Wildbad (Burgbernheim)

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Wildbad
Koordinaten: 49° 25′ 57″ N, 10° 18′ 4″ O
Höhe: 453–462 m ü. NHN
Einwohner: (25. Mai 1987)[1]
Postleitzahl: 91593
Vorwahl: 09843
Waldgasthof Wildbad
Waldgasthof Wildbad

Wildbad ist ein Ortsteil der Stadt Burgbernheim im mittelfränkischen Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Einöde liegt etwa 2,5 km südwestlich von Burgbernheim im Naturpark Frankenhöhe. Der Ort ist umgeben vom Stadtwald Burgbernheim. Dort entspringt der Waldbach, ein rechter Zufluss der Ens.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Quellen (Doktor-, Musketier-, Augen-, Bad- und Kochbrunnen) waren wohl schon zu Zeiten der Kaiser Lothar III. (1125–1135) und Karl IV. bekannt. 1487 wurde das erste Haus in Wildbad erbaut und hundert Jahre später erweitert. Die Gebäude wurden im Dreißigjährigen Krieg stark beschädigt.

Nachdem es 1714/18 durch Markgraf Georg Wilhelm das Kurhaus gegenüber dem durch einen Verbindungsgang verbundenen Gasthaus (1621) neu angelegt wurde, erlebte das Bad seine Blütezeit.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gehört Wildbad zu Burgbernheim. Das Anwesen hatte das brandenburg-bayreuthische Schultheißenamt Burgbernheim als Grundherrn.[3]

Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Wildbad dem 1811 gebildeten Steuerdistrikt Burgbernheim zugeordnet. Es gehörte auch der 1813 gebildeten Munizipalgemeinde Burgbernheim an.[4]

Das im Zweiten Weltkrieg ausgebrannte Wildbad wurde von 1950 bis 1968 als Kneippbad betrieben. Seit 1980 wird es als Hotel und Waldgasthof bewirtschaftet. In seiner Kleinheit und dem Fehlen von Erweiterungen des späten 19. oder des 20. Jahrhunderts stellt es ein einmaliges Dokument der Kultur- und Medizingeschichte dar.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Haus Nr. 1: Kurhaus
  • Haus Nr. 2: Gasthaus
  • Haus Nr. 3: Markgrafenschloss
  • Haus Nr. 4: Badehaus

Baubeschreibungen: Liste der Baudenkmäler in Burgbernheim#Wildbad

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 001818 001840 001861 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970 001987
Einwohner 6 4 5 10 4 6 7 17 0 22 4
Häuser[5] 1 2 3 3 3 1 1 1
Quelle [6] [7] [8] [9] [10] [11] [12] [13] [14] [15] [1]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Anliegerweg führt zur Kreisstraße AN 7/NEA 52, die an der Siedlung Erlach vorbei nach Hornau führt bzw. nach Burgbernheim.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Anton Friedrich Büsching: A new system of geography, tr. by P. Murdoch., S. 11.
  • Hanns Hubert Hofmann: Neustadt-Windsheim (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 2). Komm. für Bayerische Landesgeschichte, München 1953, DNB 452071216, S. 86 (Digitalisat). Ebd. S. 211–212 (Digitalisat).
  • Hans Wolfram Lübbeke, Otto Braasch: Mittelfranken: Ensembles, Baudenkmäler, archäologische Geländedenkmäler, S. 366.
  • Paul C. Nörr: Chronik des Marktfleckens Burgbernheim: in übersichtliche Ordnung gebracht, 1844, S. 31 ff.
  • Hans Karlmann Ramisch: Landkreis Uffenheim (= Bayerische Kunstdenkmale. Band 22). Deutscher Kunstverlag, München 1966, DNB 457879262, S. 223–224.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Wildbad (Burgbernheim) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, S. 338 (Digitalisat).
  2. Wildbad im BayernAtlas
  3. H. H. Hofmann, S. 86.
  4. H. H. Hofmann, S. 211f.
  5. Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840, 1852 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude.
  6. Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann mehrerer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 103 (Digitalisat).
  7. Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, S. 260 (Digitalisat).
  8. Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 1096, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  9. Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen von 1871), Sp. 1262, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  10. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1197 (Digitalisat).
  11. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1270 (Digitalisat).
  12. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1308 (Digitalisat).
  13. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, Abschnitt II, Sp. 1131 (Digitalisat).
  14. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, Abschnitt II, Sp. 828 (Digitalisat).
  15. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, S. 175 (Digitalisat).