Wildeck

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Wildeck (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Wildeck
Wildeck
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Wildeck hervorgehoben
Koordinaten: 50° 57′ N, 10° 1′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Hersfeld-Rotenburg
Höhe: 231 m ü. NHN
Fläche: 39,86 km²
Einwohner: 4933 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 124 Einwohner je km²
Postleitzahl: 36208
Vorwahlen: 06626, 06678 (Hönebach, Raßdorf)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: HEF, ROF
Gemeindeschlüssel: 06 6 32 020
Gemeindegliederung: 5 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Eisenacher Straße 98
36208 Wildeck
Webpräsenz: www.wildeck.de
Bürgermeister: Alexander Wirth (parteilos)
Lage der Gemeinde Wildeck im Landkreis Hersfeld-Rotenburg
Thüringen Vogelsbergkreis Landkreis Fulda Schwalm-Eder-Kreis Werra-Meißner-Kreis Alheim Rotenburg an der Fulda Cornberg Nentershausen (Hessen) Bebra Bebra Wildeck Heringen (Werra) Philippsthal (Werra) Friedewald (Hessen) Ludwigsau Neuenstein (Hessen) Hohenroda Schenklengsfeld Schenklengsfeld Hauneck Haunetal Niederaula Kirchheim (Hessen) Breitenbach am Herzberg Ronshausen Bad HersfeldKarte
Über dieses Bild

Wildeck ist eine Gemeinde im Nordosten von Hessen, direkt an der Landesgrenze zu Thüringen.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt teilweise im Tal der mittleren Werra, im Berka-Gerstunger-Becken, mit seinen kleinen Nebensenken, dem Obersuhler Becken und der Kleinenseer Bucht. Diese Senke ist von Höhenzügen umgeben. Im Südwesten liegt der Seulingswald, im Süden die Ausläufer der Vorderrhön, im Osten die Ausläufer des Thüringer Waldes und im Norden das Richelsdorfer Gebirge, welches zum südlichen Fulda-Werra-Bergland gehört. Teils liegt die Gemeinde im zuletzt genannten Gebirge.

Die nächsten größeren Städte sind Bad Hersfeld (etwa 25 km südwestlich) und Eisenach (etwa 25 km östlich). Der tiefste Punkt des Gemeindegebiets ist mit 208 m In der Aue bei Obersuhl, der höchste Punkt ist der Rotestock bei Hönebach auf 456 m ü. NN.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde besteht aus den fünf Ortsteilen Obersuhl, Bosserode, Hönebach, Richelsdorf und Raßdorf.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wildeck grenzt im Norden an die Gemeinde Nentershausen (im Landkreis Hersfeld-Rotenburg) und die Stadt Sontra (im Werra-Meißner-Kreis), im Osten an die Gemeinde Gerstungen, im Südosten an die Stadt Berka/Werra, im Süden an die Gemeinden Dankmarshausen und Großensee (alle vier im thüringischen Wartburgkreis) sowie die Stadt Heringen, im Südwesten an die Gemeinde Friedewald sowie im Westen an die Gemeinde Ronshausen (alle drei im Landkreis Hersfeld-Rotenburg).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name der Gemeinde stammt vom Amt Wildeck, dem einige der heutigen Ortsteile angehörten und das im Mittelalter der Abtei Fulda unterstand. Der Amtssitz lag auf der Burg Wildeck, die auf dem Schloßberg bei Raßdorf stand.

Die erste Erwähnung fand Richelsdorf 1277 als das Kloster in Fulda den Ort befristet für die Errichtung eines Nonnenklosters an das Nikolaikloster in Eisenach abtrat. Das Kloster wurde jedoch nie erbaut. 1325 ging das Amt als Lehen an die Brüder Friedrich und Hermann von Colmatsch. Der heutige Stadtteil von Eisenach, Hötzelsroda geht im Austausch dafür an das Nikolaikloster. Die Lehnsherrschaft fällt 1539 an die hessischen Landgrafen. Nach dem Aussterben derer von Colmatsch im Jahre 1562 fällt der Ort an Hessen.

Die zerklüftete Landesgrenze im Süden und Osten bietet heute noch ein Zeugnis der Auseinandersetzungen zwischen den Landgrafen von Hessen und Thüringen und der Abtei Fulda. Diese Auseinandersetzungen hielten über das ganze Mittelalter bis zur Neuzeit an.

Die Kupfergewinnung in Wildeck wurde 1460 das erste Mal erwähnt. In der Richelsdorfer Hütte wurde seit 1708 auch Kobalt abgebaut. Dadurch stieg die Bedeutung der Hütte und der nicht weit entfernten Friedrichshütte in Iba (heute Stadtteil von Bebra), so dass in der Folge das Bergamt von Sontra nach Richelsdorf verlegt wurde.

Von 1945 bis 1990 befand sich die Gemeinde in unmittelbarer Nähe zur innerdeutschen Grenze.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Rahmen der Gemeindereform entstand am 31. Dezember 1971 die neue Gemeinde Wildeck durch den Zusammenschluss der bisher selbständigen Gemeinden Bosserode, Hönebach, Obersuhl, Raßdorf und Richelsdorf.[2]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Daten zum jeweiligen Gebietsstand und zum Stichtag 31.12. des jeweiligen Jahres:[3][4]

Jahr 1971 1979 1984 1989 1994 1996 2001 2002 2004 2005 2006 2008 2012
Einwohner 6314 5729 5809 5877 6095 6092 6046 6003 5247 5198 5136 5824 5039

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 6. März 2016 lieferte folgendes Ergebnis,[5] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[6][7]

Sitzverteilung in der Gemeindevertretung 2016
     
Von 23 Sitzen entfallen auf:
Parteien und Wählergemeinschaften %
2016
Sitze
2016
%
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 43,5 10 44,5 14 49,0 15 56,8 17
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 20,7 5 27,7 9 27,5 9 25,1 8
FWG Freie Wählergemeinschaft 23,9 5 17,6 5 19,5 6 15,6 5
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 5,4 1 6,7 2
FDP Freie Demokratische Partei 6,6 2 3,4 1 4,0 1 2,5 1
gesamt 100,0 23 100,0 31 100,0 31 100,0 31
Wahlbeteiligung in % 58,2 60,4 62,1 69,1

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 6. Juli 2014 wurde Alexander Wirth (parteilos) mit 67,8 % zum Bürgermeister gewählt.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt an der Autobahn A 4 (Anschlussstelle 34 und 35). Außerdem verfügt die Gemeinde über die Haltepunkte Wildeck-Obersuhl und Wildeck-Bosserode sowie den Bahnhof Wildeck-Hönebach an der Thüringer Bahn von Eisenach nach Bebra.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • alsecco GmbH (Nachfolgeunternehmen der Richelsdorfer Hütte), seit 2004 zugehörig zur DAW SE (Deutsche Amphibolin-Werke).[8]
  • Betten Malsch GmbH (Hersteller von Pflege- und Klinikbetten), gegründet 1995, seit 2004 im Industriegebiet Obersuhl angesiedelt.[9]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Natur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Natur- und Vogelschutzgebiet „Rhäden“ mit Informationszentrum in Obersuhl

Weiter gibt es viel Wanderwege, besonders über die Ruine Blumenstein rund ums Wildecker Tal. Dabei kreuzt man die Hoflage Bellers. Besonders vielfältige Wälder werden durchschritten, dabei passiert man die Franzoseneiche. Auch werden die Gemeindegrenzen von vier Großgemeinden tangiert.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 406.
  3. Einwohnerentwicklung Gesamtgemeinde. Gemeinde Wildeck. Abgerufen am 27. November 2010. (Einwohnerzahlen von 1971 bis 1996, sowie 2008 und 2009)
  4. Landesdaten. Abgerufen am 21. Juni 2008. (Einwohnerzahlen von 2004 bis 2006)
  5. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016
  6. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011
  7. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 26. März 2006
  8. Marken der DAW SE. Deutsche Amphibolin-Werke. Abgerufen am 9. Dezember 2014.
  9. Betten Malsch GmbH. Betten Malsch GmbH. Abgerufen am 15. August 2015.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wildeck – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien