Wiener Kriminalmuseum

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wiener Kriminalmuseum
Wiener-kriminalmuseum.jpg
Das Kriminalmuseum im Seifensiederhaus
Daten
Ort Wien 2, Österreich
Art Kriminalgeschichte
Website kriminalmuseum.at

Das Wiener Kriminalmuseum ist ein Museum im 2. Wiener Gemeindebezirk, der Leopoldstadt, im gleichnamigen Bezirksteil.

Standort[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Ende 1991 aus dem Kriminalpolizeilichen Museum der Bundespolizeidirektion Wien (gegründet 1984), Nachfolger des ehem. k.k. Polizeimuseums (gegründet 1899), am heutigen Standort hervorgegangene Museum befindet sich im Seifensiederhaus, einem der ältesten Häuser im 2. Bezirk, in der Großen Sperlgasse 24 (bis 1862: Herrengasse 297). Es steht dort, wo sich zuvor in der (vertriebenen) Judengemeinde das Gemeindehaus befunden hatte, und wurde (bezeichnet am Keilstein des Portals) 1685 errichtet. Der Name des Hauses beruht darauf, dass es 1794 von einem Seifensieder gekauft wurde.[1] Heute liegt das Museum etwa zwischen Karmelitermarkt und Leopoldskirche.

Im Innenhof des Gebäudes befindet sich ein Kaffeehaus.

Ausstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einbruchswerkzeuge des legendären „Einbrecherkönigs“ Breitwieser

Das Museum besteht aus 20 Räumen, in denen die Geschichte der Justiz, des Polizeiwesens und auch die Kriminalität vom Mittelalter bis in die neue Zeit präsentiert wird. Es werden mittelalterlicher Strafvollzug und die letzten öffentlichen Hinrichtungen in Wien dargestellt. Weiters werden einzelne interessante Kriminalfälle wie der des Giftmörders Hofrichter oder der Fall Josefine Luner aus der Zwischenkriegszeit gezeigt.

Zu den Exponaten zählen zahlreiche Originaldokumente und Reproduktionen zu Kriminalfällen, Tatortfotos und Gerichtstexte sowie Körperteile von Hingerichteten Verbrecher, u. a. die Köpfe von Juliana Hummel und von Franz Hebenstreit. Nach Protesten wurde Hebenstreits Kopf 2012 aus der Sammlung entfernt.

Direktor des Museums ist Harald Seyrl, der seit 1984 mit der Materie befasst war, den Standort des Museums vorschlug und das Haus seit 1991 leitet.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Felix Czeike (Hrsg.): Historisches Lexikon Wien, Band 5, Kremayr & Scheriau, Wien 1997, ISBN 3-218-00547-7, S. 196

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wiener Kriminalmuseum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 48° 13′ 6″ N, 16° 22′ 42″ O