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Wikimedia:Woche 16/2018 (19.04.) | Wikimedia:Archiv
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WikiCon 2018 vom 5. bis 7. Oktober in St. Gallen

WikiCon 2018!
Stiftskirche St. Gallen

Wir müssen zugeben – es hat lange gedauert, die optimale Location für die WikiCon 2018 zu finden. Wir sind zwar früh mit voller Energie gestartet, aber die Ausarbeitung der Details und die Vertragsverhandlungen haben sich hingezogen. Aber jetzt können wir zufrieden und mit bester Überzeugung bekanntgeben:

Die WikiCon 2018 wird vom 5. bis 7. Oktober in St. Gallen in der Ostschweiz stattfinden. Wir werden in der Kantonsschule am Burggraben zu Gast sein. Dieses Gymnasium bietet uns geeignete Räumlichkeiten an guter Lage und in interessanter Umgebung. Wir sind im Zentrum der Hauptstadt des Kantons St. Gallen, in unmittelbarer Nähe zur historischen Altstadt und dem UNESCO-Welterbe Stiftskirche und Stiftsbibliothek.

Mit der Wahl der Kantonsschule treten wir in die Fussstapfen diverser früherer WikiCons in Bildungseinrichtungen, beginnend mit der allerersten, die noch unter dem Namen Skillshare in der Wilhelm-Raabe-Schule in Lüneburg stattfand. Das Gymnasium bietet reichlich Platz und vielfältige Räumlichkeiten für eine grössere Besucherzahl. Das Bildungsinstitut ist bereits über 150 Jahre alt und zählt zum nationalen Kulturgut der Schweiz.

In den vergangenen Monaten hatten wir noch mehrere andere Veranstaltungsorte in der ganzen Schweiz ins Auge gefasst und begutachtet. So hätte es in Fiesch im Kanton Wallis geeignete Räumlichkeiten gegeben (mit eigener Bahnhaltestelle), und die alpine Umgebung hätte alle Schweiz-Klischees bestens bedient ;-) Aber die periphere Lage und unsere Vorstellung von einer in der Öffentlichkeit stärker präsenten WikiCon haben uns von diesem Ort absehen lassen. Auch der Wunsch, die WikiCon etwas näher an Deutschland und Österreich durchzuführen, hat zu dieser Entscheidung beigetragen. In Winterthur im Kanton Zürich haben wir gleich zwei vielversprechende Locations unter die Lupe genommen. Beide konnten wir aber letztlich aus diversen Gründen, unter anderem Preis- und Kapazitätsfragen, nicht berücksichtigen. Bei einem Kongresszentrum mit Industriecharme des frühen 20. Jahrhunderts in Baden im Kanton Aargau war der preisliche Aspekt für uns ebenfalls ausschlaggebend, diese Idee nicht weiter zu verfolgen. Auch weitere Örtlichkeiten in St. Gallen und anderswo waren zu «luxuriös» und nicht recht dem Geist einer WikiCon entsprechend.

Unter Wikipedia:WikiCon 2018 werden detaillierte Informationen folgen. Ihr könnt dort gerne auch eure Fragen stellen. Wie üblich kann man unter Wikipedia:WikiCon 2018/Anmeldung schon mal unverbindlich die Absicht kundtun, teilzunehmen – die offizielle und verbindliche Anmeldung über das Onlineformular wird rechtzeitig eingerichtet. Für das Orgateam: Gestumblindi, 18.4.

Und es geht doch vorwärts

WLE Austria Logo (transparent).svg

Wiki Loves Earth ist nach Wiki Loves Monuments der zweite große Fotowettbewerb des Jahres unserer Community. Der Kurier berichtete einige Male über die Schwierigkeiten, den Wettbewerb in diesem Jahr überhaupt zu starten: Wollen wir, oder wollen wir nicht? und nach kaum einer Reaktion: Breaking News: WLE 2018 (Der Fotowettbewerb Wiki Loves Earth 2018 fällt in diesem Jahr in Deutschland aus).

Diese Negativmeldung hat doch einige Wikipedianer aufgerüttelt. Es fand sich eine Orga zusammen, die den Wettbewerb zum Laufen brachte. Nachdem die Hauptprobleme (Juryort und -datum) geklärt waren, konnte sich jeder Benutzer um einen Juryplatz bewerben.

Erfreulich: Es gibt zehn Kandidaten für acht Plätze: Erfreulich? In einigen Diskussionsbeiträgen wird diese Wahl als unnötig angesehen, aber so lautet der von WMDE genehmigte Förderbescheid nun einmal.

Also: Ab Mitternacht vom 18. April 2018, 00:00 Uhr bis zum 1. Mai 2018, 24:00 Uhr kann jeder, der die Bedingungen (übernommen von Wiki Loves Monuments 2015) erfüllt, seine Favoriten wählen.

Noch ein also: Bitte beteiligt euch an der Wahl, es war schwer genug, diesen Wettbewerb überhaupt zu starten. Und da auch sehr viele Noch-Nicht-Wikipedianer jedes Jahr teilnehmen, halte ich diesen Fotowettbewerb für sehr wichtg.

Hier geht es zur Wahl. Nf, 17. April 2018

Wikipedia im Reich der Mitte, das soziale Kapital und der Grosskonzern

Gottlieb-Duttweiler-Statue in Rüschlikon

Adele und Amelia schwammen einst auf den Weltmeeren, Gottlieb Duttweiler, von den Schweizern liebevoll Dutti genannt, erst mal nur im Zürichsee, dafür aber mit Strohhut. War der Versuch, eine Reederei unter Schweizer Flagge zu betreiben auch nicht sehr erfolgreich (Adele und Amelia wurden nach 14 Jahren 1966 verkauft), waren Duttis Aktivitäten in der Schweiz meist vom Glück bestimmt. Migros ist heute ein Großkonzern, während Adele (auch Amelia?) 1980 im fernen China abgewrackt wurden. Die Schiffe sind vergessen, doch Dutti ist in der Migros-Welt immer noch irgendwie präsent.

Wikipedia besuchte diese Welt vom 12. bis zum 15. April und stöberte nicht nur in deren Archiv. China kommt vielleicht später mal dran. Aus nichtschweizer Sicht ist Migros ein Phänomen, das schwer verständlich ist. Kann man sich Aldi oder Lidl als Genossenschaftsbund oder Mäzen im Kulturbereich und als Sponsor für Volksbildung vorstellen? Natürlich ist jeder Konzern auch kritisch zu betrachten und in einer Enzyklopädie möglichst ausgewogen und distanziert zu beschreiben. Und so versuchte ein gutes Dutzend Wikipedianer und Wikipedianerinnen aus der Schweiz und Deutschland dem Phänomen auf die Pelle zu rücken. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Zahlreiche Fotos entstanden, migrosspezifische Wikipediaartikel wurden neu verfasst, überarbeitet und bebildert, und die Teilnehmer dieser GLAM-on-Tour-Station kamen in Zürich in den Genuss einer perfekten Organisation durch den Verein Wikimedia CH, der in Zusammenarbeit mit dem Migros-Kulturprozent Vorträge, Besichtigungen und öffentliche Podiumsdiskussionen über Archive von Industrieunternehmen, deren Zugänglichkeit für die Forschung und natürlich Wikipedia veranstaltete.

Auch das auf Gegenwartskunst spezialisierte Migros-Museum mit seinen die Sinne herausfordernden Raum-und Klanginstallationen wurde ausgiebig besichtigt. Ist der Hochhauskomplex am Zürcher Limmatplatz in seiner Siebzigerjahre-Tristesse äußerlich eher deprimierend, bietet doch sein Inneres viele Möglichkeiten zum Shopping, für Veranstaltungen und Schreibarbeit. Der Besuch in der Denkfabrik Gottlieb-Duttweiler-Institut in Rüschlikon war aber das visuell Eindrucksvollste für die Schreiberlinge. Die Noblesse einer zurückhaltenden modernen Architektur (Architekt bisher nicht bekannt) mit hellen Seminarräumen, drumherum ein grüner Volkspark, machte gute Laune. Und die auf einem kleinen Hügel stehende lebensgroße Bronzeskulptur, die den Gründer in jovialer Geste darstellt, der aber etwas zwischen jungen Lärchen versteckt ist, passte absolut ins Ambiente. Spielende Kinder und ein unvermeidlicher, immer wieder beeindruckender Ausblick auf ein schneebedecktes alpines Bergpanorama, das im Vordergrund natürlich auch immer den Zürichsee bereithält, lässt kurz an den charismatischen Schweizer Schwimmer in einer Zeit des Aufbruchs denken, dem zwar vieles, aber doch nicht alles gelang. Sc, 16. April 2018

Kleine Helferlein: Taxoboxen in Wikipedia und WikiData

Taxoboxen gehören, gemeinsam mit den Paläoboxen, zu den ältesten Infoboxen der Wikipedia und stellen seit vielen Jahren einen Standard dar, der in allen Artikeln zu Tieren, Pflanzen und anderen Organismen sowohl in der deutschsprachigen Wikipedia wie auch in den meisten anderen Sprachversionen zu finden ist. Die Box zeigt in allen Artikeln die taxonomische Zuordnung der Organismen und wird von Wikipedianern seit ihrer Einführung in den Anfangstagen der Wikipedia pedantisch gepflegt. In der deutschsprachigen Wikipedia existieren beispielsweise Taxonomielisten zu verschiedenen Organismengruppen, die mehr oder weniger regelmäßig auf die jeweils aktuelle Taxonomie abgestimmt und via des von Cactus26 gesteuerten Taxobots bei allen Artikeln abgeglichen werden. Die von aka regelmäßig gemeinsam mit anderen erstellte Wartungsliste Artikel ohne Taxobox zeigt Artikel auf, in denen die Box fehlt oder das Fehlen nicht mit einer entsprechenden Vorlage begründet ist. Die ebenfalls von aka erstellte Wartungsliste abweichende deutsche Rangnamen zeigt Unstimmigkeiten zwischen den verschiedenen Bezeichnungen innerhalb der Taxoboxen auf. Beide Wartungslisten sind erfreulicherweise nach einem Botlauf in der Regel relativ leer und werden rasch abgearbeitet.

Altai-Pfeifhase
Ochotona alpina, алтайская пищуха..jpg

Altai-Pfeifhase (Ochotona alpina)

Systematik
Unterklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Überordnung: Euarchontoglires
Ordnung: Hasenartige (Lagomorpha)
Familie: Pfeifhasen (Ochotonidae)
Gattung: Ochotona
Art: Altai-Pfeifhase
Wissenschaftlicher Name
Ochotona alpina
(Pallas, 1773)

Schaut man sich die Box genauer an, stellt man fest, dass sie eigentlich nur wenige Daten enthält, die teilweise aufeinander aufbauen. Neben dem Namen des Taxons und einem entsprechenden Bild zeigt sie im Wesentlichen die verschachtelte Einordnung in die Taxonomie anhand wissenschaftlicher und deutscher Benennung (festgelegt über sechs Ebenen) sowie die Bezeichnung des wissenschaftlichen Erstbeschreibers und des Erstbeschreibungsjahres (letzteres nicht bei Pflanzen). Vor allem bei den Tierarten kommt als zusätzlicher Marker eine Klammer hinzu, die bei vielen Taxa um den Beschreiber und das Jahr reicht. Diese Klammer weist auf eine Umkombination hin und wird dann genutzt, wenn die Art nach der wissenschaftlichen Erstbeschreibung in späteren Bearbeitungen einer anderen oder neuen Gattung zugeordnet wurde. Gerade diese Klammer stellt allerdings eines der Hauptprobleme in der Wikipedia dar: Sie wird häufig vergessen (auch in den genutzten Quellen) oder gerade von Laien fälschlich gesetzt, weil die Bedeutung nicht bekannt ist. Eine automatisierte Kontrolle ist nahezu unmöglich, daher fanden in der Vergangenheit immer mal wieder ad-hoc-Aktionen statt, in denen ganze Artengruppen korrigiert wurden (zuletzt durch Toxoplasma II., danke dafür).

Darstellung einer Taxobox in Wikidata

In Wikidata sieht die Situation deutlich anders aus. Hier werden nicht nur Items für aktuell als gültig anerkannte Taxa angelegt, sondern eigentlich grundsätzlich für jedes wissenschaftliche Taxon, das irgendwann einmal Bestand hatte. Es gibt also entsprechend zumindest theoretisch Einträge sowohl für die aktuell gültige Bezeichnung einer Art (so man von einer solchen sprechen kann) sowie von allen heute als Synonym eingeordneten Taxa, die dann entsprechend untereinander verlinkt werden. Um dies zu ordnen, existieren Bezeichner (properties) wie „taxonomische Synonyme“ und „Erstkombination“ (für die Bezeichnung, die ein Erstbeschreiber gewählt hat) zu den einzelnen Einträgen. Der einzige mir bekannte Benutzer, der darüber einigermaßen den Überblick behält, ist wohl Succu, dessen SuccuBot unermüdlich durch den Wald von aktuell fast 2,5 Millionen Einträgen forstet.

SPARQL-Abfrage zur Korrektur der Umklassifizierungen

Der Autor dieser Zeilen leistet einen geringen Beitrag, den Wald zu ergänzen und zu erweitern, indem er die meistens fehlenden Erstbeschreiber, Erstbeschreibungsjahre und Umkombinationen einträgt und gelegentlich Taxonomielisten als Futter für den Succubot erstellt. Eine große Hilfe dabei ist mir das von FelixReimann zur Verfügung gestellte Skript „Taxobox“, das mir unter jedem Taxon-Item eine automatisch generierte Taxobox zum Abgleich erstellt (an einigen Stellen hat der Benutzer wohl Magie verknüpft). Mein neuestes Spielzeug ist eine von Lucas Werkmeister aus dem Wikidata-Team von WMDE in SPARQL generierte Wartungsliste, die mir alle Tierarten ausspuckt, deren Erstbeschreibungsjahr älter ist als das der übergeordneten Gattung und bei denen der Qualifier „Umkombination“ fehlt. Bei diesen Einträgen handelt es sich entsprechend entweder um fehlerhafte Einträge oder um solche, bei denen die Umkombination = Klammer noch fehlt. Langfristig würde ich mir wünschen, dass eine solche Arbeit auf Wikidata auch in die Wikipedia zurückfließen kann und als Wartungsinstanz aufwändige Arbeiten unterstützen kann.

Als Autor dieser Zeilen hoffe ich, die Hintergründe eines seit langem als normal angesehenen Tools unserer Artikel und Autorenarbeit mal wieder ins Bewusstsein rufen zu können und vor allem, auch darzustellen, was eigentlich alles so hinter einer simplen Taxobox passiert und wie viele Leute da eigentlich an der Wartung und Pflege im alltäglichen Wikipedia-Geschäft mit herumwerkeln. Achim Raschka, 12.4.

Der unverhoffte Blick in das Original (Kleine Freuden Teil 26)

Zur Mitmach-Reihe Kleine Freuden im Kurier siehe den Kurzartikel in Ausgabe 11/2015. Auch Dein Beitrag ist willkommen!
Der originale Atlas Blaeu aus dem 17. Jahrhundert in der Prädikanten-Bibliothek zu Isny

Vor wenigen Monaten recherchierte ich für meinen neuen Artikel Atlas Blaeu-Van der Hem aus einem Themenbereich, der mir bis dahin ziemlich fremd war. Dabei erfuhr ich unter anderem, dass der in Amsterdam entstandene mehrbändige Atlas Blaeu im 17. Jahrhundert das teuerste Buch auf dem Markt war. Der Atlas bildete für den wohlhabenden Kaufmann van der Hem den Grundstock seiner umfangreichen wertvollen Kartensammlung, von der mein neuer Artikel handeln sollte. Dies zur Vorgeschichte.

Am vergangenen Wochenende nahm ich an einem Wikipedia-Projekt in Isny im Allgäu teil. Dabei stand eine Führung durch die Prädikantenbibliothek in der Nikolaikirche auf dem Programm. Staunend standen wir in einem kleinen Raum mit hunderten bibliophiler Kostbarkeiten dicht an dicht in den Regalen – ohne Glaskasten, elektronische Klimasteuerung oder ähnliche Schutzmaßnahmen.
Als unser Führer gegen Ende der Veranstaltung sagte: „Und wenn Sie möchten, zeige ich Ihnen jetzt noch den Amsterdamer Atlas!“, traute ich kaum meinen Ohren. Und wahrhaftig: Er zog ein Original-Exemplar des Atlas Blaeu hervor, schlug ihn für uns auf und blätterte mit behandschuhten Fingern vorsichtig die Seiten um. Da lag es vor mir: plötzlich und gänzlich unerwartet, das großartige Kartensammelwerk, von dem ich bisher nur gelesen und in meinem Artikel geschrieben hatte. Ich hätte nicht gedacht, dass ich den Atlas jemals im Original zu Gesicht bekommen würde – die Freude war entsprechend groß! Maimaid, 12.4.

Wikipedia ist kein Beleg … oder etwa doch?

Ein nicht ganz bierernstes, aber ritterliches Plädoyer für die Einhaltung der von uns selbst gestellten Belegkriterien

Es begab sich zu einer Zeit, als ein edler Ritter Herolde ausschickte, um mutige Mitstreiter bei einer arbeitsintensiven Queste zu finden, die zum Ziel hatte, offensichtliche Missstände zu beseitigen. Erfreulicherweise folgten viele und fleißige Helfer diesem Ruf – etwas, das heutzutage in der de-WP nicht mehr selbstverständlich ist. Doch zum Verdruss des Autors dieses Textes wurden die vielen fleißigen Helfer schlecht oder möglicherweise gar nicht darin unterwiesen, wie sie den zahlreichen Übeln zu begegnen haben. Leider sind wohl viele von ihnen dem Irrglauben verfallen, dass der Inhalt eines Wikipedia-Artikels als Beleg für die Änderung eines anderen Wikipedia-Artikels ausreicht. Höret her, ihr fleißigen Helfer! Dem ist nicht so! Bitte haltet ein mit Änderungen, die sich ausschließlich auf den Inhalt von (anderen) WP-Artikeln gründen. Es ist ein sehr hehres Ansinnen, Artikel einer Sprachversion derart zu bearbeiten, dass sie inhaltlich konsistent sind, doch bedarf es nach den gemeinschaftlich erarbeiteten Richtlinien mehr als „Ich hab’ da mal in ’nem anderen WP-Artikel was gelesen und glaube, das ist richtig, deshalb ändere ich das jetzt hier, damit das gleich ist“. Ritter, Damen, Edelleute! Wie zur Hölle kommt ihr auf diese abwegige Idee? Es gilt für alles und jeden: Wikipedia ist keine Quelle. Auch wenn Ihr euch gern abschätzig darüber äußert, bitte haltet euch daran! Ihr findet einen Widerspruch, habt aber keine zuverlässige Informationsquellen, um den Widerspruch aufzulösen? Dann ist ein Hinweis auf den Diskussionsseiten der entsprechenden Artikel oder (wenn’s denn auffälliger sein soll) die Vorlage:Widerspruch das Mittel der Wahl. Aber erspart es doch bitte einem ollen Ritter wie mir, Begründungen wie „[…] anhand des Artikels korrigiert“ oder ohne jegliche Belegangabe „dat korr“ lesen zu müssen. Das können wir (schon lange) um Einiges besser! SirG, 11.4.

Schwarzach und die Blauen

Blick auf Schwarzach in Vorarlberg.

Es ist eine schöne Posse aus dem aktuellen Landtagswahlkampf in Salzburg: Auf der Website des Ortsverbands der FPÖ (Archivlink) in Schwarzach im Pongau ist seit mindestens 2016 ein Foto zu sehen, das leider nicht die erwähnte Marktgemeinde im Bezirk St. Johann im Pongau zeigt, sondern die etwa 300 Kilometer entfernt liegende Gemeinde Schwarzach in Vorarlberg im Bezirk Bregenz. Das fragliche Foto stammt von dem hochverdienten Commons-Fotografen Böhringer, dem wir zahllose ausgezeichnete Fotos aus dem Alpenraum verdanken und dessen Nennung der offenbar ortsunkundige FPÖ-Webmaster gleich ebenfalls vergessen hat.

Entdeckt hat den doppelten Lapsus der uns ebenfalls wohlbekannte Administrator (und überzeugte Vorarlberger) Plani, der sich insbesondere um Artikel über die Politik seiner Heimat bemüht. Sein Tweet zum Thema sorgte für viel Heiterkeit auf Twitter und die Geschichte wurde mittlerweile auch von den Medien aufgegriffen: Während Die Presse augenzwinkernd meint, so etwas könne ja schon einmal passieren, zitiert der ORF einen sauertöpfischen FPÖ-Sprecher, es gebe „dringendere Probleme“. Einen besonderen Beigeschmack gewinnt die Angelegenheit dadurch, dass sich die FPÖ selbst als „Heimatpartei“ bezeichnet – und sich offenbar in ihrer eigenen Heimat nicht so recht auskennt, wie Der Standard hervorhebt.

Anlass für die Verwechslung war wohl, dass wir vom „richtigen“ Schwarzach (dem im Pongau) leider noch kein schönes Panoramafoto haben. Höchste Zeit für eine kleine Fotoexkursion, sobald es wieder etwas grüner ist, oder? Bis dahin lohnt vielleicht ein Blick auf Dutzende weitere Artikel zum Thema Schwarzach. Gnom, 11.4.

Pompeji und der ganze Rest (Große Freuden Teil 1)

Seit einiger Zeit gibt es die Mitmach-Reihe Kleine Freuden im Kurier. Manchmal ist die Freude aber gar nicht so klein. Also versuche ich mal, meiner großen Freude Ausdruck zu verleihen.

DerHexer begutachtet das Innenleben von Castel del Monte.

Heute ist einer der doch seltenen Tage, wo einer meiner maßgeblich gestalteten Artikel der Artikel des Tages auf der Hauptseite ist. Pompeji. Mein Beitrag für den Schreibwettbewerb im Frühjahr 2006 war damit zum zweiten Mal Artikel des Tages. Pompeji begleitet mich schon lange. Das erste Buch, das ich mir nach der Wende in West-Berlin kaufte, war Michael Grants Führer zu Pompeji und Herculaneum. Schon im ersten Semester meines Studiums hatte ich ein Proseminar bei Alfred Schäfer zu Pompeji. Zum Macellum von Pompeji hielt ich mein erstes Referat an der Uni, und zugehörig schrieb ich meine erste Hausarbeit. Später war diese Hausarbeit eine von nur zweien, die ich zu einem Wikipedia-Artikel umgearbeitet hatte. Um den Hauptartikel zu Pompeji entstanden damals noch diverse weitere, vor allem die modernen Erforscher, aber auch die antiken Bewohner hatten es mir angetan. Später bin ich dann in andere Bereiche der Archäologie gewandert. Und es blieb dabei – gesehen hatte ich Pompeji noch nicht. Italien südlich von Rom blieb mir unbekannt. Andere Regionen der Mittelmeerwelt habe ich mittlerweile bereist, darunter gemeinsam mit Jonathan Groß und DerHexer vor fast genau 10 Jahren mit einer Studiengruppe Jonathans weite Teile Griechenlands. Aber kein Pompeji.

Der Reiseleiter Michael Meier-Brügger (der links ;) – und er ist wirklich so freundlich wie er aussieht).

Nun war es aber so, dass sich im März dieses Jahres die Möglichkeit ergab, wieder gemeinsam mit dem Hexer an einer Studienreise teilzunehmen. Organisiert von niemand geringerem als dem weltweit renommierten Indogermanisten Michael Meier-Brügger und seiner Frau gab es die Rundreise NeapelBariTraniCannaeCastel del MonteAltamuraMateraLecceOtrantoTarentMetapontPolicoro/HerakleaSybarisCrotoneLocri/Lokroi Epizephyrioi – Reggio CalabriaElea/Veleia – Paestum/Poseidonia – PompeiHerculaneumPhlegräische Felder (Baiae, Cumae (Grotte der Sibylle), Pozzuoli/Puteoli) – Ischia und wieder Neapel. Genau. Pompeji. Und Herculaneum.

DerHexer in gewohnter Pose mit seinem liebsten Motiv, wenn gerade kein Laokoon in der Nähe war.

Die Zusammensetzung der Gruppe war nicht ganz so, wie ich es zunächst erwartet hatte. Es war keine Studiengruppe, ich mit über 40 war der Drittjüngste, der Hexer war die Nummer zwei. Ebenfalls Teil der sehr gemischten Gruppe waren der Philosophiehistoriker Wilhelm Schmidt-Biggemann und des Hexers liebster Lehrer Norbert Blößner. Nach den zwei Wochen verstehe ich auch sehr gut, warum er ihn so sehr schätzt. Alles in allem war es eine sehr interessierte Gruppe. Relativ schnell gehörten der Hexer und ich zu den zentralen Gestalten der Bus-Bespaßung. Immerhin waren manchmal längere Strecken zu überbrücken, die zum Teil mit Referaten, kleinen Lesungen oder auch (antiken) Rätseln gefüllt wurden. DerHexer hielt einen dreistündigen Einführungsvortrag zu Wikipedia (und nur sehr wenige der Teilnehmer sind dabei eingeschlafen, ey, isch schwör'!), ich wurde eingespannt, um eine Einführung in die griechische Vasenmalerei zu geben. Und wie sich hinterher raus stellte, wurde wirklich zugehört. Beim folgenden Museumsbesuch kamen ohne Übertreibung fünf Reiseteilnehmer, um mir von den Fischtellern zu erzählen, die sie in der Sammlung gesehen hatten. Und später im Bus noch zwei weitere. Das Interesse war wirklich sehr groß. Überhaupt bin ich ganz schnell zum Fachmann für alle archäologischen Sachfragen erklärt worden, womit ich nur noch langsam durch die Museen kam *gg*. Aber das war OK. Auch DerHexer als Altphilologe wurde kurzentschlossen zum archäologischen Fachmann erklärt. Zudem erkannte man uns ohnehin schon immer von weitem – wir waren da, wo die Kameras immer klickten ;). Commons kann sich also schon einmal auf tausende neue Bilder freuen.

Der Autor finally reached Pompeji – und auch wenn er so aussieht, noch regnet es nicht.

Ja. Und am 20. März waren wir dann endlich in Pompeji. War ich endlich in Pompeji. Der Höhepunkt der Reise. Der Höhepunkt (bis dahin, ab jetzt gibt es neue Ziele zu erreichen) eines archäologisch geprägten Lebens. Am Abend zuvor haben der Hexer und ich noch für alle Interessierten eine einstündige Einführung in die Geschichte und Entdeckungsgeschichte Pompejis sowie die Wandmalereien gegeben. Alle kamen. Und die Stunde war am Ende wie so oft auch stark überzogen. Leider hatten wir in Pompeji selbst nur drei Stunden Zeit, um vom Südosten (Amphitheater) in den Nordwesten (Mysterienvilla) zu kommen. Zu allem Überfluss begann es auch noch nach gut der ersten Stunde mit einem nervenden Dauerregen. Dennoch ließen wir uns nicht groß davon beeindrucken. DerHexer hat gefühlt jedes Fresko fotografiert.

DerHexer und sein Laokoon.

Und es war wunderschön zu sehen, wie sehr er sich freuen kann. Zuerst, als das Haus des Menander nicht wie von ihm befürchtet verschlossen war und wenig später, als er auch noch das von ihm gesuchte Fresko mit der Laokoon-Darstellung gefunden hatte (ein exzellenter Artikel aus seiner Feder). Zwei Tage später kannte die Freude dann gar keine Grenzen mehr, als er im Archäologischen Nationalmuseum Neapel auch noch die zweite Wandbilddarstellung aus der Casa di Laocoonte zu diesem Thema fand. Nicht weniger als dreimal fand er dann auch noch ein Publikum für eine 15-minütige Einführung in die Laokoon-Thematik *gg*. Wir hetzten also bei Regen durch die Ruinen und dennoch ist der Eindruck, den die Reste dieser Stadt hinterlässt, überwältigend. Am Ende mussten wir fast rennen. Somit habe ich leider kaum noch Zeit für „mein“ Macellum und den Rest des Forum und gar keine Zeit mehr für die Nekropole gehabt. Aber somit bleibt noch etwas für einen zweiten Besuch. Und der lässt hoffentlich nicht noch einmal fast 30 Jahre auf sich warten.

Jens Holzhausen vor dem Nestorbecher auf Ischia.

Da er lieber zur Admincon fuhr, verließ uns (und vor allem mich!) DerHexer schon zwei Tage eher. Somit verpasste er den Ausflug nach Ischia zum berühmten Nestorbecher (natürlich neue, bessere Bilder gemacht, auch dank des freundlichen Aufsehers, der extra die Jalousie herunter ließ, um die Spiegelungen zu verringern). Extra dafür kamen Jens Holzhausen (der einen einführenden Vortrag hielt, in dem er die Theorie vertrat, die Inschrift sei als Werbung zu verstehen, dem Michael Meier-Brügger und vor allem ich auf das heftigste widersprachen ;)), der zur Inschrift auf dem Becher forscht und zwei seiner Lehrerkolleginnen zur Gruppe hinzu. Eine davon war die Leiterin der Lehrerfortbildung in Bayern, die mir erklärte, daß sie ihren Schülern durchaus nahe legt, Wikipedia als erste Einführung zu nutzen. So wie wir das auch sagen. Als Startort ist Wikipedia gut, das letzte Ziel sollte sie möglichst nicht sein. Überhaupt wurden DerHexer und ich ob unserer Wikipedia-Arbeit und Wikipedia selbst überaus positiv gewürdigt. Michael Meier-Brügger hat kaum einen Tag vergehen lassen, ohne aus Wikipedia zu zitieren. Seine Frau hat sich einmal im Scherz entschuldigt, nicht aus einem Wikipedia-Artikel, sondern der Originalquelle vorzulesen. Ich kann gar nicht sagen, wie oft die Worte „was sagt Wikipedia dazu“ gefallen ist. „Da draußen“ nimmt man uns durchaus ernst und respektiert das, was wir hier tun, sehr. MC, 6.4.

State of the Union

Kapitol, Ostseite

Zum Zustand der Union spricht einmal jährlich der amerikanische Präsident, und etwa einmal im Jahr wirft auch das WikiProjekt Vereinigte Staaten einen Blick auf den Zustand des Projektes. Und da fällt vor allem auf, daß mit Benutzer:Scooter im vergangenen Jahr eine der Stützen des Projekts administrativ vergrault wurde und mit Benutzerin:Angelika Lindner eine weitere sehr aktive Benutzerin ihre Aktivität stark zurückgefahren hatte. Und klar fehlen auch die gelegentlich streitbaren, aber immer kompetenten Bearbeitungen des Benutzers, der hier einst als Janneman aktiv war.

Auffällig – geradezu ungewöhnlich – sind übrigens die drei roten Orte Dedham, Newfields und Reading im Artikel zur kürzlich verstorbenen Anita Shreve, hat man doch seit Jahren das Gefühl, daß der Grad der Fertigstellung in den Neuenglandstaaten besonders hoch sei. Der direkte Vergleich zur englischen Wikipedia fällt allerdings noch immer schwer, unter anderem weil die einander zugeordneten Kategorien nicht wirklich zueinander passen und es mühselig ist, der Wikidata-Community die grundlegenden konzeptionellen Unterschiede zwischen bspw. Kategorie:Ort in Massachusetts und Category:Cities in Massachusetts begreiflich zu machen. Tatsächlich müßte die deutsche Kategorie mit der englischen Category:Populated places in Massachusetts verbunden sein, die ihrerseits wiederum zu viel Schrott enthält – etwa Category:Fictional populated places in Massachusetts‎ (fiktive Orte gehören nicht zu realen Orten), Category:National Register of Historic Places in Massachusetts by populated place‎ (Baudenkmäler und historische Stätten sind keine Orte) oder Category:Metropolitan areas of Massachusetts‎ (Statistikgebiete sind keine Orte) –, um mit der hiesigen Ortskategorie verbunden zu werden.

Laut englischer Wikipedia gibt es 295 Towns und 56 Citys in Massachusetts, unsere 2004 erstellte Liste der Städte in Massachusetts wirft noch immer beide zusammen und führt 71 Städte, und die hochredundante Liste der Städte in Massachusetts nach Einwohnerzahl führt nur die 24 Städte, die 2008 mehr als 50.000 Einwohner hatten. Solche Schrottlisten hatten wir einst in fast allen Bundesstaaten, vor allem weil die frühen Listenanleger das Konzept Town/City nicht verstanden haben. In vielen Bundesstaaten haben wir diese Fehler aus der Anfangszeit bereinigt, und es steht zu hoffen, daß auch die Massachusetts-Listen bald in eine sinnvolle Form überführt werden. Wie auch immer, unsere Ortskategorie führt 142 Artikel, einschließlich solcher zu Census-designated places und Unincorporated areas (was endlich mal einen Artikel braucht, weil es definitiv kein gemeindefreies Gebiet ist, wohin Unincorporated Area nach wie vor weiterleitet). Von den 351 Towns und Citys in Massachusetts fehlen hierzupedia also noch mindestens 209 oder mindestens 60 Prozent. Besser vergleichbar ist übrigens der Bundesstaat New York, wo wir 99 Town-Artikel angelegt haben, geben tut es fast zehnmal so viele, rund 10,5 % davon haben also einen Artikel.

Für das WikiProjekt Vereinigte Staaten kommen aufgrund der vorstehend beschriebenen schlechten Vergleichbarkeit zur Einschätzung des Fortschritts verschiedene andere Indikatoren infrage. Vollständig angelegt sind bislang nur die Bundesstaaten und County, und daran wird sich vermutlich noch einige Jahre wenig ändern, auch weil es derzeit nicht danach ausschaut, daß ein aktiver Benutzer einen Bundesstaat systematisch bearbeitet. Einer dieser Indikatoren ist die Zahl der „neuen“ Artikel, die früher von MerlBot und nun von TaxonBota bei der automatischen Pflege der Unterseite Wikipedia:WikiProjekt Vereinigte Staaten/Neue Artikel ermittelt wird. Sie schwankt zwischen 500 und 1000 neuen Artikeln innerhalb der letzten 30 Tage, die während der Schulferien eher niedriger als außerhalb und in der kalten Jahreszeit eher höher als im Sommer und Herbst liegt. Etwas langfristigere Indikatoren sind die Zahlen der „Missing Topics“, also der roten Links in einem bestimmten Themengebiet. Auf Benutzer:Sebmol/Gebraucht werden alle in Artikeln unterhalb von Kategorie:Politik (Vereinigte Staaten) verwendeten Rotlinks geführt, und auf Benutzer:Matthiasb/Gebraucht stehen alle Artikel, die unterhalb von Kategorie:Ort in den Vereinigten Staaten benötigt werden. In den Versionsgeschichten sind dabei folgende Zahlen dokumentiert, wobei nur einmal oder zweimal verlinkte Artikel nicht berücksichtigt wurden:

2016 30. März 2017 1. April 2018
Ortsartikel 5510 (13. Sept.) 7273 9885
Politik-Artikel 5515 (13. Sept.)
5383 (28. Dez.)
5640 4492

Ungeschickterweise hatte ich bei der Aktualisierung am 13. September 2016 auf Sebmols Unterseite die Zahl der vom Tool angegebenen fehlenden Artikel nicht im Editkommentar festgehalten, und nachträglich läßt sich die Zahl leider nicht ermitteln. Der Zuwachs zum 30. März 2017 im Bereich der Politik-Artikel läßt sich erklären mit den zum 3. Januar 2017 neu gewählten Abgeordneten im Senat und im Repräsentantenhaus. Diese wurden dann in den Folgemonaten wieder kontinuierlich bearbeitet, und zwischenzeitlich haben auch alle seit 2017 neu amtierenden Kongressabgeordneten einen Artikel. Dies spiegelt auch der Rückgang zum 1. April 2018 wider. Die Zahl der 4492 fehlenden Artikel enthält übrigens viele Artikellinks zu bundesstaatlichen Parlamenten und zu den Gouverneurswahlen sowie Links auf Ortsartikel, etwa den Geburtsorten der Abgeordneten, die bereits einen Artikel haben. Man kann erwarten, daß die kommenden Zwischenwahlen vorübergehend zu einem erneuten Anstieg führen. Man erkennt daran allerdings auch, daß der Subbereich Politiker in den Vereinigten Staaten nicht mehr der aktivste Subbereich des WikiProjektes Vereinigte Staaten ist. Auf Bundesebene sind alle Parlamentarier angelegt, und es fehlt an Benutzern, die sich aktiv mit den Politikern auf der Ebene der Bundesstaaten befassen.

Der Bereich der Ortsartikel selbst zeigt eine andere Entwicklung, die auf den ersten Blick paradox anmutet. Je mehr Artikel wir schreiben, desto mehr Artikel fehlen uns. Das erklärt sich dadurch, daß ein neuer Ortsartikel unter Umständen auf Dutzende von noch nicht geschriebene Artikel verweist, angefangen von der Landstraße, die durch den Ort führt, und beim Bach, an dem der Ort liegt, noch nicht aufgehört. Hinzu kommen da geborene Personen, die zwar an sich eigentlich alle relevant sind, aber wegen des langsamen Fortschritts in hierzulande wenig populären Sportarten (Baseball, Football etc.) wohl noch auf Jahre hinaus keine Artikel erhalten. Wie sich solche Artikelzahlen skalieren können, dazu werde ich in einigen Monaten anhand eines Countys in Pennsylvania eine gesonderte Betrachtung vorlegen.

Im Subbereich Wikipedia:WikiProjekt National Register of Historic Places hingegen liegen recht genaue Informationen über die mögliche Gesamtzahl von Artikeln vor. So kann man für fast alle 3144 Countys oder countyähnliche Einheiten Listen mit den NRHP-Einträgen anlegen (nur eine Handvoll Countys verfügt über keine einzige ins NRHP eingetragene Stätte oder Objekt). Die Listen sind für einige Bundesstaaten, z.B. Minnesota, bereits „vollständig“. Allerdings wurden viele davon seit ihrer Anlage noch nicht aktualisiert. Insgesamt haben wir etwa 1046 solcher Listen (wobei einige County-Listen aufgrund der Zahl der Einträge geteilt sind). Listen der National Historic Landmarks (NHLs) gibt es für 42 der 50 Bundesstaaten (zuzüglich Washington, D.C.)., von den insgesamt 2596 NHLs haben 608 (oder 23,4 %) einen Artikel. Die Gesamtzahl der ins NRHP eingetragenen Stätten, Objekte, Gebäude und Konstruktionen liegt bei etwa 87.500 (wöchentlich kommen etwa 20 neue Einträge dazu); 1556 davon (weniger als vier Prozent) haben einen Artikel. (Vorstehende Zahlen sind ohne Gewähr, soweit mit Taschenrechner errechnet, weil Categorycount immer noch nicht wieder funzt, und sie vernachlässigen die US-Außengebiete sowie Mikronesien und Palau.) Das Erfreuliche in diesem Subbereich ist, daß es hier einige recht aktive Benutzer gibt, und der Initiator des WikiProjektes National Register of Historic Places hofft, in einem Jahr Vollständigkeit bei den NHL-Listen der Bundesstaaten verkünden zu können; bei den NRHP-Listen der Countys wird das noch einige Jahre länger dauern.

Wie ist also der Zustand des WikiProjektes Vereinigte Staaten? Nicht einheitlich, auch nicht zum Jubeln, aber die Aktiven im WikiProjekt schlagen sich recht gut. Daß das Weiße Haus derzeit von einem geistigen Einzeller geführt wird, hat sich auf die Aktivität jedenfalls (noch) nicht niedergeschlagen. MaB, 2.4.

Letzter Aufruf für Wiki Loves Jules Verne!

Jules Verne, ca. 1878

Für das Wochenende 4. bis 6. Mai sind für kurzentschlossene Fans von Jules Verne, Science-Fiction & wissenschaftlichen Abenteuerromanen noch einige Zimmer in Braunschweig frei. Das Veranstaltungsprogramm umfasst Vorträge von zehn Experten aus ganz Deutschland zu unterschiedlichen Aspekten dieser Themenbereiche. Für all jene, die dennoch vielleicht etwas „Inspiration“ benötigen, ist hier eine Liste mit Desiderata zu finden. Wie immer bei solchen Veranstaltungen sind also Autoren, Fotografen, Literatur- und Kunst-Interessierte, Engagierte, Begeisterte und Helfer gesucht. Wer nun ebenfalls dabei sein möchte, trage sich bitte noch schnell in diese Teilnehmerliste ein. I still have the greatest enthusiasm for the mission … BS, 02.04.

Triff die Männer in Blau!

So wie auf dem Tiroler Stammtisch im Juli 2017 sieht es mittlerweile auf vielen Wikipedia-Treffen aus: Autorinnen in der Überzahl

Die Frauen holen ordentlich auf. Dank des erfolgreichen Projektes Frauen in Rot bekamen in den letzten zwei Jahren zahlreiche relevante Frauen einen Wikipedia-Artikel spendiert. Der GenderGap bei den Artikeln der deutschsprachigen Wikipedia wird damit immer kleiner, worüber wir uns ausdrücklich freuen. Und gleichzeitig gibt es doch auch noch so viele Männer, die Herausragendes geleistet haben, über die es in der Wikipedia aber noch keine Informationen zu finden gibt.

Gleichzeitig beklagen immer mehr männliche Autoren, dass sie sich auf vielen Wikipedia-Treffen und -Stammtischen einfach nicht mehr wohlfühlen. Seit gezielt um mehr Frauen als Autorinnen in der Wikipedia geworben wird, sind wir dort oft in der Minderheit. Viele Männer trauen sich deshalb nicht mehr, dort bestimmte Themen anzusprechen und zu diskutieren. Sei es, weil man Angst hat, sein Gegenüber mit typischen Männerthemen zu langweilen, weil man befürchtet, unbeabsichtigt in ein Gender-Fettnäpfchen zu treten oder weil soviel weibliche Überzahl auf uns Männer einfach per se einschüchternd wirkt. Auch für uns Männer sollte es deshalb in der Wikipedia einen geschützten Raum geben, in dem wir unter uns und in ungezwungener Atmosphäre Artikelarbeit leisten können!

Triff die Männer in Blau

Im Herbst des letzten Jahres haben sich deshalb 5 fleißige Wikipedia-Autoren zusammengefunden, um gemeinsam ein neues Wikipedia-Projekt ins Leben zu rufen. Unter dem Namen "Blue Man-Group" wollen wir gemeinsam etwas für die Förderung der Wikipedia-Männer tun: für die männlichen Wikipedia-Autoren und die relevanten Männer. Deshalb haben wir das Projekt Die Blaumänner ins Leben gerufen.

Nach mehreren vorbereitenden Treffen mit den Verantwortlichen der WikimediaFoundation in Berlin, freuen wir uns nun, Euch das Projekt mit dem ersten Edit-a-thon "Die Blaumacher" in Berlin vorstellen zu dürfen. Wir haben von der Wikimedia Foundation die Zusage für eine großzügige finanzielle Unterstützung bekommen, so dass wir diese Treffen zunächst für ein Jahr an jedem ersten Samstagnachmittag im Monat in Berlin organisieren können. Bereits jetzt planen wir die Organisation solcher Treffen auch für die weiteren Wikipedia-Lokale in Deutschland und hoffen, etwa Mitte des Jahres mit dem ersten Münchner Blaumacher-Edit-a-thon loslegen zu können.

Aus der Diskussion um den letzten Edit-a-thon "Frauen in Rot", in der kritisiert wurde, dass unter den dort verfassten Artikeln einige thematisch nicht dem feministischen Ziel des Projektes entsprachen, haben wir gelernt. Wir möchten unseren Treffen deshalb jeweils ein thematisches Arbeitsmotto geben, unter dem wir dann gemeinsam Artikel verfassen möchten. Bei der Wahl unserer ersten Mottos haben wir uns Gedanken gemacht, in welchen Bereichen besondere Männer Besonderes geleistet haben. Natürlich wollen wir auch Freude bei der Artikelarbeit haben und haben deshalb Bereiche ausgewählt, von denen wir glauben, dass sie männliche Autoren besonders interessieren. Die ersten 6 Treffen stehen unter den folgenden Mottos:

  • Höher – Große Ingenieure des 20. Jahrhunderts
  • Schneller – Rennfahrer, die Geschichte machten
  • Weiter – Sportler, die die Welt begeisterten
  • Retten, bergen, schützen – Berühmte Feuerwehrmänner, Katastrophenschützer und Helfer in der Not
  • Im Einsatz für das Vaterland – Generäle, Offiziere und andere Militärs
  • Auch Männer brauchen Rechte – Vordenker und Pioniere für die Belange und Interessen der Männer

Weitere Themenvorschläge sind natürlich jederzeit herzlich willkommen!

Bewusst möchten wir diese Real-Life-Treffen nicht als reine Arbeitstreffens verstehen. Sie sollen in erster Linie der Vernetzung männlicher Autoren in der Wikipdia dienen und deshalb mehr den Anstrich eines lockeren Herrenstammtischs haben. Deshalb freuen wir uns besonders, dass wir für die ersten 6 Treffen die Berliner-Kindl-Schultheiss-Brauerei als Sponsor gewinnen konnten, die uns mit reichlich Flüssigbrot versorgen wird.

Bewusst möchten wir weibliche Autoren nicht von der Mitarbeit an unserem Projekt ausschließen. Wir glauben, dass auch Frauen gute Artikel über Männer schreiben können! Wir laden hiermit also auch ausdrücklich Autorinnen zu unserem Treffen am nächsten Samstag ab 14.00 Uhr in Berlin (Ortsangabe entfernt) ein.

Wir bitten Euch aber schon jetzt, zu akzeptieren, dass es sich zu allererst um ein Projekt von Männern für Männer handelt. Wir möchten hier also nachher keine Diskussion darüber lesen, dass auf unserem Treffen zu viel Bier geflossen ist oder zu viele zotige Witze gemacht wurden. Schließlich möchten wir gemeinsam möglichst viele Artikel über relevante Männer verfassen – und da gehört der Spaß nun mal dazu! Im Namen der Blue Man-Group MiB, 1.4.

Mach’s gut, und danke für alles

Barbara 2017 beim „Prepare Your Data“-Workshop in Berlin

Anfang dieses Monats trafen sich einige engagierte Wikipedianer im Alamannenmuseum Ellwangen, um sich dort über das weitere Vorgehen im Bereich der GLAM-Aktivitäten zu beraten. Es war ein für Wikipedia-Verhältnisse nicht nur sehr harmonisches, sondern auch ergiebiges Treffen in einem wunderbaren Ambiente, erstklassig unterstützt vom Museumsdirektor Andreas Gut und den ehrenamtlichen Unterstützern des Museums. Alles hätte so schön sein können. Doch dann platzte beim Abendessen am Sonnabend die Bombe. Barbara Fischer verläßt zum Ende des Monats Wikimedia Deutschland.

Barbara ist studierte Historikerin und Semiotikerin. Nach dem Studium wurde sie freischaffende Kulturmanagerin. Sechs Jahre hat sie für und mit uns bei Wikimedia Deutschland als „Kuratorin für Kulturpartnerschaften“ gewirkt. Und wahrscheinlich wird der Verlust, den wir nun erleiden, erst nach und nach für uns alle greifbar. Im Laufe der Jahre vernetzte sich Barbara so sehr im Bereich der Kulturinstitutionen einerseits und des Freien Wissens andererseits, dass man sie hier sicher, ohne despektierlich zu klingen, als eine der „dicksten Spinnen“ im Netz ansehen kann. Auf ihre Initiative gingen etwa Reihen wie GLAM on Tour zurück. Ihr wohl wichtigstes „Baby“ war der Kultur-Hackaton Coding da Vinci, über den sie einer großen Zahl von Institutionen aufzeigen konnte, wie sinnvoll es ist, Daten, Sammlungen, Wissen frei für alle zur Verfügung zu stellen, statt in den Archiven und internen Datenbanken versauern zu lassen. Ihr größtes Verdienst ist in meinen Augen aber, dass sie es schaffte, mehr Struktur in die GLAM-Arbeit zu bringen. Wir ziehen heute viel mehr an einem Strang als vorher. Und meist auch in dieselbe Richtung.

Für die Aktiven hatte sie immer ein offenes Ohr, und ich habe sie nie anders erlebt, als dabei, möglichst Wege für uns frei zu machen. Wir werden sicher noch lange von ihrer Gabe profitieren, zwischen Institutionen und den Ansprüchen der Community zu vermitteln. An dieser Stelle ist nicht der Punkt, auch kritisch auf einige Dinge einzugehen, die neben anderen zu Barbaras Abschied führten, auch wenn zu gegebener Zeit noch darüber zu reden sein wird. Hier bleibt mir nur noch einmal im Namen aller GLAM-Aktiver und von uns allen für sechs Jahre intensiven Einsatzes und kollegialer Zusammenarbeit zu danken, die oft über das normale Maß einer Lohnarbeit hinaus ging. Barbara, wir werden dich sehr sehr vermissen. Wahrscheinlich mehr, als wir es uns bislang selbst vorstellen. MC, 01.04.

Feiertagsgedanken: Was soll ich schreiben?

Gründonnerstag, das lange Wochenende ist bereits absehbar und aufgrund eines speziellen Deals mit meinem Chef verlasse ich wie jeden Donnerstag das Büro sogar bereits etwas früher, um pünktlich um 16:00 Uhr das Lokal K zu öffnen. Und genau da beginnt das Problem, das mich eigentlich jedes Mal überkommt, wenn sich freie Zeit abzeichnet: Was mache ich jetzt damit, was soll ich schreiben? Es wäre nicht so, dass mir nichts einfällt – im Gegenteil quillt meine To-do-Liste immer über: Neue Artikel für verschiedene Projekte, Ausbauten, Datenpflege, Aktualisierungen warten zu Hunderten darauf, von mir gemacht zu werden, und da niemand über einen Direktlink zu meinem Hirn verfügt, wird das auch niemand anderer übernehmen.

Nun denn, einfach mal anfangen – so stürze ich mich am Donnerstag Nachmittag auf den Artikel Flönz, den ich bereits seit einiger Zeit peu à peu aufpoliere, obwohl ich selbst aufgrund aus der Kindheit übernommener Ekelgefühle noch nie eine gegessen habe und als „Immi“ in Köln vielleicht auch gar nicht der beste bin, sich da reinzusteigern. Anyway, immerhin habe ich einiges an Geld in Literatur zur Rheinischen Küche investiert. Natürlich habe ich auch vorgesorgt für eine Alternative: Im Büro habe ich ein wenig Literatur zum weiteren Ausbau des Vulkankaninchens ausgedruckt, der eine weitere aktuelle Baustelle ist. Der Nachmittag und Abend im Lokal sind gerettet und werden mit einer Graupensuppe von Geolina163 und guten Gesprächen abgerundet. Die drängende Frage kann damit auf den Freitag verschoben werden.

Nun ist Freitag und ich habe frei – neben ein wenig morgendlicher Hausarbeit im Vielkinderhaushalt komme ich tatsächlich dazu, zwei Artikelchen für mein Projekt Wikipedia spielt … zu schreiben: Gangster City und Texas Showdown wurden gespielt und beschrieben. Aber eigentlich liegt hier ja noch das Buch Mammals of China und ein paar rote Links zu chinesischen Fledermäusen wären zu bläuen; und wie war das noch mit den durch das Handbook of the Mammals of the World nun wieder vakant gewordenen Lücken unter den Pfeifhasen? Aber eigentlich wäre es ja auch mal wieder an der Zeit, das Projekt „Edgar Wallace“ weiterzuführen und die Artikel zu den schon gelesenen Romanen Die Abenteuerin und Die toten Augen von London zu schreiben. Und hatte ich mir nicht auch noch vorgenommen, im auslaufenden Miniaturenwettbewerb einen Gemälde-Artikel aus meinem „Corinth“-Projekt zu platzieren (am liebsten ja die Salome)? Die Lachslaus wäre allerdings auch spannend und aus dem Regal vor mir grinsen mich neben den ebenfalls schon gelesenen und auf Artikel wartenden Romanen Laß das Riff ihn töten, Generation A und Eine Frau bei 1000° noch Bücher über Lakritz, die Berliner Secession und Leo von Klenze an. … und nun? Ein kleiner Einblick in ein Autorenhirn von AR, 30.03.

Hinweis & Inspirationshilfe bei Schreibblockade, akuter Unlust, Langeweile, Orientierungslosigkeit → Desiderata zu den Themen Jules Verne & Science-Fiction etc. pp.. In diesem Sinne: Frohe Ostern & frohes Schaffen. Gruß von der Oker an den Rhein! BS, 30.03.

Der Zweck und die Mittel

Adminwiederwahlen sind schon lange ein Ort, an dem mit harten Bandagen gekämpft wird. Manchmal kann man sich des Eindrucks schwer erwehren, dass plötzlich auftauchende Personen die sonst wenig Anderes tun und nicht selten einfach mal aus der Versenkung auftauchen, keine echten Konten sind. Selten kann man das nachweisen. Manchmal schon. Am 26. März hat eine Checkuser-Abfrage einmal mehr einen solchen Sockenzoo aufgedeckt. Und dieser Sockenzoo hat nachhaltig Wahlen beeinflusst. Die Adminwahlen beziehungsweise -wiederwahlen von Benutzer:Hyperdieter, Benutzerin:Nicola und Benutzer:DCB wurden damit äusserst knapp zum Scheitern gebracht. Und wir reden dennoch von einer großen Mehrheit von nahezu zwei Dritteln (ohne Manipulation über diese zwei Drittel) für die Kandidaten.

Ich persönlich halte die Menschen hinter solchen Aktionen für wirklich erbarmungswürdige Feiglinge, die ein offenes System ausnutzen, um ihre persönlichen Meinungen über die Anderer zu setzen. Mir ist klar, dass selbst diese offenen Worte der Verachtung keinen Effekt auf solche Leute haben werden. Aber es musste einfach mal raus. Denn der Zweck heiligt die Mittel eben nicht. Schon aus Prinzip müsste man allen drei Kandidaten die Rechte nun geben, schon um zu zeigen, daß wir uns als Projekt solche Manipulationen nicht gefallen lassen. Ähnlich wie Dopingsünder auch längerfristig verfolgt werden können, wenn spätere Dopingproben eine Schuld ergeben, müssten solche Aktionen auch nachwirkend Konsequenzen haben und das eigentliche Ergebnis wiederhergestellt werden. Zeigen wir den Wahlfälschern, dass wir uns als Projekt nicht von denen auf der Nase herum tanzen lassen, die uns verarschen. MC, 28.03.

Besserwisser gesucht!

Die Wikipedianer, die ich in den letzten Jahren kennenlernen durfte, sind völlig unterschiedliche und beeindruckend vielfältige Menschen. Was sie trotzdem einte, war erstens das „Besserwisser-Gen“, wie man es vielleicht nennen könnte – und zweitens die Bereitschaft, es gemeinnützig und ehrenamtlich auszuleben.

Umso mehr überrascht es mich, dass in einer Ecke der Wikipedia, in der gerade diese beiden Voraussetzungen ganz besonders gefragt sind, in letzter Zeit erheblicher Personalmangel herrscht. Die Rede ist vom Review, das bekanntlich dazu dient, hochwertigen Artikeln einen letzten mehr oder minder feinen Schliff zu verleihen, um sie im Idealfall für eine Auszeichnung als exzellent, lesenswert oder informativ bereit zu machen.

Es gibt natürlich einige Kollegen, die dort immer wieder unterwegs sind und äußerst wertvolle Beiträge zur Perfektionierung der dort eingetragenen Lemmata leisten. Oft hat erst ein erfolgreiches Review einen Artikel zu dem exzellenten Text gemacht, als der er heute ein Aushängeschild der Wikipedia bildet. Trotzdem finden immer wieder sehr vielversprechende Artikel keine Korrekturleser. Ihre Autoren lassen dann gelegentlich die Weiterarbeit einfach einschlafen, ansonsten beginnen sie eine Auszeichnungskandidatur, ohne Rückmeldung zu ihrem Text erhalten zu haben. Das wiederum endet entweder im vermeidbaren und daher besonders frustrierenden Scheitern der Kandidatur oder in hektischem Einarbeiten der nun aufkommenden Kritikpunkte.

Wegen solcher ärgerlicher Vorkommnisse habe ich in letzter Zeit selbst gelegentlich Artikel reviewt und kann verraten: Es macht Spaß, ist unglaublich lehrreich und noch dazu eine produktive und konstruktive Team-Arbeit, wie man sie sich wünscht. Selbst der erfahrenste Wikipedia-Autor kann noch von einer zweiten, dritten oder vierten Meinung zu seinem Text profitieren. Vielleicht motiviert das hier ja ein paar Kurier-Leser, die eine oder andere der Review-Seiten auf die Beobachtungsliste zu setzen oder den aktuell bereits dort wartenden Autoren Rückmeldung zu ihren Werken zu geben. Bei den Kategorien Geschichte, Sozial- und Geisteswissenschaft, Kunst und Kultur, Sport, Erd- und Naturwissenschaften sowie Technik, Verkehr sowie Listen und Portalen ist sicher für jeden ein interessantes Feld dabei. Vielleicht bringt etwas mehr Aktivität dort ja auch wieder mehr Benutzer dazu, ihre Artikel einer solchen Begutachtung zu unterziehen. Es lohnt sich, für alle Beteiligten! (DM, 22.3.)

WTF is… Märkische Heide - Lied

Stammleser des Kuriers wissen, daß der Berichterstatter unter dem Header WTF (What the Fuck) in loser Folge immer wieder einen Blick auf die Auswirkung der Nennung von Begriffen auf deren Abrufzahlen in der deutschsprachigen Wikipedia wirft. Ich bekenne mich schuldig, daß ich der Fernsehreihe Hotel Heidelberg folge, natürlich nur aus lokalpatriotischen Gründen. (Dem Berichterstatter sei verziehen, daß er hier darauf hinweist, daß ihm die bisherige Schauspielerin der Hotelbesitzerin Annette Kramer, Ulrike C. Tscharre, in dieser Rolle besser gefiel, als die zweifelsfrei ebenfalls großartige Annette Frier.) In der neuesten Folge, die am 9. März ausgestrahlt wurde, wird das Lied Märkische Heide, märkischer Sand Bestandteil der Handlung, da eine Gruppe von offensichtlich deutlich rechts orientierten Rechtsanwälten dieses Lied abends im Hotel lautstark singt.

Der Artikel zu dem Lied wird üblicherweise täglich im mittleren zweistelligen Bereich abgerufen. Daß infolge der Sendung die Abrufzahlen anstiegen, dürfte nun wirklich niemanden verwundern. Am Tag der Ausstrahlung wurde der Artikel 2276 mal abgerufen, am Tag darauf noch 672 mal, danach 260 und 117, und allmählich pendelten sich die Werte wieder auf dem üblichen Niveau ein. (Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, daß der Artikel zur Gemeinde Märkische Heide selbst ebenfalls einen Peak verzeichnete, allerdings auf niedrigerem Niveau.)

Abrufzahlen des Artikels vom 6. bis 16. März 2018

In diesem Zusammenhang ist aber noch etwas anderes interessant: Zur Laufzeit 24′35″ (und danach) ist das Mockup eines Wiki-Artikels zu sehen. Dieser Artikel hat natürlich, wie in Verfilmungen üblich, ein anderes Logo, aber die linke Seitenspalte ist nahezu eins zu eins eine Übernahme der Wikipedia-Seitenspalte. Interessanter aber ist der Artikelteil selbst.

Die Einleitung fehlt, und es gibt keine Inhaltsbox. Dafür wird der Artikel mit einer Infobox garniert, die offenbar aus dem Artikel Märkische Heide stammt. Einzelnachweise fehlen völlig, doch Bearbeiten-Links sind vorhanden. Der Rest der Gliederung entspricht der Gliederung des Artikels hierzupedia. Im Abschnitt „Entstehung“ fehlt ein Satz im ersten Absatz und der vollständige zweite Absatz, eine kleine Änderung vom Januar dieses Jahres fehlt in der im Film verwendeten Version, nachfolgend nur „Degeto-Fassung“ genannt.

Im zweiten Absatz, „Verwendung in der völkischen Bewegung“, sind folgende Abweichungen festzustellen:

Degeto-Fassung Wikipedia-Fassung
Bereits 1928 findet es sich in Liederbüchern als einfaches Wanderlied. Ab 1930 findet es sich auch im Liederbuch für den Königin-Luise-Bund, der Frauenorganisation des Frontsoldatenbundes Stahlhelm. Ab 1933 wurde das Lied, teilweise auch in dieser Hakenkreuz-Version, in Wehrmacht, SS, SA und HJ gesungen und in Volksliederbüchern abgedruckt. Büchsenschütz bezeichnet 1934 das Lied in der Erstausgabe der von dem NSDAP-Gauleiter Wilhelm Kube publizierten Brandenburger Hefte als „Lied der nationalsozialistischen Erhebung“. Bereits 1930 findet sich im Liederbuch für den Königin-Luise-Bund, der Frauenorganisation des Frontsoldatenbundes Stahlhelm, das Lied mit den abweichenden Textzeilen: „Brandenburg allwege – Sei unser Losungswort – Dem Hakenkreuz die Treue – und treu zu schwarz-weiß-rot – Heil auch dir, mein Deutschland – wie lange schläfst du noch? – Wir stehn dir bei im Streite – wirf ab das Sklavenjoch – Steige hoch, du roter Adler – und schüttle dein Gewand – Die innern und die äußern Feinde – vertreib aus unserm deutschen Land.“ Seit den 1920er Jahren war Büchsenschütz nach eigenen Angaben völkisch-national eingestellt, und seine eigene Urheberschaft des veränderten Textes wäre laut Ch. Jansen (TU-Berlin) plausibel. Auch der Historiker Daniel Siemens schätzt ein, Büchsenschütz habe schon 1923 tief im „völkischen Milieu“ gesteckt. Ab 1933 wurde das Lied, teilweise auch in dieser Hakenkreuz-Version, in Wehrmacht, SS, SA und HJ gesungen und in Volksliederbüchern abgedruckt.

Büchsenschütz bezeichnet 1934 das Lied in der Erstausgabe der von dem NSDAP-Gauleiter Wilhelm Kube publizierten Brandenburger Hefte als „Lied der nationalsozialistischen Erhebung“ und schrieb:

[Es folgt ein Zitat, das ich hier aus Vereinfachungsgründen ebenso weglasse, wie die beiden in obenstehenden Wikipedia-Text vorhandenen Einzelnachweise.]

Der darauffolgende Abschnitt ist fast 1:1 eine Übernahme aus dem Wikipedia-Artikel, mit folgenden Abweichungen: Im ersten Absatz fehlt die Verlinkung auf Bezirk (DDR), was völlig harmlos ist. Für weniger harmlos halte ich das Weglassen des kompletten dritten Absatzes „Versuche der SPD (1994) und der DVU (2007), dem Lied den Status einer offiziellen Landeshymne zu verleihen, scheiterten im Landtag.“

Der Abschnitt „Tonträger“ folgt zunächst dem Wikipediatext, gleichwohl der Link auf Paul Lincke fehlt. Der zweite Absatz mit der Erwähnung von Heino, den Schöneberger Sängerknaben und des Stabsmusikkorps der Bundeswehr fehlt.

Es folgt in der Degeto-Version ein Abschnitt mit dem Liedtext, der in Wikipedia wohl aus Urhebergründen fehlt. Stattdessen fehlt bei der Degeto-Fassung der Wikipedia-Abschnitt „Kontroversen“ – vermutlich, weil es nicht so recht ins Konzept des Drehbuchs mit rechtsradikalen Rechtsanwälten paßt, daß laut unserem Artikel der damalige brandenburgische SPD-Generalsekretär Klaus Ness die Forderung der Linken auf den Verzicht der Verwendung des Liedes für „an den Haaren herbeigezogen“ hält, der Brandenburger CDU-Fraktionschef Thomas Lunacek den Text als „politisch“ einschätzt und Manfred Stolpe (SPD) sowie Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) übereinstimmend vor einer Verunglimpfung der Märkischen Heide als „Nazi-Lied“ warnten.

Der Berichterstatter fragt sich deswegen unter anderem, warum die Degeto im Abspann des Films nicht lizenzgerecht auf die Urheber des Wikipedia-Artikels verweist, den sie leicht abgewandelt für etwa drei Sekunden auf etwa 85 Prozent des Bildschirmformates zeigt. MaB 17.3.

Wiki Loves Earth 2018 Deutschland – Die Jurysuche läuft an

Logo

Nach einem etwas holprigen Start beginnt nun mit der Jurysuche die erste heiße Phase des Wettbewerbes. Denn auch in diesem Jahr werden wieder acht tatkräftige Mitglieder für die Hauptjury gesucht, welche von der Vorjury ausgewählten Bilder bewerten und die Preisträger küren. Hierzu wird es voraussichtlich vom 06. – 08. Juli ein Arbeitstreffen der Hauptjury in Fulda geben.

Interessierte haben Zeit sich bis zum 10. April auf der entsprechenden Unterseite zu bewerben. Neben dem Eintrag für die Bewerbung wird um eine kurze Vorstellung eurer Person und der euch wichtigen Bewertungskriterien bei der Auswahl der Preisträger gebeten. Die Registrierung für die Vorjury wird voraussichtlich Anfang April beginnen.

Das Orgateam freut sich auf eure Teilnahme! Dag 13. März 2018

Wikipedia-Manipulationen bei „Jugend forscht“

Laut einem Bericht der Braunschweiger Zeitung vom 9. März ist der Regionalsieger für den diesjährigen Jugend-forscht-Wettbewerb eine Untersuchung, die sich kritisch mit Wikipedia auseinandersetzt. Erstellerin der für die Sektion „Arbeitswelt“ eingereichten Forschungsarbeit ist eine 17-jährige Schülerin, Thema der Arbeit die Frage: „Wie glaubwürdig ist Wikipedia?“ Auch in Bezug auf die Motivlage der Schülerin lässt die Braunschweiger Regionalzeitung ihre Leser(innen) nicht im Unklaren. O-Ton der Schülerin, so der nämliche Artikel: „Ich hab früher viel auf Wikipedia nachgelesen und es bei Mitschülern in Referaten oft als Quelle gesehen. Da hab ich mich gefragt, wie glaubwürdig und vertrauensvoll es ist, schließlich kann dort jeder etwas verändern und veröffentlichen“.

Wikipedia auf Herz und Nieren prüfen – das sieht nach lobenswerten Absichten aus. Leider jedoch implementierte die Schülerin zumindest einen Teil der eruierten Forschungsergebnisse selbst – als WP-Editorin. Von April 2017 bis Februar 2018 erarbeitete sie sich die Sichter-Rechte und erstellte im aufgeführten Zeitraum eine Staffel Artikel zu Braunschweiger Schulen sowie Persönlichkeiten, die sich darum ranken. Um die Fehleranfälligkeit von WP zu belegen, präparierte sie diese mit rund zwei Dutzend absichtlich eingefügten Fehlern – Fehler, die im Zug ihrer „Jugend forscht“-Arbeit nunmehr eine wie auch immer spezifizierte Fehleranfälligkeit von WP-Artikeln „belegen“ sollen. Zweiter Untersuchungsgegenstand waren die WP-Relevanzkriterien. Zu diesem Zweck habe sie, so der BZ-Artikel, 100 Artikel „willkürlich“ ausgewählt, anhand der WP-Relevanzkriterien untersucht und einen Abgleich angestellt, ob die fraglichen Artikel im Brockhaus vorhanden seien. Fazit der Schülerin: „Für Wikipedia sind viel mehr Themen relevant. Zum Beispiel Schulen. Im Brockhaus steht keine davon.“

Nun kann man fragen, ob selbst angebrachte Manipulationen sich als Beleg eignen für das Fazit: „Wikipedia ist keine glaubwürdige Quelle“. Ebenso, ob man der Anatomie eines Tigers gerecht wird, wenn man als Vorgabe reklamiert, dieser habe eigentlich die Größe einer Hauskatze zu haben. Lange Rede kurzer Sinn: Die Schülerin geht mit Allgemeinplätzen hausieren (Fehleranfälligkeit) und belegt diese mit selbstgebastelten Beweisen. Darüber hinaus vergleicht sie ein Medium der analogen Ära mit einem der digitalen und beschwert sich darüber, dass die Beschränkungen von ersterem für letzteres nicht mehr gelten. Das mag man so sehen. Dass diese Form mehr oder weniger ressentimentgeleiteter Allgemeinplätze nunmehr zu einer „wissenschaftlichen“ Arbeit hochgepusht werden und von einer nicht ganz kleinen Regionalzeitung via Homestory den Anschein neuer „wissenschaftlicher“ Erkenntnisse erhalten, sagt allerdings mehr aus über den aktuellen Zustand im Bereich kommerziell betriebener Wissenschaftsvermarktung und das Hypen von Thesen, die mit heißer Nadel gestrickt sind, als über Wikipedia. rz 11. März 2018

Triff die Frauen in Rot im WikiBär!

Frauen in Rot (Logo)
Erinnert Ihr Euch? Im Juli 2017 gab es im Kurier schon mal einen Beitrag zum Thema „Frauen in Rot“. Wer es nicht mehr weiß: „Frauen in Rot“ ist ein Teilprojekt des WikiProjekts Frauen und der deutsche Teil des international aufgestellten WikiProjekts „Women in Red“. Das Ziel des Projektes besteht darin, dass mehr deutschsprachige Artikel über Frauen entstehen, über die es bereits in anderssprachigen Wikipedien Artikel gibt. Am 8. Juli 2017 gab es in München dazu einen Edith-a-thon. An diesem Tag sind 24 neue Artikel rund um die „Frauen in Rot“ entstanden.

Seither wurde die Arbeitsgrundlage, die sogenannte „Listenliste“, um einen wichtigen Abschnitt ergänzt: Genau wie im englischsprachigen Original sind die Namen der „roten Frauen“ jetzt nicht nur nach ihren Berufen oder Tätigkeiten, sondern auch nach ihrer Nationalität geordnet aufgelistet. Seht selbst! Zusätzlich wurden die bisher vorhandenen Unter-Listen erweitert: So findet sich in den einzelnen Listen in der Spalte „Beschreibung/Tätigkeit“ eine Unterteilung, in der jeweils in einem gemeinsamen Feld deutschsprachige Bezeichnungen stehen. Und wer Kategorien schätzt, findet diese neuerdings ebenso.

Ja, es ist offensichtlich, dass auch dies noch (immer) nicht der letzte Schritt war und ist. Natürlich sind die Relevanzkriterien in den unterschiedlichen Sprachversionen unterschiedlich, und die Datengrundlage lässt auch weiterhin einiges zu wünschen übrig. Mit diesen Listen zeigt sich allerdings bereits jetzt: Allein im Bereich der Biografien über Frauen mit Artikeln in mindestens einer anderen Sprachversion fehlen in der deutschsprachigen Wikipedia noch einmal mindestens so viele Biografien, wie es sie bereits gibt.

Am Samstag, dem 24. März 2018 wird es daher diesmal in Berlin erneut einen Edith-a-thon geben. An diesem Tag sollen wieder möglichst viele neue Wikipedia-Artikel über „Frauen in Rot“ entstehen. Alle interessierten Wikipedianer/-innen und Noch-Nicht-Wikipedianer/-innen sind dafür sowohl im WikiBär als auch online herzlich willkommen. Machst Du mit? Iva 8.3.

Omphaloskepsis

(oder auch Nabelschau) ist ein schönes Wort. Die Wikipedia, ihre Leserinnen und Leser und ihre Autorinnen und Autoren sind über die Jahre selbst zum Objekt der Forschung geworden. Seit dem Jahr 2011 werden jedes Jahr zwischen 15 und 31 wissenschaftliche Artikel in Fachzeitschriften mit Peer-Review-Verfahren veröffentlicht. Die Spannbreite der Themen reicht von kurios bis nützlich und umfasst unter anderem:

  • Der Beginn der Grippesaison kann in den Abrufzahlen abgelesen werden. Das geht natürlich auch mit anderen Trends.
  • Möglicherweise wiegt „Wikipedianer sein“ stärker als „politisch sein“.
  • Unser Kategoriensystem kann Suchmaschinen verbessern.
  • Sockenpuppen können auch durch maschinelles Lernen erkannt werden.
  • Die Bots der de.wp haben sich in den ersten 10 Jahren 24-mal weniger gegenseitig revertiert als in der en.wp.
  • Während die Bekanntheit und die Kontroversialität (= Honigtopfgröße) eines Themas zur Bearbeitung einladen, hält die Bedrohlichkeit der Diskussion vielleicht weniger ab als gedacht.
  • Vielleicht sollten unsere Arbeitslisten fehlender Artikel nach Aufrufhäufigkeit sortiert werden.
  • Die deutschsprachige Wikipedia reitet in Bezug auf die Aufholjagd zur Bestandsfülle der en.wp solide auf der zweiten Welle.

Das Archiv wissenschaftlicher Arbeiten über Wikipedia ist auf Wikipedia:Wikipedistik/Arbeiten zu finden. Da ist für fast alle etwas dabei. (ghi, 5.3.)

And the Oscar goes to…

Die Oscars wurden vergeben und damit geht auch der diesjährige, achte OscArtikelMarathon zu Ende. 26 Teilnehmende haben in 63 Tagen 568 Artikel geschrieben. Die Oscar-Verleihungen von 1943, 2012 und 2015 wurden komplettiert. Falls jemand Freude an der Farbe Blau haben sollte, sei ihm oder ihr der folgende Link, der Stand vor dem Wettbewerb, empfohlen. Und natürlich gibt es einen Gewinner! Mit 216, vornehmlich Personenartikeln erreichte Maleeetz den 1. Platz. Herzlichen Dank an alle Teilnehmenden! Und auch an meinen fantastischen Schiedsrichter-Kollegen, Senechthon. CFE (5.3.)

Urheberrechtsprobleme – Project Gutenberg sperrt Zugang aus Deutschland

Buddenbrooks – erschienen 1901, in den USA public domain, in Deutschland noch bis Ende 2025 geschützt.

Nach einem Urheberrechtsstreit um 18 E-Books, die in Deutschland urheberrechtlich geschützt sind, ist der Zugang zum internationalen Project Gutenberg für Nutzer aus Deutschland ab sofort gänzlich gesperrt. Hintergrund ist, dass Werke in Deutschland 70 Jahre nach dem Tode des Urhebers gemeinfrei werden, während die USA ein stark abweichendes Copyright haben. Dieses hat für die Zukunft zwar auch die 70-Jahre-Frist eingeführt, aber zur Zeit sind noch viele Werke, die in Deutschland bereits gemeinfrei sind, in den USA für 95 Jahre nach Ersterscheinen geschützt. Andererseits jedoch gilt in den USA alles, was vor 1923 erstveröffentlicht wurde, pauschal als public domain, d.h. gemeinfrei. Dies hat zur Folge, dass beispielsweise vor 1923 erschienene Werke von Thomas Mann in den USA frei sind, während der Schutz in Deutschland erst am 1. Januar 2026 ausläuft.

Das internationale, in den USA angesiedelte Projekt gutenberg.org will die Werke, die in den USA nun frei verfügbar sind, nicht vom Portal entfernen. Statt jedoch für Nutzer aus Deutschland nur den Zugang zu in Deutschland urheberrechtlich geschützten Werken zu sperren, wurde der Zugriff auf das Gesamtprojekt gesperrt, das auch viele eindeutig in Deutschland gemeinfreie Werke enthält. Ein Beispiel dafür ist Theodor Fontanes Der Stechlin www.gutenberg.org/ebooks/53628. Ein Hinweis darauf, dass die gesetzlichen Regelungen des Urheberrechts mit der weltweiten Verfügbarkeit von Informationen über das Internet nicht recht im Einklang stehen. (Neo Ges, 4.3.)

Auf die Plätze … Los!

SchWett Gr 2.png

Ab heute können Artikel sowohl für den WP:Schreibwettbewerb wie auch für den WP:Miniaturenwettbewerb nominiert werden – und um nicht zu viel Zeit für das Lesen dieser Notiz zu verschwenden, ist diese auch schon wieder zu Ende. Allen viel Spaß, AR, 1.03.

Wieder mit dabei: ein Palermo-Urlaub (Abbildung ähnlich)

Und wer noch überlegt, ob der Wettbewerb die Mühen lohnt, der sei hiermit auf die Preise verwiesen, die es auch diesmal wieder zu gewinnen gibt. Heraus sticht dabei sicherlich die von Enzian44 ausgelobte Woche in Palermo (bitte den Disclaimer beachten!). Aber auch andere Preise können sich sehen lassen: So hat Gustav von Aschenbach eine ganze Sammlung wunderbarer Bucheditionen gestiftet, die größtenteils nicht mehr im Buchhandel erhältlich sind. Natürlich gibt es auch sehr viel profanere Preise, die dafür aber besonders viel Herzblut enthalten: Emergency doc verspricht zwei Gläser selbstgemachter Marmelade, Toter Alter Mann spendet ein Gläschen Maronenröhrlinge, die im letzten Herbst eigenhändig gesammelt und schonend luftgetrocknet wurden.

Selbstverständlich haben sich diesmal Verlage und andere Unternehmen nicht lumpen lassen. Der Pfeil Verlag, eine der wichtigsten Adressen für geowissenschaftliche Fachpublikationen, spendet eine Ausgabe seines wunderbaren Buches über die Solnhofener Fossilien, das neben Fachwissen vor allem fantastische Fotografien enthält. Für Freunde von Gadgets und Spielzeug „für Erwachsene“ hat der Deutsches Museum Shop drei Paradox-flowMotion-Sanduhren beigesteuert. Und natürlich haben wie jedes Mal auch die drei Wikimedia-Chapters tolle Preise ausgelobt: WMAT stiftet drei Hoodies bzw. Sweatshirts, WMCH steuert drei Poloshirts mit gesticktem Benutzernamen bei (kann ich mir für meinen Sockenzoo mehrere Namen sticken lassen?) und WMDE spendet drei Büchergutscheine von 60 bis 150 €.

Besondere Erwähnung verdienen diesmal die Gesellschaftsspielpreise, die zwar fast zeitgleich, aber ganz unabhängig von einander ausgelobt wurden: zyranivia stiftet für die Freunde der deutschen Sprache und der Rechthaberei das Spiel zum Buch Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod. Achim Raschka hat ein ganzes Dominion-Paket inklusive mehrerer Erweiterungen beigesteuert. Und der Verfasser dieses Beitrags hat bei einem unverschämten Sonderangebot eines Buchhändlers zugeschlagen und lobt nun Broom Service als Preis aus.

Wer angesichts dieser (noch nicht einmal vollständigen) Auswahl Lust bekommen hat, mitzumachen, kann sich noch den ganzen Monat spontan mit einem Artikel auf der Wettbewerbsseite eintragen. Wie immer gilt bei den Preisen „first rank, first serve“: Die Vergabe erfolgt nach Platzierung der Artikel im Wettbewerb. (TAM, 2.3.)

An alle aktiven Sichter und Admins: Vorschlag für eine Softwareänderung beim kommentarlosen Zurücksetzen

ein Teil der vorgeschlagenen Lösung

Ich möchte einer Person für ihre Bearbeitung danken, aber ich klicke daneben und setze aus Versehen ihren Edit kommentarlos zurück. Dieses Problem zu lösen war ein Topwunsch aus der Umfrage Technische Wünsche 2017.

Feedback erbeten

In einer Feedbackrunde stellt das Team Technische Wünsche nun einen Vorschlag für eine technische Lösung vor, die solche unangenehmen Situationen künftig vermeiden soll. Alle, die kommentarlos zurücksetzen können, sind eingeladen, den Vorschlag bis zum 4. Mai zu kommentieren.
PS: Wer künftig direkt auf der eigenen Diskussionsseite über neue Feedbackrunden informiert werden möchte, kann sich hier eintragen. js (wmde), 19.04.

Karl Rawer verstorben

Unser ältester Mitstreiter und einer der "Großen" bei uns, Karl Rawer alias Kmarawer, ist vorgestern, zwei Tage vor seinem heutigen 105. Geburtstag, verstorben. Mach's gut, Karl! (Kondolenzliste) el, 19.04.

Neue Ehrenamtliche: Dankesbanner-Aktion ausgewertet und Vorschau auf die Frühjahrsaktion 2018

Die Ergebnisse der Dankesbanner-Aktion 2018 wurden veröffentlicht. Gleichzeitig bereiten wir uns bereits intensiv auf die kommende Frühjahrsaktion vor. Nähere Informationen zur Botschaft, den Bannerdesigns und weiteren Details findet ihr auf unserer Portalseite. Wir freuen uns sehr auf euer Feedback bis zum 24.04.! MH (WMDE), 18.4.

Portale adé?

Verfrühtes Sommerloch: In der Village pump der englischsprachigen Wikipedia wird derzeit angeregt ein Vorschlag diskutiert, den Portalnamensraum abzuschaffen und alle dort existierenden Portale ersatzlos zu löschen. Momentan zeichnet sich sogar eine Mehrheit von Befürwortern eines solchen Schritts ab. Man könne ja seine Energie sinnvoller investieren, so der Tenor. Auch sei es zu anstrengend, unerwünschte politische Einflussnahme abzuwehren. Da fragt man sich doch: Hat die en-WP ihren Zenit als unbestritten dominierende Plattform überschritten und bricht unter ihrer eigenen Last zusammen? Oder glaubt man, künftig ohne diese Anlaufpunkte für Autoren und Leser auszukommen? Es bleibt spannend. Pr, 14.4.

Wikidata in Köln

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Im Rahmen der wöchentlichen Treffen im Kölner Community-Treffpunkt Lokal K steht neben der Erarbeitung von Texten für die Wikipedia und der Objektfotografie auch regelmäßig die Arbeit an Inhalten der Datenbank Wikidata im Mittelpunkt. Schwerpunkte sind dabei abhängig von den jeweiligen Personen und reichen von generellen Arbeiten über spezifische Arbeiten an Werkverzeichnissen im Kunstbereich (Gemälde von Georges Kars und Lovis Corinth), im Filmbereich sowie im Bereich der zoologischen Taxonomie bis hin zu Straßenverzeichnissen (in Zusammenarbeit mit Open Streetmap). Dabei kommt es immer mal wieder zu ersten Schritten der Datenabfrage, für die im Lokal allerdings nur begrenzte Expertise vorliegt.

Über einen Wochenend-Workshop am 5. und 6. Mai 2018 möchten wir diese Wissenslücke schließen und haben Experten aus dem Wikidata-Team nach Köln einladen, die interessierte Mitarbeiter der Wikipedia- und OSM-Community unterstützen wollen. Geplant ist ein Zwei-Tage-Workshop mit reichlich Hands on zu

  • Wikidata – Grundsätzliches und Datenpflege
  • Automatisierte Datenpflege und Tools (Mix’n match, quickstatements, andere Zaubertricks)
  • Bots als Helferlein (für scriptkiddies)
  • Datenabfrage via SPARQL und andere Optionen

Interessenten können sich gern auf Wikipedia:Lokal K/Wikidata-Workshop anmelden, bei Bedarf übernimmt Wikimedia Deutschland auch die Reisekosten und die Hotelbuchung. AR, 10.4.

Ausschreibung Wikipedian-in-Residence bei IACA

Die International Anti-Corruption Academy (IACA) mit Sitz in Laxenburg/Niederösterreich schreibt die Stelle eines Communications Assistant aus, die vorläufig auf zwei Monate befristet ist. Zum Anforderungsprofil gehören an erster Stelle gute Kenntnisse von Wikipedia-Regeln und -Praktiken sowie bevorzugt Erfahrung mit dem Bearbeiten der Wikipedia und/oder ihrer Schwesterprojekte. Bewerbungsfrist ist der 13. Mai 2018. Der vollständige Ausschreibungstext (in englischer Sprache) ist hier zu finden. RL (WMAT), 9.4.

Seitenvorschaubilder (Page Previews)

Nachdem die letzten A/B-Tests sehr positive Ergebnisse zeigten, und das Software-Feature bereits seit August 2017 in den meisten Wikipedia-Sprachversionen aktiv ist, planen wir, Seitenvorschaubilder (Page Previews) nun in der ersten Aprilhälfte 2018 auch in der deutschsprachigen Wikipedia zu aktivieren. Das beinhaltet, dass die Funktion für Nicht-Angemeldete standardmäßig live geschaltet wird. Für Angemeldete ändert sich dadurch nichts. Um herauszufinden, welches Verhalten für eingeloggte Benutzerinnen und Benutzer gewünscht ist, wird hier aktuell um Feedback gebeten. ov (wmf), 5.4.

Update: Die Seitenvorschaubilder sind seit dem 12. April für nicht angemeldete Benutzer verfügbar.

The 2nd Celtic Knot: Wikipedia Language Conference

Celtic Knot Wiki Conference - logo.png

Die National Library of Wales und Wikimedia UK veranstalten am 5. und 6. Juli die zweite Celtic Knot: Wikipedia Language Conference, in der es um „Celtic & Indigenous Languages“ in der Wikipedia und darüber hinaus geht. Bis zum 13. April können noch Programmbeiträge eingereicht werden. H., 5.4.

Fotoworkshop für Jugendliche im Juni – interessiert?

Heute richtet sich der Kurier an junge Fotointeressierte,

als Beitrag zum Europäischen Jahr des Kulturerbes Sharing Heritage veranstaltet WMDE – unter anderen Workshops zum Denkmalschutz – einen Workshop, der sich explizit an junge Menschen richtet (unter 25 Jahren). In diesem Workshop kannst du mit anderen interessierten jungen Wikipedianern und denen, die es noch werden wollen, von professionellen Referenten lernen, wie du super Fotos von denkmalgeschützten Objekten machen kannst und diese auch gleich für den Fotowettbewerb Wiki Loves Monuments in Deutschland (WLM) einsetzen kannst. Bring einfach dein eigenes Equipment mit: Von der kleinen Digi-Knipse über das Smartphone bis hin zur Spiegelreflexkamera, mit allen können gute Fotos für Wikimedia Commons gemacht werden.

Dir hat das Spaß gemacht und du willst mit anderen zusammen ebenfalls auf Fototour gehen? Dafür besprechen wir zum Schluss des Workshops gemeinsam miteinander, wie solch eine Veranstaltung auch bei dir um die Ecke einfach organisiert werden kann.

Wenn das was für dich ist oder du Freunde im Umkreis hast, für die die Veranstaltung spannend sein könnten, trage dich gerne auf der Projektseite ein. Wir freuen uns! StS (WMDE), 4. April

Wikimedia Deutschland tütet Partnerschaft mit Panini ein

Nachdem sich das Sammelalbum zur Fußball-WM 2018 schon drei Tage nach Erscheinen von Album und Wikipedia-Artikel unter fußballbegeisterten Wikipedianern als absoluter Bestseller erwiesen hat, verkündete Abraham Taherivand, geschäftsführender Vorstand von Wikimedia Deutschland, am heutigen Ostermorgen eine weitere Sensation:
Im Rahmen einer, wie er betonte, „ungezwungenen, aber höchstverbindlichen Partnerschaft“ wird der renommierte Klebebildproduzent Panini zur WikiCon in der Ostschweiz im Herbst ein Sammelalbum für insgesamt 294 Sticker zum Who is Who der de-WP herausbringen. Gleichzeitig erklärte sich die italienische Unternehmensgruppe zu einer, wie es aus überdurchschnittlich gut unterrichteten Kreisen heißt, „nicht ganz geringfügigen“ Spende an das Freiwilligenprojekt bereit. Zur konkreten Höhe wollte man sich nicht äußern, jedoch ließ Tim Moritz Hector, Vorsitzender des Präsidiums, schelmisch durchblicken, die Arbeitsplätze beim Förderverein seien damit „bis ins Jahr 2019 gesichert“.

Was den Preis der Stickersets angeht, konnte Panini dem WMDE-Präsidium erheblich entgegenkommen. Nachdem Präsidiumsbeisitzer Harald Krichel in einer empathischen Rede am gestrigen Karsamstag betont hatte, ein WP-Album sollten sich auch „Geringverdienende“ leisten können, „zumal Freies Wissen nicht zuletzt Freies Wissen über die Schaffenden desselben“ heiße, und Panini zunächst angeboten hatte, den Preis gegenüber den WM-Stickersets um 20 % zu senken, handelte man in einem bis in die frühen Ostersonntagstunden gehenden Ringen schließlich aus, zum bekannten Preis von im Grunde bereits für Aufstocker erschwinglichen 90 ct pro Set sieben (in Zahlen: 7!) statt bislang fünf Bilder feilzubieten.
„Das ist ein Mehrinhalt von rund 40 %“ frohlockte Schatzmeister Sebastian Moleski in der morgendlichen Gala, was den Sammlerspaß erheblich versüßen dürfte.

Volksnah zeigte sich Panini-Pressesprecherin Christine Fröhler in Anspielung auf das kommende Communitytreffen am Morgen in Schweizer Tracht. Man sei sehr bedacht darauf, auch konkrete Ideen der WP-Schaffenden einzubeziehen. So fand auch ein Vorschlag des Ex-Präsidialen Jens Best Berücksichtigung, nach der jeder zu sammelnde A-Wikipedianer eine selbstverfasste (WP-)politische Botschaft einbringen könne, die dann unter seinem Konterfei auf dem Sticker prangere. Man kam indes überein, die Inhalte dieser Statements bis zum Erstverkaufstag der Stickertüten am 23.05.2018 streng geheim zu halten.

Derweil hat bereits eine Gruppe von Jugend forscht angekündigt, eine großangelegte soziologische Studie über die sich entwickelnden Tauschwerte einzelner Bilder durchzuführen, in der nicht zuletzt die Frage beantwortet werden solle:
„Sind die Wissensschaffenden wirklich alle gleich viel wert?“
Diese Frage dürfte gerade zu Ostern, wo kein Ei dem anderen gleicht, mehr als interessieren.

Über Details werden wir in Kürze berichten! lp, 32.03.

Frauen in Rot

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war das Motto für einen Edith-a-thon, den idealistische Wikipedia-KollegInnen im März 2018 organisiert haben und der zu einem eindrucksvollen Ergebnis führte. Die Farbe Rot bezieht sich dabei auf interne Links der Wikipedia zu Lemmata über enzyklopädisch relevante Frauen der Zeitgeschichte, die noch keinen Artikel haben. So entstanden über 60 neue Artikel, die in den meisten Fällen ein hohes enzyklopädisches Niveau haben. Da aber Wikipedia immer auch ein „offenes Projekt“ sein möchte (jeder kann irgendwie mitmachen), besteht stets die Gefahr, dass so weniger gehaltvolle Texte zwecks Provokation, Störung oder aus anderen sachfremden persönlichen Motiven beigesteuert werden. In diesem Fall waren es knapp 20 Texte, durchwegs dürftige Maschinenübersetzungen von extra dafür eingerichteten Einzweckaccounts oder Sockenpuppen zu vorwiegend amerikanischen Pornodarstellerinnen, natürlich alle mit minderwertigen Fotos. Diese Texte entsprechen zwar im (zu prüfenden) Einzelfall den Relevanzkriterien der Redaktion Pornografie, sind jedoch qualitativ nicht der Rede wert. Das Ziel der Veranstalter, ein Stück weit zum Verringern des Gender Gap auch in den Artikeln beizutragen, ist nach wie vor ein sehr wichtiges! Zukünftige Edith-a-thons sollten daher thematische Vorgaben entwickeln, gern auch zur Pornografie, doch dann auf einem enzyklopädischen und sprachlichen Niveau, das sich sehen lassen kann. Sc, 1. April 2018

Publikums- u. Reviewpreis des 28. Schreibwettbewerbs

Wie jedes halbe Jahr haben auch die Autorinnen und Autoren des 28. Schreibwettbewerbs unsere Enzyklopädie mit einer Reihe von herausragenden Artikeln beglückt. Die Nominierungsfrist ist seit wenigen Stunden abgelaufen, sodass nun die Leserschaft im Rahmen des Publikumspreises die Wahl hat, welcher Beitrag ganz besonders gefällt. Dabei sollte auch dieses Jahr für jeden etwas interessantes zu finden sein, so darf man sein Wissen über Spargelgewächse mehren, sich zu Krabbencocktails weiterbilden, sich an den Schnittstellen von Veganismus und Punk bewegen sowie etwas über Goethes Ansichten zu Kindstötungen erfahren. Die Stimmabgabe (drei, nicht gehäufelt) erfolgt wie immer per E-Mail. Darüber hinaus sind die Autoren aufgerufen, sich am Reviewpreis zu beteiligen. ɦ, 1.4.

Wikimedia Foundation entzieht CheckUsern auf zhwiki die Rechte

Heute Nacht hat die Wikimedia Foundation sämtlichen lokalen Checkuser-Berechtigten der hochchinesischsprachigen Wikipedia die Rechte entzogen (Ankündigung auf Englisch) und diese Tätigkeit auf die Stewards rückübertragen; auch Neuwahlen werden untersagt. Als Begründung werden dafür Sicherheitsbedenken genannt, die aufgrund der Natur ihrer Sache jedoch nicht veröffentlicht werden können. Die Resonanz in der Community (soweit man dies von automatisierten Übersetzungen ins Englische erschließen kann) ist nachvollziehbarerweise gedämpft, verkompliziert dies doch die Meldeprozesse, da es aktuell auch keine chinesischsprachigen Stewards gibt, und stellt dies einen Eingriff in die Souveränität des Projektes dar. Es wird spekuliert, ob dies auf eine mögliche Weitergabe von Checkuser-Daten zurückzuführen ist.DH, 30.3.

4. Auswertung des Förderbarometers

Die Ergebnisse aus dem vierten Auswertungszeitraum der Förderbarometer-Befragung von Wikimedia Deutschland für den Zeitraum vom 1. Dezember 2017 bis 28. Februar 2018 sind jetzt ausgewertet worden und einsehbar. Insgesamt gingen 132 Antworten ein. Auch diesmal geht der Dank an alle die sich an der Befragung beteiligt haben. NR (WMDE), 29.03.

Visual Editor braucht ein Kindermädchen

Leider sind die Benutzer nicht ausreichend geschult um das tolle Tool VisualEditor zu bedienen und so passieren immer wieder seltsame Edits. Ich habe daher eine Seite gebastelt, auf der die letzten 2000 Edits mit der Markierung Visuelle Bearbeitung auf verunglückte Links überprüft werden können. Es wird viel gefiltert, doch etliche Falsch-Positive bleiben dennoch übrig. Die mehrmals täglichen Unfälle, wie zum Beispiel [[27. März|27. Juni]], sollten dennoch recht schnell gefunden werden. Wu, 27.03.

Anmerkung: Bereits seit einiger Zeit wird unter phab:T55973 über eine mögliche Lösung dieses Problems diskutiert. Kommentare und Vorschläge dort könnten dabei helfen, schneller zu einer Lösung zu gelangen. Cd, 27.03.

WikiCon 2018 findet vom 5. bis 7. Oktober statt

Der Locationfindungs-Prozess des Organisationsteams für die WikiCon 2018 in der Schweiz ist weit fortgeschritten. Leider ziehen sich die Verhandlungen mit den letzten beiden Locations etwas in die Länge. Um euch die Planung zu vereinfachen, wollen wir aber schon mal das Datum kommunizieren. Die WikiCon 2018 wird vom 5. bis 7. Oktober in der Ostschweiz stattfinden (unter dem Vorbehalt, dass es mit einer dieser beiden Locations zum Vertragsschluss kommt). Bitte notiert euch dieses Datum – wir freuen uns darauf, möglichst viele begeisterte Wikipedianer anfangs Oktober in der Schweiz willkommen heissen zu dürfen. Gestumblindi, 26.3.

NASA sucht Wolkenphotos

Die NASA sucht für ein wissenschaftliches Projekt weltweit Photos von Wolken aus dem Zeitraum 15. März 2018 bis 15. April 2018. Näheres siehe https://www.meero.com/en/news/photography/130/Nasa_Needs_Your_Help --Jörgens.Mi Diskussion 09:56, 26. Mär. 2018 (CEST)

Tippspiel Paris–Roubaix

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Heute in zwei Wochen wird das rustikale Eintagesrennen Paris–Roubaix zum 116. Mal seit 1896 ausgetragen, das seit vielen Jahren in der „ruhmreichen“ Radrennbahn von Roubaix endet. Wie jedes Jahr kann wieder und fast schon traditionell getippt werden, wer das Rennen gewinnt – dieses Mal erweitert durch Tipps auf den zweiten und dritten Platz. Über zahlreiche Teilnahme würde ich mich freuen.Ni. (25.3.)

Anmeldeschluss für GLAM-on-Tour am 1. April

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Vom 12. bis zum 15. April macht Wikimedia einen Halt bei der Migros, einem der beiden grossen Schweizer Detailhändler. Veranstaltet wird der Anlass von Wikimedia Schweiz in Zusammenarbeit mit dem Migros-Kulturprozent und dem Historischen Firmenarchiv des Migros-Genossenschafts-Bundes (MGB). Dabei stehen historische Unterlagen aus dem MGB-Archiv zur Verfügung.

Zum ersten Mal wagen wir den Versuch, ein Firmenarchiv zu studieren und auf brauchbare Inhalte für Wikipedia zu untersuchen. Das besondere Engagement von Migros-Kulturprozent macht es möglich, die Veranstaltung weitgehend von unserem Gastgeber finanzieren zu lassen. Die Autoren haben hier eine besondere Sorgfaltspflicht bei der Beurteilung neutraler Quellen. Eine Beeinflussung muss verhindert werden. Nicht weniger spannend ist das Programm selbst. Neben einem Besuch des Gottlieb Duttweiler Instituts und des Parks im Grüene wird es zwei Podiumsdiskussionen geben, bei der auch die Öffentlichkeit eingeladen ist. Sie laufen beide parallel zu unserer Schreibwerkstatt, so dass für eine grosse Öffentlichkeitswirkung gesorgt ist.

Für die Veranstaltung sind keine besonderen Voraussetzungen zu erfüllen. Es gibt noch wenige freie Plätze (Projektseite GLAM-on-Tour bei der Migros). Unbedingt empfehlenswert für alle Teilnehmenden ist dieser Film. Anmeldeschluss ist der 1. April. Lantus, 24.03.

InternetArchiveBot gestartet

Gut fünf Monate nach Ende des Meinungsbilds zum Boteinsatz bei toten Links und kurz nach dem 17. Geburtstag unseres Projekts hat der InternetArchiveBot endlich seine Arbeit aufgenommen. Er markiert defekte Links in Einzelnachweisen und ergänzt nach Möglichkeit einen Link auf eine passende Archivversion. Der Bot, der in Kooperation mit dem Internet Archive entwickelt wird hat in der englischsprachigen Wikipedia bereits über 2,6 Millionen Bearbeitungen vorgenommen und ist auch in zahlreichen anderen Wikipedia-Sprachversionen aktiv.

Der Bot hat am Abend des 22. März mit dieser Änderung im Artikel Wara-Kloster begonnen. Es wird sicherlich noch eine ganze Weile dauern, bis jeder der über zwei Millionen Artikel zum Auftakt einmal überprüft wurde. Da seit einiger Zeit so gut wie alle neu in Artikel eingefügte URLs automatisch archiviert werden, wird der Bot auch anschließend einen erheblichen Teil dazu beitragen, das Problem defekter Weblinks in Einzelnachweisen einzudämmen. Cd, 23.03.

Neues Tool zur Überprüfung verlinkter Personen

Wie einige schon bemerkt haben, sind in den letzten Monaten etliche Geburts- und Sterbedaten korrigiert worden. Es gibt nun eine neue Toolseite, auf der man einzelne Seiten auf Unterschiede bei Geburts- und Sterbedatum überprüfen kann. Überprüft werden verlinkte Personen in deren Kontext Lebensdaten gefunden werden. Diese Lebensdaten werden mit dem Eintrag in der Vorlage:Personendaten verglichen und bei Unterschieden ausgegeben. Als Beispiel die Seite Chiemgau oder die Jahresseite 2000. Kommentare und Kritik bitte hier. Wu, 22.03.

Akkreditierungen für die re:publica2018

Auch in diesem Jahr gibt es wieder die Möglichkeit für bis zu 5 Aktive aus der Community an der re:publica 2018 teilzunehmen und dafür eine Presseakkreditierung über Wikimedia Deutschland zu erhalten. Alle Informationen gibt es auf der Projektseite Wikipedia:Förderung/re:publica2018, Interessierte melden sich bitte bis zum 17. April 2018. sandro (wmde), 22.03.

Wikimedia CEE Spring 2018 gestartet

Wie zu jedem Frühlingsbeginn hat heute auch die heurige Ausgabe des Artikelwettbewerbs CEE Spring begonnen (engl. CEE für Zentral- und Osteuropa). Ziel des bis Ende Mai dauernden Artikelwettbewerbs ist es, diese Länder und Regionen in Wikipedia mit mehr Artikeln zu beleuchten und damit auch das Interesse und Verständnis füreinander zu stärken. Dieses Jahr nehmen 28 Communities in 24 Sprachen der Wikipedia daran teil, jede Community hat auch für jene, die nach Inspiration suchen, eigene Artikellisten mit Vorschlägen erstellt, wo der ein oder andere Artikel auch in der deutschsprachigen Wikipedia noch fehlen könnte.

Als Sonderaktion gibt es dieses Jahr auch einen Schwerpunkt zu Artikeln über Frauen aus dem zentral- und osteuropäischen Raum, bei dem Postkarten aus allen möglichen Teilen der östlichen Hälfte des Kontinents auf die Gewinner warten! B., 21.03.

Spiel-dein-Leben-Onlinekongress

In einem Onlinekongress hat Nando Stöcklin (Benutzer:Napa) in den vergangenen Tagen Interviews mit Gesprächspartnern zum Thema Spiel präsentiert. Kernpunkt der Gespräche mit Gerald Hüther, Tanja Mairhofer oder Michael Bordt war, dass Spielen das neue Lernen und Arbeiten im 21. Jahrhundert sei, mit dem Vorteil, dass es seit jeher als selbstbestimmte Aktivität wahrgenommen wurde. Nando ist ein ehemaliger Admin sowie Gründungsmitglied von WMCH. Er hat sich auch schon beruflich mit Wikipedia befasst. Aktuell forscht er zur Gamification im Bildungswesen. Pkh, 18.03.

Breaking News: Neuste Strategie von YouTube

Die neuste Strategie sozialer Netzwerke wie YouTube sorge bei Wikimedia für schlechte Laune, gibt Tagesschau.de bekannt. Um gegen Verschwörungstheorien vorzugehen, werde nun jeder entsprechende Bericht mit dem dazugehörigen Artikel der Wikipedia verknüpft. It, 15.03.

Breaking News: WLE 2018

Der Fotowettbewerb Wiki Loves Earth 2018 fällt in diesem Jahr in Deutschland aus. Es gibt einfach nicht genug Interessenten, die mitmachen wollen. Kurznachricht von nf, 12.3.
P.S. Wie immer haben sich doch noch ein paar mutige gefunden, eine Jury wird derzeit gesucht. Ordercrazy (Diskussion) 16:27, 14. Mär. 2018 (CET)

Noch bis Montag: Feedback zum neuen Ansatz für Bearbeitungskonflikte geben (Technische Wünsche)

Noch bis einschließlich kommenden Montag, 12.03., sind alle herzlich eingeladen, ihre Einschätzungen zum alternativen Ansatz für die Bearbeitungskonfliktseite zu geben. Es sind keine besonderen Vorkenntnisse nötig.
So könnte die neue Bearbeitungskonfliktseite aussehen

Danke an alle, die bereits mitgemacht haben!

Wer künftig direkt auf der eigenen Diskussionsseite über neue Feedbackrunden informiert werden möchte, kann sich hier eintragen. js (wmde), 09.03.

Informatik Sammlung Erlangen

Ich weiss nicht, wohin damit, will es aber nicht versenken: Nach einer Anfrage ans ISER [ = Informatik-Sammlung Erlangen], ob ein Wikipedianer Fotos vom Siemens PT88 aus der dortigen Sammlung machen könnte, bekam ich folgende Email (Namen sind entfernt):

Kopie____________

Lieber Herr xxxxxxxxxxxxx,

aber sicher könnte jemand zu uns kommen und das Gerät fotografieren. Wir müssen nur einen Temrin finden.

Gegen eine Zusammenarbeit mit Wikipedia haben wir gar nichts einzuwenden. Wir sind nur knap an personellen Ressourcen und müssen planen können. Wenn wir die Wikipedia unterstützen können, sind wir gerne dabei.

Viele Grüße,

xxxxxxxxxxxxx 


Gerne möchte ich Sie noch auf unsere ZUSE-Vorführungen hinweisen und herzlichst einladen.

Die nächsten Vorführungen finden am 08.02., 22.02., 08.03., 22.03., 05.04., 19.04., 03.05., 17.05., 14.06., 28.06., 12.07. und 26.07. von 15:00 - 17:00 Uhr statt. Bitte melden Sie sich per Mail unter iser@fau.de an

Weitere Informationen zu Terminen mit Flyern und die Anfahrt Skizze finden Sie unter http://www.iser.uni-erlangen.de/ unter Aktuelles.

Ende Kopie____________

Wenn also Fotos von technischen Objekten bei uns fehlen, das ISER ist offen für die Wikipedia. Die Sammlung besteht zur Zeit laut Webseite aus über 1400 Objekten. nf 08.03.

Aktuell: Ich bekam heute eine Einladung zum Fototermin. Der Auslöser war eine Anfrage bei mir, bezüglich eines Druckers von Jmv. Ich bin einfach zu weit weg, um den Termin wahrzunehmen. Vielleicht hat ja jemand aus der Region Nürnberg ein Interesse, dann mailt mich an. Ich organisiere alles weitere. Gruss --Nightflyer (Diskussion) 22:57, 29. Mär. 2018 (CEST)

Panoramafreiheit in Albanien

Erfreuliche Nachrichten aus Albanien: Man hat auf Wikimedia Commons kürzlich festgestellt, dass Albanien seit einer Gesetzesänderung 2016 über eine Regelung der Panoramafreiheit verfügt, die ungefähr jener im deutschsprachigen Raum entspricht (Artikel 82 des albanischen Urheberrechtsgesetzes), womit nun neuerdings auch Bilder moderner Skulpturen und Architektur aus Albanien problemlos nach Commons hochgeladen werden können, siehe {{FoP-Albania}}. Viele in den letzten Jahren gelöschte Bilder wurden bereits wiederhergestellt. Gestumblindi, 7.3.

Beleidigungen nur noch mit Lizenzgebühr

Der qatarische Geschäftsmann Abu Fulus hat sich bei der Wikimedia Deutschland sämtliche Rechte an Beleidigungen und Herabwürdigungen auf der Domain de.wikipedia.org gesichert. Ab sofort ist für jede Beleidigung eine Lizenzgebühr in Höhe von 2,50 $ fällig. Der Rechteerwerb steht nicht im Zusammenhang mit Bestrebungen, Hasskommentare einzudämmen. Im Gegenteil, die Investition Abu Fulus’ soll sich spätestens nach 3,5 Jahren amortisieren. Als zusätzlicher Anreiz soll ab 1. April eine Flatrate für Artikel- und Benutzerdisks angeboten werden. Die Schimpfwortdichte im Metabereich erachtet Abu Fulus als ausreichend, so dass Fördermaßnahmen hier entfallen. Koen 07.03.

Sichtungsrückstand

Moin zusammen,
nachdem in der letzten Zeit der Sichtungsrückstand länger unter 30 Tage lag, ist er nun wieder angestiegen, und liegt wieder knapp über 30 Tage. Es wäre schön, wenn ihr mithelfen könntet, das etwas zu reduzieren, sofern ihr es noch nicht tut.
Wen das ganze Thema interessiert, den könnte vielleicht auch das WikiProjekt Sichten interessieren, oder meine Statistiken zu dem Thema. Luke 04.03.

Zwei glückliche Wikipedianer haben sich gefunden!

Kaum zu glauben, aber kurz nach der Eröffnung der Technikbörse wurde das erste angebotene Geschenk angenommen. Vitavia hat einem unbekannten Mitarbeiter ihre Knipse geschenkt. Super schnell und problemlos! Ganz ganz vielen Dank dafür!

Allerdings: Trotz Hinweis hier im Kurier, im Autorenportal und in der Wikimedia:Woche 8/2018 gibt es nur 38 Beobachter dieser Seite. Deutet das auf ein geringes Interesse oder fehlende Werbung hin? Niemand kann wissen, was die Zukunft bringt! Und wenn irgendetwas statt im Recyclinghof landet und einen neuen Besitzer findet, dann freuen sich weitere zwei Wikipedianer. Nur mal so dahingesenft… nf 02.03.

Da könnt ihr lange Warten

Wartungsbausteinwettbewerb-Jubiläum

Vor einem Monat löste ein Kurierbeitrag eine angeregte Debatte über Qualitätsmängel und Qualitätssicherung in der Wikipedia aus. Ein neues Qualitätskonzept ist nicht in Sicht, aber eines der erfolgreichsten Projekte zur Qualitätsverbesserung geht bereits in seine 40. Runde: Der Wartungsbausteinwettbewerb startet seine Winterausgabe 2018. 15 Tage lang, also fast in Olympia-Länge, geht es wieder darum, Artikel zu verbessern, die mit Bausteinen markiert sind. Der „Olympische Gedanke“ sollte schon Antrieb genug sein, jeder Beitrag ist ein Fortschritt für die Wikipedia. Aber natürlich geht es auch beim WBW um Gold, Silber und Bronze, um Mannschafts- und Einzelmedaillen. Also nehmt euch die Zeit und kommt aus dem Olympialoch. Sucht euch in euren Lieblingsthemen oder den Bonusthemen Artikel, die verbessert werden wollen, und beteiligt euch am gemeinsamen Schreiben und Recherchieren. Am Sonntag geht es los, zur Anmeldung geht es hier: WP:WBW/A. HvW 01.03.