Wiesengrund

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Wiesengrund (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Wiesengrund führt kein Wappen
Wiesengrund
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Wiesengrund hervorgehoben
Koordinaten: 51° 42′ N, 14° 34′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Spree-Neiße
Amt: Döbern-Land
Höhe: 87 m ü. NHN
Fläche: 50,44 km²
Einwohner: 1390 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 28 Einwohner je km²
Postleitzahl: 03149
Vorwahlen: 035694, 035695
Kfz-Kennzeichen: SPN, FOR, GUB, SPB
Gemeindeschlüssel: 12 0 71 414
Gemeindegliederung: 5 Ortsteile
Adresse der Amtsverwaltung: Forster Straße 8
03159 Döbern
Bürgermeister: Egbert S. Piosik (Freie Wählergemeinschaft Wiesengrund)
Lage der Gemeinde Wiesengrund im Landkreis Spree-Neiße
Burg Briesen Dissen-Striesow Döbern Drachhausen Drehnow Drebkau Felixsee Forst Groß Schacksdorf-Simmersdorf Guben Guhrow Heinersbrück Jämlitz-Klein Düben Jänschwalde Kolkwitz Neiße-Malxetal Neuhausen Peitz Schenkendöbern Schmogrow-Fehrow Spremberg Tauer Teichland Tschernitz Turnow-Preilack Welzow Werben WiesengrundKarte
Über dieses Bild

Wiesengrund, niedersorbisch Łukojce, ist eine Gemeinde im Landkreis Spree-Neiße und liegt im südöstlichen Teil von Brandenburg. Sie gehört dem Amt Döbern-Land an, das seinen Verwaltungssitz in der Stadt Döbern hat. Die Gemeinde liegt im sorbischen Siedlungsgebiet.[2][3]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Wiesengrund grenzt im Westen an die kreisfreie Stadt Cottbus und die Gemeinde Neuhausen/Spree, im Süden an die Stadt Spremberg und die Gemeinde Felixsee, im Osten an die Gemeinden Neiße-Malxetal und Groß Schacksdorf-Simmersdorf und im Norden an die Kreisstadt Forst (Lausitz) und die Gemeinde Teichland. Auf dem Gemeindegebiet wird ein Restloch des Braunkohlebergbaues geflutet. Daraus soll bis 2020 der Klinger See entstehen.

Weiterhin gibt es im an den See grenzenden Ortsteil Klinge eine geologisch wertvolle EEM-Grabung, die besichtigt werden kann. Der Ortsteil Mattendorf grenzt im Süden an den Ausläufer des ebenfalls geologisch interessanten Muskauer Faltenbogens. Die längste Straßenverbindung von Nord nach Süd beträgt zwischen Mattendorf (Süd) und Gosda I (Nord) 12 km; die Gemeinde Wiesengrund nimmt eine Gesamtfläche von 50 km² ein.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde entstand im Rahmen der brandenburgischen Gemeindegebietsreform durch freiwilligen Zusammenschluss der Gemeinden Gahry, Gosda, Jethe, Mattendorf und Trebendorf zum 31. Dezember 2001.[4]

Seitdem besteht Wiesengrund aus folgenden Ortsteilen:

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die alten Dörfer Gahry, Trebendorf und Mattendorf sind schon vor 1906 zum evangelischen Kirchsprengel Komptendorf eingepfarrt worden, da sie keine eigene Kirche besitzen, während Klinge eine eigene Kirche besaß, welche zu DDR-Zeiten dem Braunkohleabbau geopfert wurde. Jetzt gehen die Klinger, Gosdaer und Dubrauer in die Fachwerkkirche in den Ortsteil Dubrau.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
2001 1 696
2002 1 692
2003 1 675
2004 1 660
2005 1 686
Jahr Einwohner
2006 1 636
2007 1 609
2008 1 593
2009 1 566
2010 1 516
Jahr Einwohner
2011 1 461
2012 1 444
2013 1 419
2014 1 382

Gebietsstand des jeweiligen Jahres[5][6], ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindevertretung von Wiesengrund setzt sich aus 10 Gemeindevertretern und dem ehrenamtlichen Bürgermeister zusammen:

  • Freie Wählergemeinschaft Wiesengrund 9 Sitze
  • Die Linke 1 Sitz

(Stand: Kommunalwahl am 25. Mai 2014)[7]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erster Bürgermeister der Gemeinde Wiesengrund wurde 2002 der letzte Bürgermeister (1995 bis 2001) der vormals eigenständigen Gemeinde Mattendorf Egbert S. Piosik (Wiederwahl 2003 und 2008). Piosik (Freie Wählergemeinschaft Wiesengrund) wurde in der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014 mit 69,8 % der gültigen Stimmen für eine weitere Amtszeit von fünf Jahren[8] gewählt.[9]

Piosik ist am 28. September 2008 (Wiederwahl 2014) auch in den Kreistag des Landkreises Spree-Neiße gewählt worden und dort seitdem Fraktionsvorsitzender der Fraktion FREIE BÜRGER.

Ortsbürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erste Ortsbürgermeister von 2002 bis 2003 (ehemalige Bürgermeister, gewählt 1998–2003)

  • Gosda (mit Dubrau und Klinge): Axel Woidtow
  • Jethe (mit Smarso): Klaus Holzbecher
  • Gahry: Holger Baierl
  • Mattendorf: Egbert S. Piosik
  • Trebendorf: Reiner Brauer

Ortsvorsteher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2014 bis 2019

  • Gosda (mit Dubrau und Klinge): Dieter Stodian (seit 2003)
  • Jethe (mit Smarso): Dietmar Zech (seit 1. Januar 2013)
  • Gahry: Klaus Vatter (seit 2. November 2011)
  • Mattendorf: seit 2014 ohne Ortsvorsteher
  • Trebendorf: Reiner Brauer (seit 2002)

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Liste der Baudenkmale in Wiesengrund stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Baudenkmale.

  • Freilichtmuseum Zeitsprung bei Klinge am Klinger See
  • Bahnhofsgebäude Klinge (Aufnahmeverfahren)

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Tiefkirche im Ortsteil Gosda
  • Alter Schafstall im Ortsteil Gosda
  • Gutshaus im Ortsteil Gahry
  • Schloss im Ortsteil Trebendorf
  • Fachwerkkirche im Ortsteil Dubrau
  • Alte Schule (1907/08 erbaut) im Ortsteil Mattendorf

Parks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der alte Park zwischen Trebendorf, Mattendorf und Gahry mit der Begräbnisstätte der früheren Eigentümer des Trebendorfer Schlosses (von Natzmer) stellt die Verbindung zwischen dem Gutshaus Gahry und dem Schloss in Trebendorf her.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ortsteil Mattendorf existiert eine Wetterstation. Der Verein Wetter-Ost begann im Jahr 2006 mit dem Aufbau eines „Wetterlehrpfades“, der Interessierten, insbesondere aber auch Kindern und Jugendlichen, das Entstehen des Wetters nahebringen soll (z.B. Blitzmaschine, Windmaschine, aber auch Energiegewinnung mit einem neuen Windrad). Am 5. Mai 2007 wurde im Beisein des Ministers (und heutigen Ministerpräsidenten) Dietmar Woidke der Prototyp eines neuartigen (quer liegenden) Windrades eingeweiht. Dieses erhebt sich am Rande des Muskauer Faltenbogens über Mattendorf.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wiesengrund – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Wiesengrund – Reiseführer

Quellenangaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2015 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Pressemitteilung Land Brandenburg: Wiesengrund gehört zum Siedlungsgebiet der Sorben. 9. Dezember 2015, abgerufen am 9. Juli 2016.
  3. Gesetz über die Ausgestaltung der Rechte der Sorben/Wenden im Land Brandenburg (Sorben/Wenden-Gesetz – SWG), Anlage. 7. Juli 1994, abgerufen am 9. Juli 2016.
  4. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2001
  5. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Spree-Neiße. S. 30–33
  6. Bevölkerung im Land Brandenburg nach kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden 1991 bis 2014
  7. Ergebnis der Kommunalwahl am 25. Mai 2014
  8. § 73 des Brandenburgischen Kommunalwahlgesetzes
  9. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014