Wildnisschule

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Wildnisschulen vermitteln in Kursen oder Lehrgängen Kenntnisse des Lebens und Überlebens im Einklang mit der Natur.

Begriff[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Begriff Wildnisschule (Wilderness-School) kommt ursprünglich aus Amerika. Die Wildnisschulen vermitteln die Urtechniken und das Urwissen alter Stämme und Naturvölker, deren Lebensweise, Kultur und Handwerk und das Wissen über die Wildnis. Ziel ist es, für das Leben und Überleben in und mit der Natur zu sensibilisieren und den Zugang zur Natur besser verständlich zu machen. Durch die in Amerika von Tom Brown Jr. gegründete Tracker-School wurde der Begriff Wildnisschule weltweit bekannt. Auch durch dessen späteren Schüler Jon Young[1] bekamen die Wildnisschulen einen erfahrenen Mentor.

Die Wildnisschulen sind freie Schulen und es gibt keine einheitlich anerkannte und geregelte Ausbildung.

Methoden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Schulen werden die Techniken der Urvölker oder Stämme vermittelt, um den Menschen die Natur wieder näher zu bringen und fast vergessenes Wissen wieder zu reaktivieren. Mit Hilfe des Coyote-Teaching, eine Methode, das Wissen ganzheitlich zu vermitteln, so wie die Naturvölker es praktizieren, werden die Lerninhalte nicht nur über den Verstand, sondern auch über das Gefühl und die Instinkte aufgenommen und zusätzlich das Interesse an der Natur geweckt.

Das Natur Mentoring ist eine besondere Art, die Natur zu erkunden und neu zu entdecken. Es ist eine Hilfe beim sogenannten Natur-Defizit-Syndrom, das das Phänomen einer zunehmenden Entfremdung von der Natur bezeichnet. Es ist zudem ein Sammelbegriff für Defizite im Physischen, Psychischen und Spirituellen und zeigt im täglichen Leben eindeutige Mängel auf, die bei einer nicht verbundenen Gesellschaft existieren.

Natur Mentoring ist eine effektive und effiziente Art, um Verbindungen zur Natur herzustellen. Dabei werden durch verschiedenste Methoden und Übungen Routinen eingespielt, um Verbindungen zwischen Mensch und Natur zu stärken und zu erneuern.[2]

Die Kurse können sich aus folgenden Lerneinheiten zusammensetzen: Überlebenstechniken, Kräuter und Heilpflanzenkunde, Bogenbau, Messerbau, Spurenlesen, Töpfern, Sprache der Vögel, Lederverarbeitung oder Kochen im Freien, Naturkunde, Ökologie und Ökonomie.

Anwendungsgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sowohl in der Kinder-, Jugend- und Erwachsenenbildung kann ein Kurs an einer Wildnisschule sinnvoll sein um den Bezug zur Natur zu festigen, Prozesse in Gang zu setzen und ein neues Bewusstsein zur Umweltbildung zu gewinnen. Für Kinder sind Ferienlager, für feste Gruppen und Firmen sind Outdoortrainings empfehlenswert.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Young Jon: Haas Ellen, McGown Evan Coyote-Guide, Handbuch für Mentoren ISBN 978-3-9806236-6-7
  • Young Jon: Coyote's Guide to Connecting with Nature ISBN 978-1-57994-025-6
  • Loepthien, Elke (2011): Verbundenheit als Aspekt einer Ökologie des Lernens. Diplomarbeit an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (FH). Betreut von Norbert Jung und Geseko v. Lüpke. ISBN 978-3-656-16834-8.
  • Nülle, Susanne (2008): Coyote Teaching / Wildes Wissen und die Auswirkungen in der Waldkindergartenarbeit. Praxisbericht an der Universität Bremen.ISBN 978-3-640-64412-4
  • Trommer, Gerhard (1992): Wildnis - die pädagogische Herausforderung. Deutscher Studienverlag, Weinheim
  • Trommer, Gerhard & R. Noack (1997): Die Natur in der Umweltbildung - Perspektiven für Großschutzgebiete. Deutscher Studien Verlag, Weinheim

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Europa gibt es Netzwerke der verschiedenen freien Natur- und Wildnisschulen:

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vita von Jon Young, abgerufen am 11. November 2016
  2. Richard Louv: Das letzte Kind im Wald? Beltz Weinheim, 2011. ISBN 3-407-85934-1.