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Wikimedia:Woche 20/2017 (18.05.) | Wikimedia:Archiv
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POTY 2016: Natur gewinnt

Jedes Jahr wird auf den Wikimedia Commons, dem zentralen Medienspeicher für alle Wikimedia-Projekte, das „Bild des Jahres“ (Picture of the year, POTY) gewählt. Grundlage für Wahl waren die 1475 ausgezeichneten Medien-Dateien des Jahres 2016. In der ersten Runde schickten 2553 Abstimmende die 30 bestplazierten und von jeder der 25 Kategorien die besten zwei in die zweite Runde. Aus den 58 Finalisten wurden nun durch 3625 Wählerinnen und Wähler die besten Bilder 2016 ermittelt, und der Gewinner mit 615 Stimmen ist Colin mit einem Foto von Jubilee und Munin, zwei der Tower-Raben. Hier das Gewinnerbild und die weiteren fünf Besten:

Danke an alle, die mitgemacht haben! mh, 23.5.

Der Brückenschlag zu Fribourg/Freiburg

Gutenberg im Museum

Vor drei Wochen war die Reihe GLAM on Tour zu Gast im Gutenberg Museum in Freiburg im Üechtland. Das Museum, das nach dem Erfinder des modernen Buchdrucks benannt ist, bildete nach dem Kirchner Museum Davos die zweite Station in der Schweiz. Knapp 20 Teilnehmer haben sich angemeldet. Für die Veranstaltung an der deutsch-französischen Sprachgrenze sah WMCH vor, dass sie erstmals zweisprachig abgehalten werden sollte. Dies konnte am Wochenende vor dem 1. Mai in die Tat umgesetzt werden, auch wenn es nicht ganz einfach war.

Direktor Stefan Ledergerber führte unsere Gruppe am Freitagabend durchs Museum und so auch durch die Druckgeschichte der letzten Jahrhunderte. Er verdeutlichte beispielsweise, dass Schrift und Bild zu unterschiedlichen Drucktechniken geführt haben. Im obersten Stock warteten neben den Schweizer Banknotenserien eine Originalseite aus der Gutenberg-Bibel und ein Exemplar der Froschauer-Bibel, das vom Museum zur Digitalisierung während der Veranstaltung freigegeben wurde. Am folgenden Tag durften wir im Atelier im Untergeschoss einige Maschinen im Betrieb erleben und mit vorhandenen Lettern aus dem Setzkasten Bleibuchstaben gießen, die beim Bedrucken eines Souvenirs zum Einsatz kamen.

Bruno Jehle mit der Froschauer-Bibel

Währenddem baute Bruno Jehle, ein gelernter Lithograf und heutiger Digitalisierungsprofi, seine Digitalierungsstation im Museum auf, um das 500-seitige, reformatorische Werk aus dem 16. Jahrhundert Seite für Seite zu scannen. Damit für die ihm wichtige Qualität der Aufnahmen gesorgt war, boten ihm Wikipedianer etwas Unterstützung an.

In der Außenstelle der Kantons- und Universitätsbibliothek Freiburg wurde uns ein Arbeitsraum für das Schreiben an Wikipedia-Artikeln zur Verfügung gestellt. Angelegt wurde unter anderem eine Liste der Inkunabeldrucker sowie etliche Biografieartikel zu Männern und Frauen der Druck- und Kirchengeschichte. Einige davon wurden sodann in unserer mehrsprachigen Gruppe ins Französische oder gar ins Katalanische übersetzt. Zur Vertiefung des Themas hielt der Kirchenhistoriker Mariano Delgado am Samstag einen Vortrag über Petrus Canisius und die Anfänge des Freiburger Buchdrucks. Der niederländische Gelehrte aus dem Jesuitenorden ließ viele geistliche Bücher, aber auch Berichte über Entdeckungen in fernen Ländern drucken. Ein wichtiger Buchdrucker vor Ort war in jener Zeit Abraham Gemperlin.

Im Sterbezimmer des Petrus Canisius

Am Sonntagnachmittag konnten wir uns auf der Stadtführung längere Zeit im von Petrus Canisius errichteten Kollegium St. Michael und seiner barocken Kirche umschauen. Von dort ging es weiter zur Franziskanerkirche und zur Kathedrale. Die Gegenreformation vor über 400 Jahren hat die Stadt Freiburg zu einer Hochburg des Schweizer Katholizismus gemacht, was sie bis heute trotz Abstrichen durch die gesellschaftliche Säkularisierung geblieben ist: Neben der einst einzigen katholischen Universität der Schweiz gibt es in der Stadt noch viele Klöster, den Sitz der Bischofskonferenz und der katholischen Medienagentur, und auch die Pilgerherberge am Jakobsweg, in der wir übernachtet haben, gehört dem Jesuitenorden. Selbst Pierre Kaelin, der musikalische Erfinder eines Playbackgeräts, auf dessen Werk wir in den Lagerräumen der Bibliothek stießen, war selbstverständlich ein Geistlicher.

Gruppenfoto

Die Stadtführung führte auch zu den Brücken über die Saane. So wie die mittelalterliche Bernbrücke an der Flussbiegung hat auch die anstelle einer gewaltigen Hängebrücke errichtete Zähringerbrücke weitgehend ausgedient. Der Autoverkehr rollt seit 2014 über die Poyabrücke weiter nördlich. An drei Tagen hat die GLAM on Tour nach Freiburg ebenfalls mehrere Brücken geschlagen: Sie verband Wikipedia und zwei GLAM-Institutionen, Deutsch und Französisch, Katholizismus und Reformation, Schweiz und Deutschland, Männer und Frauen, Print und Online sowie Text- und Bildwelten. Pkh, 19.5.

Was ihr den Geist der Zeiten heißt......

Es gibt zwei Sätze die finden sich irgendwann in jeder nur etwas längeren Diskussion auf Wikipedia:

1) "Wir schreiben hier eine Enzyklopädie"

2) "Wir bilden nur gesichertes Wissen ab."

Klingt erstmal gut! Wenn ich mir aber beispielsweise die Diskussion über, und hier wird es sehr prominent, "Heldenbilder", die Darstellung von "Fliegerassen" oder über zeitgenössische Politiker, seien es AfDler oder ehemalige Stasi-Mitarbeiter, "Verschwörungstheoretiker" anschaue, aber auch die ganzen Relevanzkriterien für egal was, seien es Wirtschaftsunternehmen oder Pornosternchen, eigentlich überall, dann beschleicht mich das Gefühl, dass zunächst erstmal wieder innerhalb der deutschen Wikipedia Einigung erzielt werden müsste, was für eine Art Enzyklopädie Wikipedia denn sein soll!

Egal wie man diese Frage beantwortet - Als Designgrundsatz gilt dann: Die Form folgt der Funktion. Schreibt man an einer Enzyklopädie, die kurz und kompakt bspw. die wichtigsten Daten und Stationen zu einer Person liefert, oder beschreibt man prosaisch, in epischer Breite den Lebensweg und was sein Lieblingsessen war? Ersteres hat den Charme Interpretationsspielräume, über das was enzyklopädisch ist, zu minimieren und bietet etwas weniger Angriffsfläche für politische-weltanschauliche-genderische-philosophische-missionarische Manipulationen, letzteres ist für einen Leser, wenn er daran Interesse hat, spannender und bietet umfassendere Informationen - und dazwischen gibt es Mischformen.

In allen Fällen ist der Satz 2) von oben relevant - das Abbilden gesicherten Wissens. Ein Geburtsdatum ist in der Regel unstrittig und ein objektivierbares Faktum. Das gilt allerdings nicht, wenn es bspw. um die Zuordnung von Personen zu politischen Meinungen/Lagern geht. Auch die Einordnung historischer Ereignisse/Personen in einen geschichtlichen oder politischen Rahmen ist in erster Linie eine Interpretation und nicht gesichertes Wissen. Ob jemand in einer Partei ist, lässt sich (in der Regel) leicht feststellen, ist objektivierbar. Die politische Einordnung als linksextrem oder Rechtspopulismus dagegen schon wesentlich schwieriger und stark von Rahmenbedingungen und von den Interpretierenden/Zuordnenden abhängig. Das einzige Gesicherte ist daran, dass das irgendjemand mal irgendwo kundgetan hat, sei es mündlich oder schriftlich. Und ich glaube es ist wichtig sich dieses immer wieder vor Augen zu führen, damit man beim Schreiben und Diskutieren eines Artikels nicht in eine unnütze Eigener-Standpunkt-Falle tappt. Kann ich wirklich als gesichertes Wissen bspw. annehmen, dass jemand ein linksextremer, lesbischer Hassprediger ist oder gibt es Personen/Gruppen die ihn als solchen bezeichnen.

Und diese Frage nach "Was ist gesichertes Wissen" und damit verknüpft was und wie kann ich solches in einer Enzyklopädie darstellen, bringt mich dann wieder zu der Frage was für eine Art soll es denn sein? Reine Faktendarlegung oder gleich die Interpretation/Zuordnung mitliefern, ein Geschichtsbuch, ein Aufklärungsbuch, ......? Und damit schließt sich für mich der Kreis, den man nach meiner Meinung nur durchbrechen kann, wenn man diese Frage beantwortet, da sich das weitere daraus ergibt: "Welche Inhalte sind zulässig und wie werden diese dargestellt?" Neben inhaltlichen Fragen wird der formale Aspekt mit behandelt. (IP, 16.05.)

Öffentlich-rechtlich produzierte Inhalte verfügbar machen

In Deutschland existieren bisher kaum freie Inhalte öffentlich-rechtlicher Rundfunkanstalten, obwohl zumindest die Eigenproduktionen der Sender durch die Allgemeinheit finanziert sind. Durch Freigabe von Inhalten könnten zum Beispiel Wikipedia-Artikel zu historisch relevanten Ereignissen durch entsprechende Dokumentationen oder Bilder ergänzt und die Themen auf diese Weise multimedial dargestellt werden. Derzeit findet sich schon einiges Material bei YouTube und anderen kommerziellen Diensten, aus rechtlichen Gründen aber nicht in vergleichbarem Maße auch bei Wikimedia Commons.

Wikimedianerinnen und Wikimedianer, die besonders auf der letztjährigen WikiCon daran Interesse bekundet hatten, und Mitarbeitende von Wikimedia Deutschland haben zuletzt gemeinsam daran gearbeitet, bei den Rundfunkanstalten mehr freie Inhalte einzufordern. Dabei geht es nicht darum, dass die Anstalten beliebig Inhalte auf Wikimedia Commons abladen oder dergleichen, sondern dass sie diese möglichst in ihren eigenen Mediatheken oder gegebenenfalls einer eigenen separaten Plattform frei lizenziert und in bearbeitbaren Formaten allen und damit auch den Wikimedia-Projekten zur Verfügung stellen. So können dann die Autorinnen und Autoren auswählen, ob etwas davon für WP-Artikel geeignet ist.

Wir stehen mit Sendern im Gespräch, denen konkrete Verbesserungsmöglichkeiten sehr helfen würden, die Inhalte auch tatsächlich freizugeben. Das soll über eine Art Wunschliste der Community geschehen, die deutlich macht, welche Wikipedia-Artikel beispielsweise von Videos oder Standbildern profitieren würden. Es geht also um eine Liste von Inhalten, die sich besonders gut für eine Ergänzung von Artikeln und zur Anreicherung des Freien Wissens allgemein eignen würden, je konkreter desto besser. Ein Beispiel für die Liste könnte das Video Wie funktioniert die Sozialwahl? (ab 0:20) für den Wikipedia-Artikel zum Thema Sozialwahl sein.

Auf einer Unterseite von Kurt Jansson findet sich bereits eine Liste, die als Inspirationsquelle dient und gern erweitert werden soll, wie er uns mitgeteilt hat. Daher wollen wir dort erst einmal die gemeinsame Sammlung starten und dann später je nach Bedarf weiterentwickeln. Außerdem hat das WikiProjekt Videos eine Liste mit Wünschen für Videos erstellt und auch die Redaktion Film und Fernsehen ist sicherlich eine gute Ansprechpartnerin. Mit einer letztendlichen Liste von 50 bis 80 Wikipedia-Artikeln wären wir gut aufgestellt, um zunächst am 09.06.2017 beim Plenum des ZDF-Fernsehrats in Mainz konkret Inhalte einzufordern, die wirklich sinnvoll sind.

Beispiele für TV-Formate, die aus unserer Sicht für Wissensprojekte geeignet sein könnten, wären zum Beispiel Sendungen wie #kurzerklärt (ARD), Die Sendung mit der Maus (ARD) bzw. Bibliothek der Sachgeschichten (ARD), Leschs Kosmos (ZDF), ZDF History (ZDF), Terra X (ZDF), Quarks & Co (WDR), Faszination Wissen (BR), MDR Zeitreise (MDR), Planet Wissen (WDR, SWR, BR)...

Rückfragen gerne per Mail an politikatwikimedia.de. AO(WMDE), 15.5.

Gedenken an Ulrich Waack

Ulrich Waack 2009.jpg

Am 11. April 2017 verstarb im Alter von 76 Jahren unser Mitautor Ulrich Waack. Mit seinem Berliner Geburtsbezirk Berlin-Tempelhof blieb er sein ganzes Leben über als Bewohner verbunden. Dennoch saß er nicht Zeit seines Lebens im stillen Kämmerlein. Er bereiste die Welt und sah viele exotische Orte, auch schon zu Zeiten, als das noch nicht so normal war wie heute. Seiner Heimat blieb er dennoch immer verbunden, verband Bodenständigkeit und Fernweh in einer Person.

1983 mit Adriaan von Müller (links)

Ulrich machte zunächst eine „normale“ Berliner Karriere. Der Sohn des Ingenieurs und Fotopioniers Fritz G. Waack wurde durch die Nachkriegszeit geprägt. Sein Abitur legte er am renommierten Askanischen Gymnasium ab. Im Alter von 18 Jahren begann er eine Karriere als Beamter in der Berliner Stadtverwaltung, die er bei seiner Pensionierung 1998 als Oberregierungsrat in der Berliner Senatsjugendverwaltung verließ, wo er am Ende für die Durchführung der Berliner Verwaltungsreform verantwortlich war. Doch der Ruhestand sollte zum Unruhestand, ja zu einer zweiten Karriere werden. Interesse an der Vergangenheit Berlins und seines Umlandes hatte Ulrich schon immer. Doch nun begann er ein Studium der Mittelalterlichen, Neuen/Neuesten sowie Ur- und Frühgeschichte an der Humboldt-Universität. 2004 schloss er sein Studium mit der Erlangung des Magistergrades ab. Seine Abschlussarbeit Bauliche Merkmale der mittelalterlichen Dorfkirchen auf dem Barnim als Quelle der Siedlungsgeschichte. Ein Versuch zur Verifikation der Drei-Streifen-These von Rolf Barthel (1982) war von so hoher Qualität, dass sie wenig später unter dem Titel Kirchenbau und Ökonomie in der Reihe Kirchen im ländlichen Raum im renommierten Berliner Lukas-Verlag erschien. Zu zwei weiteren Bänden der Reihe steuerte er weitere Beiträge bei. Seit 2007 war er auch Mitarbeiter der Wikipedia, wo er sich insbesondere dem Berlin-Brandenburgischen Mittelalter widmete. Da er hohen Maßstab an die Qualität legte, war die Mitarbeit für ihn nicht immer leicht, und mehrfach war er nahe daran an unserem Projekt zu verzweifeln. Doch immer wieder schluckte er seinen Frust zum Wohle des Wissens herunter und machte das was er am besten konnte - er machte unser Projekt besser.

Ulrich war kein Berliner Stammtischler. Doch war er ab und an bei Wikip/media-Veranstaltungen, wenn diese mehr als nur Geselligkeiten beinhalteten. So war er beispielsweise bei der Book-release-Party des 10-Jahre-Wikipedia-Jubiläumsbuches, zu dem er auch einen Beitrag beigetragen hatte, der jedoch nur online und nicht in der Druckfassung veröffentlicht wurde. Darüber hinaus stand er als Zeitzeuge für die Berliner Geschichte Rede und Antwort, war Mitglied der Zeitzeugenbörse. Ein Teil seines Schatzes an in der Welt aufgenommenen Bildern veröffentlichte er in der Fotocommunity, andere, etwa von seinen akademischen Lehrern oder anderen bedeutenden Archäologen und Historikern (etwa Winfried Schich, Laurenz Demps, Eike Gringmuth-Dallmer, Adriaan von Müller) spendete er Wikipedia.

Und wieder ein verlorener Freund, ein überaus fachkundiger Mitautor und engagierter Berliner, den wir schmerzlich vermissen werden.MC 10.05.17

Probleme mit Nazi-Heldenbildern

für den 8. Mai

Hitler posiert als Redner im Atelier seines Fotografen Heinrich Hoffmann. Propagandapostkarte vom August 1927 (Bild mit unserer passenden Bildunterschrift aus unserem Artikel Adolf Hitler; die Modifikationen an der Bildbeschreibung zeigt ein typisches Problem bei historischen Bildern)

Beim Betrachten von NS-Militärbiographien in Wikipedia stolpert man unweigerlich über Propagandabilder, deren Bildbeschreibung, Bildunterschrift, Verwendung, Quellangaben und Urheberrecht politisch, historisch und faktisch zweifelhaft sind. Eine Reihe der Bilder stammt von Hitlers "Leibfotograf" Heinrich Hoffmann. Eine Minimalkennzeichnung als Propagandabild wird oft durch eine "Mehrheit" auf der Diskseite des Artikels behindert: Das ist erstmal nur ein Porträtfoto (Q-ß), Eine Porträtfotografie ist keine Propaganda (Oltau), Muss man echt jetzt schon solche normalen Fotos politisieren? (Label5), Keine Propaganda erkennbar ... (alles aus einer Diskussion um einen NS-Kriegshelden)

Hoffmann, seit Begründung der NSDAP 1920 Mitglied, baute die Firma "Heinrich Hoffmann - Verlag nationalsozialistischer Bilder" mit der Abteilung "Presseillustration" auf, die aufgrund ihrer Sonderstellung im Dritten Reich zu einem Großunternehmen mit 300 Beschäftigten und Millionenumsätzen heranwuchs. Hoffmann hatte mit seiner "fotografischen und verlegerischen Tätigkeit einen entscheidenden Anteil am Auf- und Ausbau der NS-Propaganda." Dazu gehörten auflagenstarke Postkartenserien und Bildbände.[2] Seine Bilder wurden nach der "Machtergreifung" zu Staatspropaganda. Hoffmann - der bei Hitler eine Schutzfristverlängerung für Fotografien erreicht hatte - verstarb 1957, seine Nutzungsrechte erlöschen nach der heutig gültigen Regelung am 1. Januar 2028. Fotografien von ihm können bis dahin nach meiner Auffassung weder das Bundesarchiv (oder die Bayerische Staatsbibliothek die eine umfangreiche Hoffmann Sammlung hat) noch ein anderes Archiv unter einer freien Lizenz herausgeben, wenn sie die entsprechenden Rechte nicht eigens erworben haben. Auch die Angabe „Fotograf unbekannt" hilft da nicht.

Aus meiner eigenen Erfahrung u.a. als ehemaliger Betreuer eines historischen Bildarchivs und als Nutzer des Bildbestands des Bundesarchiv kann ich sagen, dass nicht nur die Urheberrechtslage generell nicht einfach ist. Ein ideales Bild - ein Abzug, das Negativ blieb fast immer auch als Rechtenachweis beim Fotografen – hat auf der Rückseite den Stempel des Fotografen und eine gültige Adresse, wie dieser zu erreichen ist. Verträge zwischen Fotograf und Bildkäufer sind nahezu nie verfügbar. Im Falle des Falles kann man aus Archivsicht einen Archivkunden, der sich ein Bild für eine Publikation wünscht, an den Fotografen weiterreichen. Das Archiv ermöglicht dann nur das Auffinden des Bildes - das ist seine Aufgabe -, bleibt aber rechtlich außen vor, was den Archivkunden nicht voll befriedigt. Allein die Sicherung des Bildes für die Nachwelt ist aus Archivsicht schon ein Gewinn, die Nutzbarkeit eines einzelnen Foto durch "Kunden" dagegen von nachgeordneter Bedeutung. Zum Idealfall gehören auch eine hinreichend gute Bildbeschreibung mit Datierung und Bezeichnung der abgebildeten Personen sowie eine Dokumentation der Provenienz. Nur ist der Idealfall eher selten, wie auch ein Blick in die Bildbeschreibungen aus dem Bundesarchiv zeigt. Je besser die technische Qualität und je bedeutender oder seltener oder wichtiger das Motiv sind, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass so ein Bild ohne die ideale Dokumentation einer Bildsammlung hinzugefügt wird, die ggf. in ein Archiv übernommen wird oder bereits Teil eines Archivs ist.

Was sind Bilder?

Geschichtswissenschaftlich sind Bilder Quellen wie andere Quellen auch: sie haben einen Kontext, einen Autor, sie lassen sich in Typen einteilen, sie sind aus bestimmten Intentionen beauftragt, erstellt, genutzt, eventuell gefälscht bzw. verfälscht und überliefert worden. Bilderinterpretationen und Verwendungsweisen der Bilder unterliegen dem historischen Wandel. In unserem Kontext als ein typischer Fall: Das etwa von Hoffmann erstellte Propagandabild für eine eigens inszenierte Propaganda(dauer-)veranstaltung (Verleihung eines Ordens/Darstellung des Ordensempfängers) landet mit einem Freigabedatum bei einem Bilderdienst des Dritten Reiches, es wird dann in der Presse für die Kriegspropaganda nach Anweisung verwurstet und parallel für Propagandapostkarten oder Propagandaliteratur genutzt. Nach dem 8. Mai 1945 landet das Bild (b. z. w. ein Abzug aus dem NS-Umlauf) etwa auf Grundlage der Beschlagnahme des Bildarchivs des vormaligen NS-Verlages bei der staatlichen DDR Nachrichtenagentur ADN/Zentralbild, um schließlich 1989 ff. im Bundesarchiv (allein dieser Bestand hat 5,5 Millionen Motive) anzukommen.

Wenn aber Bilder Quellen sind, nicht nur im wikipedianischen, sondern auch im geschichtswissenschaftlichen Sinne, so fallen NS-Bilder eindeutig unter diesen Hinweis: Quellen, deren Neutralität berechtigt angezweifelt werden kann (z. B. Aktivisten, Unternehmen, Interessengruppen, Konfliktparteien), sind in Wikipedia nur in den seltensten Fällen als Quelle geeignet. Und ihre Nutzung ist nicht nur die Nutzung von Quellen, sondern ein umfangreiches Vollzitat. Dafür aber gilt: Direkte und indirekte Zitate aus solchen Quellen müssen sorgfältig überprüft und dürfen keinesfalls unreflektiert übernommen werden.(Umgang mit parteiischen Informationsquellen). In der Praxis ist von Reflektion nur selten etwas zu spüren, ganz im Gegenteil.

Bilder aus dem Bundesarchiv haben einen Rand, der Herkunft und Bildsignatur bestätigt. Leider gibt es in WP die Unsitte diesen "hässlichen"/störenden Bildrand zu entfernen, um ein reines Bild zu erhalten. Bei einer schriftlichen Quelle würde das dem Entfernen von Autor und Buch, aus dem es entnommen wurde, entsprechen und wäre ein grober Verstoß gegen die Grundprinzipien im Umgang mit Quellen. Diese Art des Umgangs mit ihnen ist ein wichtiger Fingerzeig auf die Rolle, die Bildern in WP zukommt. Sie dienen einer oberflächlichen Illustration, haben Dekorfunktion und werden nicht als zusätzliche visuelle Quelle verstanden. Das ist dem enzyklopädischen Anspruch entgegengesetzt. Beließe man diesen Rand grundsätzlich am Bild würde er Quellcharakter des Bildes unterstützt und beim Betrachten des Bildes im Artikel wäre sofort - im Gegensatz zum Import einer dubiosen und unsicheren Internetquelle - die sichere Überlieferung bezeugt und damit die Qualität gesichert.

Warum Bilder nutzen?

Was versprechen wir uns, wenn wir einen biographischen Artikel mit einer fotografischen Quelle versehen, wobei offensichtlich Porträts bevorzugt werden? Wikipedia:Artikel illustrieren nennt verschiedene Voraussetzungen, u.a. Die Bebilderung eines Artikels sollte immer dem besseren Verständnis des Textes dienen, nie allein der Zierde. Das ist schon mal eine vernünftige Ansage, die übrigens gegen die Unsitte der "Einblendung" von Autogrammen spricht. Spezifiziert wird sie durch verschiedene weitere Texte, etwa:

  1. Das Bild veranschaulicht mindestens einen für das Thema des Artikels wesentlichen Aspekt.
  2. Das Bild zeigt möglichst viele zentrale identitätsstiftende Merkmale des Sachverhalts auf mustergültige Weise. Dies sind Merkmale, die für den Gegenstand des Artikels wesentlich sind und ihn eindeutig von allen ähnlichen Gegenständen unterscheiden.

Was aber lässt sich mit einem Porträt veranschaulichen? Zunächst einmal: nichts. Ein Gesicht, ein wenig Kleidung, etwas Hintergrund sind nichts, was eigentlich irgendeinen höheren Informationswert hat und zum Verständnis der Biographie beiträgt. Ein Text mit "hatte zwei Augen, einen Mund und eine Nase mitten im Gesicht, trug Uniform und NS-Auszeichnungen" ist nichtssagend und hat auch visuell keinen relevanten Aussagegehalt. Auch als Quelle für Auszeichnungen oder Rang taugt es nicht, da das Tragen von Auszeichnungen noch keine Beweiskraft hat und die Identifikation der Person über die (überlieferte) Bildbeschreibung erfolgt. Ich vermute daher, dass der Sinn der Porträts jenseits des Faktischen liegt, in einem tradierten sozusagen magischen Verständnis von Porträts. Wir meinen, aus dem Bild etwas lesen zu können, was unklar und unausgesprochen bleibt. Die Unterschriften (teils echt, teils gedruckt oder mit einem Namensstempel aufgebracht) der NS-Helden auf einem Teil der Postkarten, der heute auch den monetären Wert bestimmt, liefert einen Hinweis auf die ursprüngliche Bedeutung. Es verwandelte ein billiges Stück Massenpropaganda in eine Art Berührungsreliquie. Und diese Unterschriften verweisen auch darauf, dass es sich nicht um Fotos mit überwiegend informativen Charakter handelt.

Und natürlich macht es einen Unterschied, welches Bild wir von einer Person nutzen. Hier zwei Bilder der gleichen Person: Josef Dietrich SS-Kommandeur, Ritterkreuzträger und Kriegsverbrecher. Das Foto von 1944 zeigt ihn als inszenierten Nazihelden, in gewisser Weise überzeitlich entrückt, heroisch. Anders dagegen das Foto von 1946: ein nicht untypisches Verbrecherbild, das nicht an der Darstellung der Person, sondern an der Abbildung von für die Identifikation notwendigen Merkmalen orientiert und tatsächlich ein amtliches (Wink mit Zaunpfahl!) Werk ist. Ähnlich auch bei anderen NS-Militärs wie Gerd von Rundstedt.

Nun, zu fragen wäre, welches Bild zeigt Josef Dietrich „richtig“? Welches ist repräsentativ für seine Person? Wenn beide Bilder die gleiche technische Qualität haben, welches wäre oben in der Einleitung zu bevorzugen? Bewerten wir nicht eine Person, indem wir statt des Bilds eines Kriegsverbrechers in Haft ein NS-Propagandabild auswählen, die Propagandafunktion ignorieren und das dann als repräsentativ behaupten? Ist für die Einleitung bei solchen Personen das Verbot von Theoriefindung aufgehoben? Oder wäre es nicht der bessere Weg, sofern man eines oder beide Bilder nutzen möchte - es geht ja um eine Erhöhung des Informationsgehaltes und nicht um Verzierung -, das Propagandabild statt wie bisher in der Einleitung im Abschnitt zur NS-Biographie - wo auch die Propagandafunktion der Person darzustellen wäre - zu verschieben, parallel das Verbrecherbild auf dem Zeitniveau 1946 zu nutzen und auf ein („überzeitliches“) Einleitungsbild ganz zu verzichten? Damit wäre nicht nur der Zusammenhang zwischen Text und Bild enger, sondern die Umstände und die Funktion, unter denen jeweils das Bild entstanden ist, könnten in der Bildunterschrift und im Artikeltext ausreichend beschrieben werden. Eine von den WP-Regeln nicht gedeckte Verzierung wie bisher hätte sich in die Nutzung von zwei Quellen verwandelt. Das gilt natürlich, zweites Beispiel in der Galerie, auch für von Rundstedt und sicher zahlreiche weitere Bilder in Biographien von NS-Militärs, wo ebenfalls ein Propagandabild mutmaßlich vorhandenen Verbrecherbildern oder zivilen Bildern vorgezogen wird.

Zurück zu Hoffmann

Von Hoffmann, bzw. von seiner Firma gibt es auch eine Postkartenreihe mit ausgezeichneten Kriegshelden (Ritterkreuzträgern) über eines der Bilder - mittlerweile wegen einer ungeeigneten Quellenangabe ("Archiv des Wehrgeschichtlichen Ausbildungszentrums der Marineschule Mürwik") gelöscht - stieß ich auf die Reihe. Die Bildreihe trägt Bezeichnungen von R 1 bis R 200. Sie erinnern irgendwie an die bekannten Sammelfußballbilder, hatte aber natürlich nicht nur den harmlosen Verkaufszweck. Im Internet hier [3], [4], [5] kann man einen Überblick auf diese Bildreihe bekommen. Wer nicht soweit klicken möchte, auch WP/Commons bietet z.T. ungekennzeichnet einige Bilder aus der Hoffmannschen Propagandabildserie über Ritterkreuzträger.

Beispiele Hoffmannscher Propagandapostkarten (A-Z)

Nur im Artikel zu Marseille weist die Bildunterschrift auf die Herkunft des Bildes aus der NS-Propaganda hin, keine Bildunterschrift verweist auf den Fotografen oder darauf, dass es sich um Propagandapostkarten handelt, obwohl Schriftzüge und Unterschriften dieses deutlich zeigen.

Beispiele aus anderen Propagandabildserien

Hoffmann war nicht konkurrenzlos, etwa auch der Scherl-Verlag, der Röhr Verlag, das Oberkommando des Heeres, die Verlage Steininger, Schlimmer, Dehler, [6] gaben Propagandabildserien heraus. Hinzu kamen weitere günstige Propagandamittel, die z.T. auch Bilder nutzten (Ähnlich dieser Heftreihe gibt es auch eine Heldensoldatenserie).

Schaut man sich die Bilder an, sind sie durchweg uniform: Der Abgebildete sieht meist frontal in die Kamera, der Bildausschnitt ist auf Kopf, Kopfbedeckung/Haare und Brust beschränkt, schon die Schultern sind abgeschnitten. Die Helden tragen Uniform, sie sind in einem neutralen zivilen Umfeld abgebildet. Zentral ist das Ritterkreuz am Hals. In der Realität war Hoffmann in das Verleihungsprozedere integriert, das Fotografien gehörte zum Ritual, die Funktionalisierung für die Propaganda war Teil des Verleihungsgrundes. Von Hoffmann - jenseits der Propagandaserien - fotografiert zu werden war mit Sicherheit auch ein Statussymbol und Element der Auszeichnung im NS, das für viele unerreichbar war. Zur Verwertung wurden die Bilder an die Presse gegeben (manche Bildunterschriften des Bundesarchiv weisen auf zeitgenössische Sperrfristen hin), über die Sammelpostkarten verbreitet, die im Wert noch durch echte, gedruckte oder gestempelte Unterschriften der Abgebildeten einen Charakter ähnlich wie Devotionalien erhielten und von indoktrinierten Jungs gesammelt und getauscht wurden. Die Nutzung von Heldenfotos ging in Einzelfällen über diese Verwendung weit hinaus, in der Ardennenschlacht wurden, als das Lametta ausging, stattdessen signierte Fotos von Generalfeldmarschall und Ritterkreuzträger von Rundstedt verteilt [7], was eindrucksvoll belegt, dass nicht der Informationsgehalt, sondern der immaterielle Wert die Bedeutung solcher Fotos ausmacht.

Vergleicht man diese Bilder etwa mit denen in den von Karl Friedrich Hildebrandt herausgegebenen Sammlungen über deutsche Admirale und Generale, fällt auf wie einförmig diese Ikonographie ist. Bei Hildebrand finden sich etwa auch Ganzkörperaufnahmen in Paradeuniform, die deutlich den Zweck haben, den gesellschaftlichen Rang des Dargestellten zu betonen oder klassische Portraits im Sessel, mit Händen die gestikulieren, selten auch ein privater Schnappschuss. Diesen Bildern haften deutlich weniger Tod und Heldentum an, sie demonstrieren den Stolz eines Standesangehörigen auf seinen Rang, nicht den Heroismus des NS.

Bildverfälschungen

Das Bild des Seekriegshelden und der Anlaufstation der Rattenlinie Nord von Wolfgang Lüth hatte eine ungeeignete Quellangabe. Es handelte sich um ein vermutlich der Schulleitergalerie der Marineschule entnommenes Bild, dass allerdings gegenüber der Hoffmannschen Originalpostkarte um NS-Symbole am unteren Bildrand beschnitten war. Eine in Wikipedia unternommene weitere "Entnazifizierung" (das Entfernen des Hakenkreuzes auf der Mütze) führte zu einer VM gegen den Bildverfälscher. Schon die Originalpostkarte weist Spuren sonderbarer Bildmanipulationen auf, die im einfachsten Fall auf eine umfängliche Korrektur der Belichtung des Gesichtes hindeutet, aber auch die Montage des Gesichtes in ein anderes Bild sein könnten. Eine auf der Stirn beginnende Linie die weiter entlang des rechten Gesichtsrandes führt ist das Relikt einer fotographischen Maske. Das nun gelöschte Bild war vermutlich bei einem Museumsbesuch entstandene Foto einer offensichtlich schlechte Reproduktion die glaubt man den schlechten Angaben des WP-Fotografen weder eine archivtypische Signatur noch eine Fotografenangabe hatte. (Link zur Postkarte in besserer Qualität) Bei so einem Umgang mit einem Bild als historische Quelle erlischt natürlich der Quellcharakter, es wird zur reinen Illustration. Ich fürchte die gesamten von dem fraglichen Benutzer Mehlauge hochgeladenen Fotos bedürfen der kritischen Nacharbeit in Bezug auf Quellangaben, Lizenzierung und Urheberrecht.

Zeitgenössische Bildfälschungen (vermerkt vom Bundesarchiv)

Recht offensichtlich ist es den NS-Propagandafotografen nicht gelungen, alle Ritterkreuzträger in hinreichender fototechnischen Qualität zeitnah zu knipsen. Zeitgenössisch wurde dann nachgearbeitet, wurden etwa Ritterkreuze in alte Bilder hineinkopiert. Hier zwei Beispiele, wo das Bundesarchiv diese Fälschungen vermerkt. Natürlich verzichtet Wikipedia hier darauf, ihre Leserinnen und Leser über diesen Umstand aufzuklären.

Problematische Bilder, verdächtige Bildquellen und Verfälschungen

Nicht alles was auf Commons liegt ist vertrauenswürdig oder echt.

Schluss

Dieser sicher nur exkursorische Einblick in die Verwendung von Nazi-Helden-Propagandafotos, jenseits der auch problematischen PK-Aufnahmen, zeigt, dass der bisherige Umgang mit diesen Bildern in de.WP weit jenseits dessen liegt was ein zeitgemäßer, fachlicher Umgang wäre. Die Quellenangaben sind teilweise mehr fiktiv als real, die Bildbeschreibungen unangemessen, die Propagandafunktion wird unterschlagen, Versuche den Fotografen und den Aufnahmezweck zu identifizieren, werden nicht oder unvollständig unternommen, gern auch von einschlägigen WP-Autoren verhindert. Die Urheberrechtslage verbietet im Grunde die Verwendung zahlreicher solcher Fotos. Selbst der Umgang mit Bildfälschungen ist unter aller Sau. Wenn man radikal sein wollte, müssten, da die Verwendung der Bilder bisher nur in Ausnahmefällen richtig ist, alle diese Bilder aus den Artikeln gelöscht werden und erst nach ausführlicher Recherche und einer von vielen getragenen Vereinbarung über den Umgang mit und die notwendigen Bildbeschreibung für diese Form der parteiischen Quelle könnten sie wieder aufgenommen werden. EF 7.5.2017

10 Jahre Mentorenprogramm

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Das Mentorenprogramm – ein Projekt im Projekt – beging vor wenigen Tagen, am 29. April, sein Zehnjähriges. Grund genug, etwas zurückzuschauen und dabei die Zukunft im Blick zu behalten.

Die Initiatoren und frühen Mitglieder des Mentorenprogramms legten ihm ein Konzept zu Grunde, gaben ihm eigene Regeln und nach einer Anfangsphase wurde auch ein Wahlverfahren für neue Mitglieder integriert. Mehr oder weniger regelmäßig finden Treffen statt, das letzte 2016 in Hamburg. Die Mentoren gehen ihrer ehrenamtlichen Aufgabe für das Projekt weitgehend autark nach. Sie übernehmen Mentorengesuche nach eigenem Zeitgefühl oder auch Wunschmentorengesuche. Wer ausreichend versorgt, oder aktuell mit wenig Zeit gesegnet ist, setzt sich auf Pause und für Urlaube oder andere mehr oder weniger lange Vertretungszeiten sucht man sich aus dem Kreis der Mitstreiter Co-Mentoren aus.

Was konnte das Projekt in dieser Zeit erreichen? Nach der ursprünglich von Ulli P. initiierten Datenbank wurden bislang 8281 Mentees in das Programm aufgenommen. Aktuell gehören 76 Mentoren und 255 Mentees dem Projekt an. Doch längst nicht alle Mentees blieben dem Programm treu, nachdem sie sich einmal bei diesem angemeldet hatten. Einige gingen bereits nach ihrem ersten Edit, dem eigentlichen Mentorengesuch, verschollen. Wieder andere lesen wir immer wieder in unserer Mitte. Es sind, neben der großen Zahl der schon lange wieder inaktiven Neulinge, teils sehr aktive und angesehene Mitarbeiter unseres Projektes aus dem Mentorenprogramm hervorgegangen. Darunter auch die oder der ein oder andere, der später selbst Mentor oder auch Administrator wurde.

248 Mentoren wirkten in den vergangenen 10 Jahren mit. Als Mentor der ersten Stunde, der dem Programm bis heute die Treue hielt, lässt sich Wo st 01 nennen, der laut Datenbank am 29. April 2007 eintrat, also an dem Tag, an dem auch dieses Programm startete. Gefolgt von Logograph, Der Wolf im Wald und Hans Koberger, die alle im Mai 2007 begannen. Aktuell sind noch elf Mentoren dabei, die im ersten Jahr hinzukamen, darunter als aktivste Redlinux und Reinhard Kraasch. Die beiden letztgenannten übernahmen alleine bis heute über 1100 Mentees. Die Datenbank wird, nach Ulli P. und Euku, seit 2013 von Werner von Basil aktualisiert, der auch die Vergabe der Mentorenplaketten, eine kleine Anerkennung innerhalb des Projektes, im Blick hat.

Mit 609 Neuaufnahmen war 2016 das bisher schwächste Jahr des Mentorenprogramms. Seit dem stärksten Jahr, 2009, mit 1340 Mentees sind die Zahlen der Neueinsteiger, die ihren Weg in die Wikipedia über das Mentorenprogramm suchen, rückläufig. Sie bewegten sich im Vorjahr aber auf dem Niveau von 2014 und 2015. Zum Jahrestag listete die Datenbank 76 Mentoren auf, von denen 47 auch mindestens einen Mentee aktuell betreuen.

Das Mentorenprogramm stellt eine Plattform für Wikipedianer dar, die organisiert versuchen, Neulingen in unserem zunehmend komplexer werdenden Projekt den Einstieg zu erleichtern. Es unterliegt naturgemäß denselben Veränderungen wie das Projekt Wikipedia selbst: Die Zahl der Aktiven geht zurück, der neu hinzukommenden wie der vorhandenen. Ebenso unterliegt die Zusammensetzung der Neuankömmlinge wohl einer Wandlung, die auch der gestiegenen Bedeutung der Wikipedia geschuldet sein dürfte: Diejenigen, die das Mentorenprogramm versuchen zu nutzen, um ihren einen Artikel, jenen zu sich selbst, seiner oder ihrer Firma einzubringen, steigt. Unter diesen Neulingen fällt es schwer, Wikipedianer für eine längere Mitarbeit zu begeistern. Aber vielleicht sollte einfach jeder neue projektkonforme Artikel als erfolgreiche Ergänzung der Wikipedia gesehen werden. Und ist es nicht auch positiv zu sehen, wenn einem weiteren Benutzer die Wikipedia etwas näher gebracht wurde, auch wenn er nicht sogleich ein dauerhafter Mitarbeiter wird? Vielleicht kommt er ja später oder mit neuem Namen wieder. Oder berichtet Bekannten davon, wie bei uns eine Mitarbeit abläuft. Und dass es für jeden möglich ist, einzusteigen.

Wir, also die Wikipedianer, die dem Mentorenprogramm angehören, freuen uns auf neue Mitglieder in unserer Mitte. Fluktuation / Wechsel ziehen auch immer Neuerungen oder Veränderungen nach sich. Sie beleben ein Projekt. Die Aufnahme ist gar nicht so schwer. Und es besteht auch kein Zwang zu einer Mindestzahl an jährlich zu betreuenden Mentees. Einer findet sich immer, dem sich weiterhelfen lässt:-) In diesem Sinne, herzlich willkommen WvB, 07.05. mit einem Dank an fürs Mitlesen.

Ehrenkodex für Wikipedianer

Am 12. Mai startet das Meinungsbild zur Abmahnpraxis.

Ethik ist die hier nicht dargestellte Metaebene

Verschiedene, über längere Zeit und teils äußerst heftig geführte Diskussionen innerhalb der deutschsprachigen Wikipedia haben gezeigt, dass vielen Wikipedianern bestimmte Praktiken bei der Durchsetzung von Urheberrechten als dem Projekt nicht angemessen erscheinen.

Der Einschätzung, dass diese Praktiken den Ruf der Freien Inhalte insgesamt beschädigen, hat sich mittlerweile offenbar auch Wikimedia Deutschland angeschlossen. Es wird immer klarer, dass dringender Handlungsbedarf besteht.

In dem am 12. Mai startenden Meinungsbild soll nun abgestuft und differenziert ein Teilaspekt der komplexen Weiternutzungsproblematik behandelt werden. Hier geht es darum, ob und wenn ja welche soziale Norm sich die Gemeinschaft selbst im Umgang mit fehlerhaften Nachnutzungen ihrer Inhalte geben will, ob sie darin Unterstützung von Wikimedia braucht und ob sie Bedarf für eine zentrale Anlaufstelle für betroffene Wikipedia-Nutzer sieht. Die Ergebnisse der Abstimmung bilden die Basis für weitere Schritte innerhalb der Wikipedia und setzen Signale über die Gemeinschaft hinaus – hinein in die angelaufenen Konsultationen auf Meta.

Kern des Meinungsbildes ist der vorgeschlagene Verhaltenskodex, der auch ohne Sanktionen ein offenbar dringend gebrauchtes Signal nach innen und nach außen senden könnte:

Die Wertschätzung für freie Inhalte soll nicht per Überweisung ausgedrückt werden, sondern in erster Linie durch die Einhaltung und die damit einhergehende virale Verbreitung der Lizenzen. WP, 7. Mai

Jetzt mitmachen beim Wartungsbausteinwettbewerb Frühling 2017

Heute beginnt die Frühlingsausgabe des Wartungsbausteinwettbewerb 2017 und damit wieder die Möglichkeit, zwei Wochen lang überarbeitungswürdige Artikel aus allen Ecken des Wikiuniversiums zu verbessern. Jeder Wikipedianer ist dazu eingeladen, sich uns anschließen und gemeinsam in einem Team oder als Einzelkämpfer Bausteine zu eliminieren. Dabei macht gerade die Erfahrung, viel Neues und Interessantes im ANR kennenzulernen, was man sich sonst nie angesehen hätte, den Wettbewerb spannend. Daher macht jetzt mit und tragt dazu bei, dass sich das Ergebnis am Ende umso mehr sehen lassen kann. Auch wer in den nächsten Tagen nur wenig Zeit hat oder auch nur ein oder zwei Bausteine bereit ist abzuarbeiten, soll keine Scheu haben mitzumachen, denn es zählt jede Teilnahme und jeder einzelne abgearbeitete Baustein. Welche Artikel alle bewertet werden, siehe hier. Aufgrund der aktuellen Ereignisse (Referendum in der Türkei und Präsidentschaftswahlen in Frankreich) gibt es diesmal zudem Punkteboni für Artikel mit Türkei- und Frankreichbezug.

Bei Fragen meldet euch einfach auf der Diskussionsseite. Wir freuen uns über jeden Mitstreiter! TM, 07.05.

Im halben Dutzend billiger …

Gebäude, Bauwerk, Objekt und Stätte – die vier Typen im NRHP

Vermutlich schon einige Wochen dürfte es her sein, daß das WikiProjekt National Register of Historic Places seinen Beitrag für die Wikipedia-Vollständigkeit hätte vermelden können, doch irgendwie wurde dieser Meilenstein übersehen: das halbe Dutzend ist fertig – für die Bundesstaaten Alabama, Illinois, Minnesota, Missouri, Texas und Wisconsin bestehen inzwischen für alle Countys, in denen es Einträge in das National Register of Historic Places (NRHP) gibt, entsprechende Listen. 3144 Countys gibt es in den Vereinigten Staaten, und für etwa 1000 davon wurden inzwischen diese Listen erstellt. Diese haben eine unterschiedliche Länge; während es in einigen Countys nur einen einzigen NRHP-Eintrag gibt, ist in dem unter dem Namen Manhattan bekannten New York County eine Aufteilung der mehr als 800 Einträge in fünf Unterlisten notwendig – und diese sind noch nicht einmal angefangen.

Als der Berichterstatter 2009 das WikiProjekt gegründet hat, gab es bereits einige Dutzend Artikel zu in das NRHP aufgenommenen Bauwerken, die allerdings eher zufällig schon angelegt waren – das Solomon R. Guggenheim Museum oder die Freiheitsstatue etwa bedurften keines Denkmalschutzes, um die Relevanzhürde zu überspringen. Zum 30. April 2017 existierten 1398 solche Artikel, und doch ist das nur ein Tropfen auf den heißen Stein, da es über 80.000 individuell in das National Register eingetragene Bauten und andere Objekte gibt, und jedes Jahr kommen etwa 1500 Einträge dazu; nicht in dieser Zählung sind Ensembles und per se in das National Register übernommene Schutzgebiete wie National Historic Landmarks, National Memorials und dergleichen). (Hinweis: Da gerade weder Categorycount noch PetScan sinnvolle Ergebnisse lieferten, sind einige der genannten Statistikwerte mit dem Taschenrechner ermittelt; Abweichungen zu tatsächlichen Werten sind deshalb nicht auszuschließen.) Die Prioritäten im Rahmen des WikiProjektes sind jedenfalls die Anlage aller County-Listen und der anschließenden Aktualisierung, und dann geht es mit den individuellen Artikeln weiter, sofern diese nicht en passant sowieso entstehen, oft durch nicht ins WikiProjekt eingebundene Benutzer.

Mir als Initiator des NRHP-Projektes bleibt hier vor allem, der Handvoll ständigen Helfer im Projekt und der Unzahl von Benutzern zu danken, die oft unwissentlich sich im Scope des Projektes befindliche Artikel anlegen, verbessern und pflegen, ohne von der Existenz des WikiProjektes zu wissen. MaB 30.4.

Lass mich in die Glaskugel blicken: #erster

Ein sogenannter Erlkönig der Pkw-Industrie. Die Folie soll das Erkennen von Karosseriemerkmalen verdecken. Ziel der Hersteller ist, den Wagen unter Alltagsbedingungen weiterzuentwickeln.

Seit langer Zeit kommt es zu vermehrten Artikelanlagen über zukünftige Ereignisse, die eigentlich recht schnell gelöscht werden. Dieser generell nicht enzyklopädische Trend macht seit mindestens 2013 auch beim Thema Automobil keinen Halt.

Vorgeschichte: Jahrzehntelang hat die Motorpresse Artikel mit Mutmaßungen über Erlkönige veröffentlicht. Gesicherte Daten gab es nicht. Diese kamen erst, wenn das neueste Fabrikat des Herstellers auf einer großen Automobilmesse vorgestellt wurde. Mittlerweile gehen selbst Automobilhersteller dazu über, nicht serienreife Fahrzeuge der Presse konkret vorab zu zeigen. Die Informationen sind dabei insgesamt dürftig. Es gibt Gerüchte über Motorisierungen, Ausstattungsoptionen und Preise. Genaue Informationen werden erst auf den bekannten Messen der Automobilbranche bekannt.

Aktuell: In unserem Projekt werden bereits Artikel erstellt, wenn der Wagen noch gar nicht offiziell vom Hersteller vorgestellt worden ist. Auf den Internetportalen der Hersteller werden zwar Silhouetten, Teile der Karosserie oder Leuchtmittel (mittlerweile auch Erlkönige) vorgestellt. Zielsetzung ist ganz klar die notwendige Aufmerksamkeit, ergo pures Marketing. Die Informationen sind dürftig. Benannt werden – wenn vorhanden – Motorisierungen, aber auch nicht ganz vollständig. Man könnte meinen, dass es den Autoren darum geht, als Erster diese Artikel anzulegen. Etwas unreif, wie ich finde. Enzyklopädisch gesehen, schreibt man ausschließlich über gesichertes Wissen und nicht über die Zukunft. Selbst die hier gerne als Quelle herangezogene Motorpresse, manche nennen diese auch gerne Fachpresse (nicht wirklich der Fall), formulieren oft im Konjunktiv. Technische Datenblätter haben die Hersteller hierbei nicht einmal veröffentlicht.

Und was haben wir dann? Einen mangelhaften Wikipedia-Artikel mit einer Einleitung, einer Infobox und einer Tabelle mit Motorisierungen. Und wie sieht es mit der Fahrwerkstechnik oder Sicherheit aus? Gibt's im Artikel nicht, denn die Gesellschaft Euro NCAP gibt Crashtest-Resultate erst nach der vollständigen Vorstellung des Wagens heraus. Also doch wieder selber googeln. Hauptsache jemand war „Erster!“. Wieso nicht einfach warten, bis der Wagen bestellbar ist und alle relevanten Informationen offiziell kommuniziert sind? hm, 29.04.2017

Spontanes Wikipedia-Treffen in Moers mit geringem Kostenaufwand!

Geplant ist eine offene Plattform, um diverse Themen zu diskutieren. Beginnen kann es am Mittwoch, dem 10. Mai, um 19.00 mit einer Kulturveranstaltung zugunsten der in der Türkei und in aller Welt inhaftierten Journalisten und Journalistinnen. Als Ende des Ganzen ist Sonntag, der 14. Mai, gegen 14:00 Uhr vorgesehen. Jeder Teilnehmer/in kann entscheiden, wann und wie lange er/sie dabei sein möchte. Der Programmrahmen sieht feste Zeiten für das Zusammentreffen am Vormittag, Nachmittag und am Abend vor. Die Teilnehmer legen selbst ihre Agenda fest.

Mögliche Themen:

• Atmosphäre, Umgang der Wikipedianer/innen untereinander • Ideenwerkstatt (für wichtige Arbeitsschwerpunkte) • Frauenquote (warum bisher nur ca. 10%?) • Anonymität (Offenlegung von „Sockenpuppen“) • Unhöfliches Löschen (Abschreckung für Neulinge vermeiden) • Relevanzkriterien (z.B. Artikel: Newstral; Unternehmen ab 100 Mitarbeitern) • Überlange Artikeldiskussionen (Moderation erforderlich?) • Teamwork bei der Artikelarbeit • Umstrittene Artikel (Wie kann man die Regeln verbessern?) • Vandalismusmeldungen („Geh Sterben“; „ich geh jetzt und zieh mir einen fetten Porno rein“) • Zusammenarbeit mit Wikimedia (Projekte, Redaktionen etc.)

Niemand soll sich festlegen. Bei Lust und Laune kann man sich aus einzelnen Elementen ausklinken, Moers und den Niederrhein erkunden, einfach relaxen oder sich in Kleingruppen mit alternativen Fragen befassen. Wenn gewünscht, kann es eine kleine Stadtführung geben. Für die Verpflegung ist an ein gemeinsames Kochen mit Kostenbeteiligung gedacht. Vielleicht beschließen wir auch, bestimmte Mahlzeiten in einem Restaurant einzunehmen. Moers verfügt da über allerlei Möglichkeiten. Unterbringung kann für fünf Betten und diverse Isomatten sichergestellt werden. Sollte die Teilnehmerzahl zu groß werden, müssen wir auf ein preiswertes Hotel ausweichen. Leute, die von weiter anreisen, können am Bahnhof abgeholt und auch wieder dahin gebracht werden. (Taxipreis: 12 Euro). Reisegeldzuschüsse kann man bei Wikimedia beantragen. Wir bitten um unverbindliche Anmeldung. LH, A. 25. 04.
PS: Anmelden kann man sich hier unter " Folgende Mitarbeiter/innen kommen nach Moers:" (MN, 26.4.)

Ideenworkshop für Wikimedia-Freiwillige in der Schweiz

Einige der Teilnehmer am Ideenworkshop 2016

Am 20. Mai führt der Schweizer Verein Wikimedia CH von 10 bis 16.30 Uhr einen Ideenworkshop durch. Veranstaltungsort ist wie bei der ersten Austragung im vergangenen Jahr die Fachhochschule Nordwestschweiz in Olten. Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus drei Sprachregionen sollen an diesem Eisenbahnknotenpunkt zusammenkommen, um sich über Community-Projekte auszutauschen.

Besonders eine zahlreiche Beteiligung aus der Deutschschweiz ist hierbei wichtig. Dies nicht zuletzt aufgrund eines unerfreulichen Ereignisses: Zu Beginn des Monats März haben sich konkrete Pläne für einen Community-Space in Zürich aufgrund eines Entscheids der Vereinsführung in Luft aufgelöst. Aus Frust haben zwei bisherige Vorstandsmitglieder seither dem Verein den Rücken gekehrt. Meiner Meinung nach sollten Gespräche über solche Wünsche und Vorstellungen der Community nun dennoch fortgesetzt werden. In der aktuellen Strategie von WMCH, die seit dem Amtsantritt der Geschäftsführerin Jenny Ebermann im Frühling 2016 vorangetrieben wird, bildet Community einen von drei Pfeilern neben GLAM und Bildung. Da sollte die grösste Schweizer Sprachregion mit einer nennenswerten Wikipedia-Community nicht abseits stehen und zu kurz kommen. Mehr noch als beim letztjährigen Ideenworkshop wird es darauf ankommen, dass die Community an der Umsetzung der Strategie über das Jahr 2020 hinaus beteiligt wird. Dazu gehört aber auch eine Beteiligung an solchen Veranstaltungen. Eine Anmeldung ist über die Veranstaltungsseite im Meta-Wiki möglich. Pkh (25.4.)

Diskussion: Abmahnungen bei Nutzung von Commons-Inhalten

In den letzten Jahren haben einige Nutzerinnen und Nutzer freier Inhalte Abmahnungen erhalten, in denen es um die Verletzung von Creative-Commons-Lizenzbedingungen ging. Durchaus häufig stammten die verwendeten Inhalte von Wikimedia Commons oder anderen Wikimedia-Projekten. Im ohnehin aufgeheizten Klima der Copyright-Debatten hat dies zunehmend negative Folgen: In einer Vielzahl von Institutionen, von öffentlichen Stellen wie Ministerien und Rundfunkanstalten über Stiftungen und Einzelprojekte bis hin zu Unternehmen und Vereinen, herrscht wachsende Unsicherheit bei der Verwendung freier Inhalte. In einzelnen Bereichen wurden bereits offene Warnungen vor deren Nutzung ausgesprochen.

Nicht alle derartigen Abmahnungen erfolgen berechtigterweise, das heißt, es liegen nicht in allen Fällen wirklich auch Rechtsverletzungen vor. Das ist zwar ein Problem, wäre aber juristisch zumindest theoretisch klärbar. Weitaus schwieriger ist die Frage zu beantworten, wie mit Fällen umgegangen werden sollte, in denen eindeutige – wenn auch nur versehentliche oder minimale – Verletzungen von CC-Bedingungen vorliegen und Abmahnungen daher formell berechtigterweise ausgesprochen werden können. Wie sollten Rechteinhaberinnen, Communitys und Wikimedia-Institutionen damit umgehen? Wie können die Rechte der Kreativen gewahrt und die Autorität freier Lizenzen hochgehalten werden, ohne zugleich unnötigen Schaden am Vertrauen auf die Nutzbarkeit freigegebener Inhalte zu erzeugen?

Auf einer neuen Diskussionsseite auf Meta in unserem dortigen Portal zu Politik und Recht möchte Wikimedia Deutschland einen Rahmen zur Diskussion möglichst vieler verschiedener Lösungsvorschläge bieten. Die bisher geführten Debatten zeigen, dass es großen Klärungsbedarf gibt. Das Ziel ist daher eine gemeinsame Meinungsbildung von Communitys und Wikimedia-Chaptern. Welche Lösungsansätze sind sinnvoll, welche nicht? Welche Fragen und Anliegen haben Priorität? Größerer Schaden am Image von Open Content gefährdet letztlich den Zugang zu Freiem Wissen. Deshalb hoffen wir, dass möglichst viele mitdiskutieren, kommentieren und neue Ideen einbringen. Die Diskussion onwiki ist zunächst bis zum 15. Mai 2017 vorgesehen, wobei dies keine harte Deadline darstellt. Verfasser: JW(WMDE), i.A. eingestellt von AO(WMDE) 25.4.

PS: Unsicher bei der lizenzkonformen Nachnutzung? Hilfestellung gibt’s beim Lizenzhinweisgenerator.

Benutzer:Rolf H. gestorben

Rolf Heinrich war mehr als 11 Jahre aktiver Wikipedianer in Köln. Angefangen hat er unter dem Namen „Schweinepeterle“, später war er unter seinem Klarnamen aktiv. Rolf war von Beginn an engagiert vor allem in Kölner Themen - sein zweiter Edit war konsequenterweise direkt im Artikel Kölner Karneval, und auch im WikiProjekt Köln konnte man ihn häufig antreffen. Als ich einmal eine Kabbelei zwischen ihm und einem anderen Kölner Benutzer schlichten wollte, drohte ich den beiden, die Stadt klassisch aufzuteilen: Die Schäl Sick für Rolf. So hat es sich dann beinahe auch ergeben: Rolf war für die rechtsrheinischen Stadtteile Kölns zuständig, wo er persönlich auch verwurzelt war. In den letzten Jahren konnte man sich jedoch drauf verlassen, Rolf ganz salomonisch genau in der Mitte zwischen den beiden Rheinseiten zu treffen: Er schrieb und fotografierte fast alle Artikel rund um die Köln-Düsseldorfer Rheinschiffe, darunter einige exzellente und lesenswerte Stücke. Fast unnötig zu sagen, dass er bei all dem auch engagiert als „Hausmeister“ mit Adminknöppen unterwegs war und tausende Fotos zu Commons beitrug. Leider haben wir es in all der Zeit nur einmal geschafft, uns live in einer kleinen Stammtischdelegation zu treffen.

Letzte Woche haben wir erfahren, dass Rolf im Alter von nur 53 Jahren gestorben ist. Unser Beileid gilt seiner Frau und seiner Familie und all seinen Freunden. Ruhe sanft Rolf, da drüben auf der Schäl Sick … ely (24.4.)
PS: Da wir es leider nicht geschafft haben, seine Familie direkt zu erreichen, haben wir mangels Zustimmung auf die Anlage einer Kondolenzliste vorerst verzichtet

Asien-Marathon Mai 2017

Asien-Marathon-Logo-05-17.png

Zweite Runde des Asien-Marathons, dem kleinen deutschsprachigen Bruder des globalen Asian Months. Beim Wettbewerb im Februar mit dem Themenland Südkorea nahmen elf Autoren teil, schufen 96 neue Artikel und erweiterten weitere 19 Artikel. Ein kleiner Quantensprung. Im Mai werden gleich drei südostasiatische Kleinstaaten Thema des Wettbewerbs: Der Stadtstaat Singapur, das Sultanat Brunei und Asiens jüngstes Land, Osttimor. Brunei ist bisher nur mit 123 Artikeln in der deutschen Wikipedia vertreten und bietet sicher die größte Fundgrube. Singapur verfügt über 740 Artikel und ist von der Quellenlage bestimmt am einfachsten zugänglich. Osttimor hat mit derzeitigen Stand bereits 1906 Artikel. Auf ersten Blick schon relativ ausgebaut. Doch gibt es noch zahlreiche Rotlinks bei der Fauna Timors, Flüsse und Berge finden sich auch und Themenartikel (zum Beispiel zu Frauen, Geologie, Literatur,...) könnten reizvolle und spannende Herausforderungen für Wikipedianer sein. Das Wikiprojekt Osttimor hat bereits Unterstützung bei der Themen- und Quellensuche signalisiert. Also, an die Tastatur und die Büchereien und Datenbanken gestürmt! Lasst uns Spaß haben und Wikipedias schönste Seite genießen, wenn wir neue, überraschende Artikel zu vielen Leuten unbekannten Orten schaffen. Hier geht es zum Wettbewerb. JPF (20.4.)

Ausstellung „Terra incognita – Bilder einer Expedition in den Wedding“ in der WMDE-Geschäftsstelle

Erste Impressionen vor Ort

Mit Vordringen der Wikipedia in die letzten Winkel des Erdballs wagte sich eine Expedition wagemutiger Forscher in die raue Umgebung des bis dato noch weitgehend unbekannten Gebiets des Berliner Weddings (der Kurier berichtete). Die spektakulären Expeditionsergebnisse sind nun in Farbe in der Geschäftsstelle von Wikimedia Deutschland (WMDE) am Tempelhofer Ufer in Berlin während der normalen Bürozeiten zu besichtigen. Die offizielle Ausstellungseröffnung soll am 27. April 2017 im Rahmen des offenen Editierens um 19 Uhr erfolgen. Vor Ort werden einige Expeditionsteilnehmer Rede und Antwort stehen.

Einige der Expeditionsteilnehmer mit Gästen der Vernissage

Aufgrund der großen Nachfrage an den gezeigten Exponaten handelt es sich bei der Ausstellung um eine Wanderausstellung, die bereits am 25. Januar 2017 unter großem Interesse der Öffentlichkeit feierlich eröffnet wurde (der Wikimedia-Blog berichtete). In den Räumen des Nachbarschaftsladen der Initiative Buttmannstraße konnten in den darauffolgenden Wochen erstmalig 25 Bilder besichtigt werden, die aus dem Expeditionsfundus von über 200 Bildern ausgewählt wurden. Den etwa 50 Gästen wurde ein buntes Rahmenprogramm mit einheimischen Klängen und exotischen Speisen inklusive der landestypischen „Wurst mit Schrippe“ geboten. Diana Schaal, ihres Zeichens Historikerin, unterhielt mit ersten Forschungsergebnissen zur Terra incognita.

Im Anschluss an die Darbietung der Schaustücke in der WMDE-Geschäftsstelle wird die Ausstellung vom 15. Juni bis 12. August 2017 in der Schiller-Bibliothek, inmitten des zu erforschenden Gebiets, zu sehen sein. Es wird gehofft, dass so auch einige der Einheimischen an den Impressionen teilhaben können. Q. (19.4.)

Anmerkung: der Fotowettbewerb galt für den ganzen Bezirk Wedding sgth

Dead or Alive?

„Nichts ist so gut wie eine gute Theorie.“

Dieses Bonmot wird dem Psychologen Kurt Lewin zugesprochen, der in der Organisationsforschung als einer der Gurus des Change Managements gilt. Nun befasst sich Change Management mit Veränderungen, die gezielt durchgeführt werden sollen. Ein etwas anderes Problem hat die Wikipedia befallen. Etwas verändert sich. Außer ein paar mehr oder weniger guten Ideen, kann niemand so richtig sagen, was es ist:

Weniger und weniger unserer Mitmenschen fühlen sich berufen, zum Autoren der Wikipedia zu werden.

Statt nun wahllos einige Theorien zu entwickeln, bevorzuge ich als Herangehensweise, die Organisation zu analysieren. Verschiedene Modelle der modernen Betriebswirtschaftslehre befassen sich mit der „idealen Organisation“, also mit der perfekten Form, für ein bestimmtes Vorhaben. Das Vorhaben der Wikipedia ist es, mit überwiegend freiwilliger Arbeit das Wissen der Menschheit für jeden zugänglich zu machen. Es ist einsichtig, dass für diese Aufgabe eine große Anzahl von Leuten aus vielen verschiedenen Fachbereichen benötigt werden. Dabei werden nur wenige dem Fachmann der einen Disziplin, sagen wir einmal einem Juristen, den Fachmann einer anderen Disziplin (Mediziner, Mathematiker, …) als Mitarbeiter an der Enzyklopädie vorziehen. Wir wissen, dass wir alle benötigen, obwohl es nur manchmal Überschneidungen gibt.

Eine ähnliche Situation finden wir beispielsweise an Universitäten, mit juristischen und medizinischen Fakultäten, Philosophen, Altphilologen, Geschichtswissenschaftlern, Physikern, Mathematikern, und, und, und … Wie in der Wikipedia kann dort ein Manager der Universität den Fachbereichen nicht wirklich irgend etwas sagen, nicht einmal das Personal oberhalb einer bestimmten Stufe können sie auswählen.

Hier mag man einwenden, dass es in der Wikipedia gar keine Manager gibt.

Manager kann man auf verschiedene Art und Weise identifizieren. Der kanadische Strategie-Guru Henry Mintzberg führt zehn Rollen auf, die Manager einnehmen müssen. Dabei handelt es sich um

  1. Figurehead – Galionsfigur
  2. Leader – Führer
  3. Liaison – Verbindungsmann
  4. Monitor – Überwacher/Aufsicht
  5. Disseminator – Informationsverteiler
  6. Spokesperson – Sprecher
  7. Entrepreneur – Unternehmer
  8. Disturbance Handler – Behandler von Störungen
  9. Resource Allocator – Ressourcen-Zuweiser
  10. Negotiator – Verhandler

Sähen wir ein Tier, das sehr groß ist, Grünfutter und sogar Wasser mit einem Rüssel aufnimmt, in Herden lebt und über mehr oder weniger große Ohren verfügte, mit deren Stellung die Männchen Aggression signalisierten, dann hätte kaum einer von uns ein Problem, dieses Tier als Elefanten zu bezeichnen. Wenn wir also in der Wikipedia Leute finden, die überwiegend mehrere der zehn oben aufgeführten Aktivitäten ausführen, dann könnten wir diese Leute mit Fug und Recht als „Management“ der Wikipedia bezeichnen. Tatsächlich gibt es Leute, die gleich mehrere der oben genannten Aufgaben auf sich vereinigen: Unsere Administratoren. Möglicherweise fehlt es den Administratoren an einigen der prominenteren Merkmale eines Managers, beispielsweise der Weisungsbefugnis, aber das soll uns vorerst nicht weiter stören.

Der Unterschied zwischen einem Autoren und einem Administrator kommt erfahrenen Anwendern kaum erwähnenswert vor. So wie ein Franziskanermönch seinen Tätigkeiten nachgeht, geht sein Abt ähnlichen Tätigkeiten nach. Der Unterschied zwischen den beiden ist bis auf einige Aufgaben eher klein. Beide stehen mitten in der Nacht auf, um lange Zeit im Gebet und beim Dienst an den Armen zu verbringen.

Tatsächlich beschreibt der oben erwähnte Henry Mintzberg in der Konfiguration von Mintzberg eine Form, die Mission, die sich genau durch ein solches Verhalten auszeichnet: Kleine Unterschiede zwischen den Geführten und den Führern, zusammengehalten durch ein gemeinsames Weltbild – den Glauben.

In der Wikipedia handelt es sich eben nicht um den Glauben, sondern um eine Vision: „Das Wissen der Menschheit …“ Der ein oder andere wird nun aufatmen und sagen: „Klasse, die Form ist beschrieben und wir sehen genauso aus.“ Wäre da nicht …

Trotz des durch die Franziskaner gesetzten Beispiels behauptet unser kanadischer Strategie-Guru, dass es kaum alte Organisationen dieser Form gibt. Das liegt daran, dass eine Mission auf sehr stabile Umwelten angewiesen ist. Von stabil kann im Umfeld der Wikipedia aber kaum gesprochen werden. Die Technologie verdoppelt noch immer ihre Fähigkeiten alle 2 bis 4 Jahre, Politik, Leser, das Internet – alles verändert sich in rasantem Tempo und erzeugt ständig neue Probleme, die die Wikipedia bewältigen muss. Die Mittel hierfür sind immer kleinteiligere Meinungsbilder, die die Probleme häufig nicht wirklich bewältigen, sondern höchstens eindämmen. Manche der sogenannten Lösungen führen auch zu noch mehr von den Problemen, die sie eigentlich beseitigen sollten.

Kommen wir also kurz zurück zu der Frage, was denn die ideale Organisation wäre. Organisationen, die eine ähnliche Expertenstruktur haben, also Universitäten oder große Krankenhäuser, werden üblicherweise nach einer völlig anderen Konfiguration von Mintzberg organisiert: der professionellen Bürokratie. In der professionellen Bürokratie gibt es einen sehr starken Technocore für Verwaltungstätigkeiten. Dazu gehört beispielsweise die Organisation der Personalbeschaffung, wenn auch die Auswahl durch die einzelnen Fachbereiche erfolgt. Es entsteht also die Frage, ob die Wikipedia sich von der Missionsform in eine professionelle Bürokratie verändern könnte.

Bürokratien zeichnen sich durch festgelegte Abläufe aus. Nach Forschungen der Aston-Gruppe nimmt die Anzahl von Vorschriften in Organisationen zu, je älter sie werden, je größer sie sind und je stabiler ihre Umwelt ist. Zwei dieser Faktoren treffen auf die Wikipedia zu: Sie wird älter, ist groß und sammelt Vorschriften. Und da haben wir endlich unser Problem.

Professionelle Bürokratien können sich nicht auf Macht verlassen. Kein Machthaber könnte je so viel Wissen haben, dass er den unzähligen Sparten in der Wikipedia Anweisungen geben könnte. Professionelle Bürokratien lösen dieses Problem, indem in den Auswahlkriterien sehr hohe Anforderungen an die Ausbildung gestellt werden. Wissenschaftliche Mitarbeiter einer Universität haben ein Studium absolviert, in welchem sie über mehrere Jahre mit den Sitten und Gebräuchen ihres Fachs vertraut gemacht wurden. Ärzte haben ein Studium durchlaufen und werden durch ein Klinikum gequält. Erst, wenn sie schon viele Jahre im System verbracht haben und die komplexen Regeln dieser Gesellschaft verinnerlicht haben, werden sie eine Chance erhalten, verantwortungsvollere Positionen einzunehmen.

Während Missionen die gemeinsame Glaubensvorstellung als Bindemittel verwenden, verwenden professionelle Bürokratien also eine Sozialisierung durch ähnliche Ausbildung als koordinierendes Element. Und damit kommen wir zu unserem eingangs erwähnten Problem.

Neue Autoren sind mit einer Gesellschaft konfrontiert, die recht hohe Erwartungen an die Autoren hat. Aber ein System zur Sozialisierung bieten wir nicht an. So verlassen wir uns weiterhin darauf, dass ein Autor mit „Trial and Error“ schon irgendwie erlernen wird, wie er sich in der Wikipedia behauptet. Wie er Freude an der Arbeit entwickelt. Wie er Freunde gewinnt und Einfluss erhält.

Die Wirklichkeit spricht eine andere Sprache. Trotz Mentorenprogramm und Gutmenschen in der LD überstehen immer weniger Autoren die Frühphase der Autorenschaft. Wir haben längst den Punkt erreicht, wo die Aquise von Neuautoren den Verlust an Abgängen nicht mehr ausgleicht. Trotzdem verlassen wir uns weiter auf die (nicht mehr so) „bewährten“ Methoden.

Und vielleicht sollten wir anfangen darüber nachzudenken, ob wir eine Mission bleiben wollen. Vielleicht hilft ja die Erkenntnis, dass es heute deutlich mehr Klosterruinen gibt, als lebende Klostergemeinschaften.Y (13. April)

„Kein Wiki Loves Monuments 2017 in Deutschland“

So könnte die Überschrift in den nächsten Tagen lauten. Die deutsche Ausgabe des weltweit größten Fotowettbewerbes hat mit ähnlichen Problemen zu kämpfen wie das Gesamtprojekt: An vielen Stellen fehlen noch Engagierte.

Auch wenn die Jury von Wiki Loves Monuments traditionell gut aufgestellt ist, gehört zum Projekt doch noch viel mehr dazu: Projektseiten und Banner müssen aktualisiert und die Anfragen von Interessierten beantworten werden, Tools für das Hochladen wie Bewerten sind einzurichten und Preise wie Preisverleihung sowie vielleicht ein paar Informationsflyer zu organisieren. Neue Mitmachende wollen langfristig in die Projekte integriert und die guten Partnerschaften, vorhandene wie geplante, angegangen werden. Auch sind noch einige Listen nicht veröffentlicht und im internationalen Kontext Teil des weltweiten Wettbewerbes geworden.

Definitiv zu viel Arbeit, um sie auf wenigen Schultern zu verteilen. Deshalb sind seit letztem Jahr verschiedene Aufgabenbereiche identifiziert worden, in denen man sich je nach eigenen Interessen und Fähigkeiten zielgerichtet auch partiell engagieren kann: Wikipedia:Wiki Loves Monuments 2017/Deutschland/Organisation. Damit die Erfahrungen gut von Jahr zu Jahr weitergetragen werden können und der Wettbewerb noch erfolgreicher werden kann, ist dazu erneut ein Workshop angedacht (Lokal K, 28.–30.4.). Da es bisher nur fünf feste Zusagen (vor allem von an der Jury Interessierten) gibt, droht nun die Absage. Dabei steht mit dem Europäischen Kulturerbejahr 2018 eine große Chance für den Wettbewerb und das Engagement in den Wikimedia-Projekten allgemein vor uns.

Solltet ihr Interesse daran haben, euch bei Wiki Loves Monuments organisatorisch zu engagieren und den Wettbewerb mit Leben zu füllen, tragt euch bitte in die Tabelle ein und kommt, wenn möglich, zum Workshop. Anfallende Kosten werden im üblichen Rahmen von Wikimedia Deutschland erstattet. DCB, MJK, MR(WMDE); 10.04.

Update: Der für Ende April größer geplante WLM-Kick-off zur Koordination der einzelnen Teams, zu Diskussionen über aktuelle und kommende Partnerschaften und eine bessere Nachhaltigkeit des Wettbewerbes insgesamt musste aus Mangel an Interesse leider abgesagt werden. In Planung ist jedoch ein Treffen ungefähr Anfang Juni von denjenigen, die an einer gemeinsamen Arbeit in einem Koordinierungskreis ähnlich dem 2016er interessiert sind. Dazu bitte auf der entsprechenden Seite eintragen.MR(WMDE); 18.04.

Die Namenskonventionen: nur Deko?

Die deutschsprachige Wikipedia enthält viele Tausend Artikel zu Personen aus der ehemaligen Sowjetunion. Ein vergleichsweise kleiner Teil davon hat das falsche Lemma, denn es entspricht nicht den Namenskonventionen Kyrillisch, die die Transkription kyrillischer Lemmata nach des Dudens Regeln vorschreiben. Also habe ich im Januar begonnen, alle diese Lemmata aus den entsprechenden Biografiekategorien herauszufiltern und fein säuberlich hier aufzuschreiben. Ich habe mir dann gesagt, dass ich ab dem 1. April jeden Tag einen Anfangsbuchstaben verschiebe, linkkorrigiere und abhake. Das hat bis zum 2. April auch gut geklappt, bevor ich dann nachmittags auf eine Vandalismusmeldung aufmerksam gemacht wurde. Am Ende waren es dann sogar fünf, nämlich die Nummern 18, 21, 22, 26 und 27 im Archiv. Hier wurde der Artikel zum bulgarischen Dirigenten Rossen Milanov auf Rossen Milanow verschoben, wie die Namenskonventionen es vorschreiben. Daraufhin entwickelte sich ein Edit- und Verschiebewar, der damit begründet wurde, dass diese Schreibweise weniger Ergebnisse bei Google liefert. In derselben wurde dann noch die Verschiebung des Aserbaidschaners Fuad Abdurachmanow auf Fuad Əbdürəhmanov kritisiert und schließlich rückgängig gemacht, obwohl die Namenskonventionen Aserbaidschanisch diese Schreibweise alternativlos vorschreiben. Das ganze wurde dann administrativ unterstützt und schließlich mit Sperren wegen Editwars beendet.

Um mal ein paar Dinge zu widerlegen: Einige Argumente waren ja, dass die Namenskonventionen reinste Theoriefindung sind, doch sie stammen vom Duden und sind damit so offiziell wie die Rechtschreibreform, … dass weniger Ergebnisse für diese Lemmata bei Google zu finden sind, als für die englische Transkription, aber das ist im englischsprachigen Internet in dieser englischsprachigen Welt auch wirklich kein Wunder, dennoch ist die deutschsprachige Wikipedia deutsch, … dass Zeichen wie ə für Deutsche nicht zu schreiben sind, aber das gilt doch für Zeichen wie ã, ă, ą, å, ć, ç, č, ğ, ħ, ı, ķ, ł, ñ, õ, ő, ř, ș, ț, ÿ, æ, ø, œ, ð und þ auch. Ich sehe hier keinerlei Diskussionsgrundlage. Im Übrigen benutzt wirklich jede Wikipedia ihre spracheigenen Transkriptionsregeln, man schaue sich mal ein paar Interwikilinks an, zum Beispiel bei Julija Tymoschenko. Transkription dient übrigens vor allem dazu, dass jeder weiß, wie ein Name ausgesprochen wird. Also nicht Mikitárijan, sondern Mchitarjan.

Aber die Diskussion wird ja gar nicht gesucht, denn die Namenskonventionen werden einfach missachtet und das wird administrativ gebilligt, da sich häufig auf die Regel Wenn für eine Person unterschiedliche Namen bzw. verschiedene Namensvarianten kursieren, sollte im Artikeltitel in der Regel ein amtlich registrierter Name verwendet werden. Ein alternativer Name kann verwendet werden, wenn die Person überwiegend unter diesem Namen bekannt ist oder dieser Name überwiegend in Gebrauch ist oder ein amtlicher Name nicht verfügbar ist. bezogen wird, die genau das Gegenteil der Namenskonventionen Kyrillisch aussagt. Schließlich ist der amtliche Name deutsch transkribiert, der überwiegend bekannte aber englisch.

Was soll man da noch tun? Sollen wir jetzt die deutsche Transkription abschaffen und uns nur noch von Google vorschreiben lassen, wie wir unsere Lemmata zu schreiben haben? Oder sollen einfach die letzten paar Hundert Lemmata korrigiert werden und wir haben das Problem aus der Welt? Weiterleitungen gibt es ja eh immer. Ich habe hierzu eine Umfrage gestartet. Frohes Abstimmen und Diskutieren! (Kenny, 6.4.)

Mein erster Löschantrag auf einen selbstverfassten Artikel

Am 17. Dezember 2016 stellte ich einen Löschantrag auf den Artikel Wilhelm Kotz von Dobrz, den ich im Sommer 2013 bei Wikipedia veröffentlicht hatte. Dieser Mini-Artikel behandelte einen österreichischen Juristen, der als Student zwei wissenschaftliche Artikel verfasst hatte und dann im Ersten Weltkrieg gefallen war. Ein Thema von grenzwertiger Relevanz, das dann auch prompt am 15. Juli 2013 einen Löschantrag erhielt; nach einigem Hin und Her wurde der Artikel jedoch soweit aufgeblasen verbessert, dass er die Hürde übersprang und behalten wurde. Seitdem stand der österreichische Jurist Wilhelm Kotz von Dobrz öffentlich sichtbar in der Wikipedia und gelangte durch die GND-Fehlermeldungen auch in eine nationale Normdatei.

Wilhelm Kotz von Dobrz hatte mich vor allem als Autor in Pauly-Wissowas Realenzyklopädie (RE) interessiert. Bei Wikisource läuft seit 2008 ein Projekt mit dem Ziel, alle Artikelverfasserinnen und -verfasser dieses Standardwerks zu erfassen, zu identifizieren und mit biografischen Artikeln zu versehen (Wikisource:Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft/Autoren) – die gemeinfreien zusätzlich mit Wikisource-Autorenseiten. Wilhelm Kotz von Dobrz war ein weiteres Blatt an diesem Baum.

So dachte ich jedenfalls; aber man lernt nie aus. Einige Jahre später, im Dezember 2016, wollte ich meine verfeinerten Recherche-Fertigkeiten anwenden und dem Internet zusätzliche Informationen zu Wilhelm entlocken. Dabei stieß ich auf seinen älteren Bruder Wolfgang, ebenfalls Jurist und im Gegensatz zu Wilhelm sogar mit Doktortitel. „Nachtigall, ick hör dir trapsen“, dachte ich mir. Also googelte ich verschiedene Kombinationen aus „Kotz“ und seinen Artikeln „Institutiones“ und „Callistratus“ – stieß auf ein Buch von Moriz Wlassak, Professor für Römisches Recht an der Universität Wien, der den Artikel Institutiones 1919 mit dem Autorennamen „Wolfgang von Kotz“ zitierte. Wolfgang, nicht Wilhelm.

Für mich war der Fall klar: Ich hatte mich 2013 geirrt, als ich Wilhelm zum RE-Autor erklärt hatte. Ich hatte einen Fehler aus dem RE-Autorenverzeichnis (im Generalregister, 1980) übernommen, das der Gymnasiallehrer Gerhard Winkler einmal in den Sommerferien erstellt hatte. Ein sehr nützliches Hilfsmittel, das aber im Einzelnen immer wieder zu überprüfen ist. Ich zog die Konsequenzen, legte einen Artikel über Wolfgang Kotz von Dobrz an und stellte einen Löschantrag auf den über seinen Bruder Wilhelm.

Aber so einfach war es dann doch nicht. Auf der Löschantragsseite und auf der Diskussionsseite des Artikels meldeten sich nun Stimmen, die Zweifel an der Richtigkeit meiner Darlegungen hatten. Woher wollte ich wissen, ob Wlassak sich nicht geirrt hatte? Was, wenn Winkler doch Recht hatte? Ob ich nur Wahrscheinlichkeitsargumente oder auch schlagende Beweise vorbringen könnte? Es dauerte dann noch über einen Monat, bis sich Admin:Leithian ein Herz fasste und den Artikel über Wilhelm löschte.

Man könnte an dieser Geschichte verschiedene Gesichtspunkte diskutieren. Mir ist besonders aufgefallen, wie anfällig Wikipedia für false positives ist – wie gerade in Randbereichen Falschinformationen ungeprüft stehenbleiben können – und wie schwer es dann sein kann, diese Falschinformationen zu beheben. Arrivierte Autorinnen und Autoren können schreiben, was sie wollen – je weniger Interesse für das Thema aufkommt, je weniger Augen einen Artikel kontrollieren, um so höher ist die Gefahr, dass Irrtümer verbreitet werden. Ich werde in Zukunft keine rasch zusammengegoogelten Artikel mehr veröffentlichen – mein Vorsatz fürs neue Jahr. (JG, 5.4.)

Persönliches zur Wikimedia Conference

Auf Einladung der Wikimedia Foundation habe ich vergangenes Wochenende an der Wikimedia Conference im Teil „Strategie“ teilgenommen. Davon möchte ich im Folgenden gerne berichten, aus meiner ganz persönlichen Sicht :-)

Als ich eingeladen wurde, war ich erst unsicher, ob ich zusagen soll. Strategie und Raymond, das passte bisher eigentlich nicht so ganz zusammen. Ich bin eigentlich mehr ein „Macher“, der sich für Inhalte und GLAM-Partnerschaften interessiert. Um es kurz zu machen: Ich bin sehr froh, dass ich doch teilgenommen habe.

Auch wenn ich Strategie oft als Abgehobenes wahrgenommen habe, das zu wolkigen Ergebnissen führt, so ist es doch sinnvoll, sich von Zeit zu Zeit zusammenzusetzen und über die Zukunft nachzudenken: Wo steht man, wo will man hin, zumal man ja nicht in einer Blase agiert, sondern in einer Welt, die – so zumindest mein Eindruck – in letzter Zeit nicht friedlicher/freundlicher wird.

Apropos Zusammensetzen: Mir persönlich fällt es sehr viel leichter, mich mit Menschen im persönlichen Gespräch auf Englisch zu unterhalten, als auf Meta in schriftlichem Englisch zu diskutieren.

Im Gegensatz zu den Wikimanias, an denen ich teilgenommen hatte, auf denen es immer viele Präsentationen aber nur wenige Arbeitsphasen gab, war es jetzt umgekehrt. Die drei Konferenztage waren sehr gut vorbereitet. Der Diskussionsprozess „zwang“ dazu, sich in jedem neuem Arbeitsschritt mit anderen Wikimedianern aus der ganzen Welt zusammen- und auseinanderzusetzen. So war sichergestellt, dass wirklich viele Sichtweisen in die Diskussion einfließen konnten und ich auch immer wieder meinen eigenen Standpunkt überdenken konnte.

Was mich mit am meisten freute, war zu Beginn der von den Teilnehmern eingebrachte Fokus auf die Inhalte der Wikimedia-Projekte. Auch wenn mir das manche nicht glauben werden, so sind auch die Board-/Vereinsehrenamtlichen und deren bezahlte Mitarbeiter sehr gut über die Projekte informiert und arbeiten – in welcher Position auch immer – mit Herz und Seele für das Freie Wissen.

Im Laufe der 3 Tage wurde es zugegebenermaßen abstrakter, bis am Schluss das vorläufige Ergebnis feststand. Auch hier gebe ich gerne zu, dass es für Nichtteilnehmer vielleicht etwas wolkig bis selbstverständlich klingt. Link zur Ergebnisseite folgt

Was hat mir die Teilnahme gebracht? Eine Unmenge Gespräche in Kleingruppen, viele neue Kontakte mit Menschen aus der ganzen Welt, die dieselben Ideale teilen wie ich: das freie Wissen. Und als wichtigster Punkt: Motivation, mich auch weiterhin für die Wikimedia-Projekte zu engagieren. (ray, 3.4.)

Bitteres aus Bitterfeld

WikiCon 2017

Eine WikiCon in Bitterfeld-Wolfen? Zugegeben, eine nette Vorstellung, aber daraus wird – zumindest im Jahr 2017 – nichts. Allen, die es geglaubt haben: Herzlichen Glückwunsch, Ihr seid unserem Aprilscherz auf den Leim gegangen. zwinker  Hier nun ganz offiziell und ganz ehrlich die Bekanntmachung:

Nach der WikiCon-Locationbesichtigungstour galt es für das Organisationsteam zusammen mit den Verantwortlichen von Wikimedia Deutschland die Vor- und Nachteile der einzelnen Veranstaltungsorte abzuwägen und eine Entscheidung zu treffen. Das Bauhaus Dessau mit dem zu kleinen Saal, der Salle de Pologne mit seinem äußerst begrenzten Platzangebot und das kitschige DORMERO Hotel Rotes Ross schafften es nicht in die engere Wahl. Und auch dem Kulturhaus Wolfen gelang dies (leider) nicht. Obwohl die Location uns viele Möglichkeiten geboten hätte, die Hotelsituation in der näheren Umgebung zwang uns zu diesem Schritt. Leider gibt es aktuell weder im Stadtteil Wolfen, noch im Stadtteil Bitterfeld ausreichend Hotel- und/oder Pensionszimmer um die Unterbringung der Teilnehmenden zu bewerkstelligen. Wäre das BIG-Hotel nicht „bis auf Weiteres geschlossen“, sähe die Situation anders aus, so aber musste die Entscheidung zwischen dem Kubus in Leipzig und der Georg-Friedrich-Händel-Halle in Halle (Saale) fallen.

Beide Veranstaltungsorte haben ihre – bereits im Kurierartikel zur Besichtigungstour zu Teilen beschriebenen – Vor- und Nachteile. Während die Platzverhältnisse im Kubus etwas begrenzter sind, ist der Mietpreis für die Georg-Friedrich-Händel-Halle mehr als dreimal so teuer. Dafür hätten wir mit der Händel-Halle eine Location in direkter Nachbarschaft zum MDR-Hörfunkzentrum, wohingegen uns der Kubus die Möglichkeit bietet Synergieeffekte mit den Wissenschaftlern des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung wirken zu lassen.

Kubus – Veranstaltungsort der WikiCon 2017

Genug der Vorrede: Das Organisationsteam der WikiCon 2017 freut sich nun endlich den Veranstaltungsort sowie Termin für die Convention bekanntgeben zu können. Die WikiCon 2017 wird vom 8.–10. September 2017 im Kubus in Leipzig stattfinden. Alle an der Teilnahme interessierten sind hiermit herzlich eingeladen, sich hier einzutragen. Weiterhin werden auch noch helfende Hände für die Veranstaltung gesucht, Freiwillige werden gebeten, sich auf der Projektseite einzutragen.

Natürlich will die Community-Veranstaltung auch mit Inhalten gefüllt werden: Der Call for Papers wird voraussichtlich Anfang Mai starten; ein gesonderter Hinweis im Kurier folgt. (DCB für das WikiCon-Orga-Team, 2.4.)

Projekt Offline-Adminwahl

Fertig zur Stimmabgabe: Wahlcomputer im Lokal K

Das herkömmliche Verfahren zur Wahl von Administratoren in der deutschsprachigen Wikipedia gilt seit langem als Sorgenkind: Anonyme Stimmabgaben mit Kommentarfunktion und unbegrenztem Platz auf der Diskussionsseite führen zu ausufernden Debatten, gespickt mit persönlichen Angriffen gegen die Kandidaten und andere Wähler. Nicht wenigen fähigen Benutzern fehlt die Bereitschaft, sich dieser Tortur auszusetzen. Sowohl Erstkandidaturen als auch Wiederwahlen finden seltener statt, das System stagniert. Grund genug für das Kernteam des Lokal K, dem Kölner Communitystützpunkt der Wikipedia, ein alternatives Wahlmodell zu entwickeln, das ab sofort im Einsatz ist: Die Offline-Adminwahl.

Finanziert durch das FFW-Förderprogramm ließ das Projektteam ein Wahlgerät beschaffen und umbauen. Das Bundesverfassungsgericht hatte 2009 den Einsatz deratiger Geräte für die Bundestagswahl untersagt, da die Öffentlicheit die proprietär angelegte Datenverarbeitung des Geräts gemäß Art. 20 Abs. 1 und Abs. 2 des Grundgesetzes nicht nachvollziehen konnte. Durch Verwendung einer Open-Source-Firmware, die eigens für das Projekt programmiert wurde, konnten die Kölner diese Klippe umschiffen.

Die Bedienung für die Wähler ist denkbar einfach: Nach Prüfung der Stimmberechtigung an einem Laptop gibt der Wahlleiter das Wahlgerät für die Stimmabgabe frei. Über ein berührungsempfindliches Wahlfeld trifft der Wähler in der sichtgeschützten Kabine seine Entscheidung zwischen „Pro“, „Contra“ und „Enthaltung“. Optional kann auf einem weiteren Feld „persönlicher Angriff“ gewählt werden, was die aufwändige Formulierung einer persönlichen Kritik am Kandidaten auf das Wesentliche reduziert. Wer aus alter Gewohnheit einen sanktionierbaren Verstoß gegen die Richtlinie „keine persönlichen Angriffe“ hinterlassen möchte, drückt dieses Feld zweimal und wird vom Wahlleiter anschließend gesperrt. Das Gerät bestätigt die Auswahl mit einem Piepton, die sich mit dem Knopf „Stimme abgeben“ abschließend quittieren lässt. Doppelte Stimmabgaben und andere Manipulationen sind damit ausgeschlossen. Das Ergebnis wird nach der Wahl mittels eines kleinen Druckers ausgegeben und vom Wahlleiter abfotografiert, so dass es danach online zur Verfügung steht – transparenter geht es gar nicht. Einwände, nur wenige Nutzer könnten aus Gründen der Erreichbarkeit an solch einer Wahl teilnehmen, kontert das Projektteam mit der wachsenden Zahl von Community-Stützpunkten – so könnten Wahlen künftig zeitgleich in Köln, Hamburg, München (nur ausgewählte Wähler) und Berlin stattfinden, so dass zumindest in der Bundesrepublik jeder ein Wahlgerät in der Nähe vorfindet.

Zum ersten Einsatz haben die Kölner eine langjährige Benutzerin, deren Adminwahlen zuletzt besonders kontrovers abliefen, gefragt, ob sie es mit dem neuen Verfahren nochmals versuchen möchte. Das Wahlgerät ist entsprechend vorbereitet (Foto), so dass die Wahl pünktlich zum heutigen 1.4. starten kann. Das Wahllokal K ist jeweils am Donnerstag ab 16:00 Uhr (Open Edit) geöffnet. SB, 1.4.

Einführung von Social Bots in der Wikipedia zum 1. Juli

Dieses Bild benötigt keine Unterschrift.
So sieht ein Social Bot sicher nicht aus!

In der Sitzung am gestrigen Freitag, den 31. März, hat das Kuratorium der Wikimedia Foundation in San Francisco die Einführung von Social Bots zum 1. Juli 2017 beschlossen. Die erforderliche Zweidrittelmehrheit unter den zehn Kuratoriumsmitgliedern wurde durch acht Zustimmungen, eine Enthaltung und eine Ablehnung des Vorschlags erreicht. Die Idee zu dieser Maßnahme kam direkt aus der englischsprachigen Wikipedia, wo Benutzer ihre Erfahrungen in sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter teilten.

Der Vorsitzende des Kuratoriums, Christophe Henner, meinte hierzu: „Wir sind erfreut, dass der Vorschlag hier angenommen wurde, nachdem zuvor die Forderungen aus der Community immer größer geworden waren.“

Für die Entwicklung des dahinterstehenden Programms konnte die Foundation übrigens den ehemaligen stellvertrenden Technikchef von Facebook, John April Gagman gewinnen.

Bereits im November waren erste Stimmen aufgekommen, die den Einsatz der Social Bots, also computergesteuerter Diskussionsteilnehmer, befürworteten. Dadurch erhoffe man sich geordnetere Diskussionsverläufe und schnellere Antworten auf Fragen. In anderssprachigen Wikipedias steht man dem ganzen noch eher kritisch gegenüber. Während laut Mitgliedern des Beobachtungsteams kleiner Wikis der Einsatz der Social Bots positiv gesehen wird, da so auch in Wikis mit wenig aktiven Benutzern Diskussionen schneller vonstatten gehen, so wird das ganze hierzuwiki doch noch eher mit fadem Beigeschmack gesehen. Eine erste Befragung meinerseits hat ergeben, dass vermutet wird, dass so gezielt Werbung in die Wikipedia gelangen kann und die Bots nicht den Zweck ihrer Einführung erfüllen werden. Andere sehen darin den ersten Schritt zu einer globalen „Verbottung“, wie sie bereits vor allem in der schwedisch- und der cebuanosprachigen Wikipedia geschehen ist, wo ein Großteil der Artikel automatisch geschrieben wird. Immerhin scheint man sich einig zu sein, dass wenigstens das Diskussionsklima nicht noch weiter sinken kann.

Henner ergänzte später noch, dass durch die Social Bots vermutlich auch Administratoren überflüssig würden, da diese als Menschen Fehler machen. So sollen Sperren und ähnliches nach dem ersten Modellversuch ab Juli dann ab dem 1. April 2018 automatisch durch die Bots erfolgen, die dafür auf eine Datenbank zurückgreifen können, die beispielsweise mit Schlagwörtern für die Schwereermittlung bei persönlichen Angriffen und einer automatischen Sperrlogbuchanalyse für Wiederholungstäter ausgestattet sein wird.

Seine Erklärung beendete Henner übrigens wörtlich mit: „And you know... of course neither Mr. Trump nor Mr. Putin had influenced this election in any kind. These are fake-news!“ Kenny, 1.4.

Wir haben (wieder) ein Schiedsgericht

Die 21. Wahl zum Schiedsgericht der deutschsprachigen Wikipedia war sicherlich eine besondere, gab es doch nach mehreren Rücktritten im vergangenen November (der Kurier berichtete) nur noch vier Schiedsrichter, und das Gremium zur Lösung von Konflikten zwischen Benutzern war nicht mehr arbeitsfähig.

Würden genug KandidatInnen antreten? Sind diese auch wählbar? Das fragte sich manch WikipedianerIn im Vorfeld.
Letztlich gab es 22 BenutzerInnen, die sich zur Wahl stellten, von denen zwei die Kandidatur abbrachen. 513 stimmberechtigte BenutzerInnen verteilten insgesamt 4714 Stimmen (davon 4242 Pro oder Kontra) mit dem Ergebnis, dass fünf Personen für ein Jahr und vier Personen für sechs Monate ins Schiedsgericht gewählt wurden. Der Kurier gratuliert Codc, DerMaxdorfer, Freddy2001, Grueslayer und Mautpreller (einjährige Schiedrichter) sowie den Schiedsrichtern auf sechs Monate -jkb-, Helfmann, Ghilt und Ziko, die zusammen mit Ali1610 und Man77 ab dem 1. Juni das nun elfköpfige Gremium bilden. Weitere Details zu den Ergebnissen auf der Wahlseite. Der Kurier wünscht Euch eine gute Zusammenarbeit zum Wohle der Wikipedia! mh, 23.5.

Magic Links? Bequem, aber weg damit!

Wir sind sie alle seit Jahren gewohnt, etwa ISBN 978-3-280-01473-8, doch nun steht das Aus für diese enorme Erleichterung bevor? Warum? Die Entwickler halten die Funktion für zu aufwendig zu warten und wollen sie aus dem Code entfernt haben. Ein Request for Comment auf Meta blieb in der hiesigen Community quasi unbemerkt, und die vorlagenverliebte englische Community ist sogar begeistert davon, künftig {{ISBN|978-3-280-01473-8}} zu setzen, und so läuft in der EN:WP bereits seit Tagen ein Bot heiß.

Ich halte dieses Vorhaben für eine gänzlich bescheuerte Idee: Editwars darüber, ob eine ISBN an einem bestimmten Ort zu verlinken sei, sind schon jetzt vorporgrammiert, nervig ist auch, wenn Benutzer diese Vorlage vergessen zu oder absichtlich nicht setzen, und wahrscheinlich werden wir regelmäßige Botläufe brauchen, die vergessene oder entfernte Vorlageneinbindungen (wieder-) herstellen. Für mich eine Bestätigung dafür, daß man eigentlich die Entwickler von Entscheidungen fernhalten muß, die Arbeitsweisen der Community betreffen, aber von was träume ich nachts.

Dasselbe Schicksal ist übrigens auch den Magic Links PMID und RfC vorbestimmt: sie werden verschwinden, und es braucht Vorlage:ISBN, Vorlage:PMID und Vorlage:RfC. MaB, 23.5.

QS im Portal:Radsport: Zu zweit allein

Ich habe gerade mal nachgeschaut: Vor rund vier Jahren haben wir im Portal:Radsport begonnen, systematisch biographische Artikel von Radsportlern zu überarbeiten und zu aktualisieren. Optimistischerweise dachten wir, wir könnten das in einigen Monaten erledigen – das war eine Illusion. Obwohl wir stetig daran arbeiten, haben wir bisher nur etwas mehr als die Hälfte dessen geschafft, was wir uns vorgenommen hatten. Natürlich sind inzwischen auch viele Radsportler „nachgewachsen“. Ich möchte da insbesondere RikVII danken, der einer dieser stillen Wikipedianer ist, der fleißig seine „Arbeit“ macht, ohne (wie ich :-) ), auf Meta aufzufallen. Trotz diverser Versuche, weitere Mitarbeiter anzuwerben, sind wir bei dieser systematischen Nacharbeit momentan mehr oder weniger zu zweit allein. Aber wir geben nicht auf! Helfer und Unterstützer sind natürlich weiterhin willkommen! Ni., 21.5.

Wahl der Community-Vertreter im Kuratorium der Wikimedia Foundation

Das Ergebnis der Wahl, an der sich 5.120 Wikipedianer aus 170 Wikis beteiligten, liegt vor: Gewählt wurden María Sefidari (User:Raystorm), Dariusz Jemielniak (User:pundit) und James Heilman (User:Doc James). Letzterer war bereits einmal kurzzeitig Kuratoriumsmitglied, wurde aber am 28. Dezember 2015 - gegen das Votum von Jemielniak - seines Amtes enthoben (der Kurier berichtete). Sefidari war daraufhin für ihn in das Gremium nachgerückt. Eine durchaus spannende Konstellation für die im August beginnende neue Amtszeit. S64, 21.5.

Erster Weltkrieg Transcribathon

Einladung der Staatsbibliothek Berlin zum Europeana Transcribathon 1914-1918. Wettbewerb für Wikipedianer, Wikidata und Wikisource Community, Freiwillige des Freien Wissens und darüber hinaus. Termin 22. und 23. Juni in Berlin. Weitere Information hier. BF (WMDE), 19.5.

The Celtic Knot: Wikipedia Language Conference

Celtic Knot Wiki Conference - logo.png

Die Universität Edinburgh und Wikimedia UK veranstalten am 6. Juli die Konferenz The Celtic Knot: Wikipedia Language Conference, in der es um „Celtic & Indigenous Languages“ in der Wikipedia und darüber hinaus geht. Das Programm ist mittlerweile online und auch die Anmeldung ist gestartet worden. H., 17.5.

Tippspiel WWE Backlash

Weiter geht’s mit dem nächsten Tippspiel zu einer WWE-Großveranstaltung! Dieses lässt sich hier finden. Vielleicht ein kleiner zusätzlicher Anreiz, mitzumachen: Es gibt jetzt eine Jahresrangliste, in die alle Ergebnisse von Tippspielen aus den letzten zwölf Monaten miteinfließen. Da könnte Motivation da sein, in dieser an die Spitze zu kommen :-) . Über eine rege Beteiligung würde ich mich freuen und natürlich lade ich auch zur Diskussion ein! Mupa, 16.5.

Tool secWatch: Benachrichtigung bei neuen Diskussionsbeiträgen

Ich möchte auf das fantastische Tool secWatch aufmerksam machen. Dieses informiert einen wie eine Beobachtungsliste über neue Diskussionsbeiträge in Diskussionsabschnitten, in denen man sich beteiligt hat. Das erleichtert es beispielsweise sehr, auch ältere Diskussionen nicht aus den Augen zu verlieren, auch wenn man nicht per Ping benachrichtigt wird: sec.Watch beobachtet vollautomatisch alle Diskussionsabschnitte, in denen bereits ein eigener Beitrag mit Signatur verfasst wurde. Sobald ein anderer Benutzer diese Abschnitte verändert oder ergänzt, wird man auf einer personalisierten Beobachtungsliste live darüber informiert. Änderungen auf der Seite, z.B. in anderen Diskussionsabschnitten, werden nicht berücksichtigt. Aktuell noch im Beta-Stadium kann man sich gerne am Test beteiligen! Zulu55, 16.5.

Text in mobiler Wikipedia aus Wikidata

Hab gerade gelernt, dass der Text unter dem Lemma bei der mobilen Wikipedia (WP) aus Wikidata (WD) kommt. Das war mir neu und ich glaube, evtl. einigen Kolleginnen und Kollegen auch. So stand beim Hamburger Hafen in der Mobilversion unter dem Lemma der Text „Hafen in Hamburg“ (achwas?), der vermutlich mal „irgendwie“ eingegeben wurde, aber sicher nicht im Bewusstsein einer so prominenten Anzeige im Artikel. Der Text wurde jetzt übrigens in Wikidata geändert in „offener Tidehafen an der Unterelbe in Hamburg“, immerhin besser als vorher. Wenn der Textmix aus WD und WP so bleiben soll, müsste das vermutlich deutlich kommuniziert werden, damit die WP-Autoren „ihre“ Artikel auch mal in der Mobilversion ansehen und ggf. den Text in WD überarbeiten. Um auf einem Desktopcomputer die mobile Variante zu sehen, muss man in der Browserzeile in das https://de.wikipedia.org/wiki ein „m“ einfügen: https://de.m.wikipedia.org/wiki Dann wird die Beschreibung aus Wikidata angezeigt. Hab’s auch bei WP:Verbesserungsvorschläge gepostet, aber da kommen wohl nicht so viele Kollegen vorbei. (Pk, 13.05.)
Der Kurier berichtete bereits hier und hier.

WTF ist Batavia, New York?

Bislang ist Batavia (New York) vor allem ein Rotlink in der Begriffsklärungsseite Batavia und ein falscher dazu, da es im Bundesstaat New York zwei kommunale Einheiten gibt, die Batavia heißen: die Town of Batavia und die City of Batavia; sie sind als Batavia (Town, New York) und Batavia (City, New York) zu lemmatisieren. Daß dies bisher nicht der Fall ist, ist der Tatsache zu verdanken, daß in der Frühphase dieses Projektes es an Expertise über die verschiedenen Kommunalformen fehlte, die in Nordamerika und speziell Neuengland vorhanden sind. Mit den Gegebenheiten in DACH ist das kaum vergleichbar. Man stelle sich vor, die heutigen Gemeinden im Rhein-Neckar-Kreis gäbe es alle nicht, sondern der Landkreis wäre in ein Dutzend Verbandsgemeinden unterteilt, von denen eine das Gebiet von Dossenheim, Ladenburg und Edingen-Neckarhausen umfassen würde und die zufällig auch Heidelberg hieße, wie die nichtkreisangehörige Stadt Heidelberg. In New York ist dies allerdings kein Einzelfall, sondern kommt viele hundert Male vor.

Dem einen oder anderen sind solche Lemmaaufteilungen hin und wieder schon einmal auf seiner Beobachtungsliste begegnet. Doch geschah dies eher selten und eher zufällig, weil die Korrektur eher nachrangig erfolgte, etwa wenn ein fehlender Townartikel angelegt wurde. In der nächsten Zeit wird das häufiger der Fall sein, weil die Liste der Towns im Bundesstaat New York zur Generalsanierung ansteht. Das ist eine „Altliste“, die vor einer halben Ewigkeit angelegt wurde und schon lange nicht mehr dem entspricht, was wir uns unter einer Liste vorstellen. Zum einen handelt es sich (noch) um eine reine alphabetische Lemmaliste, zum anderen hat man bei der Erstellung nur die größeren Towns berücksichtigt, die Town of Batavia fehlte bislang aus diesem Grund. Warum das so ist? Hier dürfte ein typischer Eindeutschungsfehler aus der Anfangszeit hereinspielen: man übersetzt gerne sowohl City als auch Town mit Stadt, und Städte mit weniger als 2000 Einwohnern erschienen zu unbedeutend, um in eine solche Liste aufgenommen zu werden. Daß die Towns in New York eigentlich Townships sind, wurde dabei übersehen. MaB, 12.5.

Tipp-Spiel zur Tourist Trophy

Es geht wieder los - am 3. Juni geht die 98. Tourist Trophy an den Start. Wer wird das älteste und vermutlich gefährlichste Motorradrennen der Welt für sich entscheiden? Die Qualifyings starten am 27. Mai und laufen bis zum 2. Juni. Du bist herzlich eingeladen Deinen Tipp abzugeben und noch sehr viel mehr eingeladen Dich an den Artikeln rund um das Rennen (und andere Straßenrennen) mit einzubringen. (Elmie - Kennst Du schon mein Tippspiel?)

Fernsehdebatte der KuratoriumskandidatInnen

Im Rahmen der aktuell laufenden Wahl zum Kuratorium findet am 7. Mai nachmittags um 17:00 Uhr UTC (19:00 Uhr MESZ) eine live übertragene Diskussion mit 8 der 9 KandidatInnen statt. Die Veranstaltung wird auf YouTube übertragen, und findet parallel auch im IRC statt (#wikimedia-office IRC-Kanal auf Freenode). (, 7.5.)

Familienzuwachs

Unter dem Kürzel dty haben nun auch die etwa 790.000 Sprecher der in Nepal verbreiteten Sprache Doteli ihre eigene freie Enzyklopädie. Mit derzeit 2943 Artikeln startete die Dotelisprachige Wikipedia aus dem Inkubator heraus und erreichte nach der Artikelzahl Platz 200 unter den jetzt 296 Sprachversionen.(O2, 03.05.)

OER-Camps zu freien Bildungsmaterialien

Dieses Jahr finden gleich mehrere Open Educational Resources (OER)-Camps zum Thema freie Bildungsmaterialien statt. Dies sind Lerninhalte, die wie die Inhalte der Wikipedia unter einer freien Lizenz stehen und somit frei verbreitet, verarbeitet, verwendet und auf die eigenen Bedürfnisse angepasst werden können. Die kommenden Termine sind:

  • Köln: 12./13.05.2017
  • Hamburg: 23./24.06.2017
  • Berlin: Herbst 2017

Alle Informationen zu den OER-Camps findet ihr auf http://www.oercamp.de/ (SK, 03.05)

Einladung zum Wikimania-Vortreffen und zur -Mailingliste

Wikimedia Deutschland lädt herzlich alle an der Wikimania 2017 Teilnehmenden oder Interessierten zum Vortreffen am 10. und 11. Juni 2017 in die Geschäftsstelle von Wikimedia Deutschland ein. Angesprochen sind alle Stipendiatinnen und Stipendiaten aus Deutschland, Hauptamtliche von Wikimedia-Deutschland sowie alle weiteren Wikimania-Teilnehmenden, die ihre Teilnahme an der Konferenz gern gemeinschaftlich vorbereiten und abstimmen wollen. Es wird ein Infoprogramm über die Wikimania an sich und ihre Geschichte nebst Ausblick auf die 2017er-Konferenz, Vorträge zu Strukturen und Menschen im Wikiversum, einen vorläufigen Programmüberblick sowie den Austausch zwischen erfahrenen und neuen Wikimania-Teilnehmenden geben, darüber hinaus geht ein Teil der Veranstaltung insbesondere auf die inhaltlichen Interessen der Stipendiatinnen und Stipendiaten in Überschneidung mit den Jahresplanschwerpunkten von Wikimedia Deutschland ein. Da mehrere Stipendiaten keine deutschen Muttersprachler sind, werden größere Teile der Veranstaltung auf Englisch stattfinden. Um Anmeldung auf Wikipedia:Wikimania 2017/Vortreffen wird gebeten, Reisekosten werden von Wikimedia Deutschland im üblichen Rahmen übernommen. Für den Austausch und zur Vorbereitung der Konferenz wurde darüber hinaus eine Mailingliste angelegt, die von allen Interessierten genutzt werden kann. (MR(WMDE), 03.05.)

Schreibwerkstatt ohne Ecken… aber mit viel Kunst

Wenn es gut läuft, wird es eine runde Sache! Bei der für Juli 2017 geplanten Station von GLAM-on-Tour in Wuppertal wird die runde Sache sicher nicht am Ort scheitern, denn Ecken gibt es in der Villa Herberts kaum. Nicht nur das Haus ist ein ungewöhnlicher Ort, auch der umgebende Park birgt Überraschungen. Der Name Waldfrieden mag Assoziationen zu einem röhrenden Hirsch wecken, aber die ausgestellten Werke im Skulpturenpark Waldfrieden sind davon weit entfernt. Zu sehen gibt es dort neben Arbeiten des in Wuppertal lebenden Bildhauers Tony Cragg weitere Werke von namhaften Künstlern der Moderne und Gegenwart. Wir wollen das Wochenende nutzten um Villa, Park und Kunstwerke kennenzulernen und in einer Schreibwerkstatt bestehende Artikel zum Themenkreis moderne Skulptur in der Wikipedia zu verbessern, auszubauen und neue Artikel anlegen. Nach der erfolgreichen Station 2015 im Wuppertaler Von der Heydt-Museum gibt es nun die Gelegenheit zur Fortsetzung im sommerlichen Park über der Wupper. Wer dazu Lust hat, ist herzlich willkommen. Weitere Informationen gibt es auf der Projektseite.(Atamari & Rlb für das Orga-Team, 03.05.)

Alles neu macht der Mai: Jetzt anmelden beim Wartungsbausteinwettbewerb Frühling 2017!

Alle, die nicht genug vom Frühjahrsputz bekommen, können sich wieder an der neusten Ausgabe des Wartungsbausteinwettbewerbs beteiligen. In allen Bereichen tragen die unterschiedlichsten Artikel einen Wartungsbaustein und vierteljährlich treffen sich Wikipedianer zu einem Wettbewerb, um im Team oder alleine Artikel zu verbessern und auszubauen. Und das seit Jahren mit großem Erfolg, wie die Statistik zeigt. Am 7. Mai 2017 geht es los, zwei Wochen dauert das fröhliche Ausbessern der Baustellen. Nur Mut, jeder einzelne verbesserte Artikel hilft, von daher habt keine Scheu euch einzutragen und macht mit. Wir freuen uns auf eure Teilnahme!

Aus aktuellem Anlass gibt es dieses Mal Bonuspunkte für Artikel aus den Bereichen Türkei und Frankreich sowie natürlich wieder für Altbausteine. Zeigen wir Erdoğan, wie enzyklopädisches Arbeiten aussieht und uns kein Verbot klein kriegt. (Tkkrd, Gripweed und Toni, 02.05.)

Der Countdown läuft!

Zwischen der englischen Wikipedia und der Cebuano-Wikipedia trennten Anfang Mai 2017 nur noch ungefähr eine Million Artikel. Dank dem Lsjbot werden in der Cebuano-Wikipedia täglich massenweise botgenerierte Artikel über Tierarten und geographische Objekte erstellt. Mittlerweile kommen auf geschätzte 18 Millionen Cebuano-Muttersprachler rund 4,3 Millionen Artikel-Stubs. In den letzten 16 Monaten hatte der Bot laut hier durchschnittlich 140.000 Artikel im Monat erstellt, damit wird vermutlich Anfang 2018 die cebuanosprachige Wikipedia den ersten Platz der (nach Artikelanzahl) größten Wikipedia-Sprachversionen belegen und damit die englische Wikipedia erstmals in ihrer Geschichte vom Thron stoßen. (IP, 02.05.)

WikiCon 2017: Call for papers gestartet

WikiCon 2017

Eine WikiCon möchte mit Leben gefüllt werden: Es soll ein inhaltlicher Austausch der Teilnehmenden untereinander stattfinden. Um diesen möglich zu machen, ist das Organisationsteam auf Programmeinreichungen der Teilnehmenden – also aus der Community – angewiesen. Diese sind ab sofort bis zum 15. Juni 2017 möglich. Konkrete Informationen zu den Details des Call for papers und der diesjährigen Programmgestaltung gibt es auf der Projektseite Wikipedia:WikiCon 2017/Programmvorschläge.

Achtung: Die Einreichung von Programmpunkten erfolgt in diesem Jahr über die Seite einreichungen.wikicon.org mit der Software frab. Die Eintragung auf der Wikipedia-Projektseite dient lediglich der Information der Community und ersetzt keineswegs die offizielle Einreichung. Programmpunkte, die nicht bis zum 15. Juni 2017 über einreichungen.wikicon.org eingereicht worden sind, können wir leider nicht berücksichtigen. (DCB für das Orga-Team, 01.05.)

Alles neu macht der Mai – auch das Schiedsgericht?

Vom 8. bis 21. Mai 2017 finden die Wahlen zum 21. Schiedsgericht (SG) der deutschsprachigen Wikipedia statt. Auch im zweiten Jahrzehnt ihres Bestehens kommt es innerhalb der Community immer wieder zu Konflikten.

Auch wenn es in jüngster Vergangenheit massive Konflikte um das SG als Gremium gab, ist es wichtig, eine Institution wie das Schiedsgericht zu erhalten und durch Zugang von neuen und innovativ veranlagten Mitarbeitern zu stärken. Entscheidungen des Schiedsgerichts mögen nicht immer Gefallen finden und die Arbeit im Hintergrund besteht aus viel Lektüre, Analyse sowie der Suche nach Lösungen. Dennoch, diese Tätigkeit bereichert ungemein. Man lernt nicht nur die Wikipedia von anderer Perspektive kennen, sondern hat das Privileg, aktiv an Konfliktlösungen mitzuwirken und vielleicht sein persönliches Spektrum zu erweitern. Überlegt euch diese Option der Mitwirkung am Gesamtprojekt, lasst euch hingegen nicht zu lange Zeit!

Deine Kandidatur kannst Du vom 1. Mai 2017 um 0:00 Uhr bis 7. Mai 2017 um 23:00 Uhr auf der Seite der Schiedsgerichtswahl eintragen. Wir freuen uns auf Deine konstruktive Mitwirkung im kommenden Jahr. Sei mutig! (Ali1610 i.A. des SG, 30.4.)

Nur ein Bild, das Staub aufwirbelt

Dass die AfD jüngst Bilder gewissermaßen «zweckentfremdet» habe und gegen Urheberrechte oder Bedingungen eingeräumter Nutzung verstoßen hat, gab mir Zweifel, diesen Beitag jetzt zu veröffentlichen. Professionelle PR wird über Dienstleister gemacht. Online werden diese Strukturen sehr flach. Nicht nur im US-Wahlkampf tauchten Kopien auf. Es kann jedem passieren, der nicht darauf achtet, es nicht prüft oder vom Urheberrecht nichts weiß. So passierte es Winfried Hermann, MDL f. Verkehr in BW, ein Bild aus der Wikipedia ohne Urhebervermerk zu benutzen. Aus Impressum und WHOIS ist zu entnehmen, dass er seine Seite betreiben lässt. Eingehalten wurde im eingangs erwähnten Unterschied, eine gebräuchliche Nutzung. Ob sich mit der Verwendung des Bildes Möglichkeiten finden werden, die wirksame und weniger einschränkende Maßnahmen gegen den Stuttgarter Feinstaub ergeben, mag zu hoffen bleiben. hh, 30.04.2017

Wikipedia, Zapp und die AfD

Das Fernsehmagazin Zapp hat (nicht nur, aber auch) etliche Wikipedianer angesprochen, deren Bilder es in Online-Auftritten der AfD gefunden hat. In der hierauf basierenden ARD-Sendung wird der AfD vorgeworfen, eine Einschränkung auf redaktionelle Beiträge zu ignorieren, Persönlichkeitsrechte der Abgebildeten zu verletzen, Urheber- und Lizenzhinweise nicht leserlich genug angebracht oder (prinzipiell zulässige) Bearbeitungen nicht als solche kenntlich gemacht zu haben. Einzelne der von Zapp angesprochenen Fotografen planen demnach, gegen die AfD rechtliche Schritte einzuleiten. Ohne irgendeine der fehlerhaften Nutzungen durch die AfD schönreden zu wollen: Ich habe in der Vergangenheit wiederholt Nutzungen meiner Bilder durch Die Linke, SPD, FDP und CDU festgestellt, die ohne jeglichen Urheber- und Lizenzhinweis erfolgten. Dafür hat Zapp keinen Sendeplatz erübrigt. Auch hat der ehemals CPB-finanzierte „Projektleiter“ der Wikipedia:Landtagsprojekte die Rechtsverletzungen durch etablierte(re) Parteien nie als „dreist“ bezeichnet, sondern stattdessen mich bei Projektkollegen in Misskredit gebracht. Aber naja, alles ist relativ. Dennoch ein Tipp an betroffene Kollegen: Wenn ihr rechts- und lizenzkonforme Fotonutzungen durch einen in euren Augen politischen Widerling nicht mit eurem Namen in Verbindung gebracht sehen wollt, erlauben einige CC-Lizenzen (z.B. CC By-SA 3.0, 4.0), vom Nachnutzer die Entfernung eures Namens sowie der Lizenz- und Herkunftshinweise zu verlangen. (MN, 30.4.)

Kuratoriumswahlen der Wikimedia Foundation haben begonnen

Auf Meta haben die Wahlen zum Kuratorium begonnen. Genauer werden dort für diesmal 3 Jahre die drei Sitze bestimmt, die von der Community gestellt werden. Es gibt neun KandidatInnen, es gibt zwei Seiten mit Fragen an die Kandidatinnen (noch nicht vollständig übersetzt), und nächste Woche, am 1. Mai, wird dann die Stimmabgabe beginnen, letzte Möglichkeit dazu ist am 14. Mai um 23:59 UTC, was in MESZ dem 15. Mai, 01:59 entspricht.
Das Kuratorium der Wikimedia Foundation überwacht die Stiftung und ihre Arbeit als ihre höchste gemeinsame Autorität. Eine hohe Wahlbeteiligung stärkt die Position der gewählten Mitglieder im Kuratorium. ♫ (29.4.)

Türkei schaltet Wikipedia ab

Türkischer Protest gegen Internetzensur, 2011

Seit dem 29. April um 8 Uhr türkischer Zeit ist die Wikipedia in der Türkei ohne VPN nicht mehr aufrufbar. Eine türkische Behörde berief sich dabei auf das Gesetz Nr. 5651, ohne eine weitere Begründung. Nach türkischer Rechtsprechung müsste in den nächsten Tagen eine richterliche ausführlichere Begründung erfolgen. Wie Zeit Online berichtet, werfe die türkische Regierung der Wikipedia vor, „Texte zur Verfügung zu stellen, die Terror propagieren und die Türkei auf eine Stufe mit Terroristen stellen (...). Die Betreiber von Wikipedia sollen trotz mehrfacher Warnungen die Texte nicht gelöscht haben“. Welche Artikel und Sprachversionen der Regierung aufgefallen sind, wurde nicht benannt. Von der Sperre soll jedoch nicht nur die türkischsprachige Wikipedia betroffen sein, sondern alle Sprachversionen.

Die WMF hat die türkische Regierung in einem offiziellen Statement aufgefordert, den Zugang zu ihren Projekten umgehend wieder freizugeben. In der türkischsprachigen Wikipedia wurden nach der Sperre die Artikel zur Internetzensur in der Türkei und zu den Protesten gegen Internetsperren in der Türkei vom 15. Mai 2011 auf die Hauptseite der Wikipedia gesetzt. (Zusammenfassung: SB mit Material von G. K., -jkb-, Austriantraveler, RR und , 1.5.)

Einen Tag später wurde bekannt, dass Jimmy Wales in der Folge seiner Kritik („Zugang zu Informationen ist ein grundlegendes Menschenrecht“) an der Blockade des Online-Lexikons in der Türkei von der Gästeliste eines Kongresses gestrichen wurde. Die Stadt Istanbul hat den Wikipedia-Gründer von der internationalen Urbanismuskonferenz „World Cities Expo“ ausgeladen, an der er als Experte teilnehmen sollte. mh, 2.5.

Publikumspreis: Letzter Aufruf

Gerüchten zufolge steht die Bekanntgabe der Sieger des 26. Schreibwettbewerbs unmittelbar bevor. Bis zu diesem Zeitpunkt können noch Stimmen für den Publikumspreis abgegeben werden. -- ɦeph, 29. 4.

Community bei der re:publica 2017

Von der re:publica werden kurzfristig fünf Akkreditierungen zur Verfügung gestellt. Interessierte tragen sich bitte bis 3. Mai auf dieser Seite ein. MR WMDE, 28.4.

Beraten, informieren und qualifizieren: Bestehendes verbessern und Neues entwickeln

In den letzten Jahren haben Hauptamtliche von Wikimedia Deutschland und Ehrenamtliche der Wikimedia-Projekte gemeinsam einige Materialien und Formate entwickelt, um über Freies Wissen zu informieren, zum Beispiel die GLAM-Broschüre, das Wikiversum-Weltcafé oder der ©©-change your mind-Workshop aber auch der Open Content Leitfaden, die Klicksafe-Broschüre und der Lizenzhinweisgenerator. WMDE möchte diese Arbeit in diesem Jahr gemeinsam mit euch fortführen. Dazu wollen wir insbesondere die bestehenden Beratungs- und Informationsangebote für Kultur- und Gedächtnisinstitutionen noch besser machen und neue Angebote für den Bildungs- und Wissenschaftsbereich entwickeln. Um euch über unsere geplanten Aktivitäten auf dem Laufenden zu halten, diese und weitere gemeinsam zu diskutieren sowie Möglichkeiten der Zusammenarbeit zu besprechen, haben wir auf dieser Seite alle Informationen zusammengetragen. Wir freuen uns über euer Feedback und Interesse, mit uns gemeinsam weitere Formate zu entwickeln. Christina Rupprecht (WMDE) (Diskussion) 15:38, 28. Apr. 2017 (CEST)

Zur Abwechslung: Artikel schreiben

Muttertag keine Verpflichtungen und Briefwahlunterlagen (NRW) schon angefordert? Dann gibt es ein klassisches wikipedianisches Freizeitprogramm für das Wochenende vom 13./14. Mai: Im Rahmen der langfristig angelegten Kooperation mit dem Landschaftsverband Rheinland veranstalten wir eine Schreibwerkstatt (Edit-a-thon) in Köln. Thema: Rund um das neue Museum am Rathausplatz – wer sich für Köln, jüdische Geschichte oder Archäologie interessiert, findet garantiert ein passendes Thema, zumal wir die Bibliothek des LVR zur Verfügung haben. Bis zu drei Kuratorinnen und Kuratoren nehmen am Workshop teil. Interessiert? → Hier lang zu den Details. (ely 27.4.)

Erinnerung: Miniaturenwettbewerb

Beim Miniaturenwettberb können noch bis zum 30. April Stimmen abgegeben werden. Es wäre schön, wenn die letzten Tage genutzt und über das Wochenende weitere Benutzer abstimmen würden. Ni. 26.4.

Immer weniger

Erik Zachte hat die Wikipedia-Statistiken für März 2017 veröffentlicht. Zeit für eine statistische Nachlese des I. Quartals. Es sieht nicht so wirklich gut aus. Die Benutzerzahlen in der deutschsprachigen Wikipedia sind weiter stark rückläufig. Nachfolgende Tabelle zeigt die Entwicklung von drei Kennzahlen im Ein-Jahres-Vergleich und im Drei-Jahres-Vergleich.

Kennzahl 1 Jahr 3 Jahre
sehr aktive − 6,1 % − 5,1 %
aktive − 9,1 % − 13,5 %
neue − 22,1 % − 30,0 %

Der Rückgang der Autorenzahlen ist aber kein Naturgesetz. In anderen Wikipedias läuft es nicht gar so schlimm oder besser. Die nächste Tabelle zeigt die gleichen Kennzahlen im Ein-Jahres-Vergleich für sechs größere Sprachversionen.

Kennzahl en fr es ru pl nl
sehr aktive + 2,7 % − 1,1 % + 0 % − 4,2 % + 9,2 % − 3,2 %
aktive + 3,9 % + 0,3 % + 2,2 % − 0,6 % + 2,5 % − 6,3 %
neue − 0,2 % − 15,5 % − 1,4 % − 11,3 % + 3,0 % − 19,0 %

Fazit: Alle Sprachversionen der Wikipedia müssen um ihre Autoren kämpfen, besonders um neue. Aber in keiner der großen Sprachversionen gehen die Benutzerzahlen so drastisch zurück wie in der deutschsprachigen. An was liegt das? Das häufig genannte Argument, es sei im Gegensatz zu den ersten Jahren für neue Autoren schwer, noch unbesetzte Stichwörter zu finden, greift nicht mit Blick auf die mehr als doppelt so große englischsprachige Wikipedia, wo sich die Zahl der Aktiven im letzten Jahr erholte. -- Dschungelfan, 25.4.

Position zum digitalen Engagement – zweite Feedback-Phase

Vom 29. März bis zum 6. April sowie auf dem Community-Workshop im April konnten bereits Anmerkungen, Ergänzungen, Hinweise zu Studien, Ideen und Fakten zur Entwicklung einer WMDE-Position zum digitalen Engagement eingebracht werden. Die WMDE-Position zum digitalen Engagement wurde daraufhin nochmal überarbeitet und bis zum 6. Mai 2017 freuen wir uns über Feedback dazu. JF(WMDE), 25.4.

UNESCO Challenge

Ja, es ist wohl gerade die Zeit der Wettbewerbe zwinker 

Noch bis zum 18. Mai läuft die (erste) UNESCO Challenge (am 18. April war der Internationale Welterbetag).

Dieser Wettbewerb wird von der UNESCO (Schweden) zusammen mit Wikimedia Sverige organisiert, um Artikel über das UNESCO-Welterbe zu verbessern. Die UNESCO hat dazu einige tausend Bilder nach Commons hochgeladen und soll auch einige Open-Access-Texte veröffentlicht haben (die ich jetzt auf die Schnelle nicht gefunden habe – kann hier jemand helfen?), die während dieses Wettbewerbs genutzt werden können/genutzt werden sollen.

Ihr könnt nach eurem Gusto in jeder Sprache über Monumente in jedem Land schreiben. Sonderpreise gibt es für Artikel über Welterbestätten in Schweden und Spanien. Eine Übersicht mit allen weiteren Informationen zur Challenge findet ihr auf Meta: meta:UNESCO Challenge

Zu den Bildern auf Commons geht es hier entlang:

Ran an die Tasten! Anika 25.04.

Tippspiel WWE Payback

Nach einem ganz gut geglückten Tippspiel für WWE WrestleMania 33 geht es mit WWE Payback in die zweite Runde. Dabei sind unter anderem die WWE‑Stars Roman Reigns, Randy Orton, Bray Wyatt, Samoa Joe und Seth Rollins. Stimmt hier noch bis Sonntag, 30. April 2017, 23:00 Uhr ab, wer eurer Meinung nach die einzelnen Matches gewinnen wird! Mupa 24.04.

Totes Inhaltsübersetzungstool

Seit dem 19. April ist das Inhaltsübersetzungstool abgeschaltet. Es verursachte eine Unterbrechung auf dem Datenbankserver. Solange die Ursache nicht gefunden ist, muss das Tool leider abgeschaltet bleiben. sw 24.04.

Update: Das Tool ist wieder online. Die verursachenden Fehler wurden warscheinlich gefunden. Leider scheinen bei einigen Benutzern angefangene Übersetzungen verschwunden zu sein. sw 28.04.

Tote Weblinks in eigenen Artikeln

Wer wissen möchte, ob in selbst angelegten Artikeln defekte Weblinks per Botmeldung erkannt worden sind, kann sich diese jetzt mit einem Klick anzeigen lassen. (Die Abfrage kann bei höherer Beitragszahl etwas Zeit in Anspruch nehmen.) hgzh 23.04.

Der russische Wikipreis 2017

Wiki-award prize 2015.jpg

Ähnlich unserem Zedler-Preis und unseren WikiEulen vergibt auch die russische Wikipedia jährlich eine Auszeichnung. Zum ersten Mal im Jahr 2011 vergeben, findet am Sonntag, den 23. April 2017 die siebte Verleihung statt. Ort ist das Moskauer Kongresszentrum Extropolis des Suchmaschinenbetreibers Yandex, der auch als Hauptsponsor auftritt. Das Kongresszentrum befindet sich direkt an der Metro-Station Park Kultury. Ausgezeichnet werden Teilnehmer an Wikimedia-Projekten, welche den größten Beitrag zur Weiterentwicklung der Projekte gemacht haben. Durch den Abend führen wird der Blogger und Fernseh- und Radiojournalist Alexander Pljuschtschew (ru). Die Projektseite für die Veranstaltung findet sich auf wmru:Вики-премия 2017. G. K. (20.4.)

Calling For Votes: Publikumspreis von Schreibwettbewerb XXVI

Etwas weniger als zwei Wochen werden voraussichtlich noch vergehen, bis die Jury die Sieger des 26. Schreibwettbewerbs kürt. Bis dahin dürfen noch fleißig Stimmen für den diesjährigen Publikumspreis vergeben werden. Auch dieses Mal bietet sich dem geneigten Leser in vier Kategorien ein breites Spektrum an hervorragenden Artikeln, so darf man beispielsweise etwas über Frühjahrsblüher oder ein Musikgenre erfahren, das sich als depressiv, schwarz und metallisch beschreiben lässt. Ebenso werden Freunde der historischen Obstetrik oder des Bootsingenieurwesens auf ihre Kosten kommen. Jeder Abstimmende darf drei (nicht kumulierte) Stimmen vergeben; die Wahlurne ist rund um die Uhr geöffnet. ɦeph, 18.4.

Bild des Jahres 2016: noch zwei Tage bis zum Finale

POTY

Am 20. April endet um 23:59 Uhr die Abstimmung im Wettbewerb um das „Bild des Jahres“. Bis dahin kann man im Finale die drei besten aus 57 Bildern auswählen. Diese sind Gewinner der ersten Runde, als über die 1475 exzellenten Bilder des letzten Jahres abgestimmt wurde. Die Abstimmung läuft auf den Commons, dem zentralen Medienspeicher, den alle Wikimedia-Projekte nutzen. Teilnehmen kann jede/r, der vor dem 1. Januar 2017 mehr als 75 Bearbeitungen in irgendeinem Wikimedia-Projekt hatte. Der jährliche Wettbewerb findet zum elften Mal statt, zur Abstimmung geht es hier lang. mh, 18.4.

Tour de France: „Grand départ“ in Düsseldorf

„Grand Départ“-Banner am Düsseldorfer Rathaus

Vom 29. Juni bis 2. Juli findet in Düsseldorf der „Grand depart“, also der Start der diesjährigen Tour de France, statt: [8]. Das eigentliche sportliche Programm, also die ersten beiden Etappen, finden Samstag (Einzelzeitfahren) und Sonntag (zweite Etappe) statt. Hier genauere Informationen zur Strecke: [9]. Ich habe mich um eine Akkreditierung für „zwei Wikipedianer“ bemüht, aber bisher noch keine definitive Antwort erhalten (werde allerdings mit Pressemitteilungen bombardiert). Ob die Wikipedia eine Akkreditierung bekommt und wer diese wahrnehmen kann, darf oder sollte, ist also noch offen. Abgesehen von dem offiziellen Start etc. in Düsseldorf gibt es sicherlich auch entlang der Strecke weitere gute Möglichkeiten, Fotos zu machen. Ich habe jetzt mal eine Seite Wikipedia:Fotoprojekt Grand Départ 2017 (nur ein Anfang) angelegt, auf der Ideen etc. gesammelt und koordiniert werden können. Ni. 17.4.

Good evening Kyiv, Wikipedia calling!

Bald ist es wieder soweit, der 62. Eurovision Song Contest wird vom 9. bis zum 13. Mai in Kiew stattfinden! Wie jedes Jahr kann auch 2017 wieder gewettet werden; wer schafft es, die Top fünf des Finales am genauesten vorauszusagen? Teilnahme ist noch bis 8. Mai möglich! (Xa, 17.04.)

Hauptstädte der EU-Gründungsländer komplett

Heute ist es nach 16 Jahren deutschsprachige Wikipedia soweit: Jede Hauptstadt eines EU-Gründungslandes hat einen eigenen Artikel. Dies erfolgte durch den für seine irrelevante Artikelarbeit berüchtigten Benutzer:Sarcelles. Er hat den Artikel Amsterdam in den gleichnamigen Artikel und den Artikel Amsterdam (Gemeinde) zerstückelt. Mit dem Ergebnis, dass der Artikel Amsterdam keine Einwohnerzahl der Stadt mehr beinhaltet und unter 13 KB gerutscht ist. Zusätzlich hat Sarcelles durch die Falschschreibung des Lemmas des neuen Artikels bei dem Edit, der das Meiste der Redundanz zum heute erstellten Artikel Amsterdam (Gemeinde) entfernte und an diesen Artikel anpasste, eine Verringerung der Bytezahl des Artikels Amsterdam um 35.000 Byte um ein Byte verfehlt. (Sarcelles, 16.4.) i Info: Der Artikel wurde gelöscht, weil er völlig ohne Belege auskam. --87.153.116.16 11:30, 26. Apr. 2017 (CEST)

Ungesichtet

Aktuell ist der Rückstand der ungesichteten Artikel bei 51 Tagen also bald 2 Monate! Angesichts der aktuellen Aktion für Neulinge "Fehler korrigieren" ist das nicht sehr schön. (IP 16.4.)

WikiConvention francophone 2017

Was lange währt, wird endlich gut: die WikiConvention 2017 kommt nach Straßburg! Von Donnerstag, 19. Oktober bis Samstag, 21. Oktober findet im Maison de la Région in Straßburg die WikiConvention francophone statt. Es gibt bereits eine Teilnahmeliste, auf der man sich unverbindlich eintragen kann, die offizielle Anmeldung wird später gestartet. Die Unterkunft muss man wohl selbst organisieren, die Kostenübernahme kann man aber beim jeweiligen Chapter beantragen. Aktuell wird über ein neues Logo abgestimmt. (H., 11.4.)

Wechsel bei Wikimedia CH

Am Samstag war die Generalversammlung von Wikimedia CH in Luzern. Es gab einen grösseren Wechsel im Vorstand, da drei Deutschschweizer Mitglieder (Hadi, MEW und Micha) aus unterschiedlichen Gründen das Handtuch geworfen haben. Diese wurden nun mit zwei neuen Mitgliedern ersetzt und zwar Muriel Staub (ehemalige Community-Liaison) und Michael Gasser (ETH-Bibliothek). Ich wünsche ihnen einen guten Start und viel Erfolg. Die Arbeit geht da sicher nicht aus und es ist vermutlich schwieriger geworden, da immer weniger aktive Deutschschweizer Wikipedianer in diesem Verein mitwirken und so der Bezug zur Basis abhanden kommt. Die Baustellen werden sicher nicht weniger und der Vorstand hat keine leichte Aufgabe. Hier der Link zum Jahresbericht von 2016. (MLR, 10.4.)

Eine sehr kurze, aber zutreffende Meldung. Aus meiner Sicht als Versammlungsteilnehmer ist wichtig, dass bei der Governance Stabilität herrscht, um strategisch in die Zukunft zu blicken. Pkh, 10.4.

Externe Firma bestimmt die Wikimedia movement strategy

Die US-amerikanische Firma Williamsworks und ihre Gründerin Whitney Williams dominieren das Kernteam der Wikimedia-Bewegung Strategieplanung 2017. Die Wikimedia-Bewegung selbst hat dazu noch ein paar Fragen. SI, 8.4.

Bald steppt der WikiBär

WikiBaerLogo02 (cropped).png

Zuerst ging es ganz langsam, nun ist Fahrt aufgekommen und als sechster regionaler Wikipedia-Standort öffnet der WikiBär vor dem Flughafen BER jetzt im April 2017 seine Pfoten! Obwohl noch eine Baustelle, lädt er alle Interessierten sowohl zur baldigen Eröffnung als auch zur Teilnahme an den Veranstaltungen ein. Kommt zahlreich und informiert euch unter Wikipedia:WikiBär. sgth 8.4.

„Gebrauchsanleitung für Wikipedia“

Daß jeder mitmachen kann, gehört zu den Gründungsmythen der Wikipedia, in Wirklichkeit ist aber enzyklopädisches Schreiben nicht jedermanns Sache. Anforderungskataloge für neue Autoren haben wir aber nicht, schon um niemanden zu verschrecken. Außerhalb kann man sich da weniger zurückhaltend äußern. Auf academia.edu, einer Plattform, auf der Wissenschaftler und solche, die es werden wollen, ihre Arbeiten der Öffentlichkeit zugänglich machen oder wenigstens vorstellen, gibt es als Research Interest Wikipedia Studies (das entspricht in etwa unseren Kategorien, ist aber auch nicht durchschaubarer) mit rund 750 Beiträgen. Aufgefallen ist mir da der kürzlich hochgeladene Beitrag von Manuel Rodriguez, wohl einem Informatiker. Seine im Januar 2016 abgeschlossene Gebrauchsanleitung sollte ursprünglich den Titel „Vom Uni-Professor zum Wikipedia-Autor“ führen. Da bin ich ihm wohl mit meinem „Vom Universitäts-Professor zum Wikipedia-Administrator“ zuvorgekommen. Quintessenz von Rodriguez ist, um als Autor in Wikipedia erfolgreich zu sein, müsse man eine Dissertation geschrieben haben oder wenigstens dazu in der Lage sein. Obwohl ich diese Voraussetzung erfülle, teile ich seine Ansicht nicht. Es gibt jedoch zahlreiche zutreffende Beobachtungen, die Erfahrung im Umgang mit Wikipedia verraten, auch wenn man nichts über eine eventuelle Mitarbeit des Verfassers erfährt. Ich zitiere aus seiner Zusammenfassung: „Wikipedia funktioniert konfrontativ, Edit-Wars und lautes Schreien sind der Normalfall, eine Community gibt es nicht. Warum das System dennoch funktioniert und wie man daran teilnimmt wird in diesem Handbuch erläutert.“ (ich hätte da noch ein Komma gesetzt, Korrekturleser kämen durchaus auf ihre Kosten) Manche werden hier doch in dieser Beschreibung unseren Alltag wiedererkennen. Enz 8. April 2017

8. Redaktionstreffen Medizin 2017 vom 1. bis 2. April in Rötz

Am 1. und 2. April 2017 fand das 8. Treffen der Redaktion Medizin im Oberpfälzischen Rötz statt. Leider konnten in diesem Jahr nur 5 Redaktionsmitglieder der Einladung von Redlinux folgen, bei einem Medizin-Artikelbestand > 55500 leider nur noch eine Handvoll Enthusiasten. Aber es war dennoch ein konstruktives Arbeitsgespräch, bei dem wir wenigstens einige drängende Problempunkte erfolgreich angehen konnten.Uwe G., 6. April 2017

De Gruyter öffnet Literaturdatenbank bis 23. April

Wer im Bereich deutschsprachige Literatur unterwegs ist, für den könnte der Link auf das Deutsche Literatur-Lexikon Online interessant sein. Der Verlag De Gruyter stellt seine neue Datenbank bis 23. April 2017 der Allgemeinheit kostenfrei zur Verfügung. Online verfügbar gemacht werden die renommierten Nachschlagewerke Deutsches Literatur-Lexikon und die flankierenden Reihen (Deutsches Literatur-Lexikon. Das 20. Jahrhundert, Deutsches Literatur Lexikon. Das Mittelalter). Über 70.000 Lexikonartikel zu Autoren der deutschen Literatur sind somit kurzfristig frei abrufbar. Laut Anbieter enthalten die Artikel neben Informationen zu Leben und Werk der Autoren (neben BRD, frühere DDR, Schweiz, Österreich auch zahlreiche auf Deutsch schreibende Autoren aus anderen europäischen Ländern) ausführliche Hinweise auf Forschungsbeiträge zu einzelnen Werken. Die Bände zum Mittelalter verzeichnen das deutschsprachige Schrifttum vom 8. bis zum ausgehenden 15. Jahrhundert und bilden die Literatur des Mittelalters systematisch aufgefächert in Gattungen und Themenkreisen ab. (Csr, 4.4.)

NACHTRAG: Für Interessierte der anorganische Chemie bietet De Gruyter bis 23. April Zugriff auf eine weitere Datenbank – Anorganik Online. Die Datenbank enthält umfassende Lehrbuchinhalte zu allen Aspekten der anorganischen Chemie, angefangen bei den Grundlagen wie Säure-Base Chemie oder Stöchiometrie, bis hin zu aktuellen Forschungsthemen aus der bioanorganischen Chemie, den Materialwissenschaften oder der Organometallchemie. Enthalten sind insgesamt 22.000 Stichwörter, auf die u. a. durch einen speziell entworfenen Thesaurus zugegriffen werden kann. Ein interaktives Periodensystem der Elemente ermöglicht einen schnellen Zugriff auf spezifische Informationen zu jedem Element. Die Datenbank richtet sich an Studenten der anorganischen Chemie im Haupt- oder Nebenfach. (Csr, 5.4.)

NACHTRAG 2: Über das Projekt "The Wikipedia Library" bietet De Gruyter ebenfalls einen freien Zugang zu Online-Ressourcen des Verlags an. -- Oliver aus Hambergen Sprich! 10:03, 5. Apr. 2017 (CEST)

WikiCon 2017 in Bitterfeld-Wolfen

WikiCon 2017 in Bitterfeld-Wolfen

Nach den Besichtigungen der möglichen Veranstaltungsorte für die WikiCon 2017 sowie ausführlichen Beratungen und Abwägungen ist es jetzt soweit. Das Orga-Team der WikiCon 2017 freut sich nun endlich den Veranstaltungsort der diesjährigen Community-Veranstaltung bekannt geben zu können: Es ist die schöne Stadt Bitterfeld-Wolfen in Sachsen-Anhalt. Weitere Informationen zum Termin folgen in der nächsten Woche, wenn ein paar kleinere Details geklärt wurden. Die Location wurde bereits im Kurier-Artikel zu den Locationbesichtigungen erwähnt und beschrieben, auch dazu wird es weitere Informationen nach dem Wochenende geben. (Stp für das WikiCon-Orga-Team, 1.4.)