Wikipedia:Kurier/Ausgabe 1 2015

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
<< Spätere Ausgabe | Frühere Ausgabe >>

Kommentar zu De Gruyter: That’s the Way the Wikiworld goes

It’s a library thing you wouldn’t understand

Es ist soweit. Der Untergang der Wikipedia steht wieder mal bevor. Hat doch letztens (beziehungsweise endlich) der anerkannte Wissenschaftsverlag De Gruyter ein „paar“ (1000) freie Zugänge für Wikipedia-Benutzer freigeschaltet. Sehen kann man das unter Wikipedia:De Gruyter. Vorausgegangen waren wohl zähe Verhandlungen. Der Start wurde mehrmals angekündigt, verzögerte sich und auch noch nicht alle Anfragen sind „bedient“. Der Verlag will natürlich seinen Namen dafür sehen und wollte wohl auch ein paar Links auf seine Seiten haben. Ein Vorgang, der heuer auch gerne beim komplett unkommerziellen Angebot von Google Books mit einer Vorlage gewürdigt wird (auch wenn man ab und an nur sogenannte Snippets zu sehen bekommt). Natürlich, einem geschenkten Gaul schaut man gerne ins Maul, regte sich gegen diese unfassbare Ungeheuerlichkeit direktement auf der Diskussionsseite Ärger. Hier wird offensichtlich Werbung betrieben, Links, um Gottes Willen, wir sind ja im Internet, da hat sowas nix verloren. Ist auch wirklich schlimm, wie sowas aussieht:

  • Max Mustermann: Mustertitel. In: Olga Mustermann (Hrsg.): Makers of Modern Asia (= Millennium-Studien. Zu Kultur und Geschichte des ersten Jahrtausends n. Chr). 2. ergänzte Auflage. Band 26. de Gruyter, Berlin u.a. 2014, ISBN ISBN 0-674-73578-1(?!), S. 45–120 (kostenpflichtig).

Aber gut ist ja auch eine schreckliche Vorlage, die auch hier und auf ca. 1/4tel Million Seiten schon den Quelltext sperrig, unübersichtlich und aufblähend gestaltet. Das muss natürlich jetzt so aussehen:

  • Kerstin Schulmeyer-Ahl: Der Anfang vom Ende der Ottonen. Konstitutionsbedingungen historiographischer Nachrichten in der Chronik Thietmars von Merseburg (= Millennium-Studien. Zu Kultur und Geschichte des ersten Jahrtausends n. Chr. Band 26). De Gruyter, Berlin [u. a.] 2009, ISBN 3-11-019100-8 (abgerufen über De Gruyter Online).

Auch gut, denkt sich der geneigte Schreiberling, damit kann ich leben. Aber: Am liebsten würde noch die Klammer gestrichen werden und jeder Hinweis auf de Gruyter getilgt werden. Ist ja klar, die 1000 Zugänge, pah, hat ja auch alles früher ohne die geklappt, als wir noch Steintafeln zitiert haben. Damals 2004, als Artikel noch so ausgesehen haben und wir überhaupt keine Quellen benötigt haben. Und überhaupt, wer hat auch heute noch ein Buch in der Hand? Ihr müsst mehr durch Bibliotheken gehen, ihr Lieben, die gibts auch in der Nähe von Hintertupfingen. Was sind denn auch schon zwei Stunden Fahrt, um an Punk in Deutschland (bloß nicht den Link anklicken!) zu kommen oder die 30 Euronen. Bezahlt man doch gerne für kostenlose Mitarbeit.

Kurzum, die Hardliner machen mal wieder jedem, der so einen Service nutzen mag, das Ganze madig. Wie schon letztens bei Random House (danke für die Slime-Monographie) könnte ich mich aufregen. Habe ich glaube ich jetzt auch getan. Aber eigentlich möchte ich mich bei allen Beteiligten der beiden Kooperationen bedanken und ihnen ganz viel Kraft wünschen. Zusammen werden wir die Wikipedia in den Untergang reißen, ich bin bei euch! Denn ich habe bisher von jedem Angebot profitieren können und habe endlich mal das Gefühl, dass jemand auch unsere Arbeit ernst nimmt. Also DANKE und ganz viel Kraft! --Gripweed 21:10, 27. Jan. 2015 (CET)

Ein (ab)stimmungsvoller Rückblick auf den Jahreswechsel 2014/2015

Nussknaker bei der Produktion. Seiffen.IMG 4706WI.jpg

Der Winter ist zwar noch nicht vorbei, aber für manche Wiki-Fotografen schon „im Kasten“. Als kleine gemeinsame deutsch-österreichische „Zwischenmahlzeit“ zwischen den großen alljährlichen Fotowettbewerben wie WLM/WLE bestand seit dem Nikolaustag für Liebhaber der Fotografie die Möglichkeit, Motive rund um die Themen Weihnachtszeit, Winterzeit, Wendezeit einzufangen und auf Wikimedia Commons hochzuladen. Außerdem hatten Autoren die Möglichkeit, zum Thema neu verfasste oder wesentlich erweiterte Artikel einzureichen.

Für die nun beginnende Endrunde laden wir Euch alle ein, mit uns die besten Artikel und besten Bilder unter den 100 auserlesenen Fotos zu küren, indem Ihr bis Ende des Monats Eure Bewertungen auf der Abstimmungsseite abgebt.

Insgesamt haben sich 32 Wikim/pedianer am Wettbewerb beteiligt. Von den 29 Fotografen wurden 1540 Fotos hochgeladen. Die Bilder können in der Galerie aller Fotos bewundert werden. Eine große Vielfalt an Motiven wurde eingereicht, von Weihnachtsmärkten und -bäumen, Pyramiden, Schwibbögen, Lichterengeln und -türken, Weihnachtsmännern und Nussknackern über verschneite Landschaften und Schlösser bis zu Speisen zur Adventszeit und zum Jahreswechsel. Zugleich wurden 14 thematisch anschließende Artikel durch 6 Autoren neu angelegt und eingereicht. Allen, die mitgewirkt haben, sei herzlich gedankt.

In den letzten Tagen ist unter Mitwirkung der Community eine Bilderauswahl für die Endrunde vorgenommen worden, die auch jene Fotos einschließt, die bereits in Wikipedia-Artikel eingebunden werden konnten. Insgesamt stehen neben den 14 Artikeln nun 100 Fotos von rund 25 Fotografen zur Abstimmung. Für die Gewinner, die bis zum 31. Jänner/Januar mit Eurer Hilfe ermittelt werden, stehen durch Unterstützung seitens von WMDE und WMAT insgesamt 12 Bild- und 4 Artikelpreise zur Verfügung. Da in jeder Kategorie – Bild oder Artikel – nur maximal ein Preis pro Teilnehmer möglich ist, sind die Preischancen groß.

Am 1. Februar werden die Ergebnisse veröffentlicht. Die großen Gewinner stehen aber schon fest: Wikimedia Commons und Wikipedia wurden durch neue Artikel und zahlreiche gute Fotos mit dokumentalistischem Wert bereichert. Schließlich steht auch über die Wikipedia hinaus Commons als Bildspender allen zur Verfügung, die Fotos zu dieser Thematik suchen und nicht auf andere Plattformen ausweichen müssen. Und ebenso sind wir alle die Gewinner, die sich nun an den Foto-Galerien erfreuen oder lernen können, was oder wer Natalie Jamalia, Kamenzer Würstchen oder das Mothsgungel (Foto noch gesucht !!) sind, wie das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker 2015 war und was genau man unter Weihnachtspaketverkehr versteht.

Wir laden Euch herzlich ein, auf besinnliche Weise auf die zurückliegende Weihnachtszeit zurückzublicken und an der Abstimmung teilzuhaben. 22.1.2015 - Anna, Brücke

Schweizer Kleinmeister der Sammlung Gugelmann

Ein weiterer Meilenstein in der langfristigen Zusammenarbeit der Wikipedia und des Chapters Wikimedia CH und der Schweizerischen Nationalbibliothek wurde erreicht. Es wurden 1230 Bilder der Sammlung Gugelmann auf Commons hochgeladen. Diese Bilder entstanden von der Mitte des 18. bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts. Die Maler zählen zu den „Schweizer Kleinmeistern“. Vor der Entstehung der Landschaftsfotografie gehörte das Festhalten von Alltagszenen in Zeichnungen, Aquarellen und auf Leinwand in Öl bei einer klassischen Bildungsreise dazu. Die Bilder zeigen deshalb eine historische Perspektive auf viele Schweizer Ortschaften und Gegebenheiten und angrenzende Gebiete aus der vorfotografischen Zeit. Die „Sammlung Gugelmann“ geht auf die Geschwister Annemarie und Rudolf Gugelmann zurück, die diese Bilder gesammelt und 1982 der Nationalbibliothek geschenkt haben. Sie gehört zu den wertvollsten Geschenken, die im Besitz der Bibliothek sind und nun durch die Stiftung Graphica Helvetica kontinuierlich erweitert wird.

Während des Engagements zweier Wikipedians in Residence im letzten Jahr wurde diese Sammlung als der erste große Digitalisierungsauftrag bestimmt, um sie auf Commons zu veröffentlichen. Der enzyklopädische Nutzen dieser Sammlung ist sehr hoch. Auf der Hand liegt, dass viele dieser Bilder vermutlich in die Geschichtsabschnitte von Ortschaftsartikeln integriert werden können. Die Bilder wurden professionell über einige Wochen hin mit hoher Auflösung und mit Referenzfarbpalette und Maßstab digitalisiert. Die Sammlung wurde nun rechtzeitig vor dem ersten Schweizer Cultural Hackathon hochgeladen, damit die Bilder auch während dieser Veranstaltung zum Thema werden und in diversen Projekten gebraucht werden können. Die Verantwortlichen auf Seiten Wikipedia und Nationalbibliothek hoffen, dass diese Bilder hier in der Enzyklopädie dann von teilnehmenden Wikipedianern auch den erhofften Nutzen entfalten. MLR, 20. 1. 2015

Freude schöner Erasmuspreis!

Motivierender hätte der Auftakt 2015 für Wikipedianer in aller Welt gar nicht sein können: Unser Engagement wird in diesem Jahr mit der Verleihung des Erasmuspreises gewürdigt! Ein Blick in die Liste der Preisträger seit 1958 zeigt, wie schätzenswert diese Auszeichnung für unser enzyklopädisches Schaffen ist und wie sehr dazu geeignet, das Ansehen der Wikipedia als Bildungsmedium zum Nutzen universeller Aufklärung zu stabilisieren.

Hilfreich für die eigene Orientierung in einer zunehmend komplexen Gemengelage bei der Erstellung der Wikipedia sind auch die angeführten Gründe für die Preisvergabe (mag auch deren Übertragung ins Deutsche teils noch holpern):

  • Durch die freiwilligen (ehrenamtlichen) Beiträge von zehntausenden Beteiligten wird auf einer demokratischen Plattform gemeinsam eine umfassende, universelle Enzyklopädie geschaffen.
  • Die globale Reichweite und gesellschaftliche Bedeutung der Wikipedia stehen für eine in Vielfalt vereinte Welt.
  • Die Offenheit des Projekts schafft und stärkt das Bewusstsein für den kritischen Umgang mit Texten und Quellen im Sinne von Neutralität und Ausgewogenheit.

Der Preis ist mit 150.000 Euro dotiert. Angesichts des jährlichen Spendenaufkommens – wiederum von Freiwilligen rund um den Globus – kommt es für uns darauf nicht wirklich an. Wir haben uns zwar zunehmend darum zu kümmern, welche Mittel und Zuwendungen dem Projekt zufließen und wie man so mit ihnen umgeht, dass sie im Geist und zum Nutzen der Wikipedia redlich verwendet werden – die umseitige Diskussion ist mit Recht voll im Gange –; doch sollten wir uns wegen dieses aktuellen Luxusproblems die große Freude über die an uns vergebene Auszeichnung nicht nehmen lassen!
Barnos, 17. 1. 2015

Umbenennungszwang für weniger „prominente“ Accounts

Kennt jemand eigentlich die Kollegen Amberg und Memmingen? Ich ja schon.

Aber weiß eigentlich jemand, dass beide genauso heißen wie je eine kreisfreie Stadt in Bayern? Was bei einem von beiden kausal Zufall ist, beim anderen aber eher weniger?

Nun ja. ich halte die beide für eher „prominenter“. Keine Ahnung, ob die sich auch ersatzweise Stadtkreis Amberg oder Amt Memmingen nennen dürften, aber der Name der Stadt ist wohl OK. Und spätestens auf Nachfrage erführe man von ihnen, dass sie freie Wikipedianer ohne behördlichen Auftrag seien.

Was aber, wenn im Dezember 2012 ein Neu-Wikipedianer auf die dreiste Idee gekommen wäre, sich nach der thüringischen Kreisstadt Sonneberg - irreführenderweise oft als Spielzeugstadt bezeichnet, jedoch konnte sich der Verfasser dieser Zeilen davon überzeugen, dass die meisten dortigen Häuser selbst für großgewachsene Menschen begehbar sind - zu benennen? Wäre das dann doch vielleicht ein bisschen zuu dreist gewesen?

Ein Fußgängerkollege, nennen wir ihn mal XY, fand das schon. Deshalb suchte er auch Sonneberg sogleich auf mit den Worten:

>>Dein Benutzername impliziert, dass du im Auftrag oder im eigenen Namen einer Organisation oder einer prominenten Person in der Wikipedia arbeitest. Benutzerkonten sollen nur dann einen offiziell klingenden Namen haben, wenn der Betreiber des Kontos auch zur Nutzung des Namens berechtigt ist. (…)
Solltest du jedoch nicht im Auftrag oder Namen der Organisation oder der Person schreiben, kannst du eine Änderung deines Benutzernamens beantragen (nur bei Konten mit Beiträgen sinnvoll) oder dieses Benutzerkonto stilllegen lassen.
Anderenfalls musst du mit der Sperrung deines Benutzerkontos rechnen.<<

Nein, das wollte Sonneberg natürlich nicht – von XY gesperrt werden. Ergo ging er sogleich in seinem ersten und einzigen Edit seither (inzwischen sind 5,5 Tage vergangen) auf die Umbenennungsseite und beantragte seine Umbenennung in den schönen Nick Heimat76. Und nach nur 11 Minuten war dieser vermeintliche „Herzenswunsch“ erfüllt.

Knapp drei Tage später fiel das jedoch einem anderen Wikipedianer auf, der spontan meinte, dieses sei eine höchst missbräuchliche und fehlgehende Drohung durch XY gewesen. Er bat dabei auch die Bürokraten, dem Umbenannten von Umbenennerseite her offiziell das freundliche Angebot zu machen, auf Wunsch seinen alten Nick wiederherzustellen.

Darauf antworteten auch im Laufe der folgenden 2 Tage immerhin 2 Fußgänger. Den Bürokraten indes blieb es (inzwischen 2,5 Tage vergangen) egal – ebenso egal wie XY, der ja seinen Spontanwillen längst bekommen hatte.
Autoren, die nicht wild bausteinwerfend und maßregelnd auf die eigene Brust trommeln, sondern einfach nur gelegentlich in ihren Gebieten editieren, brauchen wir eh nicht! Ep, früh am 17.01.2015

Dank an die Bürokratie, damit zumindest von der Seite erl. --Ep 15:33, 18. Jan. 2015 (CET)
Und auch H. zeigt sich sehr einsichtig und hat inzwischen überdies sein Talent als potentieller CU-Anträger unter Beweis gestellt. --Ep 13:22, 19. Jan. 2015 (CET)

Der alljährliche Wikipedia-Dschungel

Sarah Dingsda, elf Löschanträge 2011, immer noch da

Es ist wieder soweit: Pünktlich zum Start der Show Dschungelcamp finden sich wie alljährlich Wikipedianer, die auch dem letzten teilnehmenden Z-Promi einen Artikel gönnen. Und ebenso pünktlich finden sich unsere Kulturretter und erhabenen Humanisten, die, wie alljährlich, den Untergang des Abendlandes (ja, mal wieder!) heraufbeschwören und Löschanträge verteilen; aktuell beispielsweise zu Tanja Tischewitsch (TT). Fakt: Von den bisher insgesamt 86 Teilnehmern dieser Show bekamen 18 einen Löschantrag (LA) vor die Promi-Nase geknallt, oft mehrfach. Allein Sarah Dingsda kämpfte sich durch Kakerlaken und elf (!) LAs. Ergebnis nach teils kilometerlangen Löschdiskussionen (LDs): ALLE 86 Artikel wurden behalten. Und das ist auch gut so! Denn völlig egal, was wir von dieser Show halten: die Teilnahme ist per se relevanzstiftend. Wer stiftet die Relevanz? Unsere Leser! Grund: Allein Frau Dingsda bekam seinerzeit zehntausende Seitenaufrufe/Monat und kommt selbst heute noch auf rund eintausend.

Ich höre Euch schon wieder grummeln: Die Wikipedia ist nicht dazu da, dem Mainstream hinterherzulaufen und etc. und blablabla. *Ach ja und seufz*. Die Leser WOLLEN sich ganz offensichtlich in der Wikipedia abseits der Boulevardpresse sachlich und objektiv über diese Leute informieren lassen und es ist unsere Pflicht (und auch Chance), diesem Bedürfnis nachzukommen.

Ok – Vergleiche sind in diesen Zusammenhängen nicht erwünscht. Wohl in dem Sinne: Das wäre ja noch schöner, wenn unsere knallhart erkämpften bürokratiemonstermäßigen Relevanzmechanismen auch noch vergleichend beurteilt werden. Ich stelle also vergleichend fest: Es kann ja wohl nicht sein, dass die Wikipedia Artikel wie Bruno Muccioli, der auf glorreiche 20 Seitenaufrufe im Monat kommt, „erlaubt“, nur weil die Relevanzkriterien der Sport-Redaktion auch noch den hinterletzten Nationalspieler aus dem Jahr 1704 aus Belugistan für relevant erklären, weil: (ehemaliger) Nationalspieler! Und einen Artikel zu glorreichen XYZ-Promis wie Melanie Müller (hatte LA), der auf mindestens 30.000 Aufrufe in der Dschungelzeit kam und auch aktuell bereits wieder 24.000 mal angeklickt wird, für obsolet erklären will, weil: Untergang des Abendlandes. Egal, wie das „Volk“ (hier: Wikipedia-Benutzer) denkt. Oder, wie southpark in der aktuellen LD zu TT anmerkt: Nicht dass in der Wikipedia ausversehen Lemmata stehen, die Menschen tatsächlich nachsehen. LS, 14.01.2015

Die geschlechtergerechte Echokammer

Auf Meta wurde ein Förderantrag für ein Projekt eingereicht, dessen Initiatoren in der Wikipedia schwere Probleme zu sehen glauben: „Es gibt zurzeit keinen Raum auf Wikipedia, in dem sich eine Frau sicher sein kann, dass sie an einer Diskussion teilnehmen kann, ohne von männlichen Stimmen dominiert zu werden. Wikipedia braucht einen Platz, an dem sich Frauen sicher fühlen können und nicht von männlichen Ratschlägen, Kritiken und Erklärungen überrollt werden.“ Um den schweren Missstand, dass Männer Frauen kritisieren dürfen, zu beheben, soll ein Projekt eingerichtet werden, zu dem nur Frauen Zugang haben. An enzyklopädische Arbeit ist in diesem Projekt nicht primär gedacht: „Es würde mehr auf die Community, Richtlinien und Regeln als auf Inhalte fokussiert sein, Diskussionen über Inhalte wären aber nicht abseits des Themas.“

Der Vorschlag stößt mehrheitlich auf Opposition. Während auf der Vorderseite in unterstützenden Kommentaren zum Ausdruck gebracht wird, dass andere Meinungen eine schwere Bedrohung seien, vor der man Frauen in „sicheren Räumen“ schützen müsste, wurden die Kommentare der Kritiker auf die Diskussionsseite verschoben. Dort stößt der Gedanke, Benutzern aufgrund jedweder Merkmale den Zutritt zu Projektbereichen zu untersagen, auf Verwunderung. Zur Debatte gelangt auch die Frage, welche Verbindlichkeit für die Wikipedia Entscheidungen haben sollen, an deren Findungsprozess einzelne Benutzergruppen nicht teilnehmen durften. Die Kritik der Opposition sieht im Vorschlag den Versuch, eine Echokammer einzurichten.

Für die Mobilisierung der Opposition dürfte das Scheitern des Wikiproject Gender Gap mit der Sperre seiner Initiatorin durch das Schiedsgericht der englischen Wikipedia mitverantwortlich sein. Dieses Projekt hatte sich das Ziel gesetzt, die Partizipationsrate von Frauen am Projekt zu erhöhen. Die Hauptakteure des Projekts waren konfliktorientiert, aus dem Projekt hervorgehende Vorschläge wie derjenige, wonach Edits von weiblichen Benutzern nicht revertiert werden dürften, sorgten für Unverständnis. Im Beweisaufnahmeverfahren zum Schiedsgerichtsprozess schrieb en:User:Two kinds of pork: „Jeder, der Vorschläge wie ein verpflichtendes Sensibilitätstraining macht, die wahrscheinlich als kontrovers beurteilt werden, sollte Kritik am Vorschlag erwarten. Carol ist davon nicht ausgenommen. Sie neigt jedoch dazu, mit Behauptungen von persönlichen Angriffen, Störungen und Wortklauberei Unruhe zu stiften, wenn kritische Positionen vorgebracht werden: [1][2][3][4][5][6][7][8][9][10]. In anderen Fällen greift sie andere Autoren aufgrund ihres Geschlechts an: [11][12][13][14][15][16].“ In der Diskussion zum Verfahren schrieb en:User:Carrite: „Diese Diskussion gelangt zu dem Punkt, den ich als das reale Problem an den zwei Begriffen ‚pressure group‘ und ‚identity politics‘ sehe. Die Gender Gap Task Force ist nicht ein WikiProject wie das WikiProject Feminism, das Wikiproject Biography, das WikiProject Mississippi oder das WikiProject Conservatism – ein Projekt, das sich auf enzyklopädische Inhalte konzentriert. Es ist eine politische Lobbygruppe. (…) Ich glaube nicht, dass solch eine politische Organisation in einem Wiki angesiedelt sein sollte.“

Das Schiedsgerichtsverfahren beendete letztlich das Gender-Gap-Projekt. Im aktuellen Förderantrag versammeln sich mehrere der Proponenten dieses Projekts, man kann es daher als den Versuch einer Fortsetzung sehen. Für die Unterstützer ergäbe sich der Vorteil, dass mit Deckung durch die Foundation Änderungen abseits der Community erarbeitet werden könnten, die bei einer Implementierung mit vollendeten Tatsachen konfrontiert wäre. Über Meta bestünde auch die Möglichkeit, Änderungen nicht nur in einem Wiki, sondern in allen Projekten zu arrangieren. Die Diskussion zum Antrag ist zurzeit offen. Anonym, 14.01.15

Anmerkung von M.: Der Beitrag enthält eine Reihe sachlich falscher Behauptungen. Das ArbCom hat das Gender-Gap-Projekt nicht beendet, dies war auch nicht Gegenstand des ArbCom-Verfahrens. Es ist weder durch das Schiedsgericht noch durch sonstwen "beendet" worden, sondern existiert auch heute noch. Die Übersetzung eines Zitats im ersten Teil ist falsch, das Zitat hat einen anderen Inhalt. Die Behauptung, es sei vorgeschlagen worden, dass Edits von Frauen nicht revertiert werden dürften, ist ebenfalls falsch.

Anmerkung von MSG: Der Artikel insinuiert außerdem, die "Kommentare der Kritiker" seien auf die Diskussionsseite verschoben worden, um keine Kritik auf der Projektseite selbst zu haben. Endorsements jedoch stehen regelmäßig auf der Projektseite, opposition aber nicht, diese wurde dort von jeman(n?)dem eingebaut, der den Vorschlag mit "Zähnen und Klauen" bekämpfen möchte. Diese opposition wurde dann als Teil der Diskussion des Vorschlags von der Wikimedia Foundation selbst auf die Diskussionsseite verschoben.

Geschafft: Die ersten 100 Artikel für Kinder im „Klexikon

Das FFW-Projekt Klexikon will freies Wissen für Kinder schaffen – nach Wikipedia-Vorbild, aber mit etwas anderen Grundregeln.

Seit Dezember 2014 ist das aus dem Förderprogramm Freies Wissen (FFW) finanzierte Projekt Freies Kinderlexikon mit einem eigenen Wiki am Start. Auf Klexikon.de sind inzwischen die ersten 100 Artikel entstanden. Etwa 20 Freiwillige machen bisher mit, darunter auch drei Kinder und erfreulicherweise einige Wikipedianer und Lehrer (oder beides gleichzeitig). Weitere Interessenten sind herzlich willkommen. Im Januar gibt es auch mehrere Möglichkeiten zum persönlichen Kennenlernen und zum Austausch über das Projekt:

  • Klexikon-Stammtisch am 12. und 19. Januar 2015 (Hangout und gleichzeitig „in echt“ in der WMDE-Geschäftsstelle)
  • Workshop mit Schreibwerkstatt am 22. Januar 2015 von 12 bis 15 Uhr zusammen mit Machern von Websites für Kinder, die im Verein Seitenstark e.V. zusammengeschlossen sind (u.a. Blinde Kuh, Internet-ABC, Hanisauland)

Die Schreibwerkstatt soll die "Macher" von Websites für Kinder mit Wikipedia-Autoren zusammenbringen, die ihre Erfahrungen ins Klexikon-Projekt einbringen möchten. Drei Stunden lang wird es ums „kindgerechte Schreiben“ gehen, um die ersten Klexikon-Artikel, aber auch um die Grundregeln im Klexikon, die in einigen Punkten von der Wikipedia abweichen. Darüber soll diskutiert und nachgedacht werden. Seid ihr dabei? Anmeldungen und Fragen dazu bitte auf Wikipedia:Berlin oder auch per E-Mail an das Klexikon-Projektteam. Wip, 7.1.

Bitte recht freundlich!

Der Jahreswechsel bietet traditionell Anlass für Rück- (der Kurier berichtete) und Ausblicke. Zum neuen Jahr sollen also an dieser Stelle ein paar Gedanken zur Zukunft unseres Projekts folgen. Anlass sind dabei einige Ereignisse aus dem Wikipedia-Jahr 2014.

Die Community hat im letzten Jahr 6 % ihrer angemeldeten Mitglieder verloren.
Anfang Dezember wurde öffentlich, dass nicht nur die Zahl der angemeldeten Autoren schrumpft (in der deutschsprachigen Wikipedia von August 2013 bis August 2014 um 6 %, der Kurier berichtete), sondern auch die Leserschaft zumindest stagniert. Die Zahlen haben einige Reaktionen hervorgerufen (darunter ein ausführlicher Blogbeitrag von Phoebe Ayers).

Einerseits glaube ich, dass die Abnahme der Leserzahlen darauf beruht, dass unsere Inhalte anderswo gefunden werden, zum Beispiel im Google Knowledge Graph. (Southpark hat diese Entwicklung schon vor einem Jahr vorausgesagt.) Das ist natürlich zunächst nicht weiter schlimm. Andererseits kann es aber folgendes bedeuten: Wenn wir weniger Leser haben, die wir als Autoren gewinnen können – und sei es nur, um einen Tippfehler zu korrigieren – dann laufen wir Gefahr, dass sich der „Autorenschwund“ durch die „Leserabwanderung“ weiter verstärkt.

Nun gibt es freilich viele verschiedene Strategien, diesem Problem zu begegnen. Ein Ansatz ist es, technische Hürden abzubauen. Projekte wie der VisualEditor und Wikipedia Zero zielen in diese Richtung. Andererseits lohnt es sich, darüber nachzudenken, wie man das Editieren von seiner persönlichen Seite her ansprechender gestalten kann.

Jimmy Wales: „Wir müssen ein Umfeld schaffen, das dazu beiträgt, die beste Enzyklopädie der Geschichte zu erstellen.“
Auf der Wikimania in London hielt Jimmy Wales seine traditionelle Rede zur Lage des Wikis dieses Mal über das Thema „Höflichkeit“, das ihm schon seit längerem am Herzen liegt. Dabei zielte er mit seiner Hauptthese genau in die genannte Richtung: „Wir müssen ein Umfeld schaffen, das dazu beiträgt, die beste Enzyklopädie der Geschichte zu erstellen.“

Jimmy wies darauf hin, dass es ihm nicht darum geht, nur Mindeststandards zu definieren, die Autoren einhalten müssen, um nicht gesperrt zu werden. Vielmehr sollen wir uns ambitionierte Ziele setzen, noch besser miteinander umzugehen. Jimmy Wales appellierte an seine Zuhörer, sich zu fragen, wie wir noch ruhiger, interessierter, geduldiger, fairer, respektvoller und ehrlicher zueinander sein könnten. So könne unsere Community eine wunderbare, liebenswerte Umgebung schaffen, in der es Spaß macht, unser Projekt voranzubringen. Jimmy will, dass wir wirklich an uns arbeiten, noch netter, großzügiger, nachsichtiger und sogar mitfühlender zu werden.

Wie man Wikipedia verbessern kann? Einfach mal nett sein!
Seit Jahren wissen wir, dass ein besserer Umgang innerhalb der Community die wichtigste Veränderung ist, um mehr und bessere Autoren zu gewinnen. Leider ist es uns bisher nicht gelungen, die Situation nachhaltig zu verbessern. Kurz vor Weihnachten hat Fabrice Florin dazu unter dem Titel „Eine Kultur der Freundlichkeit“ einen Blogbeitrag veröffentlicht. Darin beschreibt er sechs Dinge, die wir tun können, um eine feindselige Atmosphäre in der Community zu überwinden und Vertrauen aufzubauen: „Neulingen helfen – Autoren schulen – Freundlichkeit belohnen – soziale Werkzeuge aufbauen – nettere Kommunikationswege nutzen – jeden zu Wort kommen lassen“. Besonders der dritte Punkt ist hier interessant.
Auch wer noch so produktiv ist, sollte gehen müssen, wenn er sich nicht benehmen kann.
Die Diskussion hat jedoch auch eine andere Seite: Nach Jimmy Wales gibt es in unserer Community Nutzer, die dafür bekannt sind, dass sie einerseits gute Inhalte erstellen und auf der anderen Seite eine „giftige Persönlichkeit“ haben, die der Stimmung in der Community schadet. Jimmy stellte dazu in London die folgende These auf: „Die meisten dieser Autoren kosten uns tatsächlich mehr, als sie uns wert sind, und wir begehen einen großen Fehler, wenn wir sie tolerieren. Sie sollten ermutigt werden, zu gehen.“ Jimmy war von dem spontanen, tosenden Applaus, der auf diese Äußerung folgte, selbst sehr überrascht.

Für mich stehen zwei Dinge fest: Wir müssen uns vornehmen, besser miteinander umzugehen. Wir müssen uns gegenseitig daran erinnern, gute Umgangsformen zu pflegen und wir müssen diejenigen loben, die mit gutem Beispiel vorangehen. All das geschieht noch viel zu wenig. Gleichzeitig müssen wir tadeln, wenn sich jemand daneben benimmt. Viel zu oft bleibt Unhöflichkeit, mangelnder Respekt oder einfach auch schlechte Kommunikation ohne Folge. Mein Appell: Haut den Stänkern auf die Finger – aber bitte recht freundlich! (Wer Tipps sucht, wie man so etwas konstruktiv formuliert, wird zum Beispiel hier fündig.) Oder wie wär's gleich mit einer Vorlage:

Crying-girl.jpg
Das hätte man auch netter sagen können.
Vielen Dank für deinen Beitrag. Leider hast du dich etwas im Ton vergriffen. Bitte denke darüber nach, deine Meinung in Zukunft etwas konstruktiver zu formulieren.
Dieser Hinweis ist keine Kritik am Inhalt deines Diskussionsbeitrags.

Als ich diese Gedanken im vergangenen Herbst mit anderen auf der Wikicon in Köln diskutiert habe, wurde mir klar: Es gibt in der Community offenbar eine schweigende Mehrheit, die das auch so sieht. Viele sehnen sich nach einem friedlicheren Umfeld und sind gestresst von einer Minderheit, die keinen Wert auf gute Umgangsformen legt. Es wird Zeit, dass wir daran etwas ändern. Da wir immer von guten Absichten unseres Gegenübers ausgehen, spricht nichts dagegen, ihm auch mit Respekt zu begegnen. Alles andere schreckt gute Autoren ab und schadet damit unserem Ziel – die beste Enzyklopädie der Geschichte zu erstellen.

Also: Auf geht's! Der Autor dieses Beitrags bedankt sich fürs Lesen – und ist gespannt auf den Tonfall in der umseitigen Diskussion… Gnom, 6.1.

Entscheidungsfindungen

Wikipedias Idealbild

Ich unterstelle der Mehrheit aller aktiven Autoren gute Absichten und Handlungen mit guten Gründen. Ungeachtet dessen scheint es – als Auswirkung dieser Absichten und Gründe – viele Konflikte zu geben. Dabei ist es egal, wie kleinteilig (Wikipedia:Vandalismusmeldung), global (Missverhältnis: die aktiven Autoren betreuen 5 Millionen Projektseiten), temporär (Zeitspanne der ungesichteten Seiten), langfristig (Kreuzdebatte), gefühlt (rauer Umgangston) und belegt (siehe zurzeit diskutierte Statistik) man die Sache betrachtet.
Um ein Missverständnis auszuräumen: Wikipedia mit „Friede, Freude, Eierkuchen“ funktioniert nicht. Ein wesentlicher Teil der Dynamik Wikipedias entsteht durch diese Spannungen … wo ist also das Problem?
Einfache Antwort: jede individuelle Entscheidungsfindung (beispielsweise: „ich arbeite heute die zahlreichen Nachsichtungen auf, obwohl damit nicht ‚Ruhm und Ehre‘ verbunden sind“) ist aus der Sicht des Einzelnen nachvollziehbar – aber in der Summe nicht gut für Wikipedia.
Komplizierte Antwort: … so einfach ist es (leider) doch nicht. „Der Teufel steckt im Detail“: die meisten Entscheidungen der aktiven Autoren werden im Rahmen der „Mikropolitik“ gefällt (auch wenn den meisten das nicht bewusst ist). Die Mikropolitik wiederum basiert auf den vielen Graubereichen (= ungeregelte Bereiche) in Wikipedia.
Die berechtigte Frage lautet also: „brauchen wir mehr Regeln“?
Nein, natürlich nicht – denn dies würde den wesentlichen Charakter Wikipedias (die Kulturtechnik des kollaborativen Arbeitens) konterkarieren.
… die Probleme Wikipedias sind nicht einfach zu lösen und das Guide-Camp am 9.1. in Berlin wird hierbei auch keine „Wunderheilungen“ realisieren können. Was diese Konferenz aber kann, ist es, einen langfristigen Prozess der differenzierten Problembetrachtung zu ermöglichen. Das Hauptthema der aktuellen Konferenz ist „alternative Entscheidungsformen“. Wenn du also Zeit hast: komme nach Berlin und arbeite mit an der Zukunft der Arbeitskultur in Wikipedia. Die Fahr- und Hotelkosten werden übernommen. Falls du nicht kommen kannst, aber trotzdem an diesem Thema interessiert bist, dann hast du zwei Möglichkeiten: der Livestream der Eröffnungsveranstaltung (wird noch verlinkt) und die Live-Notizen in den Etherpads. AP, 4.1.

Verlust: 14,5 Prozent Aktive seit Ende 2012

2012: Wikipedia-Autoren bei einem Treffen im Journalistenclub der Axel-Springer AG

Statistiken lügen nicht (immer ;-)): Seit November 2012 ist die Zahl der aktiven Wikipedianer in de:WP (Kriterium: Bearbeitungen innerhalb der letzten 30 Tage) um über 3000 zurückgegangen – von 22.113 im November 2012 auf 18.903 im Januar 2015. In Prozenten ausgedrückt ist das ein Abgang von rund 14,5 Prozent. Anders ausgedrückt: Setzt sich die Aktive-User-Schrumpfkur linear fort, dürfte die de:WP-Community 2020 auf etwa dem halben Stand von 2010 operieren.

Sicher – der Trend ist interpretierbar. Die Zahlen sind manuell erhoben und als unregelmäßig erfolgte Stichprobe zum aktuellen Stand im Introteil meiner Userseite dokumentiert. Sicher: Die Werte dokumentieren auch zeitweilige „Ups“. Im Unterschied jedoch zu den generischen, offiziellen Statistiken, welche lediglich auf absolute Zuwächse fokussiert sind und mit ihren stetig (wenn auch nicht mehr so stark wie in der Anfangszeit) nach oben wachsenden Balken ein verfälschtes Bild vermitteln, sind die sinkenden Aktiven-Zahlen ein eher besorgniserregendes Zeichen. Besorgniserregend – sicher kann man auch dazu unterschiedlicher Ansicht sein. Fakt ist jedoch: Von den aktuell knapp 1,8 Millionen Artikeln der deutschsprachigen Wikipedia beinhalten 90 bis 98 Prozent lebendes Wissen – anders als totes, abgeschlossenes Wissen also Wissen, das sich in Entwicklung befindet und dessen Parameter mehr oder weniger im Fluss sind wie beispielsweise die Biografien von lebenden Personen.

Wissen braucht Leute, die ebendieses Wissen generieren. Eine Enzyklopädie aktive Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Aus diesem Grund an der Stelle an alle die Frage: Wie kann man dem beschriebenen Trend gegensteuern? Welche Faktoren müssten (nachhaltig) verbessert werden, damit das Beisteuern oder Erweitern von Wikipedia-Artikeln wieder attraktiver wird? Kurzum: Was müsste oder sollte sich in Wikipedia ändern? rz, 3. Januar 2015

Anmerkung: Der prozentuale Rückgang beträgt nicht, wie ursprünglich in der Headline stehend, 10 Prozent, sondern 14,5 Prozent (22.113 im November 2012 vs. 18.903 im Januar 2015). Nach einem freundlichen Hinweis von Benutzer BHC nunmehr Korrektur der Angaben im Beitrag. rz (4.1.)

Happy Public Domain Day!

Logo des Public Domain Days

Am 1. Januar feiern wir Public Domain Day, da an diesem Tag viele Werke von Autoren, die vor mehr als siebzig Jahren gestorben sind, gemeinfrei werden und nun frei verwendbar sind.

Wir sollten es uns immer wieder bewusst machen: Urheberrecht ist vorübergehend. Es besteht nur zu Lebzeiten des Autors und 70 Jahre danach (in den meisten Ländern). Während dieser Zeit hindert es die Wikipedia und ihre Schwesterprojekte daran, Kunstwerke, literarische Werke, Kunst im öffentlichen Raum, Bauwerke in Ländern ohne Panoramafreiheit und noch vieles mehr in Artikeln zu zeigen. Aber jetzt wurde wieder Einiges aus dem Urheberrecht befreit!

Ein Überblick über die Bilder und Texte, die auf Wikimedia Commons hinzugefügt oder wieder hergestellt wurden, findet sich auf dieser Seite.

Viele dieser Dateien brauchen noch einen Platz in einem Artikel. Du kannst mithelfen!

Du kannst auch helfen, indem du neue Dateien hochlädst, die jetzt urheberrechtsfrei sind.
Du kannst auch helfen, indem du gelöschte oder zu löschende Dateien, die jetzt urheberrechtsfrei sind, mit der Hinweis-Kategorie versiehst.

Die Liste wird in den kommenden Tagen länger. R, 1.1.

Nachtrag: Wikisource pflegt ebenfalls eine Liste der seit dem Jahreswechsel gemeinfreien Autoren. Siehe: Gemeinfrei 2015. Eure Mithilfe beim Anlegen neuer Autorenseiten ist auch hier willkommen. Koff, 3.1.

2015 gestartet

Nun hat es begonnen, das Jahr 2015 – auch in der Wikipedia. Bereits in den letzten Wochen wurden einige Seiten wie der Nekrolog 2015 oder das Filmjahr 2015 angelegt, um direkt durchstarten zu können. Die ersten echten Artikel des neuen Jahres sind allerdings auch bereits geschrieben – um 0:00 Uhr wurden gleich 4 neue Artikel unserem Bestand zugefügt: die Weinarchitektur von Lantus (erstellt im BNR und eine Minute später verschoben, sodass der Artikel nicht unter den neuen Seiten auftaucht), die Ost-West-Friedenskirche von M(e)ister Eiskalt, der Glückssprung (passend zu Silvester) von Geolina163 sowie Frederik L. Schodt von Don-kun.

Mit dem 1. Januar startet zugleich auch der diesjährige WikiCup 2015, der damit in seine dritte Runde geht. Ab heute dürfen alle, die teilnehmen wollen, sich eintragen und Punkte für die erste Wertung am Ende März sammeln – Startplätze sind noch reichlich vorhanden, 32 Platzierte gehen in die nächste Runde.AR, 1.1.

NB: Der letze Artikel des wieder einmal von Kriegen geprägten Jahres 2014 war passenderweise derjenige über die Fuerzas Armadas del Uruguay. H, 1.1.

9. Salon in Wuppertal

Auf Grund eines Kameraproblems wird es heute Abend leider keinen Livestream geben :-(
Wir bemühen uns um einen zeitnahen Bericht, der etwas ausführlicher von der Diskussion berichtet: "Zusammenarbeit zwischen der Wikipedia und Hochkultur - Perspektive für die Zukunft?" AP, 31.1.

Ein Aufwärtstrend bei den Neuanlagen?

Gerade zufällig beim Blick in die Statistik festgestellt. Nachdem das Jahr 2014 Rock-Bottom war, was die Neuanlagen anging, war ausgerechnet der in anderen Jahren eher so mittelprächtige Dezember der erfolgreichste Monat des Jahres und zudem der einzige Monat, in dem 2014 mehr neues geschrieben wurde als 2013. Ein statistischer Ausreißer oder hat Wikipedia in der Hinsicht tatsächlich den Boden erreicht und es passiert wieder mehr? sp, 30.1.

Gibt es die deutschsprachige Wikipedia?

Geht es nach manchem Bericht selbst in deutschsprachigen Medien, könnte man meinen, die Antwort auf die in der Überschrift gestellte Frage sei „nein“. So findet sich bei heise online aktuell ein Artikel, in dem über einen Streit „in der Wikipedia“ berichtet wird. Dass es sich um einen Streit in der englischsprachigen Wikipedia handelt, der nach Einschätzung des Unterzeichneten in der deutschsprachigen WP bisher nur wenig Beachtung fand; dass es sich beim „Schiedskomitee“ um das Arbitration Committee der englischsprachigen Wikipedia handelt, das nur für diese zuständig ist – davon findet sich im Artikel kein Wort. Dass in englischsprachigen Publikationen, selbst in wissenschaftlichen Untersuchungen, andere Sprachversionen der Wikipedia oft nicht nur unberücksichtigt bleiben, sondern gar ihre Existenz verschwiegen wird, mag ja noch irgendwie verständlich sein. Dass aber selbst in deutschsprachigen Medien schnell einmal die englischsprachige Wikipedia zur „einzig wahren Wikipedia“ wird, befremdet doch – insbesondere, wenn man mit den hiesigen Strukturen etwas vertraut ist und weiss, dass die Wikipedia eigentlich eher eine Sammlung ziemlich unterschiedlicher Enzyklopädien in verschiedenen Sprachen als eine mehrsprachige Enzyklopädie ist. Gestumblindi, 28.1.

Wikimania-Stipendien

Das Bewerbungsverfahren der Wikimedia Foundation für Stipendien zur Wikimania 2015 in Mexiko-Stadt ist gestartet und läuft bis zum 16. Februar. Die Konferenz findet Mitte Juli statt. Die Organisatoren der Konferenz von Wikimedia Mexiko nehmen ebenfalls Vorschläge für das Programm entgegen. Mehr Informationen sind auf dem Konferenz-Wiki verfügbar. PEarley (WMF) 27.01.
Bitte wartet dennoch mit der Bewerbung, Wikimedia Deutschland wird in den nächsten Tagen einen genauen Ablauf für die Bewerbung deutschsprachiger Kandidatinnen und Kandidaten mit Wohnsitz in Deutschland veröffentlichen, natürlich auch hier im Kurier.DH, 27.1.

Die Informationen zur Vergabe sind jetzt veröffentlicht: Wikipedia:Wikimania_2015/Stipendien. sebaso_wmde4.2.

Wikipedia goes Filmfestival!

Preisträgerin Lore Richter beim Max-Ophüls-
Preis 2015

In Anlehnung an den erfolgreichen Festival­sommer startete in der vergangenen Woche das Projekt „3F“ der Redaktion Film und Fernsehen mit dem Max-Ophüls-Preis 2015 in Saarbrücken sowie der Jahresversammlung des Bundesverbands Kamera in Hamburg. Neben dem obligatorischen Nutzen durch die zahlreichen Bilder sollte auch ausgelotet werden, wie ein Dialog zwischen der Wikipedia und Filmschaffenden aussehen kann. In den letzten Wochen und Monaten wurden durch die Artikelarbeit von Personen/Institutionen verstärkt Interessenkonflikte erzeugt, was zeigt, dass auf Seiten der Filmleute noch Informationsbedarf besteht. In Zukunft soll darauf mit Informationsmaterial, einer Informationsseite und einem gezielten, fachbezogenen Mentorenprogramm reagiert werden. Die beiden Festivals sollen nur der Auftakt sein für eine Reihe ähnlicher Veranstaltungen, die Planungen dazu stehen noch aus. Q, 26.1.

„Profit!“ ruft die Eule

Proſit Neujahr allerseits!

Die Grenzen der Bezahlung hieß ein zurückliegendes Projekt, in dem es in der Hauptsache um bezahltes Schreiben ging. Dass Werbung in eigener Sache auch ganz anders geht, zeigt dieser Tage der Verlag De Gruyter, seines Zeichens Sponsor von 1000 kostenfreien Zugängen zu seinem Online-Angebot von digitalisierten Büchern und Zeitschriften unter dem Banner der „Wikipedia Library“. Sein großzügiges Engagement zur Verbesserung der Wikipedia lässt sich der Verlag auf eine Weise versüßen, die für manchen Wikipedianer eine bittere Pille sein mag. Die „empfohlene“ Zitierweise für Literaturangaben, die im Rahmen des Programms in Artikel eingepflegt werden, sieht die Einbindung eines Links auf das kostenpflichtige Online-Angebot des Verlags vor (Beispiel). Dort kann der geneigte Besucher die auf Wikipedia erlesenen Informationen gegen ein gewisses Entgelt auch gleich gegenprüfen oder seinen geweckten Informationsdurst stillen. Für den Ottonormalleser findet sich dort immerhin ein Inhaltsverzeichnis des zitierten Werkes. Das mag nun diejenigen nicht sonderlich stören, die selbst in den Genuss des De-Gruyter-Zugangs kommen, für alle anderen stellen sich aber einige nicht ganz triviale Fragen. Wird der Link auf Bezahlseiten künftig die Norm bei Literaturangaben auf Wikipedia sein? Wieso lassen sich die einschlägigen Wikipedia-Regeln für Weblinks derart leicht aushebeln? Und wollen wir solche Programme überhaupt, wenn sie in eine Kommerzialisierung der Wikipedia ausarten? Dies und mehr gilt es (hoffentlich) auszusortieren, solange das Programm noch gerade an seinem Beginn steht. Pr, 25.1.

Happy Magnus Manske Day

Der heutige Tag ist einem der hingebungsvollsten, aktivsten und entspanntesten Mitstreiter in der Geschichte von Wikimedia gewidmet. Neben Entwicklung an Phase II ist Magnus in vielen Bereichen aktiv, seine Werkzeuge erfreuen sich großer Beliebtheit und sichern in einigen Projektbereichen Aufgaben ab, welche man als Grundlagenfunktionen bezeichnen kann. con, 25.1.

Werbung: Das Support-Team sucht Support

Leserpost in der Flasche

„Mein Konto kann ich nicht erstellen. Bitte um Hilfestellung!“. „Können Sie mein Geburtsdatum aus dem Artikel nehmen, ich arbeite in einem sensiblen Bereich“, „Zu diesem Artikel würde ich gern auch Bilder zur Verfügung stellen. Wen kann ich kontaktieren?“, „Sie sollten sich was schämen!!!“, „Können Sie mir die Anschrift von Joanne K. Rowling mitteilen, da ich auch zaubern kann?“

Derart neugierige, hilflose, lobende, freundliche, kritische, unverschämte und mitunter auch absurde Anfragen an die Wikipedia gehen täglich unter der Adresse info-de@wikimedia.org ein und wollen beantwortet werden. Das übernehmen die freiwilligen Briefkastenonkel und -tanten des Projekts im Support-Team. Sie helfen Autoren, Lesern, aber auch manchen der in Artikeln dargestellten Personen beim Verständnis und bei der Nutzung der freien Online-Enzyklopädie. Sie vermitteln auch bei Spannungen zwischen diesen Gruppen. Den Job erledigen sie neben anderen Aufgaben als Wikipedianer über ein Ticketsystem, aus dem sich jedes Teammitglied Mails passend zum eigenen Zeitbudget herauspickt.

Du bist volljährig, kannst strukturiert, sachlich und verbindlich schriftlich kommunizieren und kennst Dich wirklich gut im Wikipedia-Universum aus? Und bist Du firm in Sachen freie Lizenzen und Text/-Bildfreigaben und könntest Anfragen an permissions-de@wikimedia.org beantworten? Sowohl für allgemeine Anfragen als auch für Freigabethemen sucht das Support-Team personelle Unterstützung – einzeln oder kombiniert für beide Aufgaben. Geboten werden ein unterstützendes Team-Klima und regelmäßige Workshops zur Verbesserung von Abläufen und Kompetenzen. Interessiert? Weitere Infos und die Mailadresse für Fragen und Bewerbungen findest Du auf der Seite des Support-Teams. Oder sprich gern Teammitglieder an, wenn Du neugierig auf den Job bist.SB, 24.1.2015

Eins aus 981

POTY barnstar.svg

Auf den Commons, dem zentralen Medienspeicher, auf den alle Wikimedia-Projekte zurückgreifen, gibt es derzeit 6.843 Exzellente Bilder, davon sind im letzten Jahr 981 neu dazu gekommen. Sie bilden die Auswahl für die erste Runde im Wettbewerb „Bild des Jahres“, in der jede/r abstimmen kann, der vor dem 1. Januar 2015 mehr als 75 Bearbeitungen in irgendeinem Wikimedia-Projekt hatte. Damit man sich nicht durch die komplette Galerie klicken muss, gibt es sowohl nach Themen (zum Beispiel Tiere, Kunst, Landschaften, Personen, Fahrzeuge) als auch nach Monaten sortierte Übersichten. Was auffällt: es sind nur vier Videos ausgezeichnet worden, die aber trotzdem Bild des Jahres werden können. Und: mit 417 Bildern dominiert die Architektur klar über Landschaften (107), Menschen (70) und sonstige Lebewesen (46). Die erste Runde dauert noch bis zum 31. Januar, zur Abstimmung geht es hier lang. mh, 22.1.

Anmerkung: Damit man den Wettbewerb überhaupt sieht, muss man dort: „Bild des Jahres“ auf die englische Seite umschalten, die deutsche endet nämlich schon 2012. --93.131.48.48 11:06, 25. Jan. 2015 (CET)

US-Amerikaner und Amerikaner

Im Streit um die korrekte/angemessene/amtliche Nationalitätenbezeichnung von US-Bürgern sind ja schon reichlich intensive, interessante, zielorientierte, giftige, beleidigende und absurde Diskussionen geführt worden. Derzeitiger Stand ist viel zerbrochenes Porzellan, unnachgiebige Fronten und ein brüchiger Waffenstillstand namens „Hauptautorenregelung“ in den Namenskonventionen. Den heiligen Gral des zugehörigen Konfliktfeldes haben alle Parteien aber bisher geflissentlich umschlichen: Die Kategorie:US-Amerikaner, die nun mal nur mit oder ohne US-Kürzel stehen kann und der man aufgrund ihres Entweder-Oder-Charakters eine Richtlinienkompetenz andichten könnte. Nun wurden heute morgen ganz unverhofft und ohne Sturmwarnung die Diskussionsschleusen von einem jungen Kollegen geöffnet. Dem entscheidenden Admin wünsche ich ein gutes Händchen, ein dickes Fell und allen anderen viel Spaß damit in den nächsten Tagen. K., 22.1.

Mit Random House zur Buchmesse

Im Rahmen seines „Literaturstipendiums“ für Wikipedianer (der Kurier berichtete) verschenkt unser neuer Gönner, die Verlagsgruppe Random House, jetzt auch Tagestickets für die Leipziger Buchmesse im März. Drollig auch: „Für die Erstattung von Reisekosten erhältst du auf dieser Seite mehr Informationen zum Angebot von Wikimedia Deutschland.“ Frage mich, ob die Reisekostenförderung mit WMDE abgesprochen ist oder ob die ungefragt ins Spiel gebracht werden. MN, 21.1. Besucher der Buchmesse – ob mit oder ohne Random-House-Ticket – sind natürlich auch beim Leipziger Stammtisch am Buchmesse-Samstag willkommen! d-k

Wikimania 2016 in Esino Lario

Präsentation

Das Wikimania Steering Committee hat heute bekanntgegeben, dass die Wikimania 2016 in einem bezaubernden kleinen italienischen Ort stattfinden werde. Das 760-Seelen-Dorf Esino Lario wurde als Austragungsort auserkoren und wurde zuletzt dem philippinischen Manila vorgezogen. In der Präsentation zur Bewerbung erfahren wir, als Veranstaltungsort sei diesmal keine bestimmte Einrichtung, sondern vielmehr das ganze Dorf vorgesehen. Wikimedia Italia und Wikimedia CH arbeiten hierfür zusammen. Alles sei – wenig überraschend – in fußläufiger Distanz zu erreichen. Und vor allem ist – im Gegensatz zum fernen Mexiko in diesem Jahr – alles ganz nah und gut und billig erreichbar für uns. Also auf nach Esino Lario in der Lombardei! Erobern wir die Wikimania von den Wikimedia-Funktionären zurück und machen sie zu einer Community-Veranstaltung! Erste Aufgabe: Den zugehörigen Wikivoyage-Artikel schreiben! (A, 21.1.)

Viel Geld für Wikipedia-Projekte! Ist das richtig? Läuft das gut?

Various euro coins.jpg

Seit fast drei Jahren gibt es das Förderprogramm CPB („Community-Projektbudget“), inzwischen unter dem Namen FFW („Förderprogramm Freies Wissen“), mit dem Wikimedia Deutschland Großprojekte ab 20.000 Euro finanziert. So sind seit 2011 einige Projekte in der deutschsprachigen Wikipedia entstanden, flossen direkt in die Wikipedia ein und wurden hier auch deutlich wahrgenommen und diskutiert. Für einige dieser Projekte gab es klares Lob, manchmal aber auch starke Kritik. Auch die Förderprogramme selbst wurden – mitunter scharf – kritisiert. Manche Diskussionen waren begleitet von Vandalismusmeldungen, Benutzer- und Seitensperren.
Aber bisher hat uns noch nie jemand grundsätzlich gefragt: Wollen wir überhaupt auf diese Weise gefördert werden?!
Zum Beispiel: Was soll gefördert werden und wie soll gefördert werden, oder was nicht, wie nicht? Oder: Wollen wir ein geregeltes Mitspracherecht bei der Programmgestaltung oder bei der Entwicklung von Großprojekten für die Wikipedia? Wollen wir selbst bestimmen, welche Wikipedia-Projekte mit umfangreichen Mitteln gefördert werden? Wollen wir an der Auswertung der durchgeführten Projekte und der weiteren Gestaltung der Förderprogramme aktiv beteiligt werden? Für solche beispielhaften und andere Fragen, Wünsche, Anregungen, Meinungen gibt es die Umfrage „Förderung von Wikipedia-Großprojekten“. Sie läuft bis zum 31. März. MN, 18.1.

Neue Fußballwette zur Frauen-WM

FIFA Women’s World Cup 2015 Logo.svg

Unsere Wiki-Fußballwette ist ein seit 2006 bestehendes Tippspiel, welches traditionell alle zwei Jahre bei den großen Herrenturnieren stattfindet, erst bei der letzten WM in Brasilien wurde mit fast 80 Tippern ein neuer Rekord aufgestellt. Von der Masse weitgehend unbeachtet wurde Anfang Januar seitens einer IP mit der Fußball-Weltmeisterschaft 2015 in Kanada erstmalig eine Frauen-WM in das Programm genommen. Warum denn auch nicht? Schließlich ist die deutsche Frauenfußballnationalmannschaft neben den USA die erfolgreichste der Welt, das Teilnehmerfeld der Weltmeisterschaft 2015 wurde darüber hinaus von bislang 16 auf 24 Mannschaften aufgestockt. Wie immer darf jeder interessierte Benutzer in der Fußballwette 2015 seinen Tipp abgeben. Eintragungsschluss ist der 5. Juni 2015, 24:00 Uhr MESZ (Tag vor dem Eröffnungsspiel). Bis dahin darf man, analog zu den vergangenen Turnierwetten, seine Stimme beliebig oft ändern. Pne, 18.1.

Die WMF bannt jetzt auch global

Vor 3 Tagen, am 14. Januar, legte ein Mitarbeiter der Wikimedia Foundation (WMF) diese Seite auf metawiki an, auf der die neue globale Bannpolitik der WMF erklärt wird. Der Bann unterscheidet sich von der einfachen Sperre (block) dadurch, dass sich die Sperre nicht gegen den Account, sondern gegen die Person hinter diesem richtet. Dieser wird untersagt, Wikimedia-Projekte zu „bearbeiten oder auf andere Weise zu diesen beizutragen“, egal ob unter Hauptaccount, Sockenpuppe oder IP. Die WMF machte von ihrem neuen Recht heute erstmals Gebrauch und sperrte 4 Benutzer. Einer davon ist Russavia, der einigen insbesondere im Zusammenhang mit Polandball ein Begriff sein dürfte und in der englischsprachigen Wikipedia bereits unbegrenzt gesperrt war, auf Commons jedoch Admin und einer der aktivsten Benutzer. Einige der Diskutanten auf Commons halten dies für einen handfesten Skandal und Machtmissbrauch der WMF, vergleichbar mit der Aufregung der deutschsprachigen Wikipedia rund um Superprotect letzten Sommer. Milad, 17.1.

(Nach BK:) Die Wikimedia Foundation hat am 14. Januar dieses Jahres eine neue Richtlinie namens WMF Global Ban Policy veröffentlicht. Sie gestattet es ihr, Personen permanent und unwiderruflich auch ohne Rücksprache mit den Communitys und ohne nähere Angabe von Gründen von den Wikimedia-Projekten zu verbannen, wobei nicht nur das Einloggen in die bekannten Konten unterbunden (was theoretisch nur durch sie selbst und Stewards aufgehoben werden kann), sondern auch die künftige Bearbeitung unter neuen Benutzerkonten oder auch anonym untersagt wird. Schon Anfang Dezember 2014 waren zwei Personen verbannt worden, darunter ein Administrator der englischsprachigen Wikipedia und Wikimedia-Commons, Dcoetzee, dem seine erweiterten Benutzerrechte natürlich ebenso entzogen wurden (siehe auch die Liste der global verbannten Benutzer). Auch von den heutigen Verbannungen sind vor allem Benutzer der englischsprachigen Wikipedia bzw. Wikimedia Commons betroffen, darunter der langjährige Kritiker und Provokateur der Wikimedia Foundation, Russavia (bspw. Upload eines Videos, wie der Künstler Pricasso ein Bild von Jimmy Wales mit seinem Penis zeichnet), sowie eine schon seit 2011 von der globalen Gemeinschaft gebannte Person. Natürlich könnte es dereinst auch Benutzer der deutschsprachigen Wikipedia treffen. Genaue Gründe gibt die Wikimedia Foundation nicht an, da diese zum Teil nicht veröffentlicht werden und bspw. strafrechtlich relevante Informationen enthalten können, auch den Stewards ist nicht viel mehr bekannt. In jedem Falle nimmt die Wikimedia Foundation ihr Recht nun deutlicher wahr, bei einem eklatanten Verstoß gegen ihre Nutzungsbedingungen Personen die Teilnahme an den von ihnen betriebenen Projekten zu untersagen. Aufgrund der (teils jedoch notwendigen) Intransparenz sind die Reaktionen in der Community darauf erwartungsgemäß eher negativ und werden als zweiter großer Eingriff in die größtenteils gewünschte Projektautonomie nach Superprotect angesehen. Man überlegt schon Abstimmungen gegen eine solche von der Wikimedia Foundation aufoktroyierte Richtlinie. Auf die Meinung der deutschsprachigen Wikipedia zu diesen Vorfällen ist der Autor jedenfalls sehr gespannt.DerHexer, 17.1.

Wikipedia in Whitehall

In regelmäßigen Abständen wertet die britische Presse ganz gern diverse Wiki-Aktivitäten ihrer Abgeordneten aus. Dabei greift sie in der Regel zum Twitter-Account WhitehallEdits, welcher per Bot alle IP-Edits aus dem britischen Regierungsnetzwerk darstellt. Und was soll man sagen? Die Spannbreite des britischen Beamten reicht in der Wikipedia vom Lebkuchen bis World of Warcraft. Immer wieder schaffte es dabei in letzter Zeit eine Whitehall-IP in die Schlagzeilen, welche eine nicht unerhebliche Anzahl an Beiträgen zum schottischen Fußball vorweisen kann, und zwar bis in untere Ligen. Dem Fußballbeamten wurde aber zu Gute gehalten, dass seine Edits überwiegend in den Pausen erfolgten… Folge waren natürlich Vorwürfe des ehrlichen Steuerzahlers, ob es im Regierungsviertel nichts wichtigeres zu tun gäbe. Aber mal ganz ehrlich, hat nicht jeder schon mal während der Arbeitszeit editiert? 17.1., IP

Wie geht es weiter mit der Förderung?

Für den 3. Workshop zur Weiterentwicklung der Förderung und der Förderrichtlinien sind jetzt zwei Termine im März in der engeren Auswahl. Wenn Du daran teilnehmen möchtest, melde Dich bitte bis zum 1. Februar 2015 mit einem Eintrag in hier an.

Auch die aktuellen Fragen zur Zukunft des Förderprogramms Freies Wissen werden dort sicherlich heiß diskutiert werden: Zur kommenden Mitgliederversammlung wird seit kurzem ein Antragsentwurf von Benutzer:Southpark diskutiert, das FFW einzustellen und das Geld in die übliche Community-Förderung zu überführen und eine Umfrage zur Förderung von Wikipedia-Großprojekten (in Vorbereitung) greift diese Frage ebenfalls auf. 16.1., Sebaso(WMDE), ergänzt 17.1., MN

Und auch beim WikiCup sind noch Startplätze frei

Noch etwas mehr Zeit als beim Miniaturenwettbewerb kann man sich bei der Teilnahme am WikiCup 2015 nehmen, aber noch hat man die Chance, sich mit nur einem neuen Artikel oder einem Artikelausbau in das Feld der aktuellen Top 32 zu platzieren.

Von den angemeldeten 39 Teilnehmern stehen aktuell noch sieben mit 0 Punkten an der Startlinie und klönen rum, während das restliche Feld mehr oder weniger gemächlich gestartet ist. Wie beim Galopprennen auf dem Jahrmarkt (das Spiel, bei dem man mit Bällen sein Pferd vorwärts treiben muss) bewegt sich das Feld eher stoßweise. Neueinsteiger haben also noch genug Luft, um sich strategisch gut zu platzieren. Bis zum März kann sich dabei jeder anmelden, in die zweite Runde des Wettkampfs steigen jedoch nur die vordersten 32 Teilnehmer des Rennens ein.AR, 16.1.

Countdown läuft: Noch fünf Tage im Miniaturenwettbewerb

Noch fünf Tage läuft die Nominierungsphase im Miniaturenwettbewerb – und vielleicht möchte der ein oder andere ja das kommende noch nutzen, um einen Beitrag zu leisten. Bislang sind 26 Artikel eingegangen, das dürfen gern noch ein paar mehr werden. Alle Artikel werden von den Lesern beurteilt, die Abstimmung läuft noch bis zum 31. Januar. AR, 16.1.

Superschutz/Superprotect ist Wikipedia-Unwort des Jahres 2014

Die Wikipedianer haben ihr Unwort des abgelaufenen Jahres gewählt. Innerhalb des Abstimmungszeitraumes stimmten 84 Benutzer ab. Dabei ergab sich eine deutliche Mehrheit für den Komplex Superschutz/Superprotect. Der Begriff suggeriert in positiver Weise, irgendetwas genieße einen besonderen Schutz oder werde in besonderer Weise geschützt, wobei es in Wirklichkeit um ein Instrument geht, das gegen den Willen der Mehrheit der Benutzer eingeführt wurde, und das nur dazu dient, den Standpunkt und Willen der WMF gegen die Autoren durchzusetzen. 61,9 Prozent der Abstimmenden empfanden den Begriff als Unwort des Jahres. Das zweite beherrschende Thema im vergangenen Jahr, insbesondere in der ersten Jahreshälfte, war der Streit um die genealogischen Zeichen. Der Themenkomplex Kreuzritter/-vandalismus/-zug/-krieg erhielt immerhin noch 23 Stimmen (27,38 %). Dicht beieinander sind auf dem 3. bis 5. Platz der Hauptautor mit 15 Stimmen (17,86 %), Genderscheiß mit 13 Stimmen (15,48 %) sowie der Medienbetrachter mit 12 Stimmen (14,28 %). 15.1.ED

Wikipedia-Unwort des Jahres 2014: heute abstimmen

Lügenpresse ist das Unwort des Jahres in Deutschland 2014, doch welcher Begriff schafft es in „unserer“ Wikipedia zum Unwort des Jahres? Superprotect? Kreuzritter? Oder abklemmen? Poweradmin? 75 Benutzerinnen und Benutzer haben sich bereits positioniert. Heute noch bis Mitternacht kannst auch Du auf Wikipedia:Unwort des Jahres 2014 abstimmen. mh, 14.1.

Livestream vom Guide-Camp 2

Für alle, die am zweiten Guide-Camp zur nichtadministrativen Konfliktbewältigung interessiert sind, aber nicht in Berlin mit dabei sein können, gibt es auch heute wieder von 18:30 bis 20:15 Uhr einen Livestream aus der Geschäftsstelle von Wikimedia Deutschland. Nico (WMDE), 9.1.

OWL-Bild des Jahres 2014

Fotowettbewerb: Welches ist das gelungenste Bild des Jahres 2014 aus Ostwestfalen-Lippe, das jede Woche als „OWL Bild der Woche“ auf dem Portal Ostwestfalen-Lippe veröffentlicht worden ist? Ihr könnt mitwählen und bis zum 31. Januar 2015 Eure Stimmen mit abgeben. Gruß --Aeggy 09:08, 9. Jan. 2015 (CET)

Kreuzberger Nächte: aber dann, aber dann

Für das leibliche Wohl war gesorgt: hier das Buffet

Zum nunmehr 8. Wikipedianischen Salon hatten die Veranstalter die Kölner Journalistin Claudia Pinl geladen, um mit ihr über die Ökonomie des Ehrenamtes zu sprechen, alldieweil sie darüber ein ganzes Buch verfasst hat. Die anwesenden Wikipedianer sprachen lieber über sich selbst. Die Butterbrezen waren schmackhaft, zumal mit Schnittlauch verfeinert, aber bald vergriffen, so dass nur noch die Kümmelstangen übrig blieben, die aber niemand anrührte, weil die Stangen unter all dem Kümmel kaum auszumachen waren. Dazu gab es einen 2011er Dornfelder (etwas zu süß) und einen 2012er Grauburgunder vom Schloss Schmitt in Guntersbach (ganz ok). Mate gab es zwar auch, aber Mate ohne Vodka ist wie Castrop ohne Rauxel. Nach 2½ Stunden nur selten fokussierter Diskussion betrat ein salafistischer Hassprediger den Raum, so dass die Kurier-Reporterin kurzzeitig auf etwas Stimmung zu hoffen wagte, doch auf den zweiten Blick stellte sich heraus, dass es sich nur um Benutzer:southpark handelte. In freudiger Erwartung des nächsten Salons, Eure Edith, 8.1.15

Livestream 8. Wikipedianischer Salon

8. Salon

Für alle die heute Abend um 19:00 Uhr nicht persönlich am Tempelhofer Ufer 23-24 in Berlin vorbei schauen können, wird der 8. Wikipedianische Salon auch wieder im Livestream zu sehen sein. Diesmal zum Thema „Ehrenamt und Bildungsarbeit – gute Gefühle, aber einseitige Abhängigkeiten“. Weitere Informationen sind hier zu finden. Nico (WMDE)

Zum Stand von Flow

So manche fragen sich vielleicht, wie es eigentlich um das Projekt eines neuen Diskussionssystems für Wikimedia-Projekte steht, das unter dem Namen Flow bekannt ist. Lila Tretikov, Geschäftsführerin der Wikimedia Foundation, hat dazu vor ein paar Tagen auf ihrer Diskussionsseite im Wikimedia-Meta-Wiki einige interessante Anmerkungen gemacht. So betont sie die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von Diskussionsseiten, die von einem einzelnen vorkonfigurierten Tool wie Flow nicht alle abgedeckt werden können. In seiner gegenwärtigen Form sei Flow kein Ersatz für Diskussionsseiten und es sei nicht klar, ob es jemals ein solcher werden könne. Es könnte jedoch ein nützliches Kommunikations-Tool sein. Nötig sei ein einfacherer Einstieg für Anfänger, ohne dabei die Arbeit der erfahreneren Wikipedianer zu behindern: "We need to find a way to not break the experience for the super-editors while building a simpler one for newcomers." Gestumblindi, 8.1.15

Süddeutschland-Treffen sucht Austragungsort!

Nicht ganz so traditionsreich und ehrenvoll wie die Olympischen Sommerspiele, aber dennoch: Im Frühjahr 2015 soll nun das 15. Süddeutschlandtreffen stattfinden. Momentan wird noch ein Ort in Süddeutschland für das Treffen gesucht. Vorschläge für einen Ort sowie Programmideen sind erbeten. Auch freiwillige Organisatoren werden für das rund zwei Tage andauernde Treffen gesucht. Ideal wäre natürlich jemand mit Ortskenntnis! HM, 3.1.15

Statistik: Admins und Adminkandidaturen 2014

Zu Beginn des neuen Jahres ein kurzer Rückblick auf das vergangene: Zum 31. Dezember 2014 gab es abzüglich SG- und CU-Admins 241 Administratoren in der deutschsprachigen Wikipedia. Das sind 13 weniger als noch ein Jahr zuvor, ein Rückgang um rund fünf Prozent. Es wurden 13 Admins neu gewählt (2013: 20), aber es schieden auch 26 (2013: 22) aus dem Adminamt aus. Gut zwei Drittel dieser 26 gaben ihre Knöpfe freiwillig ab, hinzu kommen jeweils vier nach Wiederwahl-Aufforderung und nach Inaktivität deadministrierte Benutzer.

Im letzten Jahr gab es 27 Benutzer, die sich einer Wahl zum Admin stellten (2013: 31). Nimmt man die elf Adminwiederwahlen hinzu, gab es 2014 ingesamt 38 Abstimmungen zum Adminamt, davon 24 erfolgreiche, 9 gescheiterte und 5 abgebrochene Wahlen. Insgesamt wurden 7.414 Stimmen abgegeben, was durchschnittlich 195 Stimmen pro Wahl entspricht (2013: 240 Stimmen pro Wahl).

Auswertungen auf Benutzer:Inkowik/Wahlstatistik und Benutzer:Inkowik/Wahlstatistik/2014. (IW — 16:29, 2. Jan. 2015 (CET))

Oscar-Marathon 2015

Mittlerweile traditionell startete der Oscar-Marathon zum Jahreswechsel in seine fünfte Auflage. Bis zum Tage der Oscarverleihung 2015, der 87. Verleihung der nach dem Nobel-Preis wohl bekanntesten Auszeichnung der Welt, am 22. Februar 2015 im Dolby Theatre in Los Angeles wird wieder an der Schließung von Lücken gearbeitet.

Bei den letzten vier Auflagen entstanden 3216 Artikel. Mittlerweile sind die ersten 13 Verleihungen von 1929 bis 1941 komplettiert, nominierte Filmsongs sogar bis 1943. Für das Jahr 1942 fehlen noch 26 Artikel, auch andere Jahrgänge wie 1947, 1951, 1958, 1965, 1968, 2006 und 2007 weisen nur noch vergleichsweise geringe Fehlstände auf. Insgesamt fehlen noch tausende Artikel aus verschiedensten Kategorien, wobei natürlich die Artikel, die am meisten „sexy“ erscheinen, schon länger abgearbeitet sind. Aber auch Tontechniker oder Dokumentarfilme können interessant sein. Doch selbst Artikel, die man im ersten Moment gar nicht in diesem Themenbereich erwarten würde, harren noch ihrer Anlage und bieten auch fachfremden Autoren die Möglichkeit einer Teilnahme, so etwa United States Merchant Marine, Australian News and Information Bureau oder das Netherlands Information Bureau.

Der Autor dieser Zeilen hofft und spekuliert ein wenig mit der fertigen Bearbeitung der Jahrgänge bis einschließlich 1945 – und natürlich auch darüber hinaus. So oder so, es ist bei noch 1000en fehlenden Artikeln noch Arbeit für Jahre da und erfahrungsgemäß kommen auch bei der Nominierung am 15. Januar für das Jahr 2015 etwa 100 neue Rotlinks dazu. MC, 2. Jan. 15

Gemeinfrei zum 1.1.2015

Titel der US-amerikanischen Originalausgabe von „Der kleine Prinz“
Frohes neues Jahr! Wie immer am 1. Januar stöbert der urheberrechtlich interessierte Wikipedianer nach Autoren, Malern und Komponisten, die vor mehr als siebzig Jahren gestorben sind und deren Werke damit in die Gemeinfreiheit entlassen wurden. Dazu gehören diesmal unter anderem die Künstler Edvard Munch, Piet Mondrian und Wassily Kandinsky. Der Höhepunkt in diesem Jahr ist sicher Der kleine Prinz, der um Mitternacht zum Allgemeingut geworden ist. Wer mag, kann ab sofort also die entsprechenden Artikel mit Schafen, Quadraten und schreienden Norwegern illustrieren. Doch wie immer gibt es Fallstricke: In Frankreich genießt der Autor und Zeichner Antoine de Saint-Exupéry als Kriegstoter eine längere Schutzfrist. Damit ist der kleine Prinz nicht Commons-fähig, sondern kann nur lokal hochgeladen werden. Man sollte auch Vorsicht walten lassen, keine späteren Bearbeitungen zu verwenden – der Mantel des Prinzen muss also zum Beispiel grün sein und nicht blau, wie in der Fassung von 1945. Die deutsche Übersetzung des Texts stammt aus dem Jahr 1950 und wird erst 2073 gemeinfrei Gnom, 1.1.

8,2 Millionen Euro, 55 Millionen Dollar

Wikimedia Deutschland hat am Silvestertag bekanntgegeben, dass der Fundraiser für das Jahr 2014 mit Einnahmen in Höhe von 8,2 Millionen Euro geendet habe – das sind 400.000 Euro mehr als angepeilt waren. Damit ist das Spendenaufkommen in Deutschland auch in diesem Jahr in ununterbrochener Folge weiter kräftig erhöht worden. Die diesbezüglichen Einnahmen beliefen sich 2012 auf 5,2 Mio Euro; im Jahr 2013 waren es 6,2 Mio Euro. Die Zahl der Spender stieg von 200.000 über 300.000 auch im vergangenen Jahr erneut auf nunmehr 382.000. Im Durchschnitt wurden diesmal 21 Euro gegeben, am häufigsten waren Spenden in Höhe von 5 Euro. Während der Kampagne sind 6.500 neue Mitglieder in den deutschen Förderverein eingetreten. Wikimedia Deutschland habe demnach nunmehr „über 18.000“ Mitglieder, heißt es in der Pressemitteilung. Die Kampagne war wegen ihrer auffälligen und vielfach als unpassend empfundenen Banner und der Aussage, nur bei ausreichenden Einnahmen werde Wikipedia ohne Werbung weiter zu betreiben sein, umstrittenauch international (verlinkt ist jeweils der Beginn der Threads). Die weltweiten Spendeneinnahmen beliefen sich 2014 auf 55 Mio. US-Dollar (via Wikimedia-l; A, 1.1./2.1.)