Wikipedia:Wikimedia Deutschland/Fürsorge auf Veranstaltungen/Risikoanalyse

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Diese Seite wirft einen Blick auf den derzeitigen Zwischenstand der Risikoanalyse der Steuerungsgruppe Fürsorgekonzept. Die Steuerungsgruppe, bestehend aus ehrenamtlich Aktiven und hauptamtlichen Wikimedia-Deutschland-Mitarbeitenden, lädt zum konstruktiven Mitdenken ein. Die Community kann den Prozess zur Entwicklung des Fürsorgekonzeptes mit Feedback zu der hier vorgestellten Risikoanalyse unterstützen. Die dazu relevanten Fragen sind im Absatz „Ergänzungen und Feedback durch die Community“ zu finden, wo auch die Möglichkeit für weiteren Input besteht.

Was ist die Risikoanalyse?[Quelltext bearbeiten]

Jedes soziale System, so auch das Wikiversum, hat seine ganz individuellen Ausgangssituationen und Mechanismen, die grenzverletzendes Verhalten oder Machtmissbrauch begünstigen können. Diese sollen im Hinblick auf von Wikimedia Deutschland geförderte Veranstaltungen benannt werden, um sie in der weiteren Entwicklung des Fürsorgekonzepts berücksichtigen zu können.

Dazu wurden relevante Formen von Machtmissbrauch, grenzverletzendem Verhalten und Gewalt, sowie potenzielle Räume in denen diese stattfinden können und mögliche Betroffenengruppen u. a. aus bisher stattgefundenen Befragungen, Beratungen und in der Vergangenheit tatsächlich eingegangenen Meldungen ermittelt und in Form einer Liste zusammengetragen. Diese Liste benennt derzeit (Stand: Januar 2022) Folgendes:

Formen von Machtmissbrauch, grenzverletzendem Verhalten und Gewalt[Quelltext bearbeiten]

  • Stalking
  • Störung
  • Belästigung
  • sexualiserte Gewalt
  • verbale Gewalt (z. B. Pöbelei, Beschimpfung)
  • physische und psychische Gewalt
  • Verletzung der Privatsphäre
  • Falschbehauptungen/ -beschuldigungen
  • Diebstahl
  • nicht-willkommen-heißendes Verhalten gegenüber neuen Aktiven (Cliquenbildung)

U. a. aus der Betroffenenanalyse, welche auf Onwiki-Harassement zielte, sind folgende weitere noch nicht genannte Formen bekannt:

  • Demütigung
  • Diskreditierung
  • Wiki-Hounding
  • Doxing
  • Erpressung, Einschüchterung
  • sexistische Kommunikation
  • Diskriminierung aus rassistischen Gründen, wegen der ethnischen Herkunft, aufgrund des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität und Orientierung

Wer ist betroffen?[Quelltext bearbeiten]

nach Teilnahme/Engagement

  • Menschen, die offline an Veranstaltungen teilnehmen
  • Menschen, die online an Veranstaltungen teilnehmen
  • Menschen, die Veranstaltungen organisieren
  • Menschen, die nicht (mehr) an Veranstaltungen teilnehmen wollen oder können
  • Menschen, die Funktionen übernehmen wie Administration

nach Marginalisierung

  • von Machtmissbrauch und grenzverletzendem Verhalten Betroffene
  • Menschen, die von Rassismus betroffen sind
  • Menschen mit nicht-deutscher Herkunft
  • Frauen, Aktive im FemNetz, bei WomenEdit, Women in Red, etc.
  • Menschen bestimmter Altersgruppen, Minderjährige
  • LGBTQ+-Menschen
  • Menschen mit Behinderung oder Beeinträchtigung (z. B. Legasthenie, Autismus, Sprachbarriere)
  • Menschen, die Minderheitenmeinungen vertreten (z. B. in Politik oder Religion)
  • Unterschiedliche Bildungshintergründe

nach Verursachung

  • Teilnehmende an Veranstaltungen, die Konflikte anheizen
  • Menschen, die online destruktiv kommunizieren
  • Menschen, die trotz Hausverbot oder Fördersperre an Veranstaltungen teilnehmen
  • Menschen unter Einfluss von Rauschmitteln
  • bei medizinischen oder psychologischen Notfällen

Räume in denen Risiken bestehen (zu denen bereits Meldungen vorliegen)[Quelltext bearbeiten]

  • Online- und Offline-Veranstaltungen, gefördert von WMDE (Störung, Belästigung, Datenschutzverstöße)
  • Treffen im realen Leben (Stalking)
  • Lokale Community-Räume in 6 Städten, gefördert von WMDE (Störung, Drohung)
  • Social Media (Online im Wiki und auf Facebook)
  • E-Mail- und Wiki-Kommunikation (Vandalismusmeldung, juristische Klagen gegen Ehrenamtliche)

Ergänzungen und Feedback durch die Community[Quelltext bearbeiten]

Beim Blick auf den obigen Zwischenstand der Risikoanalyse: Wurde an alles gedacht? Welche weiteren Aspekte (Verhaltensweisen, Räume, Personen(gruppen), ... etc.) sollten darüber hinaus berücksichtigt werden?

Bis 19. Januar haben wir hier Feedback aus der Community gesammelt, damit die Risikoanalyse anschließend entsprechend ergänzt bzw. vervollständigt werden konnte.

Ehrenamtlich Aktive, die schon einmal bei Online- oder Offline-Treffen in schwierige Situationen geraten sind und nicht öffentlich Feedback geben wollen, können sich mit ihrem Feedback oder bei Fragen zur Arbeit der Steuerungsgruppe per Mail an Holder oder an Vera Krick wenden.

  • (ab hier Ergänzungen und/oder Feedback einfügen)
Formen von Machtmissbrauch, grenzverletzendem Verhalten und Gewalt ist keine Risikoanalyse, sondern eine unsystematische Liste, klingt wie ein Brainstromergebnis:
Religion wird geschützt, areligiöse Weltanschauungen nicht. Sexismus ist nur als Kommunikation ein Problem, nicht als allgemeine Diskriminierung. Erpressung ist kein Problem, nur der Versuch. Psychische Gewalt ist nur ein Problem, wenn sie sexualisiert ist? Ich glaube, ohne eine Strukturierung und Systematisierung der "Analyse" ist das vollkommen untauglich. Zumal diese Liste grenzverletzendes Verhalten, Machtmissbrauch und Gewalt unreflektiert gleichsetzt. Unabhängig davon dass Gewalt oft das Mittel des - wirklich oder gefühlt - machtlosen ist. sуrcrо.ПЕДИЯ 08:48, 5. Jan. 2022 (CET)[Beantworten]
Hier werden insgesamt acht nicht erwünschte Verhaltensweisen genannt, die Ergebnis einer Betroffenenanalyse der nexus Institut für Kooperationsmanagement vom 23.03.2021 sind. In dieser wurden 10, nicht repräsentativ ausgewählte Personen in einem Interview befragt. Wenn darin schon die "Analyse" bestanden haben soll, ist das ziemlich wenig. Die Auflistung ist ein buntes Sammelsurium, darunter strafbare Handlungen (Diebstahl, physische Gewalt, Hausfriedensbruch, Erpressung). Begriffe wie "sexistische Kommunikation" oder "rassistische Diskriminierung" sind durch das Framing analytisch schlicht unbrauchbar: wer wäre dafür? Auch der Vorwurf kann grenzverletzendes Verhalten sein. Die Vorstellung, dass es bei missglückten, konfrontativen Kommunikationsformen vor allem auf die Frage ankommt, wer der Schuldige ist, missachtet alle Ergebnisse der Forschung dazu. Die ganze Auflistung wirkt wie das Ergebnis eines Brainstorming. Was davon sind wichtige und wesentliche Probleme, was nur Pappkameraden? Wenn das Ziel sein soll, die Kommunikationskultur zu verbessern, ist diese Liste kein Beitrag dazu. Sie impliziert, die Problemlösung bestehe darin, die "Schuldigen" zu identifizieren und rauszuwerfen. Wenn es doch wirklich so einfach wäre.--Meloe (Diskussion) 10:01, 5. Jan. 2022 (CET)[Beantworten]
Um Missverständnisse zu vermeiden kurz folgende Information: Das Fürsorgekonzept zielt auf offline und online Veranstaltungen und Treffen, in der Risikoanalye dazu erschien es uns richtig auch die Erkenntnisse aus einem anderen Projekt Online Kommunikationskultur aufzunehmen. Die Analysen mit der Community zur online Kommunikationskultur umfassten deutlich mehr als die wichtige Befragung von betroffenen Aktiven, nämlich Zukunftswerkstätten, Konfliktursachenworkshops, Umfrage u.a.; eine Übersicht über alle vergangenen Veranstaltungen im Projekt Online Kommunikationskultur (in denen Analyseergebnisse vorgestellt und diskutiert wurden). Um die Zielsetzung und Methode der Betroffenenanalyse besser zu erklären, hatte Lea Volz schon auf Nachfragen hier reagiert. Danke für Eure Kommentare, wir lesen gespannt mit und sammeln zunächst. --Vera Krick (WMDE) (Diskussion) 15:47, 5. Jan. 2022 (CET)[Beantworten]
  • Fürsorge, die ein Suchtverhalten von Autor*innen und Maßnahmen dagegen nicht mal anspricht, verdient diesen Namen nicht. --Herzi Pinki (Diskussion) 09:12, 10. Jan. 2022 (CET)[Beantworten]
  • Maßnahmen zum Schutz marginalisierter Gruppen zu treffen ohne die männliche Dominanz der WP zu reduzieren (etwa generisches Maskulinum als Zwang), ist ein bisschen Augenauswischerei. --Herzi Pinki (Diskussion) 09:12, 10. Jan. 2022 (CET)[Beantworten]
@Herzi Pinki Hier geht es ja speziell um Veranstaltungen, nicht um die restliche Arbeit/Kommunikation/Verhalten/.. innerhalb der Wikipedia. Kannst du genauer erklären, wie du deine Ergänzungen in Bezug auf Veranstaltungen meinst? Oder bezogst du dich damit auf WP allgemein? --Waithamai (✉bla) 20:17, 12. Jan. 2022 (CET)[Beantworten]
das toxische Verhalten findet ja nicht primär bei Veranstaltungen statt. Menschen, die sich persönlich gegenüberstehen, sind selten so enthemmt, wie dies auf Social Media (die Funktionsseiten der WP zähle ich da dazu) immer mehr der Fall zu sein scheint. Menschen, die vom toxischen Verhalten auf den Funktionsseiten der WP abgeschreckt werden, kommen doch erst gar nicht zu Veranstaltungen im RL. Fürsorge gilt auch für Menschen, die in tiefer Verzweiflung zu den Veranstaltungen kommen, Ausweglosigkeit schildern, und nicht empathisch aufgefangen werden und denen auf der WP selbst nicht geholfen wird. Auf vielen Funktionsseiten gibt es die Verlinkung auf WP:Verhalten im Notfall, wo findet sich das in eurem Fürsorgekonzept wieder? Jemand auf einem Editathon klar zu machen, dass nicht-binäre / nicht generisch maskuline Formulierungen tunlichst nicht zu verwenden sind, weil die Mehrheit für das generische Maskulinum gestimmt hat, dass über weite Strecken in der WP selbst eine gewisse toxische Männlichkeit durchschimmert, ist auch eine Abwertung und Frustration der Person, die aufgrund ihrer Marginalisierung genau so formulieren will, die genau das zum Ausdruck bringen und auflösen will. Das Gleiche dort wo mit Stern und Kreuz das christliche Abendland verteidigt wird. Im Editathon treffen Veranstaltungsregeln auf WP-Regeln, insoferne ist das schwer zu trennen. lg --Herzi Pinki (Diskussion) 10:15, 13. Jan. 2022 (CET)[Beantworten]

Lösung sucht Problem ;-) Solange man keine belastbaren Beispiele findet und angeben kann, dass sowas auf Veranstaltungen wirklich aufgetreten ist, ist das Sandkastenstrategie und unnütz wie ein Kropf. Es wäre tatsächlich wichtiger, die schriftlichen Entgleisungen und Provokationen mal zu analysieren. Die stören mehr und sogar Admins nutzen das, um unliebsame Leute und Gedanken herabzuwürdigen und zu neutralisieren.--GhormonDisk 09:26, 14. Jan. 2022 (CET)[Beantworten]


Vielen Dank euch allen, dass ihr euch mit der Liste beschäftigt habt und für alle konstruktiven Gedanken und Ergänzungsvorschläge. Wir haben nun gemeinsam in der Steuerungsgruppe darüber gesprochen. Einiges aus eurem Feedback konnten wir direkt aufnehmen, anderes gab uns interessante Anstöße und half uns weiter in die entsprechenden Richtungen zu denken. So beispielsweise das Thema Sucht, das wir in jedem Fall bei der Entwicklung weiterer Hilfs- und Unterstützungsangebote berücksichtigen möchten. Was wir nun konkret an der Liste geändert haben, könnt ihr diesem Diff-Link entnehmen. Diese Liste kann natürlich nie alle denkbaren Fälle abdecken, nur diejenigen unter den auftretenden problematischen Situationen, die häufigen oder wahrscheinlichen aufzählt, die dann aber auch Orientierung für ähnliche, nicht einzeln aufgezählte Konstellationen bieten können.

Dass sich das Fürsorgekonzept konkret auf Sicherheit und Inklusion auf Veranstaltungen beziehen wird, liegt insbesondere darin begründet, dass für die Online-Zusammenarbeit in Wikipedia community-eigene Regeln und Strukturen bestehen, die nicht in den Zuständigkeitsbereich der Steuerungsgruppe fallen.

@Syrcro:: Du hattest angemerkt, dass eine Strukturierung und Systematisierung der Analyse fehlen würde. Kannst du das genauer erläutern? Welche Struktur würdest du hier sinnvoll finden? Zu dem Hinweis, dass grenzverletzendes Verhalten, Machtmissbrauch und Gewalt unreflektiert gleichgesetzt würde, wäre noch anzumerken, dass eine Gleichsetzung keineswegs beabsichtigt ist. Zwar werden zunächst tatsächlich alle Formen ohne weitere Einordnung aufgeführt, aber wie jeweils mit den entsprechenden Fällen umzugehen ist, wird Gegenstand der weiteren Arbeit an dem Thema sein.

Was wir den Kommentaren auch entnehmen konnten, war die Sorge eines unfairen Umgangs mit fälschlich oder ungerechtfertigt Beschuldigten. Die Frage, inwiefern auch Beschuldigte gehört bzw. geschützt werden können, wird allerdings ebenfalls als wichtige Frage in den weiteren Überlegungen berücksichtigt und Bestandteil des Fürsorgekonzepts sein, das in den kommenden Wochen und Monaten auf Grundlage der gesammelten Liste ausgearbeitet wird.

Weitere Anmerkungen und Ideen zur Risikoanalyse nehmen wir natürlich gerne weiterhin entgegen. Antworten auf grundsätzliche Fragen zum Fürsorgekonzept, worauf es zielt, was diesbezüglich unter „Analyse“ zu verstehen ist usw. findet ihr übrigens auf der Projektseite und hier im Absatz Was ist die Risikoanalyse?

Viele Grüße –Holder (Diskussion) 09:13, 21. Jan. 2022 (CET) (für die Steuerungsgruppe)[Beantworten]

@Holder:: Die Sammlung von Einzelmeldungen ist keine Analyse. Eine Analyse ist (von griech. ἀνάλυσις análysis „Auflösung“) [...] eine systematische Untersuchung, bei der das untersuchte Objekt in seine Bestandteile (Elemente) zerlegt wird. Diese Elemente werden dabei auf der Grundlage von Kriterien erfasst und anschließend geordnet, untersucht und ausgewertet. sуrcrо.ПЕДИЯ 14:54, 21. Jan. 2022 (CET)[Beantworten]