Wildschönau

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Wildschönau
Wappen von Wildschönau
Wildschönau (Österreich)
Wildschönau
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Tirol
Politischer Bezirk: Kufstein
Kfz-Kennzeichen: KU
Hauptort: Oberau
Fläche: 97,41 km²
Koordinaten: 47° 27′ N, 12° 3′ OKoordinaten: 47° 27′ 0″ N, 12° 3′ 0″ O
Höhe: 936 m ü. A.
Einwohner: 4.197 (1. Jän. 2016)
Postleitzahlen: 6311, 6313, 6314
Vorwahl: 05339
Gemeindekennziffer: 7 05 30
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kirchen, Oberau 116
6311 Wildschönau
Website: www.wildschoenau.
tirol.gv.at
Politik
Bürgermeister: Hannes Eder (ÖVP)
Gemeinderat: (2016)
(17 Mitglieder)
7 Gemeinsam für die Wildschönau - Liste Hannes Eder

2 "Mia fia enk" - Liste Franz-Josef Luchner
2 Allgemeine Liste Oberau-Mühltal
2 Thierbacherliste
2 Auffacher Gemeinschaftsliste
1 Allgemeine Auffacherliste – Peter Weißbacher
1 Wildschönau Aktiv – Ludwig Stadler

Lage der Gemeinde Wildschönau im Bezirk Kufstein
Alpbach Angath Angerberg Bad Häring Brandenberg Breitenbach am Inn Brixlegg Ebbs Ellmau Erl Kirchbichl Kramsach Kufstein Kundl Langkampfen Mariastein Münster Niederndorf Niederndorferberg Radfeld Rattenberg Reith im Alpbachtal Rettenschöss Scheffau am Wilden Kaiser Schwoich Söll Thiersee Walchsee Wildschönau Wörgl Tirol (Bundesland)Lage der Gemeinde Wildschönau im Bezirk Kufstein (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Die Wildschönau beim Hauptort Oberau
Die Wildschönau beim Hauptort Oberau
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Wildschönau ist eine österreichische Gemeinde im Bezirk Kufstein in Tirol mit 4197 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2016).
Das Gemeindegebiet erstreckt sich über 24 km oberhalb von Wörgl in den Kitzbüheler Alpen, die Wildschönau genannt; das Gebiet zählt zu den Tiroler Tourismuszentren.

Die Gemeinde umfasst neben verschiedenen Weilern die vier Kirchdörfer Niederau, Oberau, Auffach und Thierbach. In Oberau ist der Sitz des Gemeindeamtes. Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Rattenberg.

Neben einer zweisaisonalen touristischen Ausrichtung spielt auch die intensive Alm- und Weidewirtschaft eine Rolle, daneben pendeln viele Bewohner zu ihren Arbeitsstätten außerhalb der Gemeinde. In der Wildschönau wurde lange Zeit Bergbau betrieben.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wildschönau beginnt im Osten mit Niederau und Straßenverbindungen nach Wörgl und Hopfgarten im Brixental, nach Westen hin verläuft sie aufsteigend zu einer Wasserscheide, über die sich Oberau zur Wildschönauer Ache und dem Ortsteil Mühltal hinzieht. Die Ache verläuft von Süd nach Nord, vom Siedeljoch über Auffach und Mühltal durch die Kundler Klamm in den Inn. Von Mühltal zweigt eine Straße steil bergauf nach Westen ab und führt nach Thierbach und endet weiter westlich vor der Gratlspitz. In der Nähe des Endtalhofs bei einer Kapelle (1086 m ü. A.) beginnt die Sauluegstraße, eine nicht unriskante Schotterstraße, die am Silberschaubergwerk Lehenlahn Richtung Kundl vorbeiführt. Erst ab etwa 880 m Seehöhe weist die Straße Asfaltbelag auf.

Im Westen wird das Tal durch folgende Berge (von Nord nach Süd) begrenzt: Gratlspitz (1899 m), Schatzberg (1898 m), Joelspitze (1964 m), Lämpersberg (2202 m), Kleiner Beil (2197 m), Großer Beil (2309 m, höchster Berg des Tales) und Sonnjoch (2287 m, nicht zu verwechseln mit dem Sonnjoch im Karwendel). Westlich dieser Kette liegt das Alpbachtal.

Der Talteil um die Wildschönauer Ache wird östlich begrenzt durch Roßkopf (1731 m), Feldalphorn (1923 m), Schwaigberghorn (1990 m), Breitegg-Gern (1981 m), Wildkarspitze (1961 m) und Breiteggspitze (1868 m).

Als südlicher Talabschluss werden diese beiden Ketten durch das passartige Siedeljoch (1689 m) miteinander verbunden, über das man in den Langen Grund (Kelchsau) gelangt.

Den südlichen Abschluss des östlichen Talteiles um Niederau bilden Roßkopf und Markbachjoch (1440 m).

Im Norden wird das Tal durch eine deutlich niedrigere Bergkette zum Inntal hin abgegrenzt. Von West nach Ost: Gratlspitz, Thierbacher Kogl (1312 m), Kragenjoch (1425 m), Sonnberger Jöchl (1285 m), Möslalmkogl (1109 m), unterbrochen durch die Kundler Klamm zwischen Thierbacher Kogl und Kragenjoch.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde besteht aus vier Katastralgemeinden und vier gleichnamigen Ortschaften (Einwohner Stand 1. Jänner 2015[1]):

Kirchdörfer Fläche Einw. Seehöhe
Auffach 46,85 km² 0956 0875 m
Niederau 10,90 km² 1043 0826 m
Oberau 13,10 km² 2052 0936 m
Thierbach 26,57 km² 0160 1173 m

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brixlegg, Radfeld Kundl Wörgl
Nachbargemeinden
Alpbach Hopfgarten im Brixental

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals urkundlich erwähnt wurde Wildschönau in den Jahren 11931195, als der oberbayrische Graf Heinrich von (Lechsgemünd)-Rettenberg (bei Unterwössen) Eigenleute an das Kloster Herrenchiemsee schenkungsweise übertrug. Unter den Zeugen der Urkunde findet sich der Ministeriale Adelbertus de Wiltsconenŏwe (= Albert von Wildschönau).[2]

Ab dem 16. Jahrhundert wurden in Thierbach an den Abhängen des Gratlspitz Silber- und Kupfererze abgebaut, die in Brixlegg verhüttet wurden. Wegen mangelnder Rentabilität wurde der Bergbau im 19. Jahrhundert eingestellt.

1811 konstituierte sich Wildschönau als Gemeinde. 1911 wurde durch die Kundler Klamm eine Straßenverbindung ins Inntal hergestellt, diese ist heute nur mehr ein Wanderweg.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Coat of arms Wildschoenau.svg

Der Wortlaut der Verleihungsurkunde vom 10. Juli 1958:

„Die Tiroler Landesregierung hat in ihrer Sitzung am 10. Juli 1958 der Gemeinde Wildschönau in Würdigung ihres erstmals elfhundertneunzig bezeugten geschichtlichen Alters gemäß der Tiroler Gemeindeordnung vom 31. März 1949 folgendes in der Urkunde dargestellte Wappen verliehen:

‚Eine gestürzte Spitze, Blau in Schwarz mit einem goldenen Drachen gespreizt.‘

Das Wappen weist auf die alte Sage hin, wonach die Wildschönau einmal ein großer See gewesen sei. Ein riesiger Drache hauste an seinem Ufer und richtete großen Schaden an. Ein mutiger Bauer tötete das Ungetüm durch eine List. Im Verenden schlug der Drache unter furchtbarem Gebrüll mit Schweif und biss in den Felsen, daß er barst. Nun ergossen sich die Wasser in das Inntal und die Wildschönau wurde urbar. Die gestürzte Spitze versinnbildlicht den durch den Drachen geborstenen Felsen. […] Innsbruck am 10. Juli 1958 […]“[3]

Der Roßkopf von Thierbach aus gesehen
Die Gratlspitz im Sommer 2010 von Thierbach aus gesehen
Der Hauptort Oberau von Thierbach aus gesehen
Der in Europa eher seltene Tintenfischpilz aus der Gattung der Gitterlinge auf der Achentalalm oberhalb von Wildschönau

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Wildschönau sind etwa 186 landwirtschaftliche Betriebe, die großteils als Bergbauernhöfe einzustufen sind. Der höchstgelegene Hof „Stödl“ am Oberauer Sonnberg liegt auf 1334 m.

Neben Handwerks- und Kleingewerbebetriebe ist vor allem der Tourismus Arbeitgeber für die Bevölkerung. Zur Unterstützung der heimischen Wirtschaft wurde im September 2010 der Verein Wildschönauer Wirtschaft gegründet.

Öffentliche Einrichtungen der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Altenwohn- und Pflegeheim
  • Sozial- und Gesundheitssprengel
  • Bücherei Niederau
  • Gemeindebücherei Wildschönau
  • 3 Freiwillige Feuerwehren in Auffach, Niederau und Oberau
  • 3 Kindergärten in Auffach, Niederau und Oberau
  • 4 Volksschulen in Auffach, Niederau, Oberau und Thierbach
  • Neue Mittelschule und Neue Musikmittelschule in Oberau (zusammen 201 Schüler 2014/15)

Freizeit und Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt in der Wildschönau u. a. folgende Sport und Freizeitangebote:

  • Alpin-Ski
  • Angeln
  • Beach-Volleyball
  • Canyoning
  • Fahrradfahren
  • Fitnesstraining
  • Gleitschirmfliegen
  • Minigolfen
  • Mountainbiken
  • Reiten
  • Rodeln
  • Schneeschuhwandern
  • Schwimmen
  • Skilanglaufen
  • Tennis
  • Tischtennis
  • Trekking
  • Wandern

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Der Hauptwirtschaftszweig der Gemeinde ist der Tourismus.

Es gibt zwei voneinander getrennte Skigebiete am Markbachjoch und am Schatzberg mit zusammen rund 70 km Pisten in den Schwierigkeitsgraden blau bis schwarz und 25 Bergbahnen und Skilifte. Die beiden Sesselbahn-Neubauten am Skigebiet Schatzberg (Auffach) ersetzen mehrere ältere Schlepplifte. 2008 wurde der alte Sessellift in Niederau durch einen modernen Vierer-Sessellift ersetzt. Eine Lift-/Pistenverbindung ins Alpbachtal wurde am 7. Dezember 2012 nach langer Planungszeit in Betrieb genommen. Somit entstand ein großer Skiverbund unter dem Namen „Ski-Juwel Alpbachtal - Wildschönau“, der es von der Größe unter die Top-Ten der Tiroler Skigebiete geschafft hat.

Loipe in Oberau

Weiters gibt es 50 km Langlaufloipen, 40 km Winterwanderwege, Pferdeschlittenfahrten und 3 geräumte Nordic-Walking-Strecken.[4]

Im Sommer stehen etwa 300 km Wanderwege zur Verfügung mit den Gondelbahnen am Markbachjoch und Schatzberg als Aufstiegshilfe, weiters ein geheiztes Freischwimmbad, ein Beachvolleyballplatz, fünf Hotelhallenbäder, Saunas, eine Minigolfanlage, drei Tennisplätze.

Heute bietet die Wildschönau etwa 8.000 Gästebetten.

Nächtigungen in der Wildschönau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Nächtigungen
1955 61.828
1962 177.218
1969 437.928
1976 872.499
1990 > 1.000.000
2010 ca. 850.000[5]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kath. Pfarrkirche hl. Margaretha in Oberau
Kath. Pfarrkirche hl. Michael in Thierbach
Bergauernmuseum z'Bach
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Wildschönau
  • Kirchen und Kapellen
  • Schaubergwerk Lehenlahn in Thierbach
  • Kundler Klamm
  • Bergauernmuseum z'Bach
  • 1. Tiroler Holzmuseum in Auffach
  • Skulpturenpark Markbachjoch
  • Franziskusweg von Niederau nach Oberau
  • Schönangeralm mit Schaukäserei in Auffach
  • viele Feste und Veranstaltungen

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wildschönau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Einwohner nach Ortschaften (Excel-Datei, 766 KB); abgerufen am 29. Juli 2015
  2. Martin Bitschnau, Hannes Obermair (Bearb.): Tiroler Urkundenbuch, II. Abt.: Die Urkunden zur Geschichte des Inn-, Eisack- und Pustertals, Bd. 2: 1140–1200. Innsbruck: Wagner 2012, ISBN 978-3-7030-0485-8, S. 382 Nr. 881; das Stück wurde in der älteren Literatur (Monumenta Boica 2, S. 356 Nr. 218) ungenau auf "ca. 1190" datiert.
  3. Zahlen und Fakten auf www.wildschoenau.tirol.gv.at, abgerufen am 27. April 2016
  4. http://www.wildschoenau.at/client/wildschoenau/media/downloads/Media_2121660911.PDF
  5. Wildschönauer Gemeindeblatt vom Dezember 2010 (PDF-Datei, abgerufen am 15. Jänner 2011; 4,23 MB)