Wikipedia:Stuttgart/Hundert Jahre Frauenwahlrecht

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Abkürzung: WP:100JFS

 5-to-12-icon.jpg - Weitere Veranstaltungen der Wikipedia-Gemeinschaft in Stuttgart findest du hier!

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Stimmen für die Demokratie: 100 Jahre Frauenwahlrecht

30. November bis 2. Dezember 2018
in Stuttgart

organisiert von Wikipedia:Stuttgart



Der Anlass[Quelltext bearbeiten]

Wahlordnung vom 30. November 1918

Seit 100 Jahren haben Frauen in Deutschland das aktive und passive Wahlrecht. Am 30. November 1918 trat die entsprechende Wahlordnung in Kraft. Doch in den Parlamenten, sei es Gemeinderat, Landtag, Bundestag oder Europaparlament, sind weibliche Abgeordnete immer noch in der Minderheit. Der baden-württembergische Landtag bildet mit einem Frauenanteil von knapp 26 Prozent das Schlusslicht im Ländervergleich.

Die Wikipedia ist die größte Online-Enzyklopädie der Welt. Ihr Inhalt entscheidet maßgeblich darüber, welche Themen und Personen im Internet sichtbar sind. Auch in der Wikipedia gibt es einen niedrigen Frauenanteil: Nur ca. 12 Prozent der Artikel werden von Autorinnen geschrieben. Das ist oftmals bei den in der Wikipedia mit Artikeln bedachten Themen zu spüren. Das wollen wir ändern!

Die Veranstaltung[Quelltext bearbeiten]

Anlässlich des hundertjährigen Jubiläums veranstaltet die Wikipedia in Stuttgart einen Edit-a-thon (Schreibwerkstatt) zum Frauenwahlrecht. Ziel der Veranstaltung ist, in der Wikipedia Lücken bei den Themen "Frauenwahlrecht" und "politische Partizipation von Frauen" zu schließen sowie die Qualität von bereits vorhandenen Artikeln in diesen Themenbereichen zu verbessern. Auf diese Weise leisten wir auch einen Beitrag zur Verminderung des Gendergaps in der deutschsprachigen Wikipedia.

Alle interessierten Wikipedianer/-innen und Noch-Nicht-Wikipedianer/-innen sind eingeladen, zum Edit-a-thon in die Stadtbibliothek Stuttgart zu kommen. Um Interessierten den Einstieg zu erleichtern, wird am Freitag eine Einführung in das Schreiben in der Wikipedia angeboten. Auch während der gesamten Veranstaltungsdauer stehen erfahrene Wikipedia-Autor/-innen zur Unterstützung von Neuen zur Verfügung.

Neben der Schreibwerkstatt und dem Einführungskurs gibt es ein interessantes Rahmenprogramm mit Vorträgen, einer Führung durch die große Landesausstellung Vertrauensfragen. Der Anfang der Demokratie im Südwesten 1918-1924 im Haus der Geschichte sowie am Sonntag zum Ausklang einen Stadtspaziergang.

Vorträge[Quelltext bearbeiten]

Muhterem Aras MdL

Wir freuen uns sehr, dass die Präsidentin des Landtags von Baden-Württemberg, Frau Muhterem Aras MdL, die Veranstaltung am Freitag mit einem Vortrag eröffnen wird:

100 Jahre Frauenwahlrecht: Ist politische Beteiligung (k)eine Frage des Geschlechts?

Muhterem Aras wurde 2016 als erste Frau zur Landtagspräsidentin in Baden-Württemberg gewählt. Davor hatten das Amt in der mehr als 60-jährigen Geschichte des Landtags elf Männer inne gehabt. Also ein Meilenstein in der Geschichte des baden-württembergischen Landtags, in dem aber bis heute nur 25,9 Prozent der Abgeordneten weiblich sind. Warum werden weniger Frauen als Männer gewählt? Liegt es am Landtagswahlrecht oder an unserer Vorstellung, dass politische Beteiligung vielleicht doch eine Frage des Geschlechts ist?

Die Kulturwissenschaftlerin und Historikerin Frau Kerstin Hopfensitz, M.A., Stuttgart, stellt in ihrem Vortrag

100 Jahre Frauenwahlrecht – Ende der Kostümierung!

Mode als guten Seismographen für gesellschaftliche Veränderungsprozesse vor. Mit dem Ausstieg aus dem Korsett und dem Abschneiden der Zöpfe befreiten sich Frauen vom Modediktat des Kaiserreiches und gewannen die physische Bewegungsfreiheit, die auch als wesentliche Grundvoraussetzung für die Emanzipation gesehen wurde. In der erhitzten Diskussion um das Frauenwahlrecht führten Männer und Frauen (!) die Mode als Beleg ins Feld, um Frauen das Wahlrecht abzusprechen. Anhand historischer Kleidungsstücke wird die Referentin den Kampf ums Frauenwahlrecht mit Fakten, Hintergründen, Anekdoten und Leben füllen!

Die Kulturgeschichte der Kleidung ist ein Arbeitsschwerpunkt von Kerstin Hopfensitz. Sie war bereits mehrfach als Museums- und Ausstellungskuratorin tätig, u. a. für das Miedermuseum Heubach und für die Ausstellung „Auf nackter Haut. Leib. Wäsche. Träume“ im Haus der Geschichte in Stuttgart.

Ablauf der Veranstaltung[Quelltext bearbeiten]

Für Samstag und Sonntag sind alle Plätze ausgebucht. Für diese Tage können keine weiteren Anmeldungen angenommen werden.
Am Freitag gibt es noch viele Plätze.

Termin: Freitag, 30. November, 14 bis 19 Uhr
Ort: Max-Bense-Forum in der Stadtbibliothek Stuttgart
Was: Einführungskurs, Schreibwerkstatt, Vorträge

Termin: Samstag, 1. Dezember, 10 bis 18 Uhr
Ort: Haus der Geschichte bzw. Max-Bense-Forum in Stadtbibliothek Stuttgart
Was: Ausstellungsführung, Schreibwerkstatt

Termin: Sonntag, 2. Dezember, 10 bis 12 Uhr
Ort: Stuttgart-Mitte
Was: Stadtspaziergang zum Thema Schauplätze der Revolution in Stuttgart

Weitere Details hier. Das Programm ist modular angelegt, d. h. es ist auch möglich, nur die Veranstaltungen am Freitag oder Samstag zu besuchen. Rechner werden (in begrenzter Zahl) gestellt, es wird gebeten, nach Möglichkeit eigene Rechner mitzubringen. In der Stadtbibliothek werden W-Lan-Zugänge bereitgestellt.

Die Veranstaltung ist kostenlos. Für die Planung bitten wir um Anmeldung.

Veranstaltungsorte mit Anfahrt[Quelltext bearbeiten]

  • Stadtbibliothek Stuttgart, Mailänder Platz 1, 70173 Stuttgart
    • Haltestellen Stadtbibliothek (Handwerkskammer) oder Budapester Platz (erreichbar über U5, U6, U7, U12, U15, Buslinie 44)
    • auch zu Fuß ab Hauptbahnhof in 10 Gehminuten durch die "Karoline-Kaulla-Passage" erreichbar
    • weitere Anfahrtsinformationen (z.B. Anreise per PKW oder Fahrrad) auf Homepage der Stadtbibliothek.
  • Haus der Geschichte, Konrad-Adenauer-Str. 16, 70173 Stuttgart
    • Haltestellen Hauptbahnhof (15 Gehminuten), Charlottenplatz (U5, U6, U7, U12, U15, U21, U24) (5 Gehminuten, wegen Bauarbeiten bei der Landesbibliothek geht es von Charlottenplatz nur über die Urbanstraße zum Haus der Geschichte), Staatsgalerie (U1, U2, U9, U14) (5 Gehminuten)
    • weitere Anfahrtsinformationen auf Homepage des Haus der Geschichte

Kooperationspartner/innen[Quelltext bearbeiten]

Veranstaltungsreihe 100 Jahre Frauenwahlrecht[Quelltext bearbeiten]

Die Veranstaltung ist Teil einer Reihe: Vom 31. August bis 2. September gab es einen weiteren Edit-a-thon zum Frauenwahlrecht in Frankfurt am Main. Weitere Veranstaltungen in Potsdam und Bonn sind in Planung.

Ziel der Veranstaltung[Quelltext bearbeiten]

Hauptziele der Veranstaltungsreihe sind:

  • Mitarbeit an und in den Themen zu dieser Veranstaltungsreihe.
  • Auf den Bedarf an mehr Aktivität in diesem speziellen Themenbereich aufmerksam zu machen.
  • Wikipedias systematischem „Bias“ bei Artikeln über Frauen und ihre Arbeit entgegen zu wirken.

Werbeblatt zur Veranstaltung als PDF[Quelltext bearbeiten]

Wir begrüßen es, wenn unser Werbeblatt zur Veranstaltung (PDF) weitergegeben wird.

Bildlegende[Quelltext bearbeiten]

Die Auflösung zur Bildgalerie oben (von links nach rechts):

  1. Hedwig Dohm (1831-1919) forderte 1876 in ihrer Schrift Der Frauen Natur und Recht das Stimmrecht für Frauen. Der Schlusssatz ihrer Schrift wurde zum geflügelten Wort: "Die Menschenrechte haben kein Geschlecht."[1]
  2. Helene Lange (1848-1930) hat - als eine der ersten deutschen Frauen - 1894 in öffentlichen Reden das Frauenwahlrecht gefordert.[2]
  3. Das Foto zeigt (von links nach rechts) die Frauenrechtlerinnen Anita Augspurg, Marie Stritt, Lily Braun, Minna Cauer und Sophia Goudstikker um 1896. Augspurg und Cauer gründeten gemeinsam mit Lida Gustava Heymann 1902 mit dem Deutschen Verein für Frauenstimmrecht die erste Organisation der Frauenrechtsbewegung, deren Ziel vornehmlich die Erlangung des aktiven und passiven Wahlrechts für Frauen war.
  4. Clara Zetkin (links) und Rosa Luxemburg 1910 auf dem Weg zu einer SPD-Konferenz in Magdeburg. Clara Zetkin initiierte gemeinsam mit Käte Duncker 1910 gegen den Willen ihrer männlichen Parteikollegen den Internationalen Frauentag, der erstmals im folgenden Jahr begangen wurde und dessen beherrschendes Thema die Forderung nach dem Frauenwahlrecht war.
  5. Marie Juchacz (1879-1956) unterzeichnete 1918 für die SPD ein Schreiben der Frauen aller wichtigen politischen Frauenorganisationen an den Reichskanzler Max von Baden, in dem dringend eine Audienz wegen der Einführung des Frauenwahlrechts gefordert wurde.[3] 1919, nach der Erlangung des Frauenwahlrechts, war sie die erste Parlamentarierin, die im Reichstag eine Rede hielt.
  6. Gertrud Bäumer (1873-1954) war lange Jahre die unbestritten einflussreichste Persönlichkeit im Bund Deutscher Frauenvereine. 1919 war sie einer der Mitbegründerinnen der Deutschen Demokratischen Partei, die sie von 1920 bis 1932 im Reichstag als Parlamentarierin vertrat.

Einzelnachweise[Quelltext bearbeiten]

  1. Angelika Schaser: Frauenbewegung in Deutschland 1848-1933. WBG, Darmstadt 2006, ISBN 978-3-534-15210-0, S. 50.
  2. Gisela Bock: Das politische Denken des Suffragismus: Deutschland um 1900 im internationalen Vergleich. In: Gisela Bock (Hrsg.): Geschlechtergeschichten der Neuzeit. Ideen, Politik, Praxis (= Kritische Studien zur Geschichtswissenschaft. Nr. 213). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2014, ISBN 978-3-525-37033-9, S. 168–203, hier 179.
  3. Ulrike Ley: Einerseits und andererseits - das Dilemma liberaler Frauenrechtlerinnen in der Politik. Zu den Bedingungen politischer Partizipation von Frauen im Kaiserreich (= Forum Politik & Geschlechterverhältnisse. Nr. 1). Centaurus, Pfaffenweiler 1999, ISBN 3-8255-0229-5, S. 126–133.