Wikipedia:Kurier/Ausgabe 02 2014

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Eure Mitarbeit ist gefragt!

Gerne mache ich hiermit auf die Umfrage einer Studentin aus der Schweiz aufmerksam:
"Hallo zusammen, ich heisse Leonie, bin 26 Jahre alt und Studentin der Medien- und Kommunikationswissenschaft an der Université de Fribourg (Schweiz). In meiner Masterarbeit beschäftige ich mich mit EUCH, den deutschsprachigen Wikipedianerinnen und Wikipedianern aus Deutschland, Liechtenstein, Österreich und der Deutschschweiz. Mein wissenschaftliches Interesse besteht darin, die Zusammensetzung der deutschsprachigen Community besser zu verstehen. Aus diesem Grund bin ich auf eure Mithilfe angewiesen und wäre dankbar für eine rege Beteiligung bis Freitag, 28. März 2014. Der folgende Link zum Online-Fragebogen führt euch direkt zur Umfrage: https://student.unifr.ch/survey/go/index.php/341639/lang-de-informal
Die Beantwortung dauert rund 10 Minuten. Deine Anonymität ist selbstverständlich gewährleistet.
Ganz im Sinne der unbeschränkten Zugänglichkeit von Informationen stelle ich meine Arbeit im Juli 2014 unter eine freie Lizenz. Als Dankeschön für eure Zeit und Unterstützung spende ich ausserdem für jeden auswertbaren Fragebogen einen Euro bzw. einen Schweizerfranken an das jeweilige Wikimedia-Chapter. Gerne könnt ihr euch bei Fragen an mich wenden: leonie.ehrlatoutlook.com." (MS, 28.02.)
Update: Die Umfrage wurde aufgrund von Rückmeldungen einzelner Wikipedianer angepasst und aktualisiert. Der Link im obigen Text führt euch zur aktuellen Version.

Anoraks, Biermaße und Kreuzeszeichen

Restaurationsbrot des Anstoßes von einem Einhorn

Gehen Kriege und Kontroversen in Wikipedia und der richtigen Welt wirklich um Materielles, etwa Rohstoffe oder Energie? Natürlich nicht – das Lemma Krieg ist ähnlich wie Ehe ein Musterbeispiel für grundlegend schlechte grundlegende Artikel hier. Echte Kriegsgründe sind Symbolik, Eitelkeiten, Wahnsinn, Beziehungsknatsch, Langeweile und Erziehungsdefizite, grad bei Jünglingen aus gutem Hause, vom Alexanderzug über Troja, 1618187019141939 bis hin zu Bush und Bin Laden. Bei Napoleon und den Kreuzzügen gings um Rechts- und Ordnungsysteme, Begrifflichkeiten und Hoheit über symbolische Räume, beim überaus blutigen und brutalen Sepoyaufstand schlicht um die Weigerung, in als böse erkanntes Schmalz zu beißen.

Gnothi seauton, Wikipedianer

Natürlich ist das auch bei Wikipedia keineswegs anders. Erbittert gestritten wird um die Zuordnung vom Donauturm und den Restaurationsbroten und ähnlich zentrale Dinge. Die Quellenlosigkeit des Biermaßes brodelt seit Jahren vor sich hin. By the way, was für ein Oxymoron, Biergläser sind zumeist quellen- beziehungsweise ausschanknah. Solche Konflikte und die Betonung von Ordnungssystemen, eine gewisse Obsession dabei gar gilt als typisch für Nerds, Geeks sowie die neuerdings hier eingeführten „Anoraks“. Medizinisch wird das Asperger-Syndrom dabei angeführt, eine milde Form des Autismus oder nach Baron Cohen eine etwas extremer ausgeprägte (und nicht geschlechtsspezifisch begrenzte) Form des ganz normalen Männerhirns. Womit wir wieder beim Ausgangspunkt wären, sprich der Krieg (vor allem der um Symbole) ist zutiefst menschlich.

Ähnlich ist das auch bei den genealogischen Zeichen. Man kann mittlerweile in Lemmata wie Diskriminierung von Atheisten, Religionspolitik oder Konfessionslosigkeit die fachwissenschaftliche Diskussion ablesen. Demnach mögen zwar die hierzulande organisierten Atheisten gerne ihr Leitbild als herrschende Position in der Religionspolitik verankern. Das ist aber staatsrechtlich wie politisch völliger Mumpitz. Neutralität bedeutet NICHT Vorrang der Nichtgläubigen. Weder ist Atheismus alleiniges Leitbild unserer Verfassung noch der Staat in der Pflicht, Erfolgsgleichheit diverser Splittergrüppchen mit den Volkskirchen herzustellen.

Wie ist demnach die Wikipedia-Kontroverse um die genealogischen Zeichen zu deuten? Selbstverständlich gestatten bereits jetzt die herrschenden Richtlinien neben der generellen, imho nach wie vor sinnvollen Verwendung der genealogischen Zeichen wo es Sinn macht begründete Ausnahmen. Das geht alles mit den geltenden Richtlinien. Ich verstehe daher keineswegs, wieso das Postulat einer ausnahmslosen Verwendung hier überhaupt ernsthaft diskutiert oder akzeptiert wird. Entsprechende Sperren sind genausowenig berechtigt wie gegen die in Deutschland bewährte und sogar in einer einschlägigen Norm urdeutsch festgelegte Verwendung mit zig MBs bis hin zu, besonders albern, drolligen Aufrufen zum zivilen Ungehorsam anzurennen. Es braucht nicht mehr als Ausführungsbestimmungen für sinnvolle RK-Ausnahmen. Formuliert die endlich! Man diskutiere nicht mehr in Heinz Erhardt-Manier über noch’n MB und noch’n MB – wie bei den Studentenverbindungen, wo kürzlich empfohlen wurde, noch’n MB zu schreiben und dabei endlich „Brain“ sprich Hirnschmalz einzusetzen. Na, wo war das nu denn vorher? –, sondern mache sich endlich daran, für sinnvolle Ausnahmen sinnvolle Regeln einzuführen. (Serten, 28.02.)

Und dennoch wird ständig gegen diese Selbstverständlichkeit verstoßen, wie das Beispiel Ariel Scharon drastisch vor Augen führt … Benutzer:Rettet den Sonnabend 12.03.

Kein Weimar, keine Zensur – nur ein Zwergenaufstand

Die Wogen der Empörung schlagen hoch, es wird zu zivilem Ungehorsam aufgerufen, die Demokratie ist in Gefahr! Ist sie das wirklich? Ja, natürlich. Wie so oft präsentiert die Basisdemokratie ihre Fähigkeit zur Selbstzerstörung. Wir haben derzeit die faktische Verpflichtung zur Verwendung genealogischer Zeichen. Diese Praxis ist durch mehrere Meinungsbilder seit 2005 bestätigt worden. Ich halte sie für falsch und stehe damit offenbar nicht alleine. In neun Jahren kann sich gerade auch in solchen konfliktträchtigen Bereichen die Wahrnehmung und die Mehrheitsmeinung ändern. Die zwischenzeitlich durchgeführten Meinungsbilder waren ganz ohne Zweifel teilweise durch die in andere Konflikte involvierte Person des Initiatoren belastet. Jetzt, 2014, ein neues Votum der Community einzuholen ist angebracht, und das hat nichts mit „Abstimmen bis das Ergebnis passt“ zu tun. Das ist der Weg, der Unterstützung verdient. In ausgewählten Artikeln, vielen Artikeln oder systematisch in allen Artikeln die genealogischen Zeichen zu entfernen, damit Edit-Wars zu provozieren, und eine gültige, durch mehrere Meinungsbilder bestätigte Praxis anzugreifen ist kein achtenswerter Akt des „zivilen Ungehorsams“. Es ist Vandalismus. Ein öffentlicher Aufruf zum Vandalismus ist nicht akzeptabel. Ein derartiges Vorgehen diskreditiert all diejenigen, die mit demokratischen Mitteln eine Änderung der Beschlusslage herbeiführen wollen. Es gefährdet die von einem großen Teil der Community angestrebten Änderungen. Und es wäre ein gefährlicher Präzedenzfall in Bezug auf jede von der Community getroffene Regelung. Einen öffentlichen Aufruf zum Vandalismus zu entfernen ist keine Zensur, es ist ein notwendiger Akt zum Schutz des Projekts. (Ci, 26.02.)

Weimarer Verhältnisse – Was die Causa Genealogische Zeichen über das Selbstverständnis einiger Benutzer, ihre Demokratiefähigkeit und innerwikipedianische Vernetzungen aussagt

Da empören sie sich, die Besserbenutzer, Premiumautoren und Gutmenschen. Genealogische Zeichen sind ihnen schon lange ein Dorn im Auge, manchen im Auftrag der Neutralität, vielen mehr wohl zu einem gehörigen Teil auch aus purer Lust am Stunk machen. Und, oh weh! in den Regeln stehen die genealogischen Zeichen als in Biographien zu verwenden drin. Was also tun, wo das urdemokratische Prinzip eines Meinungsbildes diese Regel beibehalten will? Einfach wieder und wieder wählen, was in der Weimarer Republik schon so gut funktioniert hat erscheint ihnen hier als noch besseres und urlegitimes Mittel. Diese Wahlen gehen das eine aufs andere Mal mit sich radikalisierenden Angriffen auf die andere Seite einher. Aber das scheint nicht allen zu reichen. Manche halten sich für so wertvoll, für solche an das übermenschliche heranreichende Individuen die die dumpfen Massen zu einer besseren Zukunft führen müssen, dass sie auf die Demokratie die ihnen ihre neutralistisch-religionsfrei gegebene Bestimmung verwehrt gleich ganz verzichten. Es kommen offene Aufrufe, die in Mehrheitsmeinung beschlossenen Regeln mit wikipediakrimineller Energie in Eigenregie abzuschaffen, die gewählten Beschützer des demokratischen Systems nieder zu mobben. Und mit welcher Begründung? Mit der Aushebelung eines der wichtigsten Prinzipien der Wikipedia, der Allgemeinfreiheit des Inhalts, indem so genannte Hauptautoren die Artikel zu ihrem Eigentum erklären sollen. Strafe müssen sie nicht oder kaum fürchten. Sie sind vernetzt, haben potentielle Kritiker bereits im Vorfeld mundtot gemacht und gehen nun frei nach dem Prinzip vor: Habe ich im System genügend Unterstützer, kann ich mit Posing-Bildern handeln wie ich will, ich werde schon geschützt.

Dieser Artikel ist bewusst überspitzt geschrieben, soll damit aber verdeutlichen worum es hier geht. Da ist eine Riege von Benutzern, die sich in völliger Realitätsferne mit allgemein positiv bewerteten Aufstands- und Revolutionsbewegungen vergleicht. Wenn überhaupt ist sie in ihrer Radikalität mit der sie gegen die Wikipediaregeln wie Gleichheit der Benutzer und demokratische Wahlen vorgeht mit der aktuellen Protestbewegung in Thailand, und das auch nur wenn man noch einen Funken Höflichkeit verwendet, zu vergleichen. Wollen wir es uns bieten lassen, unsere Regeln von einer kleinen Riege im System vernetzter Benutzer an der Mehrheit vorbei mit Gewalt verändern und aushebeln zu lassen? (Bz, 26.02.)

Die Autoren proben den Aufstand

Dass ein Aufruf zum Widerstand gegen die sogenannten genealogischen Zeichen in einer deutschen Wikipedia von administrativen Ordnungshütern wegzensiert wird, ist klar, sie können nicht anders. Das ist immer so bei sich anbahnenden Umwälzungen, die Bürokraten, Regelpedanten, Uniformitätsfreunden und sonstigen Kleinbürgern Angst machen. Der erste Tag verlief aber recht ruhig. Es gab ein paar kleine Edit-Wars in Biografieartikeln zeitgeschichtlicher Personen über die neutrale Bezeichnung ihrer Lebensdaten, eine opulente Diskussion über Zensur und es lief natürlich auf das administrative Einfrieren der betroffenen Artikel in der unneutralen Version hinaus. Ein Teil unserer formalistischen Admins zieht nun mal die Uniformität dieser Artikel einer neutralen Version, wie sie sonst überall in der Wissenschaft und Forschung längst Standard ist, vor. Unterstützt von eher artikelfernen Helfern, die glauben, dass ein Agieren gegen den Willen der Hauptautoren dazu dient, die gewünschte Friedhofsruhe herzustellen. Schließlich war schon immer Rrrruhe die erste Autorenpflicht! Es gab etwas Hickhack, ein paar Beleidigungen und natürlich Autorensperren, nebst Sperrprüfung und sonstigem Zubehör. Neue Feindschaften bildeten sich, aber auch neue Freundschaften. Wir werden sehen, wie es weitergeht. (Sc, 26.2.)

Aufruf zum zivilen Ungehorsam

Im Geiste Gandhis vorwärts!

Administratoren haben in den vergangen Tagen zwei längere Sperren gegen altgediente Wikipedianer verhängt, weil sie meinten, sie müssten Steinzeit-Regeln in Bezug auf Zeichen durchsetzen, die Geburt und Tod markieren sollen.

Ändert darum ab sofort die Zeichen „*“ und „†“ in jedem Artikel, in dem ihr Hauptautor seid. Wählt eine neutrale Variante, eine solche, wie sie in der übergroßen Mehrheit der anderssprachigen Wikipedias ebenfalls verwendet wird. Lasst euch von Sperrandrohungen und von überholten „Meinungsbildern“ nicht ängstigen! Jagt diese *-†-Regel vom Hof, so wie der Majdan den Autokraten von Kiew! (AC)

Erneut: Gemeinfreie Bilder auf Commons und URAA

Bekanntlich hatte der amerikanische Supreme Court vor zwei Jahren in dem Fall Golan vs. Holder entschieden, dass der Uruguay Round Agreements Act (URAA) mit der amerikanischen Verfassung vereinbar und daher wirksam sei. Infolge des Urteils fiel der Status der Public Domain bzw. der Gemeinfreiheit für viele Bilder auf Wikimedia Commons nachträglich weg. Die Wikimedia Foundation hatte in einem Memo und in einer Stellungnahme Anfang 2013 eingeräumt, dass auch nach ihrem Dafürhalten „auf ihren Servern Werke“ gehostet werden, „die inzwischen möglicherweise wieder dem Urheberrecht unterliegen.“

Nach der Löschung erster Werke unter anderem von Max Liebermann auf Commons kam es zu einer umfangreichen Diskussion darüber, ob man nach dem Vorbild von Wikilivres die Bilder auf einen sicheren Server außerhalb der USA verlagern sollte – ein Anliegen, gegen das sich die Wikimedia Foundation in besagter Stellungnahme gewandt hatte und das auch aus anderen Gründen nicht praktikabel erschien, wie Jan Engelmann am 6. Februar 2013 mit einer ausführlichen Begründung dargelegt hatte.

Seitdem war es um diese Fragen ruhiger geworden, jedenfalls hatte der Kurier nicht mehr über das Supreme-Court-Urteil, den URAA und die Folgen berichtet.

Ende Januar 2014 ist in das Thema nun wieder Bewegung gekommen. Wikimedia Israel hat in einem Brief an das Board of Trustees der Wikimedia Foundation sich auf den Standpunkt gestellt, bei dem URAA und der Gerichtsentscheidung Golan vs. Holder handele es sich um einen Fall, der in seinen Auswirkungen mit der damaligen Gesetzgebung zu PIPA/SOPA vergleichbar sei. Die Stiftung könne und solle deshalb – wie einst bei PIPA/SOPA schon – „alles in ihrer Macht stehende unternehmen, um die betroffenen Bilder auf Commons zu erhalten und sicherzustellen, dass sie in der Public Domain verbleiben können. Es ist klar“, führt das israelische Chapter aus, „dass die Community nur widerwillig damit beginnt, diese Bilder zu löschen. Um aber die Rechtmäßigkeit der Wikimedia-Projekte sicherzustellen, bedarf sie dabei der Unterstützung der Wikimedia Foundation. Wir sind uns sicher, dass diese Angelegenheit schnell behoben wäre, wenn die Foundation sich hier ebenso wie im Fall PIPA/SOPA engagieren würde.“ Für den Fall, dass die WMF untätig bliebe, erwäge man die Übertragung auf Server in anderen Staaten – unter anderem Israel ist hierfür im Gespräch. Vor allem die Auswirkung auf GLAM-Aktivitäten in der ganzen Welt sei katastrophal. Darüberhinaus sei es nicht möglich, in jedem Fall zu belegen, dass eines der Bilder doch weiterhin frei verwendet werden dürfe, um im Streitfall die Löschung zu verhindern.

Die Aktionen gegen SOPA hatten Anfang 2012 in der deutschprachigen Wikipedia zu einem Protestbanner und in der in englischen Wikipedia zu einem Blackout geführt.

Wikimedia España hat sich dem israelischen Aufruf mittlerweile angeschlossen.

Jan-Bart de Vreede vom Board of Trustees hat am 20. Februar 2014 klargestellt, dass die WMF den URAA ablehne. Man habe gemeinsam mit der Electronic Frontier Foundation versucht, ihn zu verhindern, sei damit aber bei Gericht gescheitert. Löschungen auf Commons nehme die Stiftung nur aufgrund von Abmahnungen nach dem DMCA im Einzelfall vor und überlasse alles weitere der Community (das ist die übliche Haltung der WMF in solchen Dingen; in diesem Fall dürfte sie vorteilhaft sein). Die Rechtsabteilung arbeite an einer weiteren Stellungnahme zu der Frage, ob es machbar wäre, Bilder außerhalb der USA zu hosten. (A, 23.2., via RAW)

Nachtrag: Auf Commons wurde ein Meinungsbild zur Wiederherstellung gelöschter URAA-Dateien gestartet. (ray, 25.2.)

WMF möchte Nutzungsbedingungen ändern: Offenlegung bezahlten Bearbeitens

Das Legal Department der Wikimedia Foundation hat am 19. Februar einen Vorschlag zu einer Änderung der Nutzungsbedingungen der Wikimedia-Projekte unterbreitet. Dieser Vorschlag steht nun 30 Tage zur Diskussion, und wird danach in einer angepassten Variante dem Kuratorium der Foundation vorgeschlagen. Das Legal Department schlägt vor, die Nutzungsbedingungen zu erweitern, um den Abschnitt:

Diese Nutzungsbedingungen verbieten es, betrügerische Aktivitäten auszuführen, einschließlich Verschleierung oder falscher Darstellung einer Partnerschaft, betrügerisches Auftreten oder Identitätsbetrug. Um die Erfüllung dieser Pflichten sicherzustellen, müssen Sie Ihren Arbeitgeber, Ihren Kunden und Ihre Zugehörigkeit in Bezug auf alle Beiträge zu Wikimedia-Projekten, für die Sie eine Vergütung erhalten, bekanntgeben. Diese Offenlegung müssen Sie auf mindestens eine der folgenden Arten vornehmen:

  • Einer Erklärung auf Ihrer Benutzerseite,
  • Einer Erklärung auf der Diskussionsseite, die bezahlte Beiträge begleitet, oder
  • Einer Erklärung in der Zusammenfassungszeile, die die bezahlten Beiträge begleitet.

Geltendes Recht oder Richtlinien der Gemeinschaft und der Stiftung – wie die zur Regelung von Interessenskonflikten – können bezahlte Beiträge weiter einschränken oder detailliertere Angaben erfordern. Für weitere Informationen dazu lesen Sie bitte unsere Hintergrundinformationen zur Offenlegung von bezahlten Beiträgen.’’

Die Konsultationsphase der Foundation läuft 30 Tage bis zum 21. März. Bereits jetzt kann sich jedes interessierte Communitymitglied auf der dortigen Diskussionsseite auf dem Meta-Wiki von Wikimedia einbringen.

Um aber eine möglichst breites Stimmungsbild und eine möglichst informierte Meinung der deutschen Community in die Diskussion zu tragen, wird Wikimedia Deutschland Unterstützung anbieten. Auf Wikipedia:Wikimedia/Nutzungsbedingungen zu bezahlten Beiträgen möchte Wikimedia Deutschland Materialien bereitstellen, Diskussionen auswerten, Diskussionen hier sammeln und von dort aus versuchen, den Standpunkt der deutschsprachigen Community nach Meta und zur Foundation zu tragen. df (wmde), 21.2.

Eine erste hiesige Diskussion findet beim UBZ-Projekt statt. (MN, 21.2.)

Das Kreuz mit Ariel Scharon

Ariel Scharon (26. Februar 1928 – 11. Januar 2014)

Im Artikel des kürzlich verstorbenen israelischen Politikers wird sein Todestag mit einem Kreuz gekennzeichnet – Lexikonfachleute nennen es ein „genealogisches Zeichen“. Seit dem Tod Scharons gibt es Streit darüber, ob es nicht besser wäre, in diesem Artikel mit den Begriffen „geb.“ und „gest.“ zu arbeiten oder aber ähnlichen Zeichenfolgen, die keinen Bezug zu irgendeiner Religion haben – einer Religion jedenfalls, der Scharon nicht angehörte. Die allermeisten anderssprachigen Wikipedien machen das so.

Ein Nutzer, der sich nachdrücklich für die Vermeidung des Kreuzes im Scharon-Artikel eingesetzt hat, ist heute auf „nur lesen“ gesetzt worden. Vorher war der Artikel selbst mehrfach gesperrt. Heikel an der Sache ist nicht nur die merkwürdige Judenmission in der deutschsprachigen Wikipedia, sondern auch der Umstand, dass zwei Admins, die auf Einhaltung der Genealogie-Regel bestehen (sie haben sich in den letzten Wochen auf der Disk des Artikels entsprechend exponiert), die Sperre gegen den Gegner des genealogischen Zeichens mit vorantrieben. Ergebnis: 7 Tage Bau. AC 20.02.

Ob es sich bei dem fraglichen Zeichen tatsächlich um ein (rein) christliches Symbol handelt, mag der geneigte Leser nach der Lektüre des entsprechenden Artikels selbst entscheiden. Ebenso an dieser Stelle ein Hinweis auf das entsprechende Meinungsbild aus dem Jahr 2010, übrigens das vierte(!) zu diesem Thema. Gnom, 21.2.

Neu ausgezeichnete Artikel (KW 7)

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Supermario Kungsbacka.jpg


Friedrich II. meets Super Mario

Zwei neue Auszeichnungen können für Kalenderwoche 7 berichtet werden. Die Liste der römisch-deutschen Herrscher macht Freude, wenn man das Vector-Helferlein zur Markierung von Links auf ausgezeichnete Artikel aktiviert hat. (So geht’s.) Zwischen den Konradinern im Jahr 911 und den Welfen 1218 leuchteten mir bereits 17 von 21 Königen und Kaisern als prämierte Artikel entgegen. Mit Friedrich II. (HRR) knüpft Benutzer Armin P. direkt an diese grün-blaue Phalanx an. 13 Exzellent-Voten in der Kandidatur sprechen außerhalb der Schreibwettbewerbskandidaturenphase eine deutliche Sprache! Einen ähnlichen Effekt ruft das Helferlein beim Betrachten der Navigationsleiste der Spiele aus der Super-Mario-Reihe hervor, zu der Benutzer Nintendo-Nerd eine weitere Lesenswert-Markierung beisteuerte: In New Super Mario Bros. 2 muss der Klempner Mario einmal mehr Prinzessin Peach aus der Gewalt eines Bösewichts befreien. Eine sehr erfolgreiche Computerspielreihe, trotz der immer gleichen Story! Beide Kandidaturen verdeutlichen, was wir an unseren Mittelalter- oder Spiele-Experten haben: Ganze Themenbereiche können mit viel Zeit, Geduld und Liebe zur Sache auf ein sehr gutes Niveau gehoben werden. Damit wird sich die Frage, ob unsere Auszeichnungen „nur“ im Sinne eines Leuchtturmes eine relative Bewertung oder aber im Sinne recht harter Kriterien eine absolute Qualitätskennzeichnung darstellen, auch irgendwann durch die Macht des Faktischen klären. Herzlichen Glückwunsch sagt jedenfalls K. 17.02.

Wiki Loves Earth 2014 Kick-Off in Österreich

Logovorschlag für Wiki Loves Earth 2014

Wiki Loves Earth (WLE), eine Art Wiki Loves Monuments für Naturdenkmäler, Nationalparks und Naturschutzgebiete, wird im Frühjahr 2014 in verschiedensten Ländern der Welt über die Bühne gehen. Wie bereits bei der WikiConvention in Karlsruhe angekündigt nimmt auch Österreich am diesjährigen Wettbewerb von Wiki Loves Earth teil, der 2013 noch von der Ukraine alleine veranstaltet wurde. Wie auf der Commonsseite verlautbart wurde, nimmt 2014 auch die Schweiz am Wettbewerb teil und vielleicht finden sich auch noch in Deutschland ein paar motivierte Wikipedianer???

Um jedenfalls die Organisation des Wettbewerbs in Österreich auf Schiene zu bringen, traf sich am 1. Februar in der Geschäftsstelle von Wikimedia Österreich gut ein halbes Dutzend interessierte WikipedianerInnen. Im Fokus stand insbesondere die Festlegung des Wettbewerbszeitraums, die Zusammenfassung der Wettbewerbsregeln und die Diskussion über den Kreis der relevanten Naturschutzkategorien. Schließlich wurden noch Arbeitsaufträge verteilt, um fehlende Liste zu ergänzen und auch erste organisatorische Maßnahmen wurden besprochen. In der Folge entstand eine Wettbewerbsseite für Österreich, die sich in das ebenfalls erst kürzlich gestaltete Portal:Naturschutz in Österreich integriert. Zudem wurde ein Vorschlag für ein neues Logo entworfen. Wer Lust hat, beim Orgateam mitzumachen oder bei der Listenerstellung zu helfen, meldet sich am besten auf der (noch) leeren Diskussionsseite des Wettbewerbs. G77 15.02.

Admin-Convention in Oer-Erkenschwick am 7. bis 9. Februar

Warum ich Admin bin

Der Name täuscht: Nur 23 von 40 Teilnehmern sind Admins. Dazu ein Großteil des aktuellen Schiedsgerichts, ein paar Leute, die eher WMDE zuzurechnen sind, aber auch die komplette Grillenwaage-Betreiberschaft, div. Ex-Admins und solche, die es noch nie waren. Ein Frauenanteil von 22,5 Prozent, worüber an meinem Frühstückstisch spekuliert wurde: untypisch hoch oder nicht? Die Erfahrungen gingen auseinander. Der Altersschnitt, das war für mich die größte Überraschung, war eher hoch, der computeraffine jung-männliche Student dominierte mitnichten, ich fiel nicht auf.

Mag sein, dass es für manche ein Freundestreffen war, ich jedenfalls habe den Großteil der Leute zum erstenmal gesehen. Es wurde vor allem diszipliniert getagt, die vorbereiteten Diskussionsbeiträge waren sehr unterschiedlicher Natur: vom beamerunterstützten faktenreichen Material bis zum klassischen, medienfernen Vortrag, von knappen Informationen bis zum Zur-Diskussion-Stellen einer Idee. Bemerkenswert war die stillschweigende Einigkeit über den Sinn der Veranstaltung: Es ging darum, Informationen, Ideen und Thesen in den Raum zu stellen, Ziel war es „to turn it over in what we are pleased to call our minds“, um mit Arno Schmidt und Richard Bethell zu sprechen: das Vorgebrachte in dem zu bewegen, was wir so gern unseren Geist nennen. Anders als bei den einzigen Wikipedia-Veranstaltungen, die ich bisher besucht habe (i.e. zwei Schreibwettbewerbsjurys), strebte niemand Beschlüsse oder Rezepte an, die Parole war Selbstbegrenzung.

Am stärksten hat mich beeindruckt, was ich bei Ansicht des Programms am skeptischsten beurteilt hatte: die exemplarische Diskussion konkreter Problemfälle („Warum manchmal auch die Knöppe nix helfen“). In den besten Momenten gelang es, die unterschiedlichen technischen und sozialen Gesichtspunkte nebeneinander zu stellen und ein wenigstens grobes wechselseitiges Verständnis zu erreichen. Man wollte nicht „zu einer Lösung kommen“, sondern Ideen und Standpunkte ausprobieren und austauschen. Ebenfalls bemerkenswert und nützlich die Informationen über Oversight und Open Proxies, Kategorien und Missbrauchsfilter, ohne Missionsdrang vorgetragen. Gelegentlich kamen unerwartete Schärfen ins Spiel, so bei der Frage einer Reform der Sperrprüfung oder bei der en passant angesprochenen Frage, ob die Adminnotizen „zerredet“ werden. Der straffe Zeitplan hatte da aber seine Vorteile: Die widerstreitenden Vorstellungen wurden nicht „ausdiskutiert“, sondern blieben so stehen.

Es liegt auf der Hand, dass es bei einer solchen (m.E. sehr sinnvollen) Konzeption nicht wirklich so etwas wie handfeste Ergebnisse geben kann. Unter Wikipedia:AdminConvention 2014.I/Blog findet sich eine Art Live-Protokoll; ein gehaltener Vortrag (meiner) und ein ungehaltener (dieser) sind im Netz, ich hoffe, dass weitere Beiträge folgen werden.

Wie sieht es mit den Wirkungen des „echten“ Zusammentreffens von „echten“ Menschen aus? Nun, es ist interessant, Leute von Angesicht zu sehen und zu sprechen, mit denen man seit Jahren im Netz kommuniziert. Es ist auch interessant, Ausstrahlungen und Wirkungen von Leuten und Beiträgen mal auf mehr Kanälen mitzukriegen als nur dem schriftlichen. Große Überraschungen hab ich dabei nicht erlebt (wenn man mal vom Altersschnitt absieht), aber doch ein paar nette Momente.

Zu loben bleibt die Organisation und die Tagungsstätte „Haus Haard“. Die organisatorischen Belange drängten sich nie in den Vordergrund, es fehlte an nichts, dem Attribut „teilnehmerfreundlich“ kann ich mich ohne Zurückhaltung anschließen. M 13.02.

Neue ausgezeichnete Artikel (KW6)

Man könnte glauben, es würde dem Kurier-Reporter bereits nach der Kalenderwoche №6 langweilig, die Auszeichnungen von Platon-Dialogen zu verkünden, immerhin ist der Parmenides (Platon) von Benutzer Nwabueze bereits das sechste farbige Bapperl im jungen Jahr 2014. Aber das Gegenteil ist der Fall: Wir gratulieren herzlich zum Exzellenten und freuen uns auf die nächsten Kandidaturen und Auszeichnungen! Sind Zwergkaninchen nicht diese quiekenden, gescheckten, kurzlebigen, stinkenden, fortpflanzungsfreudigen Wald-Wiesen-Feld-Haustiere, die man ohne zu Zögern bereits in die Obhut der 5-jährigen Kinder gibt, damit sie auch mal was Lebendiges zum quälen kuscheln haben? Falsch gedacht: Das ist eine eigene Art, die in Nordamerika vielerorts bereits rar ist. Benutzer Achim Raschka hat dazu einen schönen Artikel verfasst. Bei den Lesenswerten gab es letzte Woche mit sechs Auszeichnungen eine regelrechte Schwemme! Dass auch völlig unverständliche Artikel den blauen Orden am Band erhalten können, zeigt der AVL-Baum aus der Tastatur von Benutzer Nomen4Omen. Worum es dabei geht, möge der geneigte Leser bitte selbst herausfinden. Unsere Lesenswert-Kriterien erlauben – wo nötig – Fachsprache und man kann es auch positiv sehen: Wir trauen unseren Omas mehr Verständnis zu, als uns zuweilen selbst. Benutzer Elliotinchen hat sich intensiv mit dem US-amerikanischen Tabakindustriellen James Buchanan Duke auseinandergesetzt und nun im zweiten Anlauf das verdiente blaue Kästchen oben rechts in den Artikel gesetzt bekommen. Hand aufs Herz: Wer von euch hätte geglaubt, es handele sich womöglich um einen Surinamesen, wäre in der Einleitung nur „amerikanisch“ ohne „US“ gestanden? Bei Dukes Schweizer Zeitgenossen Theodor Scherer-Boccard handelt es sich um einen Erzkatholiken, den Papst Pius IX. persönlich adelte. Die Bewerterschaft adelte den Artikel von Benutzer Gestumblindi mit einem „Lesenswert“. Des Papstes Schweizer Garde wurde übrigens anno Tobak in Risch (Gemeinde) gegründet. Was man sonst noch so über diese Gemeinde im Schweizer Kanton Zug wissen sollte, hat uns Benutzer Rastatter in lesenswerter Weise zusammengestellt. Womöglich doppelt so alt wie die Garde ist die jenseits des Bodensees vegetierende Hohenbodmaner Linde. Nach längerer Pause hat Benutzer Rainer Lippert mal wieder einen Baumveteranen zur Auszeichnung geführt – den dreizehnten, wenn die Übersicht auf der Benutzerseite stimmt. Benutzer Ambross07 ließ mit der SMS Yorck in diesem Jahr bereits das zweite kaiserliche Schiff vom Stapel. Der Panzerkreuzer sank 1914 in der Jademündung, wo seine Reste noch heute im Schlick liegen. Beeindruckt: K 12.02.

Das organisierte Chaos

… wenn man uns arbeiten lässt …

Vom 2. bis zum 6. Februar 2014 fand in Straßburg das Projekt:Wiki Loves Parliaments mit einem größeren Team von Wikipedianern aus Australien, Frankreich, England, Schottland, Belgien, Niederlande, Schweden, Ungarn, Finnland, Österreich und Deutschland (Sorry, Leute, wenn ich jetzt jemanden vergessen habe :-) statt. Es herrschte eine babylonische Sprachenvielfalt, die uns bei der Betreuung der Europaabgeordneten sehr zugute kam.

Was unsere Arbeit betrifft, so dominierte der Eindruck vom „organisierten Chaos“. So wurde beispielsweise der Sicherheitsbereich im Europaparlament von verschiedenen Leuten betreut, die (so mein Eindruck), nicht miteinander kommunizierten. Ebenso war die Verwaltung des Parlaments mit uns als „unkategorisierbare“ Gruppe überfordert; so dass wir am Dienstagmittag Hals über Kopf die uns zugewiesenen Räume für die Fotostudios und die Bildbearbeitung räumen mussten. Ein Raum wurde sofort von einer Fraktion für ein Meeting belegt und ein neuer Raum für uns fand sich nicht. Mit unserer gesamten Fotoausrüstung sollten wir das Gebäude innerhalb weniger Minuten verlassen, da einer (der vielen) Sicherheitsbeamten über unsere Aktion nicht informiert war. Nur durch das Engagement von Olaf (the „Head of Contact“) und die Fürsprache von Abgeordneten durften wir in einen Seitenflur umziehen und – unter Bewachung – weiterarbeiten.
Weiter mit dem Chaos ging es – wie schon bei den letzten Landtagsprojekten – mit der Fotoausrüstung. Eine Studioausrüstung besteht aus vielen Teilen … wenn ein Teil defekt ist oder fehlt, kann das schon die gesamte Arbeit verhindern. Unsere Studioausrüstung war unbeschriftet in verschiedenen Koffern verstaut, es gab keine Übersicht: Manches war zu viel, anderes zu wenig, vieles nicht an seinem Platz, manches war noch nie ausgepackt. Die Fotoausrüstung für die Landtagsprojekte hat einen Wert von vielen tausend Euro Spendengeldern – so, wie wir diese Ausrüstung bei jedem Landtagsprojekten vorfinden, ist ein deutlicher Teil davon rausgeschmissenes Geld.

Wenn man bedenkt, dass der Aufbau i.d.R. von Fotografen realisiert wird, zwar engagiert sind, aber die jeweilige Studioanlage nicht kennen bzw. noch nie unter Studiobedingungen gearbeitet haben, ist es schon erstaunlich, wie wir unter diesen schwierigen Bedingungen anständige Aufnahmen zustande bekommen. Dabei helfen hier schon einfache Maßnahmen, um allen Fotografen die Arbeit deutlich zu erleichtern: genaue Packlisten (in den Koffern), konkrete Verantwortliche (bei der Lagerung in Berlin) und einige einfache Ansprachen (wegen des Austauschs defekter Teile). Die Weiterbildung für den Umgang mit der Ausrüstung ist ja vorhanden, bzw. kann unkompliziert organisiert werden.

Insgesamt war die Stimmung im Team wieder sehr angenehm – und ein wohltuendes Gegenstück zu dem organisierten Chaos. Ich denke, dass jeder Teilnehmer diese Tage gerne in Erinnerung behält – trotz der Probleme. (LP 11.2.)

Wer aber Probleme liebt, Optimist und der Meinung ist, dass man daran wachsen kann, der hatte genug Gelegenheit, diese zu bewältigen. Was die Sache dann insgesamt auch spannend und lehrreich gemacht hat. Es hat sich aber herausgestellt, dass aufgrund der Menge an Wikipedianern, Schülern und Kosmetikerinnen die Ausweichlocation dann in Folge wesentlich besser für unsere Arbeit geeignet war. Die Bewachung hielt sich in Grenzen (ist mir gar nicht aufgefallen), denn gevideot wurde sowieso überall! (Hu. 11. 2.)

Neues von der Software

Vor kurzem wurde die MediaWiki-Software, die der Wikipedia und ihren Schwesterprojekten zugrunde liegt, auf eine neue Version aktualisiert. Es gab einige Änderungen, die im Detail den Projektneuheiten zu entnehmen sind. Am deutlichsten dürfte auffallen, dass erneut einige Optionen aus der persönlichen Einstellungsseite verschwunden sind. Es handelt sich um die Möglichkeiten, Text als Blocksatz darzustellen sowie das Inhaltsverzeichnis und die Bearbeiten-Links bei Abschnitten auszublenden. Zumindest die letzten beiden Dinge lassen sich per CSS aber „manuell“ nachrüsten. Die Zahl der angezeigten Einträge auf der Beobachtungsliste lässt sich nun ebenfalls nicht mehr extra festlegen. Diese Entfernungen resultieren wohl teilweise aus diesem Meinungsbild. Außerdem wird die Spezialseite Aktive Benutzer wegen zu hoher Belastung der Server nicht mehr aktualisiert.

Doch es gibt nicht nur Negatives zu berichten: mit der neuen Spezialseite Diff ist es möglich, Versionsunterschiede als Wikilink anzugeben. Beispielsweise verlinkt Spezial:Diff/127334296 auf einen Versionsunterschied hier auf der Kurierseite. Die Spezial:Beiträge kann nun wie bereits einige andere Spezialseiten in andere eingebunden werden und das Aufspüren von verwaisten Seiten ist nun deutlich komfortabler, da ab sofort keine Begriffsklärungsseiten mehr auf Spezial:Verwaiste Seiten erscheinen. Für Admins interessant: ist eine Seite noch irgendwo verlinkt oder eingebunden, wird beim Löschen ein Warnhinweis angezeigt. (IW 9.2.)

Facebook ist doch zu etwas nutze

Da guckst Du, was? Plötzlich bist auch Du in der Wikipedia!

So mancher Mahner sieht in Facebook ja nur eine reine Zeitverschwendung, in der Leute süße Katzenbilder posten oder dusselige Teenager zu Partys einladen, zu denen dann die halbe Stadt kommt. Dass man aber auch Kontakt zu Menschen auf der anderen Seite der Welt bekommt, der sich als äußerst nützlich für die Wikipedia herausstellt, zeigt sich rechtzeitig zum 10-jährigen Jubiläum des sozialen Netzwerkes auch mal. So meldete sich nach einem entsprechendem Aufruf in einer Facebook-Gruppe über Osttimor ein gewisser Colin Trainor, der sich bereit erklärte, 160 Fotos, die er in dem südostasiatischen Land gemacht hatte, Wikipedia zur Verfügung zu stellen (siehe hier). Der australische Ornithologe, dessen wissenschaftliche Artikel auch bereits zu Wikipedia-Artikeln Informationen lieferten (z. B. Fauna Timors, Liste der Vogelarten Atauros), spendete damit Bilder von Bergen, Flüssen und Regionen, die größtenteils sogar jenseits der Backpacker-Routen liegen. Nun werden seine Fotos nach und nach in die Wikipedia-Artikel eingebaut.

Ja, auch der Mann, der das Transparent gemalt hat, stimmt der Veröffentlichung zu. Er will ja, dass es viele Leute sehen.

Bereits im letzten Jahr spendete das internationale Projekt Tatoli ba Kultura 164 Bilder. Weitere mittels Facebook gefundene Bildspender lieferten in kleineren Mengen historische Aufnahmen aus den 1960er und 1970er Jahren, bisher fehlende Bilder von wichtigen Gebäuden oder auch ein aktuelles Foto von Staatspräsident Taur Matan Ruak, der zuvor nur in seiner alten Funktion als militärischer Oberbefehlshaber in Uniform in der Wikipedia abgebildet war. Auch Yohan Goutt Goncalves, Osttimors erster Winterolympionike, schickte auf Anfrage ein Bild von sich. Die Anstrengungen bei der Bildersuche liegen allerdings erst später bei den Commons-Admins. Erst nach diversem E-Mail-Verkehr konnte man versichern, dass die Mutter von Goncalves ihr Einverständnis für die CC-Lizenzierung des Fotos gegeben hat, das sie von ihrem Sohn geschossen hat. Bei einem Bild von einer Demonstration verlangte die Administration eine Freigabe durch den Maler des Transparents, da eine Panoramafreiheit in Osttimor nicht existiert. Zum Glück war selbst der Künstler des Werkes über Facebook schnell anzusprechen. Schwieriger war es bei anderen Spendern, sie zu bewegen eine weitere E-Mail zu schreiben, dass sie WIRKLICH einer CC-Lizenzierung zustimmen. Leider interessieren so manchen Hobby-Fotografen die rechtlich-bürokratischen Feinheiten nicht, so dass er trotz vorhergehendem Hinweis nicht explizit CC in seiner E-Mail vermerkt, sondern lapidar seine Bilder verschenkt. Hoffen wir mal, dass durch diese Komplikationen nicht Spender verschreckt werden oder Bilder, die eigentlich im Sinne des Urhebers verwendet werden, dem administrativen Löschen zum Opfer fallen. (JPF, 05.02.)

Neue ausgezeichnete Artikel (KW 5)

Im Ergebnis eine ruhige Woche ging auf WP:KALP und WP:KLA zu Ende: Nur vier Artikel konnten eine neue Auszeichnung erreichen, der einzige Exzellente ist mit den Brontotheriidae aus der Feder von DagdaMor aber ein Schwergewicht: 3–5 Tonnen brachten diese nashornähnlichen Unpaarhufer auf die Waage. Vielleicht hätten den im Eozän auftretenden Vegetariern die Triebe der rezenten afrikanischen Baumart Spirostachys africana geschmeckt, immerhin knabbern heute gerne Spitzmaulnashörner an diesen Wolfsmilchgewächsen. M. Krafft hat der Art einen lesenswerten Artikel spendiert. Wer kam auf die Idee, die Sprengstofffabrik Hessisch Lichtenau ausgerechnet mit dem Namen „Friedland“ zu tarnen? Natürlich die Nazis! CarstenE schrieb einen Lesenswerten zu diesem Areal, auf dem sich bis heute ein Industriegebiet befindet. Einen Zeitraum von drei Jahren brauchte Nintendo-Nerd, um das Spiel The Legend of Zelda: Link’s Awakening durchzuzocken, lediglich drei Monate, um einen lesenswerten Artikel dazu zu schreiben – nach Super Mario Galaxy sein zweiter prämierter Artikel in diesem Jahr. Der Kurier gratuliert in Person von K, 4.2.

Countdown für italienische Gemeinden

Italy relief location map.jpg

Nach einer spontanen Auswertung der italienischen Geographieartikel fiel heute auf, dass in der deutschsprachigen Wikipedia nur noch 10 italienische Gemeinden in den entsprechenden Gemeindelisten einen „roten Link“ aufweisen. Dabei handelt es sich um 4 Orte im Trentino sowie 6 Orte in der Provinz Pavia in der Lombardei. Der Countdown für den Run auf die letzten italienischen Gemeinde-Artikel ist hiermit also gestartet – der Kurier erwartet gespannt den Abschluss. (AR, 28.2.)

Nachtrag: Ohne auch nur einen neuen Artikel schreiben zu müssen, konnte Jakob Gottfried alle Rotlinks in den Listen blau einfärben – die deutschsprachige Wikipedia hat also tasächlich Artikel zu allen 7549 italienischen Gemeinden, allen 109 Provinzen und allen 20 Regionen. (AR, 28.2.)

Hackathon-Stipendien von WMDE

Vom 9. bis zum 11. Mai 2014 steht der MediaWiki Hackathon in Zürich an! Dafür gibt es Stipendien. Wikimedia Deutschland vergibt einige davon: Wenn Du an Wikidata oder an der Migration von Tools vom Toolserver nach Tool Labs arbeitest oder Dich anderweitig in der deutschen MediaWiki Entwicklercommunity engagierst, kannst Du Dich bis zum 16. März 2014 darauf bewerben und zwar direkt im Anmeldeformular des Hackathons. (S.M., 28.2.)

Bots übernehmen Artikelarbeit

Nachdem ein großer Teil der Stammautoren auf nicht absehbare Dauer in projektinternen Diskussionen gebunden ist, sei daran erinnert, daß schon heute ein großer Teil der Bearbeitungen in Wikipedia nicht mehr von Menschen, sondern von Maschinen stammen. Kevin Rutherfords Auswertung der englischen Wikipedia zufolge ist dort derzeit der fleißigste Bot produktiver am Werk als der rührigste Mensch: en:User:Cydebot hat mehr als dreimal soviele Edits pro Zeiteinheit wie en:User:Koavf. Wie konnte es dazu kommen? Vielleicht sollte Koafv einfach weniger diskutieren und mehr im Artikelnamensraum schreiben? Ein weiterer Aspekt, der gemeinhin wenig beachtet wird: Der stetige Rückgang der Bearbeitungen wird schon längst maschinell aufgefangen. So wird die Statistik geschönt, denn auf die gesonderte Auswertung der Bot-Bearbeitungen achtet kaum jemand, sie findet in die große Tabelle oben keinen Eingang. (A, 28.2.)

Form Follows Google Function

Während hierzulande in der Kurier-Disk die wirklich wichtigen Dinge tagelang und unter beachtlichem persönlichem Einsatz verhandelt werden, treibt unsere Kolleginnen und Kollegen auf der anderen Seite des Rheins und in den sprachverwandten Gebieten etwas ganz anderes um. Im dortigen Bistro geht man heute der Frage nach, wie weit die Anpassung der Inhalte an die Vorgaben von Google gehen solle. Benutzer:Kõan weist dort auf die Stellungnahme der Benutzerin:Anandali hin, der zufolge sie sich bemüht habe, die Einleitung des Artikels zu Ayurveda auf ein Google-kompatibles Format von höchstens 160 Zeichen zurecht zu texten. Sie sei sich da auch nicht ganz sicher, aber so etwa bei diesem SMS- und Twitter-Format liege die Grenze, ab der Google die Einleitung von Artikeln einfach abschneide. Gerade darin liege aber auch eine Chance, erwägt man nun in der Diskussion, denn bei den Einleitungen liege manches im Argen. Beispielsweise müsse man im Artikel zu Lionel Jospin erst einmal gut 200 Wörter lesen, bevor man dann – im dritten Absatz – erfahre, dass der Betreffende 1997 zum französischen Ministerpräsidenten gewählt worden war. Und einen Absatz später: daß er im Jahr 2002 wieder abgewählt wurde. Es gäbe also doch außer der Technik von Google noch sachliche Gründe, die eine andere Fassung von manchen Artikeleinleitungen nahelegen würden. Und sei es nur, den Traffic von Wikipedia auf einem hohen Niveau zu erhalten, denn Einleitungen bei Google, die an der Stelle abbrechen, an der es am spannendsten wird, verführen vielleicht doch den einen oder die andere dazu, hierher zu surfen, um auch den Rest der Geschichte zu lesen. Wie sich genealogische Zeichen in der Einleitung von Biografien auf all dies auswirken, interessiert auf der anderen Seite des Rheins übrigens niemand. Sie werden dort nämlich nicht verwendet. (A, 27.2.)

Petition „für einen raschen und freizügigen Zugriff zum Wissen“ aus der Hochschulwissenschaft

Bei der Artikelerstellung und der Bereitstellung weiterführender Literaturhinweise ist auch für Wikipedia-AutorInnen vielfach nützlich, wenn WissenschaftlerInnen ihre Forschungserträge nicht nur in Büchern und Zeitschriften publizieren, sondern auch online bereitstellen. Bislang erfolgte dies oft lediglich im Graubereich, im Rahmen jeweiliger Verlagsverträge oder auf halböffentlichen Plattformen wie Academia.edu. Seit Anfang 2014 sieht darüberhinaus das Urheberrechtsgesetz entsprechende Rechte vor – allerdings nur in einem eingeschränkten Rahmen, den viele WissenschaftlerInnen als unzureichend empfinden. Dagegen wendet sich u.a. derzeit eine Petition. (c., 26.2.)

Spektrum Online Lexika

Online-Zugriff auf sechs Lexika des Spektrum Akademischer Verlag gibt es nun kostenlos – ohne Anmeldung und unbefristet. Die jeweils mehrbändigen Werke (Biologie, Chemie, Geographie, Geowissenschaften, Neurowissenschaft, Physik) findet ihr ab sofort unter www.spektrum.de/lexikon/. (JL, 24.02.)

Wie geht es den ukrainischen Wikipedianern? – Teil 2

Kerze

Nachdem diese Frage vor ein paar Tagen schon in diesem Mitteilungsblatt erörtert wurde, erreichte uns heute die Nachricht vom Tode eines unserer ukrainischen Mitwikipedianer. Ihor Kostenko, Wikipedia-Autor seit Sommer 2011, der mehr als 280 Artikel verfasst hatte, wurde am 20. Februar Opfer der Kämpfe im Zuge des Euromaidan in Kiew, wo ihn zwei Kugeln, eine davon in den Kopf, trafen und töteten. In der ukrainischen Wikipedia gibt es eine Kondolenzliste. Wikipedia und Wikipedianer stehen nicht abseits der Welt, sondern sind ein integraler Bestandteil, wie uns Ihors Schicksal einmal mehr eindringlich zeigt. Als Zeichen der Trauer und zur Erinnerung an Ihor führt die ukrainische Wikipedia derzeit eine schwarze Schleife am Wikipedia-Ball. (MC, 23.02.)

Teilprofessionalisierung von Wikipedia?

Berater und Blogger William Beutler hat in der Zeitschrift PR Week (hinter einer Paywall) und in seinem Blog die Ansicht vertreten, die Wikimedia Foundation solle ernsthaft erwägen, Wikipedians in Residence nicht nur in kulturelle Organisationen zu schicken: „Wenn die Smithsonian Institution einen ‚Wikipedian in Residence‘ hat, warum dann nicht auch General Motors oder General Electric? … Wenn Wikipedia weiter wachsen und gedeihen soll, müssen neue Wege gefunden werden, Beiträge anzuregen, die mit einem rein ehrenamtlichen Modell nicht von selbst entstehen.“ Als Vorbild dient ihm die Entwicklung des freien Betriebssystems Linux, das maßgeblich von Entwicklungen profitiert habe, die von Firmen wie Red Hat oder IBM gekommen seien. Darüber sollten die Wikipedia-Freiwilligen und die Wikimedia Foundation einmal nachdenken, schreibt Beutler. (A, 23.2., via RAW).

Noch 7 Tage!

Für alle Glücksspieler, Statistiker und Wettfreunde, die sich noch nicht an der Wette für 2014 beteiligt haben, hier nochmal der Hinweis: Es dürfen nur noch bis 28.02.2014 Tipps abgegeben werden. Unser Sieger von 2013 ist diesmal noch einer der optimistischeren Schätzer. Haben sich die anderen vom Gewinn der pessimistischsten ernst gemeinten Schätzung beeinflussen lassen? Es bleibt spannend. (LvT, 21.02.)

Politiker arbeiten mit

Ursula Molka in ehrenamtlicher Mission …
… und das Ergebnis.
Foto: Ursula Molka

Es war ja schon immer der Verdacht im Raum, Politiker sollen ihre Artikel beschönigen. Nun ist es beim Abschluß der Landtagsprojekte 2013 in Rheinland-Pfalz aktenkundig geworden. Die Landtagsdirektorin Ursula Molka hat persönlich die Ministerin Irene Alt für die Wikipedia fotografiert und damit dazu beigetragen, daß erstmals 100 % der Abgeordneten und Minister erste bzw. neue Fotos in der Wikipedia haben. Sie hat dies nach Feierabend getan und sich kurzerhand zur ehrenamtlichen Wikipedianerin erklärt, was bei den anwesenden Teilnehmern am Landtagsprojekt zu spontanem Applaus geführt hat. Mainz war ein guter und würdiger Abschluß der Landtagsprojekte.

Wie geht es den ukrainischen Wikipedianern?

Die Entwicklung im osteuropäischen Staat Ukraine betrifft natürlich auch die Wikipedianer vor Ort. Während ich dies schreibe, ist im BBC World Service in einem Interview die Rede davon, dass sich in der Ukraine gerade ein Bürgerkrieg anbahnt.

Auf der Mailingliste Wikimedia-l[1] wurde heute angesichts der dortigen Unruhen nach dem Befinden der ukrainischen Wikipedianer gefragt. Bohdan Melnychuk schrieb: Einige Mitglieder von WMUA [Wikimedia Ukraine; A.] beteiligen sich an den Protesten. Andere helfen in den Krankenhäusern. Ich weiß nicht, ob sie das jetzt auch tun, aber sie taten es regelmäßig.[2]

Laura Hale von der The Wikinewsie Group bereitet sich auf eine Reise zu den Winter-Paralympics 2014 im russischen Sotschi vor,[3] von wo sie zusammen mit ukrainischen Wikipedianern für die englische Wikinews berichten möchte. In ihrem Blog[4] schreibt sie über die unsichere Lage und ihren Versuch, die Akkreditierung für die Spiele an ihre ukrainischen Kontakte vor Ort zu übermitteln. A., 20.2.

c:, COM: oder weiterhin nur commons:

Auf meta.wikimedia.org findet derzeit eine Abstimmung über die Einführung eines Kürzels für Interwiki-Links zu Wikimedia Commons statt. Momentan muss man alle 7 Buchstaben des Projekts ausschreiben, um von Wikipedia nach commons: verlinken zu können. Für Meta (m:), Wikipedia (w:), WikiSource (s:), WikiData (d:) und viele andere Projekte gibt es bereits Abkürzungen. Da die Legitimität der letzten Umfrage wegen zu geringer Teilnehmerzahl in Frage gestellt wurde, wirbt der Kurier der deutschsprachigen Wikipedia nun um rege Wahlteilnahme. R 19.2.

Hinweis: In der Abstimmung geht es nur um c:. com: steht nicht zur Diskussion. N.N.

Für eine lebhafte Diskussion

sorgt zurzeit die Frage, inwieweit in den Wikipediaartikeln über deutsche Bundestagsabgeordnete deren Fraktionsseiten auch dann verlinkt werden sollen, wenn sie keine zusätzlichen Informationen bieten. In Artikeln über die CDU/CSU-Abgeordenten fügte ein sogenannter verifizierter Account, der der Union zuzuordnen ist, verstärkt Weblinks ein, was auf Widerspruch einiger kritischer Wikipedianer stieß. Nachzulesen ist die Debatte hier, in der es auch um die Frage geht, ob WMDE-Mitarbeiter unter ihrem Dienstaccount in die Artikelarbeit eingreifen dürfen. Sc 19.2. Ergänzt durch M

Toolserver im Koma

Seit dem 13. Oktober 2013 ist die Geocommons-Datenbank auf dem Toolserver nicht mehr aktualisiert worden. Das bedeutet, dass auf Commons einige tausend Bilder mit Geokoordinaten nicht auf OpenStreetMap, Google Maps oder Google Earth angezeigt werden.[5] Wünschen wir dem Chirurgen Daniel Schwen viel Glück für einen dauerhaften Erfolg. Störfix 19.2.

Wikipedia der 1000 Minerale

Brushit (weiß) auf Montmorillonit (grau)

Klammheimlich und fast unbemerkt wurde vor wenigen Tagen im Reich der Minerale die magische Zahl von 1000 Artikeln für einzelne Mineralarten überschritten. Das klingt sicher für manche eher nach einem Kleckerbetrag für einen ganzen Themenbereich, aber es ist dennoch ein kleiner Meilenstein, wenn man bedenkt, dass der Bestand bis auf seltene Ausnahmen praktisch nur von einem Benutzer gefüllt wird. Eine dieser Ausnahmen ist übrigens das frisch überarbeitete und 1.000ste Mineral Brushit. Nichtsdestotrotz warten ungefähr weitere 3.800 Minerale darauf geschrieben zu werden, aber ich arbeite dran… zwinker  Ra 19.02.

Sprachbeispiele

Damit man in Wikipedia-Artikeln zukünftig nicht nur lesen kann, wo eine gewisse Sprache gesprochen wird und was die linguistischen Eigenheiten der Sprache sind, sondern auch hören kann, wie ein Beispieltext in dieser Sprache gesprochen wird, baut dieser Autor seit einiger Zeit den Artikel 1 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte in Sprachartikel ein: Beispiel, Beispiel2. Mithelfer erwünscht. Michi 16.02.

Schreibwettbewerb fällt nicht aus!

Die Wahl der Jurymitglieder für den 20. und Jubiläumsschreibwettbewerb läuft bis zum 25. Februar. Www 18.02.

Stewardwahlen 2014

Auch wenn man per CentralNotice ja darauf gestoßen wird, sei auch hier noch der Hinweis gestattet, dass seit rund einer Woche die Stewardwahlen des Jahres 2014 stattfinden und noch rund zwei Wochen andauern werden. Die Handlungen dort betreffen unser Projekt zwar vielleicht weniger als kleinere Projekte, manche internationale Entwicklungen wirken sich aber auch auf die deutschsprachige Wikipedia aus. Deswegen ist jeder Benutzer hier, der 600 oder mehr Bearbeitungen vor dem 1. November 2013 und 50 oder mehr Bearbeitungen zwischen dem 1. August 2013 und dem 31. Januar 2014 international getätigt hat (Überprüfung), zur Teilnahme an der Wahl aufgerufen. Darüber hinaus finden erneut natürlich auch die Stewardwiederwahlen statt. (DH, 15.2.) Update: Korrekterweise wurde von den Kollegen angemerkt, dass die Statements der Stewardkandidaten bisher noch nicht ins Deutsche übersetzt wurden. Da mir aufgrund einer Krankheit momentan Zeit und Kraft zur Übersetzung fehlen, wäre es sehr erfreulich, wenn sich ein paar Freiwillige für diese Aufgabe fänden, danke! (DH, 18.2.)

Porträtfotografie und Grundlagenwissen

Ganz so einfach ist es leider nicht …

Wie kann man Menschen führen, mit denen man nur wenige Sekunden oder Minuten Zeit verbringt? Wozu braucht man den Weißabgleich, wenn die Kamera doch eh alles automatisch macht? Sind Fotos noch natürlich, wenn man diese inszeniert? Was ist die „Schokoladenseite“? Warum werden meine Bilder manchmal unscharf? Diese und viele weitere Fragen sind für alle Fotografen wichtig, die Menschen fotografieren. Commons ist voll von solchen Motiven.
Vom 14.-16.3. gibt es in Berlin einen Spezialworkshop zum Thema „Porträtfotografie und Grundlagenwissen“. Es erwartet euch ein lehrreiches, anregendes und abwechslungsreiches Wochenende. Noch gibt es einige (wenige) freie Plätze(AP, 14.2.)

1000 Wikipedia-Bücher

Drucker

Das Mainzer Softwareunternehmen PediaPress plant den gesamten Artikelbestand der englischsprachigen Wikipedia in Buchform herauszubringen. 1000 Bücher zu je 1200 Seiten sollen es werden, die dann auf der Wikimania 2014 in London ausgestellt werden. Während der Ausstellung sollen auch Live-Updates der Artikel auf Endlospapier gedruckt werden (vgl. Kurier 8/2013). Zur Finanzierung von Druck und Transport läuft derzeit ein Projekt auf Indiegogo. Als Kompensation für das ganze verschwendete Papier sollen dann zehn Bäume gepflanzt werden. qtl, 14.2.

Article Feedback Tool wird begraben

Das Article Feedback Tool ist nun endgültig tot. Obwohl es durchaus von einigen Lesern genutzt wurde traf es auf wenig Zuspruch seitens der verschiedenen Wikimedia-Projekte. In der englischsprachigen Wikipedia ist das Tool seit letztem März nur noch auf opt-in-Basis aktiviert; die deutschsprachige Wikipedia-Gemeinschaft hat sich im Juli 2013 gegen das Werkzeug entschieden. Auch die Entwicklung einer neuen Version 5 hat es offenbar nicht geschafft die Probleme zu lösen. Gestern wurde ein beachtenswerter Bericht von der WMF veröffentlicht, der die Abschaltung des AFT in allen Projekten empfiehlt. Dies wurde dann auch recht schnell umgesetzt. (Tobias, 13.2.)

Technische Wünsche: Auswertungsphase

Heute Nachmittag hat der Reporter in einer Telefonkonferenz mit den IT-Mitarbeitern Abraham, Daniel und Tobias von Wikimedia Deutschland das weitere Vorgehen besprochen. Die Voting-Phase für eine Priorisierung der technischen Wünsche wurde mittlerweile abgeschlossen. Aus allen Unterabschnitten werden nun durch WMDE die 20 meistgewünschten Verbesserungen zusammengestellt und auf ihre Umsetzbarkeit geprüft. In ca. 2 Wochen wird uns die IT-Abteilung von Wikimedia Deutschland diese Liste zur Verfügung stellen. Please hold the line (ray, 12.2.)

Die Macht von Galileo

Eigentlich eine schöne Frage für das seit Wochen immer populärer werdende Handyspiel Quizduell: „Wer führte 1929 die erste erfolgreiche Rechtsherzkatheterisierung durch?“ – den eifrigen Wikipedianern liegt der Name des deutschen Nobelpreisträger von 1956 wahrscheinlich direkt auf der Zunge, dem Autoren dieser Zeilen jedoch war er bis gestern eher unbekannt. So ging es wohl auch den meisten Zuschauern des Kurzbeitrages der populären Fernsehsendung Galileo, in dem ein nettes kleines Porträt des Arztes und seines geächteten Selbstversuchs gezeigt wurde. Der Effekt dieser maximal 5 Minuten für die Wikipedia: Der Artikel zu dem Mediziner, der ansonsten bei Aufrufzahlen von ca. 20 pro Tag herumdümpelt, konnte wahrscheinlich innerhalb weniger Minuten fast 4.000 Aufrufe und damit eine fast 200fache Steigerung der normalen Tagesrate verzeichnen. Und wer weiß jetzt, natürlich ohne zu spicken, von wem ich rede? Meldet euch doch mal auf Quizduell und fordert mich unter meinem früheren Wikipedianamen heraus. AR 12.2.

Filterung nicht-missbräuchlicher Bearbeitungen!

Wir schreiben den 18. März 2009, nur drei Wochen nach Einführung des Missbrauchsfilters wird dieser aufgestuft, um Fetter Text, Kursiver Text sowie Links auf example.com gnadenlos zu zensieren bzw. Nicht-Missbrauchende durch Erzwingung einer Bestätigung übel zu bevormunden! [x] 11.2.

Der Bildfilter ist tot, es lebe der Bearbeitungsfilter!

Die deutschsprachige Wikipedia-Community hat sich vor wenigen Jahren noch erfolgreich gegen die Einführung eines Bildfilters gewehrt, und doch wurde nun der Bearbeitungsfilter eingeführt. Der bisherige Mißbrauchsfilter wurde kurzerhand, aufgrund einer zwei Jahre alten Umfrage zur Benennung, bei der sich die verschiedenen Stimmen mit 50/41/9 in etwa die Waage hielten, zum Bearbeitungsfilter aufgestuft. Widersteht! MaB 11.2.

Arbeitstreffen zum Förderprogramm Freies Wissen

Wie können die Module des neuen "Förderprogramms Freies Wissen" umgesetzt werden – und welche sind das überhaupt? Welche Zutaten brauchen wir, um möglichst unkompliziert die Umsetzung von größeren Projektideen zu unterstützen? Und wie sollte die konkrete Begleitung des Programmes und von Projekten durch Wikimedianer aussehen? Darum geht es beim offenen Arbeitstreffen zum FFW am Sa 22.2. in Berlin. Anmeldung und mehr Infos dazu auf der Seite zum FFW-Arbeitstreffen. sebaso_wmde, 11.2.14

Kurier-Extrablatt zur Wikimania 2014

Wikimaaaania!

Wie im letzten Jahr wird es zur Wikimania 2014 wieder ein Extrablatt des geschätzten und bewunderten Wikipedia-Kuriers geben. Das „Extrablatt Wikimania 2014“ wird über alle Neuigkeiten, Fakten und Sensationen aus und um London berichten. Anders als im letzten Jahr geht das Extrablatt schon im Februar an den Start, um Teilnehmer und Interessierte bereits im Vorfeld über aktuelle Nachrichten auf dem Laufenden zu halten. Wichtigste Info bisher: Die Frist für Stipendien endet am 17. Februar. df (wmde), 10.2.14

50 Wikipedianer im Europaparlament

Logo von Wiki loves Parliaments

Unter dem Motto Wiki loves Parliaments waren in der vergangenen Woche 50 Wikipedianer aus 9 europäischen Ländern im Europa-Parlament und haben 319 MdEP sowie Mitglieder der Kommission fotografiert. Von Montag bis Donnerstag wurde an 3 Blitzstationen und mehreren Autorenplätzen von morgens 8:30 bis 21:30 Uhr gearbeitet. Einige der neuen Fotos verzeichnen schon mehr als 60 Nachnutzungen. (Olaf Kosinsky, 10.02.)

Toolserver immer noch auf der Intensivstation…

Die Wartungslisten von MerlBot sind vom Toolserver abhängig, diese sind seit den Problemen Anfang November nicht aktuell bzw. unvollständig. Der „Held der Wikipedia“ Merlissimo hat heute ein kurzes Update abgegeben. Nach meiner Meinung ein sehr unbefriedigender Zustand. Ich würde gerne mal dazu ein Statement von der Foundation und von WMDE lesen. (ata 09.02.)

Terminhinweis: Die Wissenschaftsschranke

Wikimedia Deutschland lädt Euch für den 20. Februar 18 Uhr in seine Berliner Geschäftsstelle am Tempelhofer Ufer 23/24 zu einem Abendvortrag plus Diskussion über eine mögliche neue Wissenschaftsschranke im deutschen Urheberrecht ein. Dieser Vortrag ist Teil einer neuen Reihe, die wir "Monsters of Law" nennen. In wiederkehrender Folge sollen dort Aspekte des für uns relevanten Rechts angerissen werden. (Mathias Schindler (WMDE), 06.02.)

Freier Platz auf der AdminCon!

Es gibt kurzfristig nochmal einen freien Platz auf der AdminCon. Wer Interesse hat, melde sich bitte hier. Wer sich zuerst dort meldet, bekommt den Platz. pou, 5.2.

Toolserver-Ausfall … behoben

Derzeit sind die Tools, die noch auf dem Toolserver laufen, leider nicht erreichbar, weil mindestens mit dem Webserver ein Problem besteht. Die Admins Nosy und Mette sind darüber informiert. Wir bitten um Eure Geduld, bis das Problem gefunden und behoben ist. (S.M., 5.2.)
Update: Die Websites der Tools sind zurück (S.M.).

Zwischenbericht von der Radsport-QS

Es war als Projekt für das Jahr 2014 gedacht, aber schon im Dezember 2013 hatten Mitarbeiter vom Portal:Radsport mit einer systematischen Überarbeitung der Biografien von Radrennfahrern, die nach 1970 geboren wurden, begonnen. Inzwischen haben wir ca. zehn Prozent von insgesamt 4000 Artikeln geschafft, wobei sich im Zuge der QS über 70 Artikel "angestaut" haben, da sie eine umfangreiche Überarbeitung benötigen und nicht allein das Hinzufügen von Quellen, Kats, Resultaten usw., wie es bei den meisten der Fall ist. Leider beteiligen sich momentan nur drei Benutzer an der Aktion, mit der viele Altlasten an die heutigen Normen der WP angepasst und/oder aktualisiert werden sollen. (Ni., 4.2.)

Ergebnisse des Workshops Förderrichtlinien

Liebe Community,

die Ergebnisse des Workshops Förderrichtlinien sind da! Hier freue ich mich, wie immer über Feedback. :-)

Herzlich, --Rebecca Cotton (WMDE) (Diskussion) 14:39, 4. Feb. 2014 (CET)

Jubiläums-Schreibwettbewerb

Ab heute und bis zum 17. Februar können Mitglieder für die Jury des 20. Schreibwettbewerbes nominiert werden. Wenn du Lust hast, als Juror dabei zu sein, oder einen geeigneten Kandidaten kennst, trage dich/ihn (nach vorheriger Zustimmung) in den entsprechenden Abschnitt ein!

Auch Preisspenden werden ab sofort gerne entgegengenommen, sie können hier eingetragen werden. Wenn du selber nichts als Preis bereit stellen kannst, kennst du vielleicht ein Unternehmen oder eine Organisation, die sich beteiligen möchte? Sprich sie an und trage den Preis ein. Da es das 20. Jubiläum ist, sollten wir klotzen und nicht kleckern! (LZ, 3.2.)

Wählen gehen!

Die Wahl der Community-Mitglieder in der Jury für den Zedler-Preis 2014 hat gestern begonnen. Sie dauert bis zum 14. Februar. Beteiligung ist für Stimmberechtigte möglich – also mitmachen. (AC, 1.2.)

Nachnutzbarkeit wissenschaftlicher Quellen

Das Logo für CC BY

Das WikiProject Open Access auf der englischen Wikipedia arbeitet daran, die Nutzungsrechte zitierter wissenschaftlicher Quellen sichtbar zu machen (siehe Projektseite). Ein von Wikimedia Deutschland bei den Open Society Foundations eingereichter Projektvorschlag zur technischen Umsetzung und Automatisierung dieser Sichtbarmachung ist bewilligt worden. Die Software dafür wird via GitHub verfügbar gemacht. (dm, 1.2.)

Gar nicht schlecht

war nach Ansicht einiger Wikipedianer der Bericht im westdeutschen Fernsehmagazin Monitor vom 30. Januar 2014 über die versteckte Werbung bestimmter Agenturen für Wirtschaftsunternehmen in der Wikipedia. Dass es das Problem gibt, ist zwar seit langem bekannt, aber es wurde von der Community nie sonderlich ernst genommen, zumal die bisherigen Veröffentlichungen in den Medien von nicht so gut informierten (Enthüllungs)journalisten stammten und in der Community eher für Spott und Häme sorgten. Ausgerechnet das gute alte öffentlich-rechtliche Fernsehen hat nun diesen Nachteil mit seinem kurzen, aber gut gelungenen Beitrag wieder wettgemacht. War ja auch kein Wunder, denn bereits im Vorfeld der Sendung, so hört man, hat der Wikipedianer southpark die Monitorredaktion entsprechend intensiv über die Kontrollmechanismen innerhalb der Wikipedia aufgeklärt und präpariert, so dass es keine größeren Fehler in der Darstellung der Fakten gab. Nicht ganz so gut ist die Sendung daher für die versammelten Vertreter einiger PR-Agenturen gelaufen, die wohl dachten für sich Vorteile erlangen zu können, wenn ausgerechnet sie die versteckte PR pseudoernsthaft als selbsternannte Experten der Wikipedia kritisierten und auch noch Tipps dafür geben wollten, damit man nicht mit seiner Reklame auffliegt. Aufgeflogen ist jedenfalls der Hersteller von hübschen Holzhäuschen, dessen Wikipediaartikel, verfasst von Fjorborg sich noch während der Sendezeit einen Schnelllöschantrag eingefangen hat. Die Monitorredaktion ist jedenfalls nicht auf diese Experten reingefallen und hat kompetent, man höre und staune, ziemlich neutral und vor allem unaufgeregt, berichtet. Die PR-Unternehmen Sucomo und Aufgesang beschweren sich nun beleidigt auf Twitter über ihr Abschneiden in der Sendung, denn die Redaktion hat ihre Absichten wohl durchkreuzt. Aber noch einer beschwert sich: Marvin Oppong, wir erinnern uns? Er twittert, dass Monitor seine Forschungsergebnisse von neulich für den Beitrag sich einfach angeeignet habe! Dumm gelaufen für die Einen, ein guter Moment für das sonst so gescholtene Fernsehen. (Ein Kommentar von Sc 31. Januar)

Mittlerweile gibt dazu auch vom Deutschlandfunk einen entsprechenden Audiobeitrag. (M.K., 8.2.)