Wilamowice

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Wilamowice
Wappen von Wilamowice
Wilamowice (Polen)
Wilamowice
Wilamowice
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Schlesien
Powiat: Bielsko-Biała
Fläche: 10,41 km²
Geographische Lage: 49° 55′ N, 19° 9′ OKoordinaten: 49° 54′ 59″ N, 19° 9′ 8″ O
Einwohner: 3036
(30. Jun. 2015)[1]
Postleitzahl: 43-330
Telefonvorwahl: (+48) 33
Gmina
Gminatyp: Stadt- und Landgemeinde
Gminagliederung: 6 Schulzenämter
Fläche: 56,72 km²
Einwohner: 16.858
(30. Jun. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 297 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 2402093
Verwaltung
Bürgermeister: Marian Bronisław Trela
Adresse: Rynek 1
43-330 Wilamowice
Webpräsenz: www.wilamowice.pl



Wilamowice (deutsch Wilmesau, im lokalen „Wilmesaurisch“ Wymysoü) ist eine Landstadt in der Schlesischen Woiwodschaft in Südpolen mit rund 2900 Einwohnern.

Das mittlerweile vom Aussterben bedrohte Wilmesaurisch wird hier noch von ungefähr 100 Muttersprachlern gesprochen, die Mehrheit von ihnen älteren Jahrgangs.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Häuser am Marktplatz

Der Ort wurde 1326 erstmals urkundlich als die Pfarrei Novovillamowicz wurde im Peterspfennigregister des Jahres 1326 im Dekanat Auschwitz des Bistums Krakau erwähnt.[2] Der Ortsname ist als Abgrenzung zu Antiquo-Willamowicz (heute Stara Wieś) zu sehen. Der Ort wurde im Zuge der Deutschen Ostsiedlung besiedelt. Die Siedler sollen aus Flandern, Friesland, Holland und sogar Schottland gekommen sein. Seit dem 15. Jahrhundert wurden für die beiden Orte die deutschen Namensformen Wilmeshau und Wilmesdorf benutzt. Der Ortsname war zahlreichen Veränderungen unterworfen, bis sich im 18. Jahrhundert die Bezeichnung Wilmesau durchsetzte. Durch Endogamie und die geographische Isolation des im polnischen Sprachgebiet liegenden Dorfes von der deutschen Sprachinsel um Bielitz-Biala bildete sich in Wilmesau ein eigenständiger Dialekt heraus, der bis zum Zweiten Weltkrieg im Alltagsleben genutzt wurde.

Während mit Ende des Zweiten Weltkrieges fast alle Deutschen der Gegend vertrieben wurden, konnte in Wilmesau die angestammte Bevölkerung bleiben. Die lokale Mundart wurde aber verboten und die Bevölkerung teilweise polonisiert. Auch wenn das Sprachverbot 1956 aufgehoben wurde, wurde versucht, den wilmesaurischen Dialekt aus dem öffentlichen Leben zu verdrängen.

Heute wird der wilmesaurische Dialekt von ca. 70 Bewohnern gesprochen.[3]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt- und Landgemeinde Wilamowice gliedert sich neben dem gleichnamigen Hauptort in folgende Ortsteile:

Verweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wilamowice – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2015. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (ZIP-Ordner mit XLS-Dateien; 7,82 MiB), abgerufen am 28. Mai 2016.
  2. Jan Ptaśnik (Redakteur): Monumenta Poloniae Vaticana T.1 Acta Camerae Apostolicae. Vol. 1, 1207-1344. Sumpt. Academiae Litterarum Cracoviensis, Cracoviae 1913, S. 147–150 (Online).
  3. Vgl. Tomasz Wicherkiewicz: The making of a language: the case of the idiom of Wilamowice, southern Poland. 2003