Wierzchowo (Powiat Drawski)

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Wierzchowo
Wappen der Gmina Wierzchowo
Wierzchowo (Polen)
Wierzchowo
Wierzchowo
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Westpommern
Powiat: Drawsko Pomorskie
Gmina: Wierzchowo
Geographische Lage: 53° 28′ N, 16° 6′ OKoordinaten: 53° 27′ 36″ N, 16° 6′ 4″ O
Höhe: 137 m n.p.m.
Einwohner: 1541 (2007)
Postleitzahl: 78-350
Telefonvorwahl: (+48) 94
Kfz-Kennzeichen: ZDR
Wirtschaft und Verkehr
Straße: DW 177: Czaplinek - Wieleń, Abzweig: Sośnica
Sośnica - Złocieniec
Schienenweg: kein Bahnanschluss
Nächster int. Flughafen: Stettin-Goleniów
Gmina
Gminatyp: Landgemeinde
Gminagliederung: 19 Ortschaften
11 Schulzenämter
Fläche: 229,19 km²
Einwohner: 4345
(30. Jun. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 19 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 3203052
Verwaltung (Stand: 2012)
Adresse: ul. Długa 29
78-350 Wierzchowo
Webpräsenz: www.wierzchowo.pl



Wierzchowo (deutsch Virchow) ist ein Dorf und eine Landgemeinde im Powiat Drawski (Kreis Dramburg) in der polnischen Woiwodschaft Westpommern.

Die Fläche der Landgemeinde umfasst 229,19 km², was 13 % der Gesamtfläche des Powiat Drawski entspricht. Im Gemeindegebiet sind 4499 Einwohner registriert, von denen 1541 in Wierzchowo leben.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wierzchowo liegt im südöstlichen Bereich des Powiat Drawski im Städtedreieck Złocieniec (Falkenburg, 12 km), Czaplinek (Tempelburg, 15 km) und Mirosławiec (Märkisch Friedland, 13 km) an einer Nebenstraße, die Złocieniec mit Sośnica (Herzberg) verbindet. So wie der Ort abseits der großen Straßen liegt, so fehlt ein Bahnanschluss noch umso mehr, als bis in die 1990er Jahre Wierzchowo Bahnstation an der Strecke ZłocieniecKalisz Pomorski (Kallies) war und auch eine Kleinbahnlinie nach Deutsch Krone vorhanden war.

Die Südgrenze der Gmina Wierzchowo ist zugleich die Kreisgrenze zum Powiat Wałecki (Kreis Deutsch Krone). Nachbargemeinden sind:

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsname „Wierzchowo“ kommt im polnischen Pommern noch im Powiat Człuchowski (Kreis Schlochau) und im Powiat Szczecinecki (Kreis Neustettin) vor. Die deutsche Bezeichnung „Virchow“ entspricht der früheren Namensform Virche (1333) und kommt nur hier vor.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Virchow wurde um 1300 mit deutschem Recht gegründet. 1333 schrieb Pfarrer Otto tho Virche die Gründungsurkunde für die Stadt Falkenburg (heute polnisch: Złocienic). Im Jahre 1490 erhielt die Familie von Borcke in ihrem Lehnsbrief einige Anteile an Virchow.

Vor 1945 gehörte Virchow zum Landkreis Dramburg im Regierungsbezirk Köslin der preußischen Provinz Pommern. 1939 lebten hier 1391 Einwohner.

Seit 1945 ist Wierzchowo in den Powiat Drawski in der polnischen Woiwodschaft Westpommern (zeitweise Woiwodschaft Köslin) eingegliedert.

Partnergemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem Jahre 2003 besteht ein Partnerschaftsverhältnis der Gmina Wierzchowo mit der Gemeinde Henstedt-Ulzburg in Schleswig-Holstein (Deutschland).

Kirchspiel/Pfarrei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis 1945 war Virchow ein evangelischer Pfarrsitz, zu dessen Kirchspiel auch die beiden Filialgemeinden Groß Sabin (heute polnisch: Żabin) und Klein Sabin (Żabinek) gehörten. Eingepfarrt waren außerdem die Orte Neuhof (Będlino) und Neu Latzig (Nowe Laski).

Das Kirchspiel gehörte zum Kirchenkreis Tempelburg (Czaplinek) im Ostsprengel der Kirchenprovinz Pommern in der Kirche der Altpreußischen Union. 1940 zählte es 3141 Gemeindeglieder, von denen 1836 in der Pfarrgemeinde Virchow, in den Filialgemeinden Groß Sabin 787 und Klein Sabin 498 wohnten. Letzter deutscher Pastor war seit 1937 Hans Werner Ohse.

Seit 1946 besteht in Wierzchowo eine katholische Pfarrgemeinde, die für drei Filialgemeinden zuständig ist: Osiek Drawski (Wutzig), Sienica (Jakobsdorf) und Żabinek (Klein Sabin). Die Pfarrei gehört zum Dekanat Drawsko Pomorskie im Bistum Köslin-Kolberg der Katholischen Kirche in Polen.

Gmina Wierzchowo[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Gmina Wierzchowo gehören 19 Ortschaften, die 11 Ortsteilen („Schulzenämtern“) zugeordnet sind.

  • Ortsteile:
  • Będlino (Neuhof)
  • Garbowo (Emilienhof)
  • Nowe Laski (Neu Latzig)
  • Osiek Drawski (Wutzig)
  • Ortzep (Friedrichshorst)
  • Sośnica (Herzberg)
  • Świerczyna (Groß Linichen)
  • Wielboki (Deutsch Fuhlbeck)
  • Wierzchowo (Virchow)
  • Żabin (Groß Sabin)
  • Żabinek (Klein Sabin)
  • Übrige Ortschaften: Bonin (Bonin), Danowice (Dennewitz), Dębniewice (Eichenberg), Knowie (Kienhof), Króle (Kroll), Radomyśl (Friedrichshof), Wierzchówko, Żeński (Schönfeld).

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Straßen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Nordosten nach Südwesten durchzieht die Woiwodschaftsstraße 177 das Gemeindegebiet. Sie verbindet es mit Czaplinek (Tempelburg) im Norden sowie Mirosławiec (Märkisch Friedland), Tuczno (Tütz) und Człopa (Schloppe) im Süden sowie mit dem - bereits in der Woiwodschaft Großpolen gelegenen - Wieleń (Filehne).

Außerdem besteht eine Nebenstraßenverbindung vom Ortsteil Sośnica (Herzberg) nach Złocieniec (Falkenburg).

Schienen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1900 gab es im Gebiet der heutigen Gmina Wierzchowo zwei Bahnstrecken, die beide jedoch seit Ende des 20. Jahrhunderts stillgelegt worden sind:

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die große Backsteinkirche in Wierzchowo wurde 1890 gebaut, nachdem der Vorgängerbau – eine Fachwerkkirche – abgerissen worden war. Aus der alten Kirche war der 1612 von einem Mönch geschnitzte Altar übernommen worden, in dem in drei Feldern das Abendmahl, die Kreuzigung und die Kreuzabnahme als Relief gestaltet waren. – Seit 1946 trägt die Kirche den Namen Kościół pw. św. Wojciecha.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Lydia Kath (* 1906, in Virchow), Schriftstellerin
  • Hans-Jürgen Schultz (* 1935 in Virchow), Geograph und Politiker
  • Heinz Draheim (1915–2012, * in Żeńsko), Geodät und langjähriger Rektor der Universität Karlsruhe.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johannes Hinz: Pommern. Wegweiser durch ein unvergessenes Land. Bechtermünz, Augsburg 1996, ISBN 3-86047-181-3.
  • Hans Moderow, Ernst Müller: Die Evangelischen Geistlichen Pommerns von der Reformation bis zur Gegenwart. Auf Grund des Steinbrück'schen Ms. bearbeitet. 2. Teil: Ernst Müller: Der Regierungsbezirk Köslin. Sannier, Stettin 1912.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2015. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (ZIP-Ordner mit XLS-Dateien; 7,82 MiB), abgerufen am 28. Mai 2016.