Wildnisgebiet Dürrenstein

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Wildnisgebiet Dürrenstein, Naturpark Ötscher-Tormäuer

Das Wildnisgebiet Dürrenstein beherbergt den größten Urwald Mitteleuropas, den sogenannten Rothwald in der niederösterreichischen Eisenwurzen im südlichen Teil des Bezirk Scheibbs. Es ist ein Wildnisgebiet (IUCN Ia + Ib) nach Richtlinie der World Commission on Protected Areas (WCPA)

Lage[Bearbeiten]

Das Wildnisgebiet liegt in Niederösterreich und grenzt direkt an die Steiermark. Es erstreckt sich um den Dürrenstein und ist Heimat zahlreicher seltener Tier- und Pflanzenarten. Es ist primär ein Waldschutzgebiet, reicht aber über die Waldgrenze hinaus und beherbergt auch alpine Rasen und Felsgebiete sowie Almen. Vom Alpensalamander über den Habichtskauz bis zum Steinadler leben zahlreiche alpine Arten in diesem Schutzgebiet. Menschen haben nur im Rahmen geführter Themenwanderungen und auf markierten Steigen und Wanderwegen Zutritt.

Entstehung[Bearbeiten]

Die Idee, großflächige Wälder, die vom Menschen unberührt waren, vor dem forstlichen Zugriff und der Zerstörung für sich und seine Nachwelt zu retten, wurde in diesem Gebiet 1875 von Albert Rothschild initiiert. 400 ha Wald des Kerngebiets, des Rothwaldes, sind nie forstlich bewirtschaftet worden und bilden damit einen echten Primärwald, der sich seit der letzten Eiszeit weitestgehend ungestört entwickelt hat. Auf Basis des Rothwalds wurde 120 Jahre später das Schutzgebiet auf 2400 Hektar erweitert und in den Jahren 1997–2001 das Wildnisgebiet Dürrenstein ins Leben gerufen.

Das Wildnisgebiet dient dem Schutz gefährdeter Lebewesen und Lebensgemeinschaften. Es soll jedoch kein bestimmter Zustand konserviert werden, sondern vielmehr dürfen natürliche Prozesse weitestgehend ohne Einfluss des Menschen ablaufen (Prozessschutz). Die Anerkennung als erstes Wildnisgebiet Österreichs der Kategorie I nach den Kriterien der Weltnaturschutzorganistaion IUCN wurde im Jahr 2003 verliehen, und umfasst 23,7 km2, wobei etwa die Hälfte (Westteil) der Kategorie Ib (Wilderness) angehören, der Ostteil mit den etwa 4 km2 des Rothwalds wurde als Kategorie Ia (Strict Nature Reserve Ia, Strenges Naturreservat) ausgewiesen. Das Wildnisgebiet bildet so eine Pufferzone um den Urwald.

Im August 2010 wurde das Wildnisgebiet um 72 ha erweitert.

2013 konnte die Fläche um weitere 1.000 ha (10 km²) auf nun insgesamt 3.500 ha[1] (35 km²) vergrößert werden.[2]

Umgebung[Bearbeiten]

Erwähnenswert sind auch die Rothschildhäuser, typische Forsthäuser der Region, die sich in der weiteren Umgebung des Wildnisgebiets Dürrenstein befinden.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.wildnisgebiet.at/de/portrait.html
  2. Erweiterung des Wildnisgebietes Dürrenstein unterfertigt! vom 12. Februar 2013 abgerufen am 13. November 2013

Weblinks[Bearbeiten]

47.81292415.074615Koordinaten: 47° 48′ 47″ N, 15° 4′ 29″ O