Wildpark Lüneburger Heide

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Wildpark Lüneburger Heide
Motto Abenteuer Natur mit Wolf, Bär & Co
Ort Am Wildpark 1
Nindorf
21271 Hanstedt
Fläche 61 Hektar
Eröffnung 1970
Tierarten 140
Individuen 1200
Organisation
Leitung Geschäftsführer Norbert Tietz und Alexander Tietz
Trägerschaft Wildpark Lüneburger Heide Tietz KG
Förderorganisationen Artenschutz-Wildpark Lüneburger Heide e. V.
EingangWP.jpg

Eingang des Wildparks Lüneburger Heide

http://www.wild-park.de/
Wildpark Lüneburger Heide (Niedersachsen)

Koordinaten: 53° 14′ 12,1″ N, 10° 2′ 39,5″ O

Der Wildpark Lüneburger Heide ist ein Wildpark nahe Hanstedt-Nindorf im Landkreis Harburg in Niedersachsen. Der Park beherbergt ca. 1200 Tiere aus über 130 Arten auf einer Fläche von 61 Hektar.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Georg-Friedrich von Krogh gründete den Wildpark Lüneburger Heide im Jahr 1970 als Familienunternehmen und führte ihn bis zum Jahr 1989. Seinerzeit gab es im Wildpark Lüneburger Heide schon Elche, Kodiakbären und europäische Braunbären. Im Laufe der Zeit wurde aus dem ursprünglichen Wildpark ein Tiergarten mit dem offiziellen Namen „Wildpark Lüneburger Heide Hanstedt-Nindorf“. Seit 1989 führt die Familie Tietz den Wildpark Lüneburger Heide als Familienunternehmen weiter. 2012 ist der Wildpark Lüneburger Heide eine Kommanditgesellschaft mit dem Namen „Wildpark Lüneburger Heide Tietz KG“, die von den Geschäftsführern Norbert Tietz und Alexander Tietz geführt wird[1] und etwa 150 Mitarbeiter[2] in der Saison beschäftigt.

Profil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Wildpark Lüneburger Heide versucht die ca. 140 gehaltenen Wildtierarten in ihrem natürlichen Lebensraum zu zeigen. Die Haltung innerhalb eines Waldgebietes soll den Tieren ein möglichst freilandtypisches Verhalten ermöglichen. Auch mittels der Lage in der Lüneburger Heide sollen Tierwelt und Natur den Besuchern näher gebracht werden. Hierfür wird den Besuchern auch innerhalb der Streichelgehege ein direkter Kontakt zu den Tieren ermöglicht.

Zu dem Konzept des Wildparks gehört die Natur- und Umweltpädagogik. Dieses Konzept soll in Seminaren, Workshops und Unterricht in der Zooschule, in naturkundlichen Ausstellungen sowie mittels Führungen und Greifvogelshows und in den täglichen Tierpräsentationen umgesetzt werden.

Falknerei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Täglich finden zwei Greifvogelschauen auf der Greifvogelwiese statt. Adler, Falken, Bussarde, Geier und Eulen werden hier im Flug gezeigt.

Oberhalb der Greifvogelwiese sind verschiedene Eulen in Volieren ausgestellt. Ansonsten finden die Besucher weitere Greifvögel wie Riesenseeadler und Weißkopfseeadler auf dem Rundweg des Parks. Von Frühjahr bis Herbst finden Flugvorführungen statt.

Der Wildpark Lüneburger Heide ist im Auftrag des Landesamtes für Ökologie seit 1999 eine der niedersächsischen Auffangstationen für verletzte Greifvögel. Die verunglückten Greifvögel werden hier betreut, gesund gepflegt und bei Flugtauglichkeit wieder in die Natur ausgewildert.

Tierpräsentationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von März bis Oktober zeigt der Wildpark die folgenden regelmäßigen Präsentationen:

  • Jäger der Lüfte sind bei der Greifvogelschau zu erleben.
  • Tigervortrag über die beiden Sibirischen Tiger Alex und Ronja und deren Lebensraum.
  • Faszination Wolf: Tanja Askani, Expertin für Gehegewölfe[3] und Betreuerin der Wölfe im Wildpark referiert über die Wölfe
  • Die Fischotterfütterung

Erhaltungszuchtprogramm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Tierpark beteiligt sich gemeinsam mit dem Förderverein Artenschutz-Wildpark Lüneburger Heide e. V. (1. Vorsitzender Norbert Tietz) an dem Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP) für Fischotter, Mandschurenkraniche, europäische Seeadler, Schneeleoparden, Moschusochsen, Nerze und Wisente. Darüber nimmt er an verschiedenen Wiederansiedlungsprojekten teil, z. B. der Auswilderung des Luchses im Nationalpark Harz.

Im Wildpark produzierte Fernsehsendungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Wildpark Lüneburger Heide war Gastgeber für die vom NDR produzierten Folgen der Zoo-Dokureihe Weiches Fell und scharfe Krallen. Seit dem 10. April 2007 bekam der Wildpark mit Wolf, Bär & Co. im NDR eine eigene Sendereihe. Gedreht wurden 30 Folgen vom März 2006 bis zum September 2006. Die 30 Folgen sind jeweils ca. 50 Minuten lang.[4] Produziert wurde die Serie vom NDR Naturfilm und vom Studio Hamburg Documentaries.

Die 30 Folgen der Serie wurden erstmals vom 10. April 2007 bis zum 23. Mai 2007 gesendet.[5]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2011: DERTOUR zeichnete den Wildpark Lüneburger Heide mit der Goldenen Pinie für die beste Kundenorientierung von allen 23 getesteten Einrichtungen der deutschen Freizeit- und Erlebnisparks aus. Die goldene Pinie wird jährlich von DERTOUR für die besten Freizeitparks Deutschlands verliehen. Die Jury setzt sich aus mehreren hundert Expedienten zusammen. Sie besuchen die Parks und testen die Angebote und geben im Anschluss ihre Bewertungsbögen ab.[6]

Wolfsauffangstation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit Dezember 2016 ist das Wolfcenter in Dörverden als zweite Wolfsauffangstation des Landes Niedersachsen neben dem Wildpark Lüneburger Heide anerkannt.[7]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eckard Gehm: Schneeleopard (Uncia uncia). Geist der Berge. 1. Aufl. Verlag Wildpark Lüneburger Heide, Hanstedt-Nindorf, 2002, ISBN 3-00-009603-5 (deutsch/englisch)
  • Tanja Askani: Wolfsspuren. Die Frau, die mit den Wölfen lebt. AT Verlag, 2004, ISBN 3-85502-979-2.
  • Wildpark Lüneburger Heide (Hrsg.): Wildparkführer. Wildlife Park Guide. 40 Jahre Wildpark. Zooführer. Nindorf o. J. (2010/2011). 74 Seiten, Titelbild: Sibirischer Tiger.
  • Wildpark Lüneburger Heide (Hrsg.): Wild Park Lüneburger Heide Nindorf-Hanstedt. Entdecken Sie die Wildnis. Zooführer. o. J. (ca. 2003). 74 Seiten, Titelbild: Schneeleopard.
  • Wildpark Lüneburger Heide (Hrsg.): Wild Park Lüneburger Heide Nindorf-Hanstedt. Zooführer. 30 Jahre Wildpark Lüneburger Heide. o. J. (2000). 74 Seiten, Titelbild: Bär und Tiger.
  • Wildpark Lüneburger Heide (Hrsg.): Wild Park Lüneburger Heide Nindorf-Hanstedt. Zooführer. o. J. (ca. 1990). 56 Seiten, Titelbild: Kleiner Braunbär.
  • Wildpark Lüneburger Heide (Hrsg.): Wildpark Lüneburger Heide Hanstedt-Nindorf. Zooführer. o. J. (ca. 1986). 64 Seiten, Titelbild: Wolf hinter Baumstamm am rechten Bildrand.
  • Wildpark Lüneburger Heide (Hrsg.): Wildpark Lüneburger Heide Hanstedt-Nindorf. Zooführer. o. J. (ca. 1986). 64 Seiten, Titelbild: Timberwolf.
  • Günther Schulze, Georg Friedrich von Krogh: Wildpark Lüneburger Heide Hanstedt-Nindorf. Zooführer. Hrsg.: Wildpark Lüneburger Heide. o. J. (um 1985). 52 Seiten.
  • Georg Friedrich von Krogh: Wildpark Lüneburger Heide. Zooführer. Hrsg.: Wildpark Lüneburger Heide. o. J. (um 1980). 32 Seiten, Titelbild: Luchs.
  • Wildpark Lüneburger Heide (Hrsg.): Wildpark Lüneburger Heide. Zooführer. o. J. (um 1981), 44 Seiten, Titelbild: 2 Braunbären.
  • Wildpark Lüneburger Heide (Hrsg.): Wildpark Lüneburger Heide. Zooführer. o. J. (1970er Jahre), 32 Seiten, Titelbild: Hirsch vor Heidelandschaft.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Wildpark Lüneburger Heide – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Impressum. Abgerufen am 13. Dezember 2021.
  2. Wildpark-Team. Abgerufen am 13. Dezember 2021.
  3. Tanja Askani: Wolfsspuren. Die Frau, die mit den Wölfen lebt. AT Verlag, 2004, ISBN 3-85502-979-2.
  4. Wolf, Bär & Co. (Memento vom 12. Februar 2019 im Internet Archive)
  5. Wildpark Lüneburger Heide in der Internet Movie Database (englisch)
  6. Auszeichnungen des Parks (Memento vom 19. Januar 2013 im Internet Archive)
  7. Wolfcenter Dörverden als zweite Wolfsauffangstation anerkannt, Pressemitteilung des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz, 19. Dezember 2016. Abgerufen am 20. Dezember 2016. "Verletzte oder kranke Wölfe können in der Einrichtung kurzzeitig gepflegt und anschließend wieder in die Freiheit entlassen werden."