Wiener Straße (Dresden)

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Wiener Straße
Wappen
Straße in Dresden
Wiener Straße
VW-Cargotram an der Wiener Straße
Basisdaten
Ort Dresden
Ortsteil Seevorstadt-Ost/Großer Garten
Angelegt 1885
Querstraßen Uhlandstraße, Gellertstraße, Gerhart-Hauptmann-Straße, Mozartstraße, Richard-Wagner-Straße, Beethovenstraße, Franz-Liszt-Straße, Herderstraße, Oskarstraße, Voßstraße, Karcherallee, Rayskistraße.
Plätze Wiener Platz,
Richard-Strauß-Platz,
Basteiplatz
Technische Daten
Straßenlänge 2800 Meter
Wiener Straße, 1895

Die Wiener Straße ist eine Innerortsstraße im Dresdner Stadtteil Seevorstadt-Ost/Großer Garten.

Lage und Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wiener Straße beginnt am Wiener Platz östlich des Dresdner Hauptbahnhofs an der Straße Am Hauptbahnhof. Anschließend verläuft sie in ostsüdöstlicher Richtung durch die Gemarkungen Altstadt I, Altstadt II und Strehlen. Sie verläuft fast durchgängig parallel zur Tiergartenstraße, die die südliche Begrenzung zum Großen Garten bildet. Zwischen Hauptbahnhof und Gellertstraße ist die Wiener Straße Teil des 26er-Rings. Kurz vor der Einmündung von Andreas-Schubert- und Sidonienstraße stößt die Fahrbahn des Tunnels Wiener Platz auf die Wiener Straße.

In ihrem folgenden Verlauf kreuzt sie sich mit der Uhland- und der bereits erwähnten Gellert- bzw. Franklinstraße und mündet dann in den Richard-Strauss-Platz ein, wo sie sich mit der Gerhart-Hauptmann-Straße (Teil der Staatsstraße 172) kreuzt. Anschließend kreuzt sie eine Reihe nach Musikern benannte Straßen, die Richard-Wagner-Straße, die Beethovenstraße und die Franz-Liszt-Straße. Nachdem sich die Wiener Straße mit der Oskarstraße kreuzt, mündet sie in den Basteiplatz ein, wo sie die Karcherallee, die östliche Begrenzungsstraße des Großen Gartens, kreuzt. Vom Basteiplatz aus führt sie als Stichstraße in ein kleines Wohngebiet.

Insgesamt hat die Straße eine Länge von rund drei Kilometern.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wiener Straße wurde 1858 angelegt und verband den früheren Böhmischen Bahnhof mit Strehlen, einem Dresdner Villenvorort. Dabei kreuzte die Wiener Straße das Englische Viertel an der Bürgerwiese und erschloss eine reine Villenbebauung. Im Jahr 1899 führte sie bis kurz hinter die heutige Franz-Liszt-Straße (damals Palaisstraße). 1912 war sie bis auf ihre heutige Länge errichtet. Eine Weiterführung in Richtung der Seidnitzer Pferderennbahn war um 1910 geplant, wurde aber nicht ausgeführt.[1]

Bebauung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 1945 zerstörte Villa Wiener Straße 11 wurde 1868/89 von Ernst Lottermoser erbaut. Ein Anbau erfolgte von Manfred Semper im Jahr 1872. Bemerkenswert war eine verglaste Loggia mit Säulen in toskanischer und ionischer Ordnung und eine eingeschossige Bildergalerie mit reich skulpierten Pilastern, Pfeilern, Rundbogenfenstern und Säulen. Die ebenfalls 1945 zerstörte Villa Wiener Straße 32 wurde 1872 bis 1874 nach den Plänen des bekannten Architekten Emil Rösler als Eckhaus erbaut und galt als „streng renaissancistisch empfundene[r]“ Bau,[2] wobei solch reich dekorierte Villen in den 1870er Jahren eine Seltenheit darstellten. So wurden die Erkerfenster im Obergeschoss von Koren flankiert, während Karytiden die Fenster in den Rücklagen im Obergeschoss flankierten.

Die Villa Wiener Straße 22 wurde 1869 von Bernhard Hempel erbaut und galt als qualitätsvoller Bau der Nicolai-Schule. Sie wurde durch die Luftangriffe auf Dresden 1945 zerstört, wie auch die Villa Wiener Straße 27, die – 1871 von Albert Heyde erbaut[3] – als „streng renaissancistisch empfundene[r]“ Bau galt.[2]

Die Villa Wiener Straße 36 wurde 1875 erbaut und hat die Luftangriffe 1945 unbeschadet überstanden. Der mittig angebrachte Risalit erfuhr bei der Gestaltung eine besondere Aufmerksamkeit. So erhielt das Obergeschoss des Mittelrisalits eine vorgelegte Halbsäulenordnung, ansonsten schmückten den Risaliten Rundbogenfenster. Die 1945 zerstörte Villa Wiener Straße 2 wurde 1874 von Hermann August Richter erbaut. Sowohl das Intérieur als auch das äußere Erscheinungsbild war nach dem Vorbild der Villa Rosa gestaltet worden. Bemerkenswert war das mittlere Empfangszimmer mit einer Kuppel, die im „genuesischen Stil“ ausgemalt worden war und ansonsten Landschaftsbilder in Wachsfarben von Paul Mohn zeigte.

Die 1868/1869 von August Pieper und James Piers St. Aubyn erbaute Englische Kirche an der Wiener Straße wurde 1945 ebenfalls zerstört und abgebrochen. Trotz Proteste seitens der Dresdner Bevölkerung wurde 1952 das neben der Englischen Kirche befindliche Gebäude der Reichsbahndirektion an der Wiener Straße gesprengt.[4]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf der Wiener Straße verkehren die Straßenbahnlinien 9 (ProhlisKaditz), 10 (Messe DresdenStriesen) und 11 (ZschertnitzBühlau) der Dresdner Verkehrsbetriebe. Über das Schienennetz der Wiener Straße verläuft auch die Strecke der Güterstraßenbahn CarGoTram. Im Busverkehr wird die Wiener Straße zwischen Hauptbahnhof und Uhlandstraße von der Buslinie 66 (CoschützNickern) bedient. Zwischen der Einmündung Sidonien- und Uhlandstraße befindet sich die Haltestelle „Gret-Palucca-Straße“, an der sowohl die Busse als auch die Straßenbahnen halten.

Zwischen der Einmündung des Tunnels Wiener Platz und dem Richard-Strauss-Platz ist die Wiener Straße vierstreifig ausgebaut. Im anschließenden Verlauf hat sie zwei Spuren.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Gegenzug zur Benennung der Wiener Straße wurde 1875 die Dresdner Straße benannt, die zu einem kleinen Teil durch die Leopoldstadt, den 2. Bezirk Wiens, zum Großteil aber durch die Brigittenau, den 20. Bezirk Wiens, verläuft.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wiener Straße, Dresden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stadtplan von Dresden, 1:10 000, Lithographie, 1910 in der Deutschen Fotothek
  2. a b Helas: Architektur in Dresden. 1991, S. 51.
  3. Helas: Architektur in Dresden. 1991, S. 196 (Albert Heyde).
  4. Matthias Lerm: Abschied vom alten Dresden – Verluste historischer Bausubstanz nach 1945. Forum Verlag, Leipzig 1993, ISBN 3-86151-047-2. S. 112.

Koordinaten: 51° 2′ 0,9″ N, 13° 45′ 21,2″ O