Wildparkstadion

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Wildparkstadion
Wildparkstadion
Luftbild des Wildparkstadions
Daten
Ort DeutschlandDeutschland Karlsruhe, Deutschland
Koordinaten 49° 1′ 12″ N, 8° 24′ 47″ OKoordinaten: 49° 1′ 12″ N, 8° 24′ 47″ O
Eigentümer Stadt Karlsruhe
Betreiber Schul- und Sportamt Karlsruhe
Eröffnung 1955
Erstes Spiel Karlsruher SCRot-Weiss Essen
Renovierungen 1993
Oberfläche Naturrasen
Kapazität 29.699
Spielfläche 105 × 68
Verein(e)

Karlsruher SC

Das Wildparkstadion ist ein Fußballstadion in Karlsruhe. Es ist der Mittelpunkt einer Anlage aus mehreren Sport- und Übungsplätzen, einer Tennisanlage und weiterer Sportstätten im Karlsruher Hardtwald. Der Hauptnutzer ist die Fußballabteilung des Karlsruher SC. Eine Nutzung als Leichtathletikstadion findet nicht mehr statt, da die Tartanbahn im Zuge einer Spielfeldverlegung teilweise entfernt wurde. Das Stadion wurde im Jahr 1955 an Stelle des alten FC-Phönix-Sportplatzes von 1921 gebaut und verfügte ursprünglich über 55.000 Plätze. Diese Zahl wurde mehrfach durch geänderte Vorschriften reduziert und durch Umbauten erweitert, aktuell verfügt es über 29.699 Sitz- und Stehplätze. Es ist Eigentum der Stadt Karlsruhe und wird an dessen Nutzer verpachtet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entwicklung seit 1955[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der FC Phönix, einer der beiden Vorgängervereine des KSC, erhielt von der Stadt Karlsruhe 1921 pachtweise für 50 Jahre ein Grundstück im Hardtwald zur Verfügung gestellt[1], auf dem bis 1923 eine Anlage mit drei Fußballplätzen, zwei Tennisplätzen, einer 400-Meter-Bahn sowie Wurf- und Sprunganlagen angelegt wurde. Nach der Fusion des FC Phönix und des VfB Mühlburg zum KSC wurde 1952 an Stelle der mittlerweile 30 Jahre alten Phönix-Anlagen mit dem Bau eines modernen Stadions begonnen.

Die erste Veranstaltung war ein Internationales Leichtathletikfest am 17. Juli 1955, am 7. August 1955 wurde das umgebaute Stadion offiziell durch Karlsruhes Oberbürgermeister Günther Klotz an den Karlsruher SC übergeben.[1] Im Eröffnungsspiel am selben Tag trennten sich vor 45.000 Zuschauern der amtierende Pokalsieger KSC vom Deutschen Meister Rot-Weiss Essen 2:2 unentschieden.

In den 1950er Jahren galt das Wildparkstadion als eines der modernsten Stadien seiner Zeit in Deutschland. In den 1970er Jahren wurde die Gegentribüne ausgebaut, 1986 folgte die Montage einer Videoleinwand, die damals eine der modernsten in Europa war. Die Leichtathletikanlagen wurden erst 1978 durch Kunststoffanlagen ausgetauscht und die Kurven der Laufbahnen durch vorschriftsmäßige Rund- anstelle der Korbbogen ersetzt – allerdings fanden schon seit 1968 keine größeren Leichtathletikveranstaltungen mehr in Karlsruhe statt. In Vorbereitung des geplanten Umbaus zu einem reinen Fußballstadion wurde im Sommer 2007 eine Rasenheizung installiert und die Laufbahnen teilweise entfernt.

Blick auf die Südkurve und Haupttribüne (2006)

Anfang der 1990er Jahre wurde mit dem Bau einer neuen Haupttribüne die bis heute letzte große bauliche Änderung am Stadion vorgenommen. Auf der nach den Plänen der Architekten Thomas Großmann und Lucy Hillebrand gebauten Tribüne befinden sich Sitzplätze für maximal 6400 Zuschauer sowie 24 Business-Logen. Die Einweihung der neuen Haupttribüne erfolgte 1993 mit einem 3:0-Erfolg des Karlsruher SC gegen Borussia Dortmund.

Flutlichtanlage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wildparkstadion besitzt seit 1957 eine Flutlichtanlage. Da in den 1970er Jahren die Leuchtstärke der alten Anlage nicht mehr genügte, das Stadion für Fernseh-Übertragungen ausreichend zu erhellen (der DFB schrieb damals eine Leuchtstärke von 100 Lux vor[2]) wurde das Hochbauamt der Stadt Karlsruhe mit der Planung einer neuen Flutlichtanlage beauftragt. Aus lichttechnischen Überlegungen sowie der Randbedingung, dass die neuen Flutlichtmasten einer späteren Vollüberdachung des Stadions nicht im Wege stehen sollten, wurde entschieden, die neuen Masten direkt hinter der Wallkrone des Stadions zu errichten. Die vier Stahlrohrkonstruktionen ragen mit einem Winkel von jeweils 15° bis zu 54 Meter in die Höhe und sind mit Stahlbetonankern in der Außenböschung des Stadionwalls gegründet. Die neue Flutlichtanlage wurde 1978 errichtet und kostete umgerechnet 1,11 Millionen Euro.[3]

Ausbaupläne[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Frühjahr 2006 wurde von der Stadt Karlsruhe und dem Karlsruher SC bekanntgegeben, dass das Wildparkstadion in der Zeit von Mai 2007 bis August 2008 in ein reines Fußballstadion mit ca. 35.000 bis 40.000 überdachten Plätzen (davon 5.000 Stehplätze) umgebaut werden soll. Dabei würde die Haupttribüne des Wildparkstadions bestehen bleiben und in die neue Arena integriert werden.

Am 23. August 2006 mussten die Verantwortlichen des KSC auf einer Pressekonferenz jedoch einräumen, dass der Verein sich finanziell nicht am Umbau des Stadions beteiligen könne. So hieß es, dass im Falle einer Beteiligung seitens des KSC ein alter Vertrag aus der Zeit der Präsidentschaft Roland Schmiders den Verein dazu zwänge, Entschädigungszahlungen an das Architekturbüro, das 1996 einen – mittlerweile nicht mehr umzusetzenden – Entwurf für ein neues Wildparkstadion erarbeitete, zu leisten. Solch ein finanzielles Risiko – auch hinsichtlich der Lizenzvergabe – wollte man nicht eingehen.

Nach über Monate andauernden Verhandlungen zwischen der Stadt und dem Karlsruher SC über die Finanzierung des auf 58 Millionen Euro taxierten Umbauprojektes stimmte der Karlsruher Gemeinderat am 27. Februar 2007 mit großer Mehrheit für die Realisierung des Bauvorhabens. Das ausgehandelte Finanzierungskonzept sieht die Aufteilung der Kosten wie folgt vor: 30 Millionen Euro sollen aus der Stadtkasse kommen, das Land Baden-Württemberg beteiligt sich mit einem Zuschuss von weiteren 10 Millionen Euro, während die restlichen 18 Millionen Euro über zinsgünstige Kommunalkredite in das Projekt fließen werden. Noch nicht geklärt ist das spätere Mietverhältnis zwischen der Stadt als Eigentümerin des Stadions und dem KSC, welches maßgeblich für die Form der Mietzahlungen des Vereins ist. Derzeit ist zwar eine gemeinsame Betriebsgesellschaft geplant, aus deren Erträgen die Miete an die Stadt überführt werden soll, jedoch ist dies nicht mit den Statuten der DFL konform.[4]

Der ursprünglich geplante Baubeginn im Sommer 2007 war nicht einzuhalten, nach späteren Planungen sollte der Umbau im Sommer 2009 beginnen.

Mittlerweile hat das Karlsruher Institut für Technologie Interesse daran bekundet, das Areal des Stadions zu erwerben um expandieren zu können. Dadurch würden sich die Umbaupläne zerschlagen. Für eine neu zu errichtende Fußballarena müsste dann ein neuer Standort gefunden werden, was in der Vergangenheit schon von Kommunalpolitikern und KSC-Mitgliedern vorgeschlagen wurde.

Im Oktober 2014 verlautbarten der KSC und die Stadt Karlsruhe die Verwerfung der Umbaupläne zugunsten eines Neubaus aus wirtschaftlichen Gründen. Man wolle dem Gemeinderat im Frühjahr 2015 einen Vertragsentwurf zur Abstimmung vorlegen, welcher u.a. Regularien zu den Investitionskosten (ca. 88 Mio. Euro) sowie zum Pacht- und Namensrecht beinhaltet.[5]

Die Entscheidung des Gemeinderates soll bis zur Sommerpause 2016 erfolgen. Am 19. Juli 2016 entschied sich der Gemeinderat mehrheitlich für den Bau eines neuen Stadions. Die geplanten Baukosten sind mit 113 Millionen Euro veranschlagt.[6]

Bedeutende Fußballspiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Länderspiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis dato wurden sechs Länderspiele der Deutschen Männer-Nationalmannschaft und eines der Deutschen Frauen-Nationalmannschaft im Karlsruher Wildparkstadion ausgetragen.

Fußball-Nationalmannschaft der Männer
Datum Begegnung Ergebnis
16. Nov. 1955 Deutschland BundesrepublikBundesrepublik Deutschland BR Deutschland NorwegenNorwegen Norwegen 2:0 (2:0)
23. Dez. 1962 Deutschland BundesrepublikBundesrepublik Deutschland BR Deutschland SchweizSchweiz Schweiz 5:1 (2:1)
24. Apr. 1965 Deutschland BundesrepublikBundesrepublik Deutschland BR Deutschland Zypern RepublikZypern Zypern 5:0 (3:0)
22. Feb. 1967 Deutschland BundesrepublikBundesrepublik Deutschland BR Deutschland MarokkoMarokko Marokko 5:1 (2:0)
12. Juni 1971 Deutschland BundesrepublikBundesrepublik Deutschland BR Deutschland Albanien 1946Sozialistische Volksrepublik Albanien Albanien 2:0 (2:0)
13. Okt. 1993 DeutschlandDeutschland Deutschland UruguayUruguay Uruguay 5:0 (3:0)
Fußball-Nationalmannschaft der Frauen
Datum Begegnung Ergebnis
23. Nov. 2006 DeutschlandDeutschland Deutschland JapanJapan Japan 6:3 (3:0)

Austragungsort von Endspielen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erinnerungswürdige Spiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wildparkstadion bei einem Spiel des KSC
  • Am 2. November 1993 schlug der KSC den FC Valencia im Rückspiel der 2. Runde des UEFA-Pokals nach verlorenem Hinspiel mit 7:0 und zog in die nächste Runde ein. (Siehe auch: Wunder vom Wildpark)
  • Das Wildparkstadion erlebte Mitte der 1990er Jahre noch weitere bedeutende Heimsiege des KSC im UEFA-Pokal gegen hochrangige Gegner. So gewann der Verein 1993 im Achtelfinale gegen Girondins Bordeaux (unter anderem mit Zinédine Zidane) mit 3:0 und drei Jahre später gegen den AS Rom ebenfalls 3:0.
  • Am 2. Mai 1998 erlebte das Stadion für eine Dauer von über neun Jahren sein letztes Erstliga-Spiel; der KSC besiegte am vorletzten Spieltag vor 33.600 Zuschauern den VfB Stuttgart mit 4:2, stieg aber trotzdem am Ende der Saison ab.

Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gesamtareal ca. 14,2 Hektar (davon etwa 7,5 Hektar für das Wildparkstadion)
  • Rasenplatz (100 m × 70 m)
  • 4 Rasentrainingsplätze, 1 Kunstrasenplatz, 1 Sporthalle
  • Fassungsvermögen: 29.699 Plätze, davon 8.940 überdachte Sitzplätze, 6.217 nicht überdachte Sitzplätze, 4.462 überdachte Stehplätze, 10.000 nicht überdachte Stehplätze, 80 Plätze für Rollstuhlfahrer
  • 2 VIP-Räume und 24 Logen

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Werner Skrentny (Hrsg.): Das große Buch der deutschen Fußballstadien. Verlag Die Werkstatt, Göttingen 2001, ISBN 3-89533-306-9, S. 206–208
  • Christian Pfefferle, Jens Fischer, Matthias Dreisigacker: Im Wildpark. Verlag Block Eins, ISBN 978-300-029500-3

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b http://www.ksc.de/stadion/geschichte.html
  2. Hans-Georg Böhler: 60 Tonnen im Griff - Flutlichtmasthalterung Wildparkstadion Karlsruhe, in beton Jahrgang 1981, Ausgabe 11, S. 415.
  3. Ingenieurgruppe Bauen: Flutlichtanlage für das Wildparkstadion in Karlsruhe (PDF; 208 kB)
  4. Artikel zum Gemeinderatsbeschluss auf der Webseite des KSC
  5. kicker.de: Dem KSC winkt ein neues Stadion. Auf: kicker.de am 2. Oktober 2014
  6. Karlsruhe bekommt ein neues Stadion Landesschau aktuell, 19. Juli 2016

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wildparkstadion – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien