljährlich eine Sonnwendfeier am 21. Juni statt.

Politische Verortung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laut Heribert Schiedel vom Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (DÖW) geben weit rechts stehende Burschenschaften im WKR den Ton an.[3] Im vom DÖW herausgegebenen Handbuch des österreichischen Rechtsextremismus ist der WKR als Kontakt rechtsextremer Vereine – wie der Österreichischen Landsmannschaft (ÖLM) und des Österreichischen Turnerbundes (ÖTB) aufgeführt.[4] 1990 war der Rechtsextremist und damaliges Mitglied der Teutonia, Franz Radl, Sprecher des WKR.[5]

Im Wintersemester 1983/84 verließ das Corps Symposion den WKR wegen dessen „einseitiger Politisierung“.[6]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Übersicht über die Mitgliedsverbindungen auf www.wkr.at
  2. Abfrage im Zentralen Vereinsregister am 16. Februar 2011.
  3. Der Standard, 14. November 2006: Umstrittener Unirat Stefan tritt am Rande eines Kommerses auf
  4. DÖW: Handbuch des österreichischen Rechtsextremismus, Wien, 1994, 719 Seiten
  5. Handbuch des österreichischen Rechtsextremismus, Wien, 1996 (2. Auflage), S. 503
  6. Zit.n. Heribert Schiedel, 2007: Der rechte Rand. Extremistische Gesinnungen in unserer Gesellschaft. Wien, Edition Steinbauer, :72.